Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 29 (19.7.1934)
- Date
- 1934-07-19
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Es ist durchaus verständlich, wenn in der jüdischen Presse nicht nur Deutschlands, sondern der ganzen Welt die Fragen, die das Gebiet unserer gesamten Kultur betreffen, heute besondere Beachtung finden, insbesondere die Frage, ob religiösmetaphysische.Heilsidcen den schöpferischen Kristal. bsationskern der Kulturen bilden. T,efe Fragen verdienen eine umso tiefere Würdigung. weil sie die Grundlage für die gesaunte jüdische Kulturpolitik der Zukunft geben. Darum ist ks von Wichtigkeit, nicht nur die eigentliche, die von Inden geschriebene und für Huden bestinnnte Literatur auf diesem Gebiete kennen zu lernen, sondern über diese Dinge hinaus sich all den literarischen Erschcinnngen zuzuwendcn, welche mit den Grnndprvblcmen unseres Leins uv Beziehung stehen. Man wird die außerordentlich schwierige Begründung einer Kultursoziologie der jüdischen Gcincinschast nur dann vornehmen können, wenn man weit über den Nahmen unserer Gemeinschaft hinaus all das prüft und würdigt, was an grundlegenden Studien in der wissenschaftlichen Welt auf dem gesamten Gebiete der Kultursoziologie geleistet wird. Die Frage, worauf sich geschichtlich gesehen die Hauptgesichtspunkte unserer heutigen Kulturbeweoung stützen, ist neuerdings in den Schriften des Instituts für Sozialforschung von Franz Borkenau in einem umfangreichen Werk „Der Uebcrgang vom feudalen zum b ü r g e rlichen Weltbild" (Studien zur Geschichte der Philosophie der Manufakturperiode) so aussnhclich behandelt worden, das; Borkenau weit über sein eigentliches Thema eine Sozial- und Wirtschastsgeichichte unseres heutigen Kulturscins gibt. Mar Weber hat in seinen bekannten Untersuchungen über die Protestantische Ethik und den Geist des Kapitalismus zum ersten Male einen unbestreitbaren Nachweis des Zusammenhanges zwischen religiösen Lehren und wirtschaftlichem Handeln gegeben. Wir lernen und schätzen auch die Versuche von Sombart am diesem Gebiete, namentlich insoweit das Judentmn in Betracht kommt. Das sind wertvolle, jede weitere Studie bedingende Anfänge, die insbesondere in der Lehre des heiligen Thomas von Aquino, die ja heute wieder zu einer ganz besonderen Bedeutung gekommen ist und der man sich gerade vom jüdischen Standpunkt aus für die Zukunst unbedingt mehr wird zuwenden müssen, eine Ergänzung und Erläuterung finden. Wir sehen doch immer mehr bei dem geistigen Umbruch, der. heute durch die ganze Welt geht, daß der Uebergang zu einer Neubildung der gesamten Gesellschaft im Gegensatz zu einer vergangenen Zeit alle diejenigen Grundlagen neu ausbaut. die bisher in der Geiftesgefchichte der Menschheit gegeben wurden. Es ist wahr — worauf Maximilian Bcckin dom Sonderheft „K u l t u r, Volk, Rasse. Leben" (Philosophische Hefte, Berlin-Wannsee) hrnweist —, daß jedes Volk feine Entstehung in vorgeschichtlicher Zeit an ein religiöses Geschehen knüpft und daß wir kein Volk und keine Kultur kennen, die ohne ein religiös-metaphysisches Zentrum ins geschichtliche Dasein getreten wären. Wenn aber mit dem Versiegen der religiösen Wnrzolkrast Völker und Kulturen untergegangen sind und wenn man ferner sieht, daß von vielen Versuchen, Mcnschonnmssen nur kraft einer verständigen Technik zu einer neuen Gemeinschaft zu binden, keiner zu einem Erfolge geführt hat, so wird man ein sehen, daß nur große leitende Gedanken gegenüber einem reinen Materialismus den Sieg einer idealistischen Auffassung allgemein verbürgen. Wenn in diesem Jahre ans Anlaß seines hundertsten Geburtstages des Philosophen Diltheh