Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 900 Jahre Synagoge Worms 1904-1934 (31.5.1934)
- Date
- 1934-05-31
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Ter Anbau der Jescksiwa fällt zeitlich zusammen mit der Errichtung des Almcmors in der wicderhergestellten Synagoge. Es war ein quadratisches Podium mit spitzbogigcn Oejsnungen, das sich zwischen den beiden Tragpseilern des Raumes befand. Ter Gesamtban, erweitert und ergänzt, tvurde mit dem Dach überwölbt, das damals seine heutige Form erhielt. Zum Eingang führte ein kleiner Vorhos, der mit seiner Einfassung durch Blendarkaden uns als malerische Bereicherung der Bauanlage in Bildzeugnissen überliefert ist. Als die Lande am Oberrhein durch die Verwüstungen der Orleanischcn Erbfolgelriege heimgefueht wurden, blieb auch die Wormser Synagoge nicht verschont; sie wurde als Pserdeslall. später als Magazin verwendet. Aach dem Ryswyker Frieden 1697 schien wieder die Erneuerungsarbeiten ein. Aus der Folgezeit verzeichnet die Baugeschichte das Jahr 1843 als das der lebten entscheidende!; Veränderungen; die Wand zwischen Männer- und Fraucnschnle wurde mit zwei Oessuuugen durchbrochen, die den Fenstern entsprechend spihbogige Form erhielten. Eine Empore wurde in die Männersynagoge eingebaut. Erst fünfzig Jahre nach dieser Umgestaltung entdeckte man den Teil der Synagoge, der mit ihr zu den baulichen Sehenswürdigkeiten der jüdischen Altertümer gehört: das Tauchbad, dessen Zugang wenige Schritte von der Raschi-Kapelle entfernt liegt. Eure geländerlose, schmale Wendeltreppe führt au vermosteu Wänden in die Tiefe. Unter Nüstern, die den Rasenplatz des benachbarten Altersheims beschatten, steigt man hinab, vorbei an Zellen und Räumen mit eigenartigen Nischcnmnlden, bis man die Sohle des Badgewölbes erreicht. Ein uralter Lichtschein fällt von oben durch ein vergittertes Fenster in das feuchte Gemäuer. Schwarz liegt der Spiegel des aus Grundguellcu hcrausgetriebenen Wassers. Hier haben fiel) die abgeschiedenen Zeiten zum Eindruck des absonderlich Tüstern verdichtet. Eine Anagramm-Inschrift von 1186 gibt Kunde von der Entstehung dieser kultischen Stätte der Reinigung, deren architclloinsche Formbestandteile ebenfalls keinen Zweifel darüber lassen, das; sic in die Zeit des Baris der Männerschule fällt. Auch die ganz ähnlich angelegte Mikwa 311 Speyer ent- ■ stand damals. Einst ging, so erzählt man sich zu Worms, eine fromme Frau zum Gotteshaus. Gerade schritt sie durch die schmale Gasse rrebeu der Frauenschule, als ein wilder Kriegsmann eiuhergefahren tarn, der drohte, die Frau mit Roß urrd Wagen zuschanden zu treiben. Keine Rettung schien. Ta wich in der lwch'lcn Rot die Waird des Gotteshauses zurück, und die Mulde, die sie bildete, nahm die Frau vor deru daherraseirden Gefährt des Wüterichs in Schuh. Wenige Monde darauf genas die wunderbar Beschühte ciircs Knaben, der als Jehuda Kachasid ein vielgcrühmter Rabbi wurde. Roch heute zeigt man die Mulde der Errettung an der Synagogenmauer. Zu diesen sagenhaften Erinnerungen kommen in unseren Tagen die Schälle, die das Wormser Synagogenmuseum birgt; so wandeln sich die Zeugnisse der Vergangenheit. Vor wenigen Jahren hat mau die Innenwände der Wormser Synagoge mit Laznrblan und Schwefelgelb neu ausgemalt, um den räumlichen Eindruck der Entstehnngszeit wiederhcrzuslellcu. Tie Absicht ist gut; aber die heutigen Farben sind uiui einmal nicht die einstigen, mögen die Töne noch so genau wiederholt sein. Gerade bei dem Bestreben, den Abstand der Jahrhundere aufzuheben, wird er nur um so deutlicher. Aber damals wie heute ist cs das Haus der andächtigen Versammlung, für die rückschauende Betrachtung ein Haus des Schicksals. Wir grüßen cs an der Schwelle des zehnten Jahrhunderts seiner Geschichte in Ehrfurcht, — „die Stätte deiner Wohnung". 