Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 13 (1934)
- Issue
- 3 (18.1.1934)
- Date
- 1934-01-18
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Palästina eine Chance jüdischer Weiterentwicklung sehen, nicht hingegen die Lösung der jüdischen Not. Und diese Stellungnahme beruht nicht, wie es auf anderer Seite so gern dargestellt wird, auf einem hausbackenen Be» harrungsvermögen. Sie leitet sich vielmehr daraus her. daß nach unserer Auffassung die jüdische Krise in den Ländern gelöst werden kann und muß, in denen die Juden wohnen. Cs ist so billig, die vermeintliche Unerträglich, keit der „Galuth^-Situation immer und immer wieder zu predigen. Man täuscht dadurch leicht eine konsequente und unbedingte Einstellung vor, der gerade die Menschen am leichtesten zum Opfer fallen, die vorher der jüdischen Auseinandersetzung völlig fern gestanden haben. Aber über der Konsequenz in der Theorie vermißt man die Antwort auf die Wirklichkeit, man sucht vergebens Antwort auf die ganz praktische Frage: Welchen Weg sollen die deutschen Juden, deren überwiegen, der Teil unbeftrittenermaßen schicksalsmäßig an Teutschland gebunden ist,'gehen? Taß Gebundenheit an die jüdische Gemeinschaft die erste Voraussetzung für eine unverkrampfte Entwicklung des jüdischen Menschen ist, versteht sich von selbst. Aber mit welchem stecht Privilegiert man diese Forderung als zionistische Erkenntnis? Wir wenden uns mit aller. Entschiedenheit dagegen, daß eine „Positiv-jüdische Färbung' als „Fortschritt in unsrem ld. h. zionistischem) Sinne" bezeichnet wird. 29k lehnen eine derartige, überhebliche Gleichsetzung von „positiv-jüdisch" und zionistisch nicht aus irgendwelchen Partei-' egoistischen Gründen ab. sondern weil nach unserer Auffassung die innerjüdische Aus. oinandersetzung' zur Unfruchtbarkeit verdammt wird, wenn an ihrem Anfang der» artige, sachlich ungerechtfertigte Werturteile stehen. Wenn wir hier von jüdischer Gebundenheit sprechen, so meinen wir dies in einem ganz ernsten und tiefen Sinne. Wir meinen damit kein leeres Lippenbekenntnis, sondern jene innere Aufgewühltheit, die jeden jüdischen Menschen übcrkvnunt, der znm Kern seines 29esens vorzudringen sucht, und die erst den eigentlichen Antrieb zu jüdischer Arbeit und zum Dienst au der jüdischen Gemeinschaft gibt. Wir meinen damit aber auch die Erkenntnis der besonderen Problematik, die für jeden Juden an jedem Orte der Welt darin besteht, daß er nach Kultur, Sitte und lebensmüßiger Verbundenheit in vielfältigster Be- Ziehung mit dem Lande, in dem er wohnt, verflochten ist. Dieses Spannungsverhältnis, in dem der jüdische Mensch zu seiner Umwelt steht,, wird fruchtbar gemacht durch die Heranbildung einer inneren jüdischen Sicherheit, aber es besteht in seiner ganzen köstlichen Schwere für reden, gleichgültig, zu welcher jüdischen Richtung er sich bekennt. Deshalb ist es keine Freude, in dem zitierten Aufsatz, der diese Frage mit zwei Worten abtut, an anderer Stelle zu lesen, das neue Deutsch. Judentum stehe in der Versuchung, „sich mit papierenen Worten oder mit antiquarischen Gütern zufrieden zu geben". Man kann diese journalistische Entgleisung nur mit einer bedauerlichen Unkenntnis von. der Ernsthastig. keit der deutschjüdischen Auseinandersetzung erklären. Es bleibt beim Lesen derartiger Formulierungen ein bitterer Geschmack zurück, und man wird, vom Gesamtjüdischen her betrachtet, traurig darüber, wie auf solche 2Leise ein fruchtbarer Meinungsaustausch völlig unmöglich gemacht wird, wen man sich über derartige Polemiken einfach erhaben fühlen muß. Damit aber kommen wir gleich zu der eigentlichen Kernfrage. Wenn hier gegen die Ausführungen der „Jüdischen Rundschau" Stellung genommen wird, so