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Central-Verein-Zeitung · 1934-04-05 · 14 (5.4.1934) · page 16

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
14 (5.4.1934)
Date
1934-04-05
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Aber die Zelt hat sich geändert. Tonangebend, dieses Wort-muß ausgemerzt werden aus unserer Sprache. Es ist nicht mehr an der Zeit, es zu sein. Es ist nicht mehr an der Zeit, „eine INoIIc spielen zu wollen", die den Ton angibt, es ist nicht mehr die Zeit für tonangebende Allüren. Wir haben andere Sorgen! Es gehört ein großer Mangel an Selbstkritik und Taltgcsühl dazu, wenn man cs heute noch nicht verstanden hat, daß andere Begriffe und neue Inhalte von uns verlangt werden. Es ist nicht unbedingt notwendig, in fragen des schicksten Nagellacks und des neuesten Frühlingshütchens und der allermvdernsten Haarfarbe tonangebend zu sein. Wer dies noch nicht verstanden hat, daß 7nan sich ein wenig zurückhaltend und unauffällig zu geben hat, dem mangelt das, was wir unter Takt verstehen. Man braucht nur einmal nachmittags in eines der großen Aaffccfjäufcr zu gehen und Umschau zu halten unter dem Großstadtpublikum, — den grauen, die hier zusammcnsitzcn. Man hat dann so oft das peinliche Gefühl, daß hier noch immer nicht verstanden wird, um was es geht. Kennt man hier die Grenzen nicht, die uns gezogen sind? Es ist taktlos, laut und heftig zu sprechen, so laut und heftig, daß der Nebentisch unbedingt gezwungenermaßen das Gespräch mit anhören muß. ob er nun will oder nicht. Ein Kaffeehaus ist kein „Zu Hause" — Wenn man schon unbedingt das Bedürfnis hat, einmal bei einer Tasse Kaffee sich in öffentlichen Lokalen mit Freunden zu treffen, so ist cs angebracht, nicht alle die vielen Bekannten, die man hier sieht, durch lautes Zurufen zu begrüßen und lenes „Hin und Her" heranszubcschwörcn, das aus einem fremden Eafck einen Klub macht, und es ist taktvoller und würdiger, ohne lautes Reden und ohne auffallendes Benehmen und ohne tonangebende, überclegantc Kleidung ein wenig zurückhaltend zu sein. Streichen wir das Wort „tonangebend" aus dem Sprachschatz und setzen wir an feine Stelle, noch einmal fett gedruckt,' das Wort: Zuriilkhaltung! Kutb. luTlii Au einem Abend in der vorigen Woche war Bollmond. Ter Himmel war tiutcublau. Meine Freundin Ruth kam noch um zehn Uhr abends ans einen Augenblick, mich besuchen. Sie mußte mir unbedingt erzählen, daß Vollmond sei und daß sie init Georg noch eine Stunde spazieren gegangen sei, und Georg hätte gesagt, daß bei Vollmond alle Akens che n auf der ganzen Welt verrückt feiern Tic kleine Ruth hatte einen silbernen Vollmondschrmmer in ihren Augen, davon wußte sie aber nichts. Sie wußte auch nicht, warum sie gar keine Lrcst Zic ihren Liebtiugskcls hatte, die ich ihr anbot. obwohl sie fast gar nichts zum Abendbrot gegessen hatte. Ob ich ihr nicht noch ctivns zn lesen niitgebcu könne? Sic fürchte, sie werde heute nicht einschlafen können. Ich sollte aber nur ja nicht glauben. daß sic etwa verliebt sei. Weit gefehlt wäre das. Neiii, eine Rciscbeschreibung wolle sic heute nicht lesen. Ein Roinan ja, aber eigentlich wäre sie dazu auch nicht in der richtigen Stiinmung. Tas Buch der Lieder batte sie jo lange nicht gelesen, ob ich nicht so nett wäre, ihr das zu leihen. Tic kleine Ruth war etwas rot. als sie mit