Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 12 (22.3.1934)
- Date
- 1934-03-22
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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No. U 2l Beilage der G-V.-Zeifung 22. März 1934 Jüdin Zeitung Diese Seite soll der deutschen Jüdin nicht die Lektüre der ganzen J ersetzen. Auf ihr soll I rau lieh es von Frauen für Frauen, gesagt ,. . i ■ , i werden, die das Lehen so sehr hart und fest undmännlich anpackt, wovon die anderen Seiten unserer Zeitung sprechen. Dass man Ernstes auch gefällig zu sagen sidi bemüht, kann Frauen nicht wundernehmen, , die stets bestrebt sind, auch einfache Speisen in schöner Schale zu reichen* Unser Sei 1. Buch Mose. Ra\>. 12, U: Ihr sollt diesen Tag zum Gedächtnis haben, und sollt ihn feiern dem Herrn zum Fest, Ihr.und alle Eure Nachkommen, zur ewigen Weise. Als Gott die letzte Plage über die Aegypter verhängt hatte und fMncm Volke Gnade gegeben hatte, nahmen die Kinder Israel silberne und goldene Geräte und Kleider als Abschiedsgabe und traten den Auszug aus Aegypten an. Silbern und golden funkeln seither die Becher und Leuchter am Sedertisch, an dem das freudigste und seietlichste Fest gefeiert wird, in Erinnerung an die göttliche Gnade. Ter lange Tisch ist mit strahlend weißem Linnen gedeckt, aus dessen Glätte sich die klaren Schattenkonturen des Gerätes leise bewegen, wenn ein Lusthauch die Kerzenslammen erzittern läßt. Und die weißen Kerzen stehen in matten, silbernen Ständern, ihr Licht ist scheu und heilig und spiegelt sich sanft in den vielen hundert kleinen Eilberrundungen wider, auf die es fällt. In der Mitte steht der große volle Becher des Propheten Elijahu, der nicht geleert wird. Er steht für den in der Verkleidung eines freinden Gastes eintretenden Propheten bereit, er ist ein getriebenes, altrussisches Kunstwerk, mit vielen feinen Ornamenten und eingravierten Sprüchen. Vor dem Platz des Hausherrn steht die Sederschüssel. Sie ist aus handgetriebciicr ziselierter Bronze, ihr Rand wellt sich wie zarte Blumenblätter, der Hammerschlag macht die gerade, zylinderische Fläche des Unterbaues weich und lebendig, das harte Material wurde hier so liebevoll behandelt, daß trotz der zweckmäßigen Form ein wundersamer und ®f|, w. ■-P9. •Vf* i \ \ \ > v-* . K >' V / 7* " ff .Jv * ~ n -s phantasievoller Mazzothschrein entstand, mit Fächern für die ungesäuerten Brote, nutz - Türen zum Schließen und Oeffnen.Jn kleinen Glasschälchen verteilen sich die bitteren Kräuter,, in der Mitte steht das Wasser mit Salz. Der Hausherr sitzt an der Sederschüssel, enthüllt die. Mazzoth,wenn sie gesegnet werden, verhüllt sie, wenn die Segensprüche dem Wein oder den Kräutern gelten. Eine seine Rücksichtnahme aus die ungesäuerten Brote, die gleichsam nicht dabei sein und es nicht merken sollen, wenn der Wein mit Segenssprüchen ausgezeichnet wird. Die Mazzoth sollen, auch wenn von ihnen gegessen wird, immer auf einem Teller liegen und nie bloß auf dem Tisch, weil das gütliche Mannah aus den Tau fiel, der es von dem Sandboden trennte. Der Stuhl des Hausherrn hat über die Rückenlehne ein gesticktes weißes Seidenkissen liegen. Geschwungene Ranken, Kelche, hebräische Sprüche, kleine symbolische Figuren, Pesachlämmchen und Ei. Becher und Kräuter sind die Motive der orna* mentalen Stickereien, die sich auch auf dem Zierhandtuch wiederholen. Ueber dem Sedertisch liegt eine weiße, jungfraulichzarte Stimmung. Kein harter, greller Farbton unterbricht die stille, silberne Symphonie. Nur schüchterne Schneeglöckchen atmen das erste Grün dieses Frühlings, zu dessen'Einzug die Erde an diesem Tisch gesegnet wird.?IIll!I!II!!»IIIIII!III»!»II!!ll!III!!