geschieht es nicht, weil man die dort ausgestellten Behauptungen nicht „auf sich sitzen" lassen kann, sondern weil sic uns ein ernstes Symptom dafür zu sein scheinen, wieweit Journalistik und Wirklichkeit voneinander entfernt sein können. Es hat sich nämlich gezeigt, daß in der Wirklichkeit, d. h. in der praktischen Arbeit, aus unendlichen Gebieten die gleiche Not vor gleiche Ausgaben stellt. Sobald man bei innerjüdifchen Diskussionen vorn Formalen auf das Inhaltliche kommt, verringern sich die umstrittenen Probleme. Das bedeutet nicht, daß grundsätzliche Unterschiede rveg. fallen, aber es zeigt', daß sich die einzelnen Richtungen in eine größere Einheit cinordnen lassen. Auf der anderen Seite aber besteht die ganz akute Gefahr, daß man im deutschen Judentum nicht nur verschiedene Richtungen vertritt, sondern auch verschiedene Sprachen spricht. Dieser Gefahr müssen wir mit allen Kräften entgegentreten. Gerade die Jndenhcit unserer Zeit trägt hier eine besonders schivere Verantwortung vor der Geschichte. Tenn die jüdische Geschichte wird nicht entschieden durch den Sieg dieser oder jener Richtung, sondern durch den Kampf zwischen den zentrifugalen und den zentripetalen Kräften, zwischen denen, deren Parteiegoismus zur jüdischen Selbstzerfleischung führt, und denen, für die die Einheit der jüdischen Gemeinschaft letzter Maßstab und letzte Richtschnur ihres Handelns ist. Werner Roacnstoek. Pressekonferenz im Zenkrcrkcmsschutz für Hilfe und Ausbau Tie Zcntralwvhlsahrtsstclle der deutschen Juden teilt mit: Tie außerordentliche Beschränkung der für die jüdiscl)e Wohlfahrtspflege zur Verfügung stehenden ‘Wittel und die gesteigerten Anforderungen zwingen gebieterisch zu st a r £ st et P lau. Wirtschaft in der Gesamtarbeit, vor allem aber auf dein Gebiet des A n st a l t s w e s c n s. Es ist deshalb in Gemeinschaft mit der „Rcichsvertretung der deutschen Inden" und dem „Zentralausschuß der deutschen Juden sür Hilfe und Auf. bau" ein mit weitgehenden Vollmachten versehe n e r A nstaltsauss ch u s; bei der „Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden" gebildet worden. Ter Ausschuß trat in diesen Tagen unter dem Borsitz von Professor Tr. Seligmann zu feiner ersten Beratung zusammen. Als nächste Aufgaben wurden sofort in ‘Angriff genommen: die Ausstellung von Richtlinien für' die planwirtschaftlichen Vereinfachungen und Zusammenlegungen im Anstaltswesen und die eingehende Durcharbeitung der verschiedenen Arten von Anstalten zur Prüfung der Frage der Notweudiglcit und Möglichleit ihrer Ausrechterhaltnng. Ter Anstaltsausschuß, dessen Geschäftsstelle sich bei der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Berlin-Eharlvttcnburg 2, Kantstraße 158. befindet, richtet an die Landes, und Provinzial-Verbände und Anstalten der jüdischen Wohlfahrtspflege die dringende Bitte, ihn bei seinem, im Interesse der Aufrechterhaltung der unbedingt notwendigen Einrichtungen geplanten Arbeiten verständnisvoll und bereitwillig zu unterstützen. Ter Anstaltsausschuß wird im Bedarfsfälle weitere sachverständige. Srganisationsvcrtreter zu seinen Beratungen hinzuziehen. Tie rationelle Zusammenlegung dieser Anstalten ist eine dringende Sorge auch des Zentralaus» schnsses 'für Hilfe und Aufbau, über dessen wichtigste gegenwärtige Aufgaben sein Generalsekretär Friedrich Borchardt vor einer Pressekonferenz am 16. Januar berichtete. Er bat um Verständnis sür die Notwendigkeit, auch noch arbeitende Anstalten schließen zu müssen. Es ist bei den um mindestens 30 vom Hundert verringerten Steueraufkommen der Mischen Genuinden nicht nröglich. alle Anstalten fortzuführen, deshalb muß man vor allem die rentabel wirtschaftenden zu erhillten suchen. Ern zweites wichtiges