Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 21 (25.5.1934)
- Date
- 1934-05-25
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/2277379-2278044-2278065--08593-2289623- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Loktzn-dvs^LeLensx--das^sich chrer^dte^iAGnsL Leute erwählt haben: mit kräftigem Arm schmiedet man das heißglühende Eisen, man Hebelt alles Rauhe ab, bis die Späne fliegen u,td sich endlich die glatte, schöne Fläche zeigt,- man bricht den alten, verhärteten Bvoen mn und legt liebevoll, in mühsamer Arbeit, in' srine Tiefe die Keime zu einem frischen, großen Erblühen. Hilde Marx, ,j ..-relcht.^ Paul: Pincüß war -ein^Mann. von. vnttzde« tigern Charakter and edle-m, '.Streben, crfülit ..'von glühender Liebe zu Deutschtum und Judentum. — Tie Beisetzung mnö. ouf dem Friedhof zu Weißen« ( sce statt, wo Rabbiner Dr. Karl Rosenthal »n einer tiefempfundenen Gedenkrede die Persönlichkeit des Entschlafenen würdigte. MM Bbmrs, MEMMtzM WritM Nefom-.SSMiM, sesksÄrn litnd) schwerem Leiden starb am Montag, dem 9H Rcai, der langjährige Borsitzende der Jüdischen Reform-Gemeinde Berlin, Pan l Pi.ncuS, im bitter von 78 Jahren, Einer altan-aesohenen Familie in Schwerin entstammend, uw sein Batcr Borsitzender der Indischen Gemeindc war, kam Ban! ll-inens in jungen Jahren n.ach Berlin, lvo er Rtitinhäbcr der bekannten I. siceuhnsc»» Billardsabrik war. Paul Pinens nndniete sich mit voller .graft und tätigem Interesse dem südisch-religiösen Leven , in Berlin. Cr . N'urdc in die Vcnvallnng der Jüdischem Reform - Gemeinde berufen, der er znnälhst aiS bicpräscntant und Vorstandsmitglied, seit den: Jahre 1921 als Raehsolger des verstorbenen Gclu'imon Rates' Tr. Georg Blinden als 1. Borsitzender angchörte. Paul Pincns hat sich um die änsiereumd innere Entwicklung der Jüdischen Resorni-Gemcinde unvergängliche Verdienste ermorden und insbesondere das Verhältnis zwischen i!»r und der Jüdischen Gemeinde Berlins zu einer glücklichen Lösung .geführt. Seine echt jüdische und zugleich moderne Ansfaisnng-vvm Wesen und den Ausgaben des Judentums zeigen vielleicht am deutlichsten nachstehende Sätze, die einer Ansprache des Verstorbenen gelegentlich der Amtseinführung eines neuen Predigers entnommen find: „Wir Reformer sind aus tiefinnerem Herzen Inden, nur sind deutsche Juden, in uns klingen indische und deutsche Kultur harmonisch zusanunen Wir »vollen unfern .»rinden» und Enkeln ein lebensvolles Judentum ansgestalten und erhallen, nur wollen den Annespalt zivisehen Leben und Lehre im Judentum beseitigen, »oir können den Wellensei,lag. der feiten nicht überhören, wir wollen die allen Gcbränckle in neuer Form mit dem 'Leben vereinen» Unsere. Jugend in. diesen» Sinne hcraiizuziehcm nnd zu bilden, ihr die Ewigteilswerte des .Judentums und seine zeitlichen .Lebenssorinci» einzuprägen, sei eine heilige Ausgabe. damit auch bei unserenMachkommcm Judentum »»nd Deutschtum zu »vnnderbarer Einheit.und, Blüte. gelange, daß. ihnc»» die Uceligion ei»»e I'ebensmacht werde, eine nnbezivingliche Kraft, an der ihr Gemüt sich ansrichten. ihr Geist »ich er- 'heben kann, eil» Schatz in» Weltcnhanshalh ' der -Freude, Wärme und Weihe in ihr Dasein Ter Heimgegangene ist in» jüdischen Leben