Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 26 (28.6.1934)
- Date
- 1934-06-28
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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S- Juni 1934 95055;®!, -^punftc ^ne Seit in^cu bc3 c Zn *jcr. olinhcnt II Wtftcllon j'it reine - H-M.'bcr 3MiUh'n. \ ^okrr. ■U'ijibci; - 0. B. ib bn wir ^ciiirfiokj ■c cv^ir'ir. besinnen. b:c von!)rcm 3:c •er 'linifit ber Clw- U’iv nn»!g lmifiu hung in »'iw wir ", wie er werzum ist. Tas jngendll reden, welcn zn d solche ki ober c ^aferS Zwischen, vergehen, i ‘j.iföbcr. und die •ßifen in rbere als i bedarf ls einen nn man Belüft i.! Lebens : in die; Unter, auf die r Musiweiß ei schwere r lnieder heit mit mi£ gar 'Augenic mehr io 2pict :d)*crr.cit bald. it. De £cn dem die Angemach!, ml" fle« nouMiefj rninentr Icrt, die :c Nolle äklehrcr ngreisen ron den ivesentsikatische enlschei- .eigt be- Lie Beerziehest oerin der : keiner ilt. daß idjt gehat iijfi Keifte-* eilt, die üstlosi'r IN z""^ Damit ast. die ne Ge-;esührt r sehe stterung >«d'erer Gelegenhett vorbehMn SleKsrk, yeL . hkeibt nur die Vorbereitung auf den Gesang zu - -- PK: m fS/ entsprechend den Neuerungen, die sich , Z, deutschen Dtusikerziehung der letzten Jahre ^rausacbildet haben, vor allem die Pflege der Melodie, die den Kindern ans Herz gelegt werden <m[o man durch immer wieder neues Zeichnen EicTßinicii schließlich die Schönheit einer LiniensübrmAschen erlernt, so durch die immer wieder LJe Abwandlung des Melodischen das Geheimnis Musikalischen, dessen Ablauf in der.Melodie timv ' cinmär' für unser musikalisches Bewußtsein öic -.Ablage bildet, auch ganz im Sinne dev überk/nnnenen Weisen nnsercs Kultes, in dem die -.iminc und der melodische Gesang in den verschic- ^'.,rn Lrechungon der gebetlichen Inhalte ihre Pslegestältc Iwbeu. Im gemeinschaftlichen Gesang ii! aber zugleich auch die Möglichkeit gegeben, das nw- (in die feinen Mischungen und Sckpvingnngen varmmnulien zu gewöhnen. Es mns; den einvioni Lehrlrästen überlassen bleiben, die zweifellos greßeiT ^Segnungen der Tonika-To.Lchre in diese Zusammenhänge cinzubauen. Allein die Natur gebietet in solcher Erziehung durch den Gesang plötzlich Halt, vornehmlich für die pnaben. die mit dem Stimmbruch die Singstube erlassen müssen, vier gehen die meisten der Musik perleren. iverden durch die beginnende Reife in^ andere Bezirke der Schwärmerei abgedrüngt, wo doch gerade die Musik zum Halt in dem immer parieren Wachsin des Gefühls und der Empfind- -'a,iileit werden lönntc. Gewiß, der Kehlkopf kann es schea aushalten, wenn auf den Wanderungen ein herzhasl Lied mitgebrummt wird, aber der Zugriff deS Erzieherische!!, der gerade in der Musik Notwcndigleit bleibt, setzt aus. Hier gilt es, neue Wege ’,u bejchreiten. Gerade unsire Buben wird cs freuen, sich ziiiammmzusetzen und was wirklich Schönes nnd Erbauliches spielen zu lernen. Ohne große .lösten kann da zum Ereinpel ein Blockslöienchor zusammengcitcllt iverden, dessen Spieler zudem uoch durch das Anblasen der herrlich klingenden Inslrnmenie ihre Lungen kräftigen. Auch die Laute gehört in diesin Bereich. Bor allem aber öffnet sich uns hier der dritte Weg. der zur Musik. Die klingende Kunst, die wir heute vorfinden, umspannt eine ganze Welt vom