dem Buch strahlend abzog. Ich sah noch lange in den tintrnblmien Himmel. Der Vollmond schmunzelte über dem gegenüberliegenden Dach, als ob er cm Ruth dächte. Ta mußte ich mitschmunzeln. obschon ich noch eben ein ganz klein wenig neidooll gewesen Und am selben Abend wurde ich noch viel veranügtcr. Ruth hatte mich aus eins gute Idee, auf Heine gebracht. Bitte lesen Sie rasch mit! Von dem köstlichen Hhacinth, der in der Bildung Fortschritte wie eine Riesin macht, und der wirklich nicht weiß, mit »nein er. wenn er noch Hamburg zurüclkehrt. verkehren soll. Hyacinthos. der Lotterietolle!tenr Hirsch ans Hamburg, erinnert sich unter Italiens blauem Hinuncl aber trotz Bildung und trotz dem Verweis seines vornehmen Herrn an seine guten alten Hamburger Bekanntem Zum Beispiel an '.Roses Lump, kurz Lümpchen genannt. Ter wohnt im Bäckerbreitengang, läuft die ganze Woche herum iu Wind und Wetter, mit seinem Packen auf dem Rücken, um seine paar Mark zu verdienen; wenn er mm Freitag abend nach Hause kommt, findet er die Lampe mit sieben Lichtern angczündct. den Tisch weiß gedeckt, und er legt seinen Packen und seine Sorgen von sich und setzt sich zu [einer schiefen Frau und zu seiner noch schieferen Tochter, ißt mit ihnen Fisck)e. die in weißer, angenehmer Knoblauch« sauce gelocht sind, singt dabei die prächtigsten Lieder von König David, freut sich von ganzem Herzen anvertraute; aber auch sie von einem starken und sprudelnden Innenleben, das seine ungezügelte Kraft elementar nach außen wendete und dann beide Frauen in der gemeinschaftlichen Hingebung an eine Praktische Idee — wie die charitative Betätigung während der Freiheitskriege — oder in der persönlichsten Anteilnahme an dem Schicksal eines Menschen zusammenführte. Ein solches gemeinsames Interesse, das sich bei der fast fünfzigjährigen Karoline noch einmal zu den Wonnen jugendlich-schwärmerischer Gesühtsscligkeit steigerte, verband beide Frauen mit der seltsam faszinierenden Persönlichkeit Tavid Ferdinand Koreffs, des indischen Arztes aus Breslau, der seinen märchenhaften Ausstieg, die glänzende Karriere eines vielbeschäftigten Mediziners, den zu seiner Feit bedeutenden Ruf eines Gelehrten. Universitätsprofessors, Tiplvmaten, Dichters unb Ucbersetzers wie durch eine Laune des Schicksals mit fast völliger Vergessenheit bezahlen mußte. E. Th. A. vosfmann hat versucht, die meteorhaste Erscheinung des Mannes in seinen „Serapionsbrüdern" als Bruder Bincenz im Andenken der Nachwelt zu erhalten, und akkch Heine hat dem Verfasser des Tertbuches zu einer längst verschollenen. tut Jahre 1822 in Berlin ausgcsührten Oper ein huldigendes Sonett gewidmet. beide offenbar in den Strom der Bewunderung Hineingetrieben, die damals alle Welt der ungewöhnlichen Vielseitigkeit und den erstaunlichen geistigen wie gesellschaftlichen Gaben des neuen Ritters und Geheimrats eutgegenbrachte. Vor allem aber wußte Kvreff mit der suggestiven Kraft seiner Persönlichkeit. der liebenswürdigen Urbanität 'eines weltmännischen Wesens Eindruck ans Frauen zu machen, und so wurde auch die stets kränkelnde Karoline von Humboldt, die über den Auszug der Kinder Israel aus Aegypten, freut sich auch, daß König Pharao, Nebukadnezar, Haman, Antivchns, Titüö und all' solche Leute tot sind, daß Lümpchen aber noch lebt und mit Frau und Kind Fisch ißt. llnd der Fisch ist delikat, und