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Central-Verein-Zeitung · 1934-06-14 · 24 (14.6.1934) · page 2

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
24 (14.6.1934)
Date
1934-06-14
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Zwei oder drei Mitglieder sind von der Wirtschaftskrise verschont geblieben, darunter der Fabrikant, dessen Unternehmen für das Wirtschaftsleben der kleinen Stadt von großer Bedeutung ist. 'vHuf diesen lastet die Vtatsfinanzicrung für die heute noch höchstens 6V Seelen zählende Gemeinde. Ter Landesverband preußischer Kemcinden, welcher bisher einen jährlichen Zuschuß gab. mußte aus Mangel an Mitteln jede finanzielle Hilfe ablehnen. Wie lange werden noch Mittel in die Gcmeindekasse fließen? So ist der Weiterbestand der Gemeinde stark gefährdet. Ter Prediger mußte vor kurzem pensioniert werden, zu einer Ncueinstcllung reichen die Mittel nicht. Regelmäßige Gottesdienste finden nicht mehr statt. An den Feiertagen sagt ein Mitglied der Gemeinde die Gebete^ Mit den: Fehlen von würdigen Gottesdienste!^ beginnt auch das innere Band, das die Gemeindemitglieder vereinte, näinlich das Bewußtsein. der Religion der Bäter anzugehören, zu reißen. An die Stelle treten leine neuen Bindungen. Ter geistige Führer fehlt. Jeder ist zu erfüllt von seinen eigenen Röten, um selbst zu erkennen, daß die Inden heute nicht nur eine Religivus-, sondern eine Schicksalsgemeinschaft sind, und daß die neue Bindung das jüdische Solidaritätsgefühl ist. Tie Generation der Allen lebt noch zu sehr in überkommeueu Anschauungen, um das zu verstehen. Was wird aber aus dem jüdischen Nachwuchs? Tie älteren von ihnen haben fast, alle schon die Stadt verlassen. Sie sind ausge!oandert oder suchen in der Großstadt ihren Erwerb. Geblieben sind sechs, acht schulpflichtige Jungen und Mädel. Sie haben keinen Berlehr mit den Kindern der Umwelt, sie sind auf sich selbst angewiesen. Sic fühlen wohl, daß sic einer besonderen Gemeinschaft angehören. aber es iß nieinand da, der ihnen das Schicksalhafte, das große Erlebnis, deutscher Jude zu fein und als solcher in der kleinen Stadt eine Aufgabe zu erfüllen, vermittelt. Gin einziger Jugendlicher, der durch die Schule der deutich-iüdischcu Jugendbewegung gegangen ist, würde diesen Kindern einen inneren Halt geben können! Man muß sorgen, daß es geschieht. Stadt der Ruhe, des Friedens und der Schönheit, Stadt jüdischer Rot. Man verläßt sie und ivird traurig: Wann konunt Hilfe? Jüdische Kleingemeinde in Pommern. Sie '.ragt dieses Los nicht allein . .. Eine von vielen. Wirklichkeit und MM Aon Dr. W. Ulvb!, Kvlbcrg lieber die Kleingemcinden luirb heute in der jüdischen Oessentlichleit zwar viel gesprochen. aber nicht jeder, der sich mit dieser Frage beschäftigt, ist über deren Notlage aus eigener Erfahrung orientiert. Früher lvac in den kleineren Provinzstädten ein reges jüdisches Leben, die Gemeindemitglieder hatten wirtschaftlich ihr Auskommen: hier war der Cudl, aus dem sich die großstädtischen Gemeinden immer wieder erneuerten. In dezn letzten Jahre hat aber die Abwanderung in die Großstädte einen derartigen Umfang angenommen. daß die Kleingemeinden ans das schwerste in ihrem Bestände bedroht sind. Tiefe Bedrohung mivft sich m doppelten! Sinne ans: Es fehlen häufig geeignete Leute für die Berwaltnng —'das Franenivahlrecht chbt es wohl nur