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Central-Verein-Zeitung · 1934-05-03 · 18 (3.5.1934) · page 14

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
18 (3.5.1934)
Date
1934-05-03
Page
– (sequence 14)
Language
German
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oott RechrssnrvsN Dr. RudolfWafsörmann (MSnchSK) mm ^mß@Z‘ fe VSWGWZUZN ZÄhThNWÄMkE Om putschen Vokksvcrkag — Tr. 6. Boepple, Wnchcu - erscheint eine Zeitschrift „Der Weltiniupf". Im Heft 122 .das im Februar 1934 crschie- «it ist. findet sich ein Aufsah von A. Ziimnermaim lti?;cr dem Titel: (rin Beitrag über „jüdisches Verbrechertum', kiiie verschollene Literatur. Ter Verfasser glaubt — daher die Ucbcrschrift — einige „verschollene" Bücher über die „jüdischen" kannerbuidtn des 17., 18. und des beginnenden ][i Jahrhunderts entdeckt Zu haben deren wissenschutliche Würdigung noch nicht '„gewagt" worden fei. Er führt zehn dieser „verschollenen" Bücher - darunter z. B. Thiele: Tic jüdischen Gauner in Tuüchland (Berlin 1842) — aus. Leine Ansicht ist unzutreffend und beweist nur, dag er die einschlägige Literatur nicht rennt. Würde cr nur das wichtigste einschlägige — heute allerdingt auch in mancher Beziehung wissenschaftlich ftcrhelle — Werk kennen: Ave-Lallemeet: Das deutsche Gaunertum (Leipzig 1838 ff.), das im Jahre 30H der Verlag Georg 'Müller neu heransgebracht di::, so rvürde er gesunden haben, daß die gesamten von ihm als verschollen bezeichnetcn iif:d;cr dort im zweiten Band (ich zitiere nach der reuen Auslage) eingehend besprochen worden sind, vi'ö zwar weit gründlicher, als dies von ihm geschichi Ter Verfasser behauptet, daß Tentschland nach dem Vfthrigcu Krieg von einem Bandenneh überzogen um; das ist richtig, aber falsch imb ohne jeden ftWlligen Beweis vorgctragcn ist die Behanp-!:ulg: „Tie Organisation dieses Netzes lag durchlveg :r den Händen von Jude;;, richtiger gesagt, d e r Wie liegen die Tinge nun wirklich? Es ist bekulnt. daß bis zur französischen Revolution und zem Teil noch nachher, die Inden von jeder nor- 'inlcn bürgerlichen Betätigung (Landwirtschaft, Gcuerbe. selbst W;renha;;del) ausgeschlossen und alif t,:s „Tchachertnm" (Hausierhandel) und ans das Arlcihen gegen Zins beschränkt wurden. Zn den mügcil „Privilegien" gehörte auck) das, was man ft!e als Tändler- und Trödelhandcl bezeichnet. Lelbnversländlich konnte eine derartige Besiinstigung nicht ohne Ginslnß auf die ethück-ei; Treliuiten bleiben, um so mehr als die fortwäh. miden hudenversolgungen im Osten (Polen!) forteckeht Tausende entwurzelter Gristenzen nach Tcut'chland lvarsen. Tas hat die Wissenschaft llr.yst erkannt. So gibt Lielx: — der sich an zahluichen stellen seines Buches keineswegs von antißiniiischen Ausfällen frei hält — aus Leite 103, 'un?s Wertes „Tas Judentum in der deutschen Rrgauaenheit" — als Gründe Tür das Steigen Gr Kriminalität der Juden im 18. Jahrhundert an: hmrar.deruug minderloertiger Elemente, die niewand aufmchmen wollte. Betteljudentum, Hausiergcwcrbe, ferner die damalige territoriale Zersplittcrnng in Deutschland, die die Flucht über die Landesgrenze jeweils erleichterte. Ganz ähnlich äußert sich Lombrofo in seinem Werk „Tie' Ursache und Bekämpfung des Verbrechens", das ich nach der deutschen Ueberschnng von Kurclla und Jcntsch (Berlin 1902) zitiere. Ihm schwebt vsfenbar auch der Gedanke vor, daß die Juden infolge ihrer fast vollständigen Beschränkung auf den Trödelhandel mehr zur Hehlerei neigen mußten als irgendein anderer Bevölkerungsteil, und er sagt dann auf E.33 wörtlich: ..