stark hervorgctrcten. Er gehörte dem Hanptvorslaud der Vereinign>»g für das liberale Judentum fcinic der liberalen Fraktion deS Preußischen Laudesvcrbandes jüdischer Gemeinden an. Während seiner Amtszeit als Vorsitzender wurde Instizrnt Tr. Julius Brodnitz, der ein langjähriges Mitglied der Jüdischen Reform.Gemeinde »st. zum 60. Geburtstag die Urkunde als Ehrenmitglied über- P. A. Kleimann (Hamburg) gestorben. .Ter bekannte hamburgijche Theaterschriftstellre, Paust Alexander Klei mann, ist im Alter von 70 Iahre»»'gestorben. Der Verstorbene,.Gründer und Lei« tcr des Hansischen Theaterarchives und Antor dramatischer Werke ernsten und heiteren Inhalts, ist ans den deutschen'Bühnen oft und erfolgreich zn Wort geko»l»n»en. Lange Jahre war er Musik- und dramaturgischer Referent iin Hause des „Hämburger Anzeigers" »nid hat im vergangenen Jahre auch fürs die „E.-V.-Aeitnng" kritisck)e Berichte vo»» Han»bnrger jüdischen künstlerischen Beranstaltnngen geschrieben., Seiner Tätigkeit alS Kritiker. Novellist und Lehrer für Literalnr und künstlerischen Bortrag gedenken viele Schüler in Tankbarkcit. Prediger Albert Wolfgang, Breslau, gestorben. An» 12. Mai starb in Breslau der 'Prediger und Lehrer i. R. Albert W o l f g a n g. Mit ihn» ging ein Mensch dahin, in den» sein ganzes Leben lang der Altrnisn»ns lebei»digste Form gcwonnei» hatte, lieber mehr als vier Jahrzehnte erstreckte sich sein Wirken in Greisei»berg. Sagau, Schiverin a. W., Iastrow, Bcrnstadt (Schles.) und überall schuf er beispielhaft jene Sphäre des Vertranens unter den Blenschen, i»» der cs kvi»fesstonclie Gege»»sätze nicht gibt. Lebendig ivar das Wort Gottes, das er'predigte und seine Schüler lehrte. c Tcr Kaufmann W illibald J o rda ir in Spandau beging a»n 27. April seinen 70. Geburtstag. Ter I»ib»lar war Mitbegründer und älorsta»»dsn»itglied des Tertil-Tetailliften-Vereins Groß-Berlin, und als im Jahre 1923 auch in Spandau ein Tertil-Detaillisten-Verbcmd gegründet w»»»dc. wurde er 1. Vorsitzender dieses Verbandes. Er gehörte als Delegierter der Hanptgei»»einschaft der Einzelhandelsgemeinschast a»». Er grü;»dete i»»r Jahre 1926 in Spandau eine Kunden-Kredit- Genossenschaft mit Unterstützung der SPandaner Ba»»k und diese Kredit-Genosseiischast hat »»»»»sterhaft und segensreich gearbeitet; sie zählt honte noch zi» den beiten Aktivposten der Spandauer Bank. Er war Mitglied des Fachansschnsses der Handelslainnier für die Bekleid>i»»gsb»auche, Rlitglied des Einzelhandelsautzsclinsses der Berliner Industrie.« nnd Handelskammer, Schiedsrichter im ErnigirngZamt der Berliner Industrie- und Handelskammer, Vertrauensmann, 'des Polizeipräsidiums und der Handelskmnmcr zur Ueberwachnug der Ansverkäm'e. Mitglied der Prüfungskommission der Han« delskannger für kan»mannische Angestellte, Mitglied der Schnlkommission des Magistrats kFyrtbildnngskchnse 'für ungelernte Arbeiter),/Mitglied des Finanzausschusses für besondere Angelegenheiten. Mitglied.des Schiedsgerichts für 'Lieferanten der Hilssbedürstigensnrsorge .und '.Mitglied des Vorstandes der. Verrechnungsstelle fürdie -Hilfs« bedürftigcnfürforge cV. . Clara Lev »i geb. Mittivoch (Berlin-RentempeE haf). feierte am 21. Mai ihren 70. Geburtstag. -- Wera Rosa 'Jt atha u geb. Dtarr (Gau-Algetzheim, Rhein), beging ihren 80. Geburtstag. — Wilhelm W ulff, langjähriger Vorsitzender der Ortsgruppe Lübben des C.