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Central-Verein-Zeitung · 1933-11-30 · 46 (30.11.1933) · p. [Seite]

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
12 (1933)
Issue
46 (30.11.1933)
Date
1933-11-30
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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ich, >er. De« irrt «»fl ihr 5I!3 .ileit, ufl -1]C as; tut da ui-* Üc I11 iiidie Hu da- )C!I int die i)i'* -s'k!"s be» ■l - * in* mt ■v:* if* 11 tt) •K!Ö r {- it c ÄNWMS J' :i» ZZVWZ bj) §9 ifmr angcrunotgt, anders und scharfer nuancierte Betrachtungen. §e. ünti Alexander, ücefelö: Cvö ist ein hinreißcnd geschriebenes Buch, •M -h11c[i bflä von tiefer Siebe für das Indenii^nÄglülst ist. Der jüdische Mensch in lechzt nach Warten, die ihm Wege m.jsen ans der Rot, in der er sich befindet. 11,^ t»Ä ist kein Zweifel, das; dem Verfasser t>if Herzen vieler, vor allem junger Menschen ,iiiliff,;n werben. VH,er bei aller Spannung, m die das Buch Vii'-efer hüllt, können wir nicht anher Acht InW, das; der Blickpunkt, van dem aus er die siidiitlie Situation betrachtet, ein anderer ist ^Wr, den wir haben- Es ist auch nicht so, das; alle Begeisterung, die van dem Verfasser .„lüsirahlt. uns in unserer Auffassung über jiiclimie beeinslnssen kann und darf. illealitäten sind im lehten Ende mit Nüchbrnlieü zu beurteilen und mit kühler Ruhe zu lH'irnditcn. Wahl kann die leidenschaftliche eZlnl eines heißen Willens mitreißend wirken, niier klar und deutlich muß sich die Grundlage iibliebcn, van der ans der Wille winkt. Vir wissen Ahr wähl, daß manche Juden dic Rettung aus ihrer materiellen und seelis,lM Not heute nur nach im nationalen JutH'iilitm sehen. Wie einst Theodor Herzl zur ^onzepliau des natianaljüdischen Gedankens m,.) dem Erlebnis judengegnerischer Strömungen kann so suchen anch heute ans dem himdectsach stärkeren Erlebnis unserer Tage nid? ihre einzige und letzte Zuflucht im Be- Ii'imtniezum jüdischen Rationalismus. Cie illnulH'ii die Arbeit eines Jahrhunderts zerjirvche». sie sehen das Vernichtete als endgültig m'rfuvL'ii an und glauben daher, den Weg nicht erneut gehen zu dürfen. Vir sind mit dem Verfasser in einem finijV Die deutschen Inden haben in dem zu bude gegangenen Jahrhundert ihrer Geschichte schwere Fehler begangen. Ihr größter isl cs. das; sie fiel) zu weit vam Jndentmn entfmü haben. D;e Emanzipation kam über sie allzuschnell und ohne misreichende innere Vorbereitung. Als die Mauern des Ghetto sielen, und seine Bewohner ans dem Dunkel ihrer bisherigen Welt in das Licht der neuen Umgebung traten, blendete sie die Sonne. toic glaubten, restlos einen Strich unter die Vergangenheit ziehen und den Eintritt in die .Ailturwelt der Umgebung schleunigst damit vollziehen zn müssen, daß sie die jüdischen Bindungen abstreiften. Dabei übersahen sie, daß die Umwelt bei weitem noch nicht in dem Umringe, wie sie selbst es meinten, aufnahmebMii war. Cie verließen das Judentum, faßten aber noch nicht festen Fuß in der Umvelt. So lag der deutsche Jude des letzten Jahrhunderts in einem ewigen, ihn zermürbenden Kampf mit seinem Judentum und jcinem Deutschtum. Sein Judentum glaubte FJU rücklassen zu sollen, sein Deutschtum war sein Sehnen und seine Liebe, aber es nahm ihn nicht so auf, wie er es wollte. Desto nnchicllicher wurde der Jude, je mehr nun anch in der Umwelt sich weitreichende Veränderungen vollzogen. Ein zu Ende gehendes Zeitalter wnnte die ungeheure Sehnsucht des deutschen ^uden, da, wo er heiinatberechtigt war, seine 'Vcunat ganz zu finden, nicht befriedigen. ^.,E'r