Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 21 (25.5.1934)
- Date
- 1934-05-25
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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C-V.-Zfg. Beiblatt Nr. 21 | jf" 25. Md ^33! fe53 1934 Charakter- und Von Walter Borchardt „Wir sind nicht klein, wenn Umstände uns zu schassen machen, nur wenn sic uns überwältigen/ Goethe. Tie folgenden Zeilen sollen nicht über jüdische Erziehung als eine Erziehung, die sich mit der Vermittlung jüdischen Wissens und jüdischer Werte besaßt, handeln; über die Notwendigkeit solcher Erziehungsarbeit ist schon von anderen und berufeneren Leiten genügend gesagt worden. Jin folgenden soll vielmehr v o u de r a l l g e m c i n m e n s ch - liehen uitb charakterlichen Erz i e h >i n g gesproelwu lverden, die heute und in Zukunft Menschen unserer Gemeinschaft nottut, eben weil sie Juden sind, weil die Zeit an sie als Juden, an ihre menschliche und charakterliche Haltung, besondere Forderungen stellt. TaS vergangene Jahr hat für unsere Gcmeiiuschast wie für viele einzelne von uns wuchtige Lchietsalsschläge gebracht. Tie Wirkung dieser Ereignisse besteht nicht aut: in einein Einmaligen, in dem Verlust bestinnnter Eristenz- und BctäLignngsmöglichkeitcit; besteht vielmehr vor allem in dem in die Zukunst hinansnürkenderr Urnstand, das; tuir hinjori unser Leben iiberchaupt unter sehr viel schwereren Bedingungen als bisher werden leben müssen. Tiefe Feststellung ist nicht nur ans das Schicksal der deutschen Juden zu beschränteu; denn uoas wir au uns selbst ersahren haben, bat uns die Augen für die Erkenntnis geöffnet, daß in den schweren politifchen und sozialen Kriselt und Erschütterungen. die sich seht im Leben der Völker vollziehen, auch anderwärts das Schicksal unserer Gemeinschaft weit gefährdeter ist als dies seit langem der Fall gewesen. Wenn vom Mensel.cnschictsal nicht erst seit Goethes, sondern sctjvn seit Tenecas Zeiten gesagt worden ist, leben heiße: ein Kämpfer sein, so gilt dies für uns Juden heute im vervielfachten Sinne. Kämpfen aber seht eine bestimmte Grnndhaltung voraus, Kampslvtllen. wenn anders man überhaupt den Kampf bestehen will. In einen Kamps geht man nicht ungerüstet. Es bedarf keiner Erörterung, das; das Rüstzeug, das Juden heute brauchen, um int Kampfe bestehen zu köuueu, nur in den geistigen Gütern und Gabe:; bestehen kann, die ihnen mit aus den Weg gegeben werden müssen. An Gadeit des Verstandes haben Vorsehung und Geschichte unserer Gemeinschaft genug mitgegebeu. um dem Kampfe gewachsen ztt sein. 'Aber das allein genügt nicht. Es ist ein unbestreitbares Verdienst des Nationalsozialis- 1)111* gegenüber einer Erhebung, die vor allem auf geistige Schnlnna und Wissensvermittlung gerichtet nmr. den Wert charakterli ch e r und willen s m ä ß i g e r Bildung in den Vordergrund gerückt zu haben. In dieser Züchtung liegen für jüdische Erziehungsarbeit noch große Aufgaben. Lloyd George hat in einer Rede im vergangenen Jahre von den Inden gesagt (ich zitiere nach der Erinnerung), sie würden alle Verfolgung überdauern; denn die Geschichte habe sie zu gutem Stahl geschmiedet. Tas ist nur sehr teilweise richtig. Es ist bewundernswert, mit welcher Würde viele von deujeuigeu. die durch die Ereignisse des vergangenen Jahresbesonders hart betroffen morden sind, ein schweres Schicksal tragen: aber man sieht doch auch erschreckend viel Mutlosigkeit. Schioäehe und Verzweiflung, die manchmal sogar zu lehtem, furchtbarem und uuwiderruslichcm Entschluß verdichten. Für das Schicksal eines Menschen ist letztlich nicht die objktive S ch w c r e des Erlittenen, sondern feine g e i st i g e und willen s m ä s; i g e Ha l tnng dazu entscheidend. „Gewiß ist