Laieugesang bis zum großen Orchester, von der Tanzkapelle bis zum gewaltig aufgotürmten Cherapparat. Es ist schwer, sich durch dieses Labyrinth hindurchzufinden. Da kann die Erziehung zur Musik helfen. Sie wendet sich vor allem an die Menschen, die wir musikalisch empfindend nennen. Sie spielen kein Instrument, sie singen auch nicht gerade schön, aber die Musik greift und ergreift sie, ohne daß sie sich über ihr Musikerlebnis Rechenschaft zu geben brauchen. Ihnen wollen wir Helsen, sich im Reich ihrer musikalischen Träume auch auszukennen. Sic sind und bleiben Publikum, sie sollen gutes und bestes Publikum werden. Ihre Vorbereitung beginnt ebenfalls in der Jugend. Wenn der Unterricht allmählich aus den Anfängen aufsteigt in die Bereiche, in denen der werdende Mensch von der Luft der Jahrhunderte und Jahrtausende angeweht wird, wenn das Geschichtliche seinen Reichtum vor dem Lernenden entfaltet, dann gehört auch die Musik eingebaut in das Bild, das man dem Heranwachsenden von dem Wandel der Zeiten gibt. Nicht den Verstand gilt es dabei zu wecken, der entfaltet sich von selbst, sondern das Verstehen soll gelehrt, d. h. die Kunst des Einsühlens erweckt werden. Von hier aus können die Kinder den Eltern gar vieles aus dem liebevollen Sichversenken in die Bildungen des Künstlerischen mit nach Hanse dringen, und welche Mutier freut sich nicht, wenn sie durch ihren Liebling Altgewohntes von neuem sehen, will sagen hören lernt! Gewiß konnte dieser Dreiweg der Musiki rrziehung nur höchst skizzenhaft aufgezeigt werden, aber auch hier kommt es auf die Gesinnung ' mehr als auf Einzelheiten an. Sie heißt vor allem Arbeit. Der Talmud hat auch hierfür die rechte Unterweisung gegeben, wenn er empfiehlt: ..Vor allem lerne! Sei es um des Studiums willen oder aus irgendwelchen Beweggründen: lerne! Denn bald wirst du das aus welcher Rücksicht auch immer begonnene Studium um seiner selbst willen lieben/ 8. k. at6,ct! EÄst-llwlS- St? bcf»tffitL3u9ILnb u>w btn- »nfoSno* me ke n Ä.c^Kl.der Praktischen Arbeit gewid- Kurses ill^' * ™§QC °mt Nähre dauernden S/n --r ble Zungen Mädchen durch gründliche tifSn hl h!' 1Ulb ^Mische Schulung zur Arbeit Kiuderhennen. Kindergärten und Familien an Iu mKh!5' /^scntlich ist über die sachliche Schm Umg hinauv die menschliche Bildung, die Erziehung aabe Erzieherinnen, wohl die -Hauptnnsi gäbe eines Pädagogischen Seminars. Dozent Br. Lev/kov/ifz: DI© Hawptrientungen dor Pädagogik dor ln Untrer Bodesüfrsinnig für dita MoügostaStung dos jüdSschon brs^orrishfswesoras, ©rscGiionon Ors forscht dos JödiscGi-TlnooSogBschoini SoErnseiars (FrcsosikoSscho BrosBau 1934 NWs ist im heutigen deutsck)en Jiidcnium so wichtig wie eine Neugestaltung der jüdischen Schule, eine Umreißung ihrer Ausgaben und die Aufstellung eiiies Planes. Tabci darf nicht übersehen werden, daß die jüdische Schule — wie jede andere — innerhalb der geistigen Bewegungen der Zeit stehen muß und nicht autark sein darf. Die grundlegenden Erkcnntnisse führender Pädagogen treffen mit einigen Modifikationen, die sich aus der speziellen jüdischen Lage ergeben, auch für das jüdische Kind zu. — Eine Auseinandersetzung mit diesen Theorien versucht Lewtowitz in seiner Arbeit, in der er W Ansichten Pestalozzis, Herbarts, Naiorps