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Central-Verein-Zeitung · 1934-04-05 · 14 (5.4.1934) · page 10

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
14 (5.4.1934)
Date
1934-04-05
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Philosophie, Lichtung, ErbauungZschriften, Liturgie usw. So einzigartig ist das Dasein und geistige Leben Israels aus dieses eine Buch gegriindet. Eine absolute Autorität kann allerdings kein Vorgänger beanspruchen, denn eine bis zur ersten Niederschrift zurückgehende, lückenlose, fehlerfreie, von Zeitströmungen unbeeinflußte exegetische Tradition gibt es nicht. Tie Literatur über Genesis und Pentateuch istunermeßlich, und kein Mensch.wird olles kennen. Was mir zugänglich war, habe ich geprüft, vieles konnte ich nicht erlangen, noch viel, mehr wird mir entgangen sein. Wenn dieser Kommentar Erklärungen widerspricht, die ich selbst in früheren Arbeiten gegeben habe, zum Beispiel meinem J905 erschienenen „Pentateuch" oder der Untersuchung „Tuellenscheidung und Exegese" vom Jahre iüir> und anderen Arbeiten, so versteht sich, daß er sie aus einer seitdem gewonnenen,' vertieften Erkenntnis berichtigen soll. Hier und da habe ich auch Säße aus meinen seit )W.z in der Zweimonatsschrift „Ter Morgen" abgedruckten populärwissenschaftlichen „Einführungen in das erste Buch Mose" übernehmen können (zu Kapitel 38 einen längeren Abschnitt). Tie llebersetzung steht im Einklang mit dem zwinmentar, will also nicht mit der: bewundernswerten Verdeutschung von Buber- Nosenzweig sprachlich wetteifern. Uebernommen habe ich von ihr besonders die Wiedergabe des Gvttesnainens durch ER, wenn nicht der Kommentar die Umschreibung durch die Buchstaben I-h-w-h forderte. Seine Entstehung verdankt dieser Kommentar der Anregung von Franz Nosenzwcig,.dem zum Schmerze seiner Freunde und Verehrer allzufrüh dahingeschiedencn genialen jüdischen Denker und Künder. Ohne sein beständiges Drängen und seinen ermutigenden Glauben an meine Eignung hätte ich nicht cininal angefangen. Freilich war das, was er ursprünglich wollte, viel bescheidener. Er wünschte sich einen populären, modernen Kommentar zur hebräischen Bibel oder wenigstens zur Tora für die jüdische Gemeinde, der unserem Gcschlcchtc denselben Treust leisten sollte wie dem vorigen Jahrhundert etwa das treffliche Werk von Hcrrheirner. Aber damit konnte ich mich nicht befreunden. Was mir für unsere Zeit dringend notwendig schien, war ein wissenschaftlicher, unabhängiger jüdischer Kommentar, der von unserer Gemeinschaft. die-Beschämung nehmen sollte, zur wissenschaftlichen Belehrung über ihr eigenstes und heiligstes Brich nur aus christliche Kommentare angewiesen zu sein, der einen neuen Weg zu denr Studium der Tora zeigen.sollte/die „unser Leben und die Tauer unserer Tage" ist. Davon stieß sich denn and) mein Freund rasch überzeugen, wenngleich dies bedeutete, daß ganz von vorne anzufangcn war und ich eine vieljährige entsagungsvolle Arbeit aus mich zu nehmen hatte, sollte diese Ausgabe auch nur für das erste Buch gelöst werden. Torrn ein arbeitsreiches Amt Netz nur dazu nur Mußestunden übrig, bis ich frei geworden mich in den letzten Jahren diesem Werke mit aller Kraft widmen konnte. Ter Kommentar hat also auch immer den „ungelehrten" Leser im Auge. Das erste Brich der Tora ist die Griindleguiig der Geschichte Israels und seiner Religion. Beides versteht uian nicht, wenn man nicht zu diesem Anfang. Zurückgeht. Das Judentum und das. jüdische Volk verstehen sich selbst nicht, rveiin sie nicht ihre Ursprünge verstehen. Ter Jude hat die Pflicht, arrs der