8. K. W >'■ , V S-,V,V biliffililr Aaschi Von Fritz Bamberger Die ersten Bücher, die Gutenberg druckte, waren ein lateinisches Schulbuch und die Bibel; das erste hebräische Buch aber, das ans der Setzerpresse kam, ist Raschis Kommentar 31t den fünf Büchern Moses gewesen. Nichts kann eindringlicher und gleichnisstärker die Bedeutung zeigen, die sich das Erklärungswcrk des Rabbi Salomo ben Isaak (dessen Namen man abkürzend zu Raschi znsammenzieht) in drei Jahrhunderten geschaffen und in allen folgenden nicht verloren hat. Raschis Kommentar ist ein jüdisches Schulbuch geworden und oft in Gefahr gewesen, selbst die Bibel zu sein, die er doch nur erklären sollte. Generationen haben die Schrift so gelesen, wie Raschi sie cs gelehrt hat. Sie haben verstanden, )vo Raschi keine Erklärung brachte, und hielten in ne. uu> Raschi innehielt, um zu erklären. Sie haben dort gefragt, wo der Kommentar Raschi seine Frage stellte, und sie konnieu das, loci! das Buch, das ihnen die Schrift erklären sollte, in des Wortes wahrer Bedeutung ein Buch in ihrem Sinne war. Ter es geschrieben hatte, war immer ein naiver Leser geblieben. Die Gelehrsamkeit hatte ihn nicht verführt. Er hat es nie verlernt, dich Schwierigkeiten dort 311 sehen, wo der einfache Main; sie sieht, der in Sacher; des Verstehens nicht zu bestechen ist. Der unerbittlich Klarheit verlangt und den niemand dazu bekommt, ja zu sagen und weiterzulesen, wo er nicht mitkouuut. Dieser Beste aller Leser gibt sich erst dann zufrieden, wenn der Anstoß wirklich auf plausible Weise beseitigt ist. Niemand kann ihn dazu zwingen, daß ihm etwas Geschrobeues oder Verdrehtes oder Hochgelehrtes oder was so scheint imponiert. Er ruht nicht und liest erst dann erleichtert weiter, wenn er das Unverständliche oder Halbverstandene, das ihn bedrückt, in seiner Sprache vor sich hat. Deshalb ist ihm die Worterltäruug die liebste, und er geht mitten Zusammenhängen mit, wenn sie sich in seiner ihm geläufigen Logik des Alltags bewegen. Auch eine Geschichte ist ihn; zur Erltäruug recht, wenn sie sachlich erläutert. Aber die schönste taugt ihm nichts, wenn sie nicht unzweideutig und geradenwegs die Frage auflöst und aus den Wortsiuu hinweist. Raschis erster Biograph, Leopold Zunz, in einem Ausfall, der als Erstling der jüdischen Wissenschaft klassisch geworden ist, sagt es uns, „daß Raschi vom Talmud beherrscht, keineswegs tolerant gewesen, — daß er vom Persischen, Arabischen, Latein und Griechischen nichts verstanden, — daß seine deutschen, astronomischen, geographischen und medizinischen Kenntnisse einen unbedeutenden Inhalt gehabt, — daß er in der Kabbala ein Fremdling, nicht frei von Abcrglaccben, und selbst in der hebräische;; Sprache, mehr durch Taet und Hebung, als durch zum Bewußtseyn gekonnnene Grammatik, zu Einsichten gelangt mar". Und wenn wir nun noch wissen, daß er das Leben kennt, sich in den Straßen und Geschäften . nmgesehen. die Praktiken der Handwerker angeschaut und ihre Sprache spricht und all das verwendet, um das Wort und die Realien der Bibel Menschen des 12. Jahrhunderts nahezurücken (mit einer plastischen Kraft, die auch für heute noch reicht), dann steht das Bild des großen Bibel- und