und Kerschensteiners und ihre mögliche Anwendung ans die südische Schule zeigh Als Ziel der jüdischen Erziehung sieht L. die „Erziehung zum Juden, zrim Bürger, zum llNcnschen", und bei den letzten beiden Punkten kann von den obengenannten Theoretikern viel gelernt werden. Pestalozzi ivill imf naturgemäßem Wege zu reinem Mellschentume, zum Humanismus hinerziehen, der aber mit einem Nationalismus vcr> Kunden sein soll; denn das Volt ist die nmfassende Einheit aller auf das Kind einwirkenden Erziehimgssaktoren. Jür die jüdische Schule ergibt sich die zentrale Stellung des Geschichtsnuterrichls. Ans Hcrbarts Lehren ciitnehlneil wir den kultiirkund. lichen Ausball des jüdischen Religionsmiterrichtcs, wobei ouf die Verbindung des religiösen Klllturglites mit dem Knlilirgehalt der andereil Jächcr besonderer Wert gelegt werden muß — ein für das Judentum sehr lvichtlger Punkt! Natorp schreibt der Schule im besonderen die Willeiiserziehung zu, die JnleUcktbildung. Der Unterricht ist die zentrale Ausgabe der Schule. Ter Rcligionsunterricht ist bei ihm nicht konsessionell bestimmt, sondern soll der Unlbildung der Religion in die „Religion ini'.erhalb der Grenzni der Humanität" dienen. Für den jüdischen Unterricht lehnt Lelvkolvitz diese These ab> — Kerschensleiucr schließlich ist praktischer Pädagoge. Er ist der Begrüilder der Arbeitsschule, deren Nie!hoben für die jüdische Schule von grlmdlegendec Wichtigkeit sind. Tie Hauptgedanken von Lclvkowitz' Arbeit konnten llur kurz angedeuiet werden. Es ist mmötig zll sagen, daß sie eingehend unterbaut und belegt werden. Diese kleine Schrift, die den Anfang einer nelien?lusrichtuiig im jüdischen Unterricht bildet, geht von philosophistM'r Seile aus uild setzt sich mit den großen Theorien im gmlzen anscinallder. Es ist nicht ihr Ziel, auf die spcziellen Probleuie des jüdischen Unterrichts einzligehen. Späteren — hossentlich nicht zll späten! — Bearbeitern bleibt es überlassen, Genalieres über die Nengestaltung des jüdischen Unterrichts zu sagen. Tie Eiilleitling zu dicscil weiteren Arbeiten und der Hiinveis auf die ollgcmeineu Probleme ist hier von Lcwkvwitz gegebeil. .1/ Ar. Aus dom raoyon Kindergär^ncrinnon-Somincsr Die vierwöchentkiche praktische Probezeit, innerhalb welcher das zum Seminar gehörende Internat durch die Bewohnerinnen selbst instand gesetzt wurde, tzst von allen Kandidatinnen des Kindcrgärtuerinnenseminars 'bestanden worden. Gelobt wurde die heitere Arbeitsfreudigkeit und Ungeprochsnhcit der jungen Mädchen, und der Stolz über das beinahe fertige eigene Heim strahlte auch vpn allen jungen Gesichtern, als die alten Kolleginnen aus dem Beruf in diesen Tagen eine Sitzung m den Räumen des Seminars abhielten. Dabei hatten fast alle aufgcnommenen Ätädchon mehr vdcr weniger unter dem Zeitgeschehen, besonders unter wirtschaftlicher Not. aber auch abgerissener Pchnl- und Berufsausbildung zu leiden gehabt. >U Atädchcn. meist zwischen 13 und 20 Jahren, aber auch einige jüngere und ältere besuchen das Seminar: 16 davon sind von auswärts und wohnen nn Internat. (Schule und Internat sind Meineckestraße 22.) Dazu werden im Oktober noch einige aus den allgemeinen Seminaren abgehende Schulevumen kormnen. Nunmehr hat auch der theoretische Unterricht begonnen. Cr