Quelle 31t schöpfen, das heißt seine Bibel, im Urtext zu studieren. Übersetzungen und Kommentare sollen und können dazu nur Helsen öederaüend mU alten Freunden Lieber Gottfried! . . . Beinahe hätte ich vergessen. Dir zu schreiden. daß ich noch nie einen so schönen Lederabend verlebt habe wie dieses Jahr, rmd zwar in der Gemeinschaft des früheren LB-Klubheims für jüdische Werktätige, von dein ich Dir schon so oft erzählt habe. Es Mb eine ausgc . . .. nein, ich muß Dir der Reihe nach berichten: an der Tür empfing mich der Heunvatcr, den ich trotz seines polternden Wesens noch in bester Erinnerung hatte. In einem großen, wohnlich eingerichteten Znnmer waren drei Tische — es nahinen etwa 60 Personen an dein Abend teil — in Huseiscnform festlich gedeckt. Obwohl sogar Tischkarten gelegt waren, setzte sich doch fast jeder zu dcrn. der ihm „noch sympathischer" Einer der ältesien Heimbesucher briete vor. Er schien mächtigen Hunger zu haben; denn er schlug eiu derartiges Tempo au. daß ich nur mit Mühe folgen konnte. Ta wirkte das „Mal; nischtanoh" wie eine erholsame Atempause. Ich mußte daran denken, wie für mich fvüljer der Lederavend erst ansing, schon zu werden, ivenn ich das Anssagen des „Mah nischtanoh" hinter mir hatte. Ter Bvrbeter führte uns geivissenh'aft durch die „neun Plagen" und das „Rote Meer" dem Sinai in Gestalt eines schmackhafte», reichhaltigen Essens zu. das uns, durch den langen Marsch ermüdet, ansgezeichriet schmeckte. Ter Mein, der an Güte und Menge liicht hinter dem Menü zurückstaud, tat sein übriges, um die Stimmung zu erhöhen, Fast hätte ich Dir zwei Reden unterschlagen: in der einen dankte der Heimvakcr allen, die sich um das Gelingen d."8 Abends verdient gemacht hatten, in der andere,! wies der Heimleiter aus die besondere Bedeutnng dieses Sederabciids hin. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß trotz des Fehlens eines offiziellen -Heims sich die alten Freunde in gewohnter Anhänglichkeit eiiigefnnden hatten, um den Sede.rabend. der sie wie eine große sstunilie vereinte, nach überlieferter Art würdig zu begehen. Ich möchte Dich aber nicht zu lange mit der Micderflobe der Reden guälen: denn der Verlaus des Abends. wird Tick) bestimint mehr interessieren. Sicherlich weißt Tn noch, daß der Hcmplteil der Gebete nach dem Essen in geineinsamcu Gesängen besteht.^ Obwohl es manchmal am Lesen des Hebräisch» inangelle, sangen wir doch alles tapfer durch bis zum Schluß. . Mit der bekannten und sinnvollen Erzählung von, „Lämmchen" klang der offizielle Teil des Lederabends ans. Mir blieben noch lange Zeit gemütlich beieinander. .Tu kannst Tir denken, daß es, da.man sich leider nur an den Feiertagen sieht, immer eine Al enge zu erzählen gibt. Ich wünsche nur — und ich glaube: mit mir alle Heimbesucher wünschen das gleiche —, daß wir recht bald wieder ein eigenes E.-V.-Heim haben . . . Es war schwe, daß Tu den Abend nicht miterleben konntest. Teine Eve H. Vater, über Wolken hoch, Wolltest dich erbarmen doch, . Gott, im reinsten Gnadenschein, Wollest dicli erbarmen rpein. Ich bin müde, ach, ich falle, Musst , michhalten, Himmelsherr, . Dass mein Lied.zum Segen schalle, ... Wer muss segnen, Vater,' wer? Wollest mich nicht fürder prüfen, . . Ich bin schwach, ein Blatt im Wind,.. Deiner Rettung Boten schliefen Schon zu lange für dein Kind. Muss ich fallen und vergehen? Herr, ich kann dich nicht verstehen.. Mola. Lttuscr. Es war ein sehr guter Gedanke des Vereins für jüdische Museen in Bayern e. V.. .eine Mander- - aussteilnng Purim—Pessach zu veranstalten. Tie- - Ausstellung hat Stücke ans dem eigenen Besitz