Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 12 (1933)
- Issue
- 47 (7.12.1933)
- Date
- 1933-12-07
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Viögeu midi vieler Wege sich gekreuzt und getrennt, viele den Weg mtsgegeber, staden, größer »st doch die Zahl derer, die istn «r>eitergega«>gen kmd. und so festen wir staute in den Blinden ein Leben, das irgendwelche Resignationen nicht rechte ürügt; Werner Roso » st ock"schildcrt cs in einem Aussatz den wir unö gerne eingehender gewünscht ststtteu, und wir festen — das zeigt insbesondere Orrid) Hirsächerg — bai Bestreben, aus der Vergangenheit M lernen und neue Formen zu gewinnen-. Tie ..Autonomie der Fugend" wie ein PmüM in einen Kamps. der keine Koirzessumen fcmwi wnltta; Versuche, die chfugendbeweguna, :nsbeso««dere die deutschindische Jugendbewegung firdsv ideologisch zu binden, wie sie etwa in der Kampfzeit der Jahre unmittelbar «rach dem Kriege — nicht nur von austcn her, sondern gerade aus den Reihen der damaligen jungen Generation — gemacht wurden, scheiterten. Jugendbewegung sollte Selbstzweck bleiben. Wenn honte Hirschberg fordert, das: die .Autonomie der Fugend" einem stärkeren Einfluß älterer Führer weichen must sowohl mit Rücksicht auf die Gestaltung der Außenwelt wie aud) zur Uesterwiuduug der borsten «denen Zersplitterung. so wird «hin sicher niemand den Vorwurf machen, dast er damit zur „Fugendpflege", zun« Fngendberein unter Protektiv«« der Erwachsenen znrücklehren will. Aber die Fugend wird auch erkennen, daß ne ihre Freiheit nicht verliert, »nenn sie sich stärker einordnet. Anti dem. dein eigeuilichen Zweck des Heftes gcn'idmeten Inhalt seinoch der von stärkstem Bedürfnis nach positivem Fudeutnm getragene Aussatz von Heinz Lohn über „Gegenwartsfragen jüdischer brziestnng" hervorgehoben sowie die Ansemander, lest!mg. die Hugo Hast n mit dem „Vortrupp" führt. Wer das Heft beiseite legt, wird sich dar .Hoffnung nicht verschliestcn. dast istm nicht nur „.die Bedeutung einer abschließenden Beobrchtnng" zu» kommen wird. llrour: Lasen Luchs Cs* SMS NSWM '^3 -,»s <* ff tTT G^rf, iZjj FA G (chU- Deschlüsfe §mer DirelwreN-Lo^fsL'Lnz i!J; . i 1 tl. )•• ii.U; \.;.! tALFW!>,s^ (Qj tA tFF. v-J- A'.A L-V- Vor kurzem traten, zum zineitamnal seit Begrün des lavsmrden Lchulsastrs. die Leiter der anerkannten näheren jüdischen Lehranstalten in Berlin zu eingehende!« Beratungen «wer die inneren und änsteren Angelegenstesten ihrer «chnien zgisammen. Ten Vorsitz der Tagung führte Rabbiner und Bchnldireüor Tr. Carlebach (Leipzigs. Zunächst berichtete Direktor F e n d) t - mannet (Breslau) über die pädagogische ^>itna° Non der Anstalten. Dad Ergebnis der Ansiprache wurde in folgenden Thesen znsannnengesastt. die einstinunig angenounnen nmrden: ..«. Tic Lcrändcrungcn in dcr Zusammcnset;ung der Lmülerschasi. die neuen prattiswen Benisspelc, die binnnnzstimg der Fugend aus ilner bisl,e«lgen geistigen ^.:maf und der niangstbaste jüd'.scbe Vildmigsüand in Mst.n sädll'st>'i, Lagern leedrrn eine. Aestncn der jüdischen Tie. .TMu.'e darf keine Vrru'sseiwle «»erden. Tie >ien Iwl« aller Fe'n.aeiguisie im Tiinie »en '7»voll iin 'Serc.6) Gre; restgUise. 