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Central-Verein-Zeitung · 1933-11-23 · 45 (23.11.1933) · p. [Seite]

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
12 (1933)
Issue
45 (23.11.1933)
Date
1933-11-23
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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feinet jüdischen Mit'cnckeit'er und ihrer Auge? übrigen aus dem Spiele steht. Es durfte nicht Vorkommen, das; jüdische Ehefs dem leisesterr Srmf nachgaben, ohne zu Prüfen, ob Eingriffe in das Unternehmen berechtigt und im Sinne der Regierungsverordnungen waren, irrst recht darf es nicht Vorkommen, daß noch heute jüdische Unternehmer jüdische Angestellte entlassen, wcib ihre Namen und Nasen dem Herrn Ehef Steine. des Anstoßes sind. Menschen, die derartige Verstöße gegen derr Grundsatz der Solidarität aller deutschen Ju^ den begehen, verdienten es, in aller OessenElichkeit gebrandmarkt zu werden. Es sei.betont, daß es denn EL in sehr vie- ‘Uiir denr 'Heimgang seines Gründers Fva n z ')! o | >' n 5 lu c t q hat das Freie Jüdische Lchr.haus seine Tätigleit erlahmen lassen. Ter Kreis von Menscher;,. der vor mehr als ernenn Jahrzehnt, mt dem Ausbau jener großem Idee mit Aufopferung und Liebe sieh bewährte hat die-Forderung unserem Tage verstauben:., wenn irgendwann, soist dis T runde sttzb gekommen, um ans den verpflichtendem Traditionen der 'Rosenzweigscheu Schöpfung all das aufs neue wirksam werden zn lassem,, was in unterer Vage einen Weg, vielleicht den Weg uns weisem kann. Tie Gcsellschasf ü r \ i't d t s eh e B okksvildung, die organisatorische Pairourrr. des Freiem Jüdischen Lehrhauses vom einst, ist auch seist wieder dem Jüdischen Lehrhaus verbunden. Aber was einmal die Angelegenheit eines engerem Kreises mar. ist nun zum Beclangen einer großen Gemeinde geworden. Ter Vorstand der r^rael^cki^cherr utenmüude, Jm'nzrat Tr.. Blau, der zur akademischen Erössuungsjeier einem nach vielem hundertem zählendem Hürerkreis begrüszen durste - - eine nicht geringere Fahl konnte leinen Einlaß finden —. bestätigte die Verbundenheit der nZemeinde mit dem Gedankengut und dem Fielen, die. zur Wiedererrichtung des Rosenzweigschen Baues drängend führten. Ter Name dieses großem chideir unserer Stadt, will Weg. sein Fiel, stehen ,ilo Forderung über der Schsoelle zu der neuem Arbeit, die nunmehr geleistet werden soll. Was diese neue Arbeit ist. woher sie ihr Gesetz bezieht, wohin sie führen möchte, war der Inhalt des Bor°. n-ags von Professor Tr. Markin Bnbev, der die Leitung des Jüdischem Lchrhanses übernommen hat. Aiit einer geschichtlichen Scham aus jenen Höhen, aus denen das Znsällige sinnvoll, das Tahmillesiende gegliedert erscheint, ans der lieber legenden einer großen menschlichen und jüdischen Genei stheit entwickelte Martin Briber die Ausgaben jüdischer Bollserziehung aus den Phasen der jüdischen Entzvrcklnng. Ausgehend von dem besonderem Vegrifs und Bedeutungsgehalt des Wortes Am Volks im Judentum, sieht Bnber die Erzichuugsarbeit bestimmt von Lehre und Leben; dabei hak die Lehre die Führung. da sie die Richtung angibk. Aus dein „Gottesoolk", aus dem Bund mit dem Vater lind König, erwachsen die ersten bildenden Kräfte. Tie ziveite Stufe sieht Buber in der prophetiseh-mahuenden Lollserziehnng, der die tradierende, die erinnernde Bollserzichnug folgt. Sie feit, bei* gckemrzeichneten Fälle gelungen ist, jüdische Arbeitgeber zur Ginsicht begn'ngeneit oder beabsichtigten Unrechts zu bringen und die betroffenen Angestellten in ihren Stellungen zn erhalten. 