Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 12 (22.3.1934)
- Date
- 1934-03-22
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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«„ul Grlich.-der verstorbene sroße/Serums ' «„-aicr siiib Lhemotherapeut, dessen . Geburtstag Ln 14. März zum achtzigsten Malejährte, Mr nach dem Urteil stiner Zgitgsnossen eiw bahn- . 5lS ^ollsn die euch nach dem 1. April l<35©nv Also losen Si© die Pqstquiftung In Hohe von 48 Pf. för Mitglieder des Central - Vereins, RM. 3,18 für Nichtmitglieder des Central-Vereins unverzüglich ein! . , und WsthltLter bet leidenden Wenn er dieser Menschheit nichts - SeMnA hätte/ als paS SyPhiliLhöllmittel ' u>ürde das Min austeichen, chm - wl/l Ehrungen zu erweisen ~ wie eS' krrS •" -Äpßeqliipttat, als eK ihrn .im Jahrs .7 1908 den Äobelprets verlieh... ... Es gibt — das darf entgegen, manchen Kritiken , vötont werden — in dem wetten Reich her Medizin . chemisches Mittel, das eine schwere Volks«-, leuche sv rasch zum ÄuLsterben verurteilt hat wie °"ses aus dem Arsenik gewonnene Salvgrsan, bei dessen AuSprodmig Chrlichs Assistent,- der-Japaner ' ^chewirkt hat. Auch die tropische Framovsie, eine bösartige Hautkrankheit, die außerhalb Europas verheerend gewirkt hat, ist durch daS ir£Jön radikal beseitigt worden, daß zahlkonnten^u^uhkiuser im. Orient geschlossen werden. Schon das hat Ehrlichs Namen weit über dietsrenzen seines . engeren Vaterlandes hinausgeträgen; aber auch seine Forschungen aus, dem Gebiete der Serrrmforschung, der JmmutMMehre. d?r chemischen Heilmethoden, der Krebsgeschwülste haben.so. umwälzend, so anregend und befruchtend . gewirkt/. Paß man ihn Midsps zu bm tntyrnatto-- na len- Größen dev Forscherwelt zähltet- Schreiber dieser Zeilen ist ick" Jahre 1910 auf einem wissen-' schaftlich?n Kongreß. in. Königsberg,, am dem Ge«' lehrte.aus allen..Ländern teilnahmen,.Zeuge der, endlosem Beifallsstürme gewest» .mH.. denen der . kleine deutsche Gelehrte empfangen wurde, als er seinen Vortrag über das Salvarsan begann und von dsr magischen Kugel sprach, mit der er.die Syphilißkeime getroffen habe. Gleichviel aber,- welchen tiefschürfenden Problemen er sich in seinem arbeitsreichen, unruhvollen Leben zuwandte, immer zeigte er sich alS einer der scharfsinnigsten Denker, voller schöpferischer Phantasie, kühn, zäh und unermüdlich in der Verfolgung seiner Ideen. - Schon als blutjunger Student, ehe er Assistent bei FrerichS und Gerhardt an der Berliner CharitS wurde, ging er eigene Wege; sie stempelten ihn in den Augen - seiner Kommilitonen zum Stubenhocker üyd Sonderling, und auch später nannten ihn, die ihn und - seine .sprünghaste Art kannten, den. voetor: pkantasus. - ' - . > Kein Wunder, daß er bet dieser Einstellung ge- ■. legentsich sich irrte. Welchem Forscher wäre dys erspart geblieben? DaS gilt auch von seiner viel kritisierten „Seidenkettentheorie", mit der er beit ., seinen Lebsnsvorgängen in der Zelle sozusagen yuf , den Leib rückte. Und doch ist er gerade durch sie -- zur modernen experimentellen Therapie, zur