Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 34 (23.8.1934)
- Date
- 1934-08-23
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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4\j8 besondere Interesse, das weite Kreise des ' Attischen Judentums den Problemen Palästinas -^aegenbringen, rechtfertigt es, einen UeberbliL -w das hebräische Zeitungswesen in diesem dde zu geben. Denn die Presse brldet ein getreues Spiegelbild der herrschenden Richtungen, gerade auch der Reueingewanderte, der bestrebt :j :ft an dem öffentlichen Leben des jüdischen ^'lä.'Lina teilzunehmen, findet in ihr eine will- - f.Amene Hilfe, um sich in die politische und f^iale Situation des Landes einzuleben. °*3n Der Regel freilich werden die hebräischen Kenntnisse der Einwanderer kaum ausreichen. - ^"eine hebräische Zeitung mit. ihrem unpunkjj-rten Text zu lesen. Auf diese sprachliche Echwief rinfeit ist wohl die oft erschreckend große Unkennt- 1 A,'elbst Der wichtigsten politischen Faktoren im I Lande zuruckzuführen. Besonders die deutschen i fi-recrDeier, deren hebräische Kenntnisse zumeist 'i ifü: gering sind, stehen hier vor schwierigen 1 JjrOQM. | jjcfipit Den in palästinensischer Sprache erscheircr.-cn Blättern gibt cs in Palästina nämlich nur :i dre einjige englisch geschriebene Tageszeitung, die | ..Llesrrne-Post": sie ist, was Nachrichtendienst und 'i rfDßftifncöc Betrachtungen anbetrifft, nicht sehr ■:j i'ct'rirDigenD. Daher sieht man in den Händen s bc: Einwanderer oft die in Aegypten in fran- Jfnidiet Sprache erscheinende „Bourse Egyp. ■ lienne", Die über einen weit größeren Nachrichten- V; epparot verfügt.?ie eigentliche palästinensische Presse aber, die für Das Erkennen des Landes und seiner Verhält- .'1 niiie die erheblichste Bedeutung besitzt, erscheint in ' hebräischer Sprache. Palästina besitzt vier große \ hchrai'che Tageblätter: Haare,;"' und „Dawar" in i 7al Äwiiv, „Doar Hayom" und „Hnjarden" in! Zenitalem. Diese vier Zeitungen entsprechen den ] ,'etzatpolitischen Hauptrichtungen im palästinensichen Judentum. Ter von Dr. M. Glückson redi- > eierte „Haarez" vertritt eine demokratisch, nationale Richtung unter Anerkennung der - Leibungen der Arbeiterschaft für den Ausbau des Landes und fordert von den jüdischen Kolonisten - und Blantagcnbesitzorn die Beschäftigung jüdischer . Jlreriter. Diese Frage stand besonders anläßlich i is se'gerischwerer Arbeitskonflikte in der Kolonie „Kfar S'-ta" im Mittelpunkt des Interesses. Im Vorder- : orund des Kampfes um „Awoda Iwrit" (jüdische ' i Ärteit) sicht das Blatt der organisierten Arch lliierschast, der gemeinsam von Salman Ru- - taschow und Berl Katzenelson geleitete „Dawar". . - De 'Arbeiterschaft macht die größten Ansirengnneen. um ihre Stellung im Lande zu halten. Sie stt in einigen Fällen, als sich der Mangel an PKvirtschastlichen Arbeitskräften besonders fühlte: machte, städtische Arbeiter für das Land; i s&Üjicrt; dabei hat sie der „Tawar" sehr wir- L'Gvoll unterstützt. Das Blatt ist sehr gut : r-tigiert, es bietet kein Wort von dem vulgären ■: .Idrungshebräisch". Mit seiner Auslage von 1 kdra 10 000 Exemplaren ist es die weitverbreitetste i Leitung Palästinas. Seiner Auslagehöhe kommt r cm nächsten der „Haarez", der wegen seines maß- : Wien Tones und seiner Reichhaltigkeit besonders : ' ffliebt ist. Tie beiden in Jerusalem erscheinenden s < Lege-zeitungen haben nur einen beträchtlich ge- K-, regeren