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Central-Verein-Zeitung · 1934-04-19 · 16 (19.4.1934) · page 6

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
16 (19.4.1934)
Date
1934-04-19
Page
– (sequence 6)
Language
German
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i sie jedoch derart erweitert, daß-sie an die Stelle der Einzelvorträge, entsprechend dem Charakter einer Volkshochschule, mehr Systematik in ' den Lehrplan brachte. Das verzettelte Wissen ist in ein geordnetes System gebracht, dcD sich ans sämtliche Gebiete des Judentums erstreckt, auf Literatur und Geschichte, aus den Ideengehalt der jüdischen Religion, auf die Randgebiete des Judentums, aus seine Beziehungen zur Umwelt, aus allgemeine Bildungssragen. Bei alledem werden die künstlerischen Probleme keineswegs vernachlässigt. Die Volkshochschule hat sich von Anfang an dein Wesen jüdischer 'Musik und jüdischer bildender Kunst Angewandt, und sie vernachlässigt sie auch heute nicht. Ich bin wiederholt gefragt worden", meint Tr. Wiener, „ob sich die Bestrebungen der freien Jüdischen Volkshochschule nicht mit den Absichten des Kulturbundes kreuzen. Das ist jedoch nicht der Fall. Der Kulturbund verfolgt mit seinen Theaterausführungen und seinen Konzertveranstaltungen ganz andere "Ausgaben, und wenn er Vorträge halten lässt, so sind es eben mir Einzelvorträge und nicht, wie bei uns, Zyklen, an die sich sogar, unter gewissen Voraussetzungen, Aussprachen anschließen. Es kommt aber noch etwas anderes hinzu: und das sind die praktischen Kurse, die, dein Bedürinis der Zeit entsprechend, eingerichtet wurden. Ta werden die Teilnehmer ausgebildet in Buchhaltung, im Maschineschrciben. in Stenographie. In zahlreichen Sprachkursen werden Kenntnisse des Englischen. des Französischen, des Hebräischen, des Italienischen und Spanischen vermittelt. Gerade diese Kurse sind besonders stark besucht, ebenso wie die allgemeinen künstlerischen Veranstaltungen. Ter Besucherkreis seht sich aus allen jüdischen Schichten und Lebensaltern zusammen. Wenn der Besuch für gewisse, besonders hochwertige Vortragsreihen mitunter etwas zu wünschen übrig lässt, so darf man dabei nicht vergessen, das; zwar das Interesse an allen jüdischen Dingen erfreulicherweise außerordentlich gestiegen ist, daß aber auch die Konkurrenz viel stärker geworden ist. Wie der Lehrplan für jedes der Trimester zustande kommt* Ein Keiner Ausschuß von Herren aus den verschiedensten Arbeitsgebieten dislutierl in mehreren Sitzungen die uns nahegebrachten und angeregten Vorlesungstl,einen und macht auch aus sich heraus Vorschläge sür Themen und Dozenten. Oberstes Prinzip dabei ist llnparteitichkeit. Alte Parteien und Richtungen kommen zu Wort, gleichviel ob es Zionisten sind oder Dentschjnden. ob Religiöse und Richtreligiöse. Auch das Kuratorium der Freien Jüdischen Volkshochschule. dem der Lehrplan zur endgültigen Genehmigung unterbreitet wird, ist aus Vertretern aller jüdischen Organisationen zusammengesetzt. Tas Bestreben der Volkshochschule ist, ihren Hörern eine möglichst große Auswahl von Themen darznbieten und ihnen möglichst allscitige Kenntnisse aus dem weiten Kreis des Judentums in leicht faßlicher Form zu vermitteln." ' Dr. E. T. Daü Kuratorium des Israelitischen Krankenlbcims, Berlin X 21, Elsassn •Htmiu* £5, teilt mit, bnit nun birifiitccnbru Br st b.