Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1934-03-29 · 13 (29.3.1934) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
13 (29.3.1934)
Date
1934-03-29
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2277379-2278044-2278057--08463-2289470
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

nritocnMß nber mtdi nur ^nrdmiifjifl ift, einen oprudi in j^oi'm eines Verditts 311 fällen; zum Beispiel infolge.von Tifserenzen. die durch Memnngsvcwscstiedenheiten über Abgreilzimg der Arbeitsgebiete oder durch Beanstandung van Werbnngsmc'thodi'n entstehen. In diesen: Fall stellt die. Sehlichtungsstdle fest, ab die beanstandete Maßnahme erfolgen darf oder nicht, eventuell auch, was Positiv zu geschehen hat. Antragsbereehtigt ist für dieses Bcrfahren iede jüdische Stelle, die sich durch das Verhalten einer anderen Stelle betroffen fühlt. Sehlichtnngsansschnß ist der Präsidial-- ausschns; der Reichsvertretung, soweit er nicht örtliche Stellen beauftragt. Tie Stellung des Präsidenten der Reickzsvertretung erfordert, das; seine Person außcrhalb des Schlichtungsverfahrens bleibt. Tie Schlichtungsstelle hat in jedem Fall darüber zn entscheiden, ob ihre Entscheidung in der jüdischen Presse veröffentlicht werden soll. Illeber die Bedeutung der Schlichtungsftclle als einem der Grundske'me der jüdifd>en Gemeinschaft schreibt Dr. A. H. in dem März-Heft der Monatsschrift „Der Morgen": Mancher mag leise bedauern, das; eine solche sichtbare Bannnng von Juden aus der jüdisch-verantwortlichen Sphäre nicht scholl irüher möglich gewesen ist, um dadurch Schänder des jüdischen Ramens ilach austeil lstn als schädliche Einlclgäilger zu charatterisiereu. Was aber damals, als nod) Indi vidllum liild Individuum, Individuum Mld Staat sich in einer Art privater Sphäre gegenüberstaudeu, zu Pliarisäernnn uild philiströser Splitrerrichterei llätte führen lönnen. ist heute eine mlvermeidliche Notwendigkeit. Tenn wie stente ein Jude u: Teiniehlaiid lebt lind spricllt, wie man ihil beurteilt, das wirkt auf die Geiamlheit zurüel. Es Ulnst deshalb möglich ieiil, deil Gcmeiuschaitslvert oder wnnvert desteil öffentlich festznslelleu, was Juden über jüdische Tinge hm lind sagen. Erinnerungen an historische Fehlurteile, die derartige Feststellungen — man namhe sie früher den großen Lauu — im Gefolge hattell, dürseil uns ein hartes Ja sageil zn diesem Beschluß nicht verleiden. LLir keune.il die Ramen 'Pfefferkorn und Spinoza. Tie Geschichte hat daseine Urteil bestätigt, das andere revidiert, und doch waren beide in ihrer Zeit notwendig, wenn man nach den Maßstäben des jüdischen Gemein schcnstswertes in jenen Zeiten sein Urteil richtet. Tarnm darf es uns nicht beunruhigen, wie die Gesthicstte Entscheidungen beurteilen wird, die ans Grund dieses Beschlusses gefaste werden. Ein Zuviel an Gerechtigkeit dem einzelnen gegenüber kann ein Unrecht an der Gemeinschaft sein. Auch setzt kann und will die deutsche Iudenheit keines ihrer Glieder zwingen, sich zu seiner Herkunft zu bekennen: das tut, innerhalb gewiner Grenzen, das (stesetz. Es mag jüdische Menschen geben, die diese Herkunft nur als Gcgebenhest, nicht aber, für ihre eigene Person. als Wert anerkennen, und die persönlich doch hoher Achtung