«Dies erklärt uns die große Anzahl.jüdischer Wörter im deutschen und. englischen Rotwälsch, ba der Dieb den -Hehler als seinen Herrn itiib Geister betrachtet und sich folglich sehr leicht seine Sprache angceignet." Diese scharfsinnige Bemerkung enthält einen zutreffenden Kern; aber sie löst das Problem nicht vollständig. Zur Zeit der Abfassung des' Werls von ' Lombroso war das Rotwälsch (-Bettlerspräche: von „rot" — Bettler und „wälsch" — ausländisch) noch nicht vollständig erforscht; heute wissen wir — insbesondere ans Grund der Forschungen des Germanisten Kluge („Rotwälsch, Ouellem und Wortschah, 1901), das; das Wort schon um 1230 für geheime, arglistige Sprache'vorkommt und daß cs — wie Bruno Kirschncr in seinem Artikel „Rotwelsch" im Jüdischen Lexikon ausführt — ein bereits seit dem 16. Jahrhundert nach- Iveisbares Gemisch ans vbcr(süd)dcntschcn. jüdischen und früher auch romanischen Worten und solchen der Zigeunersprache ist, „von den lichtscheuen Glementen geschaffen und gebraucht, um nicht verstauden zu werden". Ans diesem Grunde wurden die Wortstämme häufig nock) sehr entstellt. „Ter eigentliche^ Sprachcharalter ist vollkommen germanisch. Daß man hebräische Wörter mit Vorliebe tvählte, lag nahe: einerseits war diese Sprache der nichtjüdischen Welt . . . ganz fremd . . . endlich hatte das Hebräische eine gewisse Jnternativnalität (wie etwa das Latein), die den wandernden Gaunern zugute kam." Mit Recht fährt er dann fort: „Mit einer übrigens zu.Unrecht behaupteten starken Durchsetzung des mittclalterlichcn Verbrechertums mit Juden hat diese rein kriminalistisch zu verstehende Sprachmischung nichts zu tun: so heißt z. B. die Geheimsprache der spanischen Gauner Germania, da man in Spanien wenig deutsch versteht." Für diese These spricht auch der Umstand, daß sich Bettler-, Gauner- und Studentensprache gerade in den kriminellen Ausdrücken berühren. Tie Gaunersprache war also schon vorhanden, lvvor es „jüdische" Gaunerbanden oder richtiger Gaunerbanden, an denen Juden beteiligt waren, gab. Nach den Feststellungen KlugcS macht r 1 X der. hebräische, Wortschatz der Gaunersprache nur etwa, 10 Prozent des gesamten Wortschatzes aus. Lombroso ist gerecht genug, nachdem er die Ursache der steigenden DiebstahlSkriminalität der Inden in; ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhundert ähnlich wie Liebe erörtert hat, hinznzufügcn: „Alan kann sich also nicht nurndern, wenn ihre Kriminalität größer erscheinen konnte, und man muß gcrechtcrweise zngebcn. daß, seitdem die Juden endlich ins politische Leben cintretcn durften (er meint damit offenbar die Gmanzi- Mion), man diese Neigung zur speziellen Kriniilmlünt schwiüden sah." Das hatte man schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts erkannt. Ter bayerische Gesetzgeber des Indcncdikts von 1813 — gewiß ein unverdächtiger Zeuge — leitet sein Gesetzgebuugs;verk ein: „Um die Inden von ihren bisherigen, elxmso