-r tnjnüf olofli'dien '.»IWcilung .Cure Tr. Bin cd t o c f c t und mm birinirrenbm BrU der neu* fli’flriinbitcit Augenableiluna üv. 3. Hildesheimer flcunthlt wurden sind. Heffen'Nassau und Hessen Am Dienstag, dem 10. April, sprach Dr. Eva N e i ch m a n n. I tt n g m a n tt in Wiesbaden über „Teutsch-jüdische Jugend sucht ihren Weg", am Mittwoch, dein 11. April, in Kassel über „Unser deutsch-jüdischer Schicksalswille". Tie Rednerin legte in ihren Ausführungen den Hauptwerk darauf, die heutige deutsch-jüdische Arbeit'als eine aus tiefftcr jüdischer Verantwortung entspringende Leistung zu kennzeichnen. Sie unterstrich in diesem Zusammenhang den Wert der Diaspora-Eristenz für die Gestaltung des Judentums überhaupt und schilderte ausführlich die Ausgaben, Die heute, im jüdischen und!i!i!!!!!?!l!!!!!!>!!!!!>!>!!!!I!!!!!!!!!iIi!!i!!!!l!!!IiIl!!!I!!!!!!!!!!!I!!!!I>!l!!!!l!!l>!!!!!!!!!!»!!!!!!!!H!,!!lj C.-V »-Kalender Landesverband Hessen-Nassau und Hessen 17. April, 201o, Uhr: Mainz. BrchVmnwcUt Dr. Erich 5iehr (Maticrslnittcrn >: „Schicksal und Wille". Gcmcindesaal, Hiiwcndurastraszc II. 2». April, 20 Uhr: Eichen. Rnchimiiwalt Dr. Erich s\cl)t: „Schicksal und Wille". BercinKmmz, Liehlgslrasce 20. Landesverband Nordwcstdeutschland 2t. April, 20 Uhr: Linbrck. Gemeindeversammlung. Ernst Behrendt lBerlin): „BNr deutsche!, Iuhcu". 22. April, 20'Uhr: Göttingen. ' Gemeindeversammlung. Ernst Behrendt: „Wir deutschen Juden". Gcmeinde- 25. April, 20>.\ Udr: Hameln. Gemeindeversammlung. Ernst Behrendt: „Wir deutschen Juden". Bahnhafshotel. 26. April: Osterode a. Harz. Gemeindeversammlung. Ernst Behrendt. Landesverband Rheinland-Westfalen . 2.1. Avril: Lffen. Dr. Ernst Blaut (Essen). 26. April: Wuppertal. Dr. Ernst Plaut.,!!!l!!.!>!!!!>!!>ll!iili!!!!!!ll!!!!!>!!!l!!l!!!ll!!li!!!!l!!!!!>l!!!!!!!!!!>!!!!!!l!!!!!!!!l!!»l!!>l!!llll!l!»l!>!!il deut'chen Sinn ztt bewältigen sind. Tie Zuhörersckpst, unter der in Wiesbaden die Jugend reichlich vertreten >var, dankte für die Ermutigung. die ans deit Worten der Rednerin l)erausllang, durch warnten Beifall. Ain Sonntag, dem 15. April, fand in Treysa, Bezirk Kassel, eine Bczirksversammlung des Central- Bereins statt, bei welcher Rechtsanwalt Dr. Erich Kehr (Kaiserslautern) über „Schicksal und Wille" sprach. Deut Ruse des E.-B. waren so zahlreiche ' Freunde gefolgt, daß die Synagoge in Treysa kauut ansreiehte, Tr. Kehr ging von dein Gegensaß Kteingcnteiltden und Juden in der Großstadt atis mtd hob hierbei die Bedeutung Iiervor. welche heute dem Jndett außerhalb der Großstadt znkoinntt. Im Anschluß hierait sehil-- dcrte Atudesverbandsiyndilus Tr. Wolfgang 3 v/iatzdorfs die Bemühungeit praktischer Hilfsarbeit int E.-B. um Steuerung der Rot der Deutschen Inden int Rahmen der gesetzlichen Büttel. Er sprach zum Schluß die Hofimmg aus, daß durch die ständige Ls lege der Beziehungen zlvischen Stadt und Land auch' die Arbeit des E.-B. überall vertieft werden könne. Im Anschüiß an die Vortrüge fand eine Aussprache statt, in welcher viele Freunde unserer Bewegung Gelegenheit fanden, ihre Sorgen und Anregungen vorzubringen. MWeOÄMö In einer gut besuchten Versammlung des E.