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Central-Verein-Zeitung · 1934-03-22 · 12 (22.3.1934) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
12 (22.3.1934)
Date
1934-03-22
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Wachseneri Menschen gebildet wird, sollte sie sich auch Jener .Schwächen annehmen, denen nicht mit äußeren Mittel» zu begegnen ist, an die man seelisch Herangehen muß: Seelische E«cfühlZerziehung ist nicht weniger, wichtig, als die Erziehung zum täglichen Gebrauch der Zahnbürste und zur Atemgymnastik. Gerade bei Frauen unseres Milieus findet man häufig einen Hang zur gepflegten überkultivierten Aeußerlich- .• lcit. die'wst aus Boston seelischer Tinge übertrieben wird. Welche Mühe geben sich die Mütter mit ihren Kindern, was die Pslcge all der kleinen Aeußerlich. leiten betrifft. Wie unglücklich ist man. wenn Baby ein wenig abstehende Lhrchen hat oder sonst eine kleine Unschönheit aufwcist, und rvie besorgt bemüht man sich um Abhilfe Ta worden die Ohren an- - gebunden,. ja, man . scheut, sogor>.-vor-,-.ein?r. klemen - Operation nicht zurück, um Beine gerade und Ohren ' anliegend machen zu lassen. Und-'wie steht cs mit der Pflege der Innerlichkeit? Es ist heute schwerer denn je. m. gesellschaftlichen. sozialen Fragen den richtigen Ton zu treffen.. Set junge Mensch muß schon frühzeitig dazu erzogen werden, daß er'' „Haltung" im Leben bewahren wird, daß er'es lernt, sich in schivicrigcn Lagön im Lcl>en mit dem „Takt", der von ihm erwartet wird, den man voraussetzt, damit er nirgends anstößt, ausgerüstet zu sein. , ■ ■ Erziehung znm Takt, sic ist notwendig/ Ja, cs nn'ißte sogar Schulen des Taktes geben — und nicht immer nur allein für die Binder. Ruth. Erinnerungs-Ernte der Zrichmmgen von llo Ich glaube, es ivar am Montag, daß mir die Sonne einen Besuch machte und auf meinem blauen Samtlisfen, das auf der Evueh liegt, beinahe eine Stunde ausruhte. Ich war, wie man bei unerwarteten Besuchen immer ist, zuerst etwas reserviert, blinzelte auf das wissen, und weil ich gegen jede lonventioncUe Höflichtkit bin, war unsere Kvuser^ Nation kalt und steif. Aber schon nach einer Biertctstnnde benahm sich inciu Besuch ungeniert und heiter, lächelte nur blitzblank und offen in die Augen, begann zu plappern >vie eine Windmühle, erzählte durcheinander von Schneeglöckchen und Birlensiännnen, von grvßrandigen Hüten und Sommer'sprvsscn, von Ameisen und jungem Gew.l"isesP>ou den ersten Krolusblüteu auf einer A-lmwiese- und der neuen Llumentopserde auf dem Balkon, er schöpfte kaum Atem und ich konnte kaum folgen. Bär wurde vor lauter Zuhören ganz warm, das blaue -Nissen begann zu strahlen, der Besuch wurde immer netter und zuletzt verliebte ich mich in ihn. Es tvar am Montag, als mir der Frühling seine Antrittsvisite abstattetc. Am Tienstag bekam ich von Frau Esther endlich das gute Rezept für die Ehrimsel. Ich mußte sie'oft mahnen und erinnern, ehe üe es bergab.'Sie ist in diesen Tijigen so eigen. Aber lochen kann einen ganz engen Rock, nur hinten mit einer tiefen Quetschfalte, dazu einen offenen Mantel bis zum Knie und mit großen, aufgesetzten Taschen, — fänden Sic oben beim Hals drei große schwarze -Ho/zlnopse hübsch? — und zu dem terrakottencn Gedicht lounnt eine schwarze Crepö - Satinbluse, nicht so eine feierliche, nein, ein Blüschen, sage ich Ihnen doch, ein ganz kleines, knappes, enges Bläschen mit viereckigem Ausschnitt und glattem Gürtel; Nebukaduezar, machen Sie nicht so ein verwerflich geistesabwesendes Gesicht, das Bläschen hat doch Furze Aermel, nie in Ihrem ganzen Leben werden «ie beschwingt in Ihr altes Büro gehen. sie gut. das muß ihr der Neid'lassen. Daß ich nur um Gottes Willen nicht das Rezept vergesse — wie war es nur? Bier. Mazzos.'