in ganz vereinzelten Städten —. und ferner werden durch den Steneransfall. der tm Berhältnis zum Geiamlanstvmmen häufig sehr hoch ist. die Einnahmen derartig verringert, daß sich schon heute kaum eine Gemeinde ans eigenen Rlitti'ftt erhalten kann. Wenn man auch zngeben muß. daß die Zuschüsse des Landesverbandes preußischer Gemeinden recht beträchtlich sind, so spürt doch das einzelne Gemeindemitglied recht wenig davon. Genuß, ohne diese Hilfe wäre die Gemeindesteuer noch höher: aber ist das möglich? Wie weit können die Gemeinden die Steuerschraube anziehen? Wenn wir I)in*oii, daß es in Pommern Gemeinden gibt, die für das kommende Rechnnngsjahr mit Abgaben von 05 bis öO Prozent der Staatseinlvmmenstener rechnen, so fragt es sich doch: Ist das noch tragbar? Bei der heutigen, immer weitere Fortschritte machenden Schrumpfung der Einkommen unserer Gemeindcmitglicder werden sich die Stenern zwangsläufig weiter erhöhen müssen, und es wird wahrscheinlich schon in diesem Jahre in größerem Umfange zu dem kommen müssen, ums bisher vereinzelt war, daß nämlich derartig hohe Abgaben für einzelne kaum noch tragbar sind, so daß wir nicht hoch genug die Liebe anerkennen können, mit der unsere Glaubensgenossen an ihrer Gemeinde hängen und in aller Rot einen Austrittsgedanken ablehnen. Liber man darf den Mnscheu schließlich nicht vor wirtschaftliche Unmöglichkeiten stellen. Trotz der Zuschüsse vom Landesverband ist eine große Anzahl der Uleingemeinden schon jetzt nicht mehr in der Lage, auch nur einen Kultusbeamten zu besolden, so daß die Kinder keinen Religionsunterricht mehr bekommen können, kein regelmäßiger Gottesdienst, mehr stattsinden kann. Und dieser Notstand muß nach, obigem weiter um sich greifen. Da es nun aber für die Allgemeinheit eine Notwendigkeit'ist, die'Kleingemeinden erhalten zu sehen, erhebt sich die dringende Frage: Wie ist hier zu helfen? Da erscheint nur ein Weg Aussicht auf wirklichen Erfolg zu haben: Ter Landesverband setzt einen Gesamtetat für alle ihm angeschlossenen Gemeinden fest und bringt die notwendigen Gelder durch eine gemeinsame, übcrattgleich hohe Steuer aus, so daß die größte Gemeinde die gleichen Abgaben leistet wie die kleinste, die reichste die gleichen wie die ärmste. Jeder Gemeinde wird dann der ans sie entfallende Anteil zugetcilt. Bon dieser allgemeinen Steuer müßten natürlich auch diejenigen Glaubensgenossen ersaßt werden, die in Dörfern und .Kleinstädten wohnen und zurzeit keine Kultusabgaben leisten, weil sich ihre einstige Gemeinde infolge Mitgliederschwundes schon aufgelöst hat, ohne daß die Verbliebenen sich einer anderen Gemeinde anschlossen. In Verfolg hiervon müßten dann auch die Kultusbeamten ' Angestellte' des' Landesverbandes werden, was für die Beamten, wie auch für die Gemeinden (schon in Hinsicht ans die Ausbringung und Sicherung des Ruhegehalts) von größtem Aorteil wäre. Naturlich muß die Gemeinde ein entscheidendes Mitbestlmmuugsrecht bei der Anstellung der Be-' Werber haben, denn es luäre ja ein Unding, wenn ein orthodoxer Beamter in einer liberalen Gemeinde oder umgekehrt ein Liberaler in einer orthodoxen Gemeinde amtete — wie es allerdings jetzt schon der Fall sein soll! Außer dieser pekuniären Hilfe muß den Kleiugemeinden aber auch noch aus anderen Gebieten geholfen werden, wenn sie lebensfähig bleiben sollen: 1. Es muß für alle