des Vereins .sowie Leihgaben aus PritxUbesitz bisher in Rürnberg. Bamberg. Augsburg und Alünchcn ’ gezeigt. Weitere Gemeinden des Landes sollen' demnächst besucht werden. Tie Ausstellung zeigt ■ in ansprechender Zusammenstellung ungefähr hundert Einzelstücke, die mit der Feier der beiden Feste in Zusammenhang stehen, Esterrollen in der verschiedensten Ansführnng. darunter einige besonders schöne italienische Pessach-Haggaden aus älterer und neuerer Zeit, einen vollständigen Ledertisch und sehr viele Einzelgeräte ans Silber, Zinn, Glas und noch manches andere inehr. Tie mciftett der künstlerisch - ioertvollen Stücke stammen ans dem 17. und 18. Jahrhundert und geben ein lebhaftes Bild von der Erfillltheit des alten jüdischen Hauses mit jüdischem Leben, an der der Betrachter von heute nicht nur seine künstlerische Freude haben, sondern die er sich auch zur innerlichen Megweisung dienen lassen soll. An die Betrachtung mancher Einzelstücke kann man kulturgeschichtliche lleberlegnngen slillritischer Art anschließen. Sy mag es Für den Besucher, der aufmerksam die verschiedenen alten Illustrationen zur 'Msach-Haggada cmneht. anffallen, wie deutlich man fast in jedem Falle unterscheiden kanü. ob der, Künstler jener Zeit ein Jude oder ein Richtjude gewesen ist. Im Tuktus der Schriftzeichen, in der Anordnung der-Figuren im Schriftbild und außerhalb des Schriftbijdes, in der mcl)r oder »ander großen.Vertrautheit mit den jüdischen' Gebräuchen, die in der Darstellung zum Ausdruckkommensollen. zeigte -sich, welcher Herkunft diese - oder jene IUnstraiion zuznschreiben ist.- Es wäre,. ein reizvollesKapitel knnstgeschichtlicher Tarstellimg. die ins Kulturgeschichtliche ausgeweitet ist, an diesen und ähnlichen Beispielen die enge Verlmndeuheit. des. Schaffens in. der jüdischen Kleinkunst alter Zeiten mit der Kunst,ibnng der nicht jüdischen Umwell darznstetlen.- , Mie Inden lmrocke Slilelemente ans dieser. Umwelt entnvnunen haben, umin sie die biblischen Meisen und die ägyptischen Wüteriche, den Hamann und die Ester zu" kleiden, so hat ans der anderen Seite das Bildergut der jüdischen Ileberlieferung christliche Kunsthandwerker in ihrer Arbeit angeregt. Mir haben hier in der bildenden Kunst, die sich an den Gegenständen von Purim und Pessach versucht hat,, die gleiche Erscheinung vor uns wie beispielsweise m Ser Her. kunft der beliebten Melodie des Chanukkah-LiedcS -Moos .-zur" - ans - altdeutschem- .vollliedhastcu Put. ' ' Es wäre sehr wünschenswert, n>cmt die Ansftethmfl in möglichst vielen kleineren und nüttlcmi . Gemeinden gezIgt werden könnte. damit , bei den zerstreut lebendcn-Iuden das Gefühl, des jübtfdjcu Zusammenhangs, dessen sie so sehr-bedürfen, ge- - stärkt wird..'-Einer.chigekiindigten weiteren,Ausstellung ans den: reichen Besitz des Vereins snr lüdische Miiseen in Bayern wird mau dann überall mit freudiger Erwartung cntgegenschen. - c. ' Sine konMrial-'GrMdMg -, ■ not‘125 3ß|S2ii , Im ersten Drittel des März waren 127» Jahre seit der Begründung des allerdings nicht langlebigen Krefelder Konsistoriinns verflossen. Am 17. März 1808-erschien die kaiserlich - napolevnische Verordnung. durch welche dieBildung vonKonsistorialbezir. ken bestimmt ivnrde. Auch das damals , noch kleine Krefeld sollte^itz eines indischen Berlvaltlingsgebictes werden. Ein Jahr daiierte es. bis die Vorarbeiten erledigt wären. Am 1. 