(Verden in Wasser geweicht. dann ansgcdrückt uich in /Schmalz geröstet. Tazu kommen z>vei Eier, /eine Portion Mazzosmehl, 7."» Gramm Jucker, fünf bittere geschälte-und. geriebene Mandeln. Salz imb etwas Schmalz. Das Ganze wird zu einem weichen Teig getnetet, aus dem man längliche Klöße formt, die inan flach drückt. Jetzt können sie entweder gleich in heißem Schmalz goldbraun gebacken werden — im Schmalz müssen sie wie in einem Bade schwimmen — oder sie werden vorher noch mit einer Mischung aus geschälten und in kleine Stücke geschnittenen Aepselu, großen Rosinen, gestoßenen süßen Mandeln. Zucker, Zimt und geriebenen Zitronenschalen gefüllt. Ich fürchte, cs gibt ans der Welt nur noch ganz wenige Tinge, die so. löstlich nnd bekömmlich sind wie Ehrimsel, und die Ehrimsel sind sicherlich die beste Eigenschaft meiner Freundin Esther. Mittwochs war ich sehr fleißig. Und am Abend war ich sehr müde. Aber die Arbeit war um ein gutes Stück vorwärts gekommen. Ich war den Abcnd über sehr höflich nnd zuvorkommend zu mir, und daß mir die Glieder so weh taten, freute mich. Tann schrieb ich einen laugen, langen Brief an meine Mutter, als ich beim letzten Satz war, fielen mir die Augen zu. Am Donnerstag ging ich vormittags zur Schneiderin und begegnete Ihnen, lieber und komischer Toktvr — wer weiß, warum Sie mich immer an Nebukaduezar erinnern, wer weiß. Um rum Sie am Hellen Bormittag nichts Besseres zu tun haben, als mich zu begleiten. Sie imni* betten sich, daß ich schon in aller Frühe so frisch aussähe nach daß mein Gang so leicht beschwingt sei. Toktor,lToktor, haben Sie eine Ahnung, wie' einen der Gedanke an ein terralvttasarbems Frühlingskomplct beschwingen kann, denken Sie sich wenn Sie nicht verstehen, was so ein Blüschen mit . kurzen Acrmcln bedeutet! Gestern abend las ich von Sußjas Frau in den „Ehassidischen Geschichten" von Martin Buber. Sie war ein zänkisches Weib und lag dem Mann beständig in den Ohren, er solle sich von ihr scheiden lasseu, und sein Herz war schwer von ihrer Rede. . Eines Nachts rief er sie an und sprach zu ■ ihr: „Hendel (das war ihr Name), sieh' her!" Und er zeigte ihr, daß sein Kissen ganz feucht ivar. Tann sprach er weiter zu ihr: „Es steht geschrieben in der Gemara: Wer sein erstes Weib vertreibt, der Altar selber vergießt Tränen über ihn. Bon diesen Tränen ist das Kissen durchnäßt. Und nun, was willst, dn noch? Willst du noch den Ccheidebrief?" Bon diesem Augenblick an wurde sie still. Und als sic still geworden war, wurde sie froh. Und als sie froh geworden war, wurde sie gut. Tie stille, frohe, gute Hendel — ich will oft an sic deuten! Usty. cm Strande gefunden hatte. Sie wure ausgoschüttet - -und jedes-.--Stückchen- -wurde liebevoll .betrachtet.- -Ilnd— wir erlebten in Gedanken nicht nur die Wonnen des Findens/ die die damaligen kleinen Besitzer fühlten; - in unserer Einbildungskraft entstanden und vcr-. sanken mich die weiten urzeitlichen Wälder der batti- ' scheu Küste, denen einst'das „gelbe Harz entquoll. _ Sorgsam wurde nach einiger Zeit alles, auch das " kleinste Krümmchen. wieder eingeräuint. '^-" Dann"' kam der „Freuudschaftstaler" an die Reihe. Ans seiner einen Seite neigte sich eine kniende Frauengestalt einem etwas undesinerbaren, knorrigen, cfeuumrankten Baume zu. „Treue Freundschaft . bringt ihn dar" stand,- von einem Eseukrauz umgeben, ans der anderen Seite. Warum haben wir imt nie gefragt, woher er stammte? — Behutsam schraubten wir das von ^childplalt umkleidete Theaterglas auseinander. Mit ihm bewaffnet.