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Central-Verein-Zeitung · 1934-05-03 · 18 (3.5.1934) · page 17

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
18 (3.5.1934)
Date
1934-05-03
Page
– (sequence 17)
Language
German
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/ NSDAP. 9irtt.'3öt> VetriebSzellenorganisation. Es ist gewiß nicht nebensächlich, welche Informativneii die tllSBO, deren Ausgaben bei der praktischen Durchführung der neuen Arbeitsvcrfassmig sehr bedeutende sind, dureh ihr Organ erhält." „beinhart wendet sich in seinen 30 Punkten gegen die Auffassung, daß das Gesetz zur Ordniiiig der imtionnfcn Arbeit es den nichtarifchett Betriebssührern freigestellt habe, selbst Führer ihrer Betriebe zu werden. Bene amtliche'Belnnntmachung. die gleich eingangs von uns zitiert wurde (vom 12. März, in der eS unter anderin hieß: ^..Anch nichtarische Unternehmer können daher Führer des Betriebes fein". Schriftltg. der „E.-V.Pjeitg.") bleibt unerwähnt. Daß der Bersasser im Grunde sedach die tatsächliche Rechtsläge anerkennt, läßt fiel) daraus entnehmen, daß er im letzten seiner 30 Punkte erklärt: „Wir müssen bei allen folgen, die bei Nichtanwendung dieser Punkle entstehen könnten, jede Verciittwortnng ablehnen". Darin allein liegt frljon die Anerkennung des Rechtes auch des nichtarischen llulernehmers, Führer seines cigeiwn Betriebes .',n iverden. zugleich aber auch der Wille. die prnktische Ausübung solchen Rechtes nach Möglichkeit nicht zu dulden." „Ernster fast noch als diese Tatsache sind die Argumente, mit denen der Verfasser seinen Stand. Punkt begründet, Wir können nur wenige davon erwähnen. Er beruft sich ans die Unterscheidung, die vor kurzem Tr. Leh in einer Rede getroffen habe, die Unterscheidung zwischen der Menschenfnhrung und^der Sachführung im Betriebe. TaS lliecht aus Sachführung solle auch den nichtarischen Unternehmern nicht im Geringsten bestritten tnerden. Tie Menschensührung aber sei eine Erziehung im nationalsozialistischen Geist, ihre Ausgabe bestehe darin, die Gefolgschaft zn Nationalsozialisten zn machen. Zum Börsen des iiber',engten A'ationalsozialisnruS gehöre aber unbedingt der Antisemitismus. Und dann heißt es unter Punkt 13: „ES würde der nationalsozialistischen Anständigkeit widersprechen, wollte man drin .luden zrimuten. seine Gefolgschaft zur Gegnerschaft seiner Nasse zu erziehen." „Diese Argumentation geht über alles hinaus, toas zu diesem Thema bisher zn vernehmen war. Wie ließe sich glauben, daß die maßgebenden Instanzen, die — wie gesagt — anss Entschiedenste der Anwendung der Arierbestinnnnngen in der Wirtschaft widersprochen haben, damit gemeint haben sollten, es sei die berufliche Arbeit in Tentscl,land statt unter dem Gesichtspnnlt der genieinschastlichen Berbnndenheit im produktiven Znsamntenwirlen und der gegenseitigen Treue in den sozialen Beziehnngen, unter einen beherrschen- Aipelt der Erziehung zur Gegnerschaft gegen die iüdisclie -Jinifc zu stellen! Wir haben keinen Zweifel daran, daß der Betrieb, daß die Wirtlchast überl)anpt, nicl>t die Stellen seien und ntdjt die Stellen sein sollen, iu denen eine andere nationalsozialistische Erziehungsarbeit erwartet wird, als die zur Leistung, die znur sozialen Zusammenstehen aller Beteiligten. Es ist gar nicht denkbar, daß der Führer des Betriebes aridere als soziale Funktionen haben sollte! (UeberdieS ist eS niclit z,n verstehen, ivodnrc!) der Bcrsaiier der 3'» 'chiulte .;>> der Meinung gelangt, cs werde den nilh!aris,hen llnternelimern leictjter fallen, einen Stellvertreter für fid] als Führer des Betriebes