unzureichenden als geinenischädlichen Grwerbsarten abznleiten . . . sollen dieselben zu allen bürgerlichen Nahrungszweigen, als: Feldbau, Handwerke, Treibung von Fabriken und Manufaktnren und des v r d e u t l i ch e n Handels zngclassen, dagegen der gegenwärtig bestehende Schrcherhandel allmählich . . . ganz abgestellt werden." . Statistische Zusammenstellungen, ans denen man die Beteiligung der Inden an Diebstahl, Raub riud Hehlerei erkennen könnte, gibt es ans der damaligen Zeit nicht. Die erste, sehr iniznlänglicye preußische Statistik rührt ans den Jahren 1837—1839 her (vgl. hierzu mein Buch „Beruf, .Uonfcfjiou und Berbrechcn" — München 1907, S. 25). Darnach wurden wegen sämtlicher „groben Verbrechen" (also sämtlicher Delikte, die heute das Strafgesetzbuch umfaßt) 339 Juden im Jahre 1839 bestraft. Unterstellt man — was wahrscheinlich zu hoch ist —, daß dabon die Lmlfte Diebe und Hehler lvaren, sind in diesem Jahre etwa 230 Inden >vegen dieser Telilte bestraft worden. Kurz nach der Gmanzipation der Juden lvaren.also-die Diebesbanden schon verschwunden; dein; sonst müßte die Zahl der Bestraften größer sein. Es ist also gänzlich unrichtig, wen» Ziimnermaun behauptet, daß die Juden bis in die '.Ritte des 19. Jahrhunderts hinein in den Gaunerbanden eine erhebliche DioUc gespielt hätten, und es erübrigt sich, auf seine Schlußworte eiuzngehen. die eine der groteskesten Behauptungen über die Jndenheit enthalten. die je ausgesprochen wurde: „Es kommt daher loeniger auf die große Zahl der jüdischen Verbrecher als ans die Tatsache a», da diese stets von; Gesamtindentnn; geschützt und gedeckt lvnrden. Diese Tatsache must schließlich zu der schliininei; Frage führe;;: ist das jüdische Volk ein Volk aus Guten und Vösen,;vie jedes andere Volk, oder ist es ein Volk, in dem der ■ stammverwandte Verbrecher mehr gilt als der stainmesfremdc Ghreninann — ist es alsocin Vcrbrechewolk?" Was Volk der Bibel, das der Welt die zehn Gebote geschenkt hat — unter denei; fiel) der Satz findet: Du sollst nicht stehlen! — hat nicht nötig, sich gegen solche Vorwürfe zu verteidigen. Noch weniger könnte es verwunderlich erscheinen — abgesehen davon muß es in; übrigen bestritten werde;; —, wenn es in einen; „Alten Buche" (gelncint ist loohl die „Akleinnäßige Tesignation der von einer diebischen Jndenbande verübten Kirchenräiibcreien usiv. um 1736"?) heißt, daß sich die Inden gegenseitig meist anzcigen. Not und Glend schlveißen znsamincn. Solche Solidcirität findet inan auch heute noch z. B. bei politischen Organisationen, die verfolgt werden oder verfolgt wurden und diese Solidarität ging noch in; 19. Jahrhundert bei den p orfen so weit, daß ein Bater seinen Sohn erschoß, >veil er das Versteck eines Gastes, der sich nach bcgange-' uer Blutrache zu ihn; geflüchtet hatte, 'dessen Häschern verriet. v . Der Ghcf der Palästina-Polizei, 'Major Spiccr, tritt in einen; vsfizicllei; h'vinmnniquä der in der irr OZtpZesuZZSM Das grosse Oolteshaus liegt diclit am Fluss — Der bringt den Seewind mit vom naben Strand — Wenn wir beim ersten Stern nach Iiausq gehn Dann schlägt das Herz nur eines: Heimatland! Dieselben alten Strassen laufen unsrer. Kinder Füsse, Die wir einst gingen! — Alle wurden hier