Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 19 (10.5.1934)
- Date
- 1934-05-10
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Np, 19 2. SeSblatt erinnere meinte >V/as Ihr wollt“ im Berliner Kulturbund -Ql . eine Erzählung von Ernst Nelch ' Im Hause von Emil Blumberg war die Erinnerung an den Urgroßvater Gedaljah riech sehr lebendig. Au der Wand hing eine kleine Kreidezeichnung, die ihn darstellte, ein freundlicher Kvpf mit langem Bart und sehr verstehenden, wie verschmitzt ins Weite blickenden Angen. Sah Emil Blumberg aus das Bild, — sielen ihm viele Geschichten und Anekdoten von Reb Gedalje ein — so nannte man ihn zu seinen Tagen —, denn er hatte sie ja oft genug von seinem Bater Nathan, dem Sohn Gedaljahs, gehört. Bemerkenswert darunter war die Geschichte mit dem Kronprinzen von Preußen: Einst reiste der Prinz durch den Ort, und Rcb Gcdalje, als Bvrbeker der jüdischen Gemeinde, sollte ihm den schuldigen Gruß der Hilden überbringen. Wie es aber in der Aufregung bei derartigen Anlässen zu geschehen s'Ilcgt. Reb Gedalje kam mit den einstudierten Beiwörtern nicht zu Nande und entbot der fötnicit „untertänigst von Gottes Gnaden" den Gruß der Juden, zum großen Entzücken des Thronfolgers. Seitdem hieß es im Volksmund nur: „die untertänigst von Gottes Gnaden"-Iudcn, was von den Juden zuerst als Schmeichelei, später als Verspottung genommen wurde. Aber man besaß auch alte Papiere von dem Urgroßvater, beispielsweise in verblaßten. weit auseinandergezogenen Buchstaben den Entwurf eines Briefes, den er einst an Rothschild gerichtet. Gedaljah bat darin den Baron um eine größere Unterstützung für die durch eine Krankheitsepidemie verarmte Gemeinde. „Segnet Gott der Herr", so hieß es, ..einen Juden mit Glücksgütern und macht er ihn reich und-mächtig, so muß der Jude ein Jude bleiben vor Gott und unter den Menschen, weil er nur verwaltet für die anderen, was Gott ihm übertragen. Ja, hvchmögendcr Herr Baron, Euch hat der Herr auserwählt, wie er hat auserwählt am Sinai die Minder Israel und ihnen den Reichtum seiner Offenbarung gegeben hat und sie zu Verwaltern seines Wortes gesetzt hat unter den Menschen. Wie aber nach Blitzen und Tonern und stürmischen Winden das Wort des Herrn ist gekommen zu Israel, so soll Not mid gewaltiges Unglück, was sich über die Hstdcn legt, nur Erinnerung sein an den Cmai für die Nachkommen Jakobs. Tenn ein gnde darf niemals vergessen, daß er ein Jude Ä /wißen, daß er sein Beben nicht für ,lch hat, sondern es ist ihm eine Verpflichtung vor Gott und unter den Menschen. Und so Pt es unser Schicksal." Ter Gerichtsreferendar Dr. Paul Blumv!lnüc stlch einmal als junger Student freie stelle aus dem Brief feines Urgroßvaters ausgeschrieben, wie er zu seinem Vater sagte, um sie philosophisch zu analysieren. Es deutlich — an die ^heodicöe von Leibniz, auch an Gedanken des NeuplatonismuS, und überhaupt könnte man ans gewissen Bemerkungen aus den Einfluß der Hegelschen Dialektik schließen. Er müsse aber bezweifeln, daß Ilrgroßvater Gedaljah in seiner Schusterwerkstatt Hege! gelesen habe. Und Vater Emil schmunzelte über die Weisheit seines Sohnes Paul. Er sagte aber: „Reb Gedalje war nur so nebenbei Schuster, er war doch der Vorbeter der Gemeinde und ein großer Gelehrter." Da wiederum lächelte