Leserkreis. Ter „Toar Hayom" steht! i kein Kolonistenverband nahe, dessen Vorsitzender, Gosche Smilonsky, ständiger Mitarbeiter des i . Llattes ist. Tie Zeitung hat in kurzer Zeit wiemmu ^re Redakteure wechseln müssen und be-? , Zu der gegenwärtigen zionistischen ^xecutrve in Opposition. Sie vertritt einen ausgebrochenen Unternehmerstandpunkt. Ganz weit rechts steht der neue vvn Professor Joseph Klausner redigierte „Hajarden". das Leibblatt der Revisionisten. Es übt schaffe Kritik an der Monistischen Führung und befehdet — mit nationalistischen Argumenten — die englische Palästina- Politik. Innenpolitisch ist diese Zeitung gegen dre Organisation der Arbeiterschaft gerichtet. ~’:€ jüdische Orthodoxie zerfällt in Palästina wie überall in eine zionistische Richtung, den Misrachi, und in eine antiziomstische, die Agudah. Ihre Organe sind „Hator" und „.Hahed" einerseits, der „Kol Israel" anderseits. Sie erscheinen sämtlich In Jerusalem. Das beste dieser Blätter ist der monatlich erscheinende „Hahed". der von Jehoschua Radler- Feldmann unter dem Pseudonynr R. Binjamin redigiert wird. Von der übrigen Presse, die einer bestimmten Richtung dient, seien noch die Wochenschrift der Arbeiterorganisation der „Hapoel Haza'kr" in Tel Awiw, und das Organ des Kolon istenverbandes .Bustanai" erwähnt. Neben dieser politischen Presie gibt es eine Anzahl literarischer Zeitschriften. Unter ihnen nimmt die Monatsschrift „Mosncnm", die vom hebräischen Schriststellerverband in Tel Awiw herausgegeben wird, die erste Stelle ein. Sie wird von den Literaturkritikern Jakob Fichmann und Fische! Lachower geleitet und zählt die hervorragendsten Tichter und Schriftsteller hebräischer Sprache zu ihren Mitarbeitern. Sie hat sich eine Vertiefung des jüdisch-nationalen Kulturbewußlseins zum Ziel gesetzt. Tie jüngeren literarischen Kräfte finden ihr Feld in den Zeitschriften „Giljonot" und „Turim", die beide in Tel Awiw herauskommen. Ein Kunstblatt, „Gasit". steht hinsichtlich seiner Ausstattung und des Geschrnackes europäisehen Zeitschriften keineswegs nach. Einen sehr erheblichen Teil der Publikationen bilden auch die wissenschaftlichen Veröffentlichungen und Berichte. Hier ist die bibliographische Vierteljahrsschrift „Kirjath Sepher" zu nennen, die von der Jerusalemer National- und Universitäts-Bibliothek herausgegeben wird, ferner die ebenfalls vierteljährlich in Jerusalem erscheinende Zeitschrift für die Wissenschaft des Judentums, „Tärbiz", die von Professor I. N. Epstein redigiert wird, die Mitteilungen der „Jewish Palastine Exploration Society", die naturwissenschaftliche Monatsschrift „Hatewa wehaarez" und schließlich die medizinische Zeitschrift „Harefua". Neben all diesen Zeitungen und Zeitschriften, die die Struktur des jüdischen Lebens in Palästina in seinen wesentlichen Grundzügen widorspiegeln, gibt cs in Palästina noch eine ganze Reihe anderer hebräischer Blätter für Spezialgebiete, die aber nur von geringerem Allgemeinintcresse sind. ^osek Lin. „ . . . Ebenso muß gelten, daß der Angehörige des fremden Volkes in der deutschen Literatur nichts zu suchen hat. Will er Schriftsteller sein, so mag er in einer für seine Glaubens- und Volksgenossen bestimmten, deutlich als jüdisch markierten Literatur sich ergehen. Ist fein Buch von einem über jenes Volkstum Von Vmh nach rechte Emst Zenart, Kaela Foerder, Fritz Lion, Martin Brandt, Gerds W eissmann füll JJ >£* C; 0 ,o. Rosa Valetti