Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 19 (10.5.1934)
- Date
- 1934-05-10
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Mbsrk SMZrÄSLg Ein De»r?ämpfsr vsr Berufs- Umschichtung gestorben Tas deutsche Jndentnm ist um einen Mann ärmer geworden, dessen Raine ein Programm bedeutet-. Vfm ."»n. Vlprit l,nt Sircftor Albert Silberberg i>n£4 ^itlidic gesegnet. Frühjahr 1^7 lmirbc ifjiit, dein eben erst Fnnsnndzivanzigjährigen, Vvn dein Philantropen Alerenrder Moritz Simon die Leitung der Jsraelitisehen Gartenbaiischule Ahlem bei Hannover übertragen. Es war vollkommenes Renland, das ihm anve-^iant rvnrde: Erziehung der jüdischen fugend durch Arbeit zur Arbeit, Vorbereiten einer vvn Timon schon damals als notrvendig erkanntem Bernssnmschichtnng der deutschen Juden, unter besonderer Betonung der Landwirtschaft, des Gartenbaues und des HandiverlS. Alle Angen richteten iich aus Ahlem. Würde da-5 Wert gelingen, würden dieie ..Utopisten" ihren Plan und ihre Gedanken durchführen tonnend Konsul Simon und Albert Tilberberg haben sich nicht beirren lassen, sind zielben'usst den Weg gegangen, den sie glaubten gehen ,;u müssen, haben Al,lene geschaffen, ansgebant nnd der Jndenheit erhalten. Ahlem rvnrde unter Silber, bergs Leitung eine Pionierstätte der deutschen ^udcnbeit nnd eines seiner wertvollsten .Kulturgüter. Alle Gedanken, Pläne nnd Erfordernisse, die das Jahr Uin bezug ans die Bernssnmsclhchtnng aie die denliche üudenhcik!;erange!ragen l,at. sind in 1 >'säI,riaer mül,eooller. >miopjerunzsreic!,er Arbeit iit Ahlem nnler ^Uberbergs Fü!,rnng erwogen nnd nnsprobiert roorden. Um vieles lväre das (beschick der de'n1iel,en Jndent,e>t. milder, rvcnn Ahlems Weelrni reeistz,eilig g-'hört loorden mm'. An Silberberg har es nicht gelegen. A'eben seiner Tätigkeit als Leiter der Anstalt, lieben den pädagogischen Aufgaben, die il,m gestellt waren, und die er'— das kann man ohne lieber» lrcibnng sagen — meisterlich gelöst hat, hat er innner inieder versucht, in Wort nnd Schritt an die jüdinhen Blassen heranzukommen. sie für Ahlein mtb seine Ausgabe ideell nnd materiell zu interessieren. sie siir das in Ahlem gepflegte Gedanken-, gnt empfänglich zu machen. Leine ihm zu früh imtrinene Tran, Elle L i l b e r b e r g (Tochter de-S Tireltors Grnnwald in Paulo,u), ,var ihm eine treue Weggefährtin, die mit viel Klugheit. seinem Aerstürrdnis und mütterlicher Herzlichkest Cilborbergs Arbeit und Lebensweg betreute und unterstützte. Langsam aber sicher wuchs Ahlem, wuchs der Kreis seiner Freunde. — Leider wurde aber die so dringend erforderliche materielle Unterstützung Ahlems mit.der Zeit immer geringer, und so muhte cs Silberberg erleben, dah ein Teil der Ursprung-' licheu Betriebe geschlossen werden muhte. Besonders schmerzlich empfand er die Anflösmig der Mädchenabteilung im Jahre 1021. silberberg hat es verstanden, allen Fährnissen zum Trotz, Ahlem der deutschen Jndenheit nicht nur zu erhalten, sondern so auszugestalten, daß cs nach dem Willen seines Gründers „Gemeingut aller Inden" rvnrde. Keiner religiösen oder politischen Richtung des Judentums verschrieben, steht es allen zur Verfügung und dient der Gesaintheit. Schverä Erkrankung zrvang Silberberg. im Jahre 1930 seine Lebensarbeit jüngeren Händen