Talmndlehrers deutlich vor uns. Denn auch zum Talmud hat Raschi einen großen Kommentar geschrieben, in dem die gleiche stippende Uebung und ein praktisch-nüchterner, aber feinfühlender Takt ans den alten Kommentaren und der eigenen Ueberlegnng herausholt, was seine und spätere Zeit zum Verständnis braucht. Aber dieses Bild ähnelt nicht dem, das die eifrige Uebcrlicfernng uns Übermacht hat. Die biographischen Taten, die die Geschichtswissenschaft als sicher bezeugt, sind kärglich. WS ‘^V mir W 'I NW mMH b (1 1 Wormser Synagoge Federzeichnung vsn Henriette tNannheimcr Danach stammt Salomo bei; Isaak ans einer Familie, in der tiefe Talmndgelehrsamkeit traditionell ist. In Trohes, der Hauptstadt der französischen Eyampague, wo er 10-lu geboren ift wird er groß und früh in allen Tiefen und Weiten der jüdischen Bildung heimisch. Als Achtzehnjähriger tritt er unter die Ehnppa. Aber bald nach der Verheiratung geht er nach Mainz an die berühmte Talinndschule, die der berühmte Rabbi. Gerschom begründet hatte. Er studiert in Speyer und Worms bei großen Rabbinen, „in Mangel an Brot, entblößt von Kleidern". Vis zu seinen; siiujnudzmanzigsten Jahre bleibt er dort, nur kurze Besuche in der Heimat und bei der Frau, für die. er das „Joch der Ehe" trägt, unterbrechen diese Zeit. Dann aber läßt sich der längst als Genie Bewunderte, vor dem als Jüngling schon die Großen seiner Zeit sich ehrfürchtig geneigt, in Trohes nieder. Die berühmten deutschen Lehrer sterben ans. die Lehrhäuser am Rhein verwaisen. die Schüler strömen nach Trohes, und immer glänzender leuchtet Raschis Stern, lim» stirbt er. Die Sage hat dieses einfache Leben mit phantastischen Zutaten verbrämt. Die Legende, die geheimnisvoll Diamanten. All buche, Madouuenbilder und dir Stimme Gottes zniannnen. bringt, webt um seine Geburt; die Wormser Reliquien erzählen ihre Geschiehteu: märelfenhaste Reifen in märchenhasw Fernen werden dem Ria in; e angedichtet, der außer seiner Heincat und dem Rhein nichts von der Welt kannte; Phantastische Begegnungen mit Gottfried von Bouillon, dem er schreckliche Zukunft weissagt, ihm zugeschrieben. Das Volk, das die Legenden entwickelte, spürte echte Verwandtschaft und Nähe im Werke Raschis und nahm dieses Werk auf wie kein anderes der jüdische;; Literatur. Aber es konnte und mochte nicht begreifen, daß Rasll,is geniale Simplizität Geist voi; seinen; Geiste loar, daß sein eigenes Denken und Fragen in Raschi selbst Gestalt gewonnen hakte. Und deshalb brachte es ihn mit den Geistern des Hinnnels und der Erde zusammen, guten und zwiespältig gefährliche», und wob Wunder um ihn. Uns sagen die Legenden wenig. Aber wenn wir er» fahren, daß Raschis Auslegungen, die lebendiger blieben als alle Snbtilitäten jüdischer Grammatiker in Spanien und Italien, über einen christlichen Mittelsmann weg stark auf Luther gewirkt haben, der auch seinem Volke nahe blieb, als er il)in die Bibel, gereinigt von den gewagten Finejsen theologischer Spekulation, neu vermittelte — glauben nur von den; Weg des Geistes in die Wirklichkeit zu wissen. 