entspricht dem in den Seminaren buch sonst üblichen, besteht also aus Erziehungswhre, Geschichte der Pädagogik, Kinderliieratnr, Kindergarten- und Hortlehre, Deutsch. Iugendliterainr, Gegenwartskunde, Gesundheitslehre und enugen technischen und künstlerischen Fächern. Daäu kommen als jüdische Fächer Hebräisch., jüdrsche weichjchte, jüdische LebcnSgestaltung. Vis Scplcinber wird dep UnlerrM wciter^esührch UbLL FlioL Herbert Sonnen fehl, Bcrlii Räm kann kaum sagen, daß die Angehörigen des Heims durch das ständige Leben dort mit ihren Ein ganz klein wenig N'eid kommt einen an, wenn man zivischen lauter Grün zu dem Land- Br. iüorhz Sffora s ZeiftafoBn der iudcschenGescEiichfo und Liffores&ur. Berlm, Verlag t3ausfreundf 1934. Oriffe vermehr?© AyfSage. Der Lehrer wird diese Tafeln gut gebrauchen können, um die bekannten Tatsachen besser einordnen und überblicken zu können. Aber auch für den Schüler sind sie geeignet, da sie ihm einen festen Anhalt beim Lernen der jüdischen Geschichte geben. Leider hat der Verfasser die zu Beginn gebrachten Daten der allgemeinen Geschichte, die für jeden Benutzer von Wert sind, später weggelaß'en, und auch sonst könnten des öfteren Ergänzungen gemacht werden. Das Jahr 19.13 hat den Juden nicht nur die Gründung des „Bundes Deutsch - Jüdischer Jugend" und der Reichtzvertretung der deutschen Juden" gebracht. Bei einer späteren Auflage dieses nützlichen Hilfsmittels wäre dies zu berücksichtigen. F. Ar. Os*. Mim Well! „Frühsympfomo der VorwahrlosüFsgr pEiilocopCiSssfo© ynd pädagogssc&io Arbdfrora, lidraysgoG0^0511 VOf1 ^°yß FSscGier, Gidiarcr S»3ösilgsv/GSd y. Peel Lycüifronborg. VSB. EloSGiö. E-3©i8ps3daoovlk. Mevff 3. LangoinsGaSza/ Hormonsi Beyer exSöhrso (Boyor & rv1ann)f1Q33« Die Schrift Weils, des Leiters des jüdischen Lebrlinashcims an der Wagnerstraße in München, die der philosophischen Fakultät, I. Sektion der Ilniversität München (als Referenten: Prof. AloyS bischer und Prof. Albert Rehm) Vorgelegen hat, teilt eine außerordentliche Bereicherung der heilvüdaaogischen Literatur dar. Es ist aus ihr zu erselM, wie sehr wichtig es ist, die ersten Symptone die zu einer Verwahrlosung führen können, au erkennen und dem Eintritt von Katastrophen durch eine von Anfang an spezialisierende erzieherische Tätigkeit wirksam entgegenzuarbeiten. Dem Autor erstand besonders aus der Auswertung feiner jitjenen EchMngW iä fe« Jugendausicnlürlor^ schulheim in Caputh hinaussteigt, das über dem See am Wald liegt: man denkt nn die grauen, strengen Steinmauern, hinter denen man die eigene Schulzeit verbracht, und obgleich man selbst wirklich noch nicht alt ist, möchte man die Zeit um ein paar Jahre znrückschrauben, um noch einmal als Kind an dein Leben in diesem Heim tcilnehmen zu können. Ucber diesem Boden weht eine Lust, die nichts weiß von einem unbarmherzig trocken geregelten Zwang; Licht, Weite und Freiheit — hier verbringen über hundert jüdische Kinder ihre Lernzeit. Sechs Häuser, im Ort verstreut, gehören zu dem Landschulheim, da das Haupthaus für die vielen Kinder nicht Raum genug bietet; aber dieses ist der Millelpunkt für alles Geschehen innerhalb der Gemeinschafi. Dort ist die Direktion, die Speiseräume und einige Schlafstuben, und vor allem wohnen da die Kleinsten, noch