auszuivä!)len. damit dieser dann die Gefolgschaft des Unternehmers zur Gegnerschaft gegen die Raste des UutcruehmcrS erziehe!)" A'acljdem sich die „'frankfurter Leitung" weiter mit der Frage der Trennung der Funktionen zwischen „Sachführnng" und „Menschenführung" besaßt hat. schließt sic ihre Ausführungen folgendcrmaßen: „Freilich auch der Frieden und die Gemeinschaft des produktiven Zusammenwirkens müssen gewahrt bleiben, nieijt etwa mir vorn Slandpniitt nichtarischer Unternehmer, sondern — das iß oft genug betont worden — auch vom Standpunkt und im Interesse der Gefolgschaften und der deutschen Wirtschaft überhaupt. So wird man es in der Tat nur bedauerlich finden tonnen, ivenn unter fenen 30 Punkten der 10. Puiitt lautet: „Unmöglich aber ist es, daß zwischen einent Juden als Btenschensührer, und Nationalsozialisten als der Gefolgschaft, immer und überall Frieden gehalten werden kann.", Und an anderer Stelle heißt es: „Außerdem kann den N'akionalsozialisten im Betrieb nie zngemntet tverdcn, daß sie von Inden, also Völkischen Gegnern. geführt tverden und am Ende ihnen gar noch die Treue, halten . . . .". „Es ist tvohl richtig, daß man den Arierparagraphen seinem Wesen nach durch die.Faltung der Organisationen und ihrer 'Mitglieder ohne a>!e gesetzlichen Bcstimmnngen auch in der Wirtst-haft amvendcn könnte. Nach den Verlautbarungen der zuständigen Stellen soll das aber nicht fein." ■ Gegen jüdische Lehrlinge in llmhWirlMstllchtn Betrieben In einer Bekanntmachung der LandcSbanernfdKtrt £ ldenbnrg ivird, iuic die „Frankfurter Zeitung" berichtet, daraus hingerviesen, daß die Zionistische Bereinigung in letzter Zeit versucht l>abe, junge Juden in landwirtschaftlichen und gärtlrcrischen Betrieben uuterzubringen mit der Begründung, sie durch einjährige praltischc Tätigkeit in solchen Betrieben für die Auswanderung und Ansiedlung in Palästina vorzubcrcitcn. TaS Oldenbnrgische Staatsministcrimn habe eS abge. lehnt, fein Einverständnis mit der Unterbringung von jungen Juden in lcindwirtsckiastlichen Betrieben zu erteilen. Es werde daher die Erwartung ausgesprochen. daß sich keine Gartenbaubetriebe bereitfänden, Inden einzustcllen. MMM M dir BsWMMlg vs» ßMürSMra Wer Heimarbeiter beschäftigt, sei ans das Gesetz über die Heimarbeiter vom 99. 3. 1034 hingewicscn. Es bezieht ßch auf Heimarbeiter und Hausgewerbetreibende, die allein" oder mit ihren Familienangchörigen oder mit nicht mehr als zwei fremden Hi Isst rasten arbeiten. Ihnen können sonstige .Hansgewerbetreibende. Zwisclicnmeistcr und andere arbeitnehmer-ähnliche Personell gleichgestellt Uicr» dc>k. Wer Heimarbeit: ausgibt vder wcitcrgibt, hat die von ihm beschäftigten Personen in fortlaufend richtiggestellten Listen auszuuwisen, die in den Ausbaberämnen ausznhängen sind.' Die Listen müssen eine genaue Angabe des Namens, Geburtstags, Wohnung und Betriebsstätte dieser Personen enthalten. Der Arbeitgeber hat ferner in den Räumen der Ausgabe und Abnahme Entgeltverzeichnisse offen ausznlcgen, die die Entgelte für jebeS einzelne Arbeitsstück cntlprlteir inüssen. Sind die Entgelte durch eine Tarifordnung geregelt, so ist diese ansznlcgen. DaS Gesetz cichätt ferner Bestimimrngen über die Regelung der Entgelte, die durch Einzelabrede, Betriebsordnung oder Tarif. Ordnung festgesetzt werden können. Bei Minderbezahlung tvird ein. Vußversahreir cingeleitet, das im Gesetz im einzelnen geregelt ist. Ki'i.Vu,,! 