Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1933-11-30 · 46 (30.11.1933) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
12 (1933)
Issue
46 (30.11.1933)
Date
1933-11-30
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2277379-2277993-2278039--08249-2289227
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

j zn l c', itcc ■crc ent lief Zeit ott 'ent;fo. id). n bit fei1? n!IUq b i c, UlH'lt u4iÜ iifht. )53!j 1 |l j i» 2 Lausende strömen in die Besftmtraf ragen. / Jnstizrat Vesdmtz spricht in Frankfurt a. M. kn,-. 46 2- Beilage SsrSrUs Im S§N8§M°V§CslU Paula Lindberg sang zum Streich-Trio Frey-Mcyer-Weil jüdische Lieder und Gesänge. (Vgl. Besprechung auf der nächsten Seite) Phot. Sontunfeld, Berlin nem' Woche schaltet eine andere (CMeiib Deutschlands neu in den lebendigen Stfftvem von Arbeit und Idee unseres (v Rdnildem es einige Zeit nur zur ^auirimg des einzelnen Ratsuchenden mit ^>ui G W oder zur Kenntnis seiner Tätigunserer Zeitung gewannen war, die 4^- siel) im chl!en zu Hanse vermittelte, ieul alllvöchentlich Tagungen und langen Tausende deutscher Juden 4 „uinittelbaren und Persönlichen Kontakt ,„j: den Alännern des CS. V., die im Brennjvaiut der (Geschehnisse und der Arbeit stehen 4d, el,ae einen Augenblick aufzuhören, seit Ziili'resüegiim gestanden haben. ' Alte und iieize d'.-A.er und solche deutschen Juden, werden tonnen, wollen und sollen, jvifni unsere Veranstaltungen und brachten fj in Bcziebimg mit ime. Mit Stolz und!.z>„:,qmu!!g kann sestgestettt werden, lvie das ei'ülrlie Judentum in seiner inneren Haltktng „„erschüttert das Frühjahr und den Sommer chtlsres Iüberstanden hat, und wie i\>, indem es dem iS. V. sichtbar die Treue üüt, mich siel) selbst treu geblieben ist. Hc Wiiseude, die hörten und für sich ,if r ,t f i i ri) i o n b übernahmen, w a s sie i'Nen. wollen ans deutscher Erde ansharren. ßliiU «O AileAKafW lk immer ftärt'evc Inanspruchnahme der Ge* iiiMit-M'ti’LU' des Loudesverbaudes für Hessen und bdien-Aitssmi des Centralvereins in den letzten Lechen und Mvnaten war als ein Beweis dafür .iigiischeii. in wie hartem Umsauge auch in diesem dch>1 die Crleuutnis sich durchgesept hat, daß der («ilmluerein die rührende Organisation der beut* lOiui Zudeu bei allen Bemühungen ist, dem deutitMi chiden materiell und seelisch in der gegenn'i'ivüai'n 3eii mit Rat und Tal zu helfen. . Diese Ä'eüuinmig bestätigte die stark besuchte Delegiertenvpuup die am Tonntag, den 26. November 1966, a g > aiilsnrt a m GR a i n unter Vorsitz des tridewerbaudsvorsitzendeu Tr. At a r Mainzer '-.nlsmid. Ans allen Teilen des Bezirks waren die Zmmde unserer Bewegung gekommen, um ins- Aieiidere die Ausführungen des Vorsitzenden des witmluereiiis. Jnstizrat' Dr.' Julius B r o d n i tz ckalnü zu hören, der in einem großen eingehend'n Aeserat über die Arbeit des Centralvereins i’fVKiiretc, die die Tr in den letzten Monaten im .Vm'vnu' der gesamten deutschen Judenheit tniciizesiüirt hat. Cr wies daraus hin, wie der Imitvoliieveiii, jevn von sedem Organisations- Ceisiims, sich daftcr eingesetzt habe, daß die Reichs- . Einheitlich ist das deutsche Judentum in feiner Ablehnung und Verständnislosigkeit für sogenannte „Berliner Probleme". Eine Fülle von Kritik entsprang dem Tadel cm dem, war vor dem 30. Januar als zugespitzt berlinisch und zugleich allgemein das Judentum schädigend empfunden wurdA