'ämnanistisäre und rcalislllllic Bste.ingch und Lrziestmrgntzster ZN vstegsn Sic stat 'bakaftina einen betvrzugien Plast einjuraunum. Tic stat "»er zugleich die zunelunendc Versladmng des jüdischen ''Uiidmiüsöelriebes. die alles, «uas >«ich>. Palallinakunde ndi-.r Deru'sanslMdung hcistt, verwirft. Zu betainpfen. A. Fm einzelnen ergeben üch rwcst jolgMde Forde- :.i!ngen: s.) bameiN'amc Behandlung der südischen und .stlgcmeinen Eeschillztc: bl Ausbau der ßrdtunde zu einer vib'iidic.n Daits- und Valästinakmide: «st Bestandlimg ist bischer Stoifr auch iin Temschunierrichi. ebcillo in alle«« anderen Fächern: c» Unlerricht in Papv-, Bo!z- und Mctallarbcit. Praktische, llebungen in den natnrnll>''ensc!«aitlichen Fächer«", w Allisre«el:ende TtundeN- .'blni für das -Febräifeste. Auffpaliuiig in Tprach- und LAstürc-NnlerriMt. 4. Tie «stiirichluug westii!i!'!chauli,l) oder varieimänig aeireimter Caiivven im südlichen llnterricht zerstört die 'N-chwerische WirNainkeit der Tmnle n«ch drück« diese aus Niveau einer Lamnrstschulc >ür ^lichtarier sterab. ä Für Firllll'ch ani da? «reue Tchüleunachrial er? o'achien den jüdischen Tämlen gräsiere (irziestungsall'? naben a>? bicster. Tie n«irsicn d«istcr Aüiiaasti'N bei* Fuoendi'ewl'gung und Fugendpilege mnirbeniemnen. Tie Tchule muh ein Lau-'- h\x Fugend ««'erben. (2«i«uU aemleindc. Vorträge, lünillcrische Darvieiim^e««, Land- I'.eime. i'efesiiiuna-, gca>!enveiu.m'lall!lngen. (c:Ua:nobendest «Tie jugendvllegerstche Ar«,ei« der Lehrer dort «iidit zusästlim aeleiste« werden, ^«e ist von der Pslichlwmdenzechi in t'tbzng zu bringen.) , 6. Für die kollegiale Zusannnenarbei« tmieriiaib der einzelnen Telmlen «nid der „Fnieresionverireiung" Entstellen folgende Auigrbcn: a) Ausvan der „Fnterefsen^ Vertretung* zu einer pädagogischen Arbeiisgeineilllchgsi mi« einem pädagogische«« PictieikungÄstaii: ist Echasi«kng vor« jüdiscsten lle'eongen zur Grgänzimg der Lehrbücher in den allgemeinen Fächern: el (stinrichi««ng einer transportablen Taulinlnng jüdischer Lelnchüelier. Fi'gendliicraiur und Lebriniriel, die de« den vlnstaiien zirkulier:: <!l F«'«diststc Lestrersoribild«mg innerhalb der einzeliren Kollegien." Fm weikeren Verlauf der Tagung benchieie Tirei'kor Tpier (Hamb««rg'i üöcr die bisherige Tätigkeit im Cr.zi.ehnugcaussckj«itz der Aeichsver-- ireinng und Tum'studiimdlretlor Tn. Tr «e sei« i.Frantsnrt) über die sinanzielle Lage der Ansiauen. die überaus festnäerig ift und bisher trotz der di«rch die tzteichsverkretnug verteittm Skwvonttpnen «ficht entscheidend gehessmst werden kannw. Tie vom •«(i'k'r.cntoii aiiisjcavheiteieu L-eitsätze wurden der Acichsveriretung zur Ttelli«ugnal>me übermittelt. Fn dem ersten dieser Leitsätze wird, das Verlranen «mit Ausdruck gebracht, dast die Bertoctnng der der stieichsvertretimg zur Versngung stebeudon Gelder ebne AückNlcht und Einslnsznahme aus die religiöse, jüdisappolikische oder pädagogiseste A'icchtung der einzklneu Tchulen ers«)laen werde. Fm Anschluß an Aussührumgen von Tirektor Tr. N t i b a n s i h (Möln) wurden grnndsätzliche Fragen des Verhältnisses der schulen zur chsreichsverlretnng geklärt. Tuidiendirekkor Stotk kWürzbura) l,«.'richtete übet die zukilnstige Ol.eiiaflmii« der jüdischen Lehrerbitdimg. Den Abs«chluh der Tagung bildete eine mestrstündige Aussprache der Konferenz mit den Tchnldezern-enien der^ NeiLiisvortretung, Brosessar Tr. LI b o g e n. Babbiner Tr. (3 a I l i n e r, Amtsgerich!trat Tw L i l i c n f H a l und Tkudienrat T r. L e s ch n i tz e r. EF§emms y» j 7s 77 «o /? o G i<vfY7 // /Tfl im 17D ‘TH fP/Q V kjj/ü&kid,kj‘j/y w Von Br. Friedrich Bradniiz Amin man. o.iiö Paläsl'ma gurückgekechrs, versucht, in die Bielsalt des (üchcchc-nen. in die BnniHeit dc'r F'mdrricke und in die Bersch!edenartigkeit der Grsostrungen etwas Ordnung, ilinein zu briugen, steht man vor einer schweren Aufgabe.