wert sind. Uniformität im jüdischen Leben wird niemand wünschen, der als jüdisches Eharatteristilum die Freiheit des Einzelmcnichen — freilich in der Bindung durch das Gesetz-kennt und jederzeit bewährt sehen will. Aber so wenig ein Zwang dort helfen würde, wo nur eigene freie Wahl uild entschiedenes Bejahen einer Bindung sich fruchtbar zeigen tonnen, so wenig darf sieh für den einzelilen wie für die Gruppe die Freiheit in der Gemeinschaft in ein Recht über die Gemeinschaft verkehren. .Uoimtcn schwl die Zeiten einer noch unangetasteten religiösen' Geschlossenheit des Judentums auf weithin sichtbare Formen einer Disziplinargewalt der Gesamtheit über deil einzelnen nicht verzichten, so ist eine solche heule doppelt notwendig, wo ein für alle gültiges Bindemittel nicht mehr besteht llild die Reichs-Vertretung also ihre Autorität mehr ans eigeiler .graft und aUgemeiner Billigung schöpfen must, dclln aus altheiliger Legitimierung. Gemeinschaft aber wächst nicht nur ans äußerem Zwang llild eigenem Wollen znm Zusammenhang, sie entsteht auch aus der .straft, gememschaflsunwcrte Teile ans-zrifcheiden, und schärfer als ans verbindender Uebereinstinlninng wird ihr inneres Wesen ans fester Grenzziehung sichtbar. ZttöWZ SstzrrMr iWeMM AmMen für WGMtrerimg Auf der Tagung des Rats des Verbandes bayerischer israelitischer Gemeinden, die, aus dem ganzeil Land zahlreich beschickt, am 25. Mürz in Müllchell stattsand, erstattete Overstlandesgerichtsrat Tr. R e u m e per nach einem allgemeinen Umblick ausführlichen Bericht über den Etat des Landesverbandes imb über die durch die bevorstehende Aeildernng des religionsgesellschaftlichen StenergesetzeS hervorgernsene Veränderung und Verschärfung'der finanziellen'Lage desVer-- bandes uild der Gemeinden. Rabbiner Dr. Lev Baeck (Berlin) hielt einen Vortrag über die Aufgaben der Reichsvertretung, der einen tiefeil Eindruck hinterlief;. Ein äußeres Zeichen dieses Eindrucks ist die von Dr. R e n - me st er eingebrachte Entschließung, die zum Beschluß erhoben wurde: „Ter Verband bayerischer israelitischer Gemeinden dankt der Roichsveriretiing der deutschen _ Juden und ihrem hochverehrten Herrn Präsidenten für die hingehende erfolgreiche Arbeit .zum Wöhle der jüdischen Gemeinschaft im Reiche und gelobt treue Mitarbeit und Gefolgschaft." Rabbiner Dr. Baeck betonte die notwendige jüdische Eiilheit ln der Reichsvertretung bei Wahrung voller Selbständigkeit für die angeschlossenen großen Organisationen und gemeindlichen Landesverbände. C. *3^ " " Achbiner Dr. §Mchysky und Jr. ßefft« In Berlin In dem überfüllten großen Saal des Logenhauses fand am 22. März eine Mitgliederversammlung statt, zu der einige westliche Ortsgruppen cingeladen hatten. Rach einführenden Worten des Vorsitzenden, Tr. Stephan Steiuharter, in denen er nachdrücklichft an die heute gebotene Zurückhaltnilg in bcu Lebensfvrllleil erinnerte, sprach Rabbiner Dr. Swarsensky: Ein jüdisches Problem — Selbstauslösung! Ausgehend von den: Unterschied der Einstellung zwischen den: früljercn starken und dem heutigell, atomisierteu uild geschwächten Judentum betonte der Redner, daß. je nachdem. in welcher Zeit man die Katastrophe ausheili, ihre Reaktiv!: eiile anbcrc fein mnne. Rur aus