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Central-Verein-Zeitung · 1933-12-29 · 50 (29.12.1933) · p. [Seite]

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
12 (1933)
Issue
50 (29.12.1933)
Date
1933-12-29
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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'WM MUR N. W8MÄ .n..E>ior Philippson ist als rincr der führenden „v'ipicn Tcutschlands wohlbekannt. Aus einer ' Sin tot)!tcl)cnöcii wm\hc hervorgegangen, hat er Ö bL -tudium der Naturwissenschaften, nament- L der Geologie gewidmet ganz besonders hat er!, in Bonn und m Leipzig dem Bahnbrecher „ modernen Geographie. Frcihcrrn von Nicht- Ln. angeschlossen. - Tw genaue Erforschung 5 Erdoberfläche und ihrer Formen als Grundlage rilicr Geographie des Menschen bildete das Ziel der rmi diesem begründeten Schule. Philippson hat de-; Meisters in morphologischer Hinsicht ersiilgreichster Schüler" schon in den gruudlegenden Prsitingsschriften, dessen Aussassuug von der Bedeutung des fließenden Wassers für die Formung des 'chittiljee. der Erde sehr wesentlich ergänzt. lUiU dein guhre IH.Sf) beganiien die damals recht beschwer- Itche» Forschungsreisen in wissenschaftliches Reu-- laud, nach den Landschaften und Rachbargebieteil Ericchenlauds. Freudig berichtet der große Lehrer wi, Lven Hediu ilbcr das eben abgeschlossene Werk des jungen Gelehrten, den PeloponneS (1891% „melchcS 3u den beften auf eigenen storschun gen beruhenden geologischgeographischen gehören wird". Dessen Fügten dchneii sich (1900 bis 1904) nach den phy-> Ml verwandten Landschaften Kleinasiens ans. Er ist ihr hervorragendster Kenner und Kartograph gctrorden. — Die Vertrautheit mit den Mittelmeergebicten. welche durch Fahrten nach Italien ergänzt wurden, ergab gcwrstermaßcn als Nebenfrucht seiner Indien eine für weitere Kreise bestimmte, aber von Altsprachlern und Historikern freudig begrüßte Übersicht des Nt i t t e l nr e e r g e b i e t s. seiner Natur und Kultur. (Teubner, 4. Auslage, 1924.) keineswegs wurde bei alledem die Erforschung deutscher Lande vernachlässigt. Wir verdanken Philippson das Verständnis der Formenwelt des Rheinischen Lchicsergcbirgcs. Tie Kenntnis seiner Natur und Äuttitr wurde durch seine Schüler, darunter Fräulein Margarete Kirchheimer, seine jetzige Gemahlin, weilergesördert. — Der belgisch-sranzösische Kriegsschauplatz — am Rordwestrand des Gebirges — an dem auch der Lohn alS Freiwilliger feine Pflicht erfüllt hat, erfuhr durch Philippson eine sachkundige, von vaterländischem Geist getragene Schilderung. Rur eurem Geographen vom weiten Blick wie Phi. uppsvn (er^ hat auch u. a. O st e u r o p a bereist) und schar fein itnn für das Wesentliche, louutc eine leü- Daritellung unseres so lomplizicrteu und po. lckisch zerrissenen Kontinents iu einem Band von mäßigem Umsang glücken. (Bibl. Inst. 1928.) Als das Hauptwerk des Gelehrten werden wohl immer dw noch nicht abgeschlossenen, aber während des Erscheinens bereits neu aufgelegten Erundzüge der allgemeinen Geographie gelten, in denen bis seht vor allem der Formenschätz der Erde und die ihn gestaltenden Kräfte in einer bisher unübertroffenen Form behandelt sind. Ter frühzeitigen wissenschaftlichen folgte nur zögernd die amtliche Anerkennung. Erst im Jahre 1904 wurde ihm das Ordinariat in — Bern. 1900 in Halle und 1911 allerdings das hvchangesehene m Bonn übertragen. Tic ihm anläßlich seines Scheidens ans deni Amt überreichte Festschrift feiert nicht nur den ausgezeichneten Forscher und Lehrer, sondern auch den warmherzigen Freund der Jugend. Leine wiederholte Wahl zum Vorsitzenden dcS Fachausschusses der Notgemeinschast der deutscheu Wissenschaft und des