Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 12 (1933)
- Issue
- 43 (9.11.1933)
- Date
- 1933-11-09
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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/ A. N. Stenzel G