'Marz 1809 tratcu die Roiabelu zusamnieii, die zur Einrickstmig des Verwaltuugs-, lörpcrs uiid zur Mahl eines Grand-Ral'in.' eines OberrabbiuerS, beruseii ivaren, llü Geineintevertretei: crsck-.ieneii, alle, wie .es in der Bibel einmal heißt, „Bernsene ihrer Gemeinschaft". Ter ^rste Tag ihrer Bcralniigeii war osjeiibar der Abgrenzung der Konsistorialbezirle gewidinet. Er erstreckte sich ans deutsche Und. belgische' Gebiete. .Am zlveiten Tag erfolgte die Aameiigebiing der Herren Abgeordneten. Tabei ergab sich, daß 1? von. ihnen bereits seststehenW Familieiinainenarisweisen kminten. Tie anderen mußten sich die künftigen Danerbemennimgen erst anssilchen. Eirrigen wollte die Anszeiehnimg in dentscher oder in Latciiischrist nicht gelingen. Eie nnlßten such der jüdischen Kurrentschrift bedienen. Zivei der Rolabeln ivaren in keinerlei Schrift beivmidert. Sie „strichelteui" ihrennenerworbenen Allunen nur unter die anitlicst' .Bekundung. Am 8. Btärz crsolgtedie Mahl des ersten Konsistorialrabbiners. Lob Earlbnrg, damals in Bonn ansässig, erhielt die Stimmen der Ai'ehrheit. Ter Vorsitzende der Versamnilmig. Isaac Vteyer ans Krefeld, bezeichnete den R'engcivählten auf Grund seiner Ansli'mste als ,,'hommc distingwe par ses luniiercs et respoclablo par so» caraclero“. In der Anzeigean dos Zcntralkonsistorinm in Paris nannte er ihn „bonnne d'un rare inerite, qui fera Honneur ä Israel". — Ter so im voraus Gepriesene, kr sein Lebelmig Junggeselle geblieben -ist hat diesen Erivartimgen reichlich entsprochen. Als seine wescnklichste» Aufgaben nannte ks. Konsistc,ri>mi in einem Erlaß an die „Brüder", sie zu einem strerig tadellosen Wandel und zur Uedung nützlick)ew- Gerverbeanzeihalteli neid sie mit dem Willen zu-erfüllen, für -Herrscher und Hei m a t z» kit m pse n.- . ' .. - - v- Das iume Berwaltniigsgebilde hatte mit viel Schioierigkeiten zu -tnmpfen. Bevor .es ins rewle Geleise. cinsahrcn konnte, zerbrach die französische Herrschaft über dentsck.e Gebiete undmit ihr die junge Konsistorialherrlichkeit am Aiederrhein. Tie- Zngehvrigkeit znm Nabbinatsbezirk kner-le längn-, bis dann auch eine Genicinde nach der anderen absplitterte,-und .der Lkrrabbiner schließlich nur noch seine Krefeldcr Gemeiicd« zu betreuen hatte. Lob Earlbnrg. d e n d i e g e s a m t c B e v ö l k e r u n g wie ein e n K i r ch 0 n f ü r st cn eh rte, starb vor nahezu 100 Jahren. S. Andorn (Krel'cid) -?lls.ztt Anfang-des vorigen-Jahrhunderts die Männer der ersten emanzipierten Gene- - ration eine neue - Erkenntnis nird einen geklärten Begriff vom Judcmtum forderten, taten sie das, um das Judentum und das jüdische Bewußtsein ans solche Weise zn -sichern. '?lber zu solcher Sicherung kam es nie. Die Einsicht vom Jrrdentrim ging zu sehr die Wandlungen des Zeitbewußtseins mit. Die Idee vorn Judentum stand nie fest, sie mußte ja ans dem Laufenden gehalten werden. Mutzen'wir also die Zeit, in der die Meinrln'gcn und Ueberzerrgnngen der Welt gegeneinander' stehen und keine so stark ist, daß sie nns verlocken könnte, um uns eine starke und unmittelbare sichere Kenntnis des Jüdischen ans den'Duellen des Judentums zu verschaffen. Ost'it ihr werden wir zur Prüfung vor die Weltgeschichte treten können, wenn das Gegeneinander der Stiinmen einmal bc- .-ruhigcudcr Klarheit Platz gemacht hat. Bis dahin wird sich der, welcher ohne solche. Betätigung schwach und zweifelnd ist ülnd die Einheit des eigenen Belmcßtseins mit dem weltgeschichtlichen immer parat haben 'muß, mit dem großen deutschen Historiker Nanle sagen dürfen, daß alles Lebende ein Gedanke Gottes ist. Ebusuud. Zranttml n. an. Tie Wege der dem Kulturleben der Juden in Frankfurt dienenden Institutionen überschneiden sich insofern, als sich die bereits bestehenden: das „I n d i s ch e L c h r h a u *5" und die „G 0 s e l l - s ch a f t