Hochschnlverbandcs deutscher Geographen bekundete das Bertrnuen der Kollegen zu seiner Sachlichkeit und seinem Tätigefühl. Mitten noch während der gärenden Maientage 1932 hat ihm die Gesellschaft 'für Erdkunde in Berlin um seiner Verdienste die schönste Auszeichnung. die goldene Nichchofen-Medaille. verliehen. Möge des Siebzigjährigen, der sich mit seiner Gemahlin zu neuer Forschungsarbeit nach dem Land der Griechen anschickt, bewundernswerte Rüstigkeit des Körpers und die Frische des Geistes noch lange erhalten bleiben. Prof. A. K. Von Raimund Eberhard, Landgerichtsrat i. N. U\ Punkt 19 des Programms der NSDAP lautet: „Wir fordern Ersatz für das der materialistischen Weltordnung dienende römische Recht durch ein deutsches Gemeiurecht." Gegenüber dem römischen Recht seien nun hier Sprüche über Recht, Richter und Gerechtigkeit aus der Bibel angeführt: N e ch t inii{] doch Recht bleibe n." (Psalm 94,15.) (Das Wort steht in Stein gemeißelt über der Pforte des Schwurgerichtssaals in Schwerin i.M.) „Richtet recht zwischen jedermann imb feinem Bruder und dem Fremdlinge. Keine Person sollt ihr im Gericht ansehen, sondern sollt den Kleinen hören wie den Großen und bor niemandes Person euch scheuen. Denn das G e r i ch t a in t i ft Gottes. 5. Mosis 1, 16 f. Der Herr euer Gott ist . . . ein großer Gott, mächtig und schrecklich, des keine Person achtet und kein Geschenk nimmt, und schafft Recht den Witwen und Waisen und hat die Fremdlinge lieb, daß er ihnen Kleider und Speise gebe. 5. Mosis 10, 17 f. Du sollst das Recht nicht beugen und sollst auch keine Person ansehen, noch Geschenke annehmen; denn die Geschenke machen die Weisen blind und verkehren die Sachen der Gerechten. Was r e ch t i st, dem sollst du nachjagen. 5. Mosis 16,9. Du s o l l st das Recht deines Armen nicht beugen im Gericht. Sei ferne von falschen Sachen. Den Unschuldigen und Gerechten sollst du nicht erwürgen. Denn Ich lasse den Gottlosen nicht recht haben. Du sollst nicht Geschenke nehmen. Denn Geschenke machen die Sehenden blind und verkehren die Sachen der Gerechten. Tie ss-remdlinge sollt ihr nicht unterdrücken. Tenn ihr wisset um der Fremdlinge Herz, dieweil ihr auch Fremdlinge in Aegyptcnland gewesen. 2. Mosis 23,6. Ihr sollt nicht unrecht handeln im Gericht und sollt nicht vorziehen den Geringen, noch den Großen ehren, sondern du so ll ft d ei - n^e n R ä ch st c n recht richten. 3. Mosis Josaphat sprach zu den Richtern: Sehet zu, was ihr tut; denn ihr haltet das Gericht nicht den M e n s ch e n . sondern de m Herrn; und c r i[t miteuch i m Geri ch t. Darum laßt die Furcht des Herrn bei euch sein, und hütet euch und tut's. Denn bei dem Herrn, unserem Gott, ist kein Unrecht, noch Ansehen der Person (ähnüch Sprüche 24.23: „Tie Person ansehen im Gericht ist nicht gut."), noch Annehmcn des Geschenks." (2. Ehronika 19,6.) Lernet Gutes tun. trachtet nach R e ch t, helft dem Unterdrückten, schaffet den Waisen Recht, führet der Witwen Sache. — Jesaias 1,17. (Aehnlich Jeremias 7,5 f.) Wehe denen, die . . . den Gottlosen gerecht sprechen um Geschenke nullen und das Recht des Gerechten von ihnen wenden. Jesaias 5,23." G e r e ch t i g k e i t u n d Gericht i st Deines Stuhles Festung (o Gott). Psalm 39,15 und 97,2. Durch (9 erechtigkeit wird der Thron befestigt. Sprüche 16, 12 und 25,5. (Vgl.: „Justitia est fundamentum regnorum.