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Central-Verein-Zeitung · 1934-03-29 · 13 (29.3.1934) · page 3

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
13 (29.3.1934)
Date
1934-03-29
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Gepaart war das Streben nach Verwirklichung des als gerecht Empfundenen mit einer „Besessenheit", die dieses Leben in besonderem Maße auszeichnet, ' nämlich mit der „Besessenheit", die nicht Ruhe gibt, wenn die schwersten Fragen, die dem Menschengeiste gestellt sind, emer befriedigenden Beantwortung verschlossen bleiben. faii bcad)te schon den äußeren Verlauf dieses Lebens. Franz Oppenheimer, der Sohn eines Predigers der Jüdischen Resormgemeinde in Berlin, wird praktischer Arzt, später Facharzt. Im Berliner Norden lernte er in , 5er Ausübung der allgemeinen ärztlichen Pmris Armut und Elend kennen und mitempstnden. Durch die täglichen Erfahrungen wird der in ihm liegende Drang nach einer „konstruktiven" Hilfe immer mehr und mehr geweckt. Er gibt den ärztlichen Beruf auf, um sich allein dem Studium der sozialen Fragen P widmen und den durch das Schicksal Leidenden helfen zu können. Mit einer unerbittlichen Kritik und mit dieser heiligen „Besessenheit" durchforschte er das ungeheure Gebiet der Sozialwissenschasten mit allen seinen Ausbuchtungen. Er wurde Sozialist, aber überzeugter Gegner der Auffassung von Karl Marr. So wurde er zunächst zum begeisterten Vertreter des Gedankens der Siedlung. Aber nicht einer beliebigen Siedlung. Denn das Entscheidende sah Oppenheimer stets in der Ar! und Weise, in der die Siedlung begründet und ausgebildet wurde. Nur bei Berücksichtigung der durch Oppenheimer gefundenen und llar herausgearbeiteten wirtschaftlichen Erkenntnisse und aller technischen Feinheiten, die hier in Frage kommen, können nach den Lppenheimerschen Lehren die Siedlungen einen wirklichen Erfolg haben. Bereits in seinem 1894 erschienenen Büchlein „Freiland in Deutschland" legte Oppenheimer den Grund seiner Lehre über die von ihm für richtig gehaltene Methode einer zu schassenden Bodenreform. Er griff den Kapitalismus durch die Errichtung von Siedlungen an. indem er die landwirtschaftliche Ärbeiter-Produktiv-Genossenschaft zur Siedlllngsgenossenschaft auSgestalten und die SiedluWgenossenschasten in einem gemeinsamen- Lund zusammenziehen wollte. So möchte man heute all denen, die mit chlichem Willen aber zum großen Teil mit ungenügendem Rüstzeug die Siedlung fördern «ollen, die Einsicht in die Oppenheimerschen Lehren auf das herzlichste wünschen. , Er erfreute sich der großen Bedeutung der mit nach seinen Grundsätzen errichteten Obstbaustedlung in Eden bei Oranienburg, der er stets Teilnahme und Förderung angedeihen ließ. Die Erfahrungen, die er dort gemacht hatte, wurden von rhm Praktisch weiter aus» gebaut. Oppenheimer erkannte die Lehre, die der Bonner Professor von der Goltz der wissenschaftlichen Welt geschenkt hatte, in ihrer grundlegenden Bedeutung und machte sie mit m Ausgangspunkte seiner eigenen Lehre. Das wirtschaftliche Gesetz von Professor von der Goltz lautete: Mit dem Umfang des Großgrundbesitzes parallel und mit dem Umfang des bäuerlichen Besitzes in