lmzuvertrauen. Aber auch un Ruhestand galt fern Sinnen Denken und Lieben Alstern, seinem AMgabenkreis und seiner Jdeenlvelt. So schmorzlrch ih„ — den guten Deutschen und treuen Inden — die Ereignisse des Jahres 1933 trafen: Stolz nnd Genugtuung erfüllten ihn. das; ferne Lebensarbert nicht umsonst getan war, das; Ahlem, „sem Ahlem . in der Stunde der Rot der Iudeuhert zur Verfügung stand mit' seinen Einrichtnrigeri. Erfahrungen und nicht zuletzt mit all den tüchtigen 'Mensctz'n. die sich mit Stolz Silberbergs Schüler nenne». Als höchsten Lohn seiner Lebensarbeit empfand es Silberberg, das; feine „Ehemaliger," in unverbrüchlicher Treue und Liebe an ihm hingen, in ihn: über Zeit rrnd Raum hinweg eirren Freund und Pater verehrten. - Bis zum letzteil Augenblick seines Lebens blieb er ihnen allen verbunden. ' <»»«,» ( \ i. X 1 IV * frtdi AM Uli:^ .u’wirj viwu \ v ... Btöge die Jndenheit diese Keistuna und seines Erbes Vlannes, feiner Groß-Berlin Tie Ortsgruppen Berlin S, SW, SO und Tcmpelhof vereinigten ihre Blitglieder am Mittwoch, 2. Mai, zu einem Vortragsabend in den „lchmmersälen". Rach einleitenden Worten des Vorsitzenden, Amandus A b r a h a irr, nahm Margarete Fried das Wort zrr einem Referat über „schule und HanS". Als Mutter schulpflich' tiger Kinder mich als Lehrerin au einer hiesigen jüdischen Volksschule empfindet die Rednerin ans persönlicher Einstellung heraus die nvlivendigo Verbindung von «schule nnd Haus. Ein großangelegtes Referat über „A r - beit nnd A rr f gaben i irr d e u t f dj e n I ndcntn nr" hielt Tr. Friedrich Brodnitz. Er schilderte die Arbeit des Eentral-Aereins im vergangenen Jahr, von deren Umfang nnd Bedeutung noch viel zu wenig deutsche Juden wüssten. Reben der Arbeit au Einzel p r o b l e m e n, rvie sie sich aus der Gesetzgebung und der allgemeinen politischen nnd wirtschaftlichen Situation ergeben habe, sei besonders wichtig die Mitarbeit au den z entraleu Institutionen des deutschen Judentums gewesen. Eine geistige Reuorientierung der deutschen Inden als Ergebnis der grossen Ereignisse des letzten Jahres sei notwendig. Ter Weg des Eentral-Vereins müsse zwar zu dem uuve r - r it di t g ebli e b e n e u Ziel führen, er könne aber nur in kebendiger Anpassung an die Entrvicklnng in der Umwelt nnd im eigenen Kreis gefunden roerden. SbrcsKWon In R o s e n b e r g sO.-Sst sprach am '2. Mai in einer stark besuchten Gemeindeversanuulmig . der LandcsverEmdsshndikns Tr. Jakvbowitz (Benthcii) über die wirtschaftlichen. sozialen, lnllnretlen und nationatcu Trieblräite, die nacl, einem Zeitalter der Weltansgeschlolsenheit der 'Zelter, und, einer Aera des Imperialismus, .des Vorwiegens des Wellhlindels, der Ideen einer Menschheilsverstäudigniig nnd einer Art internationaler Grossttadtlnltnr, eine Hinwendung zrr den arteigenen Werten nnd nationalen Aufbaukräften der Völker gebraclst haben Auch di,s Judentum müsse in diesem welthistorischen (A'sck-ehcu ans die Wurzeln seiner Kraft znrückgehen und zu einer Verlebendignrig des Väterglanbens kommen, zu einer religiös-ethischen Lebenshaltung, in der geheiligter V r a u ch und religiöses G e b o t n> jeder ih re Bedeutung haben. Spezialarzt Tr. Btatz- C.-V.