Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 26 (28.6.1934)
- Date
- 1934-06-28
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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Tel-Aviv, im Juni 1934. Tie Orangensaison ist zu Ende. Tie genauen Aussnhrzahlen liegen mimnehr vor. In dein Folgenden soll versucht werden, einen kurzen Ueberblick über die wirtschaftliche Lage imb die Aussichten für den Palästinensischen Orangenbail 311 geben. Tie Besonderheit bc-j Ornngenbanines, welcher nach dein fünften Jahr die ersten Früchte und wich dein siebenten Jahr den vollen Ertrag gibt, gestattet es. mit ziemlicher Sicherheit für die nächsten Jahre im voraus schon die Gesamtmenge der auf den Markt konunendeil Früchte zu bestimmen. Wie Abb. 1 zeigt, hat eine gewaltige Zunahme in der Anbaufläche der Eitrnsknltnreu in den Jahren 1924/1934 stattgesnnden. In diesem Jahre waren die bis 19-36 gepflanzten Bäume erntesähig, lind man sieht die starke Vergrößerung gegenüber dein Baumbestand des Jahres l!>36. Tcmentsprechend stieg die Zahl der exportierten Listen von etwa 4.3 'Millionen im Jahre 1933 auf 3.4 Millionen in diesem Jahre. Tie Gesamtanbaufläche beträgt zurzeit etwa 200 000 Tnnam. von denen 113 000 Tunam südischer Besitz Litrus Kulburen 1924 26 28 30 32 3H uuö 85 000 Tnnain arabischer Besitz sind. In der Abb. 1 siiid der jüdische niid arabische Besitz durch verschiedene -Schraffierung gekennzeichuct, lind man erlennt, daß der jüdische Anteil am Bodenbesitz von Jahr zu Jahr sich vermehrt hat. 1934 ioar die Anbaufläche der jüdischen Pardessim nngefähr die Hälfte der arabischen, jetzt hingegen übertrifst der jüdische Boden bei weitem den arabischen — man 111113 sieh hierbei allerdings llarinaclien, das; der Oraugeubau dis vorzügliche Gebiet der jüdischen laudivirtschaftlichen Betätigniig ist. Er ist deshalb in immer stärkerem Blähe einer der wichtigsten Faktoren im lvirtschastlichen Leben des Landes. Tie Anlagckvsten der bestehenden Pardessim übersteigen iw Millionen AM, und iveitere 30 bis 60 Millionen ülBt sind noch ausznwenden. bis die schon angelegten 'Pardessim einen Ertrag abiverfen werden. 15 000 Arbeiter. Inden und Araber, arbeiten ständig in den 'pardessim, zur Zeit der Ernte erhöht sich ihre Zahl aus 33 000. Lehr interessant ist die Größenvcrteilnng der Pardessim. Es gibt zwar einige viele tausend Tunam große Pardessim, 65 bis 70 Prozent der Gärten aber sind kleiner als 30 Tnnam. T-ie Beivirtsrhaftnng dieser Orangcnpflanziingen geschieht durch den Besitzer und seine Familie selber ohne fremde Arbeitskräfte. In bestimmter Beziehung ivird der Oraugeubau in Palästina gegenüber den meisten anderen landwirtschastlichen Arbeiten vorgezogen. Tie klimatisclren Bedingungen sind derart gleichmäßig ,md die künstliche Bewässerung ist so mit ausgebildet, daß 'Mißernten kaum Vorkommen. Ans der von Jahr zu Jahr steigenden Anbaufläche ergibt sich, wie bereits oben bemerkt, ein jährliches Ansteigen der Anssnhrinenge. In Abb. 2 ist deshalb die für das Jahr 1939 und 1941 zu erwartende Menge eingetragen. Bis 1941 verdoppelt sich die Anssuhrmenge fast, und es sind alle mir möglichen Mittel