es gab auch eine andere große rrchicht: Joic Schicht derer, die das Judentum niemals verlassen haben, die fest in ihm wurzelten und es immer als den Ausgangspunkt ihrer Kraft erkannten. Sie fanden den Weg Zirm Deutschtum. und vollzogen, da sie am Anfang ihres Weges nicht ohne Glauben ivaren, in sich diese Synthese, d. h. die iiinige Vermählung zwischen Deutschtimi niid Jndeiitiun. Sie ivaren liicht Juden mn Rande, sie waren Nicht friedlos und glücklos und nicht Juden ohne Judentum. Sie waren stark in ihrer doppelten Kraft, in ihrem jüdischeii Bewußtsein, in ihrem deutschen Bewußtsein, in ihrer Positiven Arbeit für das Deutschtum. Weil der Weg des bergaiigenen Jcchrhunderts nicht zu Ende gegangen werden konnte, weil infolge eines überstürzten Beginns manche Jrrioege gegangen sind, soll nun iiach dem überstürzten Abbruch dieses Weges der Gedanke des Jahrhunderts beiseitegelegt werdend So will es Prinz. Wir solleri, iveil die deutsche Uiiiwelt uns heute ziirückstößt. Eilikehr und Umkehr halten. Einkehr sicherlich, aber nicht Uinkehr. Wir sollen ivieder ein jüdisches Volk werden! Wir glauben nicht an das jüdische Volkstum. Es fehlt uns so vieles, das zuin Begriff des Volkstums gehört. Es fehlt iliis die nemcinfame Kultur, es fehlt uns die gcmeinsailie Sprache, ja. wir haben nicht einmal eine gemeinsame Geschichte. Wir haben nur zwei Tinge, die uns binden; das genieinsame Leideii iiiid die Religion. Beides Phänomene tum starker, die Religion von leidenschaftlicher, unzerbrechbarer,Uraft; aber nichts, das volkhast gestalten kann. Und selbst Palästina, dessen Bedeutung anch wir im hohen Maße anerkennen und sollten wir es jemals in der Vergaiigenheit übersehen haben, so müßten wir es bereuen —, kann iliis nicht den Kampsiinpnls znm Bolkwerdcn bringeil. Ich glaube, daß die Frage, ob man einem bestimmten Volke angehört, nicht nur eine Angelegenheit des einpirischen Beweises, sondern auch eine Angelegenheit des Gefühles ist. Wir fühlen uns nun einmal ilieht als Glieder eiiies jüdischen Volkes, das wir nicht sehen; sondern wir fühlen uns als Glieder der gesamten deutscheii Gemeinschast, in die wir hineingebvren ftnb und deren Boden wir als unseren Heimatboden seit Jahrhunderten teilen. Ich weiß, daß man uns heute das Recht, uns zu dieser Gemeinschaft zu bekennen, bestreitet. Aber damit ist die Frage noch nicht entschieden. Wir Inden sind es gewöhnt, für das zu leiden und zu kämpfen, an das wir glauben. Und es wäre der Weg des Judentiuns nicht vis znm heiitigen Tage gegangen worden, wenn wir liicht unter Einsatz höchster Opfer diesen Kamps geführt hätten. Dabei sind uns, wie bei jedem Kamps, Rückschläge lind Enttäiischungen nicht erspart geblieben. Und der furchtbare Rückschlag, der uns jetzt betroffen hat, sollte unS, wenn wir wirklich stark in ims selbst sind, in iniserm Glauben nicht erschüttern. Wir werden Herrn Prinz liicht beiveiseii, daß luir recht haben, aber er kann anch uns liicht beweisen, daß er recht hat. Ja. wir sehen in der Zukunft, die er malt, einen R ü cf« 1 ci) r i t i, während wir v o r w ä r t s gehen wollen. Wir wissen, daß unser Weg schwer ist, wahrscheinlich viel schiverer als der Weg. den Prinz gehen will. AVer wir haben die Kraft, btefeu Weg erneut und immer wieder zn beginnen, weil wir an die Kraft des Indentilms glauben, weil wir aber auch an die Kraft dieses unseres Heimatbodeiis glaubeii, den ioir lieben, für den wir gekämpft und geblutet haben, und ans dem mir uns nicht selbst herausreißen kölinen. Als ich das Buch von Prinz las, habe ich oft au ein arideres Buch