*') Jede Einzelheit erscheint inidjtin in einem Augenblicke, in denr das Tiroblcllu Palästina ainch für viele Menschen unseres .Üreise.s nicht mehr nur eine Angelegenheit der Betrachtung ist. Und gerade danii drückt die Aerontworiuug dnppelt, wen.n wt7N es nnterninunt. ein paar Hauptlirüen aus der Fülle d«w Einzelheiten Her«ru6znarbeit«'!!. Aber gerade unsere Freunde haben Anspruch darauf, nicht nur, wie wir es in unseren ersten Berichten taten, erste Eindrücke, saudern much Urteile zu erhalten. Wenn mau den Ztampler der wirtschaftlichen Fragen, der von meinem Frmuide und Reisegefährten Friedrich Borchardt gesondert behandelt wird, beiseitetaßt, sind e6 drei Fragen, auf die eine Antwort gegeben werden muß: Kanu Palästina eine Losung der praktischen Fudenfrago auf nahe Licht briu° gen; wem kann geraten werdcm, hiuüberzugehen, und wa4 bedeutet. Palästina für das deutsche Judentumk ,9tamt Palästina eine Lösung der praL'Lischcrr F-ragc der Juden briugerr; oder, konkreter gesprochen, wird Palästina irr den nächsten Blonalen so viele derjenigen Deutschen Inden, Die arrswarrdcrn wollen oder müssen, ansnechnren, Das; Da- Drrrch Das WirtschasLsproblem Der beroicks irr arrdere Länder arrsgcwau- Dorten und dort noch nicht oingeordnetorr dentschorr I'udorr und der r» Deutschland verbleibenden eine sühlbarc (^ntlastrrng erfahren karru.L Diese Frage ist leider negativ zu beantworten. Auf drei Wegen sind im lohten Fahre deu.tsche Juden ins Land gekommen: als ZertisikiAeinwando-rer. als Kapitaleinwanderer und als Touristen, die in groher halst „illegal" lrber die gestattete Zeit im. Lande blieben. Tie Zalzl der Zertifikate ist unter der Einwirkung der o.r.abijäjtm Forderungen für das nächste halbe Fahr außerordentlich herabgeseht worden, obwohl gerade hier bei richtiger sachlicher Auswahl die (äewähr für Unterbringung und Einordnung auch einer größeren Zahl üveruomnren werden könnte. Die Einwanderung mit mindestens 1000 Pfund Sterling ist für den größten Teil der Amvürter aus Mangel au Aiittcln unmöglich. Und die Einwanderimg mit Tourlstenvisum. die bisher zahlreichen Menschen bei der nicht sehr scharfen Handhabung der Bestimmungen ossenblieb, wird in Zu- *) fflcrol. mit. lii'ia. tinifi im kveieutlicheu verschlossen sein. soll hier nicht erörtert werden, ob es stn Fnteresse des Landes liegt, unvorbereitete unp schwer einznordnende Menschen, wie sie unter Touristen und Kapitalisten häufig sind. großer Zähl hmeinzubekmnmen. Ich glaube daß dem Lande zwar sehr mit richtig aus.' gefuchten Kräften gedient ist, daß aber eine kvachseude Zahl schrver assimilierbarer Menschen eine (5e.sahr für den Ausbau des jüdischen Palästina bedeutet. Aber, unabhängch von dieser Erwägung, müssen w:r nun einmal für die nächste Zeit mit einer stark'be. grenzten Zahl rechnen. Tas heißt, daß wir in unsere Arbeit für die Erhaltung der materiellen Eristen; der deutschen Juden, von Plalästina nicht viel erwarten hülfen, ban wir aber auch weiterhin unsere ganze Krall daran setzen müssen, eimrr «nöglichst grollen