Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 16 (19.4.1934)
- Date
- 1934-04-19
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Führung der Gemern.de nrcht. Dr^se Zusa.mmenseHung wird deshalb hierdurch gebilligt. Die neuen Gemeindevertreter leiten ihre Befugnis ab aus dem Willen der übergroßen Mehrheit der Gemeinde und der Feststellung dieses Willens durch die Reichsvertretung. Die Feststellung auf diesem Wchgc.ist.notwendig, weil der verfassungsmäßige Weg zurzeit nicht gangbar ist. Die Berufung erfolgt für die Tauer der laufenden Wahlperiode bis zum 31. 12. 1985. Danach hat die Neubildung der Gemeindetorperschaften auf dem verfassungsmäßigen Wege stattzu finden." Ter Schiedsspruch der Reichsvertretung ist in verschiedener Beziehung bedeutungsvoll: Zunächst einmal ist es erfreulich, daß die Atmosphäre des Vertrauens und der Autorität, die die Reichsvertretung sich geschaffen hat, schon heute ausreicht, um sonst unvermeidliche Störungen des innerjüdischen Frieden? auszuschalten. In sachlicher Beziehung vermeiden die Schiedsrichter der Neichsver. tretung in verständiger Würdigung der gegen» wärtigen Situation generelle Festlegungen, die für Fälle, die anders gelagert sind, nur mit Schwierigkeiten Anwendung finden könnten. Der große Fragenkomplex, der in der letzten /Zeit von berufener und unberufener Seite in der jüdischen Oessentlicht'cit angerührt worden ist und die Neuordnung des jüdischen Gemeinschaftslebens nach einheitlichen Gesichtspunkten und neuartigen Prinzipien betrifft, bleibt im Schiedsspruch unermähnt. Die Atempause jedoch, die — sicherlich nicht nur aus den Dresdener Fall beschränkt — das Gingreifen der Ncichsvertretung für die Neuordnung des Gemeindelebens schaffen kann, wird der sachlichen und personellen gründlichen Vorbereitung dieser Entscheidung gen ohne Frage dienlich sein. GO m GKÄZJgW Der preußische Kultusminister macht in einem (v.iloK vorn 7. April 1934. der die Durchführung des Gesetzes gegen die Ueberfüllnng deutscher Schulen und Hochschulen betrisst. daraus aufmerksam, daß die Grundlagen dieses Gesetzes selbstverständlich mt*; verändert in Kraft bleiben, daß aber eine bereits letzt zu beobachtende Zurückhaltung der Eltern bei der Neuanmeldung von Kindern für Höhere Schulen . eine zahlenmäßige Festsetzung der in den einzelnen Bezirken neu Einzuschulendcu überflüssig macht. Bezüglich der Nichtarier heißt es in diesem Erlaß, daß auch bei der Neuaufnahme von Nichtariern, die den Beschränkungen des Gesetzes vom 25. April 1933 unterworfen sind, die Abstammung angemessene Verücksichiigung zu finden hat. Unter den Anmel. düngen ist. soweit die hinreichende Begabung für einen erfolgreichen Besuch einer höheren oder mitt. leren Lehranstalt anzuerkennen ist. den Nichtariern mit nachgewiesenem arischen Lluteinschlag der Vorzug vor Nichtariern, und den Kindern ans seit längerer Zeit in Deutschland angesessenen Familien der Borzug vor den Kindern erst seit kurzer Zeit, insbesondere seit 1911, einaervanderter nichtarischer Familien zu geben. Der preußische Kultusminister gibt der Erwartung Ausdruck, daß die Anstaltsleiter tn fachgemäßer Anwendung der hiermit gegebenen Richtlinie dafür Sorge tragen, daß von den Anmeldungen der unter die Beschränkung des Gesetzes