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Central-Verein-Zeitung · 1933-12-29 · 50 (29.12.1933) · p. [Seite]

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
12 (1933)
Issue
50 (29.12.1933)
Date
1933-12-29
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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hm Referat von Dr. Alfred Hirschberg (Berlin) berichtete Dr. Fcldmann über die besonderen Problcme seines Landesverbandes. In angeregter Ansspräche, die Dr. Mainzer (Stuttgart) leitete. be° 'O-V^y Ivü y* (rJ Cr * M.5? V»»Vv)iiavwiJi,«ä v*W Vw’WU^VviitSWiiUCvIfSi^^wtV Der Reichsminister dcZ Innern Dr. Frick hat die auf der 11. Tagung des Ausschusses für das Nntcrrichtswcsen beratenen „Leitgedanken Zur Schulordnung" als verbindliche Richtlinien erklärt und sie den Landesregierungen zur Kenntnisnahme übermittelt. In den Leitgedanken zur Schulordnung heißt es u. a.: I. „Die oberste Ausgabe der Schule ist die Erchehinig der Jugend zum Dienst am VolkStum und Staat im nationalsozialistischen Geist. Alles, was diese Erziehung fördert, ist zu pflegen, alles, was sie gefährdet, zu meiden und zu bekämpfen. Richtunggebend für die Volks, nnd staatspolitische Erziehung sind die durch die deutsche Freiheitsbeweguug bestimmten Ziele der Reichsregiernng. Das gesainte innere und äußere Leben der Schule steht im Dienst dieser Aufgabe. . Leiter, Lehrer, Schüler nnd Schulangestellte sind ihr dervflichtet. Die Ueberwachung steht lediglich den Vorgesetzten Behörden zu. Die Hitler-Jugend ergänzt diese Arbcit^durch Stä!>luug des Charakters. Förderung der Selbstzucht und körperliche Selmlung. Sie hat die Schul. gecoalt unbedingt ,;u acliten imb ihre Mitglieder anzuhalten, die Forderungen der Schule Volt zu erfüllen. . . Die allgemeinen Gesichtspunkte in dem Erlaß des preußischen Atinisters für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung tabgedruckt im Zentralblatt für die gesamte UnterrichtSveravnltuug in Preußen 1033 Soeben erschien: l iß/^ iL, --- st l hsi t 'E I!!j!-i“:;i;1 h 'S. j'l ft von Dr. Rudolf Callmann, Rechtsanwalt am Landgericht in Köln (dessen Wettbewerbs-Kommentar im vorigen Jahr in 2. Auflage ausgegeben wurde). Seit 8 Jahren der erste croGa Kommentar zum ticutseSisii Itartßilrccht, do? Elle neuen itariellsoscfze üg? RciehsrcQicruna vom iS. Juli 1033, dio ßosariito bisherlcie RechtsarGKÜiunti und das Schrifttum tits 1. Ohio her 1033 bsrüdisEchtict. l'mfjuu; (20Sp!Um] / Proiü in j,einen RM. [ C. £11.! b. Dm Boräin W 15 Patiacir Streßo 44 Fbili-Verlaß n. Bschtianülnng sprachen die Vertreter der württcmbcrgrschen Ortsgruppen ihre Sorgen und Hoffnungen. Eine starke Belebung der GB-Arbcit in Württemberg wird die unmittelbare Folge der Tagung sein. <il V & & iy v ‘J 1>'J v J v b pch V?' p O iki vvj iVÜv S. 233) sind zu begrüßen, besonders auch die Bestellung von Verirmieuslehrern. Diese haben im Einvernehmen mit den Vertretungen der Eltern an den einzelnen Schulen und mit den Schulärzten zu arbeiten. NI. Schüler, die der Hitler-Jugend oder der SA angehören, dürfen deren Uniformen und Abzeichen in der Schule und bei ^chulvcranstaltungcn tragen, außer ihnen nur die Schnlgruppen des Vereins für das Deutschtum im Ausland und die Sportjugeud. DaS Tragen sonstiger Abzeichen und Uniformen, namentlich von bclcuntnismäßig abgegrenzten Jugendbünden, in der Schule nnd bei Schulveranstaltnngen ist verboten. Das deutsche Turn- und Sportabzeichen sowie etwa eiugeführte Klassenmühen sind zugelassen. V. Lehrer und Schüler erweisen einander innerhalb und außerhalb der schule den deutschen Gruß (Hitler-Gruß). Ter Lehrer tritt zu Beginn jeder Unterrichtsstunde vor die stehende Klasse, grüßt als erster durch Erheben des rec!