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Central-Verein-Zeitung · 1934-08-16 · 33 (16.8.1934) · page 10

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
33 (16.8.1934)
Date
1934-08-16
Page
– (sequence 10)
Language
German
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waagerechten Flügeln und Armen dis angrenzenden' ' beiden Seitenwände schirmend umfangen, derart, daß sich ihre Flügel gegen» seitrg berühren (Band ll,'Tafel 65),. Dieser Fund ist um so bedeutsamer, als es-sich hier -' nicht nur um die seltene waagerechte Stellung der Flügel handelt, sondern auch - um das' gegenseitige Berühren im Gegensatz zu den ' vorerwähnten, zahlreich vorhandenen Beispielen mit gesenkten Flügeln. Wir finden also hier zum erstenmal ein Schutzmotiv, das gleichsam zu jenem überleitet, das die jüdischen Schriften beschreiben und einen Schluß zuläßt über Form und Stellungder Cherubiin. Ter Vollständigkeit halber sei noch das von der alten ägyptischen Tradition völlig abweichende Schutzinotiv erwähnt, daß Carter . in der Schatzkammer des Grabes vorfand. Vor den vier Wänden eines kubischen Kapellenbaues, der zur Aufbewahrung der Eingeweide des Pharaonen errichtet worden war, stehen aufrecht und vollplastisch die Figuren der vier Schutzgöttinnen (111, 5, 7), mit dem Gesicht der Kapellenwand zugekehrt iind mit ausgebreiteten Armen diese behütend. Dieses unvergleichliche Kabinettstück ägyptischer Kunst beweist uns besonders drastisch, daß die Kunst der „KcherM* drefeS Landes, neue Wege wandelnd.- die althergebrachten traditionellen' Motive variierte/ dem jeweiligen Zweck künstlerisch anzupassen - verstand. Ueber die Frage der Cherubim im Allerheiligsten hat Hugo Greßmann im Jahre 1920 eine eingehende Studie im Forschungsinstitut sür Religionsgeschichte veröffentlicht, die er „Die Lade Jahwes" betitelte. Er versucht auch eine zeichnerische Rekonstruktion der' Cherubim, wobei er sich an die bis dahin bekannten altägyptischen. Vorbilder anlehnt. Aber diese kniend dargestellten Cherubsfiguren und vor allem der Umstand, daß die Flügelstellung in keiner Weise mit dem überlieferten Tert in Einklang zu bringen ist, lassen ernste Zweifel anstauchen. ob der verdiente Gelehrte hier die richtige Lösung fand. Tie aus den Funden im Grabe des Tut- Euch-Amun sich darbietenden Erkenntnisse scheinen nunmehr dazu berufen, der Forschung zu dieser das gesamte Judentum intercssiereuden Frage einen Weg zu weisen und damit auch Licht in die Beziehungen zwischen altjüdischem Kult und altägyptischer Kunst zu bringen. Urok. vr.-Inx. ^Ikrvä Grotte. Wien, im Juli 1934. Quer von der Argcntinierstraße zur Prinz- Eugen-Straße liegt der große Park des Rothschild- Palais. Ter Psörtnereingang ist eine grün gestrichene Holztür in guten Proportionen mit klassischen Ornamenten und schlanken Füllungen. Wenn diese Tür gestrichen wird, baut ein Tischlermeister um die Tür einen Holzverschlag, damit auf die noch nasse Farbe nur ja lein Stäubchen falle, damit das Grün glatt, edel und sauber bleibe. Ties schien mir als Kind der vollkommenste Ausdruck wahrer Vornehmheit zu sein. Jährlich kam der Hvtzvcrschlag, und die tadellose Tür wurde noch tadelloser. Ebenso tadellos wie der grüne Rock des Portiers mit schwarzem Bart Ter schvarzbärtige Portier war ein Jude. Was lag für mich näher als die Ueberzcugung, das; dieser vornehme, schwarzbärtige Herr, der vor seinem Hause wohlgefällig in der Sonne stand, der Baron Rothschild mit dem unermeßlichen Reichtum selbst sei? Hunderte von Rothschild-Anekdoten schlüpfen zwischen