nicht Sckulpflichtigen. für die ein eigener Kindergarten eingerichtet ist. Das Heim nimmt Kinder zwischen -l und IS Jahren aus. neuerdings auch TKädchen bis Mitte der Zwanzig, die für den Haushalt ansgebildct werden. Tics sind alle Altersstufen, in denen der werdende lRensch die Grundlagen für sein späteres Leben legt; durch die Verbindung von Schule und Leben in dem Heim wird eine Einheitlichkeit der Ausbildung erzielt, die dem jungen SJIcuidjeu eine kraftvolle Stütze bieten kann. Es gibt wohl einen festen Stundenplan, abn leine engherzig begrenz!«,' Lern- und Freizeit. Hier greift alles ineinander über; durch das ständige Verbnndcnscin einmal mit der Natur und außerdem mit den Lehrenden gewinnt der Schulunterricht mehr das Gepräge einer wissenschaftlichen Unterhaltung, nn der sich Lehrer und Schüler mit größtem Interesse angeregt beteiligcn, werden aber die Kinder eben auch in ihrer Freizeit gebildet. Diese Kinder lernen nie die Bellcnnmmgen vor dem unnahbaren Katheder, nie das Drückende der nüchternen Bankrcihcn kennen;, in kleinen Gruppen sitzen sie in freundlichen Zimmern rund um ihren Lehrer und tragen, zum mindesten was die Lebendigkeit betrisst, zum Unterricht kaum weniger bei als er. Es werden oft Fragen gestellt und Antworten gegeben, die verblüffen; man fühlt den innigen Zusammenhang mit dem Leben und Weltgeschehen, aus diese Lebensnahe wird im Unterrieht schon bei den Jüngsten großer Wert gelegt, und sie fördert in stärkstem Maße die Freude am Lernen. Ter Lehrplan ist der gleiche wie an allen Schulen, aber die Möglichkeiten, ihn auZzugestalten, sind natürlich bei den kleinen Klassen viel größer, zumal der Lehrer jedes Kind auch außerhalb der Schulzeit kennt. Man sieht hier wirklich keine „Schulgcsichtcr", die mit offenen Augen vor sich hin ins Leere starren, weil der Stoff nicht interessant genug ist, keine tuschelnden und kichernden Unansmerksamen; das einzige Flüstern, das nicht zum Unterricht gehört, kommt von den Bäumen durch die offenen Fenster herein; doch — auch das gehört hier eigentlich dazu. und als Anstaltsleiter ein Fragebogen, der die Möglichkeit bot. ans der körperlich-geistra-seelischen Entzvicklung bzw. Fehlentwicklung die Frühsymp. Lome zu erkennen. Weil empfiehlt daher die Anwendung dieses Fragebogens, der auf Seite 17 k abgedruckt ist, in ergänzter bzw. verbreiteter Form allen mit Jugendfürsorge, besonders Säuglings- und Kleinkinderfürsvrge sich befassenden Stellen. Schon in seinem Vorwort zu seiner aufschlußreichen Schrift weist Weil darauf hin, daß sich unter Umständen das Tätigkeitsfeld der VerwahrlosimgS- Pädagogik erheblich verringern werde, wenn es möglich wäre, im Nahmen der Normalcrziehung früh, zeitige Erkennung der Verwahrlosungsgefahr Wirkern werden zu lajscn, Ernsi Sleckelmacher, für die Jugend bestimmt wichtigen Erlebnissen und Erfahrungen von der Außenwelt abgeschlossen sind, denn man erhält die Beziehung zu ihr in reger Weise aufrecht. Tie Kinder können die Besuci-e ihrer Eltern und Verwandten.empfangen und erividern, außerdem rvird durch Vorträge von Außenstehenden und eigenes Dazutun der JdeenkreiS reich gestaltet« Auch die Lehrenden —, es sind ungefähr 20 Personen — erweitern unermüdlich ihre Bildung und ihre Anschauungen. LLas