gedacht worden ist, so hat das nicht nur zum Grund die Erinnerung an einen bedeutenden Gelehrten. Vielmehr erscheint Diltheys Grundlage: das Sein des Menschen ist ein iinmer wieder kämpfendes Leben und ein lebendiger Kampf, in vertiefter Aufastung die Lösung vieler jüdischer Probleme der Jetztzeit zu bringen. Wir sollten aus Diltheh mehr lernen als bisher. Wer in diesem Zusammenhänge sich mit zwei kleinen, aber inhaltreichen Büchern: Arthur L i e b e r t, „Wilhelm Diltheh, zum hundertsten Geburtstage des Philosophen" (Verlag Mittler & Sohn, Berlin) und Julius S t e n z c l, „Diltheh und die deutsche Philosophie der Gegenwart" (Pan-Verlagsgesellschaft. Berlin-Eharlottenburg) befaßt, der wird die Ansatzpunkte kennenlernen. Er wird sehen, daß wir durch Betonungen und Berstcherungen uns selbst gegenüber allein nichts gewinnen. Nur die innere Vertiefung, d. h. das Suchen des Weges nach Erfassung derjenigen Werte, die uns wie die Geschichte und die Wirtschaftsgeschichte Ueberlegung und innere Schau gewähren. vermag über das Maß der heute vielfach beliebten Redensarten hinaus der jüdischen Gemeinschaft eine lebendige Zukunft gewährleisten. - Dem gleichen Zweck dienen auch die „B e r i ch t c zur Kulturu nd Z e i t g e \ chicht e", die Nikolaus Hovorka im Neinhvld-Verlag. Wien- Leipzig, herausgibt. Neuerdings ist dort ein Heft erschienen (Nr. 209). das sich namentlich vom katholischen Standpunkt ans mit den hier behandelten Problemen auseinandcrsetzt. Wir Inden können nur wünschen, daß zur Vertiefung unseres Seins alle die Anregungen Berücksichtigung finden, die auch hier im reichsten Maße gegeben werden. Ludwig Holländer mmm M IÜ0 n M deutschen Evangelischen Gesangbuches werden in eigenen sehr gründlichen Beitrügen behandelt. Israel und Kirche Christi. Hcrarrsgegeben bin Friedrich Seiler (Sonderheft der Zeitschrift „Eine heilige Kirche", Fortsetzung der Zeitschrift „Sochkirchc"), 1<>. Jahrgang, bis (j. Heft, Jnni 10:54. Verlag Ernst Reinhardt, München, Isabellastraste 11. Mit wachsender Teilnahme und Ergriffenheit v.ürd der gelehrte und auch ungelehrte deutsche Jude dieses reiche Heft lesen und sich zu einem teilbaren Besitz aneignen. Wir haben in diesen Blättern anläßlich der theologisch so ausnehmend klaren und zuverlässigen Salzburger Vorträge von Eril Pekerson „Tie Kirche ans Inden und Heiden" das Brodlern ausführlich behandelt. Wie es jetzt der tiefe religiöse Denker Friedrich Heiler — der Verfasser des bei Juden und Ehrislen gleichmäßig hochgeschätzten religionsphäiwmcnologischen Werkes hber „Das Gebet" — anpackt, verdient BcwnndesU"g. In einer Reihe von völlig terrdenzlosen, nur in leidenschaftlicher Liebe zu Gerechtigkeit uird Wahrheit in ihrern reinen, dialektisch „„verfälschiou Sirrn, wird hier von dem nnanslöschlichen gewaltigen jüdischen Element in den christlichen Kirchen gesprochen. Nicht etwa von obenhin, in hochtönenden. schrillen, gesteigerten - Behauptungen, sondern in subtilen, in keinem Fall in gelehrte Einzelheiten abglcitendcn Untersuchungen. Ter innige Zusammenhang zwischen jüdischer und chri'.tticher Liturgie ist nie so klar und erschöpfend dargestellt worden: Die christliche Kirche denkt und detet in Ansdrucksformen. die aus dem Judentum stammen. Ans Tempel und Synagoge stammen nicht nur liturgische Wechselrede als Form litur- Richen Gebets, Nesponsorien und Formelm wie Rmen, Hallelujah. Hosianna, sondern die Eottesdienstordnnng selbst, Aufbau und Geist der Gebete, die ganze Erscheinungsform des Gebetes in seinem 2nm und An-sich-sein (also phänomenologisch gesdrochen) ist jüdisch. „Stofs im einzelnen nr;d Stofs in der Anordnung des Äufbaue s. S t