“) Gerechtigkeit e r h öhet ein Volk; aber die Sünde ist der Leute Verderben. Sprüche 14,34. Tie Lehrer werden leuchten, wie des Himmels Glanz, und die so viele zur Gerechtigkeit weisen, wie b t c Ster n e immer n n d e w i g l i ch." Dieses Wort ziert Fichtes Grabstein, der ja durch seine Vorlesungen über „Raturrecht" auch zur Schar der Rechtsgelchrten gehört. Gemeinnutz vor Efes Sehr geehrte Schrinieitung! Der in der CV-Zcilung Nr. 45 erschienene Artikel „Solidarität“ ist vielen jüdischen Angestellten aus dem. Herzen gesprochen. Ich selbst bin von einem prominenten Mitglied der jüdischen Gemeinde einer Provinzialhauptstadt, dem Inhaber eines Modenhauses mit etwa 125 Angestellten, entlassen worden. Bei dieser Entlassung haben Gründe niilgesproehen, die n dem Artikel Solidarität, besonders im vorletzten Absatz treffend gekennzeichnet sind. Jedenfalls ist es gut, dass nun endlich diese Frage behandelt wird, damit weitere Fälle vermieden werden können. Es genügt nicht, dass man nur jüdisch denkt, sondern man muss danach handeln. Oder dass man sagt: ich bin deutscher .lüde und stehe auf dem Boden des nationalen Deutschland, sondern man muss auch nach den Richtlinien der nationalen Regierung handeln. Es genügt nicht, dass man diese Richtlinien nur auf andere Mitbürger anwendet, sondern auch bei den Glaubensgenossen. Nur dann können wir unseren Mitbürgern imponieren, wenn wir endlich an fangen, ausser Artikel zu schreiben, in unseren eigenen Reihen Ordnung zu schaffen und alles was morsch ist und Eigennutz vor Gemeinnutz stellt zu brandmarken, und so für die Erneuerung des Judentums zu kämpfen. Wir brauchen dazu keine neuen Vereine und Organisationen, im Gegenteil, wir haben deren zuviel. Aus den bestehenden Organisationen heraus müsste alles was ideal denkt, besonders die Jugend dafür sorgen, dass Juden, die die Gesamtheit schädigen, auf ihre Pflichten aufmerksam gemacht werden. Es müsste bei der Reichs- Vertretung der deutschen Juden eine Steile geschaffen werden, die energisch den Kampf für die Reinheit uud Erneuerung der den Ismen Juden aufnimmt. unter dem Motto der Regierung: Gemeinnutz geht vor Eigennutz. Kurt Goldsclnni.lt. einer Schubert-Interpretation denkbar nctf)c. Im Mzeu ein prachtvoller Eindruck, auf den das Publiblm mit Jubel reagierte. M'eu den ständigen Dirigenten Taube und iltoseuswck leiten gelegentlich Gastdirigenten das Orchster. Neulich dirigierte Hans Heinrich Peps er uu Programm. das großenteils schon unter Taube 'iffpielt wurde. Er 'übernimmt damit im wesentlichen die Arbeit, die ein anderer in den Proben fldeiiU't hat. Kanu cs hier zu einer selbständigen Aaluug naturgemäß nicht kommen, so ist doch die liirhe bemerkenswert, mit der Peyser das Orchester lchck.chie Sicherheit, mit der er sich von' Partiturt'ild srcimacht. Tie anfangs oft hastigen, unnötig Kcheu Armbeweemigeu wAoren sich im Verlause Nbcuds mehr und mehr. Die abschließende U'mv.^Ciipcrtni-c von Weber wurde unter ihm mit schvsieiu Schwung gespielt. Ter Höhepunkt des A'eiidö aber war diePuüerpreiativn des Chvpinschen Aiielhllouzerts durch Georg B e r t r a m. Ich bke ihn uud) nie so glänzend disponiert gehört, [ict einem derartigen Fug ins Große. Wir werden *-K' .paniert nicht oft in solcher Bolleudung hören iMicu. mit solch selbstverständlicher Beherrschung virtuosen Schwierigkeiten, solcher Leucht, und -lii^rucl-llrast der Kantilenen, solcher Klarheit des ^Nümeuialen Beiwerks. Sv gestaltet Bertram ein -'-ad. das der Geslaltmtg nicht leicht zugänglich ist, e"!.,-' "och Zwischen zwei Stilen schwankt, in den d'ELstN'zivischenspielen des ersten Satzes etwa nach vuigü) geprägt ist und erst im langsamen Satz LW zum eigentlichen poetischen E.hppinstil findet. , Phes Ros en stock hat eine völlig neue BorüEAvlge einstudiert. In ihrem Mittelpunkt steht ^ckhoveus 8. Sinsvnie, der die Probcuarbeit be- 1Jugute füm. Orchesterarbeit ist Probenv'iu^1 ar ^ohe Niveau beweist, daß Nosenstock n, ^"llührimg mustergültig vvrzuberciten iueiß. 