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Central-Verein-Zeitung · 1934-05-03 · 18 (3.5.1934) · page 16

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
18 (3.5.1934)
Date
1934-05-03
Page
– (sequence 16)
Language
German
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e,v,ztg.-mi J Mymmer V 71 y w v ^xuniim? C&LikJ? iTLJ v s 1 I M «LVsd 3. Mai 1934 rr„ Deutschlands Kampf mit angemessene Ausfuhrbedingungen auf dem Weltmarkt berührt in Ijuljem Grade namentlich die Wirtschaftszweige, in denen Inden als Unternehmer oder Angestellte verhältnismäßig zahlreich vertreten sind. In den letzten Fahren. seitdem die Fragen der jüdischen Berussschichtnng immer weiteren Kreisen zum Bewußtsein gekommen sind, haben eingehende Untersuchungen stattgesunden, die eindeutig gezeigt haben, daß ein verhältnismäßig großer Prozentsatz der erwerbstätigen deutschen Juden ganz bestimmten Berufen zugeströmt ist. Haben auch viele von ihnen dabei — wcmstauch oft in kleinstem Rahmen — ihren Drang nach S c l b st ä n d i g k e i t verwirklicht, io sind doch ans begreislichen Gründen in den Wirtschaftsgrnppen, in denen es verhüttui-nnäßig zahlreiche jüdische Unternehmer gibt, auch anteitsgemäß jüdische ')( t b c i t n c ö m c r tätig. Die letzten größeren Ermittlungen, deren Voraussetzungen sich srcilich durch die jüngste Entwicklung etwas verschoben haben dürsten, haben den Nachweis erbracht, daß sich unter diesen Berufszweigen, die für das wirtschaftliche Schicksal der deutschen Inden eine so wichtige Nolle spielen, viele Gruppen befinden, die erheblich aus die Ausfuhr angewiesen sind. Zn den Branchen, in denen wir den jüdischen Anteil besonders hoch zu veranschlagen Pflegen, gehören nämlich n. a. Metallhandel und Atetallwarenhersteltung, gewisse Zweige der Elektrotechnik und des Nundsunbvesens, beinahe alle Gebiete der Textilwirtschaft, die Lederverarbeitung mit ihren Vorstufen, gewisse Zweige der Papierverarbeitung bzw. des Buchdrucks und endlich die Pelzivarenbranche. Vir haben selbstverständlich ans den für die deutschen Inden bedeutsamen Wirtschaftsgruppen nur diejenigen ausgewählt, die mehr oder minder unmittelbar am Außenhandel beteiligt sind. Auch diese Auszählung mag in einigen Punkten unvollständig sein, in endereu mit dem heutigen Stand nicht mehr rbereinstimmeich So stark aber dürsten sich die Grenzen . inzwischen kaum verwischt chben, daß nicht auch heute noch die Feststellung gelten sollte: ern erheblicher Teil der in der deutschen Wirtschaft tätigen Juden ist uns Gedeih und Verderb gerade von dem Erchen dieser Industrie- und Handelszweige abhängig. Dabei sagen wir bewußt, Industrie und Handel. Selbst wenn es richtig sein sollte, daß der Produzent stärker an der Ausfuhr interessiert ist als der Verteiler, wäre daraus noch nicht die Feststellung abzuleiten, daß etwa die tzudeu ans den genannten Wirtschaftsgebieten mehr den Binnenmarkt als das cknslandsgeschäft bearbeiten. Abgesehen davon. daß nicht nur der Fabrikant, sondern anch der Großhändler als Exporteur in Betracht kommt, wäre es überhaupt ein Irrtum, nnzimehinen, daß sich die Juden ausschließlich "nf die Handelstätigkeit beschränkt hätten. In der Sbersiure der Textilwirtschaft zum Beit'vicl, von der Spinnerei bis zur Konfektion, war 10:30 nach den Berechnungen von Alfred Narcns^ der jüdische Anteil in der reinen Modnltion beinahe ebenso hoch wie im Großhandel. Natürlich konnte stets nur die Zahl der Firmen ohne Rücksicht ans Umsatz und Eroße ersaßt iverden. . Welche Ausfuhrinteressen in den genannren Branchen verkörpert sind, beiueisen einige Zahlen. Allein die Textilerzeugnisse bestreiten etwa zwölf Prozent der ganzen deutschen ^-erttgwarcnausfuhr. Hier wie in allen anderen genannten Branchen haben die letzten Jahre einen bedeutenden EinsuhrrücksiZssll gebracht, wie aus der nachstehenden Ueberstcht hervorgeht. Die Ausfuhr von R emllcn und Atetallwaren erreichte selbst im letzten Jahre fast einen Milliardenwcrt. Ausfuhr in MiA. NM i929 19321933 TcxLLLfcrLigwarerr . . . 