fallenden Nichtaricr in erster Minie diejenigen Berücksichtigung finden, denen vom Standpunkt einer im nationalsozialistischen Geilte geführten Gemeinschaftserziehung die verhältnismäßig geringsten Bedenken entgegenstehen. Dabei iü darauf zu achten, daß dort, wo die Zahl der am gemeldeten aufnahmereiscn Schüler größer als die Zahl der verfügbaren Plätze ist, Kinder arischer Abstammung aus keinen Fall hinter solchen nichtarischer Abstammung zurückgesetzt werden. Zmn Besuche der höheren und mittleren Lehranstalt geeignete Kinder arischer Abstauwumg verdienen vielmehr den Vorzug bei der Aufnahme. selbst wenn dann die Zahl der zur Aufnahme kommenden Nichtarier hinter der Bcrhältniszahl Zurückbleiben sollte. Der Erlas; schließt mit dem Hinweis darauf, daß Neuaufnahmen an höheren und mittleren Schulen, die ihrer besonderen Zweckbestimmung nach gerade für' den Besuch der jüdischen SchiUer(innen) bestimmt sind, in diesem Fahr nicht erfolgen dürfen, gleichviel ob es sich um öffentliche oder private Lehranstalten handoll. Wir ducken wohl der Hoffnung Ausdruck geben, daß der Ton dieser Schlußbestimmung auf ..in diesem Jahr" liegt, um damit auch innerhalb der jüdischen Schulen die vom Gesetzgeber allgemein am gestrcble Verminderung des zu deu akademischen Berufen strebenden Nachwuchses hcrbeizuführen. daß aber eine grundsätzliche Stellmignahme gegen das jüdische Schutwerk hierin nicht anzutreffen ist. 53te wir vom Schuldezcrnat der Neichsregierung hören, werden die Eltern jeweils von den Schulleitern über die Enbwicklung der Frage auf dem Lautenden gehalten werdew |i Vom 25. März bis 5. April fand m Jerusalem eine Tagung des Zionistischen Mrons- Comitees statt, der deshalb eine besonders Bedeutung zukommt, weil sie die erste Tagung des A.-E. in Palästina darstellt. Unter den gehaltenen Referaten sind die Ausführungen Kurt Blumenfelds und WeizmannS besonders bemerkenswert. Blumenseld behandelte die geistige Situation der Zeit und ihre Auswirkungen auf die Lage der Iudenheit. Er führte aus. daß die Iudenfrage nicht als Nebenprodukt anderer Bestrebungen gelöst werden könne, sondern daß die jüdische Entwicklung einer Eigengesetzlichkeit unterliege. Er wandte sich dann, der Erörterung innerzionistischer' Fragen zu und forderte eine stärkere Einigkeit zivischeu deu verschiedenen zionistischen Strömungen. Bezüglich des Palästina-Aufbang vertrat er den Standpunkt, daß die hierfür erforderlichen Nüttel ans die Dauer nicht durch eine Ver-, lnnpsuug mit allgemeinen Hilfsaktionen beschosst werden könnten. Man sollte daher alle Anstrengungen machen, um oiue klare Palüstina-Parole auszugcbeu. Chaim Weizmaiin wandte sich zunächst der Besprechung einzelner Fragen der Ansiedlung deutscher Juden zu. Er berichtete, das; bisher. 1600 junge Menschen aus Deutschland äugesiedelt worden seien. Während die Ansiedlung von jungen Menschen auf keine grundsätzlichen Schwierigkeiten stoße, sei cs besonders schwierig, für Menschen mittleren Alters mit kleineren Kapitalbetrieben neue Existenzen zu schassen. Zur Erleichterung dieser Aufgabe schlug er die Schaffung eine? landwirtschaftlichen und eines industriellen Kreditinstitutes vor. Am Schluß seiner Ansführungen wandte W e i z m a n n sich ebenfalls gegen den inneren Streit innerhalb der zionistischen Bewegung. Für die zukünftige Arbeit stellte das A.