gedacht, das in seinem tragischen Erleben jenem ähiilich ist; an Wassermanns „Mein Weg als Deutscher Uiid Jude". Uiid wir möchten deur Glauben doS Herrn Priirz den Glaubeii Wassermanns elitgegeustelleii, der auch unser Glaube ist und den er Zilm Schließ in die Worte kleidet: „Und da ich allmählich vertrauen gelernt habe, daß cs das Rechte war, wozu cs mich trieb, ist auch einige Rübe in mich eingelehrt." Und ioir sageii heute tmb in dieser Stunde auch noch dieses; Wir köiineii nichts anderes tnii als das, wozu iliis der Glarrbe an das Judentum niid der Glaube an das Deutschtum treibt. Diesem Glauben-gilt unser Leben. Karl-Heinz Aüetzer« BerUn: Zn dein Anssatz von Rabbiner Tr. Swarsenski zn dein Buch „Wir Juden" von Joachim Prinz möchte ich grundsätzlich nodj einigem, beiuerfen. Dr. Prinz bringt in diesem Buch sehr viel, was, wenn wir ehrlich mit ims selbst sein wollen, stimmt, stimmt ans dem einfachen bn'imbe, weil die Tatsachen bis znnl Janimr IRR und leider teilweise anch nach dem Jannar MwZ uns lehren, das; wir in vielen Dingen des Judeninws einen falschen Weg gegangen sind und 'auch noch gehen. Uiid da ivir diese Tatsachen auch seststellen, da wir unS selbst gestehen müssen, das; wir, bewusst oder unbewusst, vom Judentum abgewichen sind und unsere Gesamtoinstellnng zu vielen stragen des Judentums Schiffbruch erlitten hat. suchen wir nach einem „Warum", wir suchen die Gründe, um das Problem zn erkennen, damit wir mit dieser Erkenntnis eine Lösung finden können. Aber wir suchen diese Erkenntiiis, diese Gründe für die heutigen Tatsachen, die tiefere gsormel des Indenprobleins vergeblich in dem Buch. Gewiß soll dieses Buch leine philosophisä)e Abhandlung sein, es soll eine Predigt sein, die unser Innerstes aufrüttelt und uns den Weg zeigt, aber ivie können mir einem Wege folgen, der durch rnchts als die Tatsache gerechtfertigt wird, das; es den deutschen Juden heute schlecht geht? Die Tatsache des Antisemitismus in Tentsch- Imtb ist kein Grund für die Lösung des Problems ivie sie in diesem Buche vorgenommen wird. Und ''nlsaltcle sich mn schönsten in einer Arie des Uriel '»is -viilidns „Schöpfung" 11 nb in Liedern von bal- I'idestem Eharakicr. Ein aufmerksamer Begleiter Paul L i ch t c n st e r n . der fein, überseir lpicltc. die gebotene Zurückhaltung manchmal bi; ouc llnl>örbarkeit abschwächte. k. Ä. kmÄoiWrl!n S3eeMn i-ic anheimelnde Behaglichkeit und die vor* »'Pme Eleganz eines Eharlottenbnrger Hauses iMdcn den schönen Grnndaktord, über dem sich die lstd verträumten, bald jubelnden oder rustikalen stclvdicn erhoben, die Alfred Wittenberg scuier Geige cntlollte. Plan bewunderte wie immer stm überlegenes können, das sich bei aller Routine inm vom Akadeinisch-Rüehternen hält. Meister Gillenberg hat sich sein jugendliches Temperament 'cwlihrt. und so gelang es ihm, dem Publikum luPt das lhrisehe Selitünent einer Grieg-Sonate mnerlicl, naheznbringen und das Lebensreeht dieser ^»lvninusil besten Stils, die zn Unrecht ganz ber° ist. zn, dokumentieren. Am Anfang spielte -viNenberg die sog. Regcnsonate von Brahms (der chic ^c>tz ist a»f dem „Regenlied" anfgebant). Ten st'ivierpart halte Helene Lach man skistmanl innc. die die Haupttugend des Kammer- Zhistrs besitzt: Anpassungsfähigkeit an den ^vmlen. Tarüber hinaus freilich hätte die mstunsciie Begleitung der Klavierstimme viel Zlcigcver zur Geltung gebracht werden können, ^'ichmanski betätigte sich anch als Sängerin!