-V. in Bitterseld sprach Tr. Berthvld Weinberg über den Weg des deutschen Judentums. Ter Redner stellte als das anzustrebende, durch die Gegenwart gebotene Ziel den Aufbau der deutschjüdischen Ge° lttcinfcfjaft hiit und bezeichnte als geschieistlichen Markstein cmf dein Wege zu diesem Ziel die Schaffung der Rechts- und Wirtschaftsberatung^ des C.-B., die dein gesamten deutschen Judentum diene. Der G.-B. sei der geschichtliche Ausdruck mtd Träger des deutschett Judentums. das einen eigenen Kulturwert und darum ein eigenes Taseinsrecht besitze. Dies sei die unwandelbare Idee deS C.-B., nur btc Lebensformen des deutschen Judentums wandelten sich nach den jeweiligen geschichtlichen Voraussetzungen. Rach dem Abschluß der Emanzistitionsepvche, der das deutsche Judentum Außerordentliches verdanke, sei die heutige, geschichtlich notwendige Lebensform die deutschindische Gemeinschaft, die in die deutsche und europäische Kulturwelt lebendig eingefügt sei. Tie Aufgaben der Gemeinschaft gipfelten in der Erhaltung eines lebensfähigen Kernbcstandes deS deutscheit Judentums, seiner wirtschaftlichen und rechtkickxn Existenzsichcrung und der Schaffung kulturellen Lebensraumes. Tie Ausführungen des Redners fanden lebhafte Zustimmung. Berlin Heber die Juden im antbitlanten Getverbe sprachen Philipp Becker. I. Abolnik (Mägdebürg) und Adolf Rubin stein in einer Berliner Rtitgliederversammlnng im Hotel König vmt Portugal. zu der ausschließlich diejenigen Mitglieder eiiigeladen waren, die dent atnbnlanten Bernssstand angehören. Tie Entwicklung des Jahres UW., insbesondere der Ausschluß der Juden aus dem Reichs- Verband der aindnlantcn Gewerbetreibenden Deutschlands, machte die Interessenvertretung der jüdischen ambulanten Händler in einer jüdischen Organisation notwendig. Der Eontral-Berein stand diesen jüdischen Gewerbetreibenden bei ihrem chiveren Berufskampf treu zur Seite. Die Gechäftsstellen und Vertrauensleute Des E.-V. iit fast n Ilcn Teilen des Reiches haben im ganzen Jahre IM und im ersten Vierteljahr 19.J1 mündlich und schriftlich Verhandlungen mit den Btarkidehörden geführt, die größtenteils für die jüdisck^'n Markthändler und Schausteller die Beseitigung von Behindernngen brachten. iWU der diesent Bernfsstattd besonders eigenen Energie, konnte so im großett und ganzen die Eristenz der ambulanteit Gctverbctreibenden erhalten bleiben. Am Schluß der Versanttnltntg gab Gustav W a l l d o r f f nock) einen kurzen Ueberblick^ über die besondere Arbeit, die für den jüdisü>m Schausteller und Lustkmrkeitsgewerbler zu leisten war. ^IIIIIIIIIIIIIIlIIII!!III!IIIIIIIIIIIIIIIIIIII!IIIIIIIIII!!IIIII,IIIIIIIIIIIII,I!!!I^ Z Juristiscli-wirtschaUiichs Beratungsstelie | | des C.-V. in Hannover § Die nitehste Sprechstunde hiilt der =j Syndikus dos Landesverbandes Nordwest- §E §j deulschhmd, Dr. Werner Orunsfeld, 11am- jjburf;, am 27. April 196! von 11 bis U5 und s D von 14 bis 16 Uhr im Büro des C.-V. §= II nnnovnr, Georgstrasse, 15,1, ab. §§ ^l!lll!lllllll!lllllll!!llllllllllllll!lll!l!!l!l!l!lllllllllll!!ll!llll!llllII!lilF Frau Regina F rüntcl. die Witwe des Kommersttwrats Ahraham F v ä n f c 1 aus R c n ft a b t in Chi’r(d)!cfien, feierte am 11. 