-er! Denk? an Eure JVIsfgSSedsbeiträgeS vmU borff führte eine anregende, aber sich von allen Schärfen sernhaltende Anssprache herbei. An diese scl,los; sich in später Adend-stunde die Generalv e r s a m m l u u g d e r O r t s g rnppe . in derber alte Vorstand ,viedergervählt rvnrde, und z,var die Herren Ewald Karmeinsth, der auch die Bersainmlung leitete, als Vorsitzender. Franz Vodländer als Schriftführer und 'Prediger Lcwin als Schttzmcisler. C*-V ••Kalender lLandcsvcrbnnV RlicittlanD-Westsalerr 18. Mai: Essen. Dr. Erich Kehr (Kaiserslautern): „Unser. deutsches Jndentmu — Erhaltung und Gestaltung". Norbert Wvllheim (Berlin): „Teritsch-jüdische Jugend heute". 11. Mai: Dortmund. Dr. Erich Kehr. Norbert Woll- 18. Mai: Bochum. Dr. Erich Kehr. Norbert Wollheim. 16. Mai: Duisburg. Tr. Erich Kehr. Norbert Wallheim. 17. Mai: Wuppertal, tllorbert Wollheim: „Deutschjüdische Jugend heute". Jrtristisch-Lstrrtschasrllche Vcratungsstclle des E.-B. in Gicstcn. Ter Landesverband Hesfen- R'nssan nnd Hessen!,at, namentlich nrn mit den Freunden in Oberhessen eine stärkere Fühlung zu erhalten, nunmehr für diesen Bezirk in Gießen Spreeiistnnden eingerichtet, die in regelmäsiigcn Abständen stattfinden roerden. Ter Landesverbandsstindilus Tr. Wvlfgang S. Biatzdorss hielt die ersle Bespreänmg amBiai ab.- Tie näclisten Spreclitage werden durch Rbindstchreiben nnd in der „E..-'B.-Zcii>ing" belannlgegeben. Ehr! dlis öansrvrrk! In Benlhen (O.'S.) spraci, am 30. April der bekannte Bortämpser der jüdischen Handwerker in Tentschland, Tapeziermeister Louis Wolfs (Berlin), in eir,er vom Jüdischen Bteisternnd Gesellenvereiu und vorn Verein zur Förderung des Handwerks unter den Inden einhernsenen Gemeindeversammlung über „Selbstbesinnung, das Gebot der Strrnde". Wä!,rend früher der jüdische Hnridwerker nur die soziale Anertenmmg seines Standes innerhalb der jüdischen Gemeinschaft in Tentschland habe ringen müssen, ,oerde jetzt die jüdische Jugend manchmal ohne P r n s rr r, g der persönlichen Eignung in die Hand,verks-- Schachaufgabe Rr. 8 von, Paul Rosenblatt (Berlin) Schachaufgabe Rr. 8 Blatt in drei Zügen Wciss: Kli7, U-3, 8f7, Te«, llcld (-a ydnvarz: Kf5, Lgl, S^8, Bei, eö, c7, fl!, Lösung der Ausgabe Rr. 1: 1. Hfl—dl (drohend 1,3—1,1 malt) 2. DdlXd2 matt ÖbS—di, 2. Hdl-dfi matt. 2. Odl—<!ü matt ll!>1—e2. d3, 2. Ddl — al matt ^b8—all, 2. TUT—Iw matt beliebig, 2. bo—bl matt, ■! 1. T.e2—alj .selieitert an c.7—cb! I. Le2 --dl M’lieitert an Uil — d.'jl 1. Dl’iXbi sehoiterL an LgO—eil •Vdiiststige Lösungen sandten ein: Jusli;ral (.öenvo Arvnsolm, 2t. Barvnowitz, 'Apotheter tu. Brand!. Susaime EaspaN,. Hans Eol>», Sauiiälsrai Tr'. Tonrkc, Gustav Xlewi, Atvrii; tUiaiiljcimer, Willi 'Michaelis, Joachinr Schlesinger (sämtlicl, in Berlin), Karl Bechböfer (Nürnbergs 'Alrr Becker (Königs berg), Rechtsanwalt a. D. Bornstein (Dessau), Julriis Enhn Gteuwied), Tr. Ernst David iN!ed,erinch>, : Je*au*5 David (Haniburg), Gabriel Eschwege (guldnr Adolf Grünthat (Gteirvrlst. Gottfried Gumbel (,2tntt: j gart), Arilwr Jarvb (Köniaslioseu). Hedwig Ual»,! (Köln), Tierarzt Blar K'vsdnninski (baudsbeeg a.- d. Warthe), Michael Levt, (Krefeld), Tr. rel> ' (Bochum), 21. Lörvenslein (Jlrevenbroiel,*. Dr. W. rl>- rveustein (Slullgart). Kairt Amper chtieder-gngelbeiinl, L. Blehrländer^ (Konstadt, O.