--V., feierte seinen 80. Geburtstag. — Vloritz % x d, a u c t tRatibor, -O.-S.) beging seinen 70. Geburtstag. —' Ferdinand Philipp (Hannöver) beging seinen 70. Geburtstag. Mitteldeutschland Am 16. Mai sprach Dr. Eva Re ich m an n- I u n o m a n n in der Franengrnppe des Ceirtral« Vereins Leipzig über das.. Thema „Vom i^innc dentsch.jüdischen' Seins". Sic ging davon ans,'das; der Fortbestand' dentsch-südischen Lebens zun» ersten-. mal in der Geschichte in Fragb gestellt se». T»e Antwort ans diese Frage werde nicht von äußeren Tatsachen, Statistiken, Wirtschaft nnd Politik gegeben, sondern ihre Voranssetznngen lagen. w»e.d»e jeder-jüdischen'Antwort, in der Stärke des Willens und in der Befestigung des Geistes, jenes Geistes, der ans eine neue deutsch-jüdische Ankunft gerichtet sei. Die Redner!,l »oies nach, daß gerade in der Gegen,vart da» Bewußtsein einer tiefen judisäicu Verantivvrtnng zur Bejahung, dieser Ankunft verpflichte. Der'Bortrag wurde von den zahlreich erschienenen Anhörern', unter denen^ sich auch eine große Anzahl -Herren nnd Jugendlicher befanden, mit tiefer Dankbarkeit ausgenommen. geffen und Kcsscn-NasiM! lieber „Ankunftssragei» der südischeu Jugend »»» -Deutschland" sprach, der Syndikus des Landesoerba»»dcs, Tr. Wolsgang -L. Matzdorff, an» 16. Mai in» fndischei» Ingcndbnn'd in Hanau. A»» dieser Beranstaktnng war neben viele»» ju»»gen Bleu scheu nnrij eine größere Anzahl von Gemeindemitgliedern erschienen. In seinem Schlußwort »vies Dr. M'atzdvrff darauf hin. daß die Arbeit^snr. die Erhaltung der deutsche»» Inden im beste»» ^in»e des. Wortes Dienst an der Gesamtheit sei nnd daß dsese Arbeit von de»» Menschen, die zu dem jüdischen Lcliicksal in Tenkschland stehen, auefj für die Menschen geleistet »verde,. die glaubten, Lösnngsversnche außerhalb Den!schla»rds-zn sehe»». Der Tvtälitätsa!»sprn»ch zionistischer ^kreise bei der jüdischen. Bildnngsarbeit sei unbegründet. »»nd die Vertiefung jüdische»» Wissens und Wollcns sei Ausgabe aller jüdische»» Kreise, die es ernst »»»einen mit . ihrer Sorge »in» die Zukunft der deutschen Inden. Groli-Bcrlin — Tie Ortsgruppe Osten führt zurzeit eine»» Ausstzracheztzklns über die „Indische Schule" durch. Bereits bei einer früheren Hnusvrranstaltnng hakte dieses Theina großes Interesse ge»veckt, so daß auch . die Ansammenknnst im Bla», zu dir. Dr. R. Lilien seine Räume zur Versngung stellt, sich abermals mit diesem Problem befaßte. Die Anssprae!;e unter Leitung eines beliebten Berliner Schulleiters ließ das Für nnd Wider llar hervortreten. Einig »var man sieh darin, daß die. jndisck;-e Sclgile ihr Erziehnngs»»'>e'rk außerhalb des inlrersüdischen Blcinnngsstreiis durchführe»» »nüsse.- Von Vertretern des „BnridtS dentfä/stidijcltz'r Jugend" e»'snl»r man, das; in» „Bund" eure intensive Jüdische-Bildnngsarbeit betrieben »»->e»'t<'. Das. Shfiem solche» zwanglosen Beranstalstingen in Pripathänsern hat sich beinahn. . An» hlll. Maiveranstaltete die -Ortsgruppe V o.r dw e.st e n .des' Landesverbandes Groß-Berlin Sine glänzend, besuchte Bersäinnrlnng in de»» Ran- >Nel»''des''Reskanrän'ts'Gmrliie'r. Einleilend" betonte dermelle Vorsitzende, der' -Orlsgrnpv. .Rabbiner Dr. R o s e n t h a l, daß der .E.