der Verschärfung der heutigen Situation sei der Gedanke gewisser Kreise zu verstehen, der sich mit einer Selbstauslösung des Judentums befasse. Tas Gegenteil solchen Gedankens stelle die Lehre von Herzt dar, m:d etne_ Synthese beider Auffassungen bilde die Einstellung des Eeiltral-Vereins. Rur irgendwie ii: ihrer Anschauung verwirrte Menschen, sagte Tr. Swarsensky, können aus den Gedanken der Selbstauslösung kommen, wenngleich er ernst zu nehmen uild a:ls zwei Motiven zn verstehen sei: aus der: beiden crtremei: Reaktionen einzelner Menschen auf ihr Indeseiu, dem: einen bereite es ein Gefühl der Minderwertigkeit, den: anderen ein Gefühl der Ueberwertigkeit. Was heute fehle, „sei ein n n p r ab lcm a ti s ch es, selb stv e rstündliches Judentum: kein normaler Mensch könne immer eine Begründung seiner selbst geben! Ailch in dieser Hinsicht/meinte der Redner, würde die festige Situation in Zukunft das Gute bewirten, da der übertriebene Individualismus sorgloser Zeiten und der barin begründete Egoismus in einer Rotlage unbedingt einem verstärkten Gemeinschaftswillen weichen müsse, wie er sich ersrem ticherwcise heute schon innerhalb der jüdischen- Jugend beweise. Für das deutsche Judentum gebe e$ heute nur den Lösnngsversuch mit dem Blick aus das Zeitliche oder das Ewige, zwei Wege, von der:en der erste aber sofort ansschatte, da man die Judenfrage eben nur mit ewigem Maststab messen könne. Auch das Leider: habe seinen Sinn :md werde erst mit dem Messias aufhören: weder -Optimismus noch Pessimismus dürfe heute in: deutschen Judentum das Richtunggebende sein, sondern ■ nur die Erkenntnis der Wirklichkeit, in der Ulan aber nicht versinken dürfe; mau müsse mls ihr mit einem starten Glauben an den Sinn des Judentums hervorgehen, dessen Bcstehen nur von uns selbst abhänge. Rach Rabbiner Tr. Swarsenskh sprach Dr. Erich Kehr (Kaiserslautern): Großstadt und Kleinstadt! Ein Schicksal — ein Glaube! Tr. Rehr ging von den besonderen: Beziehungen zwischen der Provinz und der Großstadt aus -und von der besonderen Ausgabe, die der Eentral-Berein als Bindemittel hier zu erfüllen habe. Zwei Drittel der deutschen Juden: wohnten in den: Großstädten, davon die Hälfte in Berlin. Tas verbleibende Trittcl lebe in der „Zerstreuung"'besonderer Art. Tiefe Zusammenballung der deutschen, Inden ii: den Großstädten in: Zusammen - Hang mit der bcsvnderen Berufsschichtung der deutscheil Juden ist — so sagte Tr. Kehr — schon immer eine Sorge für uns gewesen. Unter der Wirkung des jestt Erlebten wird eine weitere Abwanderung der deutschen Juden von der Provinz in die Großstadt stattsinden. Damit wächst die Rot der kleinen und kleineren Gemeinden außerordentlich m:d zugleich wird das Reservoir der Erneuerung der Großstadtjuden durch Nachwuchs aus der Provinz gefährdet. Tie Großstadt entwurzelt den Einzelmenschen leicht ans seiner Besonderen Gemeinschaft unb nimmt ihn dafür in die Geborgenheit der anonymen Masse aus. Die Kleinstadt m:d das Dorf, die Provinz dagegen erhalten in dem einzelnen Juden ein starkes Gemeinschaftsgefühl und das Bewußtsein gemeillsamer jüdischer.Verantwortung. Der deutsche Jude der Provinz sei erdennäher und stärker mit dem Boden verwachsen. Aus der Berührung mit der Umgebung, in