-S.), Dr. Rudels Reumann (Leipzig), iLanitätsrat JTr. Ritterdanli (Osterode), Harrt; rliothselstld, Heinz steril (Abteredci. Dr. med. Hans Schlesinger (Nlannheinä, pelliar Schönttzal äRnrnberg), Rabbiner Dr. Tänzer (Ei*)'- piiigeni, .Bouis Wertheiin (Rl.-Gtadbael,,. 2tLiim;> o'prliel, ((vieiwip), Gerda Uoewtowil, iBreslari', dein, :>!oil,schild (Hildesl,eim), 'Adolf Ealm (chai»burg>, Erich :iliibensol,ii J'.tdilde-äieiiiJ. Gustav Bange ^Berlin-, Jüans Kvhorn (Rlümhen), 2. Schvlt (Psafseii-Beeisurth). S<*!ia.c-Ul»ricVkastcu: K. 15. (Nüniherg). Auf :;. K.I8-C7, li*i—liö: 1. 1.2-1,1. KdäXdl; ... 1<i'7Xe.l. Kd I—c 1: 6. Kot? —fl», Ivel—Fl; 7. I<M- W>. >At-el aml croxvinul. Oder 3. Ka7, hä: -l. Kb>, IO usw.!,;8. (rfaffeii-Heerfurtb), M. L. (Kn>frh|t. I5pO.ii ]*ank kür Kiiwemlmm. Sie erhallen wo!i l‘n-'j.-lifid. berufe Hineingedrängt. Tavoe müsie Heute gi".,>r.i so gervarnt werden wie früher vor dem wähl, losen Z n st x o rn zu den akademisichen Beruien. Ter Versammlungsleiter Hermnnn Badria», der unter den Erschienenen and) Kollegen aus den Rachbargemeinden Gleiwitz nnd .HindenbnrgZ'egriigm konnte, machte darauf Angaben über deir Stand dO jüdisctien Handwerls und die Unterbrrmzimg r>e:i jüdischen' Lehrlingen in Oberschlesien. Slindilin Tr. Jakobvroitz dankte den gastgebende» Wo einen und dem Redner, in dem er ein er probte- H a n P t v v r st n n d s m i t g l i e d d e s E e n! x >r I* V e r e i n s begrüsten konnte, für die Veraustilltiistl und bat die jüdisthen Rleister um Verständnis jR die Lage der jüdischen Jugend, die vielfach in iijicnt sehei in tilgen, die ihr .stnnstterttnn int jüdischen Wesen zn verwurzeln suchten, gehört seit Jahren der Binnnheimer Rinsiter Hngo Adler. llRit mehreren religiösen Boknlwerlert snr den Kvnzertgellranch hat er eine einheit-- liche Linie gehalten, die seine Berbltndenheit lnit den geistigen intd sittlichen Werten des .Judentums eindeutig bekundet. Jit feiner neuen Ehorschöpsinig „Balak und Bit am" benutzt Adler als Stoff einen Abschnitt (Rinneri S\a\\ 22—21) ans der dichterisch beschnnngten Bibelnbertragnng von lUinitin Bube r nnd Franz R o s e it z,o e i g : Ter König von Rioad, Balak, tvitt das ihn bedrängende Bott Israel durch den Seher Bilant verfluchen lassen. Bttain ist aber rveder durch Bitten nnd Geschenke noch durch Trohnugcn zu dieser Berdannntntg zu bewegen, denn er hat erkannt, dast Gott diesen Fluch nicht will. Unbekümmert um den Zorn des Königs lehrt er in seine Heimat zurück. An diese Bibelszcne hängt der Komponist noch den . (von Bnöer übertragenen) l 1. P s a l m, der Gott als den Erlöser des unterjochten Menschen anruft nnd preist, um damit dem Ganzen in hymnischer Form eilte musikalische Krönung zu geben. Im Stil des frühen italicinschen Oratoritnns, dessen geistig' religiöser Gipselpnntt stets eine SchriftaU'Aegnng des Priesters tvar, baute die Anssührnng zwischen die ersten Teile des Ehorlucrts noch eine Ansprache des Alaimheimer Rabbiners Tr. Biar G r ü n ew a l d ein. ihr wurde die Idee vom Fluch, der sich in Segen für den Betroffenen verwandelt, noch einmal beziehungsvoll tmd eindringlich von der WaZe des Kanzelredners behandelt. Das Ziel, dem Inden der Gegenwart mit lnnstlerifchen Mitteln seelische Aufrichtung zu verschaffen, verfolgt Adler musikalisch in einer Form, die vom Typus der