Zahl ausuianderungsbedürstiger deutscher Juden nach Möglichkeit hier eine wirtschall, liche Eruudlage zu erh«Aten. Wcnr sollen, wem können wir zur NcbersicDlnng nach Palästina ratend Diese Frage kann zunächst nur von jedem «unzelnen selbst beantwortet werden. Tie Vorfrage, insbesondere, ob überhau.pt Auswanderung erstrebt )vird. ist eine Angelegenheit der persönlichsten Entscheidung. Wo sie nicht ans wirtschaftlichen Gründen erzwungen ist, ist sic in allgemeiner Form überhaupt nicht zu beanüvortcu. Wo ein Ilat von verantworttichia' Stelle erbeten wird, sollte ep nicht in der Bichtnng der Erleichterung des EntschlnssL-- liegen. Es wirb — ba-3 sieht jeder, der Ev> iachrungen auf diesem Gebiete hat — sehr oft unterschätzt, daß der Entschluß, die gewohnte Umwelt zu verlassen, die Stühe eines gekvohntcn Berufes zu verlieren, leichter ist atzseine Durchstthrung. Wer das Leben von ErnigrauttM in anderen Ländern kennt, der wird allerdings dem, der sich nun einmal zum Auswanderu entschlossen hat. lieber di«' Lust Palästinas wünschen, die ihm zum AuK gleich für die Schwierigkeiten und Entbehrum gen. die er anderswo auch aus sich nehmen muß. wenigstens das Gefühl gibt, an einer Zukunft zn arbeiten/nicht nur für sich, sov deru für seine Gemeinschaft. Wer hier ist gleich eine neue Einschränkung zu machen. Aicht jeder, dem man als Ziel feiner Wanderung Palästina wünschen möchte, ist für das Land wirtlich geeignet. Wer os.mit dem Lande gut nreint. wer es wahrhaft liabgewonnen hat. und wem daran liegt, daß dic deutsche Ali iah den Platz einnimmt, den sic cinnchinen könnte und müßte, der kann mv eine denkbar scharfe Auswahl der öinübergehendim wünschen. Das beoinnt s«chon br der Frage der törperlichc-n Eignung. Paiä Nina ist heute soweit gesundheitlich saniert daß die srüheriur ernsten, gcsundheülichu Gefahren gebannt sind. Aber man linier Melm G§GWS Fn der Nacht zum ü Dezember ist Stefan -üeorge. der dentsiche Dichter, in Locarno einem Leiden erlegen, lkuendliche Trauer erfüllt alle, die spüren, daß in ihm der Genius der deutschen Sprache, ja, daß in ihm der deutsche Geist verkörpert war. „Durch Aust mechung und Zilsammenballung ist er der Berjünger der Sprcuche und dcnnit der Der- ■ ninger der Seele . . mit seineik eindeutig un- '.erlegbarcik Wahrsagungen der Eckstein der nächsten deutschen Zukunft und der Buser des ''ll'uen Gottes." So endet seine Lobrede aus Kölderlikk. den Ahnen; von ihnt selbst gilt nicht Geringeres. Er war für feine Zeit der Schöpfer des neuen Dichterwortes, nicht — wie man lauge wähnte — um eines schönen Spieum, sondern um seiner hohen Sendung willen: Seher deS Wirklichcit. Künder des Werdenden und damit des Künftigen zu sein. Wegaereiter. Zeuger und Former des Neuen Menschen, nicht eines nur erträumten Uebermeulchen. sondern des «nsichauten lvirkticheu Menschen, der iin irdischen Sein sich gestalthast schön und vollkommen erfüllt. So wurde erber Erschaffer eines Werkes, das sehr langsam nur. doch stetig wirkend und weiter wir- 'end, nach und nach das Leben verändert, die Welt verwandelt. Sv wird selbst der Name des Dichters für ihn zu eng. nicht mit Unrecht hat man ihn Herrscher eines geistigen, Reiches genannt, das er in diese Welt hineingestellt hat mit den ersten Folgern. die dem Vorbild nacharten, eines Reiches, das mit seinem Tode nicht enden, sondern imd) eigenen