Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 29 (19.7.1934)
- Date
- 1934-07-19
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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(k-V.-Ztg. hJümmer 2??luch die 2*>irtfcfjn*t fnmt Lildungsprobleme. Eie sind gerade in der heutigen Zeit für uns deutsche Inden und für den jüdischen Nachwuchs in Teutschland von besonderer Bedeutung. Tes- IkjT6 sei auch an dieser Stelle einmal von ihnen gesprochen, denn sic gehen Alte und Junge gleichermaßen an. früher gab cs auch für den jungen Juden vielerlei Möglichkeiten, seine praktische Ausbildung. die er in einem Wirtscl)astsbetrieb genoß, theoretisch zu vervollständigen oder aus andere Gebiete auszudchnen. Volkshochschulen, üniveri'itäftn. Handelshochschulen und vieles andere schufen die Basis hierfür. Ter Kreis dieser Möglichkeiten hoi sich erheblich verengert, nicht verändert hat sich aber der Bildungsdrang des jungen Inden, sein Streben über den engsten Arbeitskreis' hiuausschauen zu können, um zu wissen, wo und an welcher stelle der Gesamtwirtschaft er steht. Es wird zwar gerade seht im deutschen Judentum viel zur Schaffung von Bildungsmöglichkeiten getan. Aber es sind mehr allgemeine oder speziell jüdische Probleme, die hier erörtert werden. Es geschieht auch unsagbar viel zur Einrichtung praktischer Ausbildungsstellen aus wirtschaftlichem Gebiet. Umschichtung und Anlernung, aber wovon man weniger hört, das ist die Weiterbildung w i r t s ch a i t l i ch e r Kenntnisse und wirtschaftlichen Wissens bei jüdischen Lehrlingen, b ei jungen j ü d i - scheu K a u s l e u t e n und Handwerkern. Genuß ist es nicht leicht, die hierfür geeignete Form und den entsprechenden Ort zu finden. Man -kann z. B. die Frage auiwersen. ob die Möglichkeit besteht, den jüdischen Lehr hau fern wirtschaftliche Kurse gerade für die in der praktischen wirtschaftlichen Ausbildung befindlichen jungen Juden onzugliedern. Gewisse Ansätze, wenn auch nicht in dem hier gedachten speziellen Zuschnitt. sind schon mancherorts vorhanden. Biele werden sagen, das sei nicht die richtige stelle, und sie haben damit bis zu einem gewissen Grade nicht unrecht. Trotzdem wird dieser Weg nicht außer od)t zu lauen sein, denn dadurch kann Zersplitterung verrnieden und der Anschluß an vorhandene Bildungsmöglichkeiten gesunden werden. In Städten, in denen leine solchen Einrichtungen bestehen, kommt den G e in e i n d e n oder auch den großen jüdischen Vereinigungen die Ausgabe zu. Fort- und Weitcrbildungsmöglichkeiten für junge jüdische, in der wirtschaftlichen Praxis stehende Menschen zu schassen. Eine große Bedeutung hat in dieser Hinsicht auch die jüdische I u g e n d b e w e g u u g. die auf diesem Gebiet an ihren Iungens tüchtige "Arbeit leisten kann. Wir wißen aus eigener Erfahrung. uue ungern früher die Jugendbewegung an die juiteinatische Behandlung wirtschaftlicher Fragen herangegangeu ist. Es waren Probleme, die man nur aus respektvoller Entseruuug oder unter weltanschaulichen Gesichtspunktcu anziisaßen wagte, denu das Wiüeu um die Gesciiehniüc in der Wirtschaft galt vielen als nicht „hoffähig". da es sieh nicht ganz mit dein mehr oder weniger idealisierten Zustand in llebercinstilnmung bringen ließ, den inan sich in manchen Kreisen der Jugendbewegung und besonders auch der jndijäten Jugendbewegung von dem Zufauuueulebeu der Menschen ausmalte. Tas hat sich ja Gott sei Tank schon seit cinigei'. Jahren geändert, und Heerte steht die jüdische Jugend schon