Problem, das den Zentralausschuß zurzeit beschäftigt, ist die Neuorientierung in der Bcrnfsumschichtung. In den ersten Monaten glaubte man. mit der Kurzaüsbildung in Schnellkursen auskouuneu zu können. Inzwischen hat man gelernt, daß die kurz ausgcbildeten Handwerker niemals konkurrenzfähig sein können. Die wenigen Monate genügen weder sür die psychische, noch sür die physische Umstellung, geschweige denn für die fachliche Ausbildung. Will man die Menschen nicht nur zu Arbeitern, sondern zu vollwertigen Handwerkern machen, so muß man ihnen die Möglichkeit einer regelrechten Ausbildung geben. Als neue Verpflichtung entsteht dazu jetzt die Ausbildung des ersten Nachkriegsjahrganges. Berussumschichtung und Berufsausbildung müssen auf lange Sicht getrieben werden, auch wenn die Uebergangszeit von dem einzelnen wie von der Gemeinschaft große Opfer fordert. Tie jüdischen Gemeinden müssen in ihren Etats Lummen für diese langfristige Berussumschichtung und Berufsausbildung bereitstellen, wenn sie ihre Pflichten gegenüber den aus ihren Bernsen ver- . drängten Menschen und gegenüber der jungen Generation erfüllen wollen. Mehr als der jüdische Handwerker wird der Landwirt auf Siedlungen außerhalb Deutschlands angewiesen sein. Was bisher in anderen Ländern an Siedlungsgesellschaften ent- ,.anden ist, ist nicht ohne weiteres als gemeinnützig zu betrachten. Jedenfalls wird, wer sich im Auslande ansiedeln will, zweckmäßig den Zentralausschuß um Auskunft über die einzelnen Unternehmen angehen. Die dritte große Sorge des Zentralausschusses ist die zentrale Mittelbeschaffung für die jüdischen Organisationen in Teutschland. Nicht mcr das Steueraufkommen, sondern auch Gebcfrendigleit und Gebemöglichkeit sind stark gesunken. Um so ersorderlicher ist es, daß auch hier Splittergruppen derschwinden, und sich an größere Organisationen anschließen. Friedrich Borchardt warnte vor frciftcverschwendenden, ideologischen Auscinandersetzungen, für die man weder im Jnlande, noch tut Auslande Verständnis ausbringe. In dieser Zeit der ' Not dürfe weder seelische noch finanzielle Kraft durch innerjüdifchen Streit verlorengehen. vr. M. E. Deutsch-jüdisches Sein in der GsgenwuTZ Die Umwälzung, die die deutschen Juden von der aktiven Teilnahme am geistigen und gesellschaftlichen Geschehen im deutschen Volke weithin ausgeschlossen hat, zwingt uns zur Ueberprüsungunserer Lebcnsgrundlagen. Es gilt, einen geistig, seelischen mockus vivendi sich zu erarbeiten, die Möglichkeit eines sinnvollen Lebensaufbaus. Immer und überall ist es dem Menschen aufgegeben, sich in dem ihm zugewiesenen Lebensraum einzurichtcn. Hierzu die Grundlage zu schaffen, liegt unter den deutschen Juden heute gerade denjenigen ob, denen Deutschland stets Heimat war. Es bleibt hier viel Arbeit der Besinnung und Grundlegung zu tun. Erschüttert und aufgewühlt, bedrängt von wirtschaftlichen Sorgen sehen wir den 29eg noch nicht klar Vvrgczeichnet. Wir können heute nicht viel mehr als versuchen, uns zurechtzufinden und das Bild der Zukunft im Umriß vor uns hinzustellen. Um den sinnvollen Lebeusaufbart geht cs. Damit ist int Grunde alles gesagt. Darin steckt Sinn und Ziel der Arbeit deS C. B. Heute wie ehedem. Was bedeutet das? Sinnvoller Lebensaufbau setzt die Entfaltungsfrciheit sür die im Menschen lebendigen Werte und Triebkräfte voraus. . Ans Schicksal, Millen, Sprache, Erziehung, aus dauerndem vielfältigem Einklang mit der deutschen Welt ist uns Inden die deutsche Heimat erstanden. Diesem Heimatbewnßtscin die möglichst vollkommene Entfaltungs- und Betätigungsfreiheit, d. h. aber die Lebensform des deutschen Vollbürgers zu erkämpfen, dies war uns deutschen Juden wesensmüßig aufgegeben. Denn nur dies konnte für Menschen, die