13 bestimmt. CicselKschnfr. Wrhamls-Mit«!. N§N§W oit der „Wirtschaft bet Woche" in Nr. 17 vom 26. April hat Rudolf Eräupner über die Freigrenze, Versendung von Geldbeträgen inS Ausland und ins Caargebiet innerhalb und außerhalb der Freigrenze sowie über die Feststellung der Inländer- oder Ansländereigenschaft berichtet. RachNchcnd seht er die Erläuterung der neuen Devisenbestimmungen fort: lll. Ernrhmigungsvllicht der Mlegung von AnöMnderer-Guthaben auf die Konversionskaiie Mit der Auswandcruug werden die hier zurückbleibenden Guthaben des AuZnxmderers Sperrguthaben, über die nur mit Genehmigung der Devisenstellen verfügt werden darf. Lediglich die Umlegung dieser Guthalien auf die Kvnversionskasse zwecks Aushändigung von Scrips oder zmn Zwecke.eines Verkaufs an die Deutsche Golddiskontbanl gegen im Ausland zahlbare Devisen war bisher genehmignngsfrei. Nunmehr bedarf auch diese Umlegung der Gc° nehmigung. Hierdurch soll eine Kontrolle dafür geschassen werden, daß vor der Umlegung die Steueransprüche gegen den Auswanderer befriedigt oder doch sichergcstcllt werden. IV. Aeiseverkehr Eine Erschwerung des Reiseverkehrs ist bis auf die befristete Gewährung der erhöhten Freigrenze für drei Monate im Jahr nicht eingc- Dem Reisenden (auch dem minderjährigen), der ausschließlich in Deutschland feinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat, stehen Werte bis znm Betrage von 200,— RM pro Kalcndermonat zur Verfügung. 50,— RM kann er in ausländischer Währung oder in deutschem' Hartgeld und weitere 150,— RM in Form von Reiseschecks. Reisekreditbriefen oder Hotelgntscheinen ins Ausland oder Saargebiet mitnehmen oder sich dorthin nachsenden lassen. Der Betrag dieser Reiseschecks nsio. kann biS auf 200,— RM erhöht tverden, sofern die Freigrenze von 50,— RM nicht in anderer Weise in §Nh§MUDMNNA§N Anspruch genommen wird. Die Reiseschecks nsiv. werden so ausgestellt, daß ein Mißbranck, verhütet wird: n. a. darf die Laufzeit der Kreditbriefe und der Schecks drei Monate nicht übersteigen: die abgehobenen Beträge dürfen nur zur Bestreitung des Lebensunterhalts ivährend der Reise verwendet werden (z. B. dürfen keine Bankkonten im Ausland errirtjtct werden). Abgehobene und nicht verbrauchte Beträge sowie nicht voll ansgenutzte Kreditbriefe und nicht eingelöste Schecks sind binnen drei Dagen nach der Rückkehr der Reichsbank (direkt vder durch Vermittlung einer Devisenbank) anznbieteit: dies gilt auch, ivenn diese Beträge unter der Freigrenze von 50,— RM bleiben. Die Abgabe der Reiseschecks ufiv. ivird stets im Reisepaß'eingetragcn. Besitzt ein Minderjährigerkeinen eigenen amtlichcit Reisepaß, sv ist die Eintragung in dem amtlichen Reisepaß eines Elteritteits Vvrznnehmen. Die N a ch s e n d u n g von RerseschcckS ustv. ist itiir dann statthaft, wenn entiveder der Paß des Reisenden zur Vornahnte der vvrgcschriebcuen Paßeintragnng eingcsandt ivird oder ivenn die Paßeintragnng vor Antritt der Reise vvrgeuvmmen ivurde. Äon großer Wickitigkeit ist die N'enregelnng, daß von der Möglichkeit der Finanzierung von Reisen mit Reiseschecks ustv. ohne Gcuehmiguug mtr für drei All o n a t c innerhalb eines Kalenderjahres Gebrauch gemacht iverden darf. Reisen, bereit Kosten sich innerhalb der Fretgrenze. halten, sind natürlich auch über diese Zeit hinaus. statthast. 