anfznwcndon, um Absatzmöglichkeiten zu schassen. In diesem Jahr haben sich keinerlei Schwierigkeiten ergeben. Tie Ernte war zunächst durch das späte Einsetzen des Regens beeinträchtigt, denn man wartet mit dem Pflücken bis nach dem ersten Regen, durch den die Frucht erst vollen Saft und Süße bekommt. Ein Teil dev Landwirte, und zwar .meist Araber, begannen bereits vor dem ersten Regen zu pflücken. Diese ersten Früchte kamen in sehr schlechtem Zustand in London an, und die erzielten Preise waren dementsprechend schlecht. Für die palästinensische Orange wurde noch nicht halb so viel bezahlt wie für die brasilianische. Tie palästinensische Orange ist in den europäischen Absatzgebieten von Mitte Dezember bis 'Mitte April ans dem Markt. Ungefähr zur gleichen Zeit, jedoch meist etivas später, treffen die spanischen, italienischen und nordamerikanischen Orangeri ein. Im Gegensatz dazu reicht die Lieferzeit der sog. Sommerorangen, welche hauptsächlich aus Cüdasrika und Brasilien kommen, von April bis Oktober bzw. Tezembcr. Tie ersten und letzten Palästinensischen Sendungen haben also mit diesen zu konkurrieren. Rach anfänglichen Schwierigkeiten entwickelten sich die Orangenpreise befriedigend, so daß der Gesamtertrag auch dieses Jahr gut war. Ter Wert der exportierten Früchte betrug säst 2 'Millionen Pfund Sterling. Menu sich auch dieses Jahr keinerlei Schwierigkeiten beim Verkauf der Citrussrüchte ergaben, so ist doch angesichts der Tatsache, daß von Jahr zu Jahr fast eine Million Risten mehr abznsctzeu sind, zu prüfen, wie sich in kommenden Jahren die Lage gestalten ivird. Ilm den richtigen Ueberblick zu er', langen, muß deshalb die Orangenprodultion der mit Palästina konkurrierenden Länder dargestcllt werden. Tie größten Erzeuger sind die Bereiiligteu Staaten von Rordamcrika, ivobei jedoch fast die gesamte Prodnkiion im Lande selber konsumiert ivird. Bom Erport geht wiederum der größte Teil nach Ranada, einem 'Markt, den für die palästinensische Orange zu erobern man sich jetzt mit gutem Erfolge bemüht. Ter ziveitgrößte Produzent ist Spanien, der jetzt bei einer Gesamtproduktion von 40 Millionen Risten, von denen etwa 33 Millionen exportiert ivnrden, der Hauptkonkurreiit Palästinas ist. Im Jahre 1941 ivird die palästinensische Produktion das zweieinhalb bis dreifache der spa- Nischen Produktion betragen. Run kann man aber in fast allen europäischen Ländern feststellen, daß der Ronsnm an vegetarischen Rahriingsmitteln steigt. So wurden in England, welches in diesem Jahre 63 Prozent des paläslinen. fischen Exportes abgcnvmincn hat, im Jahre 1939 ,Zu eiwattende 1922 24 2b 2h SO 22 3S 9,5 Rilvgrarnm pro Ropf der Bevölkerung Orangen verbraucht. Im Jahre 1933 hingegen 13,5 Rilogramm. In anderen Ländern ist der Verbrauch ein viel geringerer. So kamen in Teiitschland im Jahre 1933 nur 3,8 Rilogramm Pro Ropf der Bevölkerung. Deutschland ist übrigens ein guter Abnehmer von Palästina, denn etwa 15 Prozent des palästinensischen Exportes gehen dorthin. Die palästiuensische Orange ist teurer als die spanische. Nm mit dieser konkurrieren zu können, muß sie in der Onalität überlegen sein. Daher wird jede hinausgehende