als Frau Vogel Karte Foerder und Rosa Valetti Zeichnungen von Doia hinausgehenden allgemeinen literarischen Wert, so steht gewiß nichts im Wege, daß es auch von Deutschen gelesen wird, so gut wie schwedische und französische Literatur übersetzt und von uns gelesen wird .. G. Kittel. „Die Judenfragc", Stuttgart 19-33. S.44. . Wir fangen den zweyten Jahrgang unserer Blätter mit der Anzeige eines Werkes an, das, man mag auf die Entstohnngsart desselben, oder auf die Veranlassung zur Herausgabe, oder auf die Zeit, in der es erscheint, oder auf .die Wichtigkeit seines Inhalts, oder endlich auf den Vortrag sehen, von allen in der letzten Messe herausgekommenen deutschen Schriften die meisten unserer Leser interessieren muß, und nicht leicht die Begierde, mit der sie es zu genießen kamen, unbelohnt lassen, vielmehr selbst diejenigen, welche sich in den Hauptpunkten von dem"Vf. nicht überzeugt finden, dennoch mehr als eine Art der Befriedigung und des Wohlbehagens gewähren wird. . . . Man soll zwar so wenig allen Verfassern einen Stil, als allen Bäumen eine Rinde wünschen, aber dennoch scheint uns Mendelssohns Schreibart, und die der Philosophen, die ihm am ähnlichsten sind, für die Philosophie die zuträglichste zu scyn. Lo frei) von aller Sucht 'nach blendendem Schmucke, und doch so elegant; so scharfsinnig und doch so deutlich; so wenig aus Rührung dem Scheine nach arbeitend, und doch so eindringend, — wenn sich die Muse der Philosophie eine Sprache erkiesen sollte, so würde sie diese wählen! Sie ist dabey so offen und unbefangen, daß man wie in dem Umgänge des offenherzigen Biedermanns fast keinen Augenblick anstchn kann, auf das was sie anträgt mit Ja oder Rein zu antworten. In einem solchen Umgänge finden keine Winkelzüge, keine Bedenklichkeiten statt, und man hat sich keine Erläuterungen auszubitten, keine Klauseln irgendwo anzuhängen: vielmehr geht alles nicht in Buchstaben, sondern in der That und Wahrheit getreulich und sonder Gefährde zu." — Anfang und Seht uns einer Besprechung der F.retousgabe von Maats Mendelasohna ,.Morgenatund'.n'‘ (realer Teil 17Sö) »u der .lennisctifn ..AHaeinemm Ltferafurzeitung“ Kr. t und Nr. 7. Montag, den 2. b:w. 7. Januar 17Sr>. J akob Horovitz: „Ter Sabbat. Ein Weckruf." Rede gehalten am Pcssach 569-t. Von jeher war der Sabbit der zentrale Punkt jüdischen Lebens und auch ein Punkt, in dem sieh die Inden von allen anderen Gemeinschaften unterschieden. Heut nun droht er verlorenzugehon. Ta ruft Horovitz die Inden zur Rückkehr auf. Gerade die Kinder, denen durch den bellnuiteu Schulcrlaß des Innenministers die Gelegenheit gegeben ist, den Sabbat zu feiern, sollten neu zu ihn: gebracht werden. Btit Zitaten ans dem Talmud und dem Rtidraschim reich geschmückt, stellt diese '.Hebe die Wichtigkeit des Sabbat im gesaintjiidifä>en Leben in knapper, besonders für die Jugend ansprechender Form dar. A. Theater, die Familie Süßenguth, die in unserer Gegend die darstellerischen Künste llenso ausschließlich vertrat wie die Familie llnie die zirzensischen. Viele Jahre später hat ntir Karl Rößler erzählt, daß er als Anfänger bä den Süßenguths engagiert. gewesen fei und in meinem Heimatdorf gespielt habe. Sie ssnben am Nachmittag für die reifere fugend las Ritterstück „Genoveva". Welch ein Tag! nch zitterte der Vorstellung entgegen, ich zitchch während nnd nach der Vorstellung. Ich 'aß mit meinen Geschwistern in der ersten 'Ruhe llnd trank