es last noch wichtiger", sagt W. von Humboldt einmal, „wie der Mensch sein Schicksal n i m in t. als wie fein Schicksal i st." In dieser mcnschtichen und charakterlichen Einstellung zu unserem jüdischen Schicksal den Menschen nuserer Gemeinschaft Rückhalt zu geben, nach dieser Richtung Erziehungsarbeit zu leisten, muß das erste Ziel heutiger jüdischer Erziehung sein. Tic Ereignisse des vergangenen Jahres haben das Interesse an jüdischer Geschichte in unseren Reihen stark belebt. Ter Wert i!,rer Kenntnis kann für uns nicht in erster Linie in einer Anhäufung von Wissen über Einzelvvrgänge bestehen: er muß vielmehr bestehen in dem Fruchtbarmachen der Geschichte für die Erziehung unserer Gemein» schasst, in dem Auszeigen derjenigen Kräfte, die das Leben unserer Vorfahren gestaltet und getragen und die allein es ermöglicht haben, daß mtiere Gemeinschaft Jahrhunderte und Jahrtausende eines oft beispiellosen Leidens überdauert hat. Es muß uns vor Augen gestellt werden, und zwar nicht einmal und gelegentlich, sondern wieder und wieder, cs muß uns ein gehämmert werden, säst möchte man mit den biblischen Worten sagen: „wenn du sitzest in deinem Hause und wenn dn gehest auf dem Wege, wenn du dich nieder» legest und wenn du anfstehcst", mit welcher unerhörten Vitalität und Zähigkeit, mit welcher Lebenskraft und tvelchem Behauptungs- Willen unsere Vorfahren ein Schicksal getragen haben, das oft noch um sehr viel schwerer war als das, was wir erlebt haben und erleben, daß sie ihr Leben gelebt haben unter Bedingungen, die häufig nicht nur für ihre wirtschaftliche Eristenz, sondern für ihr nacktes Leben eine ständige Bedrohung und Gefahr bildeten. Es muß uns eingeschärst werden, welchen Anspruch au uns, welche große Veppflichtnng die Geschichte unserer jüdischen Gemeinschaft für uns und unsere Haltung enthält. In diesem Sinne in uns selbst auch für den Kampf des Alltags alle Kräfte jüdischen Lebens- und Selbstbehauptungswillens wachzurusen, muß eine der wichtigsten Aufgaben jüdischer Erziehung sein. Wir brauchen nicht jüdische „Bildung" in dem farblosen passivischen Sinne des Wortes — Bildung, die übermittelt wird; wir brauchen vor allem Bildung in dem aktivischen Sinne einer Formung. Bildung jüdischer Manschen, ihrer Erfüllung mit jüdischer Zähigkeit und jüdischer Lebenskraft. So wichtig selbstverständlich die geistige und körperliche Ausbildung für Menschen unserer Gemeinschaft ist, noch wichtiger ist die seelische Erziehung, die Aufgabe, Menschen herauzuziehcn, die auch unter härtesten psychischen und physischen Bedingungen nicht zerbrechen. Zu solcher Erziehungsarbeit sind zunächst selbstverständlich diejenigen berufen, m deren Hand auch die wissensmäßige Schulung der jüdischen Menschen gelegt ist. Sodann die großen Organisationen, die das deutsche Judentum sich geschaffen, in denen sein Aufgabenkreis und Lebenswille seinen Ausdruck gefunden hat: Wie ihr Leben wird von den vielen einzelnen, die die Organisation bilden und tragen, so muß von dem Leben der Gemeinschaft in das Leben des einzelnen Acut und Sclbstbehauptungswille hinüberströmen. V o t aU e m aber ist z n d i e - ser Erziehungsarbeit jeder einzelne an sich selbst berufen: Ein jeder muß in immer erneuter Anstrengung olle Kräfte des Willens und des Blutes in sich selbst aufruseu, um Blutlosigkeit und Schwäche zu überwinden. Zu dieser Erziehungsarbeit ist jeder in seinem Kreise berufen; soviel lähmende Niedergeschlagenheit ein mutloser Mensch um sich verbreitet, soviel Kraft und Zuversicht strömt von jedem aus, der sich selcht zu der Haltung durchgernngen hat, ztt der nur gegenüber Ahnen und Enkeln verpflichtet sind. Und noch eines über das „wie" dieser Erziehung: Es kommt nicht so sehr ans