Serumbehandlung und zur Bekämpfung der In» sektionskrankheiten mittels chemischer -Präparate, zur Chemotherapie und damit zur Entdeckung des - Salvarsans gekommen. Von Paul Ehrlich gilt da8 Wort seines Schülers und. Biographen Adolf LazaruS: „Er hat mit königlich freigebiger Hand keimfähigen Samen.aller Art auf den Acker gestreut — für künftige Erde/ Und sein großer Freund August von Wassermann hat ihn in. seinem Nachruf einen Klassiker der Medizin ge»-, nannt. Das war Paul Ehrlich in Wahrheit. XÖ) Sstmi . .Im Rahmen des „Bildungswerks der israeliti- M» Gemeinde von. Worms und Umgebung" zitierte m der Alten Synagoge Meinhart M a u r. Tie Heilige Schrift in ihren grandiosen und erhabe- - Partien, auf diesem klassischen Boden altsüdk- Mr Frömmigkeit und religiösen Erlebens deutsch Md hebräisch vorgetragen, übte eine unvergleichlich tiefe und gewaltige Wirkung auf alle Anwesenden ms. Ter Künstler wuchs förmlich, vom religiösen M des Ortes immer stärker erfaßt, von AbiWitt zu Abschnitt in feiner hinreißenden und überwältigenden Kraft und Schönheit der Darbietung. -■ H. . »®0f.§. ' , . . Tie Arbeitsgemeinschaft . jüdischer, Musiker, uteibiu-g i. B. (Freya Wobs s dr u ck. ' Gaby H r o s Tr. Heinz E d e l st e i n, Dr. Erich Kotz) brachte kürzlich hauptsächlich deutsche klassische üud Meklassische- Musik. - Vorausi ging .wieder einttnsührender Aortrag von Tr. E. Kasi. besonderes öiiteresse erweckten eine .neuentdeckte Arie für Sopran mit obligatem /Cello des Venezianers Tom. Gabriellj sowie eine „Biblische Historie" für ilavrer „Ter Streit - zwischen David, unk. , ^'^th* von Joh. .Kuhnau. Eine Violtnsonate bmLändel gab Herbert Fröhlich Gelegenheit, '>u göttlichen und im Technischen ferne geigerische mmst voll zu entfalten. Haydn mit der bekannten ^chopsungsnrie (,Mun beut die Flur"), Mozart mit vier Arie aus ^,u re pastore“ an Vollendung ®ct. Wiedergabe vielleicht der.'Höhepunkt des Ponzen Abends — und mit. dem .schönen Ldur-. -t-no. eirdlich Beethoven mit den Celly-Väriationen 'der em Thema aus „Jlidas MakEn^ varvusi-- imudigten die Aortragusolge. die ebenso wie die. ."^ozc-ichnete. durchweg von hohem. Kennen und. Wärme getragene Ausführung aller. Mit.-- 'Aenden lebhafteste Anerkennung fand. ..L-8,..- r,v^a§ britte Abonnementskonzert' des / Jüdischen Mhauses brachte mitdem i ■ Eeigsr . Stefan c * (Berlin) ein ’.' besonderes musikali- \T Ereignis für die, GemLinde. Was Frer.kel -?(nAll,trument an Schönheit des TonrS und an Kunstfertigkeit entlockt.'Zei°gt-von lctztsr- - ch'l^ich^ft und bot den Hörern eir.i-n einzigarti- M Mnuh. i Tartim urch 'PagMlm'h-DältM ® ,mit der gleichen Leichtigkeit wie Stücke von Mendelssohn und Smetana. Daneben setzte er sich in anerkennenswerter Weise für moderne Musik jüdischer Komponisten, so für eine bulgarische Fantasie, von Pqntscho Wladigerow und eine dreisätzjge Dtusik für Violine, allein von Erich Kaß, erfolgreich ein. Das Konzert wurde durch die Minvirmng der aus . Zürich stammenden Sopranistin Lpnuy Mayer bereichert, die in Liedern von Schubert und Brahms emo vor