1374 618 448 Kupserwarcu.318 144 127 H'lcL'LroLcchrr. <5rzerrg,rnsse . 481 251 210 2cder- und Schrrhwarerr . 123 49 41 Pelze rmd Pclzwareu . . 289 92 70 FcrLigwarcr: insgesamt . 9833 4489 3787 Im März d. I. hat sich die Fertigwarenanssuhr, an der Spitze der Textilexport, so kräftig erholt, daß der Menge nach sogar der entsprechende Vorjahrsstand überschritten wurde; die Erlöse jedoch waren noch immer niedriger als im März 1933. Zum Verständnis dieser Zahlen sei bemerkt, daß vom Ausbruch der großen Weltkrise bis zum Jahre 1932 die Ausfuhr verschiedener der hier in Betracht kommenden Spezialinduftrien stärker geschrumpft war, als der Durchschnitt der ganzen deutschen Fertigwarenanssnhr. Das gilt für Edelmctallwarcn aller Art sowie für . Schuhe und Pelzwaren; in anderen Zweigen hat sich gerade die deutsche Qualitätsaussuhr wesentlich besser behauptet. Zum Teil beruht der Ausfuhrrückgang der genannten Industriezweige auf einer allgemeinen Umschichtung des deutschen Außenhandels. Unsere Aufstellung enthält im wesentlichen nur V e r b r n u ch s g ü t e r. Innerhalb des deutschen Exports aber sind in der jüngsten Vergangenheit die Produktionsmittel wie Ätaschiuen usw. immer stärker in den Vordergrund getreten, während sich manche alte Abnehmerländer in der Versorgung mit Verbrauchsgütern durch Errichtung 'eigener Fabriken iveitgehcnd selbständig gemacht haben. Anch die P r e i s e n t w i ck l u n g, die namentlich ans dem Metall- und Textilgcbiet so sehr ins Gewicht füllt, hat die Ausfuhrwerte stärker herabgedrückt, als es der tatsächlichen Entwicklung der Ausfuhr m engen Entspricht. Daneben aber haben die allgemeinen Hemmungen des Welthandels und die besonderen Schwierigkeiten der deutschen Ausfuhr auch die hier behandelten Wirtschaftszweige und die in ihnen tätigen Juden in vollem Umfang getroffen. Es macht ja weder der ausländische Abnehmer, noch die ausländische Zollbehörde im Verkehr mit reichsdeutschen Firmen einen Unterschied zwischen Unternehmern jüdischer oder nichtjüdischer Abstammung. Es gibt auch jüdische Firmen, die mit mehr als der Hälfte ihrer Produktion auf den Weltmarkt angewiesen sind und die schon deshalb mit allem Nachdruck für Erhaltung und Erweiterung des Auslandsabsatzes kämpfen. Zu diesem unmittelbaren Ausfuhriutercsse kommt noch eine nicht minder wichtige mittelbare Ansfuhrabhängigkeit hinzu. Tie Zwangsbewirtschaftung der Textil-, Metall- und Häuteeiufuhr zeigt, daß die Rohstoffprobleme, die sich aus dem ungenügenden Eingang von Aussuhrdcvisen ergeben, in vorderster Linie bei den hier untersuchten Wirtschaftszweigen akut werden. Gewiß haben die ausfnhrförderudcn Maßnahmen der Reichsregicruug sonne die Mchrbeschästigung im Inland, Wie durch bessere Verteilung der Gencralnnkosten auch den Wettbcwerb im Ausland erleichtert, manche Entlastung gebracht. Aber wo immer englischamerikanischer Währnngswcttbcwerb und japanische Lohnuntcrbietung, wo immer Bohkotthetzer oder Schutzzölle und Kontingente deutschen Fertigwaren den Weg ins Ausland erschweren, gehören anch deutsche Inden zu den leidtragenden. SJßs elmz Be&e 5 es KÄHsK»MWsftomMfter» Ja einer großen Rede.dieReichsivtrtscltastsminisier