- nein Bortrag einiger Hahdnscher Lieder mit fZoZZhlmlnng. Die Vortragende, die sich selbst Zstitete. führte ihre Doppelrolle gut durch, ^mou gelang das Schlaflied, lvährend das dritte '"n Ui-D-joii) zu tief lag; auch das letzte käme, Jvn, höher, sicher besser heraus. Der mitrreiide Eellist loar Paul B l u in e u f e l d. L. A* in FmEMt L. M. den letzten Platz gefüllte Saal l r, ranliurt Loge" lieferte der G e s c l l s ch a v.ZZ'«^sche Volksbildung den Vew sie auf dem besten Wege ist. den für KiHirf '11runfl bochkünstlerischer Programme un d,,;}Cn Resten Besucherstamm zn gewinnen i ä« sesseln. Zwei Solisten von unumstri ^»fl flrtben die Gewähr für einen besond uiQiüüücu Abend: Annie Steiger-Betz (ViolimJ halte sich mit Hans Wilhelm Steinderg (Klavier) zn einem Sonatenabend verbunden, der schon durch drei klassische Werke — Händel, Mozart. Beethoven — sein volles Gewicht erhielt. Tie Partner begegnen sich in ivesentliehen Eigenschaften durch ähnlich gerichtete Raluranlüge und stimmen steh infolgedessen ohne Schwierigkeiten aufeinanoer ab. Beide gestalten mit starkem, aber stets diszipliniertem Impuls, in der Wahl der musikalischen Ansdruclsmitiel von instinklsicherer Musikalität und gepflegtem Stilgefühl geleitet. Gerade die mit prachtvollem Schwung angelegten bewegten Sätze der Krentzer-Sonate bekamen in dieser großzügigen Darstellung mitreißende Wirkung. Für die „Fünf Melodien" von Serge Prokosiew einzutreten, verlohnte sich. Es sind gehaltvolle Stücke von apartestem Klangreiz, die beide Interpreten vor eine interessante Aufgabe stellt. Die Hörerschaft dankte mit begeistertem Beifall. ah Ein gemeinsamer Konzertabend der Kölner tifiin Ruth Kisch- A rndt und der Frank* rtcr Pianistin Heida H e r m tum S vermittelte vfe künstlerische Eindrücke. Das stilvoll znsaminenstelltc Programm enthielt Musik der klassischmantischen Epoche. Frau Kisch*Arndt wusste ethovcns „Geistlichen Liedcrir" (nach^ Texten -llertö) sowie einigen Gesängen ans ^chnberts Üinterreise" eindringliche Gestalt zn gebeil. Eine verinnerlichte, aus reifstem Künstlertum schöpfende irstellnngsweise. wie sic dieser Längerin zn Gebote sst, bleibt im Konzertsaal nach wie vor eine Ans* hn'ieerscheiunng. Heida Hermanns erprobte ihre raiur. wie Iiulge uu: |UL iiju. nbahn ungewöhnliche Fähigkeiten mitbringt, cte die Polhphome HändelS und Bachs in klarer nenführung auf, bewältigte Schuberts romantisch* veiscnde, anspruchsvolle A-Vur-Sonate in grostäger Form und lieh der I'-l^oII-Phantasie von opin den erforderlichen eleganten Sehivnna und nglichcn Reiz. Die eigene Persönliche Note der ielerin. die bezaubernde Charme ihres Wesens, <t am ofsenknndigsteil bei einer Musik lyrischen 'r scherzt)asten Charakters zutage. Die beiden men durften begeisterten Beifall eutgVerrnehmen. r die Begleitung der Lieder war Lilly vchlvarz* ay er Hofer vertretungsweise eingesprungen, ihre Ausgabe sorgsam durchführtc. Der „G e * ll chaft für stidische Volksbildung"; der Veranstalterin gebührt jür diesen Abend, der auch den verwöhntesten Ansprüchen eines Gros;- stadtpnblilums genügte. Dank und Anerkennung. bl. RaMkiin Einen starken Erfolg hatte die C. V.-Jugend Vlannheim mit einem literarischen Abend zn derzeichnen, der Martin Bube r und Richard B e e r - H 0 f in a n n galt. Nachdem S. Katz als Vorsitzender die zahlreich Erschienenen begrüsst und Kantor Hugo Adler Werk und Persönlichkeit Bubers wie Becr-Hostnanns charakterisiert hatte, boten Mitglieder der C. V.