Paul und bezweifelte, daß ein Talmudkuudiger schon ein Gelehrter sei, also ein Mensch, der seine Disziplin wissenschaftlich beherrsche. Solange nicht der Talmud einen eindeutig begrenzten Platz iniAllgemeinwissen habe, möchte er das bestreiten. Und schließlich, was sei denn der Talmud eigentlich. „Talmud ist Talmud", schüttelte Vater Emil den Kopf, und die alten Juden haben schon gewußt, was sie an ihm haben." Im stillen bewunderte cr die Bildung des Sohnes. Das war ja auch für ihn etwas ganz Neues. Sein Vater hatte niemals die Mittel, ihn in eine gute Schule zu schicken. Mit dom schwer erarbeiteten kleinen Vermögen — Vater Nathan war Kürschner — mußten die drei Töchter ausgestattet worden. Für ihn, den Sohn, blieb, wie es überlieferte Uebung in der jüdischen Familie war, mit 14 Jahren, das Vaterhaus zu verlassen. Trotzdem ging es ihm in dieser Lage wieder besser als einst seinem Vater. Nathan Blnmberg erzählte oft mit Stolz, wie am Tage nach seiner Barmizwvh die Mutter ihm ein Ranzel gepackt und ihn mit großen Augen dabei angesehen, während Reb Gedalje ein in ein Seidenpapier gehülltes Silberstück in seinen Hosengnrt cinnühte und mancherlei ermahnende Belehrung dazutat, dann aber ihm die Hände ans den Kopf legend mit einer Stimme ohne jede Erregung die alten Worte sprach: „Der Herr segne Dich und behüte Dich . . ." Der kleine Nathan war aus dem Hause geschritten hinaus in die weite Welt und erst als Kürschnergeselle wieder znrückgekehrt. Nun, bei dem Abschied Emils ans dem Elternhaus ging es schon ganz anders zu. Für ihn war eine Lehrstelle bei einem Geschäftsfreund des Vaters in einer vom Heimatort nicht weit entfernten Stadt besorgt, woher er schnell einmal einen Besuch bei den Eltern machen konnte. Fuhr er dann wieder zurück — oft schweren Herzens, denn er mußte hart arbeiten, 12 bis 14 Stunden an manchem Tag, so steckte ihm die Mutter noch etwas zu. Der Vater aber sagte stets: „Geh mit Gott, mein Kind." Im großen und ganzen natürlich hatte Emil Blumberg seit seinem ersten Abschied aus dem Elternhaus ans eigenen Füßen gestanden. Daß er mit dem Willen, sich Essen und Trinken und ein Dach über dem Kops zu verdienen, keine Zeit hatte und keinen Sinn für die „höhere Bildiuig". berührte ihn erst, als er von seinem Sohn Paul erfahren mußte, was er alles versäumt. Schließlich tröstete er sich darüber, da ja sein Sohn alles nachhole. Ter brauchte sich . Zeichnungen von Dodo Oben links: Nurr (Fritz W taten), Viola (Mira R o s o w s k y), Herzog Oraino (Ernat L e n a r d) — Unten: Viola (Mira R o a o w aky), Junker Bleichenwang (Juliua K u - t h a n) — Oben rechts: Malvolio (Hermann H e u a e r) vorläufig noch nicht zu sorgen und zu kümurern, der sollte es besser haben und leichter im Leben als er. Der akademische Titel, der Berns des Rechtsanwalts, würde ihn höher hinauf führen, so träumte Emil Blnmberg. Wenn ihm auch Paul oft zu verstellen gab. daß der Akademiker nicht mehr die erste Rolle spiele, ja daß die Berussanssichten sehr trübe seien, wollte er cs nicht wahr haben, lieber die ersten Jahre kann man seinen Sohn schon durchhalten, und ein Doktor Blnmberg ist immer noch mehr als ein gewöhiclicher Herr Blnmberg, und kommt Zeit, kommt Rat, so meinte er. In den ersten Studiensemestern Pauls ging auch alles