0) c u c 1) m i g u u g e n für die Finanzieriutg weiterer A u s l a u d S r c t \ c n. köitneu bei notwendigen Geschäftsreisen nach znstimmender Stellttngnahme der zuständigen Industrie-und Handelskammer, bei ltidit gefchästlichen Reisen im Falle dringender persönlicher Gründe und bei Weifen znnt Ktirgebranch nur bei Vorlage eiites amtsärztlichen Zeugnisses erteilt ' werden. Die mit einzelnen Ländern (z. B. Schweiz. Italien, Danzig. Tscl,ecl>oslowalei. itid)t mel)t mit Frankreich und Belgien!) abgesckilvssencit Reisen^b kommen, die eine Erhöhung der Freigrenze bis zit weiteren 500,— RM (bei Danzig bis zn 300,— RNt) pro Kalendcrmonat vorsehen, bleiben in Kraft. Bäcker da^etzcil braucht für sein Fvrtkmnn,,. keme s-orge zn haben. Gute Autvsch,,,^ werden sehr gebraucht, schlechte aipch! gering. Wer also umschichtet, muß es'm-ü„z lieh machen, schlechte uud oberfl.uhiich gebildet!) Arbeiter, die früher andere BeruH hatten, gibt es gerade unter den deul'g,^ Eimvanderern sehr viel. Diese habe,' die größten Schwierigleiten; denn das Arbeit.-.. tempo ist auch hier sehr scharf. Bei den Einwarrderern, die in die tzanH wirtschaft gehen, muß man drei Grupp,!.'! unterscheiden: Zunächst die, welelie in eine d^ bestehenden Krvirzoth eingetreten sind. Ej„ großer Teil von ihnen hat siel, seife gut eingelebt, noch mehr aber sind in die' Städte gestromt, wo die hohen Bauarbeiter!dh»c einen starken Reiz ansüben. Andere sind al-- freie Arbeiter, besonders in den Siedlungen der Küstenzone, ans dem Laikde, ivo sie ch,, mal im Pardeß, dann eine Zeit lang bei», Straßenbau, dann ivieder beim Ban sind. lP^ sie in einer der Arbeiten festen Fnß faffen, Erfahrungen sammeln und sich damit aus der Masse der llugelernten, oder, ivie man es I,ier nennt, der „Selfioarzarbeiter", lferansheben. Bon den deutschen Eimvandereru Ifabeu die» aber mir verhältnismäßig wenige gemacht, die meisten sind nach kurzer Zeit in die Städte gegangen. Am wenigsten kann man verläufig über die dritte Gruppe sagen, welche die selbständigen Siedler umfaßt. Landivirlschaftlieife Siedlnngsarbeit erfordert viel Zeit, man wird erst in mehreren Zalfren beurteilen können, welche Siedlungen gesund sind. Erst toenige von den Einwanderern haben mit der praktiselfen Arbeit bereits begonnen. Tie verschiedensten Gruppen haben siel) zusmniutngeschlossen, um teils für sich allein, teils unter Führung der öffentlichen Institute zu siedeln und solche Projekte zn bearbeiten; viele davon mußten als unbrauchbar beiseite gelegt werdeit, bei den meisten dauern die Berhandlnngen nocl, an. Land gibt es. aber siedeln ist teuer, und in den meisten Fällen genügen die 1000 LP, welche dem kapilalistischen Ansfvanderer bewilligt iverden. auch hierzu nicht. Zusanrmenfasselid ist also sestznitellen: E» ist richtig, daß fast jeder hier eine Möglichkeit hat, sich "seinen Unterhalt zn verdienen, aller, dings znm Teil unter sehr schweren Bedingnngcn. Wie aber ans die Dauer sich die ans"Deiltschkand kommenden Eimvanderer eim ordnen werden, kann keiner sagen, da diG znm größten Teil von dein wirtsihastlichcn «msmmrsseNms tgSNSSS svs WK Lel-2lviv, im April 1934. Bor einem Jahr setzte der Strom deutscher Einwanderer nach Palästina ein; es lohnt sich deshalb, rückblickend einige grundsätzliche Feststellungen zn machen. Die genaue Zahl der aus Deutschland nach Palästina ausgcwander-- ten Inden^läßt sich nicht feststellen, "da in der amtlichen Statistik nur die Staatsangehörig-. keit der Einwanderer gewertet ivird, die zahlreichen ans Deutschland kommenden österreichischen, polnischen und rumänischen Staatsangehörigen sind also nicht erfaßt. Ebenso weiß man nicht, wieviele als Touristen gekommen und noch nicht legalisiert sind. Zuverlässige Schätzungen nehmen an. daß zirka000 Inden ans Deutschland im Lause des Jahres lllüß ins Land gekommen sind. Bon diesen sind etwa 1500 landwirtschaftlich tätig, das heißt, sie leben in den Kwnzoth, sind als Arbeiter auf dem Lande oder siedeln, die restlichen 8500 verteilen sich in der Hauptsache ans die Städte Tet-Aviv und Haifa, ivährend