-Jngend eine Ansführnng der Schlnstszene von Veer-Hofmanns „JaakobS Traum". Wenn diese Ansführnng überraschend stark auch ans den anspruchsvollen Hörer wirkte, so dankte sie dies in erster Linie dem Jaakoli der ungewöhnlich talentierten Ruth Heilbrunn. die nicht nur dessen Entrücktheit und ausbänmenden Trotz, sondern auch dessen gläubige Erfülltheit hatte. Von all den unter ihrer Regie hingebend Mitwirlenden wäre noch der Samael Siegfried Rosenbergers zu nennen. Zum Gesamteindruck trug das wirksame Bühnenbild von S. Katz wesentlich bei. K. 8. Karlsruhe In der Konzertabteiluny des Vereins für jüdische Geschichte und Literatur m Karlsruhe spielte am IN. Roveniber das neu gegründete H c b r ä i k 0 n * Q n a r t c 11. Bei Ac o z a r t s C-lVIall-Ktavior-Qnartett liehen die Passagcir und Figuren aushorchen, während in dem den Beschluß bildenden Klavrer-Qnintctt von Dvorak der große und mächtige Ton hervortrat. In beiden Werken war das Zusammenspiel meisterhaft. Das Streich-Quartett in v-moll von Nickprd F u eh s. das im vorigen Jahr seine Uraufführung erlebte, erzielte in der nunmehr gebotenen hervorragenden Wiedergabe einen ganz anderen Erfolg als damals. Atitwirkende ivaren Boris K r o h t (1. Geige), Dr. Rudolf N v h m a n n (2. Geige), Fräulein Grorrer (Bratsche), Pceker .(Violoncello) und Rudolf Schwarz (Klavier). Freibmg i. s. In Freiburg i. B. haben sich einige jüdische Musiker, Freya W a I f § b r u cf, Gaby Gros, Dr. Heinz Edelstein, Dr. Erich Katz. zn einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen, die r 111....... IFrooe Kran'iesa •Ues’sistiGB’URS Hintrittsalter bis zu 75 Jahren Slonatspriimlo nb M. 3..-»0 Unverbindliche Angebote durch Mcgrfin GoSdberg & Co. Berlin-Wilmersdorf, HoJiu*<<c»ftPr Strashceo r II 7, Wtlmorsdorf 10-12 und die Begründung dieser Tatsache einfnclj damit. Pas; es so lummen mußte, iveil die Inden die Freiheit, die ihnen durch daS libernlislisclie ZeiiaUer gelassen oder gegeben wurde, überschritten haben, ist keine Begründung. Tenn, melcher Vceusch. der aus einer Gefängniszelle ms freie Leben gelangt, ivelches Tier, ivclche Pflanze ivürde nicht mit beiden Händen nach dem Licht greifen, wenn es so suötzlich und so mwermittelt ans dem Tnnleln heraiiskommt iind ivelcl)cs Lebeiveseii ivürde sici> so in der Geivalt haben, das; es seine Freit>est nielit überschätzt? Run gilt, wir haben unsere Freilieit überschätzt, ivir haben uns die Finger verbrannt, aber ist dies etwas so spezifisch jüdisches, daß man darauf eine eudgüllige Lösung des Jndenproblems anfbanen kannl Würde nicht jeder andere an unser Stelle genau so gehandelt haben? Ist die Tatsache, das; unsere Väter im Ghetto ruhiger gelebt haben und ihrem Jndentmn treuer waren, eine Begründung dasür. das; ivir wieder ins Ghetto zurück sollen, iveil ivir in der Freiheit nicht so gehandelt haben, ivie es nötig geivesen Rein, ivir haben durch die heutige Entwicklung die Fehler erkannt, die gemacht wurden sind, und jeder wird für seinen Teil versuchen, diese Fehler abznstellen; aber wir sehen nicht ein, daß ivir. begründet ans diese Tatsachen, eine Lösung sehen sollen, die diele Tatsachen »nr als Mittel znm Zivect benutzt, vline auf den lieferen Sinn des Problems »aller eiuzugehen. Wir lämpfen heule einen Kampf für unser Jndentmn, aber ivir l'eenden diesen Kamps nuhl, indem ivir die Tatsache des Antisemitis.nns als berechtigt iind bcgrüiidel ansehen imb die einzige Lösung im Zionismus finden. Ter Zionismus ist eine Tatsache, an der kein Rlensch Vorbeigehen kann, der die Angen offen hat und offen haben inill und der niemand die großen Taten abspreclien kann, die vollendet iverden. Ganz abgesehen von den politischen und wirtschastlichen Pnntten, die für oder gegen den Aioni-nnns sprechen, ivird hier nicht der ^lersnch