'Avril in seltener Frisd,e ihren?0. Geburtstag. Tic Jubilarin ist eine Urenkelin von Akiba Eber. Edel und vornelun in ihrer Gefinmma und in ihrem Handeln gibt sie der neuen Generation das beste Beisviel einer jüdischen Frau, die überall geschätzt und geachtet wird. Möge Frau Regina Fränkel ihren zahlreichen Verwandten und Freunden noch lange in alter Frische erhalten bleiben. Lehrer Hermann LVolkoivsky, der Jahr« zehnte hindurch im städtischen Bolksschuldienst in K önigsbcrg i. P r. gestanden nnb lange Zeit hindurch im Rebcnautt das Kantorat der konservativen Synagoge Addas Jisrvel verwaltet hatte, starb in Berlm. um er seit einigen Jahren iin Ruhestand lebte. Der Verewigte hat lauge Jahre dem Vorstande der Königsbergcr Ortsgruppe des G.-D. als.Vertreter der orthodoxen. Kreise anachKi« Er hat nicht nur den Gedanken von Deutschtum un? Judentum innerhalb der jüdischeit Kreise selbst vertreten, sondern ist auch im Nahmen des C.-V m die breiteste Ocssentlichkeit getreten. So hat er wissenschaftliche Aufktärnngsvorträge über bas jüdische Schrifttum, insbesondere über den Talmud gehalten, die in weitesten nichtjüdißchett Kreise,! stärkste Beachtung »nd Anklang gefunden haben Das Andenken dieses wahrhaft vornehmen und gcl rechten Mannes wird in den Kreisen des E.-B. ii,u vergessen bleiben. _ eimeni Im Kurbause zu Baden-Baden wich gcgem wärtig Zivilehen Aljeälin und Bvgvlinbvtv du Schaduoellkamvf »nc d>e Weltmeislerschast aus, getragen, der von allen SMaelisreunden mit größler Syamumg verfolgt nürd. Aus diesen, Anlaß mag daran erinnert werden, daß der erste Träger der £: durch frone WilHclin «2 t c i n i h und sein 'Jlartn svlger Tr. Elnannel L a d k c r, beides Inden, wann,. Tic Beziehungen der Inden zlim Säiachlviel sind stlu alt. wie auch die nachstehenden Schachollnetdeieu beweisen. König Salomo als Schachmeister Eine alte Sage nennt König Salomo als Erfin. Ver des königlichen Spieles. Selbstverständlich war König Salomo, der weiseste aller Menschen, auch oitt unübertresslicher Schachmeister, der ans den vierundsechzig Feldern siegreich seine Schlachleu schlug. Sein ständiger Partner mc der Feldherr Benajahu, den er aber immer besiegte^ Einmal geschah es, daß der König das Spiel verlor, es stellte sieh jedoch luild heraus, daß Benajahu „ge. mogelt" Hatte, das Heisst, durch eine satscheu Ing das Spiel sür sich entschied. Benajahu siel daraus in Ungnade. Diese Anekdote findet sich in dem Sagenbuch: „Erster Teil Jüdischer Historien oder Talmudische. Rabbinische, wtntderhirliche Legenden. Tentsch verfertiget, christophvrnm Helvicnm Prosessvrem m der Unwersität Gießen. Getruckt zu Gießen beh Eashar Ehamlein, int Jahre MDCXII." Die Historie XU trägt die Ueberschrift: „Wie König Salomo int Sckpchspiel betrogen tvard und wie er dahinter kamh Danach hätte also dcis königliche Brettspiel leinen Siegcszng durch die Welt aus dem Hebräerlande genommen. Interessant ist, daß der französische Ec. lehrte A. Alexandre tgetu 1766. gest. 1$50| in seiner „Eueyolopedie des Echees" allen Ernstes versuch!, das Schach in 2. Sam. Kap. 2 hineinziideujen. ihm allerdings nur durch eine „exegetische Spielerei" gelingt. Dor verrückte Michel Eine interessante