für j ü d l s ch e B a l k s b i l d u n g" neben der ■ Verbreitung von GeisteSwissenschaften neuerdings mich künsilerischo Ziele gesetzt haben. Es ist daher zu begrüßen, wenn der nunmehr konstitu- ' irrte Kulturbund Rhein—Main nach Möglichkeit ein gemeinsames Vorgehen anbahnt. Aus dieser verbreitertery Basis stand , eine Vorlesung Professor Martin V u b e r s. Gedichte und epische oder dramatische Bruchstückeans Merken ' von Vlombart, Else Last'er-Schüler, Mnrscll. Mastermann. Kafka, Bnber. Beer-Hvfinann und Lridlvig Strauß ließ der Vortragende, fernab vom Stil bernssnmßiger Rezitatoren, aber dabei sprechtechnisch vollendet, mit höchster Eindringlichkeit vor. der Hörerschaft erstehen. Erhöht wurde die rveihevollc Stiuunung durch gepflegte Kammermusik, deren Interpreten Rudolf Bergmann lBiolure), Theo A a t n e r (Bratsche) und Grete Lach m a n n (Cello) waren. Als eine „Vorbereitung ans das Pessachsest" bezeichnete die Gesellschaft für jüdische Volksbildung einen Abeud, dessen nmsikalischer Teil der nengegründeten Jüdischen sthorvereinignng zusiel. Tic schon jetzt stattlich angewochseue Sängerschar brachte kleinere Chorwerke von Haydn, Mendelssohn und Schubert müer der stillundigen und beschwingten Leitimg Tr. Rathaic Ehrenreichs zu wirkungsvoller Tarstellimg. Zlvei stiunnbegabte Solistinnen, Else H 0 f m a n n (Sopran) und Paula L e v i (Alt), nahmen mit Recht an dem künstlerischen Erfolg teil. Eine Ansprache des neuen Rabbiners der Hanptgemeinde. Tr. Ludwig M e h l e r , welche die Messiasidee des Judentums fesselnd anSdentete, gab der Beranstallnng nach den religiösen Seite hin das Relief. A. H—c. Mannheim Bei der stark besuchten Seniester-Lchlußseicr des Jüdischen L e h r h a u s e s (Atannheim) iiileressiertcn vor allem Zwei musikalische Erstanfsührnngen. Ncan hörte drei stinunungsreiche Sasie ans „Lakol Seman". einer thematisch sesselnden Mlisik für Streichiristrnmeiite von Joseph Levi. Das Streichguartett der Instriimentalgemeinschast (Leiie S i n z h e i m c r, Selma Händler. Albert Levi und Fritz L i e b h 0 l d) spielte sie derart hingebcnd, daß auch der anwesende Komponist für den Beifall danken konnte. Besonderem Interesse begegnete „Tas Lied vom verlorenen Glück" ans der Dichtung „Hiob" von Mar G r ü n e w a l d, das Kailtor Julius Krämer (Heidelberg) für eine Lingstiinme mit Orchester vertont hat. Vllt einem schwermütigen Thciiia der Lolovioline einsetzend, hat Krämer für die Tichtiing eine Melodie von ergreifender Innerlichkeit gefuiiden. Don ihm selbst voll Beseelung, wenn auch infolge einer kleineu Indisposition stimmlich etwas zurückhaltend gesungen, brachte Mar Sinzheimcr mit seiner Jnstruinentalgerneinschast auch den orchestralen Teil zu wirksamer Geltung. - Rachhaltigen Eindruck hinterließ der „Chor der Heiumtlosen", ebenfalls n>!s Grünewaldö „Hiob", den die neue chvrische Arbeitsgemeinschaft 'unter Franz Oppcnheim e r mitreißend gestaltete. Vlittelpuukt des Abends lvar die Ansprache von Professor Tr. Billig h e i m e r . der eiu lebensvolles Bild von der umfassenden Arbeit-des Lehrhauses gab. 80. - Freiburg i.Br. Tas letzte Abonnenreiitskonzert. das 8en Höhe- Punkt der Veranstaltungen des Freiburger Iüdischeu Lehrhanses bildete,, war ein Lieder, und Arienabcnd mit hervorragenden Gästen aus Frankfurt, Benno Ziegler, Rolf Sander und Tr. Willi S a l v m a n (Begleitung).