durch den Zwang der Tatsachen vor der Erfordernis, sich mit diesen Dingen beschäftigen zu müssen. Das gilt nicht nur kür die Frage der Berufswahl, sondern auch darnach für die geistige Untrrftützung im Berus. Aber in der Jugendbewegung wird die wirtschaftliche Arbeit, in dem hier ausgezeigten praktischen Sinne, niemals so in den Vordergrund treten können und dürfen, wie dies heute notwendig geworden ist. Ta tritt an den j ü d i s ch e n Kaufmann eine besondere 'und nefie Ausgabe heran. Im Beruf ist die erste Stätte, wo der junge Mensch auch die tiefere Grundlage für das Berständnis wirtschaftlichen Geschehens bekommen kann und bekommen soll. Je kleiner der Betrieb ist, desto individueller kanu diese Aufgabe gelöst werden; je größer er wird und je mehr Lehrlinge beschäftigt werden, desto leichter ist die Form zu finden, in der sie gelöst werden kann. Denn daim sind meistens zur Unterrichtung nicht nur mehr geeignete Kräfte im Betrieb, sondern der Unternehmer selbst hat and; einen größeren Ueberblick. um die wirtschaftlichen Vorgänge außerhalb seines Geschäfts erläutern und verständlich mad)en zff können. Diese Arbeit, die über die ordnungsgemäße Ueberwachung der Lehrlingsausbildung erheblich hinausgeht, erfordert Opfer an Z e i t. Aber sie können und müssen gebracht lverden im Interesse des Nachwuchses, der ja in Zukunft das deutsche Judentum tragen soll. Schon in früheren Jahren hat es viele Unternehmen gegeben, die in ihrem eigenen Interesse zur Ausbildung tüchtiger junger Fachkräfte solche Wege gegangen sind. Andererseits wissen wir aber and;, daß nicht jeder Unternehmer in der Lage ist, wirtschaftlichen Anschauungsunterricht 311 erteilen. ohne daß er deshalb ein schlechter Kaufmann oder ein ungenügender Lehrmeister in seinem Betrieb zu sein braudft. Gerade deshalb haben wir oben aud) die anderen Stellen erfvähnt, die unterstützend, helfend und organisierend eiifgreiscif können. Sie alle sollten mit dem Kaufmann zusammen arbeiten nnd Möglichkeiten sud)en, um der theoretischen und praktischen Weiterbildung unseres jüdischen wirtschaftlichen Nachwuchses in Deutschland neue Wege zu weisen. Das ist ein großes Stück Arbeit an der Erhaltung und Weiterbildung des dcutsd)en Judentum?. H. W-l. Facharbeiter-Nachwuchs Tor Aufruf des Führers der Wirtsdjaft für eine Wiedereinordnung der älteren, verheirateten Erwerbslosen in den Wirtschaftsprozes; mit Hilfe eines Austausches jugendlicher Arbeitskräfte gegen ältere verheiratete Arbeitslose sei. so wird nach der Tagespreise rnitgcteilt, verschiedentlich mißverstanden worden. Es seien nämlich teilweise auch jfigendliche Fa char beiter und F n ch l e h r l i n g e ausgefordert wordeu, ihre Arbeitsplätze für ältere Erwerbslose sreizumacheu. Gegen diese Einbeziehung des Facharbeiternachwuchses in die Austaiischaltion spred)e die Tatsache. daß bereits jetzt in mehreren Wirtschaftszweigen ein ausgesprochener Fad;, a r b c i t c r m a n g c l bestehe. Die Heranbildung ausreichenden Facharbefternachwuchses sei eine wichtige Aufgabe für die deutsche Wirtschaft. Ter erwähnte Appell habe ausdrücklich erklärt, daß der unentbehrliche N a ch - wu ri; 5 der Facharbeiter gesichert bleiben müsse und das; i n s b e s 0 n - d e r e keine guten jüngeren F a d; - kräste dur ch n n g e i g n e t e andere Kräfte ersetzt w e r d e n dürfen. Hieraus ergebe sich, daß es fiel; bei der Auswechslung im allgemeinen um ungelernte Arbeitskräfte handeln müsse, die für eine gewisse Zeit in der Landhilfe oder im freiwilligen Arbeitsdienst ihre Pflicht erfüllen könnten. Lehrlinge und Ansgelernte könne man nicht in die Austauschoktion nehmen. Ergsn Ksn!Men;k8Ws mit yMHss und WarUMlichm mm Ter Stellvertreter d e s Führers der NSDAP hot folgende Anordnung erlassen.