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Central-Verein-Zeitung · 1934-03-15 · 11 (15.3.1934) · page 13

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
13 (1934)
Issue
11 (15.3.1934)
Date
1934-03-15
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Kann Itififr-r ßfcenis iftönbe 9<sUst, *n und Mafien in in (ja, nesvn- 'Jicbcn toerbcti i y.'ün* nnflfibc W 30, re du Berlin, chvhain m die 'teilunkj ^rinot lviericn >r!b>nid >n e n - "nine imbe». »ninde- :n bis munstir Allee!> M>r, Alfred in der -Indent JlnDrib, ertretcr stcllen- -’!- L) l n Jüi; rlnfToit, ->»e,1>-. I)): füe «kicverliisit 1.W U. >00 A. 5.25 M. 5.25 M.!W M. ».«> SL 2,- M. I.- M. 1,80 M. 1375 dir ULL >ii<; * 09 51 3 liski »35137 Ihr ■>2 Uhr! Kailski. i Hauswirt-; t llii'r tu völlig : fröhlicher 'fl Prediger bin". [|.E © [«loben [ln fiRoneni iJkuuft und;|2-3l.’br.* H.M;ldirheii ' fcSflV II; - 'ULi'v •]• -®*. ®9®o0* I ojuf beit ersten Setten seiner Denkwürdigz x-iten erzählt der Feldmarschall Graf Alfred / Waldersee. daß zur Zeit feiner Jugend,flein Bankier zur Gesellschaft zugelassen worden sei, : ^r erste, der in den fünfziger Jahren anfing mit einzelnen Familien der vornehmen Ber- \ liner Gesellschaft Fühlung zu bekommen, . sei! ^cr später nobilitierte und baronisierte Bankier! Freiherr Friedrich Martin von Magnus ge.! Das ist ein Irrtum. Denn schon bei <iafoö Herz Beer (1709 bis 1825), dem Ber- - liner Bankier und Besitzer großer Zuckerabriken. und seiner Gattin Amalie Beer ge- - jmrenen Meyer (1706 bis 1854) verkehrten nach den Befreiungskriegen das diplomatische Korps i und ein großer Teil der Hofgesellschaft. Auch / bei seiner Witwe, die ihn fast drei Jahrzehnte E i Mrleble. sah man die Aristokratie des Geistes ' J und der Geburt, an ihrer Spitze Fürst Pückler (-niusEan), der sich mit Recht zu bewen rechnete, l und Fürst Wichelm Wittgenstein, der als Deri - trauter Friedrich Wilhelm III. damals der '• } mächtigste Mann in Preußen war. Zur Aristoi -• kratie des Geistes gehörten drei der Söhne i Amalie Beers, der Komponist Jakob Meyer-! beer (1791 bis 1864) er hatte diesen Namen als « (hbc eines Bruders ferner Mutter angenomj men der Bankier und Astronom Wichelm; Scer (1797 bis 1850) und der jungverstorbene : Tramatiker Michael Beer (18OO bis 1833). Amalie Beer, die vier Jahrzehnte das; größte Haus des vormärzlichen Berlins machte, besaß eine Billa zwischen den Zelten und der ■ Alroü-Cper. Sie ist seit vielen Jahrzehnten abgerissen. In dieser Billa veranstaltete sie als i : iüutmc allwöchentlich Konzerte, Bälle und i; Tiners, unterstützt von ihrem dritten Sohn; Vichelm Beer und seiner schönen, eleganten i : grau. einer Berlinerin, geborenen Schlesinger, :; die beide, als der Vater Beer gestorben war, : zu ihr gezogen waren. Eine Tageüuchnotiz - von Barnhagen von Ense aus dem.Jahre 1827 j ■ gibt einen Ausschnitt der Geselligkeit des! s Sauses Beer: ' „Abends große musikalische! Unterhaltung bei Madame Beer; wo Madame [ tsatalani mit größtem Beifall sang: Graf Alopeus (russischer Gesandter), Lord Clani William (englischer Gesandter), Fürst .und s; Fürstin Earobath, Graf Reventlow, Graf Hccki , seldt. Frau von Hünerbein Frau von Kamptz, Frau von Witzleben. Graf Engström und viele; -I andere waren dort, vermischt mit der ganzen i ■«! Verwandtschaft und Elicntel des Hauses." Madame Beer, wie Amalie Beer damals j < allgemein genannt wurde, war große Dame s s vom Scheitel bis zur Sohle, gebildet, klug, gei . wandt. Weite Reisen im Ausland, vor allem >! in Italien, wo ihr Gatte Zuckerfabriken ein-! - gerichtet und chr ältester