jedes Wort, jede Bewegung chd jedes Bild in mich ein. Es war der -Rwmcl aus Erden. Genoveva floß für mich Nlit dem „Mädchen im Trikot" zusammen, und in ihrem getreuen alten Diener glaubte ch ganz sicher den Mann zu erkennen, der -cht so edler abwinkender Geste die Worte: .selbst Artist" gesprochen hatte. Aber viel- R-cht hat „bloß" der junge Karl Rößler den Urcnen Tiener gespielt. . Run wußte ich endlich, was Theater ist, torc herrlich die Kunst vor die Menschen tritt, nnd daß eä nichts Schöneres geben kann als si'N Leben mit Dichtern, die ihre „Genoveva" schreiben und mit Schauspielern, die diese Genoveva oder ihren silbcrhaarigen getreuen ^uuier darstellen konnten. Damals, an jenem -nachmittag, in dem schlecht geherzten Saal Gasthauses „Zur Krone" — damals, im -mer von vierzehn Jahren, bin ich dem ^-hcatcr vollends verfallen. Wem M eccon Ms WKWM ieÄrS Dramas xo» der WÄs" Tchalom Asch hat zu einer Aufführung seines "-ramas „Gott der Rache" im Dudapester Theater Bethlen-Platz seine Zustimmung mit folgender ^^ründung verweigert: -In der heutigen Welt, da es in konfessionellen w viele Reibnngsslächen g'.bt, will rch J'Ln. fcok mein Stück misworstanden werde, p's'.'uhrcing des Stückes könnte eventuell zu Ge-;'°'Nkr:eitcn Anlaß bieten. Als ich ch.as 2}ud 1 war ich bemüht, objektiv zu sein, ^cuher haben sich die Zeiten geändert. Dinge, die damals harmlos waren, erhielten seither eine ganz andere Bedeutung. Ich muß daher meine materiellen Interessen zurückstellen und die Aufführung des Stückes untersagen." im VerLrrrer Kutturburrd Bruno Frank, der kluge Novellist und geschickt wägende, bühnengewandte Dramatiker hat mit seiner in Berlin und vielen Städten des Reiches bereits erfolgreich ausgeführten Komödie „Sturm im Wasserglas" den Mitgliedern des Berliner Kulturbundes ein paar Stunden angenehmer, behaglichster Unter- Haltung verschafft. Das Stück hat den unleugbaren Vorzug, ganz unproblematisch zu sein und doch nicht zu verflachen: ein liebenswürdiges volkstümliches Lustspiel von gesundem Empfinden und, wenn man will, von einer ethischen Tendenz, die der Liebe zu aller Kreatur einen mehr als profanen, einen menschlich warmen und gemütvollen Ausdruck gibt. Ein Hund sozusagen der Held des Stückes; eine arme Blumenfrau, der das keineswegs wertvolle Tier wegen nicht bezahlter Steuern genommen werden soll, kämpft um seinen Besitz nnd wird in ihrem zähen Kampf unterstützt von einem jungen, forschen Idealisten, der in der Presse für sie Partei nimmt und mit seinen unbekümmerten, uneigennützigen Draufgängertum nicht nur seine eigene Existenz aufs Spiel setzt, sonderil auch die Bürgermeisterwahl eines streberischen Stadtrats unmöglich macht und dazu gleich zwei Ehen aus einmal zerstört. Kleine Ursachen, große Wirkungen. Aber wenn es wahr ist, was der große Philosoph und Hnndelicbhabcr Artur Schopenhauer sagt, daß der Hund der alleinige wahre Gefährte nnd treueste Freund des Menschen ist, so wird die brave Blumenfrau uns ebenso an ihrer Seite finden, wie ihr jugendlicher Beschützer; ja, wir werden es der Frau Vogel gern gönnen, daß sie an ihrem treuen „Paule" durch öffentliche Sammlung noch ein hübsches Stück Geld verdient, und cs ferner auch begreifen, daß der furchtlose Joiirnalist nnd Hnndcfrennd Fraiiz Burdach das mitfühlende Herz der jungen, verlassenen Stadtratsfrau im Sturm erobert. Beide Rollen tragen das Stück; beide fanden dann auch in Rosa Valetti find E