-B.' nnl'cin'bnr an seiner Verbn»»denheit mit den» Deutschtum sesthalte. Dann gab Dr. .Berthold We.i.n b e r g einen .lieberblick über die Emanzipationsgeschichte des deutschen Judentums nnd legte dar, daß der E.-B. nach »nie v»»r seine Ansgabe-darin s»ü>e, Träger nnd Ausdruck des deutschen Judentums zn fein" und feine Geschichte unter de»» veränderten Voraussetzungen »veitermstihren. Diese Aufgabe verpflichte ihn, ai» der lebendigen Verbindung mit der deutschen und europäischen K'nltnrwelt sestzuhalten. Dr. Weinberg wandte sich gegen alle Versuche, das deutsche Judentum m»5 dieser Verbindung zn lösen und dev Kulturarbeit' n» ^Deutschland eine natioriakj,"chn^ Richtung zu geben. Tann gab Shndikns Dr. Hg«» Reich »na n n ein »nnsassendes Bild von derRe-jü«. schiltzarbeit, die der E.-B. in» Dienste des dentiE-','» Judentums crnsnbt.. Er schilderte im einzelne!,. der E.-V. mit seinen reichen Ersahrungen und i„ C.-V.-Ea£Qnäe? lLattdeovcrband V!rktclder;kschlan.d 25. Mai: Rathenow. Stznbil'us Tr. Kurt Sabat-ßi (Leipzig): „Teillschjübisäie Gegemverl." J X*ttttdcovcrbanv Bra;,vcrrlnrrg 25. Mai: Wittenberge. - Svnbil'iis Tr. Muvt £(13 lialjfl) (Leipzig): „Tentschjüdlsche Gegenwart." riI!!IIIII!!l!I!I!I!!I!!!I!IIIIII!!!III!!!!!!!!I!!!!!H!!!!!I!!!!!!II!!!iI!!!!!!!I!„Rtz miermndkicher Energie in jeden» Fall im Rahme»» der Gesetze Hilfe zn leisten fiel, bemühe, und gab boc -Zuversicht Ausdruck, daß es gelingen werbe, trotz aller Scktzvierigteite»» dem deillichen Inden!»,»»» m/s deutsche»»» Bode»» die seelische und »virtsrhaitlirl)»! Lei- „i,»t zn erhalten. Beide Redner fanden starken Beifall. Mdersldlckien-. - Biit 'dcn jüdischen^ ambulanten - Gcnverb»!reibende»» B»'esla»is besprach der Shndilns des LanGsver. bandes. Ried» rieh lenen die Einrichtung eines b».- jondere»» Dez» »'»als, dnrcl, das auch in Schlesien dH- Interessen dies»»' Bernssgrnppo »vahrgemnmne»» ,verde», sollen. Dan»it ist beriits die siebente derartige Einrichtung im ck^i'ntral Berei» gejchaffei». Das Breslauer. Spndilat I>atte ie>»oi» vor der Schiff,mg des 'Sonderdezernats zahlreiche Aerhandlnngen mit ßhleßschen Blarltbehörden in» Interesse jüdischer Blartlhändler geführt. R. Felix 'Wm Wer HÄ KiWMWlWMÄA» In e»»»er Kundgebung der Ortsgruppe Leipzig des RjF sprach der Vorsitzende »des Lanbesverlmnbes Atitteldentßchland des E. B.. Rabbiner Dr. chlir G o l d n» a i» n, über das ,)R i t n a l m v r d - Bl ä r - ch e nT Der-große Saal des Künstlerhanfes reichte nicht ans, im» alle. Anliörer zn ei'iasfen, so »mißte denn ein »veilerer Saal des Hanfes in Anspruch genommen ivel'den, in den die piede durch eine»! Lautsprecher übertragen nnirde. In seinen tiefgründigen und überaus sesselnbe»! Ansfnhrnngei» wandte sich Dr. Go l d m a n n bniVn gegen die Behauptung wm iiidiscl)en Ritnalmnrde»-. Vitt Hand loissenscligfllicl; eimvandsreien Blaiei'ialS wies er nack). daß der R'itnalmord in das Reich der Fabel zn verweisen sei. Führende .Kreise m»-i Wissenscl»afk. Kirckje und Staa!si»»csen hätten mit einer.Entschiedenheit gegen die immer »»»jeder ,mfbrechende Ritnalmordlü'ge Stellnng genommen. Rach den mit aiißerardentlichen» Beifall genommenen Anssührniigei» voir Dr.