i lf o r m und Ritus jüdischer Liturgie haben auf die christliche Liturgie eingewirkt, ja, sind in sie über-, ja in sie e i n ge g a n g e n." .Das Alte Testament in der katholischen Liturgie", ferner die Psalmen als Vorbild des Erschütternd die Homilie von Superintendent Leonhard: ,.Das jüdische Volk in der Geschichte!" Jedes Wort, jeder Satz trifft in dieser großen christlichen Predigt gegen die modernen, ihrer R'eligion und ihrem Eignen abgewandten deutschen Juden. Allerdings fehlt die Antwort, die nur von derselben hohen Warte ans erteilt werden könnte und die aufdecken müßte, warum auch der Jude sich in den noch heute fortschreitenden allgemeinen Säklilarisiernngsprozeß des 19. Jahrhunderts verstricken mußte, daß ihm allein nicht Engeleigenschaften zngemntet werden dürfen, wie ferner in jenen Anklagen in theologischem Gewände der populäre Vorwurf wiederkehrt, daß wir Kauflente, Rechtsanwälte, Aerzte, Bankiers, Professoren. Richter, Lehrer, Künstler, Zcitungs-, Theater-, und Filmleutc geworden sind und unsere Kinder nicht Arbeiter und Handiverker werden ließen. Was jedem einzelnen Ballsgenossen der Uinwelt znm besonderen Verdienst angerechnet wird, das Aufsteigen aus dem Arbeiterstand in den geistig schaffenden Stand, wird einer weder ständisch noch staatlich organisierten Gemeinschaft, der 150 Jahre lang der Befehl zur staatsbürgerliche!; Assimilation eingehäunncrt wurde, als Kollektivschuld, als Herrschsucht und Amuaßung ausgclegt. Ein großer Teil des Heftes ist der judenchristlichen, missionarischen Frage gewidmet, „wie das Volk Israel durch. die Verkennung des Atessias seinem eigenen Gotte und mithin auch sich selber untreu geworden sei": so setzt Franz Mannheimer seinen bekannten Anssatz im „Hochland" (September 1931> in der neuen Anrede an Israel: „Israels Vollendüng in Christus" fort. In einem durch den Glanz der Sprache und die Eindringlichkeit des Wortes ausgezeichneten, von Heiler selbst aus dem Englischen übersetzten Vortrag spricht der englische geistliche Rcv. Paul P. Levcrtoff über „Die deränd crte Haltung moderner Juden gegenüber Jesus Christu 3"; er spricht von Claude Vor. allen; von Werfel? Drama „Paulus unter den Inden." Hier' überall nianisesticrt sich die neue Haltung, die au; besten an Bubers Ausspruch ans seinen „Drei Reden über das Judentum" beispielhaft gemacht N'ird: „ES war auf jüdischem Beden. iv>c> diese geistige Revolution (d. h. das Evaugelimu) in Flammen ansbraä; . . . Wir rnüssen die abergläubische Fnrclit überwinden. ,nit ivelcher ivir die Nazareth-Bewegnng angesehen haben,' jene Bewegung, die wir da cinordnen nn'issen, wohin sie ursprünglich gehört: „In die geistige Geschichte Israels." Wir haben den reieiien Inhalt des Heftes von Heiler noch nicht annähernd ausgeschöpft. Biele drängende Fragen, ebeusoviele unbefriedigende Antworten! Das eine bleibt sicher: Diese Jahre 1933 und 1934 können unter keinen Umständen, und was auch die völlig verhängte Zukunft bringen mag. in die wesenlose Bergangeuheit der jüdischen Geschichte znri'icksinken. Die Juden, die im Begriff waren, sich der Auszeichnung ihres geschichtlichen Schicksals zu entledigen, sind ohne ihr eigenes Zutun in den grellen Scheiiuverserlegel der Ereignisse geraten. Amor fati! Sie Liebe zum eigenen Ungemaä), um seiner Herr zu werden! Die deutschen Inden sind im Begriff zu lernen, was das heißt: Das Notwendige. linvcrincidbarc nicht bloß ertragen, noch weniger cs verhehlen, sondern es lieben. .Amor fati ist dafür die Formel, die Liebe znm überpersönlichen Schicksal, mn es zu überwinden! Bewußt werden wir uns dieses Schicksals, das uns vielleicht von dem vollständigen