den Eitterstäbcn auf die Straße, eigentlich mehr von der Slraße in das Palais. Unzählige Schnorrer haben ihre Erfahrungen in eine Form gebracht, und so verschieden und widerspruchsvoll auch diese Erfahrungen sein mögen, so. erfunden und so unfähig sie sind, eine Charakteristik des Barons festzuhalten, weil er des Witzes halber einmal großzügig, einmal geizig, einmal schlagfertig und einmal anders ist, etwas haben diese Anekdoten doch gemeinsam: Es ist die Art der Verbundenheit, die zwischen dem großen Rothschild und dem kleinen Schnorrer immer besteht, das Recht des Schnorrers, von Rothschild zu fordern, und Rothschilds als selbstverständlich empfundene Verpflichtung, zu geben. So sehr diese Anekdoten den sozialen Unterschied beider hcrausheben. ja. obwohl sie nur seinetwegen erfunden sind, in Wirklichkeit enthalten sie keinen Klassenunterschied, und ihr Kern ist: Ich. der Schnorrer, bin ebenso ein Jude wie der Rothschild, wir gehören zusammen, wir sind Brüder. Wenn nian will unb Laune hat, aus Zufälligkaiten historische Symbole zu formen, so kann man das dem Rothschild-Palais gegenüberliegende Theresianum als zweiten Auslagepunkt einer Brücke empfinden. die vorn Judentum hinüber zum Oesterrcichertum führt. Und weiter wird man bedenken, daß das Theresianum die ehemalige Offiziersschule der k. u. k. Monarchie ist. Die Kinder der vornehmsten Familien studierten hier. Der Park des Theresianums ist ebenso groß wie der Rothschild- Park, die Bauinwipfel ebenso hoch. Sie neigen sich hinüber und grüßen ihre Brüder jenseits der Gitter. Sie sind verwandt mit den Bäumen, die bei dem Haus am Bauernmarkt standen, das Herrn Mendel Oppenheimer gehörte. Ter reiche Jude Oppenheimer. Sein Haus wurde, vor 250 Jahren, von zehn Soldaten bewacht, und seine Tafel war mit Silbergeschirr gedeckt, an der die armen und frcmden Juden speisen durften. Wer nur wollte, konnte zur Mahlzeit kommen Bis zum Toleranzpatent wurden die Oppenheimers. Wertheimers, Hirschels, kurz alle Hofjuden, von österreichischen Soldaten geschützt. Es liegt nahe, diese Reihe der privilegierten Juden fortzusetzen,- sich zu erinnern, daß der materielle Glanz seine Steigerung im Geistigen erhielt und Feste feierte in den mit Blumen ge. schmückten Salons der schönen Fanny von Arnstein. Das war Wiens geistiger Mittelpunkt zur Zeit des Wiener Kongresses, ein jüdischer Salon, in dem sich an demselben Abend der Herzog von Wellington, der Fürst Hardenberg, der Kardinal Consalvi, die Grafen Capo-Jstria und Pozzo, die Borgo, Wilhelm von Humboldt, die Prinzen von. Hessen-Homburg. die Grafen von Bernstorff und von Münster und der Minister Graf Reipperg trasin. Ein verführerischer Glanz, der einen leicht bctoeta mach-» könnt-, daß sich.3“ 3?» andere Juden Wiens in einem Tiefstand der Erniedrigung befanden. Doch das eine wie das <m- . dere gehört zu der Geschichte der Wiener Juden.; gehört zu der Geschichte Wiens; die engen Straßen im zweiten Bezirk in der Leopoldstadt, dem Juden- - bezirk, geben den Bäumen auch jetzt nickst soviel ■ Luft und Sonne zum Aknen wie der'Park in dev ' Argentinierstraße. . Tas Wesen der Wiener Juden wurde rn diesen : spannungsreichcn und für die Juden selbst wider- ' spruchsvollen Jahrhunderten geformt. Und diese Form, zerbeult und wieder gerade gehämmert, be-- kam zu guter Letzt den Schwung des Oesterreichertuliis schlecksthiri. Ter Schwung mit seiner . graziösen Berschlamptheit, mit seinem Walzer- ' rhythrnus, mit der ganzen bunten, sich selbst nickst immer ernstnehnienden Wehmut im Caföhausherzen. Tie Form, die