-E. u. a. die Richtlinien aus: Die Zusammensetzung der Exekutive soll unverändert bleiben. Zur Vermeidung von ArbeitsLonslilten im Lande wird die obligatorische Schiedsgerichtsbarkeit für Arbeitgeber und Arbeitnehmer in allen das Arbeitsverhältnis betreffenden Streitfällen eingesührt. Das A.-E. faßte ferner einige Beschlüsse, die Forderungen an die Mandatarmacht — England — zum Gegenstand hatten. Von besonderem allgemeinen Jnteresie ist ein Beschluß, nach dein bei der Verteilung der Einwanderungszertifikate diejenigen' Antragsteller bevorzugt werden sollen, die Beiträge für den Keren Hasessod und den Jüdischen Nationalfonds geleistet haben und Angehörige zionistischer Organisationen sind. Tie Durchführung dieses Beschlusses würde den P a - lastinaaufbau von einem allgem e i n e n jüdischen Werke 311 einer ausgesprochenen Parterangelege n h e i t machen. Damit ist aber weder dem Paläslinawerk noch der Iudenheit ein Dienst erwiesen. Es ist zu bedauern, daß gerade in einer Zeit, in der die Palästinasrage für immer weitere Kreise der deutschen Juden bedeutungsvoll wird, eine derartige Mouopolstellung angestrcbt wird. Selbstverständlich soll nicht verkannt werden, dos; Palästina mehr als ein Auswanderungsland ist, und daß cs als Keünzelle eines besonders konzentrierten jüdischen Gemeinschaftslebens eine besondere kulturelle und ökonomische Sendung in der jüdischen Geschichte hat. Deshalb rst es auch notwendig, daß diejenigen, deren Eristeng in Deutschland zerstört ist und die sich drüben ein neues Leben ausbauen wollen, nicht nur eine geographische, sondern vor allem eine innere Umstellung vornehmen, die an ihre Einordnnngssähigkoit starke menschliche und jüdische Anforderungen stellt. Es ist aber falsch, als Kriterium dieser Umstellung die Zugehörigkeit zur zionistischen Organisation jju nehmen. Entscheidend muß vielmehr die sachliche Oualisikation sein. Ein Wille zu aufbaucnder jüdischer Arbeit innerhalb Palästinas bedeutet noch nicht ein Bekenntnis zu deu thevretischen Grundlagen des Zionismus mit ihren Auswirkungen außerhalb Palästinas. Hinzu kommt noch, das; die Ausnwnderuugssrage in dev augenblicklichen Situation schon deshalb jenseits jeder ideologischen Diskussion stehen muß, weil sie meist von ganz anderen Faktoren als von der willensmäßigen Entscheidung abhängt. Ebensowenig aber, wie nur uns unterfangen würden, die mit Steinen zu bewerfen, die durch die Not dazu gezwungen'sind, ihre Heimat zu verlassen, so darf diesen Menschen auch auf der anderen Seite der Weg in eine — hoffentlich bessere — Zukunft nicht deshalb versperrt werden, weit sie sich vorher dem deutschjüdischen Lebensraum zugehörig gefühlt hatten. Auch der E.«V. fragt bei seiner sachlichen Arbeit im Dienste des einzelnen hilfesuchenden jüdischen Menschen nicht nach dessen weltanschaulichem Bekenntnis, sondern suhlt sich, unbeschadet seines deutschsüdischen Standpunktes, als Treuhänder aller in Deutschland lebenden Juden. Im übrigen sollte aber der Zeitpunkt gekouunen sein, in dein man über die Parteidoktrinen hinweg auch bezüglich des Palästina-« werkes mehr und mehr die Gemeinsamleiten in den Vordergrund stellt. Auch in deu führenden Kreisen des Zionismus muß man heute ein sehen, daß die Verwirklichung des reinen Iudenstaatsgedankens nicht möglich ist. Man bekämpft deshalb mit großer Schärfe den Revisionismus, der durch sein kompromißloses Verhalten, insbesondere in der Arabersrage und in der Stellung zur Mandatarmacht, auch die Chancen gefährdet, die im Nahmen der gegebenen Möglichkeiten für das Aufbauwerk bestehen. Die Sorge um die (Gefahr des Revisionismus kam auch in der A.