Gemeinden eine einheitliche Mnstersatznng ausgestellt werden, in der alle grundlegenden Rechte und Pflichten der Gemeindemitglieder —» auch der Nicht». Reichsdeutschen! — einheitlich geregelt sind. Es gibt nämlich noch Gemeinden, rn denen nur diejenigen das aktive und passive Wahlrecht haben, die Steuern zahlen und mit dieser Zahlung nicht im Rückstand sind! (Dadurch scheidet natürlich wieder ein Teil der für Besetzung der Gemeindeverwaltung in Frage Kommenden von vornherein aus.) Auch das Frauenwahlrecht ist hier zentral zu regeln, der Austritt ans der Gemeinde ist nach Möglichkeit zu erschweren. 2. Es muß eine einheitliche Gottesdienst- ' ordnung geschaffen werden, je eine orthodoxe. ■ liberale, reformierte, zu deren Einführung die Gemeinden zu verpflichten sind, je nach ' der religiösen Einstellung des Hauptteils ihrer Mitglieder. Es bestehen und entstehen nämlich auch über diese Frage häufig starke Spannnngen in den Gemeinden, die durch eine zentrale Regelung leicht beseitigt werden könnten, zum Borteil für das gemeindliche Innenleben. Mit dieser Frage hcingt auch eng zusammen das Fahrverbot am Schabbos, das cs den Kultusbeamten unmöglich macht, an einem Schabbos in mehreren Gemeinden Gottesdienst abzuhalten. Eine Frage, deren Anfwerfen allein schon böses Blut machen wird, die aber auch einmal erörtert werden müßte. Tie Erhaltung der Kleingemeinden ist unseres Erachtens lebensnotwendig für oder sogar gleichbedeutend mit der Erhaltung des deutschen Judentums überhaupt. Zurzeit ist deren Rot, die hier nur in einzelnen Punkten angedentet werden konnte, so groß, daß schnelle Hilfe ans der ganzen Linie notwendig ist. Der Landesverband, von dem diese Hilfe erwartet wird, müßte energisch verlangen, daß die von ihm. eingeführten Maßnahmen auch durchgeführt werden, andernfalls seine Zuschüsse sperren, bis dies geschehen ist. Daß aber diese Fragen nicht von den — immer noch bestehenden — zu großen Vertretungen. sondern nur von kleinen Ausschüssen befriedigend gelöst werden können, versteht sich von selbst. Das MMrtell in Zerusalsm Ein Jahr nach der Ermordung des zionistischen Führers Chaiin Arlosorvff am Strand von Tel Aviv ist durch Urteilsfällung im Mvrdprozeß dieses traurige Kapitel der ziouistischeu Geschichte zu einem vorläufigen Abschluß gekommen. Bon den beiden Angeklagten wurde Abraham Stavslch wegen vorbedachten Mordes zmn Tode verurteilt, Zivi Rosenblatt wurde aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Der Verteidiger, der englisch-jüdische Rechtsainoalt Harare Samuel, hat gegen das Urteil Berufung eingelegt. Rach mchrmonatlichen Verhandlungen ist deinnach das Gericht zu der Ueber.zeugung gelangt, daß tatsächlich ein Jude Arlosorvff ermordet hat. Es hat damit die Frage, um deren Beantwortung mit der zionistischen Bewegung die gesamte Judenheit seit Jahresfrist bangte, in einem überaus schmerzliä-en Sinn entschieden. Gleich nachdem die Kunde von dem Verbrechen sich verbreitet hatte, lag sie auf aller Lippen: Waren es Juden oder Araber? Sehr bald zeigte die Richtung der vvrgenvmmeuen Verbastnngen, daß starke Vermutungen die Mörder in den Reihen der Revisionisten suchen ließen. Aber immer wieder traten mich Verdachtsmomente auf. die für die Beteiligung arabischer Personen sprachen. Run. da das llrteil der ersten Instanz einen Inden getroffen hat. ist — wie auch immer die