1,0" 'lchsührung selber besticht die verblüssende s' ,mlriCl' die überlegene Beherrschung ifj.19jrted]iiifd)en, das sich bei ihm mit Spar- Noblesse der Stabführung Paart. Es cmic'-)cinenb Nvsenstocks Ausfassung, das des ersten Satzes sehr langsam, das --uauelt sehr straft zu nehmen, während Richard mm äu!n Beispiel diesem Satz den Charakter des km? 'Ln'1^zuschrieb. Bemerkenswert bie tyriUietibc Leichtigkeit des Finale, <fthseUt! lm* der in der Reprise detz ersten äa .^i^tthcma lagt Straffheit war auch imtct dem die Interpretation von ' 1 ns Londoner D-dur-Smfonie stand. Hier mußte die Oboestimme teilweise anderen Bläsern ziigcteilt werden. Einigen Versehen standen diesmal auch schbne Leistungen der beiden Hornisten, des Flötistcn und des Fagottisten begcnüber. Fivischen den Smsouieu spielte die Pianistin Rosa E 11’ i n Webers Konzertstück-, eine Virtuosin großen Stils, die mit stupender Technik die Passagen, Oktaven, Glissandos nimmt. Mer Technik ist ihr nicht Selbstzweck, gibt ihrem sicheren musikalischen Instinkt nur die Voraussetzungen, die Freischützromantik des KonzertstückeS in allen feinen Schattierungen ans den Tasten zn holen. Ludwig AUmnnn. Svosusri Ut sfirÄBHfc In einem Konzert der Künstlerhikfe der Jüdischen Gemeinde am 27. Dezember gaben die Atadrigalvereinigniig unter Leitung von Tr. M i s ch und die Harfenistin Ilse N a t h a n den Darbietungen von'.Lola P o l a j e w e r (Sopran). Paula Lindberg (Alt) und Professor Loonid K r e u tz e r einen würdigen R'ahmen. Lola Pola° sewer. die Lieder von Schubert und BrahmS sang, gestaltete „den Schmied" zu einem kleinen Kabinettstück. Paula Lindberg trug Lieder jüdischer Komponisten vor und wußte in dem Lied „Die Zymbel" von Roskin jüdische Schicksalhastigkeit ergreifend wrederzugeben. Die beiden schönen Stimmen der Sängerinnen vereinigten sich in Duetten von Mendelssohn. Professor Kreutzer zeigte in Werken von Chopin großes meisterhaftes Können. Jede Wertung der technischen Leistung schwindet, und cs bleibt mir das zu tiefstem Leben erweckte Werk. Bedauernswert ist nur, daß da8 indische Publikum solche Beranstaltimgen, die beste Leistungen erstklassiger Künstler bieten, so schwach besucht. E- W. mnmMtmtttt Der Noskmsche gemischte Chor gab am 25. Tember ein Konzert zugunsten der Berliner jüdrseu Wohlfahrts- und Jugendämter Charlottenirn und Nordwest. Tie Bortragssvlge war allzu mt und umfangreich, die Ausivahl und Zusammen, 'kluna der Werke nicht immer glücklich. Atöglrchst ele Leistungen zu zeigen und möglick)st viele ünstler herauszustellen, kann m einer Zeit, m der, ie in Berlin, die Zahl jüdischer musikalischer Bcr° istaltungen ständia zunimmt, nicht Richtschnur in Dieö darf gesagt werden, ohne die sicherlich 'sie Absicht der Veranstalter verkennen zu wollen, 'er Chor, der drei von L. Lewandowsky vertonte Psalmen, daS Große Halleluja von Beethovens Lehrer Reefe und den bekannten Walzer .Künstlerleben" von Johann Strauß bot, läßt eifrige Schulung erlermen und kann bei weirerer Turcharbeitung der Stimmen zu einem brauchbaren Klcmglörper anSgeblkdet werden. Tie Vokatsvlisten Toni Türk (Sopran), Toni Dasen (Alt). A. Friedland (Tenor) und Oberkantor Wilhelm Friedman n (Bariton) hatten regen Beisatl. Charlotte R o s e n gefiel als vortrefslickie Sologeigerin ivie als sichere Führerin des nach ihr benannten Ouartctts, das. zusammen mit Harmonimn (Hermann Schivarz) als Orchesterersatz diente. Btit schönem Harsenspiel ersreute Ilse 1k a t h a n, wahrscheinlich eine der gauz wenigen jüdischen Vertreterinnen dieses Fachs. Besonderes Interesse fand Eugen Henk in mit seiner Aetherioellenmnsik, die ein iveuig aus dem Rahmen der Beranstaltung Heraussiel. Das stark besuchte Konzert, das