Sohn sich zum Komponisten ausgebildet hatte — seine erste Oper' wurde in Italien ausgeführt — hatten, ihren Horizont erweitert, ihr Sicherheit . gegeben. uiaMätislh empfing sie ihre Gaste auS allen' Kreisen mit vollendetem Geschick. ' Sie haßte es, allein zu sein. Große Gesellschaften U geben und zu besuchen war ihr Lebenselixier, ihr. schönstes Fest der eigene Geburtstag, an dem ste vom frühen Morgen an im vollen Staate Hunderte von Gratulanten empfing und nachmittags ein großes Diner gab, ber dem in mehreren Sälen gegesien wurde. Sie saß dann an der. Ehrentafel zwischen den beiden Prominentesten der Gäste. An ihrem letzten Geburtstag 1853 — sie war damals siebenundachtzig und fast taub — waren es der nur Werna jüngere Alexander ■ von Humboldt und Rauch, der berühmte Bildhauer. Aber Amalie Beer war nicht nur die gastlichste, sondern auch die wohltätigste Frau des damaligen Berlin. Schon bei der Pflege von Verwundeten der Befreiungskriege hatte sie sich so ausgezeichnet, daß sie zu'den ersten gehörte, denen Friedrich Wilhelm III. den zum ' Andenken an seine Gattin gestifteten Luisenorden verlieh. Auch mußte seine Schwägerin, die Prinzessin Wilhelm von Preußen geborene Prinzessin von Hessen.Hvmburg, Ihr jedes Jahr in seinem Namen zum Geburtstag persönlich gratulieren. Außerdem schenkte ihr der König m Anerkennung ihrer Wohltätigkeit einen Gipsabguß der Rauchschen Marmorstatuette der Königin Luise, eine Auszeichnung, die nur sehr wenigen zuteil wurde. Als Amalie Beer dann 1854 achtundachtzigjährig starb,- folgte ihrem Sarg ein Trauerzug von Arm und Reich, wie ihn Berlin selten wieder gesehen hat. Bon einer unerhörten Vitalität war Madame Beer. .Denn wenn ihr auch^alle Irdischen Glücksgüter in den Schoß gefallen waren, so hatte sie . doch manches Leid, erlebt. Ihr Mann wurde in der Vollkraft seiner Jahre aüberufen, und von ihren vier Söhnen starben drei vor ihr. Nur Jakob Meyerbeer, der . älteste und berühmteste, überlebte. sie um ein Jahrzehnt. Ihn hier näher ju‘ erwähnen, ist überflüssig. Sein Name steht an erster Stelle in der. Musikgeschichte. Nachdem er sich 1827 mit seiner Cousine Minna Mosson vermählt ' hatte, lebte, er abwechselnd in Paris und. in - Berlin, wo er ein Haus am Pariser Platz besaß. Friedrich Wilhelm IV. hatte ihn 1842 zum Generalmusikdirektor (damals noch ein seltener Titel) ernannt. Der Komponist starb 1864 in Paris, seine Leiche wurde-indessen nach Berlin übergesührt. Da er nur-seine Töchter hatte taufen lassen — ein Sohn war ihm. nicht geschenkt worden — und Jude geblieben war, erfolgte seine Beisetzung auf dem alten Jüdischen Frredhof. Meyerbeer, der. 10 Millionen Taler hinterließ, war damals einer der reichsten Männer Berlins. jCX&Q&Cft* fes» KDL§ Wt.Beer, .Mitglied'der. l. Kdmmet- Giacömo MeyorbeGV Amalim Bemr (Alle Bilder aus dem Beaite det Ber.liner jüdischen Museums) . Vonseinen-Töchternheiratete.die.älteste Blanka Meyerbeer (1832 bis 1896) eben 1903 als Generaünajor z. D. verstorbenen. Frerherrn Emanuelvon '.Korfs,. einen der geistreichsten Männer,. der es verstanden hatte,- mit Ferdinänd Lassalle befreundet-und doch ein oft und gern gesehmer.Gast des alten.und des lchten Kaisers zu sein.. Die Zweite, erst'vor kurzem gestorbene Tochter Eäcilie Meyerbeer (1836 bis 1931) war die Gattin des 1914 verstorbenen Freiherrn Ferdinand von Andrian-Werburg und Mutter des Dichters Bawn Leopow Andrian, der freilich mir ein .einziges' Buch veröffentlicht-hat, nämlich den im Jnselverlag erschienenen „Garten der Erkenntnis". Er hatte es im österreichischen Dienst bis zum Gesandten gebracht