geboren! Und Schloss und Turm und Brücke sind uns wohl vertraut — Und uus’re Toten schlafen vor den Toren. Für diese Erde fielen uns’rc Brüder — Ihr ist verbunden unser tiefstes Sein ... Für uns're Heimat beten wir an jedem Freitagabend Bei unsTer Sabbathlichle reinem Schein. Lisc Lcwimicek (Königsberg, Pr.) arabischen Presse ausgestellte;; tendenziösen Vchanptnng entgegen, die Kriminalität in Palästina sei mit der Verstärkung der südisclien Ginwanderliiig gestiegen. An Hand 'offiziellen statistischen Materials stellt der Polizeichef demgegenüber fest, das; die Zahl der Kriiniiiatfälle in Palästina seit 1929 um über 3«> Prozent gesunken ist. Während 1929 27 527 Kriininakfälle registriert wurden, lvaren cs 1933 nur noch 12 602. Zu Echokm Alejchems 75. Schaken; Alejchein, der berühinle jiddisclie Hniiwrist, wäre in diesen Tagen 75 Ja!>re alt gclvorden. Gr war einer der uleistgeleseuei; Scl;riftsteller seiner Zeit und eigentlich der erste jüdische Humorist von Bedeutung. Gr stauunte ans der Ukraine, tvar Rabbiner gelvorden und lvandle fid) noch in jungen Jahren der Literatur zu. Gr lebte in Odessa und Kiew und hatte zunächst mit I,ochst ernsthasten und lritischen Arbeiten. Grsolg. To paradox es klingen mag: erst die immer trostloseren allgeincinen und persöilkiel)en Verliältnisje machten ihn znu; Humoristen mit den; einen lachenden und einen; lveinendei; Auge Wenn man seine bezanberndo;; Kleinslad;. geschicl>te>, liest, Krä!>wiuleleieu voller ZärUilhIeit und Töitze, so erlrnnt mau ihn als das gerade plegenteil anderer Humoristen. Tein Huinor ist ohne Galle, seine Satire ätzk uiclil. seine Ironie streichelt ihre Opfer, er lach!.' aber er lael;t niemanden aus, und er idenlisizierk sich auch mit den Schwächen seiner Figuren. Von diesen Figuren ist der ewige Projektemacher Menachem Plendek die eigenste und zugleich die allgeinein bedeutendste: der Prototyp des Luftim'nscheu. Und der vJJfilei)- Händler Teivje und der Nlann, der nicht weiß, ob er sich scheiden laßen soll, und manche anderen sind auch durch viele llebersetznngc» und Tramatisiernngen lveiteren Kreisen lieb' gelvorden. Sie bilden Don Dr. tzsns KaUch Moses Mendelssohn war schon ein weithcfannlcu Schriftsteller, ohne das; Fragen der 'jieligivn von ihm erörtert worden waren, -e wenig er seine Ncligivn jen;als verlenanct l!a!!e, so sehr hatte er sich zurückgehalten, vor ton großen europäischen Publikum von ihr 3" reden. TaS Judentum war überall nur Pöutdct und nicht im Staude, einen geistigen •jwnpf auf gleicher Ebene anszufcchten. Eine Mßemik hätte leicht als überheblicher Angriff -llllerdrückt werden können. So.muß man es Zufall danken, das; die wohlmeinende Zudringlichkeit Johann Caspar Lavaters Mndelssohn znm Reden gebracht hat. Tas ^araktcrbild Lavaters wird wohl immer in Fr Geschichte schlvanken. Bekannt ist Goethes -rcnwn: schade, daß die Natur nur einen Nlcnschcn aus Dir schuf, -cuu zuin würdigen Mann war und znrn Schelmen der Stoff. Ter Züricher Diakonus hat Alendelssohn Ostens,her mit der ihm eigenen schwärmcwcheu Gewaltsamkeit gehandelt. Gs schmerzte u>u, einen so treffl;chcn Mann außerhalb des zmistentluns zn'wissen. Er hätte das gerne wnnbert und sich in dem Ruhme gesonnt, zu.r hckehrung eines solchen Mannes