der seine Vorfahren oft schon seit Jahrhunderten wohnen und arbeiten, erwachse ihm ein besoildercs, immer wieder ^iieu erlebtes Heimatgesühl. Das jetzige Schicksal des deutscheil Inden träfe daher den Juden der Provinz viel unmittelbarer lind lebendiger iind bewirke, daß er die Geschehnisse nicht nur deutlicher erkenne, sondern sie auch mil größter Verantwortung seiner deutschen Heimat lind feinem Judentum gegenüber erlebe. Tie Tinge wahrheitsgemäß zil erkennen unb auszusprechen, sei ebenso sehr eine Forderung der Verantlvvrtnng den: Staate ioie auch den: Judentum gegenüber. Tenn beide verlangte!: und hätten Anspruch darauf, das; die 'deutscheil Inden das Geschehen llicht im Sinne ihrer Wnnsthgebilde oder einer opti- '.uistischen oder pessimistischen Tendenz, sondern in ihrem wirtlichen gewollter: Geschehen erblicke!:. Ans der systematisch in: Sinne der Rassengesrhichte dnrchgeführten Erziehung. des deutschen Volkes zn einem neuen geistigeil Seiil ergebe fiel) eine Einstellung zur Indenfrage, die nicht mir heute schon in der Rechtsprechung berücksichtigt lvcrde, sondern auch im zutünstigen Lebe:: der Ration nach dein Willen des neuen Staates eine entscheidende Rolle spielen loerde. Daraus ergeben sich eine Fülle voll Problemeil loirlschaftlicher, gesellschaftlicher und geistiger Art, die sich in erster Linie in der Tatsache ciiur wesentlichen Verringerung des Lebensranmes liild einer völlig lin übersichtlichen .Zukunft für die deutsch-jüdische Jugend ansprägten. Es sei setbstverständlich, das; die deutsehe Iudenheit mit Würde unb innerer Haltung der: Geschehnissen gegenüber zi: stehen habe. Es sei auch lischt davon zu sprechen, das; es naturgemäß Sache jedes einzelnen sei, sei,: Schicksal zu formen und sich mit den Problemen abzufinben; darüber hinaus aber sei das Gebot der Stunde heute und immer: die Gemeinschaftsarbeit. Der Eentral-Berein sei in seiner ^Arbeit immer von den Sorgen für die deutsche Iudenheit, für ii)r sicheres,und würdiges Leben auf deutschem Boden ansgegangen. Er habe auch sofort nach dem Wandel der Tinge mit Genehmigung der maßgebenden Regierungsstellen'seine Arbeit für die Erhaltung und Sicherung der wirtschaftlichen -und seelischen Eristenz des deutschen Inden aus deutschem Boden ausgenommen und gerade die Provinz sei dankbar für die Betreuung, die in den schick satsehweren Zeiten von der Zentrale ausgegangen sei. Ter Eentral-Verein kann dabei für sich in Anspruch nehmen, daß er bei seiner Arbeit, die allen gelte, auch die Unterstützung a l l e r, deutschen Juden finden müsse und daß sein Ruf um Unters!Übung setzt überall Wuderhall finde. Der E.-V. hat bei den Bestrebungeil für eine einheitliche Vertretung der deutschen Juden in vorderster Reihe gestan- ■ beit, lind es ist bedauerlich, daß sich diesen Bestrebungeil immer wieder Sehwierigleiten entgegenstelleii. Es ist notwendig, so mahilte Tr. /lehr, mehr auf die praktische Arbeit, als ans weltanschauliche Aulseinandersestuilgen zu sehen, zumal auch in der Vergangenheit die deutschen Inden zwar sehr viel über Weltanschauliches miteiuailder debattiert, in Wirklichkeit aber mit verschwindeildei: Ausnahmen dasselbe Leben als Teiltsche und als Inden miteiliallder geführt haben. In