Anekdote erzählt Zelter einem Brief an Goethe. Zelter schreibt: ,.?lus jüngern Jahren fällt mir ein J>rde ein. nanceas Michel, der in allen Dingen, bis auf zwei Elemcuh verrückt erschien. Wenn er Französisd> sprach, lein uirebenes Wort über seine Hippen, und kt spielte vollkommen Schach. So kommt dieser rückte Michel (wie mau ihn nannte) zum alten Mendelssohn, der sisst und spielt Schach nut bfnt alten Rechenmeister Abrmn. Blicliel sieht das Spjel an. Abrmn ntacht eitdlich eilte Bewegung inii der Rechten, um d<rs Spiel als verloren umzuiverfeii. und erhalt einen derben Schlag auf den Kops, daß ihm die lose Perücke abfällt. Abram hebt ruliiz seine Perücke auf und spricht: „Aber, lieber Rcichck. wie hätte ich denn ziehn sollen?" Lessiitg hat diesen Vorfall int „Raihan" nahgebildet. S. M.?V1 iB u!P fl — aber die hebräischen Beschristmuzen und die eingehende Kenntnis der biblischen Erzählungen sichern die jüdische Herkunft. Aus späterer byzantinischer Zeit (6. Jahrhundert) stammt das interessante Mosaik des schon vor einigen Jahren anfgedeckten Fußboderrs einer Synagoge auf dein Gelände der heutigen Klvuzah Beth Alpha iin Entek JeSreel. Auch hier, neben dekorativem Spiel, Figürliches mannigfacher Art lind eine Libe'lszene, die Dpserung Isaaks! Das alles schließt sich ttach mtd nach zn einem Bilde zusammen, das tvir früher so mcl)i kannten. Die Arbeit des Spatens hat sich mit der Erforschung der erhaltenen Denkmäler verbunden, um unsere Kenntnis des alten Palästina immer mehr auszuhellen. In den ausgezeichneten Archäologen Prot. Mayer und Tr. Sukenik besitzt die Jerusalemer Universität die berufenen Führer bei diesen wissenschaftlichen Bemühungen. Wir erkennen nun klar die seltsam übereinander gelagerteit mtd noch seltsamer sich oft durchkreuzenden Schichtungen: die prähistorische, kattaanitische. jüdische. Hettenistische, römische, altistristlich-byzantinische unb die arabische Schicht, die wieder von deit Ueborbleibseln der Zeit der Kreuzzüge durchschnitten wird. Die Jahrhunderte der Tiirleuherrschaft und die neue Zeit des Wiederaufbaus kommen hinzu. Einflüsse des Orients ringsum. Einflüsse des Abendlandes mischen sich und werden einbezogen in eine Knnstarbeit, die schließlich doch durch die Atmosphäre Palästinas ihren Stempel erhält. Weltgeschehen von Jahrtausenden findet seinen Abglanz. Ein Anblick wächst aus, so geheimnisvoll und unvergleichbar wie das Schicksal des Landes selbst, das sieh darin offenbart. Mnx Osborn Mar Reinhardt, der zurzeit in Prag mit einem eigenen Ensemble gastiert, tmteruimmk, wie die „Fraulsurlor Zeitung" von: R April meldet, von Mitte dieses B.oitats ab Gast'pielreiscil nach Budapest. Bukarest, der Schweiz, den R'.edcrlanden ' und London. Aus dem Spiclplan bleiben Piraitdesto utw Schiller. Eingefügt soll ferner werden Hugo von Hofmannsthals Komödie „Der Sdntnerige". In einem Intervieiv erklärte Atar Reinhardt, daß er jedenfalls in Italien Shakespeares „Kausmann von Venedig" verfilmen werde. Mschiedssbend Kurt Kchch Man hätte nnuehmen dürfen, daß der durch die KunstIcrhilfe der Berliner Jüdischen Gemeinde vernnftn 1 tote Abschiedsabend von K u r t Katsch eme besondere Anziehungskraft aus die große Lehar seiner 'Verehrer ausnheit