-E.-Sitzung deutlich zum Ausdruck. Bedeutet doch diese chauvinistische Bewegung nicht nur außenpolitisch, sondern auch innerpolitisch und sozialpolitisch eine ganz tiefgreifende Gefährdung der Entwicklung; denn mehr und mehr macht sich der- Revisionismus .zum Sachwalter der sozial rückschrittlich eingestellten Bevölkerung^, schichten. Eine gesunde Entwicklung, die sich von einer ins Krankhafte gesteigerten Ueberspitzung des Nationalismus frei hält, muß von allen jüdischen Richtungen erstrebt werden: hier im deutschjüdischen Lebensraum und drüben beim Aufbau des Laude-?. In diesem Sinne gilt es auf beiden Seiten um des gemeinsamen Ganzen willen zu arbeiten. %\l Ml« (es MW M«W Tie „Fränkische Tageszeitung'", Ausgabe ^Nürnberg Nr. 87 vom 14. 1. 1931, veröffentlicht unter der Ueberschrift „Unerhörte Provokation! Der biblische Moses als heldifck)es Vorbild" in Fcttsatz und großer Ausmachung folgende lNotiz: „Nürnberg. Der Streit um da« Alte Testament ist seit der Machtergreifung deö Nationalsozialismus in schärfster Heftigkeit entbrannt. Uebcr den Inhalt wolle» wir nicht streiten, darüber ist sich jeder Deutsche iur klaren. Um so eigenartiger wirkt cs auf mrS, wenn ein katholischer Tierlag ein Buch unter dem Titel „Das Alte Testament und seine Bedeutung für die Gegenwart" herausbringt, in dem in der Einleitung n. a. folgendes steht: „Bon echtem nationalen Geist erfüllt, ist dies geeignet, auch in den Menschen unserer Tage vaterländisches Denken und Fühlen zu wecken und zu stärken. ES führt uns in MascS, in Josna und in den Propheten Führergeftalten vor Augen, die sich um die sittlich-kulturelle Erneuerung deö Staats- und Gemein- Wesens unsterbliche Verdienste erworben haben. ES fordert zu selbstlosem Dienst am Volte, zu bereitwilliger Hingabe an die Volksgemeinschaft, zu entschlossener Brüderlichkeit auf. Eine stattliche Galerie heroischer Männer und Frauen steht vor unseren Angen. Echtes Heldentum hat ihnen den Ehrenkranz um die Stirne gewunden." . . Und wie innig fühlt sich das GotteSvolk mit dem heimatlichen Boden verbunden!" „To tritt uns im Allen Testament eine einzigartige Welt von religiösen und sittlichen LcbenSwertcn entgegen. Die wenigen Beispiele von „Unsittlichem", die in der Bibel nie als vorbildlich hingestettt werden, fallen dagegen nicht irrS Gewicht." Dem Verlag ist scheinbar nicht bekannt» das; das Alte Testament nichts anderes als die außerordentlich bezeichnende Sittengeschichte des jüdischen Volkes ist, die von Perversitäten geradezu strotzt. Oft genug haben wir in früheren Zeiten die verderbliche Wirkung auf Jugendliche feftstellen können. Wir wollen, daß unsere Jugend in Zukunft vor diesem „Heiligen Buch" des jüdischen Volkes bewahrt bleibt und verbitten uns solche Redensarten, wie sie in der Einleitung zu finden sind!" Im „Oehnhaustr Anzeiger und Tageblatt" von: 