2llre jüdische Familien in Worms Plauderei von Dr. Guggeicheirn-Offenbach/Main Die Geschichte alter Wormser jüdischer Familien zu schreiben begegnet einer doppelten Schivierigleit. Zunächst wurden die Familiennamen ziemlich spät angenommen, wenn auch feststeht, daß zur Zeit des napvlevnischcn „Erlasses von 1808 wegen der Bor- und Zunamen der Juden" eine große Reihe von Familien schau von früher her Familiennamen führten. Tann aber darf nicht übersehen iverden, daß die Geschichte der Wormser Jndcngewe'nde durch die Zerstörung der Stadt Worms in; Jalzre 1689 einen Bruch erfuhr, nach welcher der damalige Rabbiner Jair Bacharach schreibt: „Unstet und flüchtig irre icl) seit der Zerstörung der Stadt umher; ich war in der Fülle der Manneslraft m;d bin plötzlich zun; Greis geworden; mein Augenlicht ist getrübt, die Schärfe meines Geistes ist gebrochen, denn Not m;d Elend sind ineine ständigen Begleiter." Erst nach und nach kehrten wenige der alten Fannlien nach Worms zurück. Hätten die Franzosen die Inden im Jahre 1689 nicht ansgetricben, so könnte, da gerade Wormser Juden schon van altersher Familiennamen hatten, eine viel umfangreichere Liste sehr weit zurückgehender Wormser Familien aufgestellt tverden. Besonders ansjchlußreich sind in dieser Beziehung die Alten über die Namensgebung infolge des oben erwähnten napoleonischen Erlasses. Ans ihnen geht hervor, wieviele Familien schon vor dem Erlaß, feste Familiennamen besaßen. Eine Anzahl dieser Familie;; ist bis ins 17. Jahrhundert zurückznverfvlgen, so die Familien Bayerthal, Bodenheim, Gallinger, Emsdorf, Hüttenbach, Lohnstein, Mannheimer, Nickelsbnrg. Bis ins 16. Jahrhundert hinaus sind die Familien Blün, Gernsheim. Gnggenheim, Honig zu verfolgen. Bon all diesen Fannlien sind heute noch Nachkonunen in Worms ansässig. Sie Pflegen ihre reichen Traditionen und haben zum Teil urkundliche Belege für das Alter ihrer Familien. Da ifi z. B. die Fanülie Gernsheim, deren Name zmn erstenmal in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, etwa 1 .*>70 genannt wird. Ter Name Gcnshcim (also ohne r), wie sich die Familie früher nannte — nach einen; zwischen Offstein und Grünstadt in der Pfalz gelegenen Ort, der zum Bistum Worms gehörte und der in den Verwaltungskarten nur noch als Gemarkung aufgcführt wird —, kommt sowohl in jüdischen als auch in städtischen Urkunden viel früher vor (angeblich zum erstenmal im Jahre 1370). Im Anfang des 17. Jahrhunderts gab es in Worms vier oder fünf Stämme Gernsheim, die verwandt oder verschwägert waren und immer streng ans die richtige Schreibweise ihres Namens (nicht Gernsheim e r!) achteten. Ans der Familie Gernsheim stammen mehrere Gemeindevorsteher, u. a. auch der letzte W v r m s e r I n d e n b i s ch 0 f Michael Gernsheim, der nach damaligem Recht vom Bischof ^der Stadt zum Vorsteher der Inden ernannt ward. Jndenbischof ist der amtliche und öffentliche Titel des ans den Mitgliedern des Vorstandes vom regierenden Bischof ausgewählten Leiters der Wormser Gemeinde. Das älteste in dieser Familie festzustellende Grab ans dem alten Friedhof ist das eines 1620 verstorbenen Salomon Geros - heim. In der Fanülie Gernsheim kommen neben Talmudkundigen, Handelsleute, insbesondere Weinhändler — die Wormser Juden trauten und trinken wie ihre Mitbürger gerne ihren Schoppen, und bei einer Bestandsaufnahme des Weines dnrck; den Rat der Stadt Worms im 17. Jahrhundert stellte sich heraus, daß fast alle Wormser Inden ihr Füßchen Wein;;;; Keller hatten —, Metzger und mehrere Aerzle vor. Ter bekannteste Gernshciu; ist der 1917 in Berlin verstorbene Komponist und Musikpädagoge Professor Friedrich Gernsheim, der;n seiner Jugend einen weltberühmten Namen als Klavierspieler hatte. u*.