wie vvrausbercchnet. Ter Vater schickte ihm pünktlich den Monatsloechsel und lieber etwas mehr als iveniger. Paul besuchte die schönsten Universitätsstädte. Einmal schrieb er aus Würzburg, cr habe die kleine Kürschnerei entdeckt, in der Großvater Nathan gearbeitet hatte, damals als er aus seiner Wanderschaft aus Oberitalien zurückkam. Mit jedem Atonal aber, der verging, in dem Paul sich brauner von der Sonne brennen ließ und schneller im Hundertmeterlauf war, wurde Vater Emil bleicher und verlangsamte sich sein Schritt. Er saß oft stundenlang über seinen Geschäftsbüchern, >vie Paul über den Büchern seiner Wissenschaft, die Bezüge, die er dem Sohn znwandte, wurden kleiner, schlechter Geschäftsgang schrieb er, und gerade zu der Zeit, als Paul seine juristischen Prüfungen bestand, mußte Emil Blumberg seine Zahlungsunfähigkeit bekennen. Er führte zwar später sein Pelzgeschäst weiter, aus den vier Schaufenstern war eins Max AieöKMr gOEn Er gibt wohl keinen Sänger <uif allen Konzert- Vodien^der Welt, dem nicht einmal der Name;,lv~ siriedländer begegnet wäre.- Kein deutscher ^Yienichastler und kaum eiu Musiker hat wie Mar, urlcdländer dazu beigetrageu, deutschen Volks- und g'-lustgosaug zu verbreiten und ihm besonders in Fr Heimat tiefes, liebevolles Verständnis zu verschätzen. . 'ftnE Friedländer, der jetzt, 82 Jahre alt, geitorbcn ist, hat sein ganzes reiches Leben dem Fulichen Lied gewidmet. Gr begann sein Wirken fr* Konzertsäuger. Ohne daß er über hervor- Agende stimmliche Mittel verfügte, hatte er in mi 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts doch .hone Erfolge, weil er damals schon mit unerhört einer Einfühlungsgabe seinen Vortrag zn gestalten 'vermochte. Erst verhältnismäßig spät begann er wden seiner Interpretation mit forschender Arbeit. Fr war er in Brieg geboren, 1887 promovierte r in Nostock. Noch bevor und nachdem Friedländer;jci] 1897 nn der Friedrich-Wilheliu-Universität in M^lin als Priontdozent für Musik habilitiert hatte, Fmen bic Veröffentlichungen heraus, die seinen -mmen weithin bekannt machten, es erschienen bis- Fr 'iiigedriickte Lieder von Schubert und dann 'h Peters die Gesamtausgabe der Schiibert-Lieder, w eine 'Verbreitung gesimden hat, wie sie fein anderes Musikwerk dieses Ausniaßes erreichte. Bei Iueii Arbeiten, iuic bei den folgenden Neuausgaben er Lieder Schumanns, Mendelssohns, Brahms und -F schottischen Lieder Beethovens, haben Wissenchfr str imd Künstler sich bei Friedländer aufs .vucklichste vereinigt. Das intuitive Einfühlen des Hangers und das klare Urteil, das nach den Erst- Ilicken hinzugekomniene „Verbesserungen" ansmer- 0C1! tonnte, sowie strengstes kritisches Forschen, moen die Forni, iu der er das Werk erscheinen AE zur llassischen iverden lasseii. Iu feinem '-luiptwerk, der zweibändigen Geschichte des dcut- Meii Liedes im 18. Jahrhundert, die 1902 verieittlicht ivnrde, trug er nach jahrelangen Vor- Äimne "^ovsctzliches, erschöpfendes Material zu- . vriedländer wiirde vorn Kaiser zum Vorsitzen- , » frr Kommission für das Vvlksliederbuch be- JrCl('-C3 -Kaiserliederbuch", das Zuerst von Rochus 0? F^ueroii bearbeitet worden war. Mit aller sührte er das riesenhafte Werk zu Ende, deutschen Gesangvereine haben ihm für die Her- ‘-Sfr'c iijvcr „Bibel" zn