herkömmlichen .Konzertdarbietungen abweicht. Er stellt bewußt keine technischen Anforderungen, die nur von einem Bernssorchester erfüllt roerden tonnten, fenderu er roendet sich im Sinne der BcstrebnugLn Paul Hindetniths — hauptsächlich an Laienspieler. Allerdings rverdett dke Solisten vor Ausgaben gestellt, denen nur künstlerisch völlig dnrchgebildete Kräfte gerecht rverden können. Tie Architektur des Werkes zeigt in altert Einzelheiten, daß Hngo Adler sich in der Schule Errtst Tochs zu einem kontrapnnttisch sattelfesten Tonsetzer herangebildet hat. Er verdankt der musikalischen Handschrift seines Lehrers außerdem rricht nnrveserrttiche Bestandteile seines Stiles. Stärkeren Einfluß übt auf die geistige Haltung noch.Härtdcl ans. Besonders in den wuchtigen Ehorsätzen ist die Anlehnung au das Oratorium dieses Großmeisters unverkennbar, nnd ans die rnelodische nnd rhythmische Behandlung des Instrnmentalparts haben dessen „concei'li grossi" eingervirkt. Wcrirt arich die Phantasiekraft nnd die Gesnhlsskala Adlers — und zwar rricht nur an dem gewaltigen Borbild gemessert — oft begrenzt erscheinerr. so bietet das Werk doch in Erfindung nnd Turchführnng so viele erfreuliche Atvmente, daß eine Wiedergabe künstlerisch voll gerechtfertigt ist. Ter günstige Gesamteindrnck rvnrde dnrch den gcfcli'ickt a'nsgebantcn, chorisrh sehr klangschönen Psalm noch vertieft. Rnr wenige Gerneinden in Tentschland können sich einer so gefestigten rnrisiknlischert Tradition rührrren rvie gerade At a rr n h e i rn. Seit alters her hatte dort im össentlichen Musikleben der „Liederkrartz" eine sül)- rerrde Stellring. Ihm war eine außerordentlich , geschliffene, lebendige Darstcllnrrg des chvrischen Teils zu danken. Der Sängerschaft reihte sich ebenbürtig die harrptsächlich ans Atnsiksrennden bestehende „I n struruentalgemeinschas t" an. Für die treffliche geistige und techitrsche Haltung der Ausführung war Max Sinzheim er verantwortlich, der aus einem starken inneren Fonds schöpft und kraftvoll und zielsicher zu leiten vermag. Ernmy Josephs gepflegter, tragender Sopran kontrastierte angenehm zrr derrt , geschmeidigen Tenor Max L i p m a n rt s nnd dem ausdntcksvollen, sonoren Bariton Joseph L e v i s. Franz Q p P e n h e i m e r entledigte sich mit grller Einfühlung in die Sprache der Bibel der Ausgabe des die Handlung berichtenden „Historicus". Für den.anspruchsvollen Klavierpart hatte Lilli il o p p e l beträchtliches Können einzujetzen. Tie Würde des Tempels verbot jede Beifatlsknndgebnng. Auch so spürte man die große innere Anteilnahme der Hörerschaft. Artur Holde. fltmtlcl}, Trio »nd -ffifalm _■ Ein Cuartett luivb zum Triumph dieses Abends im Logensmst. Aus jener Stimimmgsrvelt, in der die Klage an den Wassern Babylons nachklingt, spielt es sich init immer stärkerem Ausdruck in eigenständige Bereiche hinein: der Hörer erlebt, rvie es rvächst und rvächst, bis es als ein Kunstwerk tönender ^Formung überzeugend gras; vor ihm stetst. Es ist, als habe der Tvusetzer Ernest Bloch dieses Onartettwerk rvie ein auf 10 Saiten spielender Rhapsode fort und fort gesponnen, als er es schrieb. Alle Fragen der stilistischen Einordnung verstmnmm vor der zeugenden Urkraft des, rein Pinsikalischeu, das hier im meislerlic!) beherrschten Viersatz