Ansgehen in den Böllern rettete, gerade durch den heiligen Ernst jener Kirchenmänner. die die Frage „Israel und die Kirche" mit so neuen Aspekten erörtern.' Friedrich Heiler hat auch bei den deutschen Inden durch das Gespräch, dnrchdas er von neuem in die ewige Disputation .tzrüschen Ekklesia und Synagoge eiugegriffen hat. den Blut znm eigenen Geschick gefördert. /Ute Legende Von S. Frug Grimmig, schaurig rauscht der Sturm, beugt die Bäume, brieht die Bäume — Wieviel Zweige schon geknickt, Wieviel Blätter abgerissen . . . In dem Brausen, in dem Brüllen seufzen, weinen tausend Stimmen — ach, mein Volk, mein Volk, wie furchtbar, eng und finster ist dein Weg! Grimmig,.schaurig, tost der Sturm — Was wird kommen? Lauter, deutlich wie von Ketten hör’ ich’s rasseln, weiss nicht, was der Klang bedeutet. Tausend Stimmen hör ich weinen aus dem Toben, aus dem Rauschen, eine alte süsse Weise höre ich den Sturmwind singen: „ln den alten, alten Zeiten war ein alter, alter König, ferne Triften, weite Lande hat beherrscht der alte König. Erz und Gold und Silberhügel, Diamanten. Berten berge lagen schon seit alten Zeiten in den Kammern des Palastes. Und mit starkem Schloss verschlossen war die Türe des Palastes. Oeffnen konnte man da» Schloss nur mit einem kleinen Schlüssel. Von dem feinsten, allerreinsten Golde war das Schlüsselchen angefertigt und sehr leicht konnte es abhanden kommen. Sicher wollte vor den Landen sein der König und er band an das goldne Schlüsselchen eine grosse, schwere Kette . . , Und nun mögen dich umtosen Winde, Stürme dich umheulen — Leb. mein Volk! Du bist der Schlüssel zu der alten Königslür. Zu der Tür von jenen fernen, weiten Landen, welche besser, köstlicher als Gold und Silber, Edelstein und Perlen sind. ' Zu der Tür von jenen grossen, lieben Landen, welche Lehre, Glaube und Erbarmen heissen. . Und nur, dass du nicht, mein Volk, Fürder sollst verloren gehen auf der Erde, hat der Schöpfer dich gekettet, dich geschmiedet an die grosse, schwere Kette. 'An die schwere Sorgeckette : hat der Schöpfer dich gekettet Zieh hinaus, mein Volk, so rief er: Mögen Stürme dich umheulen, Du wirst leben! Du musst leben! Nun, so geh, mein Israel, ü beug den alten, krummen Rücken, trag die grosse, schwere Kette. " £Atis dcis E?ä §22 MvM In seinen Ainnerfungen in den; gleichen H>'sk über das Dokmuent znm deutsch-jüdisihen Problem der Gegenwart, über Gerhard Kittels viel nr. ftfittene „Judensragc", erhebt sich Heiler zu uunigeru Bekennertum. Er liebt seine Ilebereiullimnuiug m!f Kittels Ansicht hervor, daß jeder Judeuclzri!! ein vollberechtigtes Glied der Kirel)e sei und mlirl iv■:! fort: „Trotz dieser '.veitgeheudeu llebereiu'tiun"---g legen nur die Selirist doch mit einen' Gesüln. oe - Schmerzes aus der Hand, weniger devhai'-. u"°' Kittel einzelne offensichtlich ungerechte Urtinlc mliu ,v B. über die jübisclien Aerzte, und gclcuei'l’'''!' auch demagogisciic Schlagworte nicht ver'chu'n''t'. als vicliuehr deshalb, ineil er als ueutestw.ueu!licver Fachniaun, ergriffen von einer übern,ä'.h'ligen Je'' strönumg, nicht mehr in,stände ist. den Sinn ^'s cln'istlichen Liebesgebotes zu verstellen und einer m, möglichen Interpretation desselben verfällt .... Israel ist ein G a st v o! l unter den Böllern, obergerade für dieses GaNvoll gelten die Wort-' des Herrn: „Jcli hin ein Gast (griechisch .Venös, d.!i. Fremdling) gewesen und ihr habt mich belierbergt--- Was ilir getan l>abt einen, unter diesen n,einen geringsten Brüdern, das habt ihr nur getan." Ad)" „D a s Buch der Z w ö l f" ist der dreizehnte Band von Martin Bubers Bibel-ilebertragnng und enthält die Bücher der zwött' sogenannten