Die „Provinz" glaubte erwarten zu dürfen, das; eine große Einkehr erfolge, und ist sehr unangenehm überrascht, daß die Berliner Wasserglasstürme praktische Arbeit zu stören geeignet sind. Ein starker, frischer, bejahender Zug durchweht die Menschen und Orte, in denen von Tag und Zukunft gesprochen wurde. Und jeder verließ stärker und bejahender die Zusammenkunft, als er sie betreten hatte. Aber jeder, der dieses Wirken an sich selbst verspürt, hat die Pflicht, andere, noch Außenstehende für diese gleiche Empfindung und für den gleichen Gemeinschastsgcdauken zu gewinnen, der seinen mnsassendsten ideeumäßigen Ausdruck und zugleich auch seine praktisch stärkste Verwirklichung findet in der großen Ideen- und Arbeitsgemeinschaft der deutschen Juden, dem Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens E. V. Vertretung der deutschen Juden ins Leben getreten sei. Anschließend berichtete der Leiter der Franksiirter Geschäftsstelle des Centralvereins, Dr. Wals* gnng At a tz d o r s s, über die Arbeit des Centralvereins im Landesverband. Cr legte dar, wie die C. B.-Arbeit erfolgte im Einvernehmen mit den übrigen jüdischen Organisationen entsprechend den Richtlinien der Reichsvertretnng. Cr sprach ans, daß den Centralverein besonders die Sorge um das Schicksal der Freunde in den Landgemeinden bewege, und daß in den nächsten Wochen nach dieser Rielstnng die Arbeit noeh um ein Vielfaches verstärkt werden würde, um gerade den am meisten von den Verhältnissen betroffenen Menschen mit Rat nnd Tat zur Seite zn stehen. Tie Anssprache prüfte, in welcher Weise die Arbeit noch stärker ausgeballt werden kann. Unsere Freunde verließen die‘ mehrstündige arbeitsreiche Sitzung in dem Bewußtsein, daß der Centralverem seinen führenden Rang im deutsehen Judentum mit vollen! Recht weiterführe. Franksucl a. M. In dem überfüllten Saal der Frantsurt-Loge ° sprachen am Montag, den 27. Rovember, der Vorsitzende des Centralvereins. Jnstizrat Dr. I u l i n s B r o d n i tz - Berlin nnd der stellvertretende Vorsitzende Rechtsanivalt Tr. Rudolf C a l l - mann ans jkölu. Tic Freunde des Centralvereins kamen nicht nur ans den Städten, sondern auch aus den Laudbezirleu mit Lastwagen herbei. Ter Vorsitzende der Frankfurter Ortsgruppe, Tr. Mar Mainzer, konnte zu Beginn der -Kundgebung mit Befriedigung feststellen, daß unserem Centralverein die Treue gehalten wurden sei. Von lebhaftem Beifall begrüßt, nahm Justizrat Brodnitz das Wort: Cr zeigte, ivie die seit 40 Jahre bestehende Richtlinie: Eintreten des Centralvcreins für die Wahrung der Rechte der deutschen Juden unversehrt geblieben sei. Ter Redner rechnete mit jenen ab, die versuchen, durch das Hincintrageu von Begriffen, welche künstlich eine Mauer aufrichten, innerhalb des deutschen Judentmns, die notwendige Einheit zu zerstören. Insbesondere verurteilte er scharf, daß aus der Tatsache, daß jüdische Menschen, gezivnngen sind, ihr deutsches Vaterland zu verlassen, eine Ideologie konstruiert ivird und daß die das bessere Vaterläudsbewnßtseiu für stell in Anspruch uehinen, denen es wirtschaftlich glückt, in der Heimat zn bleiben. Unter lebhafter Zustimmung der Versammlung uhcö Jnstizrat Brodnitz darauf hin, daß Palästina heute eine Tatsache sei. die von allen jüdischen Menschen respektiert werden müsse. Honte müsse jeder Jude so handeln, als ob gerade er als Vertreter der Gesamtheit von