-. ..Unbeschadet der grundsätzlichen und im Programm der NSDAP verankerten sd)affm»g eine« gesunden Mittelstandes halben Kämpfe zwischen einzelnen Einridstungcn der deutschen Volkswirtschaft zu unterbleiben. Wegen Zugehörigkeit zu B c r b r a u ch e r g c n 0 s s e n s ch a f t e v darf kein Parteigenosse oder Volksgenosse angegriffen oder benach - teiligt werden. Tie gesclMliche und die Mitgliederwerbuug der Verbrauchergenossenschaften wie auch die Werbung des Einzelhandels hat sich jedes politischen, w c l t - anschaulichen oder kämpferischen Einschlages zu enthalten." Aas druM-vliWineMSe Transfer- WlLKMen Nach dem Bericht der Haavara Ltd., die die Abwicklung des deutsch.palästiuensisdM Warcn- Transstra'bkommens ans palästinensischer Seite bcforgt. betrugen, wie aus Haifa gemeldet wird, bis 1. Juli 1984 die Eesamteiuzahlungeu auf Sonderkonto I 4,93 Mill. NM. ans Sonderkonto II 1.01 Viilk. RM. Tie Summe der Trausfermeldungcn in der Zeit vom Abschluß des ersten Abkommens im Herbst 1938 bis zum 17. Juni belief sich auf 3.18 Mill. Di'JJi. Außerdem wurden 1.05 Mill. AM Zum Transfer über die drei hierbei zugelassenen Pftanzimgsgcsellschaften Harwtea. Jaffa Plantations Ltd. und Nir angemeldet, wodiird; sich die Gesamtsumme der Transsermeldungen nach, Abzug kleiner Stornierungen auf 4.13 Mill. RM erhöht. Tie Abwicklung dieser Transfergesd;äfte habe also einen verhältnismäßig großen Umfang angenommen. Sie sei and; materiell befriedigend verlausen. Klagen seien allerdings in letzter Zeit darüber laut geworden. das; die "Abwicklung der Geschäfte bei der Haavara zu langsam erfolge. Arbeitsbeginn der F. W. r. Ter Aufsichtsrat der F. W. I. trat zu einer konstituierenden Sitzung zusammen. Zum Vorsitzenden wurde Herr Ministerialrat a. D. Tr. Otto Hirsch, gcschästssührendes Vorstandsmitglied der Reichsvertretung der deutschen Juden, zum stellvertretenden Vorsitzenden Iustizrat Dr. Julius B r 0 d u i tz. Vorsitzender des Central- Vereins dcntscher Staatsbürger jüdischen Glaubciis. gewählt: ferner gehören dem Aufsichtsrat. nock; die Herren Tr. Leo L ö w c n st ein. Vorsitzender des Rcichsbuudes jüdischer Frcmtsoldatcn. Tr. Siegfried M 0 s e 2 . Vorsitzender der zionistischen Vereinigung für Teutschland. Direktor Heinrich Stahl. Vorsitzender des Vorstaiides der Iüdiickieu Gemeinde zir Berlin, cm. Tie _ Geschäshssührung erstattete über die Tätigkeit der Gesellschaft in Berlin iiiid im Reich in den ersten Wochen ihres Bestehens Bericht. In den einzelnen Arbeitsgebieten der Gesellschaft (Wirtschaftsberatung. - Grundstücks- und Hypothekenwescn. Verwertung und Betreuung von Unternehmungen, treuhänderisches Inkasso, Revisionen von Mischen Organisationen und Körperschaften) wurde die Arbeit ausgenommen und die Bearbeitung zahlreicher Elnzelfalle ubernominen Ter weitere Aiisban der Arbeit der F. W. I. wird in enger Zusammenarbeit mit allen zuständigen Stellen. und jüdischen privatwirtschaftlichen Kreisen erfolgen. Der „Deutsche Mittelstand", offizielles Mitteilungsblatt der amtlichen Berussvertretungen des gewerblicheii Mittelstandes im rhein-maunschen Wirtschaftsgebiet, veröffentlicht, wie die -,.F. Z." berichtet, in Nr. 13 vom Juli 1934 eure umsaiigreiche Liste unter der Ueberschrift „I