Dr. Sch m i 11 auf der Tagung des Bayerischen In. dustriellenverbandcs hielt, beschäftigte er sich vor allem mit den aktuellen Problemen der deutschen Wirtschaft. Nach dein Bericht dtr „Frankfurter Zeiturnt" erklärte er dabei u. o., der leitende Gedanke unseres heutigen staatlichen Gebens sei. alles in den Dienst des Volkes zu stellen. Die Reichsrcgierung habe den Mut gehabt, durch ein großcmgelcgtes Arbeit s b e s ch a f s u n g s p r o g r a m in der Wirtschast -neuen Impuls zu geben. Ter Erfolg dieser Aktion sei in großem imi> überraschendem Maße ringe treten. Wir wollten uns aber nicht verhehlen, daß hier gewisse G e s a h r c n P u ulte lägen. 0o gerate man z. B. in Versuchung, unter dieser Parole Betriebe zu errichten oder wieder in Gang zu setzen, die nicht lebensfähig seien. Es sei unvermeidlich, daß die Belebung zunächst nicht gleichmäßig aus allen Fronten einjetze, sondern einzelne Teile besonders bcgünstigt würden. .vier müsse mit eiserner Faust der Gefahr von Preissteigerungen entgegen getreten werden. Solange noch große Teile unserer Wirtschaft und der dort beschäftigten Menschen in schwerster Not sehnsüchtig aus die Besserung ihrer Lage warteten, könne eine verantwortungsbewußte Regierung eine steigende Lohn- und PrcisweUe nicht dulden. Eine Erhöhung des Preis- und Lohnniveaus bedeute Verringerung der Kauskrast unserer Reichsmark, wozu es unter keinen llinständen kommen dürfe. Tic Aerschlcchterung unserer A nßonhandels - imb Zahl u ugsbiI c, u z sei vor allem darauf zu-' rückzusühreu. daß durch die Belebung der Wirtschaft dcr Import von Nolistosseu in ständigem Steigen bcgrisscn sei. während aus der anderen Seite unsere Ausfuhr sich durch das unverminderte Fortbestehen der Weltwirtschaftskrise und der fid? immer noch steigernden Sclzwierigteiten aus den Weltmärkten rückläufig entwielle. Wir könnten Rohstosse nur mit Waren, und Zinsen mir aus h'in Exportüberschuß bezahlen. Er sei sicher, daß mangels vernünftiger und für uns tragbarer Abmachungen mit den rohstosslieferndcn Ländern. Deutschland, wenn cs sich erst umgcstellt habe. in vielen Richtungen und in großem Ilmsang dauernd auf die Hereinnahme ausländischer Rohstoffe verzichten leime, für die es sonst wachsender Abnehmer wäre. Andererseits sei Sicherstellung des Exports eine Frage des Gcsamtinteresses dcr Nation. Unter keinen llinständen dürfe zunehmende Belebung auf dem Inlandsmarkt das Bestreben. Güter auszuführen, erlahmen lassen, es müsse vielmehr steigen. Ziel der mu zu scFtsfenden C t n tut i j n t i o n der W irts ch a f t sei. die Wirtschaft in ihrer Gesamtheit zu erfassen, in ihren einzelnen Fachgruppen zu gliedern, in möglichster Selbstverwaltung, aber unter der Autorität von Führern, die von dem Ber- Iroacn der Unternehmungen und der Reichsregierrmg getragen seien. Wenn man bei der .Konstituierung schrittweise Vorgehen und die Beendigung des Aufbaues vielleicht den Zeitabschnitt eines Jahres in Ansprnch nehmen werde, so deshalb, weil er die sorgfältige Auswahl der Führer und ein bedeutsames Hereinwachscn in die Ausgabe für besonders wichtig halte. * Anschließend an Minister Tr. Schmitt sprach noch der bayerische Wirtsehe-stsminister Esser, der u. a. den Rcichsivirtschastsministcr bat, auch die Jude n sr a g eim Sinne des na tivna lsoziali sti schen Programms zu lösen. Ties müsse gleichmäßig über das ganze Reich organisch und in vollster Disziplin gesehen. M ÄB§U W ZMM Auf einer Tagung des Ausschusses für allgemeine Wirtschasts- und Sozialpolitik des Reichsstandes der Deutschen Industrie machte dcr Führer dcr