ihrer überlvältigenden Mehrheit haben sie sich immer als Teile des deutschen Voltes gesuhlt iuid ein durchaus deutsches Leben geführt. , Soviel alich inuiler in Debatten voll besonderei: nationalen Gefühlen der einen oder anderen jüdischen Nichlnng die Rede sei, in der Welt der Wirtlichleitel: hat sich diese ideologische Auseinandersetzung kaum lvidergespiegelt. Auch was das'Jüdische anlangt, h.ajben bep aller Verschiedenheit weltailschalilichcr Anssassllngen die deutschen Juden sich iin praktischen jüdischen Erleben säst nur in solche geschieden, die sich irgendwie religiös und andere, die sich jüdisch so g:,t wie überhaupt nicht betätigten. Diese Dinge inüßten ausgesprochen werden, um für die zilküilftige Arbeit weniger meltaufcliauüd)c Debatten unb melir gemeinsame Praktische Arbeit zi: erzielen. Wenn die fest! herrschende Anfsassung, die uns ii: der Frage der Zugehörigkeit zun: deutschen Volke unfern bestimmten Plast außerhalb dieses Volkes anweist, uns zu einer Nachprüfung unseres praktischen Tuns führe, so suhlen wir, daß wir ein Stück allgemeiner -jüdischer Geschichte erleben, aber daß wir es als deutsche Juden erleben und bestp^nmüsse». Der <S,.3X finbc schon immer JpinX an die jüdische Geschichte und Tradition und Vertiefung der geistigeil Werte des Judentums verlangt, und iin Laufe der Entwicklung seien wir immer positiver in dieser Frage geworden. Die Rückkehr zum Judentum müsse vor allen: in der Erziehung der Jugend zum Albdruck kommen. Dem Kind müsse eiy Fond'.-- positiver und fruchtbarer Beziehungen zum Judentum in Herz und Seele gelegt werden damit es sich auS diesem Fonds erhelle»' forme im Zusammenstoß mit dem mn de- Judentums willen erlebten Schicksal. Mir .erblicken das Jüdische in der geistigen, silt-- licheu und religiösen Idee unseres Judentum.-' und würden es llicht als eine Rhnaissauee empfinden, wenn das Jüdische zum rein Zi». logischci: erniedrigt würde.. Wenn aus Palästina den: deuttchen Judentum und der qcsamten Vtenschheit Zlultnrwerte znsliesteu/s» ist das nur zii begrüßen. Alle wollen aber nicht vergessen, das; stets auch ans dem Jude», tilm der Zerstreuung dem Gesamtjndentum. der 4Renschheit und den Heimatländern' Kiilturwerte ziigeflosien sind, und das; wir darum als deutsche Juden liier unsere Stel^ Inllg zu wahreil haben. Völlig falsch ist e->, wenn Ulan ben Begriff der Lösung der Inden' frage oder der Lösrrng der deutschen Indenfrage fortgesetzt in die Debatte stellt oder wenn die eine oder die andere Organisation verkündet. daß sie allein das Mittel zur Lösung der Judensrage in ihren: Besitz habe. Letzteil Endes harrdelt es sich um die Beziehungen der Unlwelt zn uns und nicl,t um unser Wollen allein, und llicht. was die dentscheu Inden -in weltanschaulichen Anse im andersetzungen sich gegenseitig über den Tim: ihres Judentums sagen, sondern was andere über das deutsche Iudentnm denken uiid bestimmen, ist wichtig. Eins aber steht fest: die dent s eh e I u d e n f r a g e k a n n n u r v 0 m i ii b i s ch e n ÜU! e n f ch c n a u f deut - s d] e nt Bode n unb nur in tägli ch e r. w irkli cl; e r lebt e r . r i i: g e n d e r A r > beit w e i t e r g e s ü l) r 1 n n d g e l ö st w e rd e n. Dazu gehört das Gefühl der seelischen Verbundenheit mit unserer deutschen Heimat, unb dazu gestört auch für die Heranwachsende Jugend das ewig neue und immer wieder erfahrene Urertebnis dieser deutschen Heimat. Ter E.