-sahen wir ben Urgroßvater stattlich ans seiner Wohnung treten, begleitet von der Urgroßmutter, deren einer . kleiner Finger an Ring und Kettchen ein zierliches Flacon trug. Und so manche andere Tinge barg unser Schub. Und er-wird sie weiter bergen, obwohlin der neuen, viel engeren Wohnung jeder Platz genau berechnet werden muß . Bon wie vielen wird man sich in wenigen Wochen trennen müssen! Und man soll sich die Trennung nicht qualvoll erschweren. „Was man nicht nutzt, ist eine schiverc Last." Aber das „Rühen" wird doch nicht nur von praktischen Ursachen bestimmt. Wie uns unsere „Raritäten" religiöse, geschichtliche,- geograpischc. bilturgeschicht- Col!*eiiU«Iiiior«<r. 37 II S Wngnur^OUhj! Freier Makler 1. alle VersichcrunRsarten. Uiiabhäiif«-’V„, I bestimmt. Gesellschaft. Verbands-Mitgl. d. jiid. Mittet11 Yor dem Umzug In dem alten Schreibtisch unserer Großmutter gab es ein Schubfach, das wir als Kinder den „Raritätcnschub" nannten; »nd es war eine besondere Vergünstigung, wenn man ihn uns herausgab nnd wir den Inlett ans dem großen, rundckn Rütteltisch ausbreiten dursten, der noch aus dem kinderreichen Hause der Urgroßeltern stammte. Als immer von neuem bewundertes Hauptstück gab cs da eine „Rose von Jericho", die.einstmals mit einem Säckchen voll Erde ans Palästina mitgebracht worden war. Sorgsam steckten ivir sie ins Wasser und erwarteten ihr „Aufblühen". Ach, sie stellte unsere Geduld von Jahr zu Jahr auf immerhärtere Proben! Aber welches Entzücken gab es dann, wenn sie alle ihre Zweigo' und Aestck)en ausgebreitet hatte! In ihrer gelblich-grauen Farblosig. keil verkörperte sie uns doch,alle Glut des Orients, und alle Erzählungen, alle Wunder des Heiligen Landes wurden bei ihrem Anblick lebendig. Wer einmal dorthin kommen könnte! Aber es schien so unerreichbar weit entfernt! Wir wußten damals /nicht, wie viele dort die neue Heimat suchen würden. Reben der Rose.-lag ein kleines Bleigeschoß, das der Bruder unserer Mutter 1871 mit aus dem Felde nach Hause gebracht hatte. Vorsichtig, als könnte es zerbrechen, wurde cs in die Hand genommen und stets wieder genau betrachtet. Unsere ersten Geschichtskenntnisse waren mit ihm vcrbuu- - den, und 'es war uns ein greifbarer Beweis, daß auch unsere Angehörigen wie alle andern im Felde gestanden hatten, als das Vaterland sie brauchte. „Borgeschlagcn zum Eisernen Kreuz", so erzählte man uns. stand in den Papieren des . Onkels. Aberdann kam statt der beantragten zwei Kreuze, für-ihn und einen Kameraden, durch ein Versehen mit eins. Es wurde gelost, und daß Los entschied für den .andern. Nie hörten mir auf. da? zu bedauern. An friedliche Zeiten erinnerte eine kleine' Schachtel mit Bernstein, die unsere Mutter als Kind liche, naturwissenschaftliche Vorstellungen Vermittelten, inte sie uns mit der 'Vergangenheit verbanden 'Und' längst . verstorbene ' Faimlteninitglieder nnd Freunde der Familie lebendig vor uns erscheinen ließen, war unvergleichlich. Unsere Zeit verlangt gewiß ein tatkräftiges Sichumstellen, ein kühles, klares Verstehen und Erfassen der neuen AnsordU rungen. Mit vielem müssen wir ansrämnen. vieles müssen wir-beiseite schieben, das uns lieb war — auch an Gefühlttverten. Aber man sollte dvci, nichtalle „Raritäten" in unserem Sinne, die mehr als Kuriositäten sind, verschwinden lassen. Gönnen Nur uns und den Generationen nach uns diesen Luxus, der eigentlich kein Luxus mehr ist, wenn man nach üblicher Weise hierunter das „Üeberslüssige" versteht. Es-wird von jenen Sachen so viel Erfrischung, einso starles Gefühl einer Verbünde», heit über Zeit nnd Raum himveg ansgehen, daß auch die eigene Leistungsfähigkeit nnd der Wille zur Selbstbehauptung, - im besten Sinne des Warte/ eine in unserer Zeit dringend notivendige Ilnterstützimg erfahren werden. Wir wollen leinen Fenstln dienst treiben; aber ivir ivotlen dafür sorgen, daß die lebendigen.Gefühlswerte nnd Kräfte, die den- Tingen