unter der Leitung von Janot S. R o s k i n stand, wird den guten Zweck der Veranstaltung in erfreulichem Maße erfüllt haben. —tli— Nunlr Wende Das Programm des gut besuchten Bunten Abends am 20. Dezember erössnete der Cellist Godfried Z e e l a n d e r mit dem von Bruch bearbeiteten Kol nidre. Rose Walter sang die Jom-Kippur- Hhmne .Ich schimcho", ferner Lieder von Brahms. Schubert und Strauß mit Gestaltungskrast und stut geschulter Stimme. Als künstlerischer Höhepunkt ist Maurits van den Bergs Vortrag der Variationen über ein ungarisches Thema von Hnbah zu iverten. Virtuos in den Flageolettkadenzen und silberrein in der Kantilene gab hier ein großer Künstler das Beste. In zwei Triosätzen von Philipp Scharwenka fanden sich Erna Klein, die auch als verständnisvolle Beigleiterin wirkte, Godfried Zeelander und Ataurits üan den Berg tn ausgezeichnetem Spiel zusammen. Stella Hah trug heitere Gedichte mit viel Temperament vor. Für den erkrankten Willi Prager trat Elli B a r n a s mit gut gewählten Chansons auf, die mit viel Beifall ausgenommen wurden. Musikalische Scherze, vorgetragen von Harry Hauptmann, lösten beim Pubkilnm hellen Jubel aus. Lustig waren besonders seine Schlagervergleiche. E. W. Am 27. Dezember veranstaltete die Bezirksstelle Mitte des Jüdischen Wohlfahrts- und Jugendamtes Berlin, unterstützt vom Ensemble des Kulturbundes deutscher Juden einen Bunten Abend. Fritzi Io kl und Susanne Stein gewannen schnell die Sympathie des Publikums. Heinrich K o r n erfreute die Zuhörer durch den imgeküiistelten Vortrag seiner Lieder. Fred Alerauder, der für Mar Kvninski einspraug. brachte gntgeivähkte jüdische Literatur zu Gehör und Ruth A n s e l m erntete wohlverdienten Bei - fall für ihre Tanzvorsührnugen. In Wilhelm A l 1 m n n n fanden die Sänger einen verstünduis- Vvllen Begleiter. E. II. Konzrcle in Zreslou Im Hanse von Paula O l l e n d o r s f musizierten vor einem großen Hörerlreis Iascha B c r iu st e i n und Lptte S ch o e p s . N o g o s i n } f i. Bernstein, der Cellist des Pvzniak-Trios. glänzt durch Rckisikalität und technische Sicherheit. Die Pianistin Lotte SchoepsRogvsiusti stellte ihre Virtuosität und die Reise ihrer künstlerischen Leistung erneut unter Beweis. Erfreulich, daß mit liebevoller Hingebung auch einige alte 'Meister gespielt ivurdeu. Selma W o l s - S o b e r s k i gab mit 18 ihrer Schüler und Schüleriuiieu ein Hanslonzert. das im Ensemble- und Solvspiel ausgezeichnete Leistungen austoies und den Wert häuslichen Zusamnieitspiels deutlich erkennen ließ. Neben Frau Wvls°Loberski boten Haus P i s ch n c r unb Heinz Süß in a n n besondere Leistungen. Lore Weigert sang mit bester Wirkung einige Zigeunerlieder von Brahms, Mathilde Hirsch. K a u s s m a n n und Lotte G l o g a u? r gaben ein Konzert auf zwe' Klavieren. Mathilde Hirsch-Kausfmann, durch ihre langjährige Konzcrttätigkcit bestens bekannt, entzückte durch die Feinheit ihrer Interpretation und ihr künstlerisches Temperament. Ihre frühere Schülerin Lotte Gkogauer ist selber zur Künstlerin heimugercist und spielt technisch vollkommen mit starkw persönlicher Prägung. Das Zusammenspie! bcid-'r Flügel war köstlich Lotte R o s e n b e r g sana mit ihrem klaren. Hellen Organ, das sie in Klang und Vortrag zu ansgezeichneter Wirkung bringt, einige Lieder und Arien. . 8chw. Generalmusikdirektor Joseph Nosenstock, ^er musikalische Leiter der Opernabteilung des Kulturbundes deutscher Juden, ist von der Antiverpener fläniischen Oper eingekaden worden, eine Festausführung des .Rosenkavalier" von Richard Strauß zu dirigieren. Generalmusikdirektor Nosenstock wird diesem Ruf Folge leisten.

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