der Mann ist glücklich, er braucht sich mit keiner Bildung abzr^uälcn. er sitzt vergnügt in seiner Religion und seinem grünen Schlafrock wie Tiogcnes in seiner Tonne, er bctrnchlet vergnügt seine Lichter, die er nicht einmal selbst putzt, — und wenn die Lichter etwas matt brennten, rind die Schabbessrau, die sie zu putzen hat, wüce nicht bei der Hand und Rothschild der Große käme jetzt herein mit all' seinen Maklern, Diskonteuren, Spediteuren und Ebels cke Eomgtoire, und er spräche: Moritz Lump, bitte dir eine Gnade aus; was du haben willst, soll geschehen —, Moritz Lump würde ruhig antworten; „Putz mir die Lichter!" und Rothschild der Große würde mit Verwunderung sagen: „War' ich nicht Rothschild, so möchte ich so ein Lümpchen sein!" Aus die Gefahr hin. für eine erbärmliche Hausfrau gehalten zu werde», muß ich gestehen, daß mich die Motte, die am Montag graziös und leicht den tiefen Lehnstuhl umflatterte, geradezu entzückte. Tie erste Motte ist für mich das sich'rsw Zeichen, daß es nun Ernst mit dem. Frühling wird, und Mottcnpulvcrgcrüche lösen in mir dieselben sröhlichen Empfindungen aus wie Maiblumendüfte bei Dichtern. Tatendurstig und „kampfcs"mutig habe ick) mich am Montag in die Mvttenschlacht begeben, der Staubsauger vertiefte sich schnurrend iu die Ecken und Schluchten der Fauteuils und Sofas, die Teppich wurden mit Essig abgerielxm, was den tecdurstigen Besuch zu einem sauren Lächln rurd zu einer feigen Flucht, die Teppich aber zu doppelter Farbcnsreudigkeit veranlaßte, Wintermäntel von Kind und Kegel. Pelzhaudschuhe und Wotlzeug wandcrten iu den Mottcnschrauk, altes weißes Zeituiigspapicr nmnbcdc mit, und zum Abschluß als Frau des preußischen Gesandten iu Wien wiederholt Gelegenheit hatte, .Koreffs vielgerühmten magnetischen Kuren an sich erproben zu lassen, von einer leidenschaftlichen Zuneigung zn ihm ersaßt: „Dasäst die wunderbarste Gewalt, die mich je ergriffen hat", so gesteht sie freimütig der Menschcnkenneriu und Freundin Rahel. Wenn auch diese Neigung Karolinens, der ein Geburtstagssonett an die „unaussprechlich Gute" in zartester Form entgegenkam. allmählich erkaltete, so blieb Kvrcsf doch längere Zeit noch dem Hanse Humboldt nahe, als Freund und Arzt der Familie. So schließt sich der jüdische Kreis um Karoline von Humboldt, ohne sich freilich zu vollenden. Tenn auch sonst sind der 'in vielen Gegenden Europas beheimateten Frau zn einer Zeit, in der nach einem Worte Theodor Fontanes das gesellschaftlich höher potenzierte Leben, zumal in Berlin, immer nur ein Juden- oder Iüdinncnleben gewesen ist. die Angehörigen der neuen jüdischen Gesellschastslinb Knlturschicht begegnet, von denen sie sich auch nicht abwandte, als bald nach Beendigung der Freiheitskriege die antisemitischen Wellen wieder hoch ansspritzten. Und U'cnn sie um die Jahrhundertwende in zwei Briefen ans Paris an die damals noch ungetanste Nahe! der llebcrzeugung Ausdruck gibt, daß sie zueinander gehörten, und daß nie zwei Frauen ein innigeres Verhältnis haben könnten als sie, so mag dies intime Bekenntnis gegenüber einer gefühlsperwandteu Franenseele gleichzeitig für die mehr als nur äußerlichen Beziehungen sprechen, die Karoline von Humboldt, eine im ethischen Bewußtsein des Hnmanitätszeitalters erzogene Frakl, mit jüdischen Kreisen immer wieder in Berührung gebracht haben. des Kampfes