geholfen zu Wk',i. Als er 1703 Mendelssohn in Berlin ll'iuien lernte, hatte er ihn bereits wegen sci- Wellung zum Ghristelünm zur Rede gc- »eut. Ncendelssohn ging derartigen UutereZtungen gern alis dem Wege, hatte aber ^Zbeßlich unter der Voraussetzung diskreten Gebrauchs, zugegeben, daß er unter gewissen ^^ussctzuiuzen dem Stifter der christlichen seine Hochachtung nicht versagen!Mue. Lavaler. der bis dahin Juden nur vom P?"loyel, gekannt hatte (Zürich durften tzudcn nicht betreten) und der in dem Glauben tze beschäftigten sich damit, Jesus zu schruähen, mochte das außerordentlich erscheinen. Hier schien eine Atöglichkcit vorhanden, weitcrzribauen. Nach einigen Jahren — 1709 — gab Lavatcr die deutsche Ilcbersetzung der Schrift des sehr angesehenen, reformierten schweizerischen Theologen Eharles Sonnet über die philosophischen Beweise für die Wahrheit des Ehristentllms heraus und fügte ihr eine Zueignung an Ächses Mtendelssohn bei, in der er ihn öffentlich alfffordcrte, Lonnets Schrift entweder zu widerlegen oder, wenn er das nicht vermöge, zum Ghristcutum übcrzutreten. Darauf zu schweigen, war unmöglich. Man muß sich klarmachen, was es 1709 heißen wollte, als Jude eine derartige Debatte zu führen. Auf Atendelssohn war eine große Verantwortung gelegt. Ohne eine Kritik des Ehristentnms schien eine Begründung der Ablehnung des Uebertritts mcht möglich. Versagte Mendelssohn in dieser Sache, so war eine Zunahme der Jndentanfe mit Sicherheit vorauszusehen. Das Berliner Konsistorium, das für Schriften, die die Religion betrafen, die Zenü;r hatte, gab Mendelssohn, der sich vorher vergewissern wollte, innerhalb welcher Grenzen er sich überhaupt bewegen könne, die Antwort: „Gr könne seine Schriften drucken lassen, ohne sie einzeln oder vollendet dem Konsistorium zur Zensur vorzulegeii, weil man von seiner Weisheit und Bescheidenheit überzeugt sei. er werde nichts schreiben, lvas vssentliches Aergernis geben Ollcndelssohn Alllwort, ein offener Brief vom 12 Dezmber 1769, war für die Zeitgenosse., eine Offenbarung. So. hatte man noch keinen Juden 'sprechen gehört. Mendelssohn bat die für die damalige Zeit unerhörte Freiheit des Schreibens, die ihm zugestanden war, nicht mK-flcmilit. er verzichtete >",s jede Pelemit geqeu des Chrilteulum. Das hat die Wnkuna verstärkt. Mendelssohn war unstande, fein verharren in der eigenen Religion zu rechffertigen, ohne deshalb dw Reltgion Lapaters anzugreifen. Er legt den bekanntel; jüdischen Grundsatz dar, daß die Frommen aller Religionen selig rverden können und daß es den Grundsätzen des Jndentnins nicht gemäß sei. Andersgläubige bekehren zu wollen. Deshalb suche er Neligivusstreitigkeiteu sorgfältig zu vernwideu, insbesondere auch deshalb, weil die Juden überall eine geduldete Btinderheit seien. „Welcher Erlenutlichkeit sind meine Glaubensbrüder, also nicht der herrschenden Nation schuldig, die sie in der allgeineii'.en Menschenliebe mit eiuschließff und sie ungehindert den 'Allmächtigen nach ihrer Väter Weise anbcten läßt? Sie genießen in dein Staate, in lvelehein ich lebe, hierin die anständigste Freiheit, und ihre Nlit- ■ stlicdcr sollten sich nicht scheuen, die Religion des herrschenden Teiles zu bestreiten, daß heißt, ihre Beschützer