>!!»!IIIIII!II!IllIIII!IIl!!!!!l!>I!ll!!lIlI!H!!>!»III!>!!I!!III!!!!>I!I!iI!!!!»»IIIII!!»!»!!IIII»»»!I!!!!!I!II!I!>I»!I!!»If!»!!If!II Hilden. Fot. Ame Elkotsr JÜDISCHE '; FHAUENGESTALTEN : Sara spricht: Blutjung war ich noch, als ich dem Gatten sokgte. Vater und Geschwister verließ, aus der v^mat fort ins unbekannte Land mit ihm M. Man sagte mir oft. ich sei schön; und aus oer Wanderschaft gab es mancherlei Unbill, wenn wir mit dem Gesinde in ein fremdes ^and kamen, und der Fürst des Landes mich, ow fremde Frau, zur rascherrungenen Gewahun wollte. Einmal hat mich mein Mann ff ,Gjn® strotze Truhe versteckt, daß mich das ^okk nicht sehen sollte. Und a!S der Prinz von Aegypten mich zu seiner Liebsten haben wollte, r Engel. Michael nachts und legte - pn Schwert zwischen uns, daß ich rein zu wewem Gatten zurückkehren konnte. Unsere Arden mehrten sich in den Ställen; Könige Die Becher stammen aus der Samm• lang Dr..H. Alle übrigen. Kultgeräte sind entworfen und ausgeführt von Frau Ruth Sihasohn (Berlin), die auch liebenswürdigerweise den Tisch gedeckt hat llll!!M!!,I!ll!ril!!!!!!I!I!!!!I!!IlIII!III!!I!II!!IIl!IlI!II!I!!!!l!!l!II!l!lII!l!I!!lI kamen und wollten Bündnis mit uns schließen. Das hätte wohl ein herrlich Leben sein können, in grünen Triften und schattigen - Wäldern. Und dennoch war es kein Leben: denn ich hatte ja kein Kind! Und wenn die Fremden kamen und sagten, ,-wie ein Mägdlein sieht die schöne Sara aus", so weinte lch in meinem Herzen und neibete es meiner Magd Hagar, der dunkelhäutigen, daß sie den Sohn meines Gatten herzte... Ach! und als das Wunder dann endlich kam, da mochte ich's nicht mehr glauben. Sollten das wirklich Enael ' sein, biefe staubigen Landstreicher, denen ich meinen Kuchen vorsetzen mußte? Konnten sie das Wunder vollbringen, aus einer alternden Frau eine Achtzehnjährige zu machen?! Da .. . . mußt ich lachen; und sckiämte mich dann ein wenig darum, und W es nicht wahr haben War das Sünde?! Gott, der Herr, so wem ich, hat s rmr verziehen: hätte er sonst den Namen meines Söhnleins, des lange erhofften endlich geborenen. nach dem Lachen der Mutter und nicht nach der Frömmigkeit des Vaters bestimmt? Ein lachendes Leben wünscht rch dem kleinen-Jungsrr, der nur nicht von der Seite wich, bis . . . die dunkelste Stunde meines Lebens kam. Kommt der Mann eines Tages zu mit ins Zelt, wo das Sabbatlicht brannte, das zil meinen Lebzeiten von Freitag zii Freitag niemals verlöschte. „Rüste ein Mahl, Frau; der Junge wächst aus wie daS Kraut auf dem Felde; 'ich bringe ihn fort, damit er in der Fremde das Leben fennen lerne." Stand nicht eine Wolke aus des Vaters Stirn? Mir fuhr - ein Ahnen durchs Herz wie ein Dolch: werde ich ihti Wiedersehen? Aber ich mußte gehorchen. Kaum waren die