der Umwelt betrachtet würde. Wir wollen nicht nach den Schlechten, sondern nach den Besten unter uns benrteilt werden. Tie Führung des Centralvcreins werde jederzeit getragen sein von dem Gedanken der Verantwortung, nicht nur für unsere Mitglieder, sondern für die Gesamtheit der deutschen Juden. Dr. Rudolf Cällmann-llötn sprach erstmalig nach seiner Berufung in das Präsidium des Centralvereins, zugleich auch als das erste Mitglied der neugeschasfenen Reichsvertretnng der deutschen Juden, auf einer 6'entralvcreins-Veranstnltung. Cr betonte, daß gerade die Initiative des Centratvereins die Reichsvertretung geschaffen habe^ welch« mit Recht für sich in 'Anspruch nehmen kann, dia gesamte deutsche Judeuheit zu vertreten. Diese: Spitzenführnng wird nach außen und innen eine: so starke Autorität haben, wie die deutschen Juden, sie ihr geben. Gewiß mirb es immer Kritiket: geben nnd Kritik dürfe nicht unterbunden werdend aber er glaube, betonen zu müssen, daß gerade die« senigcn, die die Reichsvertretnng herabzusetzen sich bemühen, es bereits vor deren Gründung getan haben. Tie "Arbeit des Centralvereins sei niemals organisationsegvistisch gewesen, sie vollziehe sich innerhalb des Gefaintrahmens der Arbeit süv die Erhaltung der deutschen Juden. Deshalb bc.« deute die freudige Milarbeit im Ccntralvereln nicht nur eine Stärkung und Unterstützung dös Centralvcreins allein, sondern zugleich ein Be-- kenntnis zu einer starken einheitlichen -Führung innerhalb der jüdischen Gemeinschaft in Deutsch« land. ©ießen Am 26. Rovember fand in der Shnaaoge in Gießen die erste "Mitgliederversaunnlung des Een« träwereius in Gießen seit der nationalen Umivälznng statt. Das Gotteshaus war bis aus den letzten Platz gefüllt. Ter Besuch und der Verlaus der Versauunlung zeigten, wie stark das Interesse aller Ewmcindemitglieder an der Arbeit des C. A. ist und ivelches Vertrauen seiner Tätigkeit entgegen« gebracht tvird. Ter Vorsitzende des bTntralvereins, Justiz« rat Tr. Brodnitz, hatte einen Vortrag über däs Thema: „Reue Zeiten, neue Aufgaben"' zugesagt. Ta er im letzten Augenblick am @r» scheinen verhindert war, trat für ihn Dr. Fritz G v t d s ch m i d t (LerliiJ ein, der sowohl über die umfangreichen praktischen Ansgaben und Arbeitsgebiete, insbesondere die Verhandlungen mit den Lotalnnd Zentralbehörden, wie über dia Grundhaltung des (S. V. in eingehenden Ausführungen berichtete. D§T 'Bmfaez EtMlrmg oon 3atob Vicarö Dw Folgende berichtete uns drei anderen, wir mit ihm heute als die eilizigen vorn TTcn Fcldregimcnt, bei dem nur zuletzt stan- ^'1|. m der gleichen Stadt wohnen, all einer Hiiicri'v Zusammenkünfte vor nicht langer vät unser alter Kamerad Wangen. Und es l'l »icht iimvichtig. zn bewerten, daß er es so 4>üe seil dem Krieg in sieh belvahrcn mußte, tzle er es znm ersten Biale anderen offenbaren lviinte. Wcuu ü)v mich fragt, begann er, welches der schlimmste Tag war. den ich während ^tiiev na hezii vierzig Frmltmvliate bei Rliupstruppeil erlebt habe, so muß ich sagen, 'Ai cs nicht jene beideil waren, die ich in deru B'Nieu Hohlweg an der Schkammulde bei zu überstehen hatte, wo ici> mit einem Allliieradeii und einem Bcaschinellgewehr Aßlu aushallen mnsttc— es lagen Senegal- 11 a1)1' gegenüber —, während mit böser ''chelmäßigkeit alle fünf tWinntcn, zwei Tage Aächte alle fünf Minilten, eine schlvcre ^wuate einschtug. gerade uns, die wir von 1111 11 erkannt waren, zugedacht, immer ein 'emg nnf)cv, ei» ivemig weiter^ entfernt, und Ljven eine midi halb verschüttete, nein, trotz 'lern, bicv loa reu nicht die schkinunstell *2timn- HH'nn ich es recht bedenke, oblvohk ich 'l'.n ^äbon hemte nmi) die Erinnerung in Hin''!'