von der Seite anznfallen, die tugendhaften Vtenschcn an; empfindlichsten sein muß?" So begründet er seine Ablehnung, Bonnct zu widerlegen, erklärt aber, ..daß ich gar wohl glaube, .der Bonnetschen Schrift etwas entgegensetzen zu können". Wenn darauf gedrlunzen werde, sv müsse er die Bedenklichkeiten . aus den Augen setzen und sich entschließen, in Gegenbetrachtnngen seine Gedanken öffentlich bekannt zu machen. Was Mendelssohn über sein Beharren im Judentum aus.sührt, verdient, heute lvieder gehört zu werden. . . Ich darf sagen, daß ich meine Religion nicht erst gestern zu nntersuchen angesangeu. Tie Pflicht, meine Ateinnngen und Handlungen zu prüfen, habe ich gar frühzeitig erkannt, und wenn ich. von früher Jugend an, meine Ruh- und Grholungfftunden der Wektweisheit und den schönen Wissenschaften gewidrnet l;abe, so ist es einzig und allein in der Absicht geschehen, nach zu dieser so nötigen Prüfung vorzubereiten. Wäre nach diesen; vieljährigen Forschen die Entscheidung nicht völlig zun; Vorteile meiner Religion ansgcsallen. so hätte sic notivendig durch eineAßfentliche Handlung bekannt werden müssen. Ich begreife nicht, was mich an eine den; Anschcn nach so überstrenge, so allgemein verachtete Religion fesseln löuute, wenn ich nicht im Herzen von ihrer Wahrheit überzeugt wäre. Tas lllesuNat meiner Uutersuchunge;; mußte sein, welches mau lvollte, sobald ich die Religion meiner Väter uicijt für die wahre erlaiintr, so mußte ich sie ver- P,2 MsuffHrung Des ZenlralauMMes ösc Seuii'tzen Wen jüc Ws Mb Sföfimn im Serliner SMrbrmd Tie nächste Grstaussührung des Kulturbundes dcmtscljer Inden, in der ^halespeares „Was Ihr wollt" zur Darstellung gelangt, findet au; 9. Mai im Bcrlincv Tßcatcr, Eharlottcnstrastc 91, zugunsten des Zentralnnsschusscs der deutschen Inden für Hilfe und Ausbau, in den; das gesamte Hilft- und 'Aufbauwerk der deutschen Juden zusai;;- incngeschlossci; ist. statt. Ter Zeutralausschnß der deutschen Inden für Hilfe und Ausbau ist bei dieser Veranstaltung bau den; (ücdankei; ausgrgangen, daß es dem Grn'st der Zeit nicht entsprechen würde, durch eine gesetlschaftliche Veranstaltung alten Stils für seine 'Arbeit in der jüdischen Oesscntkichkeit zu luovbcn. Tie Erstausführung eines der schönsten Ateisterwerke der Weltliteratnr tvird eine» rvürdigen Rahinei; für die Percinigiiug des mit den; Hilftwerl des Zentralansschilsscs eng verbundenen Kreises abgeben. Ta es sich im; eine Grstaussührüng im Nahinen des Spiel planes des Zrulturbundes deutscher Inden handelt, wird eS rnöglich sein, die Einnahmen des Abends ohne große Speseubelastnng ganz dein Hilft- und Aufbauwerk zuzusühren. Tie besondere Bedeutung der Veranstaltung findet noch in der Tatsache ihren Ausdruck, daß dcr Präfrdcirt dcv 9!cichsvcrtretirrrg der dcutscherr Jrrdcn «nd Borsitzende dcs Zcntralnnoschusscs, Nnblnucr Dr. £co Örterf , irr crrrcr cinlciicr.'derc virrspr-rchc über die bisheriocrr Lcistrrcrgcr: »rrd die zukirrrftigerr 2!usczrtberr des Zerürrtlrtrrsschrrsses berichten wird. Kartcn sind nocch in beschränkter Anzahl an de» Kassen des Kulturbundes deutscher Juden sowie beim Zentralansschuß der deutschen Juden für Hilft und Ausbau, zu erhalten.

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