Gesetzen sich weiten wird. Dabei hat der Dichter nie etwas anderes getan. als sein eigenes vorbestimmckes Sein erfüllt: sein L.eben, sein Werk sind eins, sind ohne Bruch, von unvergleichlicher Fülle und. Rundung. Mit sich selbst begann er; in seiner frühen Dichtung spiegelt sich, daß ihm kein Prers Zu gering schien, sich zu verbollko«türmen. Zn Fahresringen sehen wir ihrc wachsen, von den 'Lpmnen. den Pilgerfahrten, dem A'lgabal, d«ur Büchern der Hirten- und Preisge'dichte, der Sagen und Sänge und der Hänoenden Gärten, dem Fahr der Seele, dem Teppich des Lebens zum Siebenten Ring. Als der weite Bogen feiner Bahn mnschriiten war. sich schloß mit dem Stern des Bundes und dem Neuen Reich, stand er am anderen Pol, durch streuges rmd liiweudes Wirten der Er- Wecker einer neuen Fngend. der Begrüirder einer neuen GcmiünschaFt. die Keimzelle und Borbild für ein wahrhaftes staatliches Leben ist. Der am Rhein geboren war, wo noch der -bauch des römischen Altertums spürbar war und die Ordnung der katholischen Kirche, der aus Liebe zum Wort und zur Ferne früh mit fremden Sprachen, fremden Landern Vertraute. der nie Seßhafte, nurr Terüscher Zn einem weiten und tiefen Verstände, so fest verwurzelt, daß er allein offen, stets das ihm Gemäß«? sich einschmelzen konnte. Er liebt«? den Staufer Friedrich II., der mit deutschen Planen verbinden wollte „des Morgenlandes ungeheuren Traum, Weisheit der Kabbala und Römerwürde". Aber^ in. seinem letzten Buch enthüllt er in d«?m Gedicht „Geheimes Deutschland", daß der Raum sich mich innen weiten, daß lang Verborgenes aus tiefen Schätzten aufblühen und das Geschick gestalten wird. Deutsche und Juden hat der Dichter im Stern des Brrudes als vom gleichen Fluch Bedrohte gezeichnet: immer zu schweifeir und deshalb sich nie zu erfüllen. „Beikanute Brüder smchend euch und hassend" nennt er sie hier. Unter denen, die ihm begegnet und gefolgt sind, nehmen Juden keinen geringen Rang ein. Mag man hierht?r auch Hufmanusth«Ä nicht zählen, der nur teilweise jüdischer Kerkmiit tvar, und der nach früher Frotucdschast sich dem Strengeren entzog, so ist doch als einer der Aeltesten der Dichter Karl Wolsökehl zu nennen neben dem schr jung verswrbenen Richard Perls. Am weitesten bekannt ist der auch schon geschiedene Friedrich Guudolf. Er hat unter dem Eiicsluß des Dichters Shakespeare neu übertragen und über Shakespeare, Goethe, George selbst und Eäsar Bücher ve.rösfentlicht, in denen sich strenge Gelehrsamkeit mit dichteris-cher Schau verbinden. Das gilt nicht minder von Berthold Ballenün, der Napoleon und Winckelmann, von Wilhelm Stein, der Raffael und öolbein, von Ernst Kantoruwicz, der Friedrich II. gestaltet hat. Michael Graupe. MlÄg gart« m KL!» Am 20. November veranstclluue der jüdische. Kulturbund Vheiu-Nubr m -Wckn einen VortrogB nbi'nb von Ludwig Hardt. Der riesige Saal der Vürger.zesellsthast «var von Kölnern und vielen jüdischen Bürgern der nmlitnzenden Orte fast gesülli. Wir. die wiv immer ein bes«?nderes Bedürfnis und Interesse gerade des rheinischen Juden an den schönen Künsten behauptet haben, freuen uns über den «organisatorischen Erfolg und hvisen, daß der Bestand "des Kulturbundes m Köln sck)on nach dieser ziveiten Veranstaltung gesichert ist. Die Darbietung des Abiinds selbst hat entt«ruscht. Wir haben Hardt, dessen große Lortragskunit schon oft