!11 Arm trage; auch jene Stultdeil tnen es nicljt. als lvir bei Korhtniea im L\lICv Tchlreicher russischer Maschinengewehre. 1,4”- Gehölz drübcit saßen, ohne jede Deckung x? ^egemvehr uns vvrzuarbeiten hatten, und ,Z"ud dert die Kameraden aufschreiend liegen- An; mich dieses und viele andere Erlebnisse Ii'4ei1 die schlversten, weim ich das übcr- "" jenem Btaitag durchlebte, ia> und sonnig lvar lvie nur je einer, Ergehe es nie. die Sache mit meinem Bruder, mit '' bloch niemals habe ich sie erzählt. Ja, wir beide lvarcn damals beim gleichen Regiment, einem aktiven Jnsanterieregiment mit glrtem R'amen. Sie nannten es das grüne R'egimcnt, weil es das einzige des Heeres mit grünen Achselklappen war. Nim lverdet ihr glauben, das müsse gut gelvesen sein, mit dem Bruder die Kämpfe nnd Beschlvernisse beim selben Truppenteil gemeinsam z>i erleben. Und ganz itnred)t habt ihr natürlich nicht. Es lvar beruhigend zu wissen, daß man einanber nahe war.' sich gelegentlich sehen, sich überzellgen konnte, daß es dem anderen wohlergehe, von zuhause reden konnte und von den aiideren zlvei Brüdern, die int Feld und in der Gefahr waren, ja, auch lvenn mnn nicht zur selben Kompagnie gehörte, lvar man sich nahe. Es hatte gewiß sein Gutes, und von manchcln lmerden lvir beneidet, viele im Regiment kannten uns beide. Brüder, standen wir doch im alten Heimatregiment, wo dairials alle noch unsere heimatliche Sprache hatten und wenig fremder Ersatz da war, es war noch im Jahre 19:15. Das brachte aber auch sein Schlveres, und id) möchte jenen Tag nicht noch einmal erleben; eigentlich lvar cs ntd)t einmal ein ganzer Tag. nur ein Nachmittag bis in die Nacht, bis' kurz nach Mitternacht, lvo es sich entschied lind klärte. Damals war ich Schütze. Richtschütze bei der Ataschinengelvehrkvmpagnie, ich, der ciilsache jüdische Soldat Wangen. Wir hatten in Ruhe gelegen, etlva zwct Stunden lfintcv der vordersten Xiinic, im gemütlichen Dorf, waren Reservezng gelvesen. als plötzlich eines Aberrds das Rollert begonnerl hatte und die Schrajmelllvölkchen ferne ancinarrdergereiht, zahlreich lvie nie zuvor, in der Lllst standen, da lvir nach Westen schauten in das Abendrot über den Hügeln, wo die Gräben sich Yinzogen; schön war cs anzusehen. Es war eben, alö ich mich von meinem Bruder verabschiedet! lvollte, den ich im Quartier seiner Kompagnie besucht hatte, in emer benachbarten Straße, deren Hänschen zwischer, den kleinen Maiengärten stallden. Schon wurden die alarmiert, die Kompggnie Ernsts mußte sich sertigmachen, tmd ich lief eilends über die mit kleinem Aehrengrün schon bewachsenen Aecker in mein Quartier, nachdeur lvir einander mit besonderem Händedruck und Blick in die Augen Brüderliches zum Abschied gesagt hatten. Wir aber wurden noch in Ruhe gelassen, mußten nur bereit sein für den Alarm. Vielleicht lvar es nicht so schlimrn, und die Siebente, meines Brrnders Kompagnie, lvürdc am Niorgen auch wieder einrücken. Tenlt an diesem Tage gingen wir noch nicht vor; man hielt uns zurück, bis sich entschieden und geklärt hatte, was sich dort begeben werde, lvas