die Erkenntnis solcher Erziehnngsnotwendigleit an — wieviele mögen ähnlich denken — sondern auf das Blast von Eindringlichkeit und Leidenschaft, mit der diese Erziehungsarbeit geleistet nürd, mit der alle Lebenskräsre unserer Gemeinschaft und unserer Geschichte beschworen und in den Tienst solcher Erziehung gestellt werden. Lauwarme jüdische Erziehung — als bloße? Surrogat fehlender anderer Ansbildungsmöglichkeiten ist überhaupt keine jüdische Erziehung. Nur ein starker Anruf, nur tiefe und leidenschaftliche Hingabe an die große Erziehnngsansgabe, die in dem geschilderten Sinne zu leisten ist, kann die Ausnahme- und Hingabebereitschaft der zu Erziehenden wecken, ohne die keine Erziehungsarbeit Erfolg haben kann. Von einer Spezialwissenschast der Gelehrten ist die Biologie zum Ausgangspunkt allgemeiner soziologischer Betrachtungen geworden. Darum hat man diesem Lehrfach in den staatlichen Schulen einen größeren und wichtigeren Platz eingeräumt als bisher. Es handelt sich bei uns nicht um augenblickliche Modesragen. sondern um das Ziel alter, schulpolitischer Bestrebungen, die jetzt allerdings verstärkte Bedeutung erhalten haben. Es ist innerhalb dieses Aufsatzes nur möglich, die Bedeutung des Biologieunterrichts für die jüdische Schule ganz allgemein klarzulegeu. Unsere deutschen jüdischen Schulen, die ja genau wie alle anderen unter staatlicher Aussicht stehen, sind verpflichtet, auch die neuen Lehrstoffe der staatlichen Schulen zu berücksichtigen. Aber auch ohne diese Vorschrift wäre es unsere Aufgabe, die jüdischen Kinder in die biologischen Zeitfragen einzuführen. Denn in der Stunde, in der unsere jüdischen Kinder die jüdische Schule verlassen, und sich als arbeiteude Menschen in die Gesellschaft einordncn wollen, könnten sie diesen dauernd an sie herantretenden Problemen gegenüber schwach und hilflos werden, wenn nicht Eltern und Erzieher sie davor bewahrten. Tie Ausbildung eines persönlichen Bewußtseins durch die Biologie ist erforderlich. Tie Entfaltung des Bewußtseins ist ein erziehlich wertvoller Weg zum Selbstbewnßtsein, und ein gesundes Selbstbewußtsein brauchen unsere jüdischen Kinder für den -Kampf ihres Daseins. _ Tie Biologie ist die Lehre vom Leben. Sie umfaßt die Pflanze, das Tier und den Menschen und die Lebensgemeinschaften in ihren natürlichen Be- Ziehungen. So kann sich der Aiologiennterricht ausbauen von den einfachsten Natnrbeobachtuugen und -bcschreibungen bis zur Erkenntnis der Lebens» gesetzc und ihrem Answirkcm auf den Einzelmen» schen und das Geschehen der Welt, der Böller und der Staaten. Eilt solch umfassendes Gebiet kann unmöglich nur an Fachstunden gebunden sein, vielmehr muß die biologische Betrachtungsweise auch in die kulturkundlichen Fächer hineingetragen werden, um so ein harmonisches Zusammenwirken von geisteS- und naturwissenschaftlicher Bildung herbeizusühren. Unsere jüdischen Kinder, soweit sie nicht Ingendbünden angehären, sind leider nicht sehr naturverbunden. Tein kleinen jüdischen Schulkind muß daher ganz besonders die einfache Naturbeobachtung vermittelt lverden, um so die Verbindung zum Boden unb zur Landschaft herbeiznführen. In diesem Sinne entspricht die Chärakterbildung dlirch den Violvgieunterricht dem Konzentrationsgedanken der jüdischen Schule. Tas heranreifende Kind soll durch den Biologieunterricht hingeleitet werden, sein eigenes Ich in das Naturgeschehen hmeinzubeziehen. Der Aufbau - und die Lebensvorgünge des eigenen Körpers werden ihm vertraut gemacht, sowie es Bau und Leben der Pflanzen und Tiere kennenlernte. In dieser Vertrautheit mit biologischem an die Jugendlichen, die demnächst inZ Lebert hinaustreten, stellen soll, wird von den jeweiligen wirtschaftlichen Bedingungen, unter