>ten Armes und die Worte „Heil Hitler"; die .Klasse erwidert den Gruß durch Erheben des rechten Armes und die Worte „Heil Hitler". Der Lehrer beendet die Schulstunde, nachdem sich die Schüler erhoben haben, durch Erheben des rechten Armes und die Worte „Heil Hitler": die Schüler antworten in gleicher Weise. Sonst grüßen die Schüler die Mitglieder des Lehrkörpers im Echnlbereich mir durch Erheben des rechten Armes in angemessener Haltung. Wo bisher der katholische Religionsunterricht mit de>u Wechsclsprueh „Gelobt sei Jesus EhristuS" „In Ewigkeit Amen" begonnen und beendet nmrde, ist der deutsche Gruß zu Beginn der Stund? vor, am Ende der Stunde nach dem Wechselspruch zu erweisen. _ Ten uichtarischeii Schülern ist es freigestellt, ob sic den deutschen Gruß erweisen oder nicht. . Znm Beginn der Schule nach allen Ferien und zum Schulschluß vor oben Ferien hat'eine Flaggenehrung vor der gesamten Schülerschaft durch Hissen bzw. Ricderholen der Reiehssahnen unter dem Singen einer Strophe des Deutschland- und deö Horst-Wessel-Liedes stattzufinden." Die bedeutsamen Aussüln'uugeu der neu veröffentlichten Richtlinien bringen insofern eine gewisse Klärung für die jüdische Schülerschaft, als es ihnen freigestellt ist, den deutschen Gruß zu erweisen oder nicht. Zugleich ergibt sich ans den Richtlinien die enge Verbindung, die zwischen der Schule nnd der nationalsozialistischen Jugendbewegung geschaffen werden soll nnd teilweise schon be° steht. Ter jüdische Schüler, der insplge der Entwicklung an dieser engen Zusammenarbeit nicht teilnehmen kann, ist naturgemäß ans die Dauer einer gewissen Isolierung ansgesetzt. Es bleibt abzuwarten, in welcher Weise sich die neue Ordnung ans das Zusammenleben von jüdischen und uichtjüdischen Schülern im Schulleben auswirlen wird. Zweijetlos wird es notwendig sein, den verbleibenden jungen jüdischen Menschen einen festem seelischen Halt in der jüdischen Gemeinschaft zu bieten, der sie befähigt, ihr Schulziel ohne allzu große Schwierigkeiten zu erreichen. M MW^sMWWA ftjx EMiWM SN MMM Wie der „Amtliche Preußische Pressedienst" mitteilt, hat der Minister für Wissenschaft. Kunst imb Volksbildung in einem Erlaß, der der Negelung des Reichchzesetzes gegen die ttcberfüllung der deitischcn Schulen und Hochschulen vom 25. April lüllll zugrunde liegt, Bestimmungen über die endgültige Zulassung nichtarischer Studierender an den amtlichen Kunstschulen uitd Akademien. Meisterateliers, Hochschulen für Musik und den Meisterschulcn für musikalische Kompositionen getroffen. 