innewohnen. erhalten bleiben, für uns und alle, die uns Nachfolgen. Holla ttnmlmrgm-. erlernen ein Die Budibindcrin Früher war c3 „das Atelier", das für jede beruflich tätige Frau eine besondere Anziehungskraft hatte. Ob sie Malerin war oder nicht, sie bezog ihre Wohuräume am liebsten hoch unter dem Dach, um ans das menschliche Leben und Treiben herabsehen zu können. Jetzt ist es die Werkstatt ans ebener Erde, die im Mittelpunkt fraulicher Interessen steht, nnd die sich dom Leben in neuer und srmchtbarerer Weise zuwendet. Eine Werkstatt besitzen, das bedeutet Unabhängigkeit, eine'andere Art von Unabhängigkeit, als die, in der man früher schwelgte. Die Hand vermag in jedem Augenblick zn regulieren, was der Kopf sich ersinnt. So gibt cs in jedem Sinne, ideell oder materiell weniger Leerlauf und trotzdem zahlreiche Wege, die in die Kunst münden und künstlerische Ideen zur Reife bringen können. Wer die Fingerübungen beherrscht-, kann zur Melodie übergehen, und es liegt an ihm, wie viele Melodien, ihm einsallen. Das Handiverk hat ein neues.Gesicht bekommen! Schon damit, daß diese Handwerker ans den Kreisen der Gebildeten stammen, können sie ihren Kunden manche Anregung bringen oder von ihnen" angeregt werden. Eine neue Atmosphäre entsteht, die man weder in einenr Modesalon nvch bei dem Schuster finden wird, eine „Werkstattatmosphäre", die etwas Intimes nnd lleberzeugendeö hat: Gesundes und fruchtbares Leben! Mit einer solchen Werkstatt — einer Buchbinderei — haben' sich zwei junge Frauen eine Existenz geschaffen. Heute, da cs so schwer ist, geeignete Berufe zn finden, die ihre Arbeiter nicht nur ernähren sondern auch befriedigen. möchte man sich diesen Betrieb einmal näher Zusehen! Die Bedienung der drei kleinen Maschinen, die znm Bestand gehören, der eisernen Stockpresse, der Pappscherc und der Beschueidcmasehine, ist nicht allzu schwer. Kraft kann durch Geschicklichkeit ersetzt werden. Nur „feuchte Hände" darf keine Bnchbinderin haben. „Mit dreckigen Fingern sauber arbeiten zn können", ist sozusagen'das Grundmotiv ihrer handwerklichen Leistung. Heftlade, Leimtopf, Kleister. Papiere, Pappen nnd Pinsel bilden das hauptsächliche Material. Neben Pappe und Papier iverden Pergament nnd Bast, Leinen, Baumwollgewebe und Leder zur Verarbeitung herangezogen, und hier nun nimmt das Reich des Schönen, der wirksamen Einfälle und der künstlerischen Ideen seinen Anfang. Das Material kann selbst durch Spritzen, Färben, Wischen znbereiiet iverden. Aus dem feinen Leder entstehen nicht, nur Einbände, sondern auch Buchhüllen nnd Schreibmappen, Taschen und Nähkasten.'- Pappe und Papier in lustigen Farben in- - der Hand — nnd die Bnchbinderin beginnt ans einmal, ein Bilderbuch zu kleben, an einem Kinderspielzeng zu basteln, oder auch cm Marionettentheater zu bauen, das den kindlichen Beschissen in neuer nnd reizvoller Art angepaßt ist. Dann wieder gibt e? Buch- - bmdcriuucu, die besonders befähigt sind, Bücher zil restaurieren, nnd denen diese knifflige und mühselige Arbeit die größte Freude macht. Aus der Bnchbinderwerkstatt führen viele Wege in benachbarte Arbeitskreise hinem. an die man zuerst überhaupt nicht gedacht hat. Ein jetzt weltberühmter Eonservator alter Handschriften sollte einmal als kleiner Bnchbinderlehxling in einem Museum Handschriften rahmen. Durch diese Fügung 'des Zufalls erstand chm ctne Aufgabe, die ihn zu großen Leistungen vorbereitete. . . ' Doch selbst die Bnchbinderin, die am liebsten dabei - bleibt, Bücher einzubinden, wird niemals etwas von E.intöuigkcit verspüren. Lie macht ja nicht Partiearbeit, wie es in den großen Betrieben meist der Fall jst von denen vielleicht der eine ans Blocks, der andere aus Mappen spezialisiert -ist. Sic müssen keine