Sendung durch Beamte der Negierung geprüft. Versuchsstationen werden von der Negierung nrid den jüdischen nationalen Institutionen unterhalten, die die besten Methoden für die Pflege der Bäume erproben und neue, immer noch bessere Sorten züchten, Heinz Brodnitz Frist (fit Erlaß von Brlrlebsvrdnungen bi? 1. Skiobor verlängert Rach dem Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit soll in allen Betrieben der privaten Wirtsthast, in denen in der Regel mindestens 30 Ar. deiter und Angestellte beschäftigt sind, bis zum 1. Juli eine den Vorschriften des Gesetzes entsprechende Betriebsordnung erlassen werden. 'Mit der Begründung, daß viele Unternehmer sich noch nicht in dem Maße mit den Vorschriften und dem Geist des neuen Gesetzes vertrant gemacht haben, das; bis zum 1. Juli die ordnungsmäßige Durchführung des Gesetzes gewährleistet erscheint, hat der Reichsarbeitsministcr die für Erlaß der Betriebsordnung gesetzte Frist einmalig nm drei Monate, also bis zum 1. Oktober 1934 verlängert. Ter Reichsarbeiisminister ist hierbei von der Voranssetznng und Erwartung ausgegangen, daß cs bis dahin jedem Führer des Betriebes möglich ist. die wenigen wichtigen Bestimmungen einer Betriebsordnung entsprechend den Vorschriften des Gesetzes im Geiste rvahrer Betriebs- und Arbeitsgemeinschaft, ohne die Rrücten sogenannter „Miisterlwtriebsordunngen", selbständig sestzulegcn, Eine entsprechende Fristverlängerung gilt für die ab 30. April 1934 lausenden Werk-(Firmen-) Tarifverträge, deren Weitergeltnng gleichfalls bis zum 30. September 1934 ungeordnet ist, soweit sie nicht schon vorher durch eine Betriebsordnung oder durch Anordnung des Treuhänders ausgehoben werden. Ter deutsche GlaSversichcrrrngsverbaird inacht, wie die Tagespresse berichtet, auf die wirtschaftlichen Folgen aufmerksam, die entstehen, wem: iu vereinzelten Fällen die Fensterscheiben großer Firmen eingeworsen würden. Beim E i n w e r f e n v on Fen stersche ibe n jüdischer Geschäfte würden nur die deutschen Versicherungsgesellschaften geschädigt. Die Norddeutsche Spihennianusaktur, Hamburg, Hansastraße, mit angegliederten Stickerei-Fabriken Levh u. Co.. Plauen, Mvrnenberastrasrc. feierte am I.Jnli 1931 ihr 35jährigcs Geschästejnbiläum. Tie beiden Inhaber und Gründer, David und Wolf Levy. haben diese Firma ans kleinsten Anfängen zu einer der führenden Häuser in der Branche ausgebaut. Die Firma beschäftigt noch heute ihre volle Belegschaft« k kn fianiweef ' Die erste Verordnung über den vorläufigen Ansbau des deutschen Handwerk» ist jetzt veröffentlicht worden. Unter anderm setzt sie die Mitglieds-Pflicht aller in der Handwerksrolle eingetragenen Gewerbetrcibcndcn für die betreffende Innung fest. Die Jimnngen werden von der Handwerkslmnmer errichtet. Die Mitglieder der Innung bilden die Jiinungüversammliing. Tie Interessen der Gesellen werden vom Gesellenwart und dem Gesellcnbeirat wahrgeiivmme». Geführt ivird die Jnlinng vom Obermeister, den die Handwertskammer nach Anhörnug des der Innung übergeordneten Fach- Verbandes bestellt. Dem Obermeister stehen Beiräte zur Seite. Zn den den Innungen ziigeiviesenen Aufgaben gehören Pflege