crösfncte ich noch ein Schnellfeuer mit Mottenkugeln, das jeden Feldherrn neidvoll erblassen lassen müßte. Ich selbst war so begeistert über meine kriegerischen Fähigleiten, daß ich darüber vergaß, wie undankbar cs sei. Verkündern einer der sympathischsten Botschaften so brutal an den Leib zu rücken. Dienstag hatte ich wieder einen Streit auszuscchteu. Ich weiß gar nicht, wie es kam. aber wenn ich ehrlich sein soll, muß ich bekennen, daß ich nicht so siegreich war wie tags zuvor. Am Dienstag holte also der teedürstende Flüchtling vorn Montag seinen Besuch nach, und ich machte ihm ernstgemeinte Vorwürfe über seine Vcrstäuduislosigleit Hausjraneutugcudcu gegenüber. Hätte ich doch nur nicht dainit begonnen. Auf einmal legte er los. „Was? Ich und verständnislos. Dabei ärgere ich mich schon seit Jahren über die Phantasielosigk'eit eurer Künste. Wenn mau das überhaupt Künste nennen kann. Anstatt beim Kochen zu dichten, sagt ihr Gedichte auf, die ihr in der Schule gelernt habt. Ewig dieselben. Gänsebraten mit Rotkohl, Spinat mit Spiegelei, Ouark unlösbar mit Schnittlauch verbunden. Warum haben Sie nicht einmal den Mut. die Gans vor dem Braten ein ganz wenig mit Knoblauch einzurciben und sie innen mit roher Ananas zu füllen? Scheint Ihnen das zu frivol? Dann, fdjmuvcn Sie bitte einige Tomaten nüt und füllen Sie die Gans mit einigen Sellcriescheiben. Jeder Mann behauptet. daß ausgekochtes Rindfleisch nach nichts schmecke. Natürlich schmeckt es nach nichts. Also zaubern Tie! Schneiden Sie dicke Scheiben, die Sie gut panieren und rasch ausbraten. Dazu reichen Sie eine dickbreiige Tomatentrinke ohne Mehl. in die kurz vor dem Servieren fünf bis sechs zerkleinerte Walnußkerne kommen. Haben Sie schon jemals daran gedacht, daß Sie aus jedem Fleischrest mit Sellerie, Kartoffeln. Tomaten und Sardellen einen herrlichen Fleischsalat hexen können? Las Ganze übersäen Sie danik nüt geriebenem, rrchem Blumrn. kohl, und vergessen Sie nicht die Regel: Gib tzsgg wie ein Geiziger. Salz wie ein Weiser, Pstsser wir ein Mißtrauischer. Zucker wie ein Philosoph und Oel wie ein Verschwender, und menge ihn wie ein Narr. Ach. meine Berehrteste, wenn Männer erst zugelassen würden, am Kochherd zu stehen, dann 'wäre daS Leben erst wert, gelebt zn werde», dann ..." . dann sähen wir alle wie von Rubens gemalt aus. Und ich schwöre Ihnen bei meiner Schlankheit, Sie größenwahnsinniger Gänsebratenpoct, daß ich zwar von mm an wie ein Narr den Salat mischen werde, nie und nimmer aber Narr genug sein werde. Ihnen meine Rechte in der Küche abzutreten." Am Donnerstag besuchte mich Pehudi Atenuhin. — machen Sie nicht so ein ungläubiges Gesicht. — Zehudi Memchin war wirtlich bei mir. grammo« phonplattcndünn allerdings; aber Punkt halb neu» lkhr abends setzte er bei mir, in meinem Wob», zimmer, den Geigenbogen an, und spielte d,e Bcethovcnscl)e Sonate in D-dur. Ten drillen Sap mußte er mir einige Male wiederholen. Ich konnte lnich nicht satt hören. Hubert Giesen saß am Klavier. Ich tveiß nicht, wie Hubert Giesen anssieht, ich weiß es auch nicht ganz genau von chehudi Memchin. Die Bilder, die ich in Zeitschriften von ihm sah, sind mir unscharf in Erinnerung. Aber als ich die beiden spielen hörte, sal) ich zwei übermütige Knaben vor mir, die sich lachend uiid jubelnd einen hohen Berg hiuaufjagteu. Oben umanutcu sie die