die Wiener Juden ansfüllen, besitzt alle Mängel uiid alle Vorzüge Oesterreichs, und es scheint, daß sie hier noch etwas dichter schließt als in anderen Ländern, wo'die Jliden das Land ihrer Geburt liebgewannen. Ter Westwind, der von den Alpen kommt, zaust in den Schöpfen der Wiener Inden genau so wie in den anderen, und er macht sie genau so wenig wie die anderen Wiener härter, energischer und pessimistischer. Beide lassen sich von den Schärfen des Lebens überraschen, beide setzen sie theoretisch nie voraus und beide überraschen sich selbst, wie sie ihren Mann stellen, wenn es darauf ankoinmt. Ter Wiener Jude verdoppelt sozusagen sein Wienerturn, das goldene Wiener Herz plus dem goldenen jüdischen Herzen. Diese Steigerung der Güte kann nicht voraussetzen, daß irgend etwas auf der Welt, geschweige denn die Welt selbst, beste sein könnte. Daher entspricht seinem Innersten die Uebcrzengnng, daß „es halt gar nit so vüll schlimm werden könnt'". Vielleicht ist das der Hauptgrund, daß die Aktualisierung der Indenfrage in Deutschland zwar das doppelt gute Wiener Judenherz ergriffen und erschüttert, es aber nicht peraulaßt hat, Konsequenzen sür seine eigene Zukunft zu ziehen. So sind also die für uns deutsche Juden schon selbstverständlichen Begriffe wie Umschichtung, n.icht nur im beruflichen, sondern auch im menschlichen Sinne, für die meisten Wiener Juden, eigentlich noch fremde und unerfüllte Worte, an deren Verwirklichung sie gar nicht denken. Dazu kommt noch, daß nach. Wien nur eine verhältnismäßig ganz geringe Zahl deutscher emigrierender Juden kam, die die Rotwendigkeit einer seelischen Umstellung praktisch vor Augen führen konnte. Tabei wird in Wien seit jeher von allen Seiten unendlich viel Politik getrieben, und es gibt wohl selten eine Stadt, wo so viele Zeitungen gelesen werden. Regelmäßig, Tag für Tag, sitzt der Wiener Jude in seinem Stanuncasö, und seitdem er lesen und schreiben kann, gibt es kein Ereignis in der Welt, das er nicht, besprochen von allen Lagern, in sich ausgenommen hätte. Vielleicht, daß ihn das viele Wissen reifer gemacht hat, und die Hochfluten der Politik seine innere Ruhe nicht so leicht fortschwemmen können, weil er auch die Ebben kennt, vielleicht auch, daß die Schale „Melange" so besänftigend wirkt, und daß das immer frische Trinkwasser auf dem Tablett als fester Pol im Wirbel der Erscheinungen Halt bietet: was es auch immer sein mag. die Politik im Wiener Stammcafö hat nichts Furchterregendes. Sie wird von ihrem hohen Sockel hcrunterkomplimentiert, daß sie Platz nehme auf der abgeschabten Plüschbnnk, und. bezumugen von so viel liebenswürdiger, naiver Intimität zeigt sie menschliche Züge und läßt sich sozusagen mit du ansprechen. Wie einfach sind m, höchsten Probleme, wie simpel zu lösen, wenn einer Sprache vorgetragen werden, die sich' verschwenderisch mit weichen Umlauten durchsetzt „Dös wer ma glei scho Ham, döZ is ja a gspül. . ." oet* . ‘ Frau Irene Harand kämpft an der Spike de, „Harcmd-Bewegung" gegen den Antisemitismus Ne blonde Ossizicrsgattin wirbt mit ergreifender Uch. .Pigleit für ihre Idee und läuchst gegen den überwäl!