'Indes, nur ein Bruchteil solcher Fälle ist zur Kenntnis des CB gelangt tmd konnte daher zufriedenstellend gelöst werden. Nur dann fnun die Not der jüdischen Arbeitslosen wirksam bekämpft werden, wenn jeder einzelne jüdische Geschäftsmann sich feiner Pflichten diesen gegenüber bewußt ist und sich bemüht, alle diejenigen wieder in den Arbeitsprozeß einzüreihen, denen infolge der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung die Existenz genommen worden ist. wird unterbrochen durch die Emanzipation. Unserer Zeit ist die Aufgabe einer „erneuernden Volksorzichurig" gestellt; Buber versteht darunter Er- Ziehung zur. ErinneruugSgemeinschast, zur Lebens» gememschast, zur Werkgemernschast. „Durch die Erziehung zur Ermnornngsgemcinschast wollen wir die Atenschow trllsrüsten mit der Kraft der jüdischen Ueberlieferung. Durch Erziehung zur Lebensgemmnschlist wollen nur sie ausrüsten mit der Kraft der jüdischen Bruderliebe. Durch die Erziehung zur Werkgennunschast mit der Kraft des tätigen jüdischen Erlösrmgsverlangens." Auf solche Weise ist es Sinn des Lehrhauses Universalität mit Zentralität des Jndeutuins Z" verbinden, aus der 'Peripherie ins Zerckrum zn sichren. Es wird begreiflich erscheinen, das; solche Besinnung auf uns mrd dm Sinn unserer jüdischen Existenz dem Hörern zu einer Feierstunde in des Wortes reichstem SA;ne wurde. Daß dabei die Problematik des jüdischen Alltags rächt ohrre Erwähnung blieb, das; eine Persönlichkeit von — überflüssig es zu sagen — deutlicher jüdisch-politischer Prägung den Brodeu schuf unb aufzeigte, auf dem alle sich einig zusammen finden konnten, bezeichnet nur die über b-je Gemeinde Frankfurt hinaus wirkuugsmögliche Fruchtbarkeit dieser Gedanken. Wenn der Festvortrug Lullers dort Darbietuugen des Kamurerclrores vuter Tr. E l) r i> n r c i ch <3 Leitung cingeleitet und znm Ausllang gebracht wurde^ so fand damit eine sprachkünstlerische Leistung höchsten Ranges den ihr würdigen künstlerischen Rahmen. Die inzwischen mit außerordentlicher Intensität ausMirommene Arbeit des Jüdischen Lehrhanses möge die gleiche Bereitschaft finden, wie. sein Leiter sie zu läsen vermöchte, dann werden alle Kreise der jüdischen Gemeinschaft aus neuem Leben neuen Segen erstrhren. Do. IL Gumlersheimor. Allrch &6f& fda Lehr Haus Jur Eröfsnung des Wintersemesters 1944.-4! veranstaltete das Jüdi'che Lehrhaus in Köln am 14. November eine Abendseier. '3gad') einleitenden Worten von Gemernderabbiuer Dv. K o der, die dem Sinn jüdischen Lernens gatzten, und einem Gesaisizsvortrag von R u t h K i s ch - A r n d t sprach Martin Bnber in einem fesselnden Bortrag über „T i e j ü d i s ch e E e s ch i ch t s a n s ch a;; u u g." I,u tveitereu! Progrannn des Lehrhauses sind Kurse über Einführung in Pentateuch (Rabbirwr Dr. Wolfs), die Propheten lRabbiuer Dr. Kob e r), Midrasch (Rabbiner Tr. R o s e n t h a l), Geschichte, der Judenernanzi'patwu (Rabbiner Dr. Kober), jüdische Erziehungssragen (Studiendirektor Dr. Klibansky) und über das Ritual von Alltag. Sillibat und Festtagen (Rabbiner Dr. Dünner) vorgesehen. Außerdem finden neuhebräische Kurse statt. Für Einzelvorträge ist eine Reihe bedeutender Kölner urw auswärtiger Dozenten vorgesehen. __ Jitt-ivvsUuivI Uni Im dem Verlag