-V. hat die Synthese von Deutschtum und Judentum geprägt, lind es wird sich gerade in der Rast zeigen, ob es sich um eine echte Idee handelte, die dazu befähigt, amh Opfer für sie zn bringen. Wir haben immer gesagt, das; der dwltsch-jüdische Mensch ans. zwei Onellen schöpfe: aus der deutschen uild der jüdischen, und wenn :rns jetzt die deutsche Snelle spärlicher fließt, so sind wir doch der Auffassung, daß jüdische Menschen, die cm' deutschem Boden arbeiten, nur aus einer seelischen Verbundenheit mit ihrer Heimat heraus zu graden und ganzen Rcemchen heraugezogeil werden können. Wir haben nicht nur die Erfüllung der Gesetze, sondern die völlige Hingabe au das Vaterland ver langt. Und bei aller weltairschanlichen Ver schiedenheit ist diese Auffassung llll-l, als die Bewährung durch die Tat gefordert wurde, von allen deutscheil Illden erfüllt worden. Alle es gelingei: wird, die deutschen Inden in einer mit dem Ziele des neuen Staates in Einklang besindliclien Ltzeise in die Znkunst des den! scheu Voltes einzngliedern, das steht dahin. Wir wollen nur unsere Würde und mtiere Ehren best alten, wenn auch äußere Würden und Ehren uns nicht mehr znerteili werden. Vor allen Dingen wollen wir in einer gemeinschaftlichen Arbeit an die Gegenwartsfragen des deutschen Judentums herangchen und nicht vergessen, das; eine der ersten Forderungen unserer religiösen Gemeinschaft die iverktätige Liebe ist. MitiklSeuislbiand Zwei Tage vor der Berliner Veranstaltung sprach Tr. .üehr in liberfülltcn Beriannnlungeu in Al a 1] b e b 11 r >z unb (> h c m u i tz. In M a g - deburg lauschte die ganze Eenwinde den Au-> siihricngen des Redicers über „Iudenticm — heule und morgen", die in der Forderung gipfelten, unsere seelischen Beziehungen zur deutschen llinwelt zu vertiefen und einem aufrechten deutschen Illdc'nNcm ans deutschem Boden ein Leben irz (i'Oro und Würde zu gewährleisten. Jnm Schluss^ des Bortrages forderte der Borsitzende der Tptzgruppe, Rechtsanwalt Dr. Aterzbach. die Ee meindeuntglieder ans, an der Arbeit des C.-V. zum Tegen der jüdischen Gewcinschasl tätigen Anteil zu nehmeil. Dem Vorträge in Ehemnih war das Themn „Unsere Zukunftzugrunde gelegt. Ter Redner behandelte die gegemvärtigo Lage der deutschen Enden und erörterte voll dieser Ebene aus die l-erschiedenon Möglichkeiten, die sich für die Rengcstaltnng des stidischen Lebens ans deutscher Erde ergeben. ‘ , Ter große Beifall, mit dem diese Vortrage ausgenommen wurden, zeigt, wie stark die sceliwie Bereitschaft und der Zulrrnftswille der deutschen Judeil sind, bencti der Verbleib auf deutscher Erde eine Lebensnotivendigkeit bedeutet. (Fortsetzung, der Berichte 1. BeilageZ ..' imSiiMÜr .. ——f r~—\ rvJ Lc> 1l; 1J { n ] Zst so > L \cAr , . ts L—L.—1 ,1 [ 1 ff cg 0 m. asiaswxjllamoäenechi durdKaJÄeterl fcal30cmbrt .11185 nach auswärts 3uf wünsch Zusendung von Musternr~! v-erKauinur desjln C2. Sßdo-dauerJkM Deutschlands größtes Fa ch q eschäftför 1 epp ich 8, Möbelstoffe, Gardinen ... r1 ’inr

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.