allem in der Höhe und im Piano überaus wohlklingende Stimme und dazu eine anmutige und musikalische Vortragsweise bewies. Tie Begleitung beider Solisten führte die Freiburger Pianistin Gaby Gros in sicherer und musikalisch emsühlsymer Art durch. Das Programm des vom JMschen Kul-. turbund veranstalteten Konzerts fand in' übersülljem' Saal ein aufmerksames Publikum. Der gehaltvolle Abend wurde durch die Händel-Sonate in D-dur cin'fi'eleitet. Marie Schlamme.Sprinz. von 'Hartha 6 o t i h i ls gewandt und sicher bsaleitet, sprelte voll Schweig u„d innerer Anteilnähme.-Ihr solistisches Können zeigt Hertha Gott- 'hilf in Brahms' Intermezzi Nr. 1 und? und Uv Ballade G-moll on. 118. Man bewunderte die Turchsichkigkeit ihres Anschlages und die exakte,^- dächtnismähige Darstellung. Else R Y P l N s k i - B u ch b i n d'e r sang eine reizvolle Arie von Händel mit aeistiger Durchdringung und stellte sich in Liedern von--Schubert. Strauß und Wolf als eins Sängerin großen Formats vor.' Use^F r-o n f wußte einen Psalm aus/dem 4. Buch Moses iN seiner alttestamentarischen Eindrmgllchkeit zmmaend ui aeßalten. und verstand es mit gleicher MeisterschL u ° ,.Mir>°mz Sdjlafltsö Det Hdr--!ch°st mk,° zu-bring.'!,. Ab,chlu,! und Krv,,m,g bNLE d,° dkLm'l- 5«>,^r.-o,wtr. Marte c-Al-mme^-vrtni und Elke Nnvinsü deuteten in kongenialem Lu am- Mnixi°l/K Ichim S°>„h°»°n d!°,°r So,,als auS. C'-f:'" überaus iustruMven Vo-trag von Prük-Har Dr. Ernst W e r t h °! m - r. über „S!äst-nlr-mdl,«it als blo og>lH» Prinzip . mit d-st-n Tendenz man M'g einv-rfta,L-n sein tonnte, gab es einen ..Bimkn W-nd' mit h-rvorragei:^!' Berliner Künstlern. Die RE: Frü, Oebor. l a b b u r ä.. Stella H a y, Max K u t y 11 und jg&r.cä fctn.SSsffe?, ..ESHerrsLzte v?M .Purim». stimmung. .Leo Schönbach, Halle, begleitete wieder Mit viel Uttrsicht. Elly A d ler, Halle, sprach - sinngemäß und reizvoll einen Prolog. Zu einem Konzert des Kunstkreises des Jüdischen Jugendbundcs und der Jüdischen Chorgemeinschast (Leitung: Sofie L o e w e und Leo S ch ö n b a ch) zligunsten eines Fonds für Künstlerhilfe hatten sich durchweg einheimische Kräfte selbstlos zur Verfügung gestellt. Leny Schwabach und Frau Dr. Nelson a. G. zeigten großes pianistischss Können; Fränzi Rose nt h a l 8 wundervoll geschulter Sopran entzückte die Zuhörer ebenso wie der gesangliche und vortragliche Nerz der jungen Irmgard Schloß. Tiefen Eindruck hintorließen die von Sofie Loewe gesungenen Ehettolieder und die von dem Tenor Ignascha Glückmann gebrachten russischen Volkslieder/ Kapellmeister Leo Schöndach, allen ein trefflicher Begleiter, leitete die Chöre, die klangschön und tonsichev tvidergegeüsn wurden, und zeigte vollendetes Können in einem Cello-Vortrag, bestens begleitet von Regina S ch ö n b a ch. Dar Abend wurde zugunsten düs Israelitischen Frauen-Vereins. mit bestem Erfolg wiederholt. M/777V .. ■ ■ 1 ' ■ Durch die Begründung eines Liebhaber-Streichorchesterß und eines gemischten Chors wurde einem Starken Kulturbedürstns unserer Gemeinde entprochen. Das bewies beim ersten Konzert die