-Felii' Gelbma»»n ergriff der Simdilns des-L»»ndes»»erbm»be Mitteldeutschland des E. B., Kurt Sabatzkh. das Wort, im» ans seiner Praxis heraus ans Grund des Btemeler Ritnasn»ordi»iä»'che.ns anznsühren, wie Ritnalmordgerncchte entstehen, nnd »vie diese Gn'ichte nicht nur die Indcns»ch»ft, sondern die Einwohnerschaft eines ganzen Bezirkes in erheblilliite .Bennrnhignng und Beängstigung stürzen kam». Im Biemeler Falle hätten die Königsberger wissenschastlichei» Autoritäten Professor D-r. B/ar Löhr von» c»»angelisch-theologischen »md Professor Tr. Rippe von» gerichtsmediziilislchei» Standpunkt ans erklärt, daß cs einen jüdische!» Rillialmord nicht gibt. Tonrann» »imspannende schöne Stimme brachte die Arie»» noch einmal zur Wirkung. h. A. Snusfon3cct In einen» Hanskonzert gestaltete der Pianist Hans B ae r mit sicherem technischem Können nnd musikalischer Intelligenz -Lchmnanns „Sinfonische Etüden"; der Eindruck einer sehr guten pianistiscltzm Leistung herrschte durch v. vor. In» zweiten Teil hörte man Werke jüdisä)er Komponisten, neben schon früher von Baer gebrachten Stücken »». n. z»»»ei kleine Stücke von Schö»»berg, die heute nur iuxI) hiftortid) »nleressieren, und Tochs kristallklar gespii'lten „Ionglmir". Btoderne Lieder zn bringen, ist eine dankensiverte und leider viel zn wenig berücksichtigte Ausgabe: Paula Gnttmann unterzog sich ihr nnd konnte einigen klangvollen und ersindnngsreichen Liedern von Hans Baer und O s fi,r Gut t m a u u, der seine Stücke sellwr begleitete, einen Erfolg sichern. Auch zivei hübsche, -ganz unbekannte Mehorbccr-Lieder möchte man .»oiedcr hören. Inulnig II<ini»nn. Ksm»»on!j!en!»brnd Tie Dertrvelt von James Nothsteins Liedern reicht von den Kophtischei» Gesängen Goethes, die der .Komponist nach alter Meister,vciw setzt, bis zur polnischen Dichtung, von der völlig imb< sinnlich vertonten Porte re» des Martin Opitz bis zu Rilke. Der Volkston wächst ihn» ebenso zn »nie das Hnmorige. Das erivies die „tragische" Geschietste von Ehamisso. die von Leo Gollanin ganz löstlich iviedergegeben wurde. Es war auch der überlegene Vermittler der ersvlgrcichslei» Gesänge des Abends, der von tzivthstein bearbeiteten jüdischen Volksweisen des -Ostens; ans ihrer Reil;e gefielen besonders die beide»» tanz- und weinseligen chassidischei» Lieder, deren Wirkung den prächtigen Sänger immer »vieder aufs Podium ries. In der Reihe der Vortragenden zeigte sich . Dr. Fritz Liebeck im Besitz einer machtvoll grundigen Baßstimme von sattem Farbklang. In zivei Diietten vereinigte sie sich mit dem taghellen Sopran von Fritz, Jokl zn sangessroher Z»viespräche. Marga Burlins schöne Altstimme siel »sticht minder ans. Das Moder,»-Quartett ließ in den» D-moU-Qnartett op. '-9 von Rothsiein — außerdem lvurde noch das Torso gebliebene jcka. vierqnintelt op. W zu Gehör gebracht — ein - klares, ausgeglichenes. Musizieren erkennen, wobei der Art-des-Werkes entsprechend der zarte Gesangston der 1. Geige nnd der iveiche Klang des Eellos hervorgehoben sc». 