entgegengesetzter Richtung geht die Auswanderung. Damit ist gesagt, daß im bäuerlichen Besitz die große -straft der Seßhaftmachnng und der Festhaltung der Menschen, an der Scholle liegt. Der Proletarisierung wird durch die Förderung des bäuerlichen Besitzes Einhalt getan. Hier Ifigt sich: Der große Vorzug Oppenheimers "cgi darin, daß er immer an der Theorie, ebenso wie an der praktischen Verwirklichung der durch die Theorie gewonnenen Ergebnisse arbeitete. Denn aus dieser Lehre ruhten!eme Genossenschaften. Bei seinem so lebhaften Verständnis besonders für die soziale Lage der jüdischen Gemeinschaft wurde er bald ein lebhafter Freund der zionistischen Arbeit im Heiligen Lands - und versuchte dort dem bäuerlichen Siedungswerke in Getneinschaft mit der zionistiichen Partei eine praktische Verwirklichung Pl schassen, — wobei er die jüdisch-nationals ^ujsassung über daS Verhältnis der Juden ju ihrer Umwelt außerhalb Palästinas ilets als seiner Ueberzeugung widersprechend ablehnte. Natürlich sind seine Versuche nicht durchweg von Erfolg gekrönt worden. Denn auch Mr stellten sich Kinderkrankheiten ein. Erst 'Alton nüsdo ge&rclios't die Erfahrungen vieler Jahrzehnte können die Bedingungen aufweisen, unter denen eine solcye Planung u n t e r a l l e n U m st ä n - d°n Erfolg verspricht. Niemals hat' sich Oppsnheuner durch einen Mißerfolg beirren lasten. Seine llar« Erkenntnis über die Bedeutung der landwirtschaftlichen Produktiv- Genossenschaften zur Lösung der sozialen Frage rst tn immer weitere Kreise gedrungen. Oppenheimer hat der wissenschaftlichen Lehre den Weg gewiesen: Man dürfe die landwirtschaftlichen Produktivgenossenschasten keineswegs in ihrer Wirkung mit ähnlichen Gebilden auf gewerblichem Gebiete vergleichen., Dre landwirtschaftliche Siedlung entgiftet, wenn tn geeigneter Form vorgenommen, die Konkurrenz, schasst Freude und Frieden, während bie Uebertragung des genossenschast- Itäjsrt Prinzipes auf die gewerbliche Arbeit unter Umständen im entgegengesetzten Sinne wirken kann. Stets hat Oppenheimer zu Deutschland gestanden, und gerade wir, die Aelteren im C.-P., werden noch der herrlichen Worte gedenken, die Franz Oppenheimer kurz vor dem Waffenstillstand am 2. November 1918 in einer großen Kundgebung des C.-V. aussprach: „Jetzt stehen wir zu dem Lande, dessen Waldesrauschen durch unsere Träume klingt, dessen Lieder durch unser Blut singen, dessen Sprache wir sprechen, die einzige Sprache, in der wir sprechen können, rn der wir singen können. Und diesem Lande gehören wir jetzt, wo es im Unglück ist, noch viel inniger, noch viel fester, als zur Zeit, wo es im Glück war." " So sprach ekr Mann, der dem Zionismus so nahe stand. Er widmete dem Streit, der sich so häufig und in zum Teil recht wenig erfreulicher Weise in mnerjüdischen Fragen. zwischen dem national-jüdischen und dem -deutsch-jüdischen Lager ergeben hat, eine Studie, die sich in der „C.-V.