daiilen. Fricdlände.rr ein Mensch mit hohen Idealen, setzte all seine Kraft daran, bas deutsche Volk für seinen herrlichen Liederschatz zilrückziigewiiinen. In einein prachtvoll arisgestalleten Band des Inscl-Berlages stellte er im Anstrag des Verbandes dentsck)er Vereine für Vvlkskiinde alte und neue Lieder mit Bildern und Weisen ziisammen. ein Werl, das an knnst' und ninsikhistorischer Bedeutliiig oder aufschlußreicher Folklore seinesgleichen sucht. Es ist iininöglich, das Gesamtwert und die zahllosen Ehrungen Max Friedländers mifzuzähleii. Sein ganzes Leben, feine ganze Liebe galt der deutschen Kunst, die er. der Jude Max Friedländer, erforscht und wieder vermittelt hat. wie es nur wenigen in Deutschland gelungen ist. Kai. EmUBer§chLrd:„D§TDTie?desArZa" Der SchwesternverlMid der ll. O. B. B.-Logen brachte in einer Kimstlerhilfe-VorsteUnng das Drama, von Emil Bernhard „Der Brief des Urin" zur Aufführung. Der Autor (Rabbiner Dr. E. B. Eohn) hat hier verflicht, dem schweren inneren Konslikt König Davids zwischen Ehrgefühl und Liebe gerecht zll werden. Der König hat seinem Feld- Herrn Üria. während er Schlachten für ihn schlug, sein Weib BathseEa geraubt und die anfangs Empörte in Leidenschaft zu sic!) hinübergezogen. Seiner Schuld bewußt geivorden, verlangt er ihre Rückkehr Ziuic heimgerufenen Gatten. Ein Konflikt von Kebbelscher Ziviespältigkeit und Tragweite, in dem David und Uria gleichermaßen tragische Helden sind, denen aiich gleichermaßen die Shuipathie des Zuschancrs gehören muß. Das Geschehen spielt sich nur zwischen vier Personen ab. alle vier werden schuldig im alltäglichen und im höheren Sinne, uiid alle sind bereit, ihre Schuld zu bekennen mkd zu sühneii. Emil Bernhard spricht eine dichterische Sprache, er weiß pshchvlogische Verstrickung zil erfinden und zn vertiefen lind aus ihr, immer anders als man schlechthin erivartet, herausziiführen. Fritz Le h d e n. auch mit der Regie betvant, spielte einen erschütterndcn König David, edel im Aussehen und Haltung, zurückhaltend uiid überzengeiid im Schmerz. Marm Fivrae als Bathseba hat nock) Unausgeglichen, beiten abzuschleifen, Bianca E l 8 h v l z war eine emhingebungsvolle Sklavin, der man glaubte. Ter Dichter könnte'sich einer tiefbefriodigten, großen Zu- Hörerschaft dankend zeigen, L. B, t Am Donnerstag, bem 17. Rtai, abends 8,00 Uhr. fiiidet die Wiederholuiig der Aiissühriing „Ter Brief des Uria" im Easä Leori, Berlin-Halensee, Kurfürsteiidamnl 155/106, statt. WM «ö DE MsefsitlSsW, Groicsitn. ganiofttrden Im Theatersaal deS Tiiigeltaiigel in Berlin gab Theo Lebach cimm RezitationSabend. in dem er das Pnblikiim gruseln lehren ivvllte. So wenigstens verhieß es das Programm. Erfreulicherweise trat diese Wirkmcg nur bei iveuigeu feiner Darbietungen ein. Theo LeEich nmcht das Podium zur Bühne. Er spielt die Gedichte. Hände, Arme, Gesicht, alles spielt und matt Situationen, und es muß sehr viel Selbstbescheidlmg dazu gehören, damit diese Tarstellnngen des klugen und sehr begabtcm Künstlers nicht zur Manier erstarren. Nach interessieren sie, solange sie sich in den Grenzen des Aesthetischeu halten: wenn Lebach verzierte Frauenbewegungen nachmacht, wirken sie peinlich, lpicht alle Dichtümst verträgt diese Form der Darstellnng. Heine z. B. war nicht mehr