die drüben eigentlich beabsichtigen, und lvo wir dann am zweckmäßigsten eingesetzt lvürden. Wir legten uns in diesem seltsamen Fieber auf die Drahtsallen, in diesem Fieber und in der Spannung, die einen stets übcrkamen, wenn man wußte, daß vorne Entscheidendes sich begab, das sich ankündigte durch dunkles Atnrren des fernen Horizontes, dessen Sinn lvir schon so gilt kannten aus manchen Schlachten, alte Soldaten, die wir lvaren. llnb wir schliefen schließlich alich. Aber der neue Tag war noch nicht ganz heraus, die Straßen lagen noch grau, als ich all das zerschlagene Fenster ging; da wurden auch lvir alarmiert, zum svsorügen Abrücken uns serckigzumachen. Nun, das ging schnell. In einer Biertelstunde spätestens lvaren wir stets bereit. Sehr ivuchs auch das dumpfe Nlurren im Westen, das, lvährend wir im Schlaf lagen, wohl nachgelassen hatte, und schon hörten lvir, gerade über uns, so schien es, das Gefahr kültdeude Rauschen einer offenbar unserem Dorf zugcdachten Granate eines schweren. französischen Ferngeschützes, und kurz darauf den erschütternden Einschlag — es klang, wie lvenn riesige Bretter abgeworfen würden — mit dem Singen von großen Splittern. .Bis jetzt hatten sie noch nie ins Dorf, so weit nach hinten, geschossen. Nun wußten lvir, daß uns etwas Besonderes. bevorstand. Einer rief bald^. das sei dem hoheti Fabrikschornjtein zugedacht gelvesen. Der stand am Rande des Torfes und dicht beim Kanal, wo die alten Lastlühne immer unbenutzt lagen, und faulten. Als wir abrnarschierten, versuchten einigä zu siligcn. Zu jener Zeit sangen wir noch manchmal. Aber es gelang nicht recht', nnb lvir unterließen es bald. Tenn das Getösö schwoll mm gigantisch an, so wie wir es da« mals noch nie gehört hatten, und wir fühlten alle, daß lvir Schwerem entgegengingen. Glcichlvohl lvarell wir zuversichtlich.. Wir schritten durch das schon hohe, noch taunasse Gras der Wiesen an den Büschen vorbei. Tie Feldlerchen ftnnöcn zwischen dem Rauschen der (Granaten singend in der Llift, das blieb mir besonders in der Erinnerung. Ter Vogt ans dem Schwarzwald sagteals da ein Weidenstranch mit gelben Kätzchen [taub, jetzt möchte er eigentlich lieber eine Weidenpfeife schneiden und darcmf flöten und daheirn bei den Geißen auf dem Berg sitzen, als Soldat spielen und mit dem Maschinengewehr Franzosen totschießen. Dabei war er noch gar nicht Richtschütze, sondern mußte nur immer Niimitionskasten schleppen. Aber er war erst zrvauzig Jahre alt. Ach, zwei Wochen später mußten wir auch ihn begraben; kurz vor der Ablösung, bevor wir nach der Champagne abrückten, mußte er noch fallen. Er lvar der letzte, den lvir von nnfcvcr Kompagnie dort oben an der Lorettohöhe liegenlicßen. Ja, von jenem Tag ist mir alles deutlich im Gedüchtllis geblieben, genau wie von wenig andern ans der langen Zeit, er hat sich mir für das Leben eingeprägt. Wir lvaren ein kleiner Trupp, ein Zug Ntaschincngewehrlente. genau gesagt, das .heißt also eilt Tlttzend Soldaten mit dem Zug- und den Gewehrsührern. Unser Zugführer^ der Feldlvebel Baer — alles was recht ist—,' er stand seinen Mann, lvenn es darauf ankam, obwohl er uns hinten in den Ruhelagen: manchmal schliff, ries uns zu: „Forsch, forsch, heute wird es mal wieder heiter werden; ihr wißt ja gar nicht mehr, was das ist, Krieg!^ (Fortsetzung folgt.) ' i j i I

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.