--Zeitung" vom Dezember 1929 findet. Sie hat die Entgiftung des innerjüdischen Kampfes zum Gegenstände. Sie weist an der - Hand - der Erdebniffe des Studiums der Sozialpshchologre die Grundkräfte auf, die vielfach Uneinigkeit hervorgerusen haben und Hervorrufen, die aber durch klare Erkenntnis eines sozialpsychologisch richtig erkannten Tatbestandes überwunden und geklärt werden können. Wenn man die bewegenden Kräfte, : die den verschiedenen Anschaumtgen zugrunde liegen, zu fassen und zu würdigen lernt, so : sieht man ein, daß Verschiedenheiten in der Auffassung immer bleiben werden, die aber keineswegs zu einer unsachlichen und manchmal sogar leidenschaftlichen Gegnerschaft zu führen brauchen. Diese kleine Arbeit Oppenheimers —- klein an Umfang, aber bedeutend an Gedankengut — müßte von allen, die sich auch heute mit innerjüdischen Fragen be- - fassen, gründlich studiert werden. Die Einsichten in die von Oppenheimer erschauten Tatsachen werden die Gemüter beruhigen und - zur fruchtbaren, praktischen Tätigkeit führen. Vor wenigen Jahren ist Franz Oppenheimer nach mancherlei Schicksalsschlägen aus seinem Lehramte als ordentlicher Professor der Sozialwissenschaften an der Universität in Frankfurt a. M. geschieden und in den Ruhestand getreten. An seiner ungeheuren Lebensarbeit schasst er weiter. Wir hegen den Wunsch, daß diesem Manne, der mit Vollendung seines 70. Lebensjahres seine Arbeiten noch nicht abgeschlossen hat, noch viele, viele Jahre der Forschung, der Erweiterung unserer theoretischen Einsichten und der praktischen Arbeit beschieden sein mögen. Wir begrüßen ihn in herzlicher Freundschastl 3U&M& Jü8if w Boi einer Pressebesprechung, zu der die Reichs- Vertretung der deutschen Juden die Vertreter der jüdischen Zeitungen gebeten hatte, gab Dr. Friedrich ' B rodn itz wichtige Zahlen des Zentralausschusses der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau über den Stand und die Aussichten der Berufsumschichtung deutscher Juden bekannt. . 6069. jüdische Menschen befinden sich, in der Umschichtung.! 1282 von rhneu sind iw Kollektivausluldungsstätten unterge- , bracht, 2418 m EinzelagsbildungsMtten. Für 2369 Umschichtler sorgt der Hechaluz. .. Von diesen. Menschen lernen 2738 Landwirtschaft, 3331 haben sich dem Handwerk. Angewandt. Von den landwirtschaftlichen Schülern befinden sich 900 im Auslände, in Lehrstätten, im Hechaluz. Entsprechend der großen Zahl der jüdischen Bevölkerung in Berlin ist auch der Anteil der Berliner Umschichtler an der Gesamtzahl beträchtlich. Ein Viertel alle Umschichtler, 1468, unterstehen der Wirtschaftshilse der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Es sind 659 Männer und 609 Frauen. Von den Männern waren 461 früher Kaufleute, 45 Studenten, 53 Akademiker. Von den Frauen waren 331 Kontoristinnen, 119 Verkäuferinnen und 66 bisher nicht erwerbstätige Ehefrauen, die sich durch die Not der Zeit gezwungen sehen, sich einem Berufe zuzuwenden. Wie diese Zahlen zeigen, machen die Akademiker einen sehr geringen Prozentsatz der m der Berussumschichtuna begriffenen Menschen aus. Ihre Zahl wird in der Allgemeinheit wesentlich überschätzt. Außerordentlich umfangreich sind die der Berufsumschichtungsarbeit in nächster Zeit bevorstehenden Ausgaben. Im Avril werden etiva 9000 Menschen in die Verussumschichtung einzuordnen sein. Von ihnen werden etwa 3000 kaufmännischen Berufen zugeführt werden, da berufene Fachleute vor einem hemmungslosen Einströmen in den