- Tie' Fülle und Wärme des Zieglerschcii Baritons, der' klare und glänzende Tenor Saliders. die Piustkalität des Vortrags, die beide eiirzelii und in Tnetten zeigten, nicht ziiletzt die reise Kunst Tr. Salomons am Flügel, erweckte bei den Hörern spontane Begeisterung. Ans dem schön gcivählten Programm seien die reizvollen Lieder von Schalit (r:ach Tcrtcn von 'Jehnda Halevi) hervorgchoben. MÜNÄtN Im Museninssaal veranstaltete der Iüdisc Kiiltnrlumd in Bayern einen Liederabend n Lotte Le 0 nar d. Tic große Künstlerin vcrstu r Vük anfänglicher Indisposition, ihre Hon schaft vom ersten Atemzug an in Bann zu halte So offenbart alles, was sic schenkt, echte St größe. Tainit paart sich die mühelose- Herrsch, liber ein leuchtendes, schlackenfreies Organ, das rerchoin Ataße Wärme und Glanz spendet. E wteressantes Programm. da8 von alten Meiste des 1ä bis 17. Jahrhunderts zu Schumann, Lck bert, Glistav Mahler und Hligo Wolf führte, wa m all seinen Teilen znm beglückenden Erleb» An dein begeisterten Beifall, der der Künstler zn toll wurde, durfte mit Recht auch ihr trcsflicl Boglerter Otto Lehurann partizipieren. Leit kann nrcht verschtviogcn werden, daß der Best dieter Beranstaltrmg zu nuinschen übrig ließ: gibt offenbar noch Kreise, die die Bedeutimg t Jüdischen Kulturbundes noch nicht genügend > kannt. oder — etwa gar schon wieder vergcss haben. Jedenfalls möge sich die Leitung des Bi deb '.von Ihrem' verdienstlichen,' ernsten -Streb nicht abbrrngcn lassem - . ' As- Hamburg K a r l am ü Her (Gesang) und L 0 t t e Ai ü l - ler (Rezitation), Töchter des Soldasemualers Kart Riüllcr. nurkteu .kürzlich in einem Konzert. Tie Sängerin, anfangs leicht befangen, übcnvand dir schnarche bald und konnte ihre oorirefslich ausgebildete Stimme, die nicht durch -Kraft und Fülle blendet, aber voll Anmut und Reiz ist. zu voller (Hllfaltung bringen. Ter Vortrag bestrickt durch kluge Interpretierung uuö Schlichtheit. Schumann. Brahms. Müller-Hartniaun, Minternitz und Vtarr kamenzu Wort. Das -reizende „Leise kliiustlarei'' (aus den Falterliedern) in der Bertommg von Minternitz mußte wiederholt werden'. Lotte Müller sprach das Riärcizen von: Andersen „Tie Rachtigall . das Ainternitz so charakteristisch musikalisch untermalt hat. Es ist ein eigen Taug um solche Tarlstetlunz. die den Klalig des Flügels mit dem kr Sprechstinnne mischt. Es bedarf großer Sicherheit und kultivierteic Geschmacks, um hier nicht zu scheitern. Tie junge Künstlerin, die von sehr guter Sprechtechnik.müerstützt >oird, darf die A.nerHnmmg cntgegennehuwn, daß sie mühelos die Schlvierigkeiten überivand. Ein licbenslvürdiger Humor blickt auch bei ihr hie rmd da hervor; es ist nicht verwunderlich. das; beide Schwestern starten Beifall hatten. Werner Jürgen-Singers Begleitung >oar. ich mochte sagen: etwas reichlich dramatisch belebt; musitalisch zeigte sie sich dezent und zeugte von reinem künstlerischen Empfinden. Warum sind die Ramen der Dichter in; Progranun verheimlicht worden^ .Kloinuuin. Erfurt Tie Eefallenen-Gedenkfewr der Gemeinde, ist deren Mittelpunkt die Ansprache^ des Kantors S ch a ch e r stand, toar mnrahmt von feierlich' ernstem Orgelspiel und erhielt eine besondere Roste durch die Mittvirkung des Opernsängech Ennl Fischer vom Ratioualtheater Weimar, der zwei Häudcl-Aricn lvirksam zu Gehör brach. -- Eine Feierstunde künstlerischen Gemrsse-st bvc das Mendelssohu-Trio, Leipzig. Außer je emcm -crio von Schubert und Ttchaikowski brachE» Konzertmeister Leo Schwär; .und Prosechm Afrem Ki n k u l l i n Sokovorträge für Vmlme und Violoncello in meisterhafter Vollendung. Ihnen und der .Begleiterin,-Hella Eh i t r i k, mst auch den Klavierpart der Trios betreute, spendet diedankbare und begeisterte Zuhörerschaft lcG hasten;Beifall. . - . C. H. &

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