nnternonnnen, den Zivmsmus als Tatsache anzugreisen, sondern einzig und allein die Begründung dieser Tatsache in dem Prinz'schen Buch. Tas Buch von Prinz bescheinigt den Nationalsozialisten ihre Idee des Antisemit is* m n s, indem es ihnen bestätigt, daß die Inden nur geduldet in allen Ländern der Erde sitzen. Tarüber hinaus erllärt dieses Buch alles das. was Juden in den letzten 150 Jahren getan und geschafft haben, als nnvollstündig und begründet diese Unvollständigkeit mit den Folgen der Emaiizi-- pativn. Alan soll mir nicht vorioersen. daß meine Ehre gekränkt ist, iveil in dem Buch schlechte Tinge und Handlmigen als solche hingestellt worden sind, aber man soll d i e s e E n t j n d n n g des Juden nicht einzig und allein ans die Emanzipation z n r ü ck s ü h r e n, man soll nicht vergessen, daß darüber hinaus die letzten 150 Jahre eine Zeit geivesen sind, die nicht nur die jüdischen Formen zerbrochen hat. sondern die auch an alle iiiciitjüdischen Menschen Forderungen gestellt hat. denen die ivenigsten gewachsen ivaren. Wenii es heute eine Erneilernngsbewegnng der deutschen Ehrisien gibt, so ist diese Beivcgiiiig eine Mitte Rouciiiber erstnialig mit einem Konzert in der Freiburger Synagoge aii die Dessemliälleii trat. Dem Programm, das von eindrncksvollen "Korträgen des Freiburger israelitischen Chorvereins iinter Leitung voii Lberkautvr Ziegler umrahmt wurde, schickte Tr. Katz einige einführende Worte voraus, mit dem Grniidgedaiiken: unser Ziel sann und soll nicht die Rückkehr in ein geistiges Ghetto sein, ivvlst aber eine Setbstbesinnnng ans die Werte, die ivir als deutsche Inden geschaffen haben und schassen können. Einer interessanten Arie mit Variationen des bekannten Barock-Komponisten Salomone Rosü folgten mehrere Werke zeitgenössischer Musik: Klavierstücke voii Eastelmiova- Tcdcsco (Choral su melodic liebraiehc) und Ravel (Jo.ux d'cau) sowie eine Reihe Lieder von Giistav Rlahler: der zweite Teil des Abends brachte dann Rlendelssohiis .Konzertante-Variationeii für Eello und Klavier und seine Arie „Höre Israel!" nuS Elias. Tie von feinfiem Verstehen erfüllte Gesandsknrist von Freya Wolssbrnck, die ebenso virtnost wie im Ausdruck reise Piaiiistik von Gaby Gros und das ausgezeiehnete Eellospiel von Dr. Edelstein soivie die vorzüglichen Leistmigen des Chors, der sich in selbstloser Weise in den Dienst der Sache stellte, fandeii bei dem sehr zahlreichen, teilweise anch anS der Umgebung Freibiirgs herbeigekomnieiien Hörerkreise grössten Anklang. Z. ErmacisgenküNMi in Vrcslnii Tie Leilnng des dritten Konzertes znm Besten notleidender jüdischer Kniistler halte Werner Sanders, der in der Lessentlichleit znm ersleiimal seinen jüdischen Kammerchor und das jüdiiche Kammer or che sie r vorstellte. Ter neue Chor klingt zwar noch hier und da iiicht voll ausgeglichen, der Tiriyent hat aber seine 60 Sänger zn einem nusgezelchneten Klangkörper erzogen. Kaum einen Wunsch ließ das fein* finnige Musizieren des Kannnerorchesters offene Es spielte in vollster Harmonie und bester Tongebung. Das Programm bot die Qrgelsonate C-moU von Mendelssohn, Handels Konzert für Orgel und Orchester F-d»r, den Psalm 118 von Albert > Kellermann, den 92. Psalm, ./.Ohr» jams Siegesgesang" von Franz Schubert u. a. m. An der Orgel bewährte sich Erich Schösser. Tie Solisten des Abends waren Hermann Schcy und Lotte S ch l e ß k o w. Lotte Schlcßkoiv hat einen feinen Hellen Sopran. Dem voll und rein klingenden Bariton Hermann Schcys lauschte man mit Entzücken, ' k. S.

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