rmauslrnttsam hervorqnillt. Das 'Rene Streic!,gnartett der Herren Frey (erste Geige), Prager (zweite Geige), Rteher (Bratsche, und 'Lgeil (Eellv) zeigt sich, dabei von einer Könnerschast, die höchsten A.rhprüchen genügt. Tie reiche Klangcutfaltnng, die drängende Kraft des Musizierens im gegenseitigen Austausch der rvechselndert Akzente, lässt eine ob Per Ataßen gewissenhafte Vorbereitung nnd die. völlige Hingabe an den reinen, durch keinerlei svllstlschen Ehrgeiz getrübten Onartettklang erkennen. Die innige Zwiesprache, die zauberhaften Wechselgange, fast möchte man sagen Stnfcngesänge der vier Jnsirmnente, unterbrochen vom Verdämmern in den Schleiergebilden kunstvoller harmonischer Gervebe, leben in dieser gei^rischen Wiedergabe, die das weitschichtige Werk zu' tiefster Wirkung bringt. Das erscheint um so bemerkenswerter, als zuvor der Bariton Dr. Leo B a r c z i n s k i mit tiefer Inbrirnst den beziehnngsreichen 22. Psalm in immer größerer Weite der prächtigen Stimme zum eindrnctsvollen Bekenntnisgesinig — und rvohl auch zmn Gesangsbekenntnis — gestaltet I,at. Tr. b® lltathan verdichtet dabei die orchestral erregte -cgleitnng im vorrrefftich beherrschteir Klavierspiel,d® mal, in dem einleitend mit dem Primarius und doe Eellisten lultnrvoll bvrgetragenen, Jnapp gelylteuer,, stilistisch über ein ganzes Riensthenalter wegmnsizierenden Triowerk dnrcl, deiy Anschlag zu erkennen ist. Für das Verständni-s du Tarbietnngeir l,atte der Genannte llnge Worte »Rl den IdG) in Gens geborenen, seit 1M6 in i,luu’vi^ N'irlenden Komponisten voransgescliielt. Das Kvachl,ä!le einen Festbesnch perdient. '-'Kit lim sh ovoyeu-- Bereitschaft stimmten wir alle An den reichen, vrn dienten Beifall. __ sein .heilerer Abend" In üHfmtfttn An bot- ^L'ilnolimo ’oe-j l[in::o lnit dem „Heiteren Abend" des .Kulturbundes masi iB fehlt: die Rttinchener Jndenschast hat ihre Ehre go rettet nnd vor allem )var es eine Freude, fv va junge Gesichter im Saat zu sehen. Aber rvas r - Leitung des Kulturbundes ans dieser Ohance t, inaclit: leider gar nichts! , . Ein Kulturbund soll keine Wohlsahrt-sttellc - sondern Kultur als „Gepflegtheit'^ ocritehen. rächt sich immer, uunm man die Ansprüche der ö Hörerschaft unterschätzt. Es ist bedauerllcih ^> manche gute Begabung enllveder zu früh unzulänglichem Rahmen gezeigt worden '!<■ fj. ivird man sich sicher freuen, der kleinen We tusch el, die eine begabte Pianisü" W einmal wieder zu begegnen: der reizenden w , Ten t sch wird man wünschen, das, sie bas ih . Rial nicht auf einem Podium anftrelen »MH.. . so eng ist, daß man Todesängste anssteht, vv rricht au dein großen Flügel, an der der-^ ' sitzt, das Beirr anschlägt: bei Irene Betisch 'w l allem die Partie ans der „Fledermaus' mP' h und mit viel Gefühl für das Theatcrrnähuzi. getragen. .. Das Publikum wehrte sich lebhaft ibX" . Wahl des Stückes. Gibt cs wirklich '!>ci ' eigneteres als den in seiner Umnöglichkeit c grotesken russischen Einakter: „Das Atzen Ocitiinfl darf die Errvartnng nnssprechen, da,; vir z . pj. des baporischen Kritturlnindes. der ' 11 tl"amifd) Rrührigkeit gewiß nicht vonverfen kann. P des Publikums nnd der Jugend in o11“1'!' u»ng trägt. Tam, wird es nicht inehr vor daß die Zuhörerschaft im Saal offen lhc -> > zu erkennen gibt.