25. März veröffentlicht Amtsgerichtsrat Dr. O p p e r-. manu einen Aufsatz „DaS wahre Gesicht des Juden". In ihm heißt es: ..Welchen unglaublichen sittlichen Tiefstand das jüdische Volk aufweist, zeigt am besten das Alte Testament, das ja als Selbsterzeugnis jüdischen Wesens wohl sein naturgetreues Spiegelbild dar. stellt. Aus dein Alten Testament kann man erst lernen, was für geschlechtliche Perversitäten es überhaupt gibt, und auf welche möglich Weise man die Leute betrügen lann. ... Die geschlechtlichen Zügellosigkeiten, von denen das Alte Testament berichtet, sind so überaus gemein, daß sich die Feder sträubt, sie auch nur andeutungsweise zu erwähnen. Martin Luther, der em Buch „Von den Juden und ihren Lügen" schrieb, soll das Alle Testament auch nur übersetzt haben, inn dem deutschen Voll das wahre Gesicht des Juden zu zeigen. . . ' Leber das Alte Testament haben sich dis 1 beutcnbftcn Geister Deutschlands seit st geLußep Wir bringen au8 der Fülle der Zitate nur |0t^ Anschammgen: Ernst Moritz Arndt: „Ich spreche hier dm den Büchern des Alten Bundes. Diese Bücher btt Alten Testaments, -tods für cm Wcltbuch sind fo man möchte sagen, cm ewiges Lebensbuch füt Zeiten und Geschlechter". . (Versuch tu vergleichender Mltergeschrchtrg Goethe: Ein Hauptvorteil der Israeliten ist hi* treffliche Sammlung ihrer heiligen Bücher. stehen so glücklich beisammen, daß aus den sieim ' besten Elementen ein täuschendes Ganze entgegen, tritt. Sie sind vollständig genug, um zu befriedig sragmentisch genug, um anzureizen-. hinlänglich barbarisch, mn aufzufordern, hinlänglich zart, um zu besänftigen^ und wie manche andere entgegen, gesetzte Eigenschaften sind an diesen Büchern, an diesem Buch? zu rühmen." iMItzttm Meisters Wandersalne. p. Kant: Die Bibel ist mein edelster Schatz, o!hi* welchen ich elend wäre. Zuverlässige Regel,',. iniri Bien scheu und ganze Staalen zu aller 'mggchst.-, > Glückseligkeit gelangen tonneu, sind nur »„"ft.'- Bibel zu finden. Richtet euch nach der AnwehmZ! der Bibel ein, so werdet ihr zu Bürgern eines euch! treulich versorgenden Vaterlandes werden. ja.'nicht! mtr das Vaterland eurer Mitbürger, sondern aum j alle Erdenbewohuer werdet ihr brüderlich licbc» und euch ihre Gegenliebe zu versprechen Hatzen. LvUhclru von Humboldt: „Zu den traf!, vollsten, reinsten und schönsten Stimmen, die aus grauem Altertum zu uns herübergelovameu sied, gehören die Bücher des Alten Testaments, und mau. kann es nie genug unserer Lprackx verdanken, dag sie. auch in der llebersetzung. so wenig an Wahrheit und Stärke eingebüßt haben. Ich habe osi darüber mit Vergnügen nachgedacht, daß es möglich wäre, etwa? so Großes, Reiches und Mannigfaltiges samwenzubringen. als die Bibel, die Bücher t>.ni Alten und Neueil Testanients enthalten. Wenn s>e alich, wie bei uns. denr Volle gewöhnlich das einziqe Bllch Ist. so hat dieses in ihr ein Ganzes mcuich. sicher Geisteswerle, Geschichte. Dichtung und ch!,iln. sophie. und alles dies so. daß es schwerlich eine Geistes- oder Gesühtsstimmung geben formie, die nicht darin einen entsprechenden Anklang fände... Zwar nwchte ich nicht sagen, was eigentlich vU jener engeren und persönlichen Gemeinschaft der Zähler mit Gott, wie sie das Alte Testament schildert, zu halten