des Gemeingeistes und Wahrung der Standesehre, Regelung des Lehrlings. Wesens, Schlichtung von Streitigleiten zivischen selbständigen Handwerlern und ihren Lehrlingen, Abnahme'' von ^Gesellenprüfungen, Förderung wirtschaftlicher Einrichtungen, die dem Handwerk dienen sowie zur Erhöhung der Wirtschastlichleit in Verbindung mit der Handwerkskammer Maßnahmen zur Verbessernng der Arbeitsioeise nnd der Betriebsführung. Tie Jnnnng kann auch Gütestellen zur Schlichtung von Streitigkeiten zivischen Hand, iverkern und ihren Auftraggebern errichten. Tie Handwerkerinnungen innerhalb eines von der Handwerkskammer bestimmten Bezirks werden zu einer Rreishandiverkerscliaft zusammen geschlossen. Für das Handwerk ivird eine Ehrengerichtsbarkeit geschaffen. Tie Ehrengerichte sind bei den Handwerkskammern zu bilden. Tie Slrasbestimimingen werden in der Verordining im einzelnen geregelt. Nästrstend lieber die Eingliederung der gemischten Betriebe des Großtiandels in den R'eichsnährstand bzw. die Großhandelsverbäiide machte der Leiter der Reichshauptabtcilnng IV des Reichsnährstands, Rarl Vetter, nach Zeitnngsberichten. in einer Versaminlilng Vorschläge zur Erleichterung der Orgaiiisatioiisfrage. Unter anderem ivird darin vorgeschlageii, daß alle reinen oder ganz überwiegenden Landhandelsbetriebe ansschließliäi vom Reichsnährstand ersaßt werden sollen. Demgegenüber sollten die sogenaniiten geiiiischtcn Betriebe, als solche, die lieben anderen Waren in einem nicht unerheblichen Umfange aurt) Lebens- und Genußmittel führen, nnd für die das Gesetz cinc Toppelzngehörigkeit vorschreibt. korporativ dem Reichs- Verband des dentsclien Großhandels angeschlvsfen iverdeii. Tie Beitragslelstmig erfolge alich bei diesen Betrieben an dei, Reichsnährstand, der eine entsprechende Paiiscliale für die Betreuung dieser gemischten Betriebe im hlalnnen edr nid)t reichsnäl;rstandseigenen Aufgaben a» den Reichsverband dos Großhaiidels absühre. Alle Betriebe, die neben Lebensimd Oumiißmitteln andere Wtireii in liur geringem Umfang führten, gehörten ausschließlich ziMi Reichsnährstand. Hingegen gehörteii alle Betriebe, die neben andereii Waren Lebens- und Genußiiiittel in geringem Umfange führen, nicht zniu Reichsnährstand; alle Betriebe, die neben landwirtschaftlichen Erzeugnissen andere Warvii in einem nicht imerheblichen Umfang führten, gehörten sowohl zurm Reichsnährstand wie auch zrl den entsprechenden anderen Wirtschaftsvcrtretungen. Außenhandel Ter Führer der Wirtschaft hat eine Anordnung erlassen, nach der mit Rücksicht ans eine bevorstehende Zusammenfassung der Außenhandelsanfgaben der deutschen Wirtschaft bis ans ivciteres organisatorische 'Veränderungen der bisher auf dem Gebiete des Anßeiihandels tätigen Organisationen ohne die Zustimmiing des Führers der Wirtschaft zu unterbleiben Ijnbcn. mnm Durch einen neuen Rnnderlaß der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung vom 33. J>ini 1934 sind aus Gründen der erlisten Devisenlage die Devisen- Zuteilungen für Auswanderer erheblich gekürzt worden. Die hauptsächlichste Beschränkung besteht in der Herabsetzung der Höchstgrenze dos i n da r z u geteilten Betrages