8. k. KöSn Der Legende in sechs Bildern „Tobias und der Erzengel" von James Bridie, die in» Iüdischen'Knltnrbund Rhein-Ruhr ansgesührt »viirde, liegt das Buch „Tolnt" zugrunde, eines der apotrhphisctzen Bücher. Das Spiel beginnt mit einer jüdischen Familie,»idhlle. in bernhigind".»» Märchenton. Freundliches Geschehen, erlö»t am Ende von gc-schichtticher schwere. Tie 'Regie der Kölner Anssührnng hatte F-raenkcl-Froon inne. das herrliche Bühnenbild »var von Heinz Eondell. Von R'n Darstellern ist an erster Stelle der Erzengel Raphacl Hermann Schindlers zu nennen, ferner Liselotte Rosen, Heinz Kahncmmm. Alfons Fink. Ella Münchhausen' »md Rntkoivski. Reici/r Beifall. 0. 8. „Indische Knnstgemeinschrft^ nennt sich eine Vereinigung, deren letztes Konzert ein reichhaltiges Programm bot. Unter der Leitung von Julius G o l d b c r g sang eh» Kammerchor — noch zn soIist»sch — hebräische Volkslieder. Hilde Silberb a ch zeigte ihre starken pianistischen Fähigkeiten in Werken von Schubert und Chopin, die Altistin Hanna Loewen brachte eindrucksvoll Arien von Ponchielli nnd Saint-Sallns »md Siegfried Urias sang mit großem, mir zu wenig abschattierten» Bariton Arien von Verdi nnd Btnssvrgski sowie eine Ballade von Loenw. In einem Beethoven-Hanskonzert vereinigten sich Erich Töplitz (Flöte), Ernst Trucker (Geige) nnd JE» Oppenheimer (Bratsche) zu einen» Trio und spielten die Serenade V-Vu? op. 125. Ilse S a ß erfreute durch den temperamentvollen Vortrag des Itonclo n enpi'ieei'o op. 120 für Klavier (Die Wut um den verlorene»» Groschen»). Wir können stolz darauf-sein, einen S-änger »vie Hermann Schey zn den Unseren zählen zu dürfen. Tcr Künstler ist mit sämtlick)en Vorzügen» die man bei eine»»» Dokalisten sucht. anZgestattet: fülliges, großes Material, die Brritonstimme wirkt in der Höhe fast tenoral, wundervoll im piano, heldisch, lyrisch. Scheh. der im Nahmen des Jüdischen Kulturbundes Rhein—Ruhr einen Liederabend mit Kompositionen von Schubert. -Schumann nnd Atahlc-r gab, mußte die reichen Beiiallsbeze-ignngen des Publikums mit mehreren Zngaben. quittieren. VWrner Schüler begleitete vornehm^, vielleicht ein wenig zn diskret. Wie wäre es das nächste »»»,»! mit einem bessere»» Flügel?: - — >v— . Dresden . . Die jüdische Künstlerhilse Dresden »uollte ihren Hörern als F-rnhlingsgabe einen Abend heiterer Kunst bieten. Dazu hatte man Del,-» L i p i n s k a j a a»»serseher», »r»»d das »var für alle Entspannnngsbednrftigen das schönfG, was sic .sich wünschen konnten. Ter große Saal der Kausmannschast »var gefüllt vor» Alten nnd Jungen, denen das geschickt gervählte Programrn herzliche Freude bereitete. Btan empfand stark den Charme und das große Können der Künstlerin, ob sie russische »md jüdiscl»e Volkslieder sang oder ein zartes Gedicht Rilkes bildhaft geftallete. Bisioeilen begleitet sie ihre Chansons be»v»»nder»»ngs»»'ürdig selbst a»n Flügel, da»»n »vieder läßt sie sich'begleiten, »im ihre Gestalt»»»»gtzlrast >»nd Blimik eindringlich zur Geltung zn bringen. Köstlich »nnner »vieder die „Figurinen ans ihre»»» Albnm'L Es ist Kleinkunst in größter Bollendnng. G. SSioucn». SB. Tie 5. Veranstaltung des Kccllncausschusses brachte uns einheimische'Kräfte, die in bunter Reihenfolge Klaviersoli der Pianistin Frau R u s s a ck, Arien nnd Lieder von Kantor Wormser nnd Volkslieder des -Quartettes Tr. L ö »v o n t h a l mit reichem Beifall boten nnd reichen