dauernd im deutschen Lebcnsraum ansässig waren, restlose Sinnersüllnng ihres Daseins bedeuten. Alles andere Hütte Verkümmerung, Verkrüppelung sein müssen, Abschnürung von den Lebcnsströmen einer Welt, an die man doch schicksalhaft gebunden war. Dartun der Kampf um die Emanzipation, um die staatsbürgerliche Gleichberechtigung. Der Grad der Emanzipation hat geschichtlich geschwankt. Stets gab es Spannungen, die jeweils aus der Zeitlage heraus gemeistert werden mußten. So erwuchs die Geschichte des deutschen Judentums, deren Bewußtmachung heute notwendiger ist denn je; denn gerade die geschichtliche Schau gibt dem Menschen die Kraft, seine Zeit zu bestehen,' weil sie ihn lehrt, wie auch die früheren Generationen in ihrer Zeit ihre Rot zu bezwingen suchten. Vermöge des deutsch-jüdischen Geschichtsbewußtseins lernen wir die deutsch, jüdische Gruppe als eigenständige, mit eigenen Werten und eigener Dynamik erfüllte geschichtliche Individualität begreifen, die dauernd um die Freiheit ihrer Entfaltung kämpft. Als Teil dieses VerwirklichungZ. und Erfüllungsprozesses erkennen wir dann die Gegenwart, und darum bedeutet Geschichtsbewußtsein ein Jn-der-Zeit-sein und Ueber-der-Zeitstehen zugleich, die lebendige Verbindung mit der Vergangenheit und Willen zur Zukunft. Noch niegab es seit dem Anbruch der Emanzipation für das deutsche Judentum ein so schweres Ringen um einen sinnvollen Lebensaufban, um die Sinnerfüllung des deutsch-jüdischen Seins wie in diesen Tagen. In diesem Ringen zu bestehen, ist die, unserer Generation zugewiesene Aufgabe. Hier gißt es keinen Ausweg. Denn ein sehr erheblicher Teil der deutschen Juden wird auf deutsche,n Boden bleiben. Hier einen neuen national-kultnrcll im Judentum zentrierten Lebensranm zu schassen, erscheint nicht möglich. Es bleibt uns somit nur die deutsche Kulturwelt. Aber zu ihr gibt es weithin keinen Zugang mehr für den Schaffensdrang der deutsch-jüdischen Lebenskraft. Der deutsch-jüdische Anruf bleibt ohne Echo. Neben der wirtschaftlichen hebt die Not des Geistes und der Seele an. Wie können wir dieser Not steuern? Die 'Verbundenheit mit der deutschen Kultur, das deutsch-jüdische Wertbewußtsein ist und bleibt in uns lebendig. Aus unserem Aktivitätsbereich ist der Politisch-staatsbürgerliche Sektor herausgeschnitten, hier gibt es kemeMöglichkeiten. Es gilt aber, dem deutschjüdischen Kulturwillen eineu neuen Aktivitätsraum zu schassen. Die Gründung des Kulturbundes deutscher Inden ist hier ein verheißungsvoller Anfang. Auch das Schulwcrk wird, soweit cs die Gesetze zulassen, ansgebaut werden müssen. Damit gelangen wir nicht zu einer jüdischen Kulturautonomie, sondern: die Verwirklichung des deutsch-jüdischen Kulturwertes wird sich im Bereich der deutsch-jüdischen Gemeinschaft vollziehen. Eines ist noch zu sagen: Diese Gemeinschaft wird uns schon vermöge der dauernden Berührung mit der Umwelt nicht dicht umschließen können. Daher erfordert unsere Selbstbehauptung ein starkes individuelles deutsch-jüdisches Kulturwertbewußtseiu des einzelnen, das unabhängig von dem jeweiligen. geschichtlich schwankenden Politisch-bürgerlichen Status seine Lebenskraft bewährt.Der deutsch-jüdische Kulturwert tritt um so stärker als elöment slndlo unseres Seins hervor, je mehr wir vermöge eines vertieften deutsch-jüdischen Geschichtsbetvußtseius das deutsche Judentum als eigengeprägte, nur in seinem Politischen Status geschichtlichen Schwankungen unterliegende Individualität erfassen, als deren Träger sich der einzelne fühlt. So ist uns in dieser merkwürdigen Zeit die verstärkte Hinwendung zur Gemeinschaft und die Festigung des individuellen Wertbewußtseins zugleich aufgegeben. vr. Berthold Weinberg. t SS" Aus einet Rede des