Wollen, steckten ihre Köpfe zwischen die Himmelsplanken, pflückten drei seufzende Früh« lingsblüten von den Bäumen der Sehnsucht imd warfen sie einem süßen Mädchen zu, das auf einem rosa Watteivölkchen saß. Das Mädchen senkte den Blick und band sich die Blüten ins Haar, den Knaben stieg das Blut ins Herz. Sic ivaren ganz verlegen. Atemlos zogen sie die Köpfe zurück. Tas Mädchen aber steckte sein Näsckien iivch einige Male verträunit schnuppernd in die bujleiibcit Blüten der Sehusuchtsbäumc hinein. jjsty, der Ga Es gibt viele äußere Dinge im Leben, die zu uns gehören, die im Laufe der Jahre mit uns verwachsen, mit jedem unserer Seufzer, mit jeder unserer Hoffnungen. Bei manchen ist es eine kleine Schale, bei andereir ein Bttch oder vielleicht irgendein Schmuckstück, ein Ring, eine Nadel. Nicht irgendein kostbarer Ring, der eine Kapitalsanlage bedeutet, wie es in frühereil Jahren üblich war, sondern ein handgearbeiteter, einer, der etwas von unserer Persönlichkeit in eitlem Punkt anssängt und sammelt. Längst hat der Schmuck sein anspruchsvolles Wesen verloren. Wer besitzt noch Juwelen? Welche Braut bekommt noch einen Brillantring zur Verlobung. und welcher Mann eine Perlnadel? Sv, ivie alle Formen des Lebend, die starr geworden sind, denen weichen, die nicht mehr sein wollen als ein Ausdruck des Inneren, so vor allem der Schmuck, den man sich ohne persönliche Note nicht mehr denken kann. Auch er hat feine Zeit und sein Gesicht. Zeiten, in denen er Pracht und Glanz liebte, wechselten mit solchen, in denen man mit falschen Steinen den Glanz Vortäuschen n'otlte — und heute endlich ist cS soweit, daß nicht das Material den Ausschlag gibt, sondern die Arbeit. Man will etwas Einmaliges haben, etwas Eigenes. Hier ist es. wo das Gebiet der Goldschmiedin beginnt. Mit Staunen und Verwunderung muß der Laie erkennen, wie geheimnisvoll sich diese Welt ausnimmt, zahlreich die Werkzeuge, vielfältig die Art der Entstehung, reichhaltig die Werkstatt. Es ist doch etwas anderes, mit den edelsten Materialien unserer Erde zu arbeiten; sie sind anspruchsvoll und schwierig, ihren bestimmten Gesetzen unterworfen. Mail nennt es Natur; aber vielleicht ist es allch hier Schicksal? Wenn ans altem Granatschmuck Manschettenknöpfe entstehen, wenn aus einem Trauring ein moderner Allhänger wird, eine alte He'rrenuhrkette in eine moderne umgewandelt ivird, wenn überhaupt die besondere Ausgabe der Goldschmiedin baranf beruht, das alte Material einzuschmelzen, um ihm. eiile neue Form zik geben — muß man in dem Wandel der Tinge die Unzerstörbarkeit des Materials staunend betrachteil, das die Generationen überlebt. Ich halte eine winzige Goldplatte in der Hand, wie man sie von der Scheideanstalt bezieht. Ihr Wert beträgt 70 RM. Dann lvieder betrachte ich den seinen Silberdraht und kann talun glauben, daß die seingliedrige Kette iu der Vitrine, mit Korallen verziert, diesem Draht feine Entstehung verdankt, nun ein einzigartiges und kostbares Gebilde! Wie konnten sic entstehen? lieber der Werkstatt der Goldschmiedin liegt noch ein Abglanz der geheimnisvollen Laboratorien der Goldsucher und Philosophen des Mittelalters. Diese erstaunliche Auswahl feiner und feinster Werkzeuge, des an die Gasleitung angeschlojsenen Lötrohrs, der tleinitcii Gewichte, der Chemikalien, alle diese Sägen, Feilen, Zangeil, Hammer, Bohrer! Wer