Entscheidung der höheren Instanz ausfallen möge -- Besinnung geboten. Von Anfang an ist dieser schreckliche Mord ein Spielball der Parteiknmpfe gewesen. Auch jetzt noch versuchen die revisionistischen Parteigänger des Verurteilten, au der Spitze ihr Führer Jabotinslp. eine Verherrlichung rcud Heldeuverehruug Stavskys in Szene zu setzen. Alles das ist ein bedauerliches Schauspiel innerhalb einer Geuceinschaft, die in einer nur mit ungeheuer materiellen und seelischen Mitteln zu ermöglicl-enden Aufbauarbeit steht. Es fällt schwer, angesichts des so früh aus einem hoffnungsvollen Leben dahiugegaugencn Toten von dem möglichen Siwt dieses Opfers zu sprechen. Aber es darf doch gesagt werden, daß ernsteste Selbstbesinnung der sich befehdenden zionistischen Gruppen angesichts der furchtbaren Zerstörung, die hier augerichtet ist, das einzige wäre, was des Gedächtnisses des Toten würdig wäre. Ter Geschäftsführende Ausschuß der Zionistischeu Vereinigung für Deutschland hat in seiner Sitzung vom 6. Juni 1934 folgende Beschlüsse gefaßt: 1. Tie Zugehörigkeit zur Zionistischen'Vereinigung für Deutschland ist mit der Zugehörigkeit zur Staatszionistischen Organisation unvereinbar. 2. Die Zugehörigkeit zur Zionistischen Vereinigung für Deutschland ist mit der Zugehörigkeit zum Reichsbund jüdischer Frontsoldaten ■ und seinen Sportgrnppen unvereinbar. Tie Zionistische Vereinigung hat damit wohl nur einen bereits bestehenden sachlichen Zustand formell geregelt. Die „Jüdische Rundschau" veröffentlicht hierzu eine ausführliche Begründung. die sich hauptsächlich mit dem Rj'F befaßt. Es heißt in ihr u. a.: „Wir finden es besonders beschämend, daß der RjF, die Bindungen der Frontkameradschaft, deren Respektierung er von Richtjuden erwartet, selbst seinen jüdischen Kameraden gegenüber, sofern diese Zionisten waren, Hiutanhetzte. Nicht einmal das Frontkämpferprivileg, das die Ariergesetzgebung den jüdischen Frontkämpfern gelassen hat. wird von Dr. Löivenstein innerhalb des jüdischen Kreises den Zionisten Zugcbilligt." Die Stellungnahme gegen die Staatsziomstische Organisation ist kürzer. Rach den Zwischenfällen in Berliner und sonstigen Versammlungen der. Zionistischem Vereinigung, die durch Anhänger der Staatszionistischen Organisation hervorgerufen worden sind, erübrigte sich eine eingehende Darlegung. Die Befürchtung, daß. jedenfalls soweit der RjF-Beschluß in Frage kommt, die unpolitische Gemeinschaftsarbeit gestört werdcn ' könnte, wird erfreulicherweise durch den Schluß der Erklärung der Zionistischen Vereinigung behoben, indem es heißt: „Der jetzt gefaßte Beschluß zur organisatorischen Trennung macht uns nicht irre an der Notwendigkeit gem einsamer Arbeit auch mit Juden anderer Auffassung." _ Um den AellgtzMAMW , Tie hessische Mimsterialadtellung für Wildlingswesen erläßt an die Direktionen der höheren Schufen folgende Verfügung über den Lehrplan für den evangelischen Religionsunterricht: „Ter Lehrplan für den evangelischen Religionsunterricht in den höheren schulen wird im Emverständnis mit der kirchlichen Behörde mit sofortiger Wirkung-in folgender Weise geändert: In der Serta ist statt der Biblischen Geschichte des Alten Testa- NU'nts die des.Renen Testaments zu behandeln, Ivie sie der Lehrplan für Quinta vorsieht. In Quarta ist statt der Biblischen Geschichte des Allen Testaments die des Reuen Testaments (Lesung des Markus-Evaugeliums usw.) zu behandeln, lote es der Lehrplan für Untertertia vorsieht. Für alle anderen Klassen bleibt der seitherige Lehrplan zunächst bestehen." Rach einer soeben erlassenen Verordnung wird in Württemberg israelitischer Religionsunterricht an den höheren Schulen nicht mehr erteilt. Es bleibe der Israelitischen Religionsgemeinschaft unbenvmmen. privat israelitischen Unterricht erteilen zn lassen. Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln würden nicht gewährt. SmittdelMer EchüleraMMch — tiltfttaiÄ Kinder mlögeWoilen Das Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht in Merlin vorössentlicht einen Ausruf, in dem es die Schüler und Schülerinnen der preußischen höheren Lehranstalten anffordert. sich bei ihren Direktoren zum innerdeutschen Schüleraustausch zu melden.. Die Allstauschpartner verleben ihre Ferien gemeinsam, um sich gegenseitig kennen zu lernen. Ter Gegenbesuch ist jeweils für die darausfolgenden Ferien vorgesehen. Bon diesem innerdeutschen Schüleranstausch sind n i ch t a r i s ch e Kinder grundsätzlich ausgeschlossen. Das Verufsbeamlengeseh auch m, privattchule«. aber nichl fürAnIer. richi «ichiarischsr Schülsr Die Grundsätze. die du» Gesetz zur Wirdertztt, stellung des Berufsbcamtentums vom 7. April l<m tragen, finden nach einem Erlaß des preuhischm llnterrichtsministers auch für die Privatschulen ihre Inhaber und Lehrer, und für die Rachhilst! unterricht erteilenden Lehrkräfte Anwendung und zwar nicht nur für neu erbetene Unterricht. Erlaubnisscheine oder Prwatschuttvnzesswnen so,',, dern auch die bisher ausgesprochenen U3ciuillin»uoCii sind nachzupnisen. Nichtarische Becverber ,ind grundsätzlich von der ErlanbniSertellnng a,iK„, schließen, es sei denn, daß es sich um Frvntlmnpstr , oder um Väter oder Söhne von im Kriege Gefalleneu oder um solche Antragsteller handelt. die schnn vor dem Kriege Privatunterricht erteilt oder eine Privatschule geführt haben. I e d o ch >v i l I der M i n i st e r ü der j e d e n F a l l der Ent- Ziehung einer Konzession Bericht habe u. Diese B e st i m m u u g e n find e u daun keine A u w e nduug. wenn der U n t e r r i cl, t ein e r P r i v a t s cl, n l e a „ „ schließt, cl) a u u i ch t a v i s ch c Kinder er. teilt wird. Die Nachprüfung der bisher erleilten Erlaubnisscheine soll bis zmn 31. J„ll d. z beendet sein, ^ie bezieht sich auf alle Arten von' Privatschulen, soweit dort Personen unter 18 Jahren unterrichtet werden, also auch auf Tanz.In,d Ballettschulen, auf Theater- und Filmschule'n und die entsprechenden dort oder frei tätigen Lehrkräfte. Ern unvollständiger Dadeprospskk von Wissönden Die städtische Kurverwaltung Wiesbaden HR für 1934 eine» neuen Prospekt ihres Heilbades hernusgegeben, der wie inuuer wertvolle Ans-' schlüsie vermittelt. Das gilt auch für ein dem Prospekt beiliegendes Verzeichnis der Unterkunft- Möglichkeiten. Sanatorien. Privntkliniken. Acrzten - und ärztlich geleiteten Institute. Tos Verzeichnis ist jedoch insofern nicht vollständig, als es die nichtarischen Aerzte nicht enthält, aueti nicht UntertiinstK möglichkeiten für Richtarier, die rituell zn leben N'ünschen. — Wir sind in der rage, ans schriftliche Anfrage jüdische Aerzte und Unterkmiftsnwglich. feiten für Juden zu m'»ncu. Wir bitten dringend, bei Anfragen Rückporto beizufügeu. Vom Oslseebad