|iLiu.u jiuj um vvLuiyi/Limy, I nutf) andere Wormser Familien eines langen Lebens. U. a. eure Frau Regine Gernsheim, geborene Gernsheim mit Hund Jahren und dreißig Tagen gestorben, und der aus Wor; stammende Michael Gernshciu;, der im vergangenen Jahre New York ftarb, erreichte ein Alter von 97 Jahren. Drei Ja! vor fernen; Tode hat er noch eine Uebersetznng der Göcklicl Kwmodw von Dante ans dem Italienischen ins' Englische fevt ni'ltcl t und noch ein Jahr vor seinem Tode war er ein eifri Eellchpieler. Ich erinnere mich selbst.noch folgender Episc Ernes .vages war ich bei der Großmutter des noch jeßt ^üorms lebenden Arztes Dr. Gernsheim, einer etwa 90 Ja lüten Frau, als bereit über 70 Jahre alter Bruder sie beim! ^;e empfing ihn mit den Worten: „Warum hast du dich ganze Woche rncht sehen lassen? D u L a u s b n b!" So ließe noch manches von den; Alter der Wormser erzählen. Auch Vorfahre ^der jetzt in Worms noch lebeW ~ *■" ~ r; ■ ' - «s- .':v* ‘—0 lebenden Familie G Gallinger, geboren 17.74. erreichte ein A von 00 Fahren. Er war ein gelehrter Mann, sein Sohn ri?rpnmöcr ouws noch jetzt bestehenden Wüsche- und Be! geschastes. Die Vorfahren des jetzigen ersten Vorstehers der jüdischen Geineinde, Dr. N i ck e t s b;; r g in Worms, tonnen bis in de» Anfang des 17. Jahrhundert nachgeniiefen iverden. Sie hatten immer enge Beziehungen zu der Gemeindeverwaltnng, und einer derselben muß ein beliebter Vorsteher gewesen sein, denn seine Grabschrift lautet wie folgt: „Ter Vorsteher Allatisjahn zum Spieß" Heuten und Wehgeschrci über den trenbewährten Mann, dessen Handlungen alle würdig waren. Er ist der Vorsteher Allatisjahn Sab» von Rabbi Isaak Aticketsbnrg, welcher gestorben Donnerstag, den 14. Damns 7439 — 1679." Der Mann ist hier nach dem Haus „zum Spieß" genannt, in dem er wohnte. Es war wie" auch'anderwärts'damals in Lllorms üblich, daß ein Hans ein beslinnnles Zcicheu halle »>ll; der Eigentümer nach diesem Zeichen genannt wurde. Ben solchen Häusern ist nur noch eines, das Hans „Zur Büchs" im Besitz der ursprünglichen Eigentümerfauntie, der Famille Gnggenhein;. Eine ganze Reihe von Firmen, deren Inhaber heule nach in Asivrms lebende Gemcindcmitglieder sind, besteht über 100 Jahre, so die Firma E. M. G 0 l d s ch m i b t, E ding c r Löhne, Daniel G n g g e n h e i;;;, A L 0 h n st e i n, A. B ebenst e i m, Albert BI ü h n, Julius sJJi a 1; 1; h c imer u. a. Tie Ledererportfirma A. Bodenheim. 1828 von Abraham B ode n h cim gegründet, wurde nach dessen 1867 .erfolgtem Ableben bon^ feinen Söhnen Isidor und Eduard Bodeuheim sortgeführt. <^ie wird jetzt von den; Schwiegersohn des Isidor Bodeuheim.^Leo Grünseid.' geleitet. Die Fanntie Bvdenheim ist;;; LÜorms seit einige;; Jahrhunderten urkundlich nachiveisbar. Bemerkenswert ist, daß die Firma Edinger Svhue (Gründer Hirsch Oettinger, geboren '1771, später Edinger genannt) die erste Fabrik in Deutschland war, die fertige Kleider m Rcengen herstellte. Ilms Jahr 1840 wunderte ein junger Wormser nach Ehite ans und schrieb von dort aus den ihm befreundeten Brüdern Edmger, deren Eltern in Worms einen Kleiderhandet betrieben, ße lnöchten ihm doch und) seiner neuen Heimat fertige Kleider senden, da er sich in Ehile nur zu imerschwinglicheu Preisen fo/che beschaffen könne. Die Brüder Edinger entsprachen feinem Wunsche und die von ihnen gelieferten Kleidungsstücke fanden solchen Anklang, daß der Wormser Freund ihnen schneb. sie sollten ihm auch für seine übrigen Bekannten ebenfalls Kleider lenden, was geschah und zu regelmässigen Bestellnngei; fi-hne. -r-e hierbei gemachten Erfahrungen brachten die Brüder Eduigcr ans den Gedanken. Herrenkleider, die seither nur handwertsnu;ß;g hergestellt wurden, im Großen anzufertigen. Auf d;e,e