ü d i s ch e F irmeu im Bereiche der Ortsgruppe Altstadt Frankfurt a. M." Neben den Namen uiid Auschriften voii Firmen wurdeii auch die von Aerztcn und Rechtsanwälten mitgetcrU. Ein Kommentar zu dieser Aiifzählung. die mehr als eine 'ganze Seite in Ansprch iichme. werde von dem Blatt ntd)t gegeben. Tie D e u t s che A r b e i t s f r 0 n t hat. wie die Zeitungen berichten. seitgestellt. daß nur etwa i\5 Prozent der H a u s g e h i l f e n bislser einen regelrechten Urlaub bekommen. Tie ..Fad)sd;ast Hausarbeit" spridst die Erwartung ans. daß diese Frage im uäd)steii Jahr von ben Treuhändern geregelt werde. Als Beispiel weist man aus Ebers- - waldc hin. An 1500 Hausfrauen des Kreises erging ein Schreibeii. in dem der Krcisverwalter sie aussorLerte, der Hausgehilfiu einen vernünftigen Urlaub mit Verpflegiiiigsgeld zu gewähren. Es toiiute dabei das Ergebnis erzielt werden, daß 1300 Hausgehilfiu erstmalig ihre Urlaubsreise antreten. Ter e i ch s v e r b a n d d e s d c u t s ck) e n Ta p e t e ii h a ii d e l s vcraiisialtet vom LI. bis L3. Juli seine Iahrestagiiug in Frankfurt a M. Tiefe Tagiiiig soll sieh zil ctixcr Kundgebung deS geeinten Tapetenhaiidels gestalte::. Ter Reichsernähruugsniiuisier hat eine Verordnung über die Preisfeststelliing und die Einreihung von 's ch l a ch t v i e h in Schl ach twertt la iien ^auf der: Viehgroßmärkten erlassen, die für die 33 Schladstviehmärtte gilt, die den Beschränkungen nach deni ..Gesetz über den Verkehr mit Tieren und tierischen Erzengiiisseii" vom 25. Btärz 1934 unterliegcii. Ws dM NeWMrswvd Um allen Mißverständnisjeii vorzubeugen gibt der Reichseriiähriingsuiinister über die Zligehörigleit zum Rcichsiiährstand nodpnals bekannt: I. A ii s s ch l i c s; Lid; z u m llt c id> s u ähr - st aii d gehören 1. Betriebe, die nur Landhandel im Sinne der Tritten Verordnung über den vorläufigen Ausbau des Reichsnährstands vom Ul. Februar .1934 betreiben. Tiefe Betriebe sind in der öffentlichen Aufforderung des 3ieickisbauerns>ihrers vom 2.5. Iiini l!>34 verzeiämel. 2. Betriebe, die neben dieiem Laudhandel in unerheblichem Ntaße andere Waren, uue z. B. Tee. Kaffee. Salz oder Putziliittel. vertreiben. Tie vorbezeichneten Betriebe haben sich e>,tspre<stend der ösienHiehen Aufsordernug des Reichsbaueruführers vom 25. Juni l934 lediglich beim Rhuehsnährstand anznmelden. ll. Nicht z u m R e i eli s n ä h r st a 11 d gehören solche Betriebe, die neben anderen Waren mir in unerheblieliem Via sie Landhandel betreiben. Tieie Betriebe braudien sich beim Reichsnährstand nielit nnzmnelden. I II. S 0 w 0 h l z u m Re i dü n ii h r « fl and a! s a n ch zu einer etwaige n a u d e r e n Standes- oder B e ru f s v e rt r e t u n g gehören jold;e Betriebe, die in nicht unerheblichem "Maße sowohl Gegenüände des Lmidhandels wie auch andere Waren inliren. And; die''e Betriebe haben siel; beim Reichsnährstand anznmelden.' Ob and; eine Amneldiing bei einer etwaigen anderen Standes- und Beruisvertretung uotweudig ist. rickstet sid) nach deu hierfür gelteudeu be'oudcrcu Borschriften. Entstehen hieruacl; bei einem Betriebsinhaber Zweifel, ob eine Anmeldung zum Reichsnährstand uvtivcudig ist. so empfiehlt es sid; mit Rücksicht ans die in der erwähnten Verordnung vorgesehenen hohen Strafen, die Anmeldung beim R e i ch s n ii l; r st a u d v 0 r s 0 r g I i ch vorzu nehmen. Die DariehrlsZsssen V.'it diesem Artikel beenden wir zunächst die Artikelreihe über jüdische Wirtsel^iftsorgauisationen in Teutschland. Wenn