denen wir leben, abhängig sein. In einer Zeit, wo unsere llmwclt sogar durch Gesetzgebung auf erbbiologischer Grundlage auf Rassenverbesserung Hw, arbeitet, muß auch die kleirie Schar der deutschen Inden durch Aufklärung für Artverbesserung in den eigenen Reihen sorgen. Tie Grundsteine solcher erbbiologischen Ansbanarbeit müssen fajou in der Schule gelegt werden. l)r. Erete Lilicnstern. Mittelstere für jüdische Erwachsenenbildung Bon der Reichsvertretnng der deutschen Juden ist unter Leitung von Professor Tr. Martin Ander und mit dem Sitz in Franlfnrt a. M. eine Nitlet. stelle für jüdische Erwachsenenbildung ins Leben ge. rnsen rvorden. Sie hat vor allem die Ausgabe, den Gedankenaustausch zwischen den Einrichtungen und den Mitarbeitern der jüdischen Erwachsenenbildung in Deutschland zu fördern, neue Einrichicingen und pveckcntsprechende Ausgestaltung der bestehenden a»zuregen und in allen oiuschtägigen Fragen den Organisationen und EnnzcstpersöiNichkeiten beratend und helfend zur Bersügcnig zu stehen. Ihn einen lleberblick über die vorhandenen Eincirhtnngeu zu geivinneu und einen Gedantcnaustausch einznteiten, werden die Leiter der Lelirhäuser, Bolkshochsrhnten, Lehrlurse. Kurse der RAigionsnclneinden. Scchnlen der Jugend. Bürhereicm ustv.. sowie alle sonst interessierten Persönliehteiten und Gruppen ausgejordert, möglichst umgehend Material über die Arbeit (Arbeitspläne. Ansbanwnnsche. besondere Schwierigkeiten. gn!e Ansatzpunlte für die Arbeit, Art und Zahl der Besuchet an die Mistelstelle für jüdische Erwachsenenbildung Frankfurt a. M., Fahrgasse llD, einzn'ghiclen. nterricht sehen Sdhyfei Geschehen wird es mit mehr natürlicher Gelassenheit die Vorgänge der körperlichen Reise erleben als die Kinder früherer Generationen, denen die ersten geschlechtlichen Vorgänge ün eigenen Körper einen Schock bedeuteten. Tie Besprechung des Kapitels der -Fortpflanzung und Vererbung — lange allmählich im laufenden Unterricht vorbereitet — verlangt vom Biologielehrer die stärlste Pädagogische Einwirlnng. Hier muß er Serualpädagoge und Sozialhygieniker sein, indem er Interesse und Verantwortlichkeit für das Wohlergehen des einzelnen, seiner Familie und seines Stammes weckt. Auch unsere Kinder sollen Ahnen- und Rassenknnde treiben. Sie gewinnen dabei das stolze Vcivnßtsein ihrer Abstammung von einem Volk, das Kulturträger war, als andere Völker noch unbekannt und itnbenannt waren. Im rassenlundlichen Unterricht müssen mit unseren Kindern die Entstehung von Art und Rasse, Rasse und Umwelt, wichtigste Nassetypen, die Rassenmerkmale in körperlicher, seelischer und geistiger Hinsicht besprochen werden. Hierhin gehört auch die Besprechung der geschichtlich begründeten biologischen Differenzierungen, der Unterscheidung von aslanasischen und sephardischen Inden vom biologischen Gesichtspunkt aus u. a. m. Gerade bas Wissen um diese Dinge macht dem jüdischen Jugendlichen seine besondere Eigenart als deutscher Jude bewußt. Selbstverständlich toollen wir jüdischen Erzieher die Bererbuugs- und Rassenthevrien den Jugendlichen nicht schematisch oder tendenziös darstellen. Wir wollen vielmehr auch die Grenzeit und die Problematik der Wertung dieser Tinge aufweisen und keine biologischen Wertidceu heranzüchton. Es ist noch zu erörtern, wieweit in der Volksschule die Vererbungslehre zu Erbbiologie und Rassenhygiene ans gebaut werden kann, Id er ob man diese Besprechungen nicht fortbildendem Unterricht nach der Schulentlassung überläßt. Tic meisten bestehenden jüdischen Schulen sind Volksschulen. Ter frühe Volksschnlabschlns; aber verbietet ans Mangel an Zeit und Reife der Schüler eingehende Erörterungen. Trotzdem ist es wünschenstvert — soweit ivie möglich — ans