voii bisher 10 000 RRt aus höchstens 3 000 RM. Darüber hinaus ist nur eine mittelbare Tr a n s s e r i e r n >i g znlässig, die im allgemeinen der bisherigen Regelung entspricht, jedoch in Einzelheiten, vor allem zivecks Verhinderung von Mißbräuchen und Umgehungen geändert worden ist. Für die Ansivaiidernng nach Palästina bleibt die B e iv i l l i g u >i g von 10 00 Pal. Pfund aufrechter h alte n. Gegen mißbräuchliche Ausnützung dieser Möglichkeit ist Vorsorge getroffen. Rudolf Gritupncr, Berlin. AcbergangSbestimmlingensurdieAbivilNung von Ametgcnauslrngen In Ziffer 39 der dritten Bekanntmachung des Werberatcs ist bestimmt, das; Anzeigenausträge. die vor Inkrafttreten dieser Bekamitmachnng abgeschlossen und noch nicht ansgeführt sind, zu den abgeschlossenen Preisen und Bedingungen bis zum 30. Jnni 1934 weilergeführt werden tönnen, daß dagegen 'Anstragsreste, die nach dem 30. Juni 1934 noch ansgeführt werden müssen, wertmäßig nach der neuen Preisliste umzurechnen und aiisgifnhren sind. Durch diese Bestimmung cht die zivilrechtliche Gültigkeit entgegenstehender Verträge nicht berührt' insbesondere erhalten die Verträge auch nicht vlme N'citcres nach.dem 30. Jtmi 1934 einen den Bediu, gungen des Werberates entsprechenden Inhalt. Ter Werberat verlangt vielmehr von den Parteien, das; sie die Umstellung ans die nach dem 30. Juni'lyJ gültige Anzcigenpreisliste selbst vornehme,i. Tie näheren Übergangsbestimmungen fi,,^» sich im 'Mitteilungsblatt des Werbcrats der bentschen Wirtschaft „Wirtschaftswerönng" Rr. 13 vom 15. Juni 1934. Alit biesein Artikel sehen wir dir m der Inn-inen Annulier benonnmei, Tnv. ftcKunnni über jüdische Wiltswan-nnnmii'- ' sativnen fort. F. W. I. — diese geheimnisvvlleu Zeichen tmi. chen seit einiger Zeit in der jüdischen Presse m,s. Rur wenige konnten sich bisher einen Begrisf davon machen, ivas hier für eine neue Orgouj. - sation gegründet ivorden ist. Auch der volle Titel! „G c f e [ I f ch a f t ■ z u r F ö v b e r u u g w ix\, scchaftlicher I u t e r e s s e n v o n i n Deuts ch l a n d >v v 1) nhafte n o d e r u> v h Haft ge >v c s e u e n I u d e n m. b. H." verrat noch nicht allzuviel. Wenn man aber einen näheren Einblick gewinnt, so erkennt man. daß hier eine zentrale Organisation im Entstehen begriffen ist, bzw. bereits il,re Arbeit misgenvinmen hat. deren zukünftiges Wirten viel Positives für das deutsche Judentum schassen kau». Wie schon der R'ame sagt, ist es ein ,mb schaftliehes Unternehmen, darüber hinaus sogar ein p r i v a t w i r t s d) a f 1 f i cl, e s I u st i t u l, das nnd) nach Privatwirtsrhasllicheu Gesirhtspunttrii arbeiten ivird. Es bandelt sieh also in diese,» Falle nm keine Wohlsahrtsorganisakivn. Tie Ge sellschaft will als ivirtsehaftlidje Beratimgs- und Treuhandstelle die Lösung vieler ivirlschaftlicher Fragen erleichtern Helsen, wie sie heute au fast i jeden deutschen Inden heraillreten. In zwei gan; s kurzen Begrisseii znsammengesaßt, handelt es fiilj j einmal um V c r m ö g e n s v crwalt u n g und s -Verwertung und zum andern um die; Uebernahme >v i r t s ch a f t l i ch er, t r e u h ä n - \ dcriscl> er A u f g a b cn gegen i't b e r j