- tigend großen Femd mit Argumenten, die mitunter » aus dein Rüstfchrank eines Kinderziinmers zu kommen scheinen. Sie erzählt, daß ein jüdischer Uhrmacher drei goldene Uhren sür Firmlinge gestiftet habe und daß sie mit den ärmsten Wiener Kindern die auch die Uhren bekamen, in den Prater gefahren sei. Wie sich die Kinder „gsreut" hätten'. Frau Harand wird in ihren Anssührungen von einem Bolksschnllehrer ans Steiermark unterstützt, Rosegger hätte dieses kleine, lebendige Männchen i nicht bester entwerfen können. Ec stellt an seine i . Zuhörer herausfordernd die Frage, ob sie schon jernals einen jüdischen Lehrer oder Briefträger kurz, einen jüdischen Staatsbeamten gesehen hättem Rein, nienmnd hätte jemals so einen Mann sichten können, weil es ihn nicht gebe, weil ihm der Staat die Wahl dieses Berufes verboten habe. Was wäre also folgerichtiger, als der Zwang sür Juden, sich andere Berufe zu suchen. Daß diese Berufe manchmal vielleicht einträglicher seien, mm ja. was könnten die Juden dafür? Tas sehen die Zuhörer ein. Sie sind zum größten Teil Kleinrentner Oesterreichs. Das ist ein Verein, an dessen Spche . der jüdische Doktor Zahlmann steht. Er hat sich um seine Schützlinge besonders verdient gemacht, hat sür sie alle möglichen Vergünstigungen bei der Regierung durchgcsetzt und hat seine Kräfte jetzt der Haraud-Bewegung zur Verfügung gestellt. Sein Ressort ist der Kampf gegen die Meuscheiuwt. Auch die Wirtschafts, und Finanzpolitik wird hier aus den einfachsten Renner gebracht und keimt eigentlich keine Schwierigkeiten mehr. O du mein Oesterreich! Wie persönlich wird deine Politik, wie ist sie das Besitztum jedes einzelnen, tvie gibt sie danit sein Tempernmettt. seine Vorzüge und seine Schwächen schillernd wieder, wie menschlich wird sie, wie wienerisch! Und als -Uinb jedes Wie^ uers tvird sie von hüben und drüben, von Juden und Ehristen, von rechts und von links verteidigt bis mifs letzte. Tas erklärt vielleicht den Widerspruch, daß die von soviel Verständnis, soviel Kaffee und soviel Ge'.nütlichkeit gehegte Politik wegen tijrcv Lebendigkeit zu so tragischen Konsequenzen führt,oie im letzten Jahre. Welcher persönliche Einsatz, welche Zivilcourage steckt doch hinter ihnen! Wenn wir die Wiener Juden ans der österreichischen Allgemeinheit hervorzuheben versuchten, könnte man, von den zionistischen Verbindungen abgesehen, von einer typischen jüdischen Politik -nicht sprechen.- Sie bleibt auch hier österreichisch, und sie zeigt wenig Talent zur Organisation, zur Geschlossenheit. Der Anhang der Union Oester, reichischer Inden hat, im Verhältnis zur Zahl der Inden, auch annähernd nicht die Größe wie der des Centralvereins in Deutschland, ihre Arbeit lange nicht die Anerkennung wie die deutsche Parallelorganisation. Aber auch von den Wiener Inden ist der Heroismus des einzelnen zu erwarten. tvenn es daraus ankommt. Dafür shriccht der österreichische Rhythmus, in dem das Blut zu den jüdischen Herzen fließt, dafür spricht der Wut dieser Herzen, den sie in ihrer tausendjährigen , Vergangenheit voller Kämpfe um ihr Leben dewiesen haben. 6.11. FMsihen, die einst den Priestern Vorbehalten waren, und die wir jetzt frech okkupierten. Ach, die Priester hatten schon damals Aesthetik! Was war das sür ein Blick in den purpurnen Abgrund, ans dem ganz fern, ganz leise ein Rauschen emporklang. Ein Bach fließt dort, und zu seiner Quelle sollten wir nun Vordringen. Es hieß also die Höhe, die wir mühsam genug erobert hatten, auf neuen Wegen wieder herabklettcrn. Aber es wurde immer schöner, und endlich gingen wir am Lachrand entlang durch einen Wald blühenden Oleanders. Als wir uns der Quelle näherten, die sich gleich, in einem Wasserfall aus dem Felsen stürzt, trafen wir zum erstenmal Menschen,- die hier hausten. Biel Zerstreuung mochten sie nicht haben, und so war's kein Wunder, welch Staunen und Entzücken unser Besuch hervorries. Es war eine ganze Familie, zwei; Männer, der alte der Onkel und der