beiden fort — noch stand ich vor der Tür und schaute ihnen nach, wie sie einträchtig ziisammen gingen, kleine Hand in großer Hand — da konmit der böse Engel Semael, listigen Antlitzes und struppigen Haares — ach, den Hab' ich gleich erkannt, den Bringer übler Kunde! „Nie wirst Du datz Kind Wiedersehen — Deinen Sohn, Deinen Einzigen, den Du lieb hast! Opfern will ihn sein Vater auf dem Berge Moriah!" . . . Neiu. ich glaube es ihm nicht, dem' Unheilstifter: sollte mir Gott nehmen, was er mir endlich geschenkt? Und ich machte mich auf und-suchte den Sohn durch alle Lande — nirgends fand ich ihn. Da schwand meine Kraft und der Atem ging mir aus . ... und ich lag da, leblos und ohne Laut. Aber meine Seele schwebte noch.um die Stätte des Glücks und der Qual. Und Gott der Herr ließ mich die Rettung des Knaben sehen; und auch den fröhlich-traurigen Rückweg der beiden. Denn schon, als sie von ferne kamen, ries der Kleine: „Wo ist das Licht in der Mutter Zelt?" Und als sie näherkamen und mich stumm am Boden liegend fanden, da wemten sie und klagten. Aber Abraham stand auf von seiner Klage und wandte sich zu den Söhnen des Landes, nlir eine Grabstätte zu erwerben; und um die -Ecke guckte schon die braune Hagar und wartete auf eine zweite Ehe ... Aber mein Sohn Isaak weinte um mich und vergaß meiner nicht. So.oft er vor meinem dunkeln Zelt vor- .überkam, stieg ihm das Schluchzen in die. Kehle. .. daß ich schier keine Ruhe im Grabo hätte finden können. Da erbarmte sich der Herr meiner und schickte ihm die junge Rebekka, die am Brunnen des fremden Knechtes Kamele getränkt hatte. Und er führte sie in mein Zelt . . . und das Sabbatlicht strahlte aufs neue. Da fand die Mutter Ruhe im Grabe. lMr<m Pflege der Seele Takt muß angeboren sein. Das ist einer jener feststehenden Begrisse, an die man glaubt, ohne je darüber nachgedacht zu haben. Takt haben, das be. deutet ein Gefühl besitzen für feinste Gefühlsdinge, für das Unwägbare in kritischen Situationen des Lebens, für geistig.seelische Haltung. Mit Takt sollte iy.an vielleicht geboren werden. Es ist ein Wunschtraum! Gute Mutter müßte sich für ihr Kind den angeborenen Takt wünschen. so wie sie es sich mit geraden Gliedern, einem schönen Gesicht und schmalen, langen Händen wünscht. Wunschträume gehen manchmal in Erfüllung, manchmal. — in den seltenen Fällen, wenn einer eben Glück hat. Meistens aber muß man um alles kämpfen, muß es sich erringen. Auch der Takt kann erobert werden. Man kann sich dieses seine Gefühl erwerben. kann es sich erkämpfen. Ebenso wie eine tDhitter sich der körperlichen kleinen Schwächen ihres Kindes annimmt, wie sie dafür sorgt, daß der kleine Mensch mit Turnen, Massieren und Pflege zu einem äußerlich schön gegap-jol üa5gQg_gg|S(!lgt! Die Hände einer Hausfrau haben es nicht leicht. Fast ständig kommen sie mit Wasser in Berührung: beim Kochen, Tellerspülen, Reinemachen — vom Wäschewaschen ganz zu schweigen. Kein Wunder, daß die Haut darunter leidet, wenn sie nicht regelmäßig nach der Arbeit mit Leokrem gepflegt wird. Dadurch erhält die Haut nicht nur das ihr entzogene Fett wieder — vor allem lebt sie dann wieder auf, denn Leokrem enthält ja Sonnenvltamin und Lecithin. Dosen von 22 Psg. ab»