91 ach diesem Erlas; werden die einzelnen Lehrmstjtute in Zukunft einen Ausschuß zu bilden haben, dem die Entscheidung über die endgültige Zulassung arischer Studierender obliegt. Nach den Richtlinien der Knnstabteilnng des Ministeriums darf der Anteil der nichtarischen Studierenden auch an diesen Schulen nnd Akademien den Hundertfach von 1,5 der Gesamtheit aller Studierenden nicht überschreiten. In erster Linie sollen von den zuzulassenden Bewerbern nichtarischer Abstammung nur diejenigen berücksichtigt werden/ deren persönliche imö künstlerische Eignung znm Studium fcststeht. Den Nachweis der künstlerischen Eignung sieht der Erlaß gegebenenfalls in der erfolgreichen Ablegung der Aufnahmeprüfung an der Hochschule, der Nachweis der persönlichen Eignung dagegen werde erst angenommen werden können, wenn der Bewerber den Nachweis geführt hat, daß sowohl er als auch seine Vorfahren in enger Beziehung zum Deutschtum gestanden haben. Ein Anspruch auf Zulassung znm Studium steht jedoch keinem Bewerber zu.. . Dieser Erlaß, der sich im allgemeinen an die Anssührnngsbestiinntnng des Gesetzes gegen die Ueberfüllting der Schulen nnd Hochschulen anlehnt, enthält insofern einige Neuerungen, als die Zahl von 5 v. H. für die verbleibenden Schulen, die im Schulgesetz vorgesehen ist. nicht erwähnt ist. Weiter wäre es wichtig, zu erfahren, in welcher Form der Nachweis geführt werden soll, daß er sowie die Vorfahren eines nichtarischen Bewerbers in enger Beziehung zum Deutschtum gestanden haben. M) kür MtziMKGWM Der preußische Minister für Wissenschaft. Kunst nnd Volksbildung hat in einem Erlast angeordnet, daß das Gesetz gegen die Nicherfüllung deutscher Schulen nnd Hochschulen auch auf die Wvhlfahrtsschnlen, Landpflegeschulen, sowie auf die sozialpädagogischen Seminare nnd Lehrgänge sinngemäß Anwendung findet. Die Entscheidung über die Aufnahme von Personen, die im Sinne des Gesetzes nichtarischer Abstammung sind, behält sich der Minister künftig für jeden Einzelsall vor. Abweichungen von den Prüsnngsvorschristen Werden für Personen, die im Sinne des § tl deS Gesetzes zur Wiederherstellung des Berussbeamtentmns nichlarischer Abstammung sind, künftig nicht mehr zugelassen werden. ’Amh üE-acUGJszMgjem' jLantasrisaad etafeisa Rabbiner Dr. Felix Goldmann. Leipzig spricht * Montag, den 1. Januar, abends 8U in Beuthen im Saale des Hotels „Kaiserhep- Dienstag, den 2. Januar, abends 8K Uhr' in Hluden bürg in der Synagoge; Mittwoch, den 3. Januar, abends SU % inRatiborin den Lvgemäinnen in Brucks Heich Lsaßesverband Kicderschlesien Rabbiner Tr. Felix Goldmann, Leipzig spricht Sonnabend, dcn 6. Januar, abends 8 \uir in Breslau (Lesjing-Loge) über „Deutsches Juden.' tum heute und morgen". KriWMWM A kiÄWMeÄA Mit Wirkung vom neuen Schuljahr an > dürfen nach einer Verfügung der hessische! Ministerialabteilnng für Bildnua-nveiat! unter keinen Umständen Freistellen an nicht, arische Schüler und Schülerinnen verliiIn werben. Es sei selbstverständlich, daß u:i nationalsozialistischen Staat öffentliche M'.rtll nur an Volksgenossen gegeben fverden fömu teil, insbesondere, wenn es in Pffentkichen Belangen wünschenswert erscheint, nnbemivclj ten Schülern nnd Schülerinnen mit bosoßHertr! Begabung den Weg zu einer höheren Au», bildnng zu bahnen. SLÄöexMLNÄ im& WÄMMör Das preußische Staat-rministerinm hat durch eiw Gesetz zur Aeuderuug der Bestimmungen des Aelnsihuluuterhaltungsgesctzes die Rabbiner und ,'üdisehen Vertreter aus den Schnldeviltativnen „,->d Schulvorständen an-sgeschlviscn. Das BoU-schmuntrrhalukugsgesetz sah bislier vor, daß in eile:, Fätleit, in denen au einem Ort mindestens zwaigiz jüdische Schulkinder sich befanden, auch der dicwb älteste Ortsrabbiner in die Schnldepntatiun. die die Schnlvermaltting