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Central-Verein-Zeitung · 1934-04-19 · 16 (19.4.1934) · page 8

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
16 (19.4.1934)
Date
1934-04-19
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Die WKMs timt fsmb Von Arno Heczberg Am Anfang war die Hand klein, sv klein. Cie war so winzig, daß ne aussah wie ein zerbrechliches Dpielzciig und wie eine mimosenhafte Blüte. Deshalb rollte sich die kleine Hand anch innner ivieder zusammen zu einer lieblichen Faust, so daß die Fingernägelchen, die perlmiitterfarben glänzten, sich stet« verbergen hielten. Zartrosa ivar die Haut, die die kleine Hand umspannte. Ein bläulich schimmerndes Adernetz hob sich darauf ab. Etz war so lichtblau, das; es im Dunkel des Zim- 'mertz kaum zu erblicken war. Auf der Innenfläche hatte die Hand ganz kleine Hügelchen, weich und elastisch ivie Gummi. Dann begann die Hand zu greiser; und Ergriffenes iestzuhalten. Die begann zu ersabren, das; das Glied des Daumens sich vortrefflich zum Untschen eigne, und das; man sogar alle kleinen Fiugerchen in das rosige Nllmdcheu stecken könne. Die Hand nnirde größer. Tie weichen Hügelchen ans ihr verdickten sich. Tie bläulichen Gitter der Adern traten zurück. Jetzt N'ar oft der Angel des Zeigefingers oder des Mittelfingers blan, iveil er zivischei; die Tür des .lliuderzimmers gekommen war. Und ein- N'.al inar gleich die ganze Hand in eine Wickel gelegt. Die hatte geglaubt, das, was so lustig im Dseu flackere, könne inan fassen, greifen ivie arideres anch. Zn dieser Zeit mar unter den Nägeln der Dinger immer ein schwarzer Nand. und die Hand selbst mar recht schmutzig. Dann aber war die Hand wieder einmal ganz sauber. Die hatte zarte rote Flecken, und sie war heiß und trocken. Ditmals irrte sie über die Bettdecke, und eine andere Hand, die der Mutter, strich dann leise und sorgsam und innig über sie hin. über diese kleine teure. Hand, die auch im Ficbertraum das Vi'lu'ii greifen, feschalten wollte, nicht loslassen wollte dieses Leben, das jetzt solch ein seltsames Gaukelspiel trieb . . . Aber auch das ging vorüber. Das gewöhnliche Gleichmaß der Tage forderte wieder sein Necht. Die Hand wuchs und wuchs. Jetzt ivar sie meist mit Dinlenslecten besät, wann; waren die alten vernsischt. kamen neue hinzu. Und manchmal zog sogar das ganze Lineal seinen Dtrich ülrer die Hand, die Bücher und Hefte halten und behandeln lernte und den Zeigefinger beim Dchreiben in eine schwungvolle Bnrue bog. Diese Hand machte sich auch sonst an allem >,u schassen. Tie ersten Nisse und Sterben schütteten ihr ßtot über Daumen und Zeigefinger, und manch eine Träne mußte die Hand abwischen.. Aber das war nicht so schliun.n. Nur eine streisenartige Narbe blieb von altem zurück. Die Hand mar setzt schon so groß. Do groß, wie inan es kaum je geglaubt hätte, kleine Härchen ringelten sich an den Fingern uud aut dem Handrücken schimmerte sogar rin zarter Wald dieser kleinen, kaum sicht¬ KTVr Lotte Schönherg’Ernat „LandschaftAquarell l\ t i : Ludwig Bloch „Altenhammer“, Aquarel Unten: Felicia Auscher ,,EseltreiberZeichnung 11ZZ nh - f, Fn den gemeindlichen Näumen Hcrzog-Andvlf- Dtr.ißc, Alnnchen. zeigt der Indische Nultnrbnnd für Bayern eine große Anzahl graphischer und kvlvricrtcr Blätter jüdischer Uüiistler. Die Blätter stammen von Felicia Auscher. Ludwig Bloch. Bieberlraut, Beckp D r e y f u s;. Nndolf Ernst. Lotte L ch ö n b e r g - E r n st. Artur G r n n e w alb, Bela H ö n i g s m a n n , H o rßch e tz k i. Maria L n i t o . Alfons A v s e n b c r g, Fritz hj v s e n t h a l, Dr. Avbert D a e n g e r . Lisl Dp ringer. II r w a n d. Die Ümisllcr sind sotovhl was ihre löenerativnszngehörigkeit als anch ihre künstlerische Eharakterisiernng betrifft, außerordentlich verschieden. Bon besonderer Einprägsamkeit und innerer Lcbendigleit sind die Dchwarz-BA-iß-Blättcr neu Maria L u i t n. Bei den Arbeiten vo>> ttletn H ö n i g s m a n n bedauert man. daß sie nicht knle-- riert sind: sie sind rein malerisch gesellen. gche graphische Motive bieten Felicia Aujehcr und der sehr lvgabte Nndolf Ernst. während Allons hl o s e n b e r g in schöner und durchdachter Aü'i!e kabbalistische 'Motive dekorativ verarbeitet. Aich die Arbeiten der übrigen Aussteller zeigen ein ernstes künstlerisches Bemühen. Einige Arbeiten sind bereits verkauft; es ist zu iviinichen. daß die Ansstellung. die den ganzen Mai geöffnet bleibt, weiter, hin regen Zuspruch erfährt.!'