volltändig besetzte Synagoge. Die Darbietnugen hielten sich auf durchaus annehmbarer - Höhe. Erstaunlich gut erzogen hat Kapellmeister Julius Pa per ly in knapp drei'Monaten sein Orchester. Bewundernswert rein und schön sangen die von John M a nd elbrod in der gleichen Zeit vorbereiteten Damen und- Herpen des Chors. - Das Programm verzeichnote: Eoneorto grosso von Händel, Andante cantabile aus dem Streichquartett von Tschäikowsky und Mo- .zartü „Kleine Nachtmusik", unter der schvungvollen Führung Paperles von den Streichern sehr wirkuugßvoll zu Gehör gebracht, sowie „llrdaunau sehe! ürchom' von Alman und. den M.-Psalm von Lewan-. dowst'i.-die der Dirigent mit gewohnter Meisterschaft . leitete.- Zum Höhepunkt des Abends, aber wurde der Schlußeßor aus Judas Maccabäüs. Drr. präzisen StahsülzAmg John i'Mandelbrods gelang, es, alle rv w y ü t L C t %?. *U\\» lende Schönheit feines Tenors kam auch in. einigen hebräischen, 'mit Mandelbrod gemeinsam komponierten- Liedern Zu voller Geltung. Der Chordirigent offenbarte sein pianistisd)es Köimen mit dem Bor- ' trag der Mondscheinsonate von Beethoven. Erwähnung verdienen ferner die Geiger I. Aschheim und Otto Schmal, der Cellist Heinrich Meyer, der am Flügel begleitende Gerhard B e r° k o w i tz und Werner K a u f f m a n n. der mit gutem Gelingen die Baßpartie im Judas Mnccabäus durd)sührtc. Otfi Bornstoiß. LMlSÄSW l CÄl. Zu der ersten wohlgclungenen Kulturvcranstaltung waren auch Freunde aus Strehlen zahlreich erschienen. Lotte R o s e n b a u m. S ch w a r z (Breslau) bot Proben ihrer vollendeten Lortragskunst durch Wiedergabe von Werken Beer-Johmanns, Jehuda HalSvys u. a. Rabbiner Dr. Sa enger (Breslau) sprach über „Ewigkeitswerte. den Religion und ihre zeitgemäße Bedeutung" und zeichnete ein klares Bild von den Tlufgaben und Pflichten der Juden in den kleinen Städten. Leb. KÄDsr G..L»- ' Am 8. März hatte die Friedensloge Ratibor zu einem Konzert von Joseph und-Boris Schwarz (Berlin) gebeten. Die Künstler bereiteten mit' ihrem reichen Können einen ungewöhnlich genußreichen Abend. __ Der Noökinsche Gemischte Chor e. £3., (Jüdische Chorgeineinschaft', Leiter: Janot S. RpL» k i n) .• bereitet zurzeit das weltberühmte. Oratorium „Die Schöpfung" von Haydn vor. Das Werk, für da8 sich prominente Künstler zur Verfügung gestellt haben,' soll zu Beginn der nächsten Saison zur Ausführung gelangen. Zu diesem Zweck werden noch Atitalich-r (Damen und Herren) neu ausgenommen. MeDungen, beim Dirigenten Janot S. RoLtin. VerIin-Wil,neT3dorf, Lah-rische Str. 23. (Tel.: J2 Oliva 6323.) In der Aufführung des „EliaS", über dle wir in der vorigen Nummer ausführlich berichteten, war auch Alice Hannes-Casfirer mit Solosteslen in den Ensembles betraut. . Die nächste Opsrrrpremisre des Kultur»- b undes deutscher Juden, Lerlin, bringt die Oper „Hosfmanns Erzählungen" von JacqueS- Ossenbach unter der musikalischen Leitung von GcmeralmnsTdirestpr Josef Rosen stock und in der Inszrnbrrung von Dr.' Kurt Singer..- Dühnerckrilder: Heinz Condell. Die Premiere.ist aus'den 9. April festgesetzt.