r n stL e n a r t eine ausgezeic"note Besetzung. Was uns Frau Valetti in den bisherigen Ausführungen des Kiilturbundes, bei denen sie führend miüvirkte, geboten hat, schien auf ein eigentümliches Acißverhältnis zwischen ihrer großen, starken Kunst und dem Wert der darzustellenden Figur hiuzudeuteu; erst diesmal ergab sich eine völlige Uebcrcinstimmung von Künstlerin und Nolle, und ihr ursprüngliches, kräftiges, stets aus dem Vollen schöpfendes Naturell, in dem komische und tragische Ele^ mente hart beieinander liegen, konnte sich wie von selbst an den unverbildeten Seelenanlagcn der einfältigen Frau ans dem Volke entzünden. Wie sie. mit nach inrfen gckehrtern Blick, verhaltene Tränen in der Stimme, die gute Hundeseele, die sie verlieren soll, in Gedanken streichelt, wie sie dann, im letzten Akt des Stückes, sich mit entrüstetem Stolz gegen den Tierarzt rvendet, der ihren Paule mit einer lumpigen Taxe von acht Mark bervertet, das sind Ncomente einer Darstellungslunst, die in ihrer echten und schlichten Acerrschlichkeit ganz zur Natur geworden ist. Von wohltuender Natürlichkeit war auch ihr Partner Ernst L e n a r t: viel gelöster als sonst, frisch, frank, frei und finpathetisch, amüsant besonders im Schlußakt, wo er die Situation mit einem spielend-sprelerischcn Humor zu beherrschen weiß. K a e t e Foerder, die junge Stadträtin, hätte die Zügel ihres Teniheraments etwas lockern können; aber auch in ihrer Verhaltenheit rvar sie eine sympathische, gewinnende Erscheinung. Die „unsympathische" Figur des Stückes, der hnndcseindliche, aufgeblasene Stadtrat, erhielt in M artiu "Braudts Darstellung ihre charakteristische Rote. Mar Roth, als Magistraisdiener Brennccke, vermied es, der berlinerisch gefärbten Eharge mehr Kolorit auszutragen, als nötig war: sehr wirksam, wie er sich aic die verwitwete Blumenfrau, in der er alsbald eine gute Partie wittert, bedachtsam heranpirscht. Das Ehepaar Luilling. das zweite Opfer der Hnnde-Assnre. wurde von F r i tz L i o n nnd Gerda W e i s nt a n n mit betontem Aplomb in den Vordergrund gerückt. Die kleineren Rollen des Stückes, um dessen flottes Spieltempo sich die funsichtige Regie von Kurt B a u m a n n mit Erfolg bemühte, waren durchacis angemessen besetzt. I)r. Hugo Ladnnan^ki. Die einfaltige Fraa Ein Mann aus Babylon zog nach benx Lande Israel und nahm hier ein Weib. Eines Tages sagte er ihr: Koche mir zivei Linsen. Er meinte damit eine geringe Vlenge, deifn so psl.gle lium sich in seiner Heimat an-zudrücken: zwei bedeutete ein tvenig. Ta brachte sie ihm zwei einzelne Linsen, gar gekocht. Er geriet in Zorn nnd gebot ihr am anderen Tage: Koche' heute ein Abis; Linsen. Er meintedamit eine ausreichende Vtenge. sic aber nahm ein großes Hohlmaß voller Linsen imd kochte sie ihm. Danach sagte er ihr: -Lola mir zwei Gurfen! Da kaufte sie zivei Kerzen ein und gab sie ihm; er hatte nämlich Bozina gesagt, und dieses Wort bedeutet auf Aramäisch Gurke und Leuchte. Wieder geriet er in W:t nnd rief: Schmeiße die Lichte gegen die Tür! Tie Tür heißt aber auf Aramaisch Lalxi, und draußen saß gerade der Lehrer Baba fien Buta; da warf die Fran die Kerzen dem Baba an den Kopf. Der Meister fragte die Törichte: Was tust du da? Sie antwortete: So hat mir n:cin Mamr befohlen. Da sagte Baba: Weil du deinem Manne so gehorsam wärest, möge Gott dir zwei ^öhnc schenken, die seien Baba bon Buta gleich. Aus dam Tc'rrutd übersetzt von Rahel bin Gorion