Beifall ernteten. Am nächsten Abend sprach Dr. Friedländer. Bad Brambach, über „Rtenschliches und Indisches in den Dichtungen jüdischer Schriftsteller". Er verstand es, durch den Vortrag v»n» Proben ans Werten von A»»ckerma»m, Salus, Rvscnseld n. a. seinen A»rssüh-rnngen ein besonderes Gepräge zn gebe»». Am 2l. April fand ein ans hoher Stufe stellender Bortrag vor» Dr. F-ra n kc »i st ci n, Berlin, über „Rloral nnd Wirtsckiaft" statt. Die Breslauer Kleinknnstblihne „Ter Schminkkasten" brachte in einem Gastspiel Ernstes »md Heileres ans der Feder ihres Leiters Lntz-Rcartii» S ch e»»». Alle' Rtitivirkenden. insbesondere die Damen Gokz und Arno, boicn ihr Bestes »md' fanden fröhliche Zustimmung. Kar!ttu!,e i. N. Im Rahmen .einer von den großen jüdischen Organisationen gebildeten Bortragsge meiuschas t veranstaltete der ehemalige Dramaturg und Re- .gissenr.an, Oberschlesischen Landestheater. Dr. Karl - Rw'schnsebder.Nitter,. '.einen Nezitativns« abend, der sieh eines anßerorde'iitlich starten Besuches erfreute. Ter Vortragende, selbst Karlsruher, verstand sehr rasch dennotwendigen .Kontakt init seinen Znhörcn» hcrznsicllen. Er brachte, von Maske nnd Kostüm »virt'nngsvoll unterstützt. Szencn w'p Gestalten ans dem »vestjüdischen Leben zn (üeliör, die in Scherz nnd Ernst gleichermaßen fesselten und griffen. Als gewandter Begleiter und in ausgezeichneten soliitischen Darbietungen be»ol»h»'le sich Tr. Julius G n t m n nn. Samburg „Die rosenrote Brille" Isteß eine kabaeetiisiuctp Veranstaltung jüdischer .Künstler in Hamburg. Tas Programm in seiner Mannigfaltigkeit und V»>nlheit »var eine Mischung vom besten Willen zn Renen», von schönem Können, aber auch von Enlgleii>m!»ei». „Erimieriingen an den Fasckßng" (Edith Andres) »var eine gesch»»»ae!lose Belanglosigkeit. Die Pn'edicnnf „Lvhengrin" witzlos, das Raclzpiel zn ..Aida leer, und „Carmens" Angabe unter dem R'ivean GS Rlögtichen. Ein Sprechchor hatte das Spiel erösfael. Albe»! Waltc-r, 'Paul Schwarz. Lutz Proslauer. Wchll» Hagen. Rlar Ludwig Berges, Lotte Piuller und Edill» Alldrcc stellten sich mit Verve vor. Die Beerdiguag de's „Schlagers von Gestern", eii» Trio Schnvarz. Lutz Proskaner. Will») H.sgcn) laß sckhesi' lich den fröhlichsten Condnct hinter'sich. Ta-r Gute übenvoch durchaus, nnd dennoch bleibt zn fragen, ol' diele Genre zeitbeiechtigt »ft. A. E- Eklen In» Kulturbund hielt Oberrabb»»»er Dr. llarleback). Altona, ein mit Begeisterung aiisgenoimuc- »»»'s Referat über „Väter nnd Söhne". Viel Auklang fand der von Josef Plaut veranstaltete heitere 'Abend. Ei»»e'»» hervorragenden Lä»»gl'r lernte man in Herma»»»» Scheu kenne»». Eh'ener Pianist Werner Schüler hatte die gleitnng übernonnnen. S’ctfHnG&ßuicn Tcr Warne. Joscpl, Plaut vn-chtt- -uck, -» Recklinghausen' seine Anziehnngslrast nicht-?!.^.8estsc»al des jüdischen Gemeindehausesstvar uR»s snllt von Anhörern, die ihr Kolinnen nicht zu » - reuen hatten. Plaut hatte, seine»» Abend gan; a»U die heitere Muse eingeste-llt. Ter stürmische Veisi beibies den» Meister der Vortragskimst. d.u: « J ber Wahl den richtigen Geschmack des Publiku getroffen hatte Vcrlchtiyung. Das i„; 9iv! U» der ovnmlinte ^w»agogei»toi»n'»t »and nicht in Acup- I den» »»» Witte»» (Ruhr) statt.