sei. Diese Erzählungen des ersten Tritt der Schrift haben in jeder Rücksicht, welches auch ibr Ursprung sein möge, eine so ehrwürdige Hciliakcil, daß man denr Zweifel an der Wahrheit keiwn Raum gibt, wohl aber ungewiß blerben kann, lra^ Eigentümlichkeit der Vorstellungtz. und Torstellungsweise, bildlicher oder eigentlicher druck sei. (Briest an eine Freundin.) Friedrich Nietzsche: ..Im 'jüdischen Alb? Testament, dem Buche von der göttlichcu Gerechticlcit, gibt^eS Menschen, Dinge und Reden in einem In ' großen Stile, daß das griechische und indisR Schriftentum ihm nichts zur Seite zu stellen hat/ (Jenseits von Gut und Dös^ö Nsrsl NNtz ZSAgsisi 7. Heft) veröffentlicht Wilhelm Stapel einen Aust atz „Aiädchen im Männarstaat", in dein ernnit besonderem Nachdruck den Gedanken verficht, da,; "u Gegensatz zu der Zeitmeinung „der Stolz dcs nstüdchens ihre llnberührtheit" sein inüsse. Dabei behauptet Stapel solgendes: „Was war es dem,, das die jüdischen Literaten mit eifrigsten zu zerstören strebten? Das Königtum, das Kriegertuin urrd die Keuschheit der Rcädchcn. Hohn und traf diese drei entscheidenden Werte des Bolle--, das. sie zu zerstören und beherrschen suchten. Wir tzsüssen die llnberührtheit des Niadchens von der jüdischen Lewitzelung reinigen, wir lnüssen sie aber auch aus der Sphäre eines dürstigen Atuckertums retten." d Wenn ein Publizist vom Range Wilhelm Stapels emen derartigen Vorrvurf erhebt, dann kann er unsererseits^ nicht unwidersprochen lüngenonunen werden. Wir wollen dabei nur den letzten Punkt aufgreisen: die von Stapel behauptete Berächllstsmaäsung der Virginität. Stapel weiß selbslv^» ständlich ebensogut wie wir. daß der Wandel in bet moralischen Bewertung der Virginität eine allgemeine Zeiterscheinung war. die kelnesiucgs allem auf jüdische Einwirkung zurückgesührt werden kann. Etroaige Entgleisungen vereinzelter jüdischer Literaten besagen nichts gegenüber der unbestreitbaren Tatsache, daß gerade die jüdisclse Litteulelsw tn Fragen der geschlecküliehen Rtoral eine Sittenjttenge vertritt, die in jeder Hinsicht vvrluidlM gewirkt hat. Anderseits braucht man nur mr d!>; Frauenfiguren, die WedekindS Stücke bevöltern. z>r denken, uni sich klar zu machen, daß sich in der modernen Welt eine moralische Entwicklung volö zogen hat. die sich zu den Forderungen der jiidj' schen Ethik ebenso in Widerspruch gesetzt haß >v>e zu der moralischen Forderung Wilheluc Stapels. Wie wenig übereinstiunnend die sittliche i'|u' schauung über die Virginität ist. erhellt der U»" stand, daß der Mitheraiusgeber des „Deiltlcheu Vvllstnnrs", A l b r e rh t E r i ch G ü n t h e r,!" einem korrespondierenden Aussatz „Mädchen »n Massenzeitalter" die Meinung vertritt: „Die Um berührtheit kann ein Ideal, aber nicht Bsttzuab sein, wo jedes Mädcher! seine Iungsläulicllleu gegen eine Umwelt allein ertäinpsen muß. wie sv"» die Leidenschaft ihr Recht gegen eine Um'veU ec^ länrpsen mußte." l * Zst A f!/~\ ~\\n ritelfiF#"' •SCHIRAS uhdM .bis zu 80 x 'S 30 cm bis zu 90*140 cm i/i tStHSä heim t,’J- LMWWo sä /'yy/y y? ' Y v Y > A.U '( ' «■» Unser» Lager echten “T PZRSSß'Teppiche al!er / Q Provenienzen entoälhStöcke / ... in ollen Größen von seltener / Verkauf nur /—7 Schönheit. _ / /s v Berlin C 2h h H / //• Spandauer / r x<‘.?*