Julius Beltz in Langensalza, der auf dem Gebiet, des Schrifttums für die Aoltsschule eine führeirde Stellung einnimmt, ist soeben ein Auch von Georg Hanke „Weltkrieg. ^Niedergang und Aufbruch der deutschen 'Nation" erschienen. Der Verfasier. der bereits durch sein Bilch „Die- Krügsschnldfrage in der deutschen Schule" in pädagogischen Kreisen bekannt geworden ist. kommt im seinern neuen Buch u. a. auf das Judentum zu sprechen: „Am Ende dieses unaufhaltsamen Verfalles war alles, was der Naubzug der Feinde übrigließ, in Händen des Judentums, Deutschland bcttelarin, ein Trümmerhaufe-al Accch auf seelischem Gebiete arbeitete das Judentum mit Ataeht und System an der Zersetzung des deutschen Geistes, an der Zerstörung von ^itte, Reinheit und Glauben.... Juden und ihre Genossen konnten Leopold QökcI!| mechanische Taschcniuehweberci! | La u h a srs 1. Sch'os. jj sich in Verunglimpfungen und Schmähungen qm 'Nationalen nicht genug tun" (Seite 102). Weiltt. hin sagt Hanke: „Die Zerstörung der vergiftenbo, und dern nationalen Selllsterhaltilngswillen gcradß zu entgcgenwirkcndeu Lehre ('.'Narrisnust) wiederum nur möglich, wenn der Urheber volköfrcmden Denkens, das Judentum, klar erkannt wird." (Seite 114). Gegenüber diesen Darlegungen darf daranf ter. wiesen werden, daß Ncich^inuenminister Dr. in seiner Rcdrniber die Bedeutung des Rasseuusirrichts in der schule ausdrülllich die Kränkung teiligter nichtarischec Kinder vermieden wißen wollte und das; beispielsweise der LtaalAommistn für die Unterrichlsverwaltnng in Badei; die Lehrer daranf hingewiesen hat. daß Beschiinpjmlgcn bischer Schulkinder durch ihre 'INsischnler sticht ge. duldet werden dürfen. Gin derartiges Vorgehen entspräche nicht dem Geiste der christlichen u>;d nationalen Erziehung wie sie das neue Tcutschlaisi, wünsche. Was für das Verhalten von Mitschüler zu Mz. schüler als Grundsatz aufgestelll wsird. das dar! wohl nach naheliegendem Analogieschluß erst reckt für die Stellungnahme von Schulbüchern gelten. §ragS bev Mischehe Gine Nichtjüdin hatte einer; Inder; geheiratet nrrd rvar Vvr der Ghesäjließung zur jüdischen Religivn übergetreten. Sie hatte das Arrueurecht verlangt, uur die Ehe wegen Irrtums über Persönliche Eigenschasteil des Ghemarusis, nämlich die jüdische Abstamnurrrg, anzusechten. Das K a m m e r g e r i ch t hat in einer Entscheidung (in. \V. 8584/34) die Frage verneint rmd das Armenrccht für die Arrfcchtrcngsklage in Uellereirrstimmung mit der ersten Instanz venveigert. Es hat daztl solgerrdes ausgesührt: Rach 8 1444 AGB. ist für den vorliegenden Fall sestznstclleu, daß zur Zeit der Eheschließung der Kläger rasseiirnnßig und den; Glauben nach Jude war und die Beklagte durch Uebertritt von; christlichen Glauben zum Judentum religionsmäßtg Jüdin getvorden ist. Tie Beklagte hat sich danach über diese Eigenschaften in der Person des Klägers, wenn man in der Rassen- und Religionszugehörigkeit eines -Menschen persönliche Eigenschaften desselben erblickt, nicht im Irrtum bcfundei;. Sic meint indessen, daß sich ein solcher Irrtum zum nnndesten seit dem Erlaß dc? Gesetzes zur Wiederherstellung des Bcrussbeamtentnms ergeben habe, iveil sich gerade durch dieses und spätere Gesetze die Erkenntnis Bahn gebrochen habe, daß es sich nicht um eine Religions-, sondern um eine Nasseusrage handele, und sie wäre die Ehe nicht cingegangen, wenn sie gewußt hätte, daß