handwerklichen und landwirtschaftlichen Beruf warnen und unter Berücksichtigung der vorhandenen Möglichkeiten und der anzustrebenden Normalisierung der beruflichen Schichtung der jüdischen Bevölkerung die Berücksichtigung des kaufmännischen Berufs zu einem : Drittel für angemessen halten. Von den übrigen 6000. sollen 3500 in Einzellehrstellen, 1500 in Kollektivausbildungsstätten und 1000 in Haushaltungen ■ untergebracht werden. Es wird erwartet, daß von den 9000 Jugendlichen, die neu in die Berufsausbildung eintreten, 4000 für die Kosten ihrer Aus- ' bildung selbst austommen werden, während die Kosten für die Ausbildung der restlichen 5000 aus den Mitteln des Hilsswerks werden gedeckt werden müssen. , Im Zusammenhang mit der Erweiterung der - .Umschichtungs- bzw. Berussausbildungsarbeit muß ^auch mit^emer wesentlichen Erhöhung des Aufwands für diese Arbeit gerechnet werden. In den letzten vier. Monaten, des Jahres 1933 hat die Berufsum- - schichtungsarbeit des Zentralausschusses einen Betrag von 370 000 NM erfordert. Schon heute ist, der monatliche Bedarf auf über 100 000 RM gestiegen und wird sich selbstverständlich nach der Einreihung der neu in die Umschichtung- Eintretenden ■ noch, weiter erhöhen. Für das erste Halbjahr 1934 wurde deshalb ein Betrag von 900 000 NM für die Umschichtungöarbeit veranschlagt. Von Göorgo A. CoEdsdilcsg Ihm ist sein Tun noch nicht geläufig. Ihm gilt noch, statt der Faust, die Stirn. Noch springt er aus. Noch macht er häufig Fehlgriffe, die sein Werk verwirr’n. Das Russgesicht — die Hand voll Schwielen — Ist er das wirklich? Ist das seine? Sein Herz ist krank von all den vielen. Es möchte einzeln sein, und eins . . < Dann aber, eines Vormittages, Vergisst sein Herz, woran es litt: . Beruhigt schlägt es starken Schlages* '■ Im Gleichmass der Maschinen mit. Durch das Hinscheiden de8 Reederei besitzers Konsul Wilhelm Kunstmann (Stettin)! haben wir einen schweren Verlust erlitten^ Seit Gründung des Landesverbandes Pom-« mern hat er unsere Bestrebungen jederzeit in! hochherziger Weise gefördert. Die Klugheit und das Ansehen, das er itt der ganzen pommerschen Wirtschaft genoß, wirkte sich auch zum Nutzen unserer Arbeit aus. Wir werden das Andenken dieser vornehmen, führenden Persönlichkeit stets in hohen Ehren halten. Der LanvsöverÄand Pommern Des CerrtrabWereinS. Dr. Brock, VorsitzenDer. uns für minderwertig proklamiert wird als die Gattung. . . . gegen zenes kann man sich retten, man känn den Jrrtmn beweisen, oder wenigstens sich einbilden. ihn widerlegen zu könne»; gegen dieses sind alle Argunrcnto und Beispiele machtlos, und der gehütete innerste Spiegel des Bewußtseins trübt und befleckt sich." Der RÄffegedanke indsrTürkei In einem Aufsatz „Der Weg der modernen Türkei" („Die Tat". März 1934) geht Johann von Leers mich auf den türkischen Rasiegedanlen ein. Die Verachtung der „verweichlichten" arabl- ' schon Kultur, Kritik gegenüber dem Jslmn und Besinnung aus die Urkraft der eigenen Herrenrassc > ' wurde zur Grundmelodie dieser türkischen Rasse- ) romantik. Alan baute sie zu einen: wahren Ge- '! schichtssystem aus. das nun in der Herrschbegabung ' des Turmliers überhaupt den Anstoß zur Kulturbildung