diese Fragen einzugehen. Auf höheren Schulen bei älteren Schülern kann cS ohne weiteres geschehen. Das Betrachten erbbiologisch lehrreicher Stammbäume beweist den Jugendlichen säst von selbst die Wichtigkeit der Rassenhygiene. Solche Stammbäume mit besonderer Berücksichtigung solcher mit jüdischen Erbkrankheiten müßten in das Lehrmaterial unserer jüdischen Schulen auf. genommen werden. Dem jugendlichen Wesen angepaßt können an dieser Stelle des Unterrichts bei erwachsenen Schülern die bevölkeriingspolitischen jüdischen Probleme anfgezcigt werden. Wietvcit man hierbei moralische Forderungen Hoch» schulen der deutschen Jugend Anläßlich der Verpflichtung der nenimmatcilulierten Studenten der sclsteß schen Fric'drich.Wllhebn-- Universität Breslau durch den Relior Pcvsejsoi: Walz machte dieser in einer Aküsprache die hm dcutsame Mitteilung, daß nach dem Willen des Reichslusttusininisters endgültig die Breslauer Universität gemeinsam mit den Universitäten G ö t t i n g e n . Kiel u n d K ö n t <3 y b 0 r g w i j \ c 11 f ch a stli ch n n d p 0 litis ch h e v. - v 0 rgeh o b c n werden wird. Diesen llniverstlähm. fällt die große Ausgabe zu. die Idee der nationalsozialistischen Hochschule der deutschen Jugend als erste vollkommen zu verwirtlichen. Das Studium sei im neuen Deutschland, so siiyrte 'llrosessor Walz aus, ein holies Vorrecht, und jlt'lii' den Mndeullm ganz besonders in Breslau vor sehr große Ausgaben politischer und wilsenschasilicher Art. die er unlor allen Umständen bewältigen müsse, nicht um seinem selbst willen, sondern um der deulschen Znlmn'l r>or Vorsttorsd des Allgemeinen Robbtncrvcs'bcmctes fn Deutschland erlässt folgenden At.?vn?f: Wir tuenden uns an die Estern dcrienig.m indischen Kinder, d'.e s'cmnllane Schüv'n bes'iclzm: ihnen allen ist gewiß der Erlaß ö-'s Innenminister rinms bekannt geworden, der vermutstch in wenigen Wochen in Kraft treten wird. Danach können die jüdischen Sclinter und dd'1:< ler innen dem Unterricht am Sabbat entweder vollkommen oder auch tvährend der Feit des Goürsdienstes fernbleiben. Wer indessen von dieser drlanbnis leinen Gebrauch wach!, verwirlt das 'l!e,l>l darauf, sein Kind an: Sabbat vom ilnterruh! int Zeichnen, in der Handfertigkeit und vom Sciirciben zu befreien. Wir rnsen die EUernschast ans: Ergrei'et^ dm Hand, die euch geboten wird! Tut. was in dieicr Zeit die Würde, das Ansehen und die Ehre des Jndentnrns doppelt erfordert und legt geichlvsjen ein stolzes Bekelmtnis zmn Sabbat und damit .V>n jüdischen Religion ab! ¥ür das fßdässh© EitenihsSfswerk Rabbiner Dr. Joachim Prinz und Rabbiner Dr. Manfred S w a r s e n s k v erlassen einen Anhrnf zum Beitritt in bas jüdische Elternhilsswerk. In dein Aufruf heißt es unter auderuc: „Das Etternbilsswerk. geschussen von verantwartiingsbetvußten Vätern und Müttern, icm mit den vereinten.üwfken der Eltern unserer Jugend sei es in den jiidüchc" oder in den all genteinen Sämlen — die Eirliallung ihrer Anlagen zic gewährleisten, sie vor Verkümmerung z>l bewahren, getragen vom warmherzigen Verständnis gemeiniainen Etternerlebnisies. von dem aus cs zur setbswerständticben Pflicht wird, reich beaiclagte junge Atenscsten davor zu behüten, daß mangels geringer Barmittel ihre natürliche Entwicklung gewaltsam unterbrvck)en wird! Dieses Elternhilfowcrk, das boiu ersten Tage seines Bestehens stille und treue Arbeit geleistet hat. ist »n Gefahr! Warum? Weil der Avvell an die stldisästn Eltern, mct dem geringen Alindestbeitrag von laM- 'f' i,® als Mitglied beizutreten, noch nicht den Widerhall gefunden hak. Jüdische Eltern aller Richtltngen: Tretet dem Elternhilsswerk bei, ohne jede Aus' nähme! Dort inktarbeiten heißt Mitwirken am PaU des neuen Judentums! 'iT O