würde, die bei den Kulturbtutdauüührintgeu in dent Tarstester des Rathau, dos Othello, des Svnkin eine schauspielerische Persöulichleit von nicht nnbedentendent Format schaßen gelernt hatten. Statt dessen war der kleitte Saal des Vogenhauses in der Kleiststraße nur etiva zur Hälfte besetzt, tmd cs war zu besürchteu. daß die Vorlesung ans dent autobiographischen 2öcrk des Künstlers, „Rc c i n Weg v o nt Osten zum Westen", die vhitehiit alleit Selbstschildertmgett drohende Gefahr der Jsoliertmg des Autors vom Publikum noch erhöhen tvnrde. Um so angenehmer wurde mau enttätischt. als dann eine twive, weder dtirch spitzfindige Raisomtemeitts, ltvch durch theoretische Abschweisnngett bescittverte Fabulierlust in den fünf ansgeivählten Kapitelit des Buches Bruchstücke einer menschlichen Konfession heransstellte, bereit angenehm temperierte Wärme alsbald den uvtivendigen Kontakt mit deit Hörern schuf. Katsci) errältlte, in einer schlicstten Eindringlich- ' lest, die itoch in der 'Rückeriitnernng Zeichen der iitneren Bewegtheit sichtbar werdeit ließ, ans seinem Veben. einem Ghetto-Veben voll Eitgo tmd Rot, voll elterlicher Zwistigleiteit tmd Sorgen des Alltags, über die der frühe Wissensdwitg des nnitni polnischen Judenjungen, die rührende Anhänglichleit an eine dann im Irrenhaus gestorbene Schtvester ein nur spärliches Vicht breitete. Und er erzählte 'weiter, wie der in de>t l>edrücktesten Verhältnissen Heranwachsende mit einer niemals erlahmenden Energie, der eine fortdauernde körperliche Stählung zustatten kam. ans dent Dtutkel tits Helle strebte -- ans dent von ständigen Pogromen bedrohten istnssisch.Polen zuerst nach Oesterreich, später nacl, Deutschland. Hier erst sollte sich sein Schicksal entscheiden, als er über Rcagdebnrg. >vo er als — Weinreisender sich eine vorübergehetid glnnzeitde, jedoch ihn seelisch völlig zermürbende Eristenz schuf, nach Berlin in die ReinhardtSchule kam. zn Ferdinand Ercgori, Eduard von Winlcrsleiu, Vucie Höflich. Die ersten Stationeit eines intensiuett schattspielerischen Wirkens tvttrden dann die Städtischen Bühnen in Brenten und Fg-anlsnrt a. s>R. — bis ihn die Umwälzung der politischen Verhältnisse zwang, von Frankfurt seinen Abschied zu nehmen, tmd die neugegrüudete Bühite des Kulturbmtdes den ehemaligett Reinhardt-Schüler lvieder nach Berlin berief. Int leßteit^Kapitel seines Buches hat Katsch nicht ohne den Stotz des selbstbewußten Jtldett seine itntere Beziehltug zu der Jdealgestall von Lessings Rathait geschildert, den. er zumJstberhaupt orstenJMale spielte uub dessett Berkörpernng ihm wie eine höhere Mission erschienen sei ... _ Was Katsch uns in seinem Epilog jedoch schuldig blieb, lutd was geiviß nicht nur die äußere Reugier der Hörer befriedigt hätte, ist die Tarstestung der tieferen Gründe seines allzu raschelt' Scheidens. Ist es wirklich nur der aitgeitammle, bei seiner ruliolosen Ratnr immer tvieder durchbrecheltde Wattdertrieb. von dent Intendant Tr. Singer in feinen einleitenden, herzlichen Abschiedsworten gesprochen hat? . . . Wie dem auch sei: lvas Katsch uns an diesem Abend ans den Selbstbekenntnissen seines im September d. I. erselieinenden Buehes in fragtnentarischer Form geboten hat, fügte zu dem uns