>>!>>>lI>>!>>!>>>>>>!III!III!!III>I!III>!II!IIIIIIIIIIIIIIIII!IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII!IIIIllIIIIII!I!IIIIIIIIIIIIII!!IIII!!!lIIIIIIIIIIIII!III!IIIIIII!IIIIIIIIIIIIIIIII!III»I!lI!III!!II'.I»I!II!>»!IIIl»MI!II»»»»I>»»I»»»»>I!>I»!l»!!I!!II!IIk baren Dingerchen. Die Hand, die das Buch nnt den hebräischen Lettern schon so gut kannte, lernte jetzt die Gebetsriemen, Tephillin genannt, halten und logen. Denn sie war eine jüdische Hand. Niemals sollte sie datz vergessen. . . Ti^ Jahre gingen, die Jahre kamen. In den Zeiten von Büchern und Papieren tvühlte jetzt die Hand. Die war oftmals an den Nopf gestützt oder unter das Zinn;. uub einen Bleistift hielt sie immer. Die -Hand griff aber anch oft mn die Dtange. die an einen; Neck befestigt war. oder um die .gelle, die einen Ball schlug, oder sie dirigierte den Laus des ganzen .siörpers. Die hielt eine andere Hand lunschlimgen. Die strich über zarte Wangen oder über einen Mund, der sie küßte. Die schrieb und schrieb in Büchern. Die ivar eifrig und immer in Bewegung. ' Die war bei allem weich und geschmeidig geblieben. Die faßte sich an ivie Samt. Das ging so eine ganze Zeit. Ta plötzlich entstand in der Welt eine llnrnhe. Die Hand sank schlaff herunter. Die tat nichts mehr. Die barg sich meist in einer Tasche. Die hatte keine Arbeit mehr. Die hatte nichts zu tun, nichts zu schaffen. Doch dann packte die Hand 31t, entschlossen und eifrig ivie immer. Die faßte den Dpaten, der den Boden grub. Die faßte die Harke, die über das Feld strich. Die faßte einen Pinsel, der mit einem kalkigen Bleis; über die Ninde der Bäume fuhr. Die Hand lebte jetzt ein anderes Leben. llnd mit Dchivielen und Nissen bedeckte sie sich nsieder: ivieder mie in früheren Jahren. Hart wurde sie und die Nnöchel, die zuerst so oft bluteten, überzogen sich mit einer hornigen Dchichk. Tie Nisse verheilten. Die Narben blieben zurück. Die Blasen, von ungewohnter Arbeit entstanden, zerplatzten, trockneten, härteten sich ivieder. Die Hand, die Hand baute ein neues Dchicksal. Ein neues Dchicksal. Denn eine jüdische Hand ist es. Zeichen jüdischer Tat und jüdischen Willens. Zeichen jüdischer Gestaltung ... detz Lebens. Und Zeichen vor Gott. Festaufführung für den Zentralausschuss An; fi. Ma; finbet die nächste Premiere des .Ünltnrbundes dentjcher. Juden, die Dhaketpeares' „WaS Ihr ivvllt" bringt, als eine Festveranstaltung de« Zentralmisschusses der deutschen Juden für Hilfe und W'sbmi statt. Einzelheiten des Programms iiiv diesen Abend, der als große, repräl'enlalipe Aemm stc.linng für duS Hilfs. und Anfbmnverk der NnN scheu Juden gedacht ist, iverden in wenigen lagen bekmmtgegeben iverden. 20. Äpril. 20 Uhr: Lmuotonzcrt bei Dr. 2vvn. Ä 15, bccffiraHc IS. vövetv 'Sultan ^Gaunui. Fritz -polinvr.cr (tlioliuc), Fritz WaUrnUrrg (Cella). Toni Dnüu >Ceei.ÄprU'. 21>i Uhr: Mlns!ler!,ilse der Zndiswen weine,ne^-. Sldt. dildende Niinsiler. Teendeud i», Iiidiülirn '.Ulviuu:n. :>> 24, Oraniendnraer Clratze 21, ,:>> Ctzre:> »an C»e,rn Spiro und Ludwin rvteiimer. altilwirkeude: Dr. rer Weltmnun, Aosc Liewlenslei». Breslau: 23. Äpril. 201, Uhr: wnslspiel der- NuUurdunoeo deinjo..-r Juden: ..Die Wildente". Schanspiclhnuo. Duisburg: 23. April, 20l- Uhr: Jüdischer Aulturbund Rhein-Ä»,,:. Weiterer Iäseph.Pl-ut-SU.iend. Äheiuischer Hof. Essen: 2ti. -Stpril, 20'.- Uhr: Kulturbund. klnuzert >)frmon Schep. itrüpp-Snal. Köln: 25. April, 20g. Uhr: Kulturbund. Konzert. Hermoir: Sclien. BÜrgergcseilschnft. Krefeld: 22. -ilpril, 20g, Uhr: Kulturbund. Plaut-Abend. otob’.« balle. Recklinghausen: 21. Bpril, 21 Uhr: Kulturbund. TNaut-Slbcvd. Iitdische, Leiueiudeliaus, Am Polizeipräsidium 3. ^2 beginn S Uhr Sonn:i(,fiid u. Synnujj Ein beispielloser Erfolg. I> n neue!*roc:r(iiii m. <z„Ca!s Trianon“ »nyerlsc’Iier I’lalz 1 \ Auf (1erTerra.s>e u.i.cJ.Gosamtriiumen | Mittwoch, 25. April 9 nachm. 4.30 abends 8.30 i Grolle Elile-Sommer-Modenschau! Abend- :>n»'l,l. Anmti-ur - Tnnz- I Ttirnfor um die siili. Medaille. I T-liniritt frei! Gedee!; 1.-- M. | T-jQU eröffnG?:! Resiaurani Sportplatz Grunewald Spor'plaiz der jüd. Gemeinde Nahe UM. 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