und Ctaatcnschöpfung sieht. Das neue vievbändige Geschichtsiverk für den amtlichen Schulunterricht für die neue Türkei hat diesen Gedanken weitgehciü) ilbernomnieu. Es behauptet nicht nur, daß die alten Sumer, sondern sogar die rätselhaften Etrusker Italiens und noch eine ganze Anzahl Völker, die sich von dieser Ehre bisher nock) nichts träumen ließen, ursprünglich türkischen llrsprungs sind. Bürgerliche Nensissa«ce In einem tiefsinnigen Aufsatz über den „Deutschen Staat" („Deutsche Rundschau", Märzheft) untersucht Leopold Ziegler, der bekannto Philosoph, die. Notwendigkeit einer Wiedererneuerung des bürgerlichen Gedankens. . . Obschon — so lehrt er — der Bürger seit mindestens einem.Jahrhundert eine ärgermservegende Unfähigkeit zum Staat an den Tag legte; obschon er seine politische Lauheit, Ziellostgleck und Un- , Zuverlässigkeit in einem beklagenswerten Grade unter Beweis stellte: bleibt er uns dennoch'., der; schlechthin unentbehrliche und so auch unantastbare Träger von überragenden Leistungen aus dem Gebiet der Wissenschaften und der Technik, der Wirtschaft, des Verkehrs und sogar der Künste. Vtüssen wir diesen Bürger als Staatsbürger und Staatsbürgen bisweilen aus Herzensgrund verachten, so geben wir doch dem Haß gegen ihn, wie er die Seele des Proletariers eh und je vergiftete, nirgends Raum; im selben Augenblick,, wo. dre Geschichte an der bürgerlichen Gesellschaft ihr Straßgericht vollstr^ckt, setzen wir jede Kraft daran, den bürgerlichen istand dem neuen Status einzusügeiu Ke KkM M 132 SWi WK 3e! inandjen grasen Teten dir Sänbe Mer ms ab boss (SirAt Warn MH WH»«» h?<» ufrtlrt und zart: mrn kann ihr '^u:z n.cyt kMen. Seokem ist. schon von 22 Psg. ab echüMH- 53» kßöSSeORÄ» fei i&'VW'i.ij“ W<i4)irW,W«>V<W Zum Bericht in Nr. 12 vom 22. März -1934 „Abnahme der Mischen Bevölkerung" wird unö ge-. schrieben: ■ ■ Nach den statistischen Handbüchern für das Land Mecklenburg (1893. 1910, 1931) betrug die Zahl der jüdischen Einwohner im Jahre 1925 (Volkszählung vom 16. Juni) 1225 (in Rostock 279 gegen jetzt Sa 237), im Jahre 1910: 1413, im Jahre 1805: 1432 und endlich rm Jahre 1900: 1763 Seelen. Was die neueste Zeit anbetrifft ist, wie mir das, mecklenburgische Statistische LanüeSamt schreckt, die ' Zahl ^r durch die Volkszählung am 16 Juni 1033 erfaßten jüdischen Wohnbevölkerung noch nicht fest- '^Eieresiant ist die jüdische Bevölkerungsbewegung von 1610 bis 1890, die wir hier anschließen, Im ciabr" 1610 waren 2150 jüdische Seelen vorhanden, E 2881 1830: 3126, 18-10: 8211 (1839, bei Gründung' des Landesrabbinats, 3142), 1850: 3267. 1860 3190 1870: 2945, 1875: 2766, 1880: 2580, l885: 2347, 1890: 2182. Die allmähliche Ab- .'-nabme seit 1350, -besonders in den kleinen Städten, ist zu erllären aus der Wwanderung der Jug"nd in. größere Städte, in andere Länder, durch minimale Zuwanderung, durch Absterben der an- ’ Msig-n älteren Bevölkerung und das Aufhören der mecklenburgischen Lotterie wodurch viele eme ErwrrblimöalickMt verloren und fort.zogen. Nur drei Beispiele seren angeführt für die Mnahme in den kleinen Städten seit 1839 bis zur Gegewvart: Malchin 89 — 7; Stavenhagen 108 — 15; Waren 145 — 22. Dazu rroch Schwerin 