bereits vertrant geivordenon Bild des Schmlspielers die Züge eines ^schriftstellerischen Talents, das sich in Ernst und Humor, in der zusammenhängeitden Schilderung wie im anekdotischen Detail, mit einer tvohltliend natürlichen, völlig unafsektierten Zivanglosigkeit kmtd gab. Autobiographien pflegen, auch ivenu sie von den Größten stammen, iit kaum abwägbarem Gemisch Dichtung und Wahrheit zu cuthatten. Auch bei Katsch hatchse Realität der ge- Milderten Lcbenövorgänge in der Phantasie des Züchters — und in diesent Falle auch des Sck-ctuspielers — sicherlich eine nicht unwesentliche Stütze gefunden. Rtan lvird ihm jedoch gern zngestehen. ^^childernngsktmst auch an den Stellen des Buches den Schein der Wirklichkeit erroicl)t hat, bei denen man die äußere Wahrschein, nhlett der dargestellten Begebenheit einem gc> linden Jivcifel unterziehen möchte. y. (ftcorfl Friedrich Händels Oratorium ,,Judas Maccabäuö", das hohe Vieö jüdischen Heldentums gelangt am Rc'outag, dem 7.. und Tienstag. dein 8. Rlm, unter Leitung von Tr. Kurt --lnger in der Philharmonie. 8,15 Uhr. nach langer Zelt in Berlin wieder zur Ansführuea Veranstalterin ist die & « n ft l c r 1) i lj c btc künstlerische Durchführung liegt in den Hctnden des Kttltnrlnmdes deutscher Juden, dessen '))hb gliedern ermäßigte Preise voit 1 R'M zur Verfügung stehen. ’ Julius B a b bält in dem Berliner 51 nHuvlumb eine Borlrogsrcihc: „Blick in die Welllnet-olun Ter siebente Vortrag des Zvtlus aalt den „vluiimt und Iren" und beschäftigte sich mit Emile Bmb a e r c n a!« hervorragendem dichterischen Vertreter der einen und mit S ll a w als Dolilcrreyrasenlanien der anderen Ration. Bad retstieue Gedichte pvn Verharren. Unter dein jinw'liivn indruek dieser Verü entsland eine aercmnie üc'eporiaae. die uns eine WH'vin unseres Blade-- zur Vcrsüguug stelli. Tic 3 d) v i f 11 c i t n r 0« Daß, lauschend, ein Parkett von Hörerist klrptötzlich unter Schitee verschilttet saß. Ilm recht genau und sachlich zn begiunei Der Tag war ungewöhnlich blau m>d nii! (Dazll beheizte man die Räume imu'ii —. Ter Hörer Schar, audächlig mld geivittt Vom Redner geist'ge Botschaft zn entpsan War so in seines Vortrags Bann besan Daß Wind, den er ans Versen blasen lie Durch die gefüllten Reih'n des Saales b ^lnd daß der Schnee, der an zu fallen hstb. Tie hingeriss'nen Hörer mitbegnib. daß am Scl)lnß, lver ans die Straße l Den Frühlingstag als Irreführung uahii llrtd, der Verzanb'rnng durch den Jnterpr, Erlegen —, fürchtete,'in Schnee zn treten. Wer aber hörte, was tvir Sonntag hörn'il Wie einer nur mit Worten formt und Tie Geisteshelden wachsen läßt und iverc D-nrch seiner Sprache zwingende Gewalt Der sieht im Redner selber den Poeten, Und meint, der Dichter wäre ihm t . pflichtet. . . , 2eer ihti so unvergleichlich nachgedichter. Wir jedenfalls —, nur Laien im Apoll Und Wnstenwanderer ans sand'ger Strass Sind tiefbeeindrrrckt und des Tankes,vast Für diese Stunde Gang durch die £rt>clicdwig Selittciac ist f! 11 {.-■? Tjf (v Ulen: l. X-di’in i. ,3(iütP' ' lu'iiii) H UiUtV ■ Pc Si rj Tel.: zintm« Möbeln Inh. ' fL w. Do Fest Bsrli Zeitgnrr *" " H LT:is :m ih'r KnJii |’o *e.'»z 5. II,' 11. ' lc

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