und war dann der letzte kaiserliche Generalintendant der Hoftheater. Als „Poldi Andrian" ist er noch heute eine der populärsten Gestalten der Wiener künstlerischen Welt. Seine einzige Schwester^ Dr. philö Gräfin Gabriele Wärtensleben war eine der ersten - weiblichen Doktoren Deutschlands. Dieiletzten Jahre ihres-Lebens, verbrachte die uralte neunzigjährige Baronin.Andrian- Meyerbeer im Europäischen-Hof in Salzburg. Mit dervon ihrer Großmutter Amalie Beer ererbten Bitalnüt saß.sie-allabendlich in. der Bar dieser internationalen Karawanserei; altmodisch, . aber - kostbar angezogen freute . sie - sich an den Blues iunh Ehärlestons'. moderner Jugend.. Erst wenn der letzte Ton-der-Jazzmusik verklungen war, kam chre alte-Kammerfrau und chrachje sie zur Ruhe. . - . . ' Die. jüngste Tochter des Komponisten Jakob Meyerbeer Cornelie (1842 bis 1922),. die den sehr viel, älteren, berühmten Bildnismaler Gustav Richter, geheiratet hatte, wurde .schon 1883 Witwe. Sie hatte von ihrer Großmutter, Amalie Beer, die'Kunst, ein mteressäntesiHaus; zu machen, geerbt, und spielte wie. diese viele. Jahrzehnte hindurch eine große Rolle in der Berliner Gesellschaft. Im Gegensatz^ zur Bärönin Andrian, ihrer. Schwester, ' die. un-, musikalisch war und.das.offen aussprach.,hatte sie das musikalische Talent des Vaters geerbt. - musizierte.silbst viel, gab'häufig Hauskonzerte. - In chrer. Winterwohnung Unter den Linden 78 (letzt Läirderbank) und. aus ihrem Soin.mersitz am Kleinen.Wannsee empfmg Cornelie Richter Künstler, Gelehrte, Diplomaten, Hofgesellschaft, eine ämmer-! liebenswürdige Gastgeberin, eine Künstlerin der Freundschaft. Die Kaiserin Friedrich.. Eosima . Wagner, Gräfin Attmi Schleinitz-Wolkenstein, die Wegbereiterin Bayreuths, das Fürstenpaar Bülow, um nur einige Namenzu nennen, standen ihr freundschaftlich nahe. Aber auch die neowilhelminische Hofgesellschaft schützte sie. Die Oberhofmeisterin der letzten Kaiserin, Gräfin Vrockdorff, die Hofstaatsdaine Fräulein von Gersdorff und Kabmettsrat von dem Knesebeck waren Habitues ihres Salons. Der zweite Sohn Amalie Beers, Heinrich Beer, war aus der Art geschlagen, ein Sonder-, ling, und was schlimmer war, Verschwender in so hohem Maße, daß er entmündigt werden mußte. Felix Eberty berichtet in seinen Jugenderinnerungen von ihm: „Der wunderliche Mensch, der für viele Tausende von Talern jÄmrödienzettel, Briefknverts und allen.möglichen Plunder kaufte und sein Geld nach allen Seiten zum Fenster hinauswarf, hatte eine ebenso wunderliche Freundschaft mit denr Philosophen Hegel und mit Alexander von Humboldt, welche beide sehr oft seine Tischgäste waren,- und deren Vorlesungen er meistens hörte und nachschrieb, ohne ein Wort davon'zu. verstehen." .Heinrich Beer hatte 1818, im gleichen Jahr wie sein jimgerer Bruder Wilhelm. geheiratet,.. und zwar die Tochter des. Allonaer Kaufmanns Jean Martin Meyer^ Nachkommenschaft hinterließ er. nicht. Im Gegensatz zu Heinrich Beer w.ar-Wil^ Helm Beer, der drttte Sohn Amaliens, ein kluger, tüchtiger Geschäftsmami. der die vom' Barer übernommenen verschiedenen Gefchäfta erfolgreich weiterführte. Dabei fnud er noch Zeit, .sich seiner. Lieblingsbeschäftigung, der Astronomie zu widmen, - für dieer auf; dem Dach des elterlichen Hauses eine Sternwartv mit einem vorzüglichen Teleskop errichtete. Seine Beschreibung des Attmdesin zwei , Bänden brachte ihm ebensoviel wissenschaftlich« Merkennung wie seine vorzüglichen Mondkarten. -Auch politisch trat Wilhelm Beer "her-- vor. Er gehörte der ersten preußischen Repräsentan!tenversammlung an, in der er sich zum „Mittelparkett" zählte. Nicht nur Friedrich Wilhelm .III., auch sein Sohn und Nachfolger MTsMWMr VMs. VGN Man erinnert sich beim Lesen der Verse - aus dem Nachlaß dieses großm Weltverzaube- ' rers durch Phantasie und Sprachkunst unwillkürlich an die lebhafte Schiwerung-Hermann Balirs, wie verblüfft er war, als er in dem Verfasser des ihm unter dem Decknamen Loris - Zur Beurteilung eingereichten Dramolets ..Der Tor und der-Tod" einen jungen, sehr schüchternen Menschen namens Hugo von Hofmanilstha!' kennenlernte. Denn dieses Erstlingswerk hatte auf den Literaturpapst seiner Zeit euren so geivalttgen Eindruck - gemacht, baß er bis zu seiner Bekehrung durchs jene ihm imvergeßbare Begegnng in einem Wiener bafehaus überzeugt war, nur ein bejahrter Rann, sicherlich ein Erernit, hätte nach seiner - Weltflucht infolge schicksalsschwerer Erlebnisse solche erste Jenseitstöne finden können. Der ■SSalbjube Hugo von Hosmannsthal vermochte eben seine Erbteile. Frühreife und Schwermrtt, uicht in seinem Erstling zu verleugnen. Dennoch wäre nichts törichter als eine Kenn- Zeichnung des Dichters durch lediglich diese Eigenschaften; das beweist dw „Nachlese der Gedichte" in S. Fischers Verlag (Berlin), die unser geistiges Bild seiner Entwicklungsjahre um nicht unwesentliche Züge bereichert mtt> dertieft. Der junge Virtuose auf dem Cello der Schwermut findet hier, beglückt von der; herrlichen Fülle des Daseins, die jubilierenden Geigentöne einer' fast goetheschen Heiterkeit, trenn er von den Schönheiten des „Funkelnden, dunkelnden, rauschend unbändigen. Quellenden, schwellenden, lachenden Lebens , Mit Farben und Garben des trunkenen Lebens" . schwärmt. Nicht nur in diesen Versen freilich erliegt der sonst strenge Führer der Sprache 'hrer melodisajen und rhythmischen' VersührungSkunft, ahnt der Kämpfer..um -die Herrschaft über die Sprache durchaus. nicht, wie stark er von chr bereits beherrscht wird. Um so lebhafter ’ vermöchte dann bte scharfe Einsicht des geradezu hellseherischen jungen Dichters in seine Seelenkräste den Leser zu überraschen, wüßte dieser nicht die tauselwjährige. Wurzel jenes Erkeimtnistriebes im Semitentum der Hofmannsthalschen Ahnen. Bereits, der 'Sechzehnjährige erkennt in seiner Hinneigung zu Träumen.seine ^Wesensart als Erwecker der Romantik. So zeichnet er sein' Selbstbildnis in dem Ghasel: -■ Fur mrch .. . Das längst Gewohnte, das-alltäglich Gleiche,. Mein Auge adelt mir's zum Zauberreiche: - Es singt der Sturm sein grollend Lied .für. mich. Für mich erglüht die Rose, rauscht die. . Eiche. Die Sonne -spielt auf goldnem Frauenhaar - -Für mich — und Mondlicht auf dem' ' stillen Teiche. Die Seele les' ich aus dem stummen Blick, . Und zu mir spricht die Sttrn, die schweigend . bleiche. Zum Traume sag ich: „Bleib bei-mir, feiwahr!" , Und zu der Wirllichkeit: „Sei Traum, entweiche!" Das Wort/das . andern Scheidemünze ist, -Mir ist's der Biwerquell, der flimmernd. .reiche. Was ich erkenne, ist mein Eigentum, , .' Und -lieblich locket, was rch Nicht errerckze. In dieser schicksalhaften Schnsucht. das ewig Entschwebende. zu erhaschen, in der scqarfen Unterscheidung zwischen Wlrklrchkett,^und Wahrhett. Sinnentrug und Seelenechcheit, sowie - in der Wiederausivertung des Wortes u seiner vom Bibelvolk angebeteten Zaubev kratt findet: der verlorene Sohn des Juden- ' ttims gänz ahnungslos s^ne geistigen und seelischen Heimkehrwege, der Romantcker mne . Fluchtmöglichkeit.aus. dem (krassen und ohne Ibsens Probleme sowie ohne Gerhart Hauptmanns. Menschenton. . unerträglich^ flachen). Rcaturalismus -seiner Zeit und der durch seine - gesättigte'. Kultur überzüchtete Gesellschasts- . mensch in. Formenadel und zuchtvöller . Sprachpflege ein Bewährungsfeld für ein - aristokrattsches- Künstlerkmn'. Hofmannsthal schien erkanntzu haben, daß' dieses infolge .Ueber« steigerung .zuweilen die Grenze des . Künstlichen streifte; - deshalb stucht. er. manchmal durch vollsliedhafte Schlichcheit und ' Weisen. der Einfalt eine Rückkehr zur Natürlichkeit. So überrascht er in der kleinen -Szene „Was die. Braut geträumt.