ans dieser Ehe hervorgehende Kinder in lveitgehender Weise anderen Gesetzen unterlägen als Kinder aus arischen Ehen. Diese Begründung vermag den Eheanfcchtungsanspruch der Beklagter; nicht zum Erfolg zu führem Tenn der 8 1414 BGB. regelt den Eirstluß, den der Jrrtuin in; Beweggründe aus die Gültigkeit der Eheschließung arisüot. Es nn;ß also im Zeitpunkt der Eheschließung ein Irrtnu; aus seitea d:i Anfechtrmgsberechtigten obwalten. An diesen fo\Uw Voraussetzungen fehlt es im gegebenen Falle. Allerdings ist mit den; Auslonunen der nalioualsozö. Uslischen Denkungsart ein Wandel auch in rasjminäßiger; und rasseln utib bevölkerungspolitisch,:,i Anschauungen eingetrclcn. und dieser Wandel l>;l auch feinen Niederschlag in der osfellllichcn Alm nuug und in gesetzlichen Vorschriften gesunden Dieser Wandel bedeniet aber keinen Irrtum im Sinne des S 1444 BGB. Es lieg: lediglich eine andere Auffassung über Eigenschaften derjenige,. Personen vor, welche nichtarischer Abstainmung sind, also eine Aendernng in der Bewertung ihm Rassenangehörigkeit. Indern sie sich als das fr. gebnis einer erst nach der Eheschließung der Pn-- testen eingetretenen Bervegurrg darstellt. kann che ,w> der; Willen der Bellagten, die Ehe mit dem Klägcc cstnzngehen, keinen Einsluß ausgercbt haben. Liesi somit ein Irrtum der Beklagten im Zeitpunkt de; Eheschließung nicht vor. so bietet die aus § Ml a. a. O. gestützte Widerklage leine Aussicht ans fr. folg, und damit hat das Landgericht der Beklagten das für diese Widerklage erbetene Armenrecht auzutreffenden Gründen versagt (vgl. auch „Juristische Wocherrschrift^ 1044. S. 2467, 2041). AvLhsss Ap-vsAks Äs BeeMögsKSpUeger Das- Kammergericht hat in einer Enl» scheidnng vorn 6. Dktober 1943 (1 a. X. 1049/33) den Beschluß eines Landgerichts am> gehoben, das einen früheren Anwalt mit Nüäsicht aus die Entziehurcg der: Rechtsanwalt' schast als Bermögenspsleger entlassen hatte. Es hat die Sache an das Landgericht zurücl-- verwiesen und folgendes ausgeführt: Das Beschwcrdegerichk geht zunächst zutrefsin( von den §8 1ä8ll, 1915 BGB aus und legt diese fr- ' ''sii K.j'sTl sFA •sVvv / *'■ MMMI ör§ 5ASM bl RMtÄ § ■\J «• ( ti'i Cilc-v W Vli ti/w <tj>‘ i*» (fa« & fe-dt’#» WLLtüS cm 19. ^SQSmLer Das Breslauer Jüdische Nlusenm, das in diesen Tagen seine neuen Räume erössrien tonnte, leistet Kulturarbeit im besten Sinne. Ter Verein „Jüdisches A!useum e. LG, Lreolau, ist das erstemal im Frühjahr 1929 mit der im „Schlesischen Museum für Kuustgctverbe imb Altertümer" veranstalteten Anssleilrmg „Das Ittdentrun in der Geschichte Schlesiens" hervvrgetreten, deren vielbeachteter Katalog von den; verstorbenen Direktor des Breslauer SchlvßrnnsettNtL, Professor Dr. Errvin Hinhe. stammt, während Stndienrat Tr. Willy E o h n die geschichtliche Einleitung schrieb. In derZlvischenzeit lagerte der Mnsemnsbestand in Depots, bis er jetzt in drei hervorragend geeigneter; Räumen der Israelitischen Waiseuverpslegrtngsanstalt ansgesletlt wurde. Die Räume sirrd schlicht, aber stilvoll hergcrichtet. Aue!) dieAustaltsshuagoge wrcrde musealen Zwecken dienstbar gemacht. Die architektonische Ausgestaltung besorgte sth'gierrtngsbaumcister a. D. Ehrlich, die lünstlerische der Kaurstrnaler Asch heim. Ausgestellt siud Kunst- und Knltgegenstäude in überraschender Fülle und von teil« weise bedeutendem künstlerischem Wert. Einzelne Stücke stammen aus dein 