junge der -Ehemann einer hübschen kleinen Frau, die in all ihren Lumpen mit blitzenden Augen und blitzenden Zähnen wundervoll zu kokettieren wußte. Trei nackte Kinderchen schmiegten^ sich dabei an sie. Sie starrten von Schmutz;. aber ihre verfilzten Haare waren mit.blauen. Glasperlen und anderen geheimnisvollen Talismanen fürsorglich geschmückt, und im übrigen waren sie gesund und bildschön. Tie Männer betrieben eine kleine Schafzucht, die Frau bekam Kinder, kochte und versorgte den Gemüsegarten. Anscheinend waren wir auf das leibhaftige Glück im Winkel gestoßen—' auf das wahre Glück, das ohne Reu!' Und heut gab es dazu eine Sensation: zwei Touristen mit Eskorte! Die junge Frau wußte gar nicht, wem sie die schönsten Augen machen sollte, dem Griechen, dem Askar. dem Beduinen oder dem Touristen. Sie entschied sich wahrhaftig sür den Touristen, den Alle-' manni! Er zeichnete sie und schenkte ihr die Skizze, und außerdem bekam sie noch den kleinen Spiegel aus meiner Handtasche und der Mann ein Taschenmesser und jedes Kind ein paar Piaster. Tas war ein Ereignis sür die guten Leutchen im Winkel, vielleicht datiert für sie von diesem Tag eine neue Zeitrechnung, aber ob wir. ob vor allem der kleine Spiegel ihnen nicht doch Unheil gebracht hat — wer kann das wissen. Ich mache mir über das Geschenk einige Gewissensbisse. Noch einmal kehrten wir in unser Kaiserzelt zurück und genossen ein internationales Festmahl. Dann hieß es Abschied nehmen, Abschied vom Manager, dem Askar und dem Kind der Wüste, nur. unser Dragoman begleitete uns zurück. Die Pferde standen vorm Zelt, wir umfaßten die wie in ewigem Alpenglühn leuchtenden Bergketten mit ihrer einzigartigen Nekropole noch einmal mit einem langen Blick. Da bog um die Ecke eine lange Kavalkade Maultiere, Pferde, Esel, wohl fünfzehn Reiter und Reiterinnen, Grammophon, Musik, englische Laute, Lachen und Hallorusen-Es war höchste Zeit für uns auszubrechen. Die Welt war entzaubert. Still ritten wir die wunderbare Klamm zurück, Barak hatte ich vor mir aus dem Sattel. Er war hundemüde. Wir kamen zu dem Fellachendorf und fanden unfern Koko wohlverwahrt und startbereit bei Cooks Leuten, und dann ging es noch einmal zur Moses-Quelle, aus der wir alle drei, der große Mann, Barak und ich in tiefen Zügen tranken, „damit wir wiederkommen!" MelEM der Mchrn Buchörreinlgung - Tie jüdische Tuchvereinigung teilt mit: „Als dritte Veröffentlichung unseres Jahres- Programms erscheint im Lause des Monats September der erste Band der von der Jüdischen Gemeinde Berlin veranlaßten großen deutschen Bibelübersetzung, der den Pentateuch enthält. Ihr besonderer Wert liegt in. der getreuen Nachbildung des heiligen Textes und in ihrem leichtverständlichen Deutsch. Dafür bürgen die Namen der Uebersetzer: Elias Auerbach (Haifas, Emil Bernhard-Cohn (Berlins, Julius Galliner (Berlins, Cally Gans (Berlin), Benno Jacob (Hamburg), Emil Levy (Berlin), Ludwig Levy (Brünn). Seligmann Pick s. A. (Berlin), Georg Salzberger (Frankfurt am Main), Hermann Schreiber (Potsdam), Cäsar Seligmann (Frankfurt am Mains, Max Wiener (Berlin) — dafür bürgt aber auch der Name des Redaktors, Professor Tr. Torczyner von der Universität Jerusalem, der die einzelnen Teile zu einer stilistischen Einheit zusammengefügt hat. So wird diese Uebersetznng die unvergleichliche Schönheit und Großartigkeit der Heiligen Schrift uns aufs neue nahebringen. Damit wird erreichtwerden, daß die Bibel nicht nur bewundert, sondern auch gelesen und immer wieder gelesen wird. Auch die Ausstattung wird allen Ansprüchen genügen. Tas Buch wird in einer edlen Antiqua auf holzfreiem Papier gedruckt und in ein schmiegsames Leinen gebunden. Reben dieser allgemeinen Ausgabe wird eine Anzahl von Exemplaren aus handgeschöpftem Bütten in Halbleder handgebunden und vergoldet, die den Mitgliedern zum . Preise von 20 RM zur Verfügung stehen. Wie alle Veröffentlichungen der JBV. so wird auch die Bibel nur an Mitglieder abgegeben. Interessenten erhalten nähere Auskunft der der jüdischen Buchvereinigung. Berlin W 15. Pariser Straße 7."