290 — 101 jetzt. Dr. SHberstetn. im M&MstsEawMd&m Walter Fran!, der in seinem Buch „NationaliLmus und Demokratie im Frankreich der dritten Republik" u. a. eine Darstellung der Dreysus- Affäre gegeben hat, liefert in dem aktuellen Aussatz „Philippe Barräs steht Hitler-Deutschland" („Deutsches Volkstum", 1. Märzhest 1934) einen Nachtrag zu seinem Werke. Frank bekämpft darin die Auffassung, die , Philipps BarröS, der Sohn von Maurice Barräs, dem neuen Deutschland gegenüber vertritt. .Dabei erinnert er den Sohn daran, daß sein Vater - Maurice Darräs über den Juden Alfred Dreysus den schneiderten Satz geschrieben have: .Laß er des Verrates fähig ist, schließe ich aus seiner Nasse." , Dieser Sah, der die Tragik des jüdischen Zwischendaseins in seiner' ganzen Tiefe ermessen '. läßt, - - hat in- Jakob Wassermanns Sslbsti -iograpyie „Mein Weg als Deutscher und Jude ■ - gleichsam eine Antwort gesunden: , „Eher noch. können.wir es ertragen, daß daS Individuum intöt CeeS @M) Am 22. März wurde im Pariser Rathmrs das Jubiläum der bOjährigerr Tätigkeit des frühererr Ministers Paul Strauß als Mitglied des Pariser Gemeürderats feierlich begangen. Strauß, der 1852 in Rongchmnp Departement .HanbScwue) geboren wurde, ist von Haus ans Mediziner. Er hat bereits am Kriege 1870/71 teilgenommen, ist seit 2876 ununterbrochen als Politiker tätig und gehört seit 1883 der Pariser Stadtvertretnng an. Er'hat . sich um daS Gesundheitswesen der französischen Hauptstadt die größten Verdienste erworben. Auf seine Veranlassung wurden nicht nur in Paris, sondern auch in vielen anderen französischen Städten Heime für verlassene Kinder und für Wöchnerinnen eröffnet. Tenn seit 1900 gehört er auch ununterbrochen als Vertreter des Departements Seine dem Senat an, dem er jetzt als Vizepräsident vorstetft. Im Kabinett Poincarä von 1924 war Strauß Ge^ sundheitsminister. Seit 1909 ist er Mitglied der Akademie der Medizin. Bei der Feier, die ihm zu Ehren veranstaltet wurde, erklärte Nenö Fiqnet, der Präsident des Pariser Gemeinderats, Strauß verkörpere in den Augen aller Franzoseu. und besonders der Pariser, die Redlichkeit, die Güte, die Arbeitskrast, die schöpferische Intelligenz. „Sie bieten uns das Abbild und das Beispiel, ein einzigartiger Trost in dieser schweren Zeit, eines großen und edlen Dieners der Republik und der Demokratie." , Als Dank für seine Verdienste um die Stadt Paris wurde Paul Strauß die goldene Medaille der Stadt verlieheiu » Zum Ritter der Ehrenlegion wurde der kürzlich in sein Amt eingeführte Großrabbiner VM ' Paris, Julien Weill, ernannt. H&uptachrl/tloltcr Dr. Atfr«d Rlraahborgt 8talIvertrotsr Dr. Margaret« E d « I h a i m. Beide ln Berlin. Für Rücksendung unverlangter Manuckrlpte Ist Freiumicblag boLrufügen. Leiter der. Anzeigen*Abteilung und verantwortlich für den Inhalt der Anreigen: Friedrich Nathan, Berlin. DA. IV. VJ 55000. Verlag: Contralverein deutscher Staatsbürger Jüdischen Glaubens e. V.. Berlin.\Y 15. Emscr Str. 42. Tel.-Adr.: „Centralglauben Berlin.“ Fernspr. J 2 Oliva ÖHI—10. Pootccüeck: Berlin 30172. Druck der Buchnnd Tiefdruck-Gesellschaft ra. b, B,, Berlin 6W 100. l(a%

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