halbsertige Arbeit übernehmen, mn immer die gleiche Handhabung zu verrichten. Das, was sie beginnt, ersteht unter ihren Händen; es wird geschaffen, nicht „verfertigt". Hinzu kommt die zwanglose und enge Berührung mit der Kundschaft, dieser immerhin über dem Durchschnitt stellenden Mensche»- schicht, der Buch nnd Einband noch viel bedeuten. Aus vielsättige Weise kommt das Leben an die Handwerterin heran. Wichtige Dokumente, intime Bekenntnisse werden ihr ' anvertraut, um dem Inhalt das rechte Kleid zn wählen. Zwischen ernste und gewichtige, Aufträge mischt stell Heiteres; etwa, wenn ein junges Mädchen die juristische Dissertation ihres Freundes in Brotat binden läßt, ukmiu für einen Liebesbricsweehsel ' ein passender. Einband gesucht wird, oder wenn ein Bibliophile mit seinen Rezepten kommt, wie ein Werk so „alt wie möglich" aussehen kann. Für das Kleid des Buches gibt es leine „Mode", wenn-cs nach Blaß gearbeitet iverden soll. Um so größere Ansprüche werden an die beratende Bnchbinderin gestellt, deshalb muß sie nicht nur handwerkliches Können, sondern auch eine bestinunte Lebensreise ' besitzen. Jeder „Einband" bedeutet ja nichts anderes als ein Stück abgeschlossenen Daseins, etivas, das nur noch betrachtet aber nicht mein: gelebt werden will. Bücher binden, — das kann Abschied bedeuten — oder Anfang. Tie Bnchbinderin, die etwas davon verspürt, erchafst sich nicht nur einen Kreis von zuriedengestellten Kunden, sondern von Me»-' chen, die nicht „scheinen", sondern „'ein" wollen. Mehl Samson. Vom jüdischen Geist Eine Aufsatzreihe, herausrjegeben vom Jüdischen Frauenbund Berlin, Biko-Verlajj, 1934 Der jüdische Frauenbund hat eine kleine Anssatzreihe herausgegeben. die die Menschen unserer Zeit dem Judentum näher bringen will. 'Bon der Ileberliefermig her versuchen die Verfasser zn die sem Geiste hiuzusührcu, und so bescliästige» sist drei Aussätze von Rabbiner E s ch e i 1’ n dj e v Nahe! Strauß und Hammh K a r in i n; t i in» der Gesetzgebung, den Geboten nnd Bräuchen, oc sonders mit denen, die für die Frau nnd das Leben in der Familie Bedeutung haben. Bon der Philosophie aus zeigt Margarete S u s m a n M geistigen Bewegungen des Iudentnms nnd iiin Führ cm, nnd Professor H e i n e m a n n sch Wer! "znm Schluß die Lage der Inden -„Zwisciieu dee Bölkeru", um daraus die Folgen für nnfer heuä ges jüdisches Leben zu ziehen. Tie Samnrlmig iß recht dazu angetan, einen Einblick in das stoden t>>m zu geben.' sowohl von der' gesetzlieh-loolren': als auch von der geistig-abstrakten Seite. Sie mH dazu dienen, jüdisches Setbstbeioußtseiu zu stärken und befruchtend zu wirken. F- Ar- 2lnslnldm,fl iit der Trovcntzflcge für iüMfriK Schwestern. Iüdiscbe Schwestern, die sich - in W Twveiwfleae nusbilbcn wellen, tön neu in N'!!l D c i! t s ch e n I n ft i t lt t i ii r ü v11 i ä> c M -1 '• s i o n, X ii b! n n c u, an einem Trepeirtursitt lestnehwen. In diesem Jahre werden zwei TreveiitnrN' abgehallen. Ter erste vom bl. bis W. lUläij. der jnn’iu* vrnn^R bis 31. August. Klnshonerar für jeden N>n- ■ Professor I i e in a n n. Eharlvllenbnra. Mommsi'w straße S,. hat mit 7. Mär; im Pacholochschen IAmeum der Eharite einen trvpenäritlichen Nnrsns eröffnet, Pi dein auch Schwestern, die »>>! dem '.'.'Ulrostopieren Bescheid wissen, tcilnehnien können. Bedimm-wen: Mrndestzahl -1 Teilnebiiwi. Hmwrar 75 bei (i ^miiebmern GO AM. Tiefer Nurst.S --uNsiiehh chuä - sur Aerzte. die in die Tropen gehen N'rllen r'iustw'' über die Benissanssichten ini AnAand können,n>ml nut Sicherheit gegeben werden. Nähere Am-lmUt J" . Zentralstelle für jüdische LPrüchaflH- P Berlin-Eharlottenbnrg 2, Kairtstraße 1o8 (<I 1 matcT 1063/65). ' ' ' ■ '

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