anerkannt^ worden ist, von früher in besserem Gedächtnis. Wir wvllm nicht glauben, daß sich Hardt vor nur jüdischem Publikum, zu sehr als der Gebende fühlt und sich vielleicht nicht bis ins Letzte in den Dienst seiner Ausgabe gestellt hat. Gerade «vir brauchen heute bescheidene Diener der Knust. Hardt brachte viel von Peter Attenberg — aus der Bibel (Uebersetzung: Buber-Rosenz«ueigs Faakobs Kinder, Bilmms Eselin — von Matthias Elandins Tiergedickste, David und Goliath —. etivas Heine n. a. Die Ansioahl «var schon eine Sichlväche. Feinfühlige mußte«« bei dem Vortrag der Geschichte von Faakobs Kindern^ ein peinlilbes Gefühl übenvinden. Es gibt Dinge, die an die femsten Saite«« des Empfindens richren müssen, um so rein verstanden 31t werden, «nie sie sind. Solche Dinge vor 1500 unbekannten Menschen vorzntragen. bedeutet eine Preisgabe. Viel Attenberg «md etwas Heine, das zeigt mich schon die Stärke Haiwts. Er erschien an diesem Abend mehr als Schauspieler. Handlung und Charakter-bringt er ausgezeichnet. Die klugen und geistreichen Aphorismen, die psychologischen und philosophischen Erzählungen Mtenbergs wirkten denn auch nicht nur. durch ihren Inhalt, sonders dmr bestmömu verständnisvollen und humorvollen Vor trog. A-enn Hardt Attenberg aber nur als ,,;ürua den Entwerter alles Manirierten" wählt, dam« wi: er seiner ureigensten Ausgabe als Sprecher untre i.ub ivird nur Erzieher. Der Abend wäre a schloffener gervesen. «neun Hardt seiner herva rage««dsien Begalmng entiprewerid mir Dndenzdiö tung gebrach« hätte. Aber er sprach auch jene illb! lose Lyrik, die mit dem Auge der Wahrheit swa« und mit lauterem Herzen emp'indet. Diese L«;r tnilnsu nur ganz Wenige sprechen. Hardt kann es an diesem Abend nicht. Tie „Nachtgedanlln Heines einiges Heimattied. das er Z'nn Schluß ersten Teiles vor trug, sollte ein Höhcpimkt stör es ließ c-«««e Lücke. Hardt brachte bermißt bieles. was durch die Fei:- umstä««de besonderen Beifall «and. So «rar es letzte Endes ein sloller. bunter und sehr «mterhabendtt Abend, aber es war nur ein Abend. «llr. llnus R«eob«, IHüu. RkÄrreSAsm in der »F!8Lrs--LuWZrM der MSMusörS Die ..Fizarv"-Auiführung des Kulturbundes vom si. Dezember brachte in einigen Rollen neue Lcsttzuizgen. Bisher hatte sich stir die Mareellina Lippin mit ihrer tiefen Altstimme eingcstlu. A' ihre Stelle trat A nnie E r n st, ein ausmlleR l'mher Mezzosopran, der sich aber in das MpzarimF .wmngbitd vorzüglich ein fügte. Den Laslliv gab an Scelle von Mareel Rotz Wolter S P i r 0. der den Intriganten schairspielerisch und stimmlich tresceno darzustesten verstand, ohne in Ueberneivungen zu faücn. An Stelle eines dunklen fam nunv.'.Lhr ein blondes Bärbwen: Für Liselotte Jacob«« spchllch Elizabeth D e l l e v i e ein, die nicht nur srü'Z und scheünisch zu spielen wußte, sondern avch stimnzlich sehr gefiel. Die Begeisternna deS Dublilnms «var unver- Die Begeisternna deS Dublilnms «var unvernnu«.-m. vie ^anroatteu «ur Birrgenten, ineg«,!^-- Bühnenbildner und Darsteller wohlverdient. Die Jüdische KuAurLundbilhne kichein-NstR' Liy Kol«. erösiNLt in der zmütm Lezemberro-cke W 'cptc^ctr. Ein ergsnes Ensemble wurde zusomwem M'stollt. Die Leitung hat ObersviLlleiter Frae«E'bH a r v 0 n. Zunächst gelangt zur Am'sührung die «zwc - tomödie „Sontin nnd der Hanvitrefser" von ÄMckkcwitsch. Dicke Bühne gibt als Aanderrist^r