Wirtschaft, Keßler, grundsätzliche Ausführungen über die organisatorischen Maßnahmcn in der Industrie, die auf Grund des Gesetzes zur Vorbereitung des organischere Ausbaues der derrtschen Wirtschaft notwendig geworden sind. Er stellte deir Grundsatz aus, das; alle Betriebe gleicher Funktion in einer untersten Srganisationssorm zusammengesaßt werden müßten. Bei ihr liege aud) das Schwergewicht des gesamten Berbandsivesens, das in sich sachlich und landschaftlich gegliedert sein müsse. Besonders hob Keßler die überrageirde Bedeutung herboc, die der P e r s ö n l i cch l e i t d e s W irtschasts - sührers künftig beizrrmesseu sei. Es müsse von ihm neben festem Eharakter u rrbedingte Zrrv e r I ä s s i g k e i t im Sinne des Nationalsozialismus gefordert werden, außerdem müsse er über eigeire roeite Erfahrung und eine erfolgreiche Tätigkeit versügen. <»a)jfsfftfäfS!-**?<*? v Iir Weimar fand eine Arbeitstagung der Hauptgemeinschaft des Deutschen Errrzelhandels statt. Der Führerrat hat znr Bvrbereitung eines enger: ständischen Zirsammernoirkens aller im Einzelhandel Tätigen beschlvsseir, auch in die Fülirung der Hauptgemeinschaft Vertreter der vlirgestellten zrr berrrserr. Der Führerrat befaßte sich arich mit der Schassnng einer neuen Geiverbeordnung für den Einzelhandel. Ferner rvurden unter besonderer Berücksichtigung der derzeitigen rvirtschasklichen Verhältnisse die Ntöglichkeiren einer intensiveren Zusanunenarbeit mit Großhandel und Industrie behairdelt. Die von der Führung ausgeskellterr Grrrndsätze haberr die einmütige Billigung des Verwaltungsrats gesrinden. Wie Präsident Freudemann bekanntgab. Ijat der bisherige Hauptgeschäftssührer Dr. Paul Hillaud um Entbindung von seinem Amt nachgesucht, rveik er burcL) seine übrigen Tätigkeitsgebiete außerordentlich in Anspruch genommen sei. Die Geschäfte der Hauptgemeinschaft iverden tünftig unter enger Fühlung mit dem 'Präsidenten von den drei Geschäftsführern Tr. Tiburtius, Dr. Folg und Dr. Hardt geleitet werden. In deic Ausschußsitzungen ivurden Fragen des Wettbeiverbs, der Sozialpolitik und der Berufserziehung beraten. ÄW m M Die „Fralikfnrter Zeitung" vom 20. April beschäftigt sich noch einmal nut dem Thema Nichtarier in der Wirtschaft. Die Problemstellung ist. Ivie aus dem Untertitel: „Nochmals: zur Frage nichtarischer Betriebssührer" hervorgeht, auf dieses in letzter Zeit von verschiedenen Seiten erörterte Gebiet zugeschnitten. Veranlassung zu dem Artikel der „Frankfurter Zeitung" gab ein Aussatz des Gaubetriebszellenobmanns Ilnterfranken in der Zeitschrift „Ter Betrieb". Die „Frankfurter Zeitrmg" schreibt u. a. folgendes: „Nun verössentlicht die Zeitschrift „Ter Betrieb" in ihrer Folge 3 des 4. Jahrgangs einen Aufsatz des Ganbetriebszellenobmanns llnterfranlen, dos Abgeordneten Jos. Reinhart, der sich unter Formulierung von 80 Punkten schroff dagegen wendet, daß Inden, also Nichtarier. Führer von Betrieben werden. Dieser Aussatz ist zunächst für den örtlichen Gau geschrieben ivorden, jedoch die Tatsache, daß „Der Betrieb" den Anssührnn-- gen Raum gibt, verleiht ihnen ein besonderes Gewicht und macht es unmöglich, sie zu übersehen: dem; diese Zeitschrift trägt den Untertitel „Führer und Informationsorgan der NSBO" und wird herausgegeben von der Obersten Leiticng der PO veräanoers Bia Blnschiagtoon GeachSf.sn } ft 'tif® AUEIfSHEROTEUEni DAM. JEJTTEE.EQ £3 «5 LIN GEN a.tt. S E e T 9 Q B o E5StsSnS3boE«Sesa3Qn wnd öopen bcsc2::cyQD Seit 23 Jabrca bewüärt 1 Aerxtcn und Potlcctca bei Verdaming'sloflden bocbffoscliötxfi ®r. E. 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