verhältnismäßig weniger Jerusalem als Wohnsitz gewählt wird. Tas liegt daran, das; fast alle gewerblichen Betriebe in den beiden Städten Tel-Aviv und Haifa vereinigt sind. So gering auch die Zahl der nach Palästina Ausgewanderten im Vergleich zur Gesamtheit der deutschen Inden ist, so ist cs doch sehr interessant, die ivirtschaftliehe Eingliederung dieser Neneinwandercr zn verfolgen, denn ans ihr erkennt man die Möglichkeiten neuer Einwanderung. Jeder der alten Ehalnzim wußte, daß ein großer Idealismus notwendig war, um bei der schweren Aufbauarbeit mitzuschasfen. Tie gleichmäßige Not aller gab bem einzelnen die Kraft zmn Durchhalten. Ter Neneinwandercr findet dagegen eine Wirtschaft mit allen Gegensätzen zwischen reich und arm, zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vor. Tie meisten wollen deshalb znm mindesten auf derselben wirtschaftlichen Stufe, die sic in Deutschland innehatten, anch hier sich einvrdnen. Deshalb ist anch der größte Teil in den Städten geblieben. Soweit sie Kenntnisse und Erfahrungen besitzen, haben sie kleine und mittlere Betriebe aller Art eröffnet, Geschäfte, Easös. Hotels aufgemacht, die zunächst fast alle gut gehen. Ter starke Wohnungsban bringt mit seinen unzähligen Ncbengewerbcn Arbeit, die neu einznrichtcndcn - Betriebe und Geschäfte erzeugen einen starken und zusätzlichen Bedarf. Wenn der Einwanderungsstrom im gleichen Maßstabe lvcitergcht, werden die meisten Neugrüudungen gut bestehen. Wer sich aber ans die Dauer halten wird, kann heute keiner entscheiden. Eines kann gesagt werden, cs gehört Viel Geld dazu, um bei den langen. Kreditfristen ein Geschäft zn führen. 1000 Pfund genügen m den wenigsten Fällen. Dadurch ist der Kreis derjenigen, welche solche Neugründungcn durchführen können, schon sehr begrenzt. Stellungen als gehobene Angestellte gibt cs wenig, es sind also viele Kauflente, Ingenieure gezwungen, umzusehichten. Diese finden zwar fast alle als ungelernte Arbeiter Beschäftigung, aber das ist hier genau so schwer wie überall. Sie sind gezivnngen, ihren Lebensstandard erheblich hernnterzusetzcn. Man findet trotzdem wenige, die unzufrieden oder verbittert sind; der besondere Aufbau dieses Landes hilft ihnen dabei, derur für die gesellschaftliche Stellung ist es gleichgültig, ob einer nun als Kaufmann tätig ist. ob er als Ehansseur arbeitet oder einfacher Handlanger beim Ban ist. Ob dieser Zustand auf die Tauer erhalten bleiben wird, kann man heute noch nicht sagen, da die meisten ihn nicht als endgültig empfinden, sondern nur als Uebergangsstadinm. Es bleibt jedoch abzuwarten, , wie vielen dieser Uebcrgang noch jemals gelingen wird. Die meisten Aerzte versuchen sich hier eine Praxis aufzubauen. ’ Tas erfordert sehr hohe Investierungen, denn die Mieten und der ganze Lebensunterhalt ist teuer. Einzelnen ist es in kurzer Zeit gelungen, sich diirchzusetzen. Tie meisten werden aber nicht in der Lage sein, ihre Kosten zn decken; sie werden den größten Teil ihrer Reserven verbraucht haben, ehe sie sich zn einer Umstellung entschließen. Bon den Anwälten versuchen bedeutend weniger im Berns zu bleiben, da die lange Borbereitungszeit die meisten zurückschreckt. Ter größte Teil von ihnen wird also auch ungelernter'Arbeiter werden müssen. Bei dem Mangel an Facharbeitern gelingt cs vielen, im Laufe der Zeit als angelernte Arbeiter zu einem höheren Lohn zn kommen. Trotzdem muß man sieh darüber klar sein, daß der Arbeiter immer das erste Opfer jeder Konjunkturschlvauknng ist; er wird, sobald Arbeitsmangel eintritt,-entlassen, und ist anch hier kaum in der Lage, sich für diesen