besonders in der heutigen Zeit wichtig ist. ist die jüdische Einstellung in der Leitung des Heimes: man verschafft den Kindern Klarheit über alle bestehenden Richtungen innerhalb des Judentums und betont dennoch dabei die Notwendigkeit einer alle Parteigrenzen überbrückenderr allgemein jüdischen Verbundenheit; aus der Er- . kenntnis der zeitbedingten Berechtigung eines jüdischen Zulunflsgedanlens svnwhl für Deutschland wie für Palästina wird ein positives jüdisches Leben nach beiden Richtungen hin gepflegt. Tie neuhebräische Sprache ist Pflichtfach im Unterricht, und man hält streng an der Ueberlieferung fest; die Feiertage iverden von den Kindern selbst mi! großem Vergnügen gestaltet. Ein tiefes Jniereüe für die Probleme der Religion macht sich bei allen Kindern deutlich bemerkbar. Selbstverständlich wird im Heim rituelle Küche gesührt. Die Zeiteinteilung ist mit Rücksicht ans eine möglichst gesunde und körperlich wie geistig zuträgliche Lebensweise getroffen. Frühzeitig beginnt der Tag mit Waldlauf oder Ghmnastik; dann werden die Zimmer, in denen meistens einige der Kinder, aber nie zu viele, zusammen wohnen, in Ordnung gebracht und nach dem Frühstück beginnt der Unterricht bzw. die Hans- oder Gartenarbeit« In zwei Gruppen findet das gemeinsame Aiittag» essen statt, an dem auch die Lehrenden teilnchmen und nach einer Pflicht-Ruhepause beginnt die Arbeit der Fachgruppen; jedes Kind muß mindestens an einer dieser Gruppen wie Hausarbeit, Gärtnere', Tischlerei, Pappen und -Buchbinderei und Musik teilnehmen. Durch die Anwendung bei gottesdienstlichen Feiern oder geselligen Gruppenabenden wird diese Arbeit auch praktisch gepflegt. Vor dem Abendessen ist noch einmal eine Stunde Spork, nachher, finden Abendkurse für die Erwachsenen uni) die Haushaltimgsschülcrinnen statt, von denen aber einige auch noch in bestimmten Fächern am gewöhn» lichen Unterricht teilnehmen. Besonders befähigte und vertrauenswürdige Kinder werden für kleine verantwortungsvolle Dienste herangezogen, so wird z. B. die ganze Bibliothek von einem Jungen versehen. Tie Kameradschaft zwischen Jungen und Vtädchen ist eine Selbstverständticlsicit. Ucberall fühlt man die nwibkiche Hand und das Vertrauen, das die Kinder den Leitern gegenüber haben und das sie jede sie betvegeude Frage offen stellen läßt, ihnen auch einen ebenso freundschaftliche, ehrliche Antwort sichert. Ter Gemeinschaftsgeist spiegelt sich auch darin wider, daß die monatlichen Kosten für die einzelnen Kinder verschieden gestuft sind; diejenigen Kinder, deren Angehörige dazu im Stande sind, tragen gewissermaßen die Kosten für die Bedürftigen mit und so ist es möglich, auch Kindern, deren Eltern ganz verarmt sind oder die schon in jungen Jahren elternlos in der Welt stehen, ein Heim und eine Ausbildung zu bieten. Diese Kinder wissen, wohin sie gehören. Sie fühlen, daß sie für ihre eigene Umgebung und darüber hinaus für sich selbst und ihr ganzes Leben ' lernen und schassen; das gibt ihnen den ungeheuren Eifer und den ernsten Willen. Diese harmonische Umgebung, diese gesunde Lust läßt sie unverlogen wachsen und reisen. Und das Judentum braucht Bien scheu, die in einem erdverbundenen Bewußtsein der Kraft ihrer Arme und der Weite ihres .Geistes iljrcu Weg Men, Hildo Mars