-hat" durch die Einfachheit.eines echten.Kindertons: Hünmelsschlüfsel werden wachsen, i , 11nd-. es blüht, der viele Flieder '■ . . . Um und um in eurem Garten! 'Und' dä geht ihr auf -und nieder - Und seid Immer Mann und.Frau, Eßt' auseiner Schüssel weide, Trirrkt aus einem Becher beide..—. . . Aber hörst du mich, denn, [du? Hast-ja beide-Augen zu! - Der-Zauberer von Gobelinwirkung^n in seinen Naturschilderungen, kmrn manchmal, so schlicht, wie ein, Hirtenknabe singen:. .Am WaldeSrand -im Gras - < Hab ich geschlafen; ' . . . Gowne Sonnenpselle,- ' ' - . . . . Dicke, heiße, trafen -. . .' ' . " Meine Augenlider, . : . Meine kühlen Glieder. Die -romantische.Borstellungswelt' Hofmänws. thM kennzeichnet vielleicht am -besten die Tatsache, daß in-seinenLandschaften dieGöttinnen der Sage, Melusine, die, Waldfrauen und die „silberhändigen" Dryaden, Auserstehungsseste feiern. Braucht man noch zu betonen, daß dieses Nachlaßiverk, - in dem' Leben, Traum. Tod l und - die Rragie . der Verwandlungen manchen Bersreigen schlingen, nicht -zuletzt durch die.mystische Begleitmusik des Schicksals, durch, Hofmannsthals -Plötzlichen. Heimgang. zauberhafte ■. Seelenströme aussendet? Man sollte diese/Gedichte' in einer romantischen Frühlingsnacht lesen« , in der.. Träumer -aus cuivj Wiederholung mancher Weise ans „Des Knaben Wund'erhorn^ zu vernehmen wähnen^ iärtbur LMrerZisit. Es war seltsam für-mich, als ich vor-eini< ge'r Zeit von-Freunden die-Einladung erhielt^ den Freitagabend in ihrem- Kreise zu verbringen. ■ -- : Ich dachte zurück. BUder fielen mir'eil« aus Kindertagen. Es war in einer kleintzir Stadt inder Pfalz. Meine Großmutter^ es war eine richtige Großmutter, wie: man sie-im -Bilderbuch sinoet, mit Altweiüleinhättbcheni über dem graugescheitelten Haar, betete allein für sich in dem großen, hellen Raum, wo dev .Tisch gedeckt war, — weiß und zierdeloÄ streng. .Der Snbbatleuchter stand aus dieseut .strengen, weißen Tisch. Meine Mutter war da-» gegen, daß man den-Freitagabend hielt, mernj Vater dafür. Erste -Kmdereindrücke waren es^ vergessen bis heute. Jetzt erwacht wieder diesg Stünmung, diese Abende in dem großen, ein* samen Familienhaus, wo nur die Großmutter — „Maria", ja sie hieß Maria.-—- ihren Sabbat hielt. . Ich wurde,meu" erzogen. Ohne jede Vm^ .düng.an religiöse Dinge. Auch meine Schul* kameradinnen waren aus dem. gleichen Milieu! wie ich. - Es war modern, nicht in dis Synagoge zu gehen. Nur mein-Vater tat es. Eq hatte noch diese Bindung an die Mutter be* wahrt. Ganz deutlich erinnere-ich mich an -jene trübe Stimmung^ im Elternhaus — arr den . Feiertagen. Ich höre jetzt noch deutlich den Satz: „Vater macht ein Gesicht, weil bis Mutter -es nicht haben will, daß er in dis Synagoge geht." Ich stand ein wenig verloren dazwischen. Aber meine Mutter zog sich daim sehr -elegant an, und trotz des „G> -lichtes von Papa wurde gut gegessen. Nudelsuppe, und-Geflügel gab es. Es war Feiertag. Und nun stand ich wieder, nach so langen Jahren, in einem Haus, wo SabbaLleuchteir j 3-4-s

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