ü d i * j [ d) c n Organisati o n c n n n d R ö r p e r - \ schäften in D ents eh l a n d. s Wenn die Gesellschaft, ivie gesagt, auch nndj! Privativirtsdiaftlichn Gesiditspunkteu arbeite» wird, so ist sie doch insofern ei» geiuelnnütziges Unternehmen, als ausdrüdlicls festgelegt ist, das; Geiviirnc, soiveit sie nicht zur eigenen inneren Stärkung benötigt iverdeii, min für gemeinnützige Zwecke nnsgeschnttet werde»' dürsen, und daß and) bei einer Auflösung der i Gesellschaft das Vermögen gemeinnützigeil Zivecke» 's ziifließen muß. Tie Bedeutung, die alle Rrcise des dentschen Judentums der Gesellschaft bei> messen, geht daraus hervor, daß ihrem Aussichtsrat Vertreter sämtlicher führender Lrganisationen Tentsrhlands angehören, imd dlM den Vorsitz Ministerialrat a. D. Tr. £tif} H l r ( d), geschästssührendes Vorstaudsmitgliw der Neichsvertretnng der deutschen Juden, fülni. Jur Vordergrund der Tätigkeit steht die siiden Einzelnen wichtige Vermögeiisverwaltuug mia -Verwertung. Tiefer Anfgabenkreis ist migeiuei» groß. Es ist unmöglich, in diesem Rahmcn ans alle Einzelheiten einzngehcn. Interessieren wird aber, daß die Gesellschaft mobiles und imiiwbllcs Vermögen, sowohl von in Teiitschland ausiisiigl'n als auch bereits legal ansgewanderten deutsdjc» Inden ordnungsgemäß verwalten, bzw. je noiij Notwendigkeit oder Wunsch für eine vrdiiung^ gemäße Liquidation oder Verwertung sorge» wird. Darüber hinaus ivill die Gesellschaft auch die Verwaltung der liquiden Gelder »acl, de» Weisungen des Eigentümers überivaelje». Außerdem kann, wenn es für den Eigentümer von Am-' teil ist, über Umgründungen verhandelt iverdeii, da große Privatbanken an der Arbeit des Instituts interessiert sind, und sieh zum crliel'licheir Teil au seiner Erüuduiig beteiligt haben. Tie Aufgaben gegenüber jüdisdieii Organisalioncu und Rörperschaften in Tentschlaiid sollen unter am derem in der Beratimg der Gemeinden bei timni zielten Transaktionen, soioie in der Turdstülirmuz von Revisionen nnd der Bewertung von Vcr^ niögensobietteil buvrl) Sachverständige bestellen. Befürchtungen, daß durch die Tätigtest d,> Justituts eine neue R o u t u r r e n z pir iübibbo Reditsamvälte, Treuhänder, Bauten, Jnnnvbiln'w maller, Revisoren nsiv. entstehen konnte, dursteic unbegründet sein. Es ist sogar umgetehA .'>» hoffen, daß durch die Gesellschaft diesen Persom-,, neue Tätigkeitsgebiete eröffnet iverden können, d» sie unter der Rontrvlle des UnternehmeiiS z" bearbeiten hätten, und die unter Umstände» nu ander» Falle den jüdischen Wirtschaftlern wv^,irUt gellen würden. Auch die Belastung ^der Ber' mögensinhaber dnrd> Gebühren der Geiellich'U wird sieh in bcschcideueu Grenzen Hallen. Durch die Gründling sollte eine or..n^va stelle für die deutschen Juden geschaffen >v«- ' den, die in lebendiger Verbindung mit den sin ' scheu Organisationen einerseits >md^ jüdischen Privatwirtsehaft andererseits stebni. 9 < die darüber hinaus Hisse und AbivicklimgU für Ausgewanderte sein will, und durch u’ ' Tätigkeit es hoffentlich gelingen ivird, auch o zeit brachliegende jüdische ivirtschastlidA -s'' in Deutschland zum Rnheu der Allgen^iN wieder zu mobilisieren.