Vizekanzlers Das Deutsche Nachrichtenbüro verbreitet einen ausführlichen Bericht über eine Programmatische Nede, die V i z e k a n z l e r v o n P a p e n im Nahmen einer Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft katholischer Deutscher ain 14. Januar in Gleiwitz über das Thema „Die christlichen Grundsätze deS Dritten Reiches" gehalten hat. Vizekanzler von Papen erklärte im Verlauf seiner Ausführungen, gegen Nassenforfchung und Nassenpflege, die das Bestreben haben, die Eigenart eines Volles mög. lichst rein zu halten, und den Sinn für die Volksgemeinschast zn wecken, sei gewiß nichts einzuwenden. Die Liebe zur eigenen Nasse, sagte Vizekanzler von Papen, wird niemals in Haß gegen andere Völker oder Nassen auSarten. Das ist das Entscheidende, und niemals darf diese Nassenpflege in einen Konflikt mit dem Christentum gebracht werden, denn Nasse und Christentum sind leine Gegensätze, sondern nur verschiedene Ordnungen. Der Vizekanzler wandte sich sodann gegen Behauptungen, die in einem Hirtenbrief der osterreichischen Bischöfe ausgestellt worden sind: „Die österreichischen Bischöfe versuchen, vier „Grnndirrtümcr" herausznarbeiten: „Rassenhaß, radikaler Antisemitismus, extremes Nationalitätenprinzip, nationnlkirchliche Bestrebungen". Wir müssen als deutsche Katholiken in der Verurteilung solcher Jrrtümer und Häresien den österreichischen Bischöfen voll und ganz zustimmen, wenn sie in der Tat die Doktrin des Nationalsozialismus darstellten. Indessen — die Doktrin des Nationalsozialismus und ihre Anwendung wird ausschließlich vom Führer bestimmt, und nichts ist uns bekannt, das es rechtfertigen würde, einen der genannten Jrrtümer dem Nationalsozialismus zur Last zu legen. . lieber den Rassenhaß habe ich vorhin schon gesprochen. Ter 'Vorwurf des radikalen Antisemitismus ist um so unverständlicher, als die österreichischen Oberhirtcn selber sich in den letzten Jahren mit Recht und wiederholt gegen die Anwüchse des Judentums auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens gewandt haben. Um mehr als einen Abwehrkampf gegen diese Answüchse handelt es sich auch in Deutschland nicht." * Der Referent sür Bevölkernngspolitik und Nassenpflege im Neichsministeriuin für Vollsausklärnng und Propaganda. Dr. T h o m a l l a . gal' in einer Rede über bevölkerungspolitische Fragen in der Stadthalle in Kassel bedeutsame Erklärungen über die Jndensrage ab. Bei den Beinnhungen um die Neinerhaltung der Nasse, so crllärie Dr. Thomalla, käme nicht die Frage der gelten oder schwarzen Rasse in Betracht, sondern lediglich das Judcnprvblem. Es sei nicht nolroendig. daß man Haßgesänge gegen das Jndeiümn anstimme oder in überheblichem Tone von dessen Minderwertigkeit spreche. Es genüge, daran seüznstellen, daß die jüdische Rasse anders als die arische sei. Tie Natur gebe kein Beispiel, dan Nassen sich vermischen, weil eine derartige Mischung widersinnig sei. Auch den Juden tue man mit der Forderung nach Nichtvermischuug mit der arischen Nasse einen Gefallen, denn die Mischlinge seien unglückliche Geschöpfe, auch wenn sie noch so reich und sozial hochstehend seien. Es habe bei der Trennung von der jüdischen Nasse gewisse Härten gegeben, menschliche Katastrophe!' und Tragödien, aber der deutsche Staat sei gegen die eigenen Volksgenossen, die seinen Forderungen nicht entsprechen, nicht minder hart. n __„ ,_r; J/'r-x 77X r5T\ 1 r^> u Lr oc/ © u {QlHoj® §U, Mb« c-sJ 1 lä ''MM ettu m randunaen . läufer CO. 65*34aflflW)diäufer ca95« 2Vortag, - 65 *120 ZU. 2vorlag. - 65*120LLr. Vorlagen ca§7*110 $#40 ca6§ *j2q4^ brücken ca. -25 160 nach auswärts:/ bö m u sferhe /; J n verlangen sie a n g 0 b 0 '~\,1 / ' / 240 _w__ .<?. Verkauf nur Berlin C2.SpandauerStr.32 'Cilü