Heine, Alvrgeusteru dagegen, besonders die Parabeln, Börries von Ätünchhanscm (Landsknechte und Grabsteine). Lilieneron z. B. in dem reizenden kleinen „Lotterielos", das zcc ehmu Kabinettsstück iu der Darbietung Ivnrde, eignen sich besser für diese zugleich sprachliche und dramatische Vorführung. Tie unheimlichen groteslen Fantastereien von Alerander Remzvw hörte mau zivar mit einer Gänsehaut, aber doch mit Wohlgefallen. Nur die Geschichte von Jakvb Apfelbök sollte Lebach aus seinem Pro- - gramm ftrcid’cn, denn diese Moritat ist nicht cnehr pvdiiimsfähig. Lebach beherrscht das Sprachliche in hervorragender Weise. Mau ivnrde wünschen, ihn einmal auf der Bühne des Theaters zic sehen. Dr. M. E. DZrLWgSÄMS jftjete ZgrrSer Es ist eine alte Erfahrung, daß Opernsänger und Konzertsaal sich nicht immer gut miteinander vertragen, ebenso, daß Schauspieler, wenn sie die Bühne mit dem Vortragspvdiiun vertauschen, sich , den völlig veränderten aknstisäien Gesetzen, aber mich der neuen seetischeic Haltung, die vor allem das Gefühl der Isolierung zu überwinden hat, nicht ohne Iveiteres anpassen tonnen. Diese Erfahrung wurde durch das schätzenswerte Ntitgtied der Kultnrbundbühne, Kaete Foerder, bestätigt, die im Berliner Lvgeuhans jüdische TicI)- tnng aus Ost und West vor einem zal,lreict>en Publikum zn Gehör brachte. Kaete Foerder war eine ausgezeichnete Tesdemvna, eine sicher und lebendig charakterisierende Frau Sonkin — ihren Rezitation,eu fehlte leider das bunte Spiel der Farben, der individuelle Ilmriß und die lleberlegeuheit, mit dem aus den verschiedensten Qnellelc gespeisten Stvsf auch geistig fertig zn Iverden. Was ich von der Künstlerin an übrigens keines- Ivegs gleichwertig^: jüdischer Lyrik und Prosa — von Rvsenfeld.'^tensky, Schalom Asch und dem vertieften Franzosen Edmond Fleg — hörte, verriet zwar das Bemühen um eindringliche Schlichtheit, um eine ganz . nnnffeftierte, zumeist auch unpathetische Sprache des Herzeics; aber ans pem Instrument dieser Sprache wurde zu oft ecu, Sordino gespielt, und wenn sich der Ton gelegentlich dynamisch steigerte, gab es zn harte, unvermittelte Ilebergänge. Kaete Foerder sollte mul, fernerhin ihre Kräfte ans dem ihr vertrauteren Gebiet des Theaters zur Entfaltung bringen. b. KM M MM bsi hei, tzrsMn Vor einem interessierten Zuhörerkreis behandelte Dr. Erich Eyck im Berliner Kulturbund das Thema: „Recht und Unrecht bei den beutscheu Klassikern." Die Wahl dieses Themas verpflichtete den Juristen wie bcu Kenner der klaisischeu Dichtung zu Lehre und Beispiel: beides ivnßte der Vortragende ai, Hand eines reichen, ausgewählten Rkaterials v!me doktrinäre Tendenz und in kluger Veschränkung auf das Wesentliche dem Hörer zu verinittelii. Ausgehend von der umfassenden Geistesrichtung des das ganze achtzehnte Jahrhundert durchziehenden, auf die Gesetzmäßigkeit der Aeruunft gestützten Naturrechts (dessen Wirknng sich freilich schon ein Jahrhundert früher, nach der Lehre Pufendvrfs, cuich aus die Judei, erstrecken sollte), zeigte der Vortragende, u>ie der Grundgedanke vom „Rechte, das mit uns geboren ist", in der Dichtung Goethes lind Schillers seine klassische Prägniig erhalten hat. (Wäre übriger'.s das Thema iveiter aiisgesponnen worden, so hätte natürlich Kleist mit der gewaltigsteil Dichtviig i