des Ortes Ztt besorgen hat. eintrcten soll. Ebenso war die Hinztiziehung dc- Rabbiners für den Lchulvorstand vorgesehen. Wenn auch der zngezogene Rabbiner IE der Besetzung der Lehrerslellen einen gewiiscn Einfluß geltend machen konnte, so bestand doch seine Hauptaufgabe in der Betreuung ber füdischen Schnllinder, von denen ja auch weiterhin ein beträchtlicher Teil die öfsentlichcit Bolksschnlen weiter besuchen wird. Den jüdischen Gemeinden erwächst durch diese Nciiregelmtg die Aufgabe, die jüdischen Schulkinder aus den öffentlichen Bolksschnlen künsng ans andere Weise zu betreuen. Rcutzebraisch für jüdische Bolksschülcr i Tie Private jüdische Bollsschttle Morijah-üölit ln' \ seit eliva zwei Rtonaten außerhalb ihres Lehrchuu { für die Schüler nitd Schülerimten ihrer Obert llassen ztvei Sprakhlurse eiitgerichlet, in denen Ae»; liebräiskh unb Ettglisch gelehr! wird. Beide llucß sotten von, t. April Mül ab zu einem staiibiga» Teil des Lehrplans erweitert werden. chidij.Ä Volksschulen, die eilt gleiches Interesse haben, uwden gebeten, sich ziveets Meinnngsri»d EriahrungE austauschs an die Vvllsfchttle Acorijah, ilow, St. Apernstraßo 29—31. zit rvenden. LyrikT Die Klagen über das mangelhafte Interesse, mit dem an ihr begegnet, wollen nicht abreisten. Die Fragestellung nach der heutigen Situation lyrischen Schaffens hat zwei Gesichter, ein ideelles und ein materielles. Ideell gesprochen ist es ein Irrtum zu glauben, daß politisch nnd weltanschaulich beivegte Zeiten der Lyrik abhold seien. Das Gegenteil ist der Fall. Seit Alkäos sind bewegte Zeiten stets lyrilfrenitdlieh gewesen und werden eS stets sein — gesteigerte Intensität des Lebens bedingt stärkere Erlebmssähigkeit des Künstlers nnd erhöhte Atifnalfmesähtgteit des Genießenden — imb dadurch, daß ernste nnd bedeutungsvolle Fragen an die Geiteration gestellt werden, wird das Niveau der Lyrik gehoben. eS bleibt kein sitanm mehr für das gehaltlose Säuseln der Goldschnitt-Gedichte, die Probleme, um die cs geht, nähern sicch dem Ewigkeitswert imb verlangen gebieterisch ernste und intensivste Gestaltung. Anders, weit anders allerdings sieht die materielle Seite der Frage aus. Man wirft dem Lyriker bisweilen vor, er sei kein Kaufmann. Alan vergißt, daß der schöpferische Meusch. der vor allen anderen bei seiner Produktion ans höchstgesteigerte Feinfühligkeit angewiesen ist. auch am leichtesten verläßlich sein muß. Wäre er kaufmännischer, so wäre er es nur auf Kosten seiner knnstlerisclfen Fähigkeiten. Und noch ein anderer Gesichtspunkt: der Absatz eines Gedichtes, seine Verwertung erfordert Rücksichten — Rücksichten ans die Sonderinteressen nnd Svndereinstellnngen der Organe, die für einen Abdruck in Frage kommen, Rücksichten auf die vcrschiedcnartige Mentalität der Lesergruppen mit all ihren weltanschaulichen und wirtschaftlichen Abschattungen. Ja, wenn man in den künstlerischen Produktionsprozeß ein Kontrollorgan einschalten könnte, das alle Steine deS Anstoßes schon bei der Entstehung vermiede! In Wahrheit ist aber e'ne derartige Kontrolle um so weniger möglich, je unmittelbarer und ehrlicher der Schaffens-, Prozeß sich im Lyriker abspielt. Ganz besonders traurig, das braucht in diesem Zusammenhang wohl kaum noch gesagt zu werden, gestaltet sich heute die wirtschaftliche Lage des nichtarischen deutschen