Fall ausreichende Ersparnisse zn sammeln. Irgendtvelche Arbeitslosenunterstützung gibt es nicht. Der einzige Ausgleich dafür ist, daß auf dem Lande bisher immer Arbeitskräfte fehlen, allerdings ist die Bezahlung dieser Arbeit schlecht. Ganz anders liegt cs bei den gut ansgebildeten Facharbeitern; sie sind sehr gesucht, vorausgesetzt, daß sie für die besonderen hiesigen Verhältnisse gut braneljbar sind. Ein Feinmechaniker findet nur schiver Arbeit, da wenige'' gebraucht werden, ein. Koch vder wird. Heinz; BroduHz uuyi uvjji. -A'Ct: uiiu uet V -mntflt sind die beiden einzigen großen, vfstziell amn ' Vereinigungen, die das Recht der u.rtpttcbcßbi ,■ haben. Die GesckMsstelle befindet in sich Hordenbergstraße IR_ Reichsbund für jüdische -Licdiung e. V-- Zuschriften sind zu richten au!>!echt->a>'waN - - rich E l k c l c s, Beriiit E 2, Llatser-WiU)el»v'-' Las NkiHZgeriÄt üö§r EWeilHttK gMÄts Dis Reichsgericht hatte sich dieser Tage nnl dec Frage 311 befassen, was ein Einheitspreisgeschifl sei. Das hannoversche Kaufhaus „Zeutrnm" war «w 29. Marz 1933 geschlossen worden. AIS dann ein' die Verordnungen ergingen, die znnäcbst die ln> Achtung von Einheitspreisgeschäften in Tiäollic unter 100 000 Einwohnern und dann überhaupt verbot, stellten sich die Geßliäftsinhaber um auf dcu Betrieb eines KleinPreiSTVirenhanseS und suchtcunnn ihre bereits ein gelausten Vorräte unter‘Juid)* Ixe stell un g weiterer Waren abzusetzen. -Hierin erz blickte die Staatsanwaltschaft eine „verkapptst Forlsührnng des verbotenen Einheitspreisbetriedc; itnd erhob dementsprechend Anklage gegen die drei Geschäftsinhaber. Diese sind jedoch jetzt vonr Rctch^ gerichl endgültig f r e i g e s p r 0 ch e n worden >" Bestätigung des gleichlautenden Urteils der hast' nvverschen Strafkauuner vom 1. Juni v. I- Z-''- höchste Gericht schloß sich d-ibei den^ Rechtsau-.-- sührnngen des Reichsamvalts an, der in der 0u des GesctMsbetriebes einen Verstoß gegen die enst schlägigeit Verordnnngen nicht 31t finden veruwctstst. Nach der gesetzlichen BegrissSbestimmung^ sind d'-e Einheitspreisgeschäfte „Verkaufsstellen.^ in^ dcncn Waren mehrerer nicht zusammengehöriger Wamst arten ausdrücklich oder überwiegend in einer oder mehreren feststehenden Preisstnfen seilgehallen iverden . . . Diese letzte Voraussetzung ivar hier at'st nicht erfüllt, weil die Artikel nicht zrß bl F- 75 Pfennigen nsw. in seste>t Preisstnsen verwuh N'nrdeu, sondern alle Berlansspreise geiondeit cst rechnet worden waren unter Zugrundelegung^st- EinkanfSpreises und unter Verücksichtignng der m Frage loimncnden Sonderzuschläge für Fwchle». Rollgeld und sonstige Spesen sonne des Änsfüllag^ einer entsprechenden Verdienst spanne. Angeiubst dieses entscheidenden Ilmstandes laut e-Z nM a> den für einen Einheitspreisbetrieb ätißeren Schein an, wie die basarmaßige wachung mit offenen Auslagen. Arttoklul. lll27. Nachdem der ans d>->>> früheren ADAS hervorgegangene TTAE die ist! ' scheu Autobesitzer mit Ausnahme der FroutunR — deneu freilich das Tragen der TTAia^pst kleidnng itnd der Abzeichen verboten sindst geschlossint Ifal. ist vor kurzem mtler ofsizlcuer > erkennung des Chefs des Krastfahrivesens ^'st' deut Deutschen Reiehsantollub hervorgegang Autvllub 1927 neu fonftttticri ivorden. Tiefer stnimmi Juden ausnahmslos als AHtgljeder auf beschafft Tripties mtd Earucts de kpassage, P'i > ferner unentgeltlich Rechtsschutz, tvnrtfüichc. rtische und Versichernngsberatnng uudI'ewui ' gesellige Znsaminenlnnste. Ter Iahrespemag trägt 30 NAß Der DDAE und der Autollul

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