ahnt etlvas von deiil nnlndersamen Sprachschatz, den seltsameil Namen, die die Welt des Goldschmieds erfüllen? Er sitzt an seinem Tisch,, „Brett" geilanilt, um zn arbeiten. Seine Arbeitsstelle ist der „Feilnagel", ein Borsprliilg des Tisches, sein eigentliches „Hertz'. Das Fell (ein Leder) fängt die „Feilmlg" ans. Mit der „Raumsehale" samnlelt man die feinen Reste, die au Hand und Kleidung hängen bleiben; mail fegt „das Gekrätz" von der Erde, um es dann, nach Legierungen streng^gefondert, in die Büchse zn tun. Abfall von Silber, vor allem von Gold, bedeutet Verlust, wenn man ihn nicht lvieder einschmelzen kann. Sparsam arbeiten ist daher die Voraussetzung dieses Berufes. Anregend etwa lvie ein Jo-Iv ist die Handhabung des Drellt. eines Bohrers, der noch im Orient benutzt wird und bei beit ägyptischen Funden sich als altbekanntes Werkzeug herausstellte. Zicheifen unb Walzen, mn den Draht und die Metallplatten dümler zll machen. Amboß nild Zirkel, die Kittkugel zum Befestigen der Arbeitsstücke, die graviert lverden sollen, das ist mehr noch als Werkstattarbeit, das ist wirkliches Kunstschaffen. Handgeschicklichkeit allein genügt nicht; denn ailch zeichnerische Begabung ist notwclldig, um Entwürfe, nicht immer bis zuletzt allsgezeichnet, frei übertragen zn können oder mit freien Entivürfen wirkliche und unvergängliche Kunstwerte zu schaffen. .In ihrer Ausbildungszeit milß fick) die Laiiu entscheiden, ob sie Gold- oder Silbersch mied iu lverden will. Die Goldschmiedin stellt Schmuck, die Silberschmiedin Gefäße her. Beides 31t können, ist natürlich ein Vorzugnbcrjrtn.11 mn); wissen, daß die Hämmer des Silberschmieds teilweise sehr schwer I« handhaben sind, daß die Bearbeitung der Gefäße solchen Lärm macht, daß man sie niemals im Privathaus vornehmen könnte. . Handgearbeitete Gefäße gehören in dm moderne Wohnnngsknltnr. Die Gespreiztheit und Verlogenheit von Gcbrauelisgegenftänden ist eine Überwundene Epoche. Das starke Ge? fiihl der Vcrautlvortuug. das iu diese Fest der Läuterung und Selbstbesinnung gehört, muß auch Kunst und Werkstatt durchdringen. Gold- und Silberschmied gehören zu ihren Pionieren. Die Brücke, die vom Notwendigen zum Schönen führt, trägt nicht jeden! Ta-.' Zlveckvvlle durch Schönheit über sich selbst zu erheben und das Schölle zweckvoll zu machen, ist die Ausgabe dieses Kuilstzweigcs, die zu lösen nicht immer leicht ist. Meta Samson (rin Arbeit1 j pch neuen; (y.j bet j fiovcii Hin ) ,j>end al S iiun-nl, oe : i psuüwen ' 1 cnezen " ch icirten m „! ihr tristen J r>ov K,mw h tarnt.!m' si'hunsten? <: web. m m ch Di'» Unter! chwmuH; i (men R>" f i tat, in i i | iViitmitK ' 1 feilt Ge so 1 emmdbree;•) ncknner,! J w.dsitiuüüi 1 fand, bet , j Arbeitsdie s vcttloo io. : j ewm.niget 1 bao ubrigt .! In ein \ sbachwol! i jilHv Bott 7r. Tgen ' i licken reck ' j sch der O - ■! eitten BK gangen ii lato für d; : itülicuil'l! i s jdien fiel wenn sie . ch I ch -an wegen ni- Weeden i dieser Fr Ar. 7 m behandelt in Ar. 1 Stell nng. Wie d Frage de tönne, d> staininims clirenhns! mnvaltsch ans Grur eigene» Ü unrichtig, Metzes, fc!Kt'd)t z»r gewichrl. führt in des aus-. laufen, ßände inchlari NblUlg ihnen g — lei' scheiden Zu, füln Zeichui» sondere besonde tzieht c gäbe» wird, von de beabsicl bie^ri mehr deren sind. 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