Lyrikers, dessen Absatzmöglichkeiten naturgemäß anss Aümßersle beschränkt sind. Um . hier — trotz alter äußerer und innerer Not — der geistigen Berufung treu zu bleiben, bedarf es in Wahrheit eines unsagbaren nnd u nve rsiegbaren IdealiSmnS. Ter Miliiiröund deutscher Juden leistet auch an seinen Vortragsabenden tüchtige nnd anerfenneustoerte Arbeit. Ich tonnte mich hiervon bei zwei Veranstaltungen überzeugen, die kürzlich im Logen- Hans Berlin stattfanden und von denen die eine verschiedene Proben moderner Novellenkwist bot, während die andere sieh kritisch mit der Stellung eines großen Dichters innerhalb der Weltliteratur anseinandersetzte. Der Erzählerabend, der von Otto B c r n - ft ein, Dresden, bestritten wurde, brachte Gustave Flanbert, Thomas Mann, Jakob Wassermann. Stofflich ergab sich zwischen der Novelle des berühmten französischen R'omancierö „Der Büchernarr" und Wassermanns historischer Erzählung „-sinn Maleolm" insofern ein innerer Zusammenhang. als die beiden tragenden Hauptfiguren von einem seltsamen Wahn besessen sind, der hier wie dort zu einem tragischen Ende führt. Aber vermeidet Flanbert in seiner ganz dem Wirtlichen zntzewandten Schilderungsknnst jegliche Stilisierung, io ist Wassermanns „Sara Malcolm" von einem romantisch-visionären Glanz umkleidet. — ein prachtvolles Wechselspiel zwischen Leben und Traum, zwischen Wunder und Wirklichkeit, das sich der Legendenknnst Gottfried Kellers annähert. In der Mitte stand Thomas Manns. auS der frühen Jtalienzeit des Dichters stammende, besinnliche Novelle „Enttäuschung" — ganz Reflexion, ganz stille Betrachtung. Mer alles Gcdankli6)e eines der pessimistischen Welt Schopenhauers. Werthers, Hamlets hingegebenen Geistes verklingt hier in sanften, elegischen Mollakkorden, in einem schmerzvollen Bekenntnis des. einsam Resignierenden, der zweifelnd dem Sinn dc§ DaseinL nachspürt nnd an das Schicksal immer erneut die bange Frage richtet: Was ist das eigentlich, Leben, Glück, Liebe, Tod? . . . Tie Eindrnckskraft dieser drei Erzählungen wurde durch eine mustergiltig klare, schlicht.eindringliche nnd in der Gebärdensprache wohltuend sparsame Interpretation inich gesteigert. Erstaunsich war es (nnd gewiß leine leere mnemotechnische Spielereh, mie der Vortragende den gesamten Stoff auch geistig beherrschte, da er sich'während deS ganzen Abends weder an ein Manuskript noch an ein Buch hielt. Am folgenden Abend sprach Tr. Arthur Eloesser über „Heine in der Weltliteratur". Ausgehend von dem Verhältnis Heines zu Goethe, als dem berühmtesten Repräsentanten der Weltliteralnr. enüoarf der Redner, gestützt aus ein reiches Wissen und eine umfassende Kenntnis literarischer Zusammenhänge, ein anschauliches, freilich etwas doltrinär gefärbtes Bild von dem geistigen nnd künstlerischen Austausch, der sich zwischen der Persönlichkeit Heines und den fremden Kultur. Nationen vollzogen hat — wobei allerdings die Darstellung dieser Wechsi'lbezielumgen im wesentlichen ans Frankreich beschränkt blieb. Wie Heine als politischer Schriftsteller von Frankreich neue Impulse empfing, wie er anderseits als Dichter der m einer kalten Romantik erstarrten französischen Poesie ungeahnte Anregungen gab. in jedem Falle bereit, aus eine „entente corciiale" zwischen den beiden großen Kiilturländern hinzuwirken — dies gegenseitige Geben und Rehmen wurde durch Eloessers Ansflihrnngi'n.die ein zahlreiches Publikum bis zum Schluß fesselten, überzeugend illustriert. vn ihrem zweiten Vortrag über das romantisc Lied stellte Dr. Anneliese Landau den Frühroma tiker Schubert dem Hochromaniiker Schumann gege über. Dort steht daö Genie in Resignation der l!