- Ob es allerdings sehr zeitgemäß ist, eine Bibeläusgabe auf „handgeschöpftem Bütten in Halbleder und vergoldet" herauszugeben, lassen wir dahingestellt. Dialir-LiLeratrrvpreiö. Der bekannte deutsche Zwmst Salman Schocken, der sich jetzt definitiv in Palästina nicdcrließ, hat einen Bialck-Preis in Höhe von 800 Pfund jährlich für hebräische'Schriftsteller gestiftet, die eine Dichtung oder eine Abhand, lung über jüdisches Denken oder jüdische Forschung verfassen. Tie Preisverkündung wird jährlich am 21. LammuS, dem Todestage Chaim Nachman Stallte, stattsinden. v, Ziegel verläßt Deutschland. Wie die ..Deutsche Zukunft" mitteilt. verläßt, der bekannte Schauspieler Erich Ziegel, der seit achtzehn Jahren die Hamburger Kammcrspiele leitete und &em Frühjahr 1033 der Jntcndanturposten des Staatlichen Schauspielhauses in Berlin angeboten worden war, Deutschland, und wird die Direktion eines ^Wiener Theaters antreten. Die Gründe für sein Scheiden — heißt es in - dem „Abschied von Erich Ziegel" übcrschriebenen Artikel in der.,,Deutschen Zukunft" — sind persönlicher Art. Sie^ liegen aus der gleichen Ebene wie die, die Albert Baisermann veranlasstcn, von der Bühne abzulwlcn. Ziegels Gattin, Mirjam Horwitz, die in Deutschland nicht mehr auftretcn darf, hat ein Engagemem naa] Wien abgeschlossen. Briefe von Jakob Wassermann. Frau Maria WafjcxmanlHttarIlveiß bittet als Verwalterin des literarischen Nachlasses deS Dichters alle. Empfänger von Briefen Wassermanns, ihr diese für kürzere Zeit zur Abschrift zu überlassen. Tie Originale der Briese werden den Empfängern unbeschädigt zurückgegeben. ohne deren Einverständnis keine BeröPrulichung vorgenommen wird. Man bittet, die Br.ete eingeschrieben an Frau Marta Wassermann-Karlweiß, Altaussee, Oesterreich, zu senden. Professor Eugen Spiro ist nach einer mehrmonatigen Studienreise an der spanischen Küste nach Berlin zurückgekchrt und eröffnt am 20. August wieder seine Mal- und Zeichen schule. KÄMEST für 5695 Der Kalender des Jüdischen Frauen« bundeS 5695 bringt unter dem Thema jüdische Buch" interessante Illustrationen ZU äolischen Texten,-die in der Maimigfattigteü: mre Anssührungen beweisen, wie die vcrschiedciPci Techniken im hebräischen Schrifttum Eingang g' funden hatten. Neben den auSgewähltcn ^llu'tra tionen sind es vor allem die aus der tzioiimc Literatur entlehnten Textstellen, Sprüche uiw o - dichte, die den inhaltlichen Wert geben. ~tc! Wochcnkalender, der in keinem jüdischen fehlen sollte, ist durch die Geschästsstelle Jüdischen Frauenbundes, Berlin-Charlotlciwu g- Kantstraße 158, zu beziehen. Tie Buchhandlung „Kevcm", Merlin, gibt zum erstenmal einen A b r e i ß k a l e u o yeraus, der bürgerliches und jüdisches darium auf einem Blatt enthält und p?!“ i stündlich die Sabbat- und Festtags-Anfmig-. i m Ausgangszeiten, Sfirath-ha-Omer, Parschow, - rek sowie sämtliche Fast- und Festtage und feiern angibt. Ter geschmackvolle Wanddemi i wie daS Deckblatt sind von Lili Slolny gezem)

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