Arendsce. Wie der ..Riederdeutsche Beobachter" erfährt, hat der Hauptansschuß der Gemeindeverwaltung Areudsee beschlossen, allen jüdischen Besuchern, auch den Angehörigen der jüdischen Hausmaun-Stisttmg. die Benutzung des Strandes innerhalb der Grenzen des Badeortes Areudsee zu verbieten. Eingeschtosseu in dieses Bem bvt ist auch selbstverständlich das Betreten der Seelandungsbrücke, der Lesehalle und des Konzertgartcn-s. Sl;i!e nimmt 50 Anmilirn mit Dem Hilssverein der Deutschen Juden wird mitgeteilt, das; die Einreise von .'»0 dentschindischen Falnilielt, bestehend aus Vater, Müller und ,'lirdern unter 21 Jahren, nach Ehile gestattet tverden soll. Jede der Fanulieu muß außer ben Reisekosten bei der Landung im Besitze einer Summe von mindestens 2000 RM sein. In Betracht kommende Personen, hauptsächlich Handtverler und Teck)uiker, können sich unter Angabe ihrer Personalieu au die Zentrale des Hilfsvereins der Deutschen Juden in der Btartin-Lnthcr-Straße B oder an die Beratungsstelle des Hilfsvereins der Deutschen Juden. Oranienburger Straße 31. tvendcw SbMegisrungsM CKraut ilcr nÄSsmkfoMWMrs MchMMn In einem Vortrag über „Das natioualiozialisttsehe Rechtstvollen". den Oberregiernngsrat Sch raut von; Reichsjustizkonnnissariat in der Hochschule für Politik — vom Lehrstuhl der Aladentie für deutsches R'echt auS — hielt, nahm der Referent auch zn grundsätzlichen Fragen der neuen RechtSgestaltnng Stellung. Er führte hierbei nach Zeitungsberichten it. n. folgendes aus: In Konsegnenz der grundsätzlichen Ansfaiinng, daß Gritttd und Boden keine Sache seien, fernn" lierte er de,, Gedanken, daß es an ihnen niemals Privateigentum geben könne, und ztvar desliald nicht, weil Grund Und Boden ellvas seien, ivas nicht der Einzelne sic!) selbst durch Arbeit gesü;assen halst, sondern etwas, das dein Bolle in seiner Gesamtheit gegeben oder durch seine kriegerischen Unternetimnngen erkämpft worden sei. Grund und Boden köi>"' ten nur so betrachtet iverdcn, als seien sie dem Volke „zur gesamte» Hand" gegeben... Bei der Behandlung des Familienrechts^ tagte er, daß cs nicht im Sinne einer natioualwzialiskischeu Rcchtscntwickluug liege, besondere Erleichterungen für die Ehescheidung zu schassen. Er tritt auch nicht ein für die Scheidung der nllschrasßgcn Ehen, weil er der Auffassung sei. daß der kein besonderes Entgegenkommen zn erfahren brauche, der erst jetzt die Bedeutung einer mischrassigen Ehe erkenne. Durch fortgesetzte Belehrung und eines TageS auch einmal durch gesetzgeberische» Ausspruch müßten aber mischrassige Ehen in ZnknMt verhiiwert iverdeu. Vielleicht müsse uian auch On Strafgesetzbuch besonders schwere Bestimmungcu für außereheliche Vermischungen zustschen verlchiedenrassige Rienschen schassen." Der Referent kam ferner ans die Frage des Ehrenschntzes zn spreche» und forderte für die Un» griffe auf die Ehre das Offizialversahren. Die „Lchwarzwälder Btirgerzeitustg^ hat nach Illbjährigem Bestehen ihr Erscheinen erngestellt. Die Zeitung, die bis Mai letzten Jahres^ das Bezirtsamtsblatt des Bezirksanüs Rvttwcil tvar. ist seit über 30 Jahren im BAw der Familie Rothschild und wurde von drestEene' ratroiwn dieser Familie als Verleger und Lchrislleiter geführt. ' NSbskfaffa, Cs&ftdtoGi* N 7r7r 1X / // /-'! A V ’-v; II / bis zu 90 x140cm bis zu

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