> weit gegenüber, hier verströmt sich der romantisc Rlnstker ans Leben. Dr. Landau gab nach einc biographischen Abriß über Schumanns Leben ei Darstellung der Stilmittel seiner Lieder: die An imtzung der klavieristischen Klangmöglichkeiten, b konzertierende Abwechseln von Gesangsmelodie u Begleitung, die Sprengung der tonalen Grenze hier will dre Bortraaende den Beginn der Atonalit erkennen. Die musikalischen Beispiele gaben Susan La ndsberg.Holländer (Gesang) und Lrachow sky (Klavier). Gustav Ernest sprach in seinem Borire „Jüdrsche Jirterpreten deutscher Meister" von d Verwurzelung der Inden in ihrer deutschen Heime:, die sich gerade in ihrem Verständnis und Ihrer Liebe zur deutschen Kunst änßerl. Veherrschneg des Technischen, geistige Durchdringung und L-clo zur Kunst sind Grnndforderungcn der Jntcrprctatiom Die Icideu erfüllen sie nnd sind darum sü'.' die musikalische Wiedergabe prädestiniert, tzhr \ künstlerisches Wirken im deutschen Raum beghüü mit der Wiedererweckung der Baclchhen Nlanhmß' s Passion durch Felix Vtendelssohn. llnverge'ien o: •. die Lebensarbeit Joachims. Hermann Levis, ckmei:; lUnbinsteinS, die vornchnclich der deutschen I.um! galt. Tie Juden Rteyrowitz und Bruno AG:cr haben als erste ganze Psitzner-Wochen veranßaln'l: diesen beiden Namen sei der des Dirigenten Fcln Wolfes beigesngt, dein Psitzner seine Partituren 3"* Anfertigung der .Klavierauszüge anverlranl-n lag wohl an der vorgeschrittenen Zcir, dag W großen Verdienste Gustav Ätahlers nur gezmui wurden. Rowinsteinsche Lieder sang Alice G e i i e m j borg, deren frische Stimme eine Vcrvollkvnnmmnü der Atemtechnik lohnend machen würde. L. A. EtzMisksnmk des KülAcAindeS Tie Tezeinoerkonzerte des Knltnrbnndes den!' scher Juden bringen fünf Konzertgruppen m" größtenteils verschiedenem Programm. Tie zn'Mc Gruppe berücksichtigt in kluger Weise die derzcinze Leistungsfähigkeit unseres Iiistrmnentalkörpers. ZO durch pmrd ein Niveau von großer Einheillichü'ü und eindrucksvoller Geschlossenheit erreicht. '-OchMl Taube brachte im ersten Teil zwei prächtige Sünkdes Händel-Zeitalters. eine Kantate voii Benedetw Marccllo^ und das „Stabat mater“ ww P"golese. Diesem Stück hat Richard Hirsch einem neue!', freien deutschen Text unterlegt, der allerdings mn dem Original, dern alten katholischen Hylnnus dI- Iacopone da Tod: nichts nwhr gen>cin hat. btc Wiedergabe machten sich neben einem kleinen Ehor die Sopranistin Hede T ü r k die ihren Pack mit innerer Anteilnahme gestaltete, und Pchjar ^indberg öerbtant, bereu wcnmc, tragsä.pR 8hnuue sich in den grvßeii einfachen Linien alter Bctiick besonders schön entfallet. Tie Kantate vc>n Rtarcello war von Kurt Singer für Orchc'ies geicht worden. Zum Schluß gab cs Schubert^ 0; 'ötnfonic in B-dur. Nichts schwerer und komplizrerter, als diese unkomplizierte, heitere Musik.uu der gehörigen Leichtigkeit zu spielen! Das Pwm tollte manchmal noch leiser, heimlicher, federnder kommen, Aber im Scherzo kam man dem ZdeK

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