kleinen Propheten. Es ist nun weder notwendig, das Werk selbst jetzt, einige tausend und hn.ndcrl Jahre nach der ersten „Auflage", noch zu re-,en siercn, noch auch den Wert der llebertragnng. die Buber vor Jahren mit Franz Rosenzweig begonnen hat und nun allein zu Ende führt, vu, neuem zu tvnrdigcn. lind doch scheint es. als ob die Buber-Brbel de:: nötigen und verdienten 'lim klang gerade in der leiden Zeit imrner lveniger findet, als ob der Reiz des Neuen, der zuerst vorherrschte, schon der Furcht und der Abneig,:ng gegen alles Nene weiche, und als ob selbst die ein-- sichtigcn Betrachter sich nur ungern zu ihrer Einsicht bequemen. In Wirklichkeit spricht die Einsicht für Buber. Wer beispielsweise Luther vorzieht, tveil seine Bibelworte populär und sein Sprachrhhthmus gcläusig seien, dem ist nur zu antworten, daß auch Luthers Sprach)chöpsuug erst populär werden umßte. Wer das Original kennt..ivird trotz allem Widerstreben gegen das nur Ungewohnte lvohl in jebc:- Fall einer zunächst weit hergeholt und komplizierl erscheinenden Wendung schließlich zngeben inüiien. daß Buber richtig, genau, bis anis J-Tnpfcldlen erakt übersetzt. Und wer dann noch laut liest oder am besten Ludwig Hardt lesen hört, den wird auch der Klang gefangen nehmen, der dem Sinn en? spricht. 'Ikan muß sich wohl erst daran gewöhnen und man kann es ohne das Original rvohl nur bei Buber, daß das?llte Testament nichts Geistliche:- und kein Pasroreiibnch der neueren Zeit, sondern ein Geistes-Kvlvß ans der jüdischen Antike ist. Wer aber nur dadurch zu geuünnen ist. bau man es ihm leicht macht, der lese in diesem Bum der Zwölf das kleine Kapitel Jona. Es ist kürzer als eine Ballade von Schiller und schlichter, es n> so herzhaft anmntvvtl wie eine Ballade von Goethe und tiefer. Es ist groß und schön und gut. und Bubers Meisterschaft tritt klarer denn je darin zu Michael ^racukcl: „Jacob Bcrnans, ein .Lebensbild in Briefen", „Theodor Monn::- scn, Jacob Bcrnays und Paul .«Scysc". «Ml Bor zwei Jahren ließ Bl i ch a e l F r a e n l e l sein ausgezeichnetes Buch „Jacob Beruatzs. em Lebensbild in Briefen" erscheinen. Durch diese, ans den Duellen eines reichen Brief,oechsels cinfgebanle Veröffentlichung trat znm ersten Riale die Bersöiu lichkcit des großen Forschers und Gelehrten in. voller Plastik in die Erscheinung. Tie staunende Nachwelt erhielt ein (dnrch eine feinsinnige bio graphische Einleitung vertieftes) Clzaraktcrbild des trotz seiner wissenschaftlichen Bedeutung schlichten Rcannes. der — wie hm ul H c h s e sagt — „angesichts der ungeheuren Weite feintephilologischen Horizonts und der tief eindringenden Spürtrait. mit der er den feinsten historischen und philosophischen Problemen nachging" — als einer der größten Meister ans dem Gebiete der klassischen Philologie und Historie anerkannt ist. Deutlich trat ferner der lautere Charakter und die hohe Sittlichteit des Rtannes hervor, der wegen seines jüdischen Bekenntnisses. an dem er mit größter Treue und Hin- 'gäbe hing, in seiner akademischen Laufbahn bittere Enttäuschungen und Zurücksetzungen erdulden mußte, und der trotzdem seinen, deutschen Vaterland mit solcher Liebe zugetan war. daß er ehrenvolle Berufungen nach Paris und England ablehnte. Nunmehr hat M i ch a e l F r a c n ke l sein Buch über Veruahs durch eine Abhandlung „T h o v d o r M o m nt f c n. Jacob Bernahs n u d P a n l Heys e", die als Sondergabe ans den Sitzungsberichten der Preußischen?l l a d e m i e d e v Wissenschaften (philosvphisch-bistor,sehe Klasse) 1934 erschienen und von Professor Hdnard Norden der Akademie vorgekegt worden ist. ££? Ermumn i, rm Jahre 1854 cn die kam, wo-