sid; in diesen Wochen der Tag zum zehnten Male führte, au dem die Jüdische Tarlchustassc in Berlin ins Leben gerufen uuirdc. so zeüst schon diese Tatsache, daß es sich hier nidst um eine Eiurichturig der Krisen- oder letzten Notzeit des deutsd;en Jndentums handelt, sondern um eine Organisation, die in den Jahren nad; der Inflation dem Wlederaufbon des jüdischen Mittelstandes und seiner kreditmäßigcn Unterstützung dienen sollte. Im Laufe der Jahre entstanden nad; dem Vorbild der Berliner Larlehnskasse auch in anderen größeren jüdischen Gemeinden bzrv. Gemeindebezirken ühnlid;e Institutionen. Tie Umschichtung, die im Lause des letzten Jahres im deutschen Judentum erfolgt ist. hat and; die Tarlehnskassen vor neue und erweiterte Ausgaben gestellt. Ihre Z a l; l hat sich iu dieser Zeit etwa v e r vier» fad;t. so daß es heute im Teutsd;cu; Neid; etwa 7 0 j ü d i s d; e Tarlehnskassen gibt, in denen ein Kapital von e t iv a s über einer M i l l i 0 n M a r k investiert ist. Tie Organisation wurde zentralisiert und st;stematisd; ausgebaut. Bon der Zentralwohlfahrtfteüe der deutsd;en Juden und dem Preußischen Landesverband jüdisöjer Gemeinden wurde gemeinsam die Zentralstelle für jüdische Darlehns^ k a s s e n e. A., Berlin, gegründet. Sie fungiert als Spitzenorganisation der jüdisd;en Tarlehnskassen in Teutschland. Tas ist auch finanziell von großer Bedeutung, denn die Zentralstelle kann den Trts- bzw. Bezirksdarlehnskassen einen gleich hohen Betrag als Kredit zur Verfügung stellen, wie ihn die einzelnen Gemeinden oder Gemeindeverbünde als Eigen kapital ausgebracht haben. Für den von der Zcutralitellc gewährten Kredit haben die Gemeinden die Bürgsd^it zu übernehmen. Wichtig und für die Tarlehusnehmer von Bedeutung ist, daß die Anträge d c z e n t r a l i s i e r t in den einzelnen Tarlehnskassen bearbeitet werden, also nicht etwa an die Zentralstelle nach Berlin zn ridften sind. Was i st die Ausgabe der T a r lc hnslassen? Diese Ausgabe hat sich im Laufe des letzten Jahres ein iveiug gewandelt. Stand früher die Entlastung der Wohlfahrtspflege und damit der Gemeiudcetats im Vordergrund, so fungieren d>e Tarlehnskassen heute vor allem als die Stellen, die K l e i 11 k r e d i t c ans w i r t s ch a f t l i ch e r Grundlage vergeben. Es ist selbstverständlich, das; dabei der soziale Gesichtspunkt nicht außer acht gelassen wird. Ihre Arbeit muß aber dem Grundsatz der Wirtschastliästeit entsprechen. Sie Tarlehnskasscn arbeiten nach kaufinännisäien Richr, linicii. d. h. sie prüfen die einzelnen Tarlchnsgesuche nach der Kreditwürdigkeit des Antragstellers — Darlehen werden grundsätzlich nur für produktive Zwecke (also nicht etwa zur Schuldentilgung usw.) gegeben — sie untersuchen die Sicherheiten. die der Tarlehusnehmer zu stellen iu der Lage ist (cs werden n n r g e s i ch e r t e Tarl e h e u vergeben) und sie eutscheideu dann, ob eia Kredit gewährt werden soll oder i,uhl. Ter H ö ch st b e t r a g i st 1 0 0 0 M arl. der Turclischnittskredit stellt sich aus 5-30,; Marl uud die äliüdzalstuug des Tarlehns hat in der tliegel innerhalb von Zivölf "Monaten zu erfolgen. Ter greis der Kreditnehmer — zurzeit etwa 5noo — hat sich naturgemäß im Lause des letzten Jahres nicht micrhedlid, erweitert. Zu ihnen gehören neben Handwcrteru. Kausleuteu und kleinen Industriellen auch Akademiker, denen ans diese Weise eine Umsieilungshilse geivährt lverden konnte. Tie Darlehen dienen dem Zweck, im jiibiiri'm Mittelstand in Deutschland seGstimdige Eriiieupu zu erhalten bzw. deu Neuaufbau von solchen. son"R für die Ankunft ein wirtschaftliches Arbeiten aussichtsvoll crscheilit, zu unterstützen. Es handelt iic) dabei um eine Art g e n v f f e n s *1; as! Ii rlifr S c 1 b st Hilfe, die gerade heute von beioiide^ Wickstigkeit ist. Ans diesem Grunde wird auch md den weiteren Ausbau des Tarlelinstasiemietze-- un* ans die finanzielle Stärkung der einzelnen üusstr großer Wert gelegt. Ta-> gilt vor allein and! für die Bezirksdarlehnskanen. deren Leistunassälvgk-'r wäd;st. je mehr Gemeinden in dem betrefteiuVu Aezirk durck; ihre finanzielle Beteiligung;n d>w -Türknng der Kassen beitragen. L'on wel'cher Beaeni'u'a ein derartiger Ausbau der Tarlelms'iiiieu in. eraiV siel; auch daraus, daß der de'- Zeiitralstelse "Beri-ch:.' vorlieaeii, nad; denen aus Vtaugel an manches berechtigte Tarleimsgeiuch abgeledut werden mußte. Tie bei den Tartehustasieu ■? leistete Kleinarbeit hat eine so große Bedeinuug i>n die E r i st e 11 z s i ch e r u n g d e s i ü d i s rit r u "M itteIsta n d e s in T c n I s d; I n n d in:5 dauni des deutschen Jndentums überhaupt, daß inan!;l!r wünschen kann, daß alle in Frage kommende!! östeHen — vor allein aber die jüdisclien Geu>eind>ui iell'ii - dazu beitragen, um dieses Werk der Solidariia! der Selbsthilfe weitestgehend;u fördern uuo a':ol für die Zukunft zu sichern. Tas ü^! 'N-ch n" Interesse der Gemeinden, denen dadurch eu'",un'- eine zusätzliche Belastung st;res tzöcbl'ali'i-rei.it-- erspart inid andererseits uianetier lomt verlöre!!' gehende Steuerzahler erhalten werden kann. Ter Zenckrülvertzanb jüdischer Haiit" tvcrkcr Tettischlnikdo c. V., die seit M Jahren bestehende, über niehrere tausend Vliiglieder >nw fastende Organisation des indischen >oaudioeeier. standes, hat auf einer nnßernrdeutliichei! Titznng I>o sdstosteu. seine praktischen Ersa'nrniigen nir die Turdstührung der rvichtigen Ausgaben euizuie'SN. die ans der;virtsd;aftlichen Einordnung des deutschest Jndentums in einen anderen wirtschaftlichen Leteust ranm und in produktive Berufe erivachsen. Zuuoäft rvird ein Ausbau des Zeutralverbaudes vorgetelieu. der iu Zukunft auch die Gesellen und Lehrlinge :unsassen urid deu haudiver!liehen "Raeluiuielis betreueui soll. Ferner soll ein Ermittlungsdienit iür b'v besseren Ausgleich des jüdiielieu "Aibeitsu'arlies n> Deutschland in Zusammenarbeit mit den st'üdisch-" -lrbeitsnachweisen Sorge tragen. Als nüchtigllcr schloß ist jedod; die Forderung des Zentralverbandes aiizusehen. die sieh ans Einrichtung eines Handiverker- Dezernats bei der Reid;svertretung der deutsche" Juden richtet. Tas Dezernat soll dem Zentrall verband übertragen werden, der alle das Haudiver' m Gegenwart und Zukunft betreffenden Frage" iad;verständlg bearbeiten wird. .. . vHuait crichelueiwe rorgan ves;uvischeu Arittelstondes. beschäftigt sich in I . Juni-Nummer mit den Struktuiwaudlungeu, di rnnerhcitb des wirtschcifttichen und sozialen Kc tstdischen Gemeinschast Deutschlands voll;: .nechtsanwalt Heinrich Stern erl iutert den „ der wirtschaftlichen tzleuordnung" Dr. Paul E stein erörtert den ..Gristenzautbail" und seine: 'rl'biten. rnd namhafte Sachkenner widmen ^stst'vlgebieten wie Wirtschaftshilfe Venn schrchtnng. Arbeitsvermittlung usw. Das Heit Volt weiterhin Derbandsnachrichtcn. die für d> Iciligtcn Kreise von Wert sind. j I r c t l C C! I I II b c fl b ti ];■ d, V d. sch 4. vtz^ kb> Erde: her iibc r>n svi En ihr dabet sta nic MI Asti die Si svi Ai di li rg 5K X I