16. Jahrhundert und sirrd künstlerisch besonders hochivertig. ein Beweis, daß auch im Ghetto jüdischer KUlrstsiun und jüdisches Kunsthandwerk blühte. Zahlreich sind auch die Dokilmeute ans der jüdischen Geschichte. Die Nachbildung des bekannten Breslauer Grabsterrres des Rabbi Sar Schalom aus den; I a h r e 12 0 3 erbringt auch hier den Beweis, daß schon damals eine jüdische Gemeinde in Breslau bestand. Neben den vielen Urkunden, Handschriften, Gemälden und Abbildungen ist eine stattliche Anzahl von bedeutenden Druckwerken zusammengetragen, z. B. das wertvolle Werk Johann Reuchlins „De aceentibus et orthographia linguae liebraicae“ in dem Hagenauer Erstdruck von 1518. Es ist beabsichtigt, in dem neuen Museum regelmäßige F n h r n n g c n sowie Borträ ge von bedeutenden Persönlichkeiten arrs ganz Deutschland zu veranstalteni man will auch wechselnde A n s st e l l u u g e n jüdischer Kürrstler, die sonst wohl kaum zu Lllort tornmen dürsten, stattsinder; lassen. Hier ist ein Werk entstanden, ans das nicht nrcr die Breslauer Gemeinde, sondern alle deutschen Juden stolz sein können. Das Breslauer Jüdische Museum eröffneie seine ueueu Räume am 19. 'November. '.Rusikalisehe Darbietungen vor, Lotte & ch oeps - R o g o s i rr s k i (Klavier) unb Mirjam L ewiu (Gelto) umrahmten die Ausführungen des Borsitzerideu des Atuserrmsbereins. Max S i l b e r b e r g . der einer; Ueberblick über die Geschichte des Atuscums gab. Rach ihm sprach Professor Dr. H e i u c nt a u u in weihevolle!» Worten zur Bedeutung der Stunde _ Kurt Schwerin. „Jkö Süß" im DreslMer LoSscheaier Im Breslauer Lobetheater fül)rte am 18. November die „Deutsche Bühne" das süusaktige Volksstück aus der Zeit des AbsolutiSirms „I n d S ii ß" von Eugen Ortuer aus. Der in letzter Zeit mehr und mehr in den Vordergrund treteiwe Verfasser hat die 1826 entstandene lltvvelle vor; Wilhelm Hauff als Grundlage für sein Stück benutzt. „Irr; einzelnen mußte freilich manches neuerer historischer Kenntnisse wegen verändert tverden, auch bedurfte der ethische Stoff einer besonderen dramatischen Zuspitzung und Motivierung." sagt er dazu in einer unter anderem im Programmheft abgedruckten Einführung. Er wendet sich darin auch scharf gegen Fenchtwangers 'Nomau. — Wenn wir die historischen Grundlagen sestzustellen suchen, so ist Hauff lange überholt, ur;d der Roman Feuchtrvangers ist natürlich auch keineswegs historisch zutressend. Die neuester; geschichtlichen Darstellungen scheint Ortner dagegen auch nicht berücksichtigt zu haben. Hierstväre vor allem aus Seüna Sterns „Jud Süß, ein Beitrag zur deutschen und zur jüdischen Geschichte" (Akademie-Verlag. Berlin 1929) hinzuweiscn, während das allgemeine Problem der Hof- und Rtünzjuden zuletzt ausgezeichnet in Werner Heis,e. „Die Juden in der Mark Brandenburg bis zum Jahre 1571" (Eberings „Historische Studien", Bd. 226, Berlin 1942) behandelt worden ist. _ 8—n. SrMQgogenlLMzerL m Herne i. W. Als ein gutes Zeichen belebenden Gemeinschaftsgefühls kann es angesehen rverdeu, daß der Einladung des wieder sehr tätigen Jüdischen Jugendbundes zn eirrem - Shnagogenkvnzert am 14. November in erfrenlichcm Ataße Folge geleistet wurde. Der erste Vorsitzende Erich S ch i s f m a n n zeichnete die Not der jüdischen Jugend, die Notwendigkeit ihres Zusammenschlusses zur jüdischen Arbeit und ihre neue Ausgeschlosseuheit für jüdische Tinge. Fast die gesamte Geureinde und viele ausroürtige Gäste waren zn den; Konzert erschienen. Hebräische und deutsche Gesäuge sowie Instrumentalmusik von Bach und Händel gelaugten zum Vvrtraa. Um die Ausführnrig der Gesänge machten sich Kantor Erich Mendel, Bochum, und Edith Jelru, Herne, verdient. Den instrurncntalen Teil bestritt die Violinkünstlerin Ruth F e l d h e i rn, Tortmund, während Kapellmeister Gustav H a a k, Herne, den Orgelpart und die Begleitung der Solisten übernommen hatte. Alle Vorträge boten einen künstlerischen Genuß und hintcrließcn einen tiefen Eindruck. KMsreIL „Bühr^s Vrettl" Das Kabarett, das die Künstlerhilfe der Jüdischen Gemeinde Berlir, im Logenhaus Joachimsthaler Straße am 18. November unter dem Namen „Bühne und Brettl" eröffnet hat, kann, wenn es urrr will, gutes Niveau halten und wirkliche Kleinkunst bieten. Als gutes Vorzeichen für diesen Willen nehmen wir den Ausstattungscntrvurf Heinz Condells, der aus einem hohen, mit Stuck überladenen Saal einen fast intim anmutenden Raum geschaffen hat: mit einfachsten Mitteln die größte Wirkung. Lillr K a n n — die Daja der „Nathan"-Aufsührung de3 Kulturbundes trägt vollendet Songs von Spolianski und Holländer vor. Willi Prager sollte in seiner Conference nicht zu sehr die Erinnerung an eigene frühere Leistungen benutzen und seine Vorträge mehr in den Rahmen seines Liedes „Uno so verbringt man seine kurzen Tage" eiufügen. TP>' zivei lebensechten, klcinen Strophen und die Warnte bei ihrem Vortrag wird man nicht so schnell vcrgessen. Ganz kurz crschcirrt Gerda Kopple r vrwi Kabarett „Katakombe" mit ihrer bekannten, w übertrefslichen ' Bergner-Parodie. Auch andcv Künstler werden für ihre Leistungen immer uck immer wieder gerufen und mußten sich sogar zu Zugaben verstehen. Sie alle können zufrieden ß8 in dem Bewußtsein, jüdische Menschen wieder einmal lachen gemacht zu haben. Aber das jüdische Publikum ist heute mit A-Ä Geschmacklosigkeiteu gegenüber sehr empfindlich Warum müssen die Plakate dieses Kabaretts de" Mögen Tovid tragen? Dieses Zeichen sollte M heiligere Tinge aufgehoben tverden. x.-Um. WED Tie bekannte Berliner Kamrncrm; Vereinigung „Neues Streichquartcl!" >»D' Prager—Metzer—WeiH veranstaltet gemeiiüchas;nit der Sängerin Paula Liudberg am Ton; dem 26. November d. I., abends 89 Uhr, in; : Euer Lvgenhaus, Kleiststraße 10. ihr erstes Koi in dieser Saison (verlegt vom 14. November 1! Tas Konzert findet zugunsten der Künstler der Jüdischen Gemeinde Berlin statt rmb drin; seinem Programm Werke von B e e t h d (op. 127), Hugo Wolf (italienische Sercn> ferner eine Uraufführnng von Berth. b;o s ch m i d t sorvie jüdische und hebräische Vollell mit Streichtrio, u. a. Psalm von Leo Lcwtz. - Die nächste Schansprclvcranstaltmtg des Ksi! vundcs Leuifchcr Juden, Berlin,' ist Lvc.kcw 'w-thello" in der Inszenierung von -Wr E h m e l nitzkh. Ten „Lihellv" spielt Kurt K a! den .Fjago" Fritz W i st e n. Tie ErslamRhrunlür den 11. Tezcnwer in Aussicht üenorrunen. Proben haben bereits begonnen. Gastspiele des KirlturburrdcS. Ter Kultuü deutscher Juden, Berlin, der mit seiner Aulsst „9t a i h a n d e rn W e i s e n" am 22. und A. Mber im Neuen Theater in Frankfurt am Älain. «s b^t. veranstaltet am 26. Novernber im 2chmLL'' .zu Breslau gleichfalls zwei „NathoiE-AussüP" m der Aerlincr Besetzung. Weitere Eastspiele Vorbereitung.

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