Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 28 (12.7.1934)
- Date
- 1934-07-12
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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w. 28 Beiblatt iiudmi O '4-- F uie ju Von Dr. V/era-Rahel Levin Die 3cit des ausgehenden Astittclalters, die Jahrlumderte zwischen den Erschütterungen der!lre»z;»gs,;eit nnd der Reformation, tragen die Zeichen von Untergang nnd 3cenbildung, die solche llebergangsperioden charakterisieren. Tie Kirche, i,t den Kreuzzügen von größter lRacht nnd Auto^ rität. noch einmal siegreich in dem großen Ringen mit dem kaiserlichen Rivalen, dem Ltnnscnkaiscr Friedrich I!., sielst sich einer amvachsenden Oppositiensdewegnng in den eigenen Reihen gegenüber, der sic teils mit Blut nnd Schwert, wie im .ttnmpi mit den Albigensern, teils in den großen .ewiizllsbeivegnngen des 14. und 15. Jahrhunderts zu begegnen versucht. Tas Kaisertum, das unter den lebten Stansenkaiscrn noch einmal großartigen Äiisschwimg genommen hatte, wird nach Bernichtung dieser Dynastie nur noch zu einer großen Fiktion. Ter universale Anspruch verkleinert sich zu eigensten Interessen der Kaiser. Titel und Mich werden zn 'Mitteln, die eigene HausmachL zu vergrößern. Ter Kaiser wird zum Territorialtierrn. Auch geistig trägt die Zeit die Zeichen der Auslosung, des Zweifels. Wirtschaftlich hatten die v.renzzngc einen starken Anstoß für die Entwicklung de- Handels bedeutet. Man war in engere Berührung mit den überseeischen Ländern gekommen, die Ltädtc. die an den großen Berkehrsstraßen lagen, na' neu einen ungeahnten Aufschwung, städtisches, nnd damit kaufmännisch-gewerbliches Leben blühte ans, wurde zum tragenden Faktor der Kultur und des Fortschritts. Beränderte sich die Unnvelt, so konnte dieser Umschwung aus das Leben der Juden nicht ohne Piin'lns; bleiben. Tie Stellung der Juden in Tcntschland erfährt um das Jahr 1200 eine völlige Wendung. Jetzt erst beginnt die mittelalterliche Page. die für die Inden nicht mit dein 10., sondern erst mit dem 19. Jahrhundert enden sollte: die große Unsicherheit, die Unfreiheit, die Maßlosigkeit, das Unvermögen, festen Fuß zu fassen. '.Acht, daß um 1200 nun mit einem Male eine völlige Aenderung eintrat, aber es kündigen sich die Borzeichen schon jetzt an, und das Ende wird uni l.'.OO etwa erreicht sein. Ging in den anderen bändern. vor allein in Frankreich, der Druck, von eben aus. so in Teutschland von unten. Ter Kaiser, i»id bis Zinn begimrcnden 15. Jahrhundert auch die Ltädte, versuchten meist vergeblich, ihm zu ßeneru. Tie neuen Begründungen von Judenhaß und -Vertreibung treten auf, die bis in die Neuzeit hinein nicht mehr verstummen sollten. Das Ritualinvrdmärchen zlvingt neben der Beschuldigung der Vvstienschändnng seit dem ausgehenden 13. Jahrhindert die Gemüter in den Bann. Tas erregte Bell, von religiösem Zweifel und von Angst gequält, von Naturkatastrophen in Unruhe versetzt, suchte lind) einer Begründung des Unheils, und der Klerus erleichterte ihm die Ablenkung. Tie Bersolgungen häufen sich, die Vertreibungen ziehen sich, oft ohne Atempause, durch das 13., 14. und 1.',. Jahrhundert. 1298 werden die Judengemeinden Bmierns und Oesterreichs unter dem Vortvand der vvslienschändnng dezimiert. 1337 durchziehen die fanden der Armleder das Elsaß, Franken und Schwaben, uni Rache für den Tod des Heilands ö„u nehmen. Ten Höhepunkt erreicht das Grauen Zlrr Zeit des Schivarzen Todes, der die Menschhert mit schüttelndem Entsetzen erfüllte, ungezählte hinwegraffte, die Menschen zn höchster V-htase führte. Tic Reaktion ging gegen den imier-en Menschen, gegen die eigene Sündhaftigkeit. wie 'ei den Flagellanten, sic ging aber auch auf die ^110)0 nach dein Schuldigen, dem Anderen, dem Juden! Waren diese Verfolgungen überall furchtbar. so erlebten sie doch in Teutschland den Höhepunkt: denn hier war die allgemeine Lage der Bevölkerung am schlimmsten. Es half nichts, daß der Pipst die Inden Zii schützen versuchte, iiidem er daraus hinrvies, daß diese Seuche auch an Orten wütete, in denen keine Inden ivohiiten — innerhalb kurzer 3cit waren die jüdischen Genieinden Tcntschlarids vernichtet oder bis zn völliger Bedentnngslosigkcit verkleinert. Ans teilweise Rückwanderung folgten neiie Vertreibiingen: 1090 aus . Quedlinburg, 1418 aiis Trier, 1420 aus Blainz: Sachsen, Speyer, Augsburg folgen, 1446 werden alle Inden aiis der Mark vertrieben. Um die Wende des Mittelalters zur Neuzeit gab es außer Frankfurt und Worms in Teutschland kaum eure Stadt, in der sich eine nennenswerte Judengemeinde befarid. Tiefe Verschlechterung der Lage war ans der allgemeinen Unsicherheit, ans dem allgemeinen Wendel nnd Uebergang, ans der verzweifelten, Stiinrnnng des Volkes zn erklären. Ter Aenderung in der Halkrmg der Massen war die Aenderung in der Haltung des Hauptes der Christenheit vvransgegangen. Tie offizielle Haltung der Kirche hatte sich immer den Jriden gegenüber verhältnismäßig milde gezeigt. Jnnocenz III. aber führte zn Anfang des 13. Jahrhunderts eine neue Theorie ans, die z. T. vorn IV. Laterankvnzil in besonderen Bestimmungen erweitert und von Thomas von Agnino theoretisch sairktioniert wurde. Tie Juden seien durch das Verbrechen der Kreuzigung Jesu zn ewiger Knechtschaft verdammt. In diesem Z'.lstand der Knechtschaft allerdings müsse ihre Lage einigermaßen erträglich sein, da sie als lebender Beweis der Wahrheit der christlichen Lehre für die Kirche unentbehrlich seien. Die Bestimmungen deS Konzils führten znrn ersten Male die Absonderung durch das Jndenzeichen ein. das nach außen irnd innen furchtbare Folgen hatte. Verwahrlofniig des Aenßeren, der Haltung iriid der Sprack)e rvareii die Folge. Brachte in dieser Beziehung das Konzil eine völlige Neuerung, so nahmen die anderen Bestimmungen imr altes ans: Verbot allzu hoher Zinsen, inöglichste Absonderung durch das Verbot des Verkehrs mit Christen, Verbot der Zwangstalife, zugleich aber das Gebot, die freiwillig Uebergetretenen ans alle Art und Weise an einem eventnellen Rückfall zu verhindern. Zmn ersten Riale hatte sich in Jnnocenz III. ein Papst an die Spitze der jndenseindlichen Bewegung gestellt. Tie Stellung der Päpste im allgemeinen aber änderte sich nicht sehr. Wie immer schwankte ihre -Haltung zwischen Duldung, Schutz, gütlicher Be. kehrrmg niid strenger Sorge für die Durchführung der Konzilbeschlüsse. Ihre verhältnismäßige Milde steht im Gegensatz zu der zügellosen Wirksamkeit des KlcrnS. den Hetzpredigten der Bettelmönche, den Predigten eines Capistrano mu die Mitte des 15. Jahrhundert-5. die oft mit dem religiösen Svifi die ökonomische Konkurrenz, mit dem Widerstand gegen die Juden zugleich den gegen Kaiser und Obrigkeit zmn Ausdruck brachten. Wie verhielt sich die Obrigkeit,' die oberste weltliche Gewalt, zn den Inden? Aiich in der Stellung des Kaisers hatte das 13. Jahrhundert durch die Normierung der Kammerknechtschast eine Wandlung gebracht. Tic Inden bedeuteten für die Kaiser von nun an eine unerschöpfliche Geldquelle, schon dadurch, daß sic sich den Schlitz, den sic gewährten. Lener bezahlen ließen. Sie waren äußerst erfinderisch in bezug ans neue Stenernwglichkciten. 1042 kam zu den üblichen Abgaben livch der güldene Opfcrpfciinig hinzu. Tic Jiidcii waren aber aiich ein einträgliches Ver- Pfändnngsobjckt. Um einem augenblicklichen Geldbedürfnis abzuhelfeu, io,irden sie an Bischöfe, Fürsten und Städte verpfändet, das heißt: der Kaiser tauschte laufende Einnahmen gegen' eine einmalige Abfindiing. Zwar blieb der Gedanke, daß im Prinzip die Juden und ihr Gut dein Kaiser gehörten, daß dieser jederzeit sein Eigentum zurückfordcrn könne. Immer häiisiger aber gingen sic in den Besitz von Fürsten niid Städten über, ein Vorgang, der in der goldenen Bulle 1356 seinen vorläufigen Abschluß fand, in der den Kiirfürsten von Karl IV. mit dem Bergwerksnnd Zvtlrcgal auch das Jndcnregal verliehen wurde. Ulan beachte, daß hier die Inden in eine Reihe mit Bergiverk nnd Zoll gestellt, also als rein physikalische Objekte behandelt wurden. Damit gewann das Verhältnis der Juden zu ihrer Sbrigteit jenen unbestiiniiiieu unsicheren Charakter, wie er alle Rechtsverhältnisse des Mittelalters charakterisiert. Dazu kani die allgemeine Unsicherheit. Paßte es deni Kaiser, versprach er sich augenblickliehen größeren Geivinn, so geivährte er den Gläubigern der Inden Scimlderierlaß auf mehrere Jahre, gegen eine einmalige Zahlmrg an ihn. So 1085 der große Schnldentilgnngserlaß Wenzels, der mit etiva 85 Städten verabredet worden war. Wie Nächtig die Inden dem Kaiser ivaren, zeigt die große Sorge vor Answaiiderung. die sich in dem Schicksal Meers von Rothenburg, tu den Auswandernngsverboten Riidolfs von Habsburg aus- EitinmHiHiimnriuiiiiiiiumtnmiunmuimiinummmmmmuiimi Zum Tag der deutschen Rose Auch der zarte Sommerwind Weiss als Heiligtum zu hüten Hosenmutter, Rosenkind, Mütter, Kinder aller Blüten. Könnte wohl ein Dichtermund Kind und Mutter je vergessen, Diesen tiefsten Bruimengrund? Unerschöpflich, unermessen Quillt und schwillt der Liebe Flut Aus dem Seelendoppelbronnen. Und die Welt,wird göttlich gut, Fühlt Ihr dieser Ströme Wonnen! Arthur oilbergleit. Synagoge in Bünde i. W. Der Balken an der Ostseite trägt eingeschnitt die Inschrift: Johan Friedrich Buscher und seine Frau Anna Loise Büschem eine geborene Munstermann haben dieses Gotteshaus lassen bauen im Jahre 1815 den lOten Mey. a!II[l!H!l!llII!lI!llllI!l!Il!Illl!lllllllI[!!llIl!l!nilIIl!ll!ll]!llI!!!!IIIIill!l!llP spricht, der fürchtete, daß aus das Gerücht von einem Messias in Syrien eine große indische Ans- Wanderung einfetzen Mid ihn um eine ioichtige Einnahmequelle bringen würde. Ta die Inden vor altem in den Städten wohnten, interessiert die Haltung, die Bürgersciiast und Rat zu ihnen etimni)men. Im Verlauf des hier behandelten Zeitabschnitts hat sich die Stellung der Stadt zu den Juden grundlegend geändert. D'e Jahre der. Versolgnngen 1018/49 dringen einen Umschwung. Nach den großen Bersvlgmigen der Kreiizzngszeit spielten siel', die lüidifteu Bedrückungen niid Vertreibungen im 10. Jahrhundert weniger in den größeren Städten ab. Man findet vielmehr, daß von seiten der Bürger mW des Rats den Juden Zinn Teil sogar ivirlsauier Schutz geivährt ivnrde, Diese Haltung hängt mit der allgemeinen Städten Politik znsainmen. Tie Begründung, die Regensbiirg für seinen Schutz den Juden gegenüber gal>, ist keiiiizeichneud. Honorare civilalein: zur Ehre der Bürgerschaft. Zu dieser Zeit heslaud für die Stadt noch die Nvtivendigkeit. sich Bischöfen usw, gegenüber diirchzusetzen. gehörte also die Bersolgm-g der Inden mit zmn Eiiigrisf in ihre Rechte. Ter Stadt rvar von dem Stadtherren die eigene Gerichtsbarkeit gegeben ivvrden mit der Verpflichtung, Ruhe niid Ordnung in ihreii Mauern aufrechten-' erhalten. Widerrechtliche Beraubung nnd Mord cur Juden aber verletzte den inneren Frieden der Stadt. So protestierten die T tadle nicht so sehr gegen Tötriug der Juden au sich als gegen ihre Tötung durch den 'Mob „absque jiulicio". ohne llrteiGsprach. Ebenso gehörte der Sckiutz gegen Feinde n<vtj außen zu den Pflichten der Stadt il)reu Bürgern AMSöSS MsMgKsM Am 12. Juli 1934 wäre Amedeo Modiglinni 50 Jahre alt geworden; aber schon mit -"'6 Jahren ist er gestorben. Am 25. Januar 1920 folgte ein endloser Zug dein Targe ans den Cimetiere des Pere Lachaise. Es war ein elender, ausgemergelter Korber, der aus der Pariser Charite geholt worden war. Hunger und Tuberkulose hatten den Leib gefressen. Doch Modigliani starb nicht an Krankheiten. Gr war vom Stamme jener Künstler, die früh verbrennen, die an ihrem Genie, an ihren ungeheuren Forderungen, an ihrem Schaffen zugrunde gehen müssen; die, jung gestorben, das Werk eines tü'oßen, reichen Lebens hinterlassen: eine neue i'omst. mtverwechselbar ihr eigen. Aber die riesige Gefolgschaft hinter dem Ege wußte nicht, wen sie begrub. Biele von. ihnen sind inzwischen weltberühmt und reid) geworden: das; Modigliani vielleicht als einiger eine Bollendung der modernen Malerei gesunden mtd geschaffen hatte, ahnte man kaum. Es war der edelste und vornehmste Äensch der Pariser Bohmne, den man begrubdev Liebling jener bunten und glänzenden Welt, die aus Mont Aiartre und Mont Parnasse zwischen 1904 und 1925 hungerte, grndelte, malte, dichtete, neue Gebiete des enrobaischen Geistes, des.modernen Sehens niw Tentens schuf. Tort lebte seit 1906 zwischen Picasso und Utrillo, Eareo und Terain der junge Italiener, der aus Livorno gekommen war, das Auge noch mit Nenaissanceblldern und italienischer Klassik gesättigt, dem aber!eine innere Stimme schon sagte, da>; er nur w Baris das finden wird, was er braucht, Uni ein großer Dlaler zu werden: eine neue Art ^>es Tcnkclts, eine neue Kunst des Gehens. Kaum war Modigliani in Paris, begann jene Künstlertragödie, die sich nicht nur wie ein Roman anhört, sondern and) schon in Romanform erzählt worden ist, von M i ch e l George-Atichel in dem auch deutsch erschienenen Roman „D i e v v m 9)i o n t p a r - n a f s o". Ta streift Modigliani durch Paris, voll der Verse von Leopardi, Earducci-, d'Anmmzio, Shelley und Wilde. In der Tasche die Werke von Spinoza, den er nicht las, weil seine Mutter von der Familie Spinozas abstammt, sondern weil er in der harten Logik Spinozas die geistige Erfüllung feines k ii n stlerische n Bildens fühlte: den großen Stil der Fruhrenaisfance, die melodische Blonumentalität von Byzanz, die geometrische Größe der ägyptischen Kunst und die Alystik, die er wenige Jahre später in der damals in Paris neu entdeckten plastischen Kunst der Negervölker, besonders von der Elfenbeinküste, erleben sollte. Niemand, schreibt einer seiner Freunde, konnte an der Aristokratie seiner Sdchnheit vorübergehn. Als Modigliani also in diesem Paris te war die große Zeit des Jmpressioniss' vorüber.- neues wurde gesucht, van >gh und Eezanne hatten einen neuen l geschaffen, nnd wie anderen seiner Ge- -ativn wurde auch dem jungen Italiener zanne das Vorbild, aus dem neue eigene lilde hervorgehen sollten. Blättert man cd) ein französisches oder ein italienisches wk über Ncodigliani, dann fällt es nicht wer, seine geistige Herkunft auszuweisen, idigliani hat den Einfluß von Rousseau, utrec Rodin, Nlatisse, Picasso aus nächster he erlebt Er hat die neu entdeckte Negcrist verarbeitet, er hat von japanischen Ichnern gelernt, von ägyptischen und byzanischen Plastikern, er hat die herbe Kumt : Liennesen. die strenge Signorellis, die lstriiktive Gestaltung des Franenaktes durch Botticelli studiert und mit Inbrunst in sich ausgenommen. Und aus all diesen Elementen ist sein eigener Stil hervorgegangen. In kaum faßbarer "Schnelle ein Zeichner. Maler. Plastiker ganz eigener Art geworden, und selbst wer wenig von Ncalcrei versteht, wird Bilder von Modigliani sofort wiedeverkennen, wenn er nur einige gesehen hat. Denn alles, was Modigliani geschaffen hat, ist die Vollendung seiner Jngendahuung: wie bei wenigen Künstlern ist bei ihm. von Anfang an, im Unvollkommenen das Vollkommene vorgebildet. Nlodigliani ist ein Maler des Alenschen. Fast sein ganzes Werk stellt Veen scheu dar. Brustbilder. Akte. Brustbilder, Atte — so wiederholen sich seine Motive scheinbar ohne Variation. Er hat einige, wenige Aienschen immer wieder gemalt. Und doch ist jedes Bild eine ganz neue Schöpfung. Tiefe Frauen, deren Kops ans einem scheinbar zu langen Stengelhalse sitzt: diese sechmalen Blicke; diese kleinen, japanischen Münder; diese. ganz schmalen, gebrechlichen Frauenakte mit den vollen Brüsten: diese prolctarisierten. windschief sitzenden Männer nnd jungen Leute! Sie alle sind in rätselhafter Weise durchs i ch t i g. Sie blicken mit einer solchen ängstlichen Öfsenyeit auf uns, das; wir uns säst schämen, den Bildern ins Auge zn sehen. Alles Plastische des Gesichts ist zart, fast um sichtbar aufgelegt. Tie Haare hüllen das Gesicht ein. die Hände suchen sich zu verstecken. Tie Vollendung seiner Kunst fand Modigliani sd)ließlich in den Bildern seiner überzarten Frau, die dem katholischen Elternhcius entließ sich an diesen Äcann verlor und J^hn so liebte, daß niemand wagte, ihr seinen Tod zu melden. Aber während er begraben wurde, erfuhr sie es, und als die Freunde vom Pvre- Lachaise znrückkehrten, lag sie zerschmettert ans dem Pflaster des Hofes. Modigliani erlebte seinen Weltruhm nicht, aber er hatte einige Freunde, die an ihn unbeirrbar glaubten. Vor allem der polnische Dichter Z b o r o w skr. der, selbst arm. sich für ihn bncststäblich ansrieb, und als kein Kunsthändler mehr etwas nehmen ioollte. aus den Terrassen der Pariser Eases, der Rstckoude und der Eloseries de lilas seine Bilder feilhielt. Kaum war Bc'odigliaui tot. da brach wie mit Posauueustößeu sein Ruhm in dw Welt, und schon wenige Jahre später waren, seine Bilder von dem Markt versrliwnnden. So viele Zeichnungen und Bilder er immer wieder als ungenügend verbrannt Halle, es waren doch an 399 Bilder nbriggeblieben. Im. Nu waren sie wie weggefegt. Tie Ncuseen nnd großen Sammler rissen sich wie wild um diclo Schätze, nnd schon 1926, wurden Oelbilder von ihm mit 2-, 3-, 4- bis 599 990 Goldfrancs bezahlt. Italien und Frankreich streiten sich um den Ruhm, sein Vaterland zn sein, und docl; hat auch das Judentum seinen Anspruch. Als im Frühling dieses Jahres die erste große modiglianische Ausstellung in Basel stattland, wurde seine jüdische Herkunft besonders betont. Ju Teutschland zeigt die jetzt neu geordnete. moderne Galerie im Kronprinzen- Palais ein Bild von ihm, das für seine Kunst durchaus charakteristisch ist. I-'— xSt—r EckMMMn m LrMine Wrirfsn Tie Nnchvickit vom Tode der Lepensgerähvliir Björnltjerne Bjövsons vevanliißte mirl], die „Erinnerungen au Biörnson" wieder oorzunebme!!, die sich im Nachlaß meines Lnlels Mar Vombergev fanden, der dnrel» seine Ueperietznnq des „Arlnjot Gell ine" mit Björnson persönlich bekannt genwrdeu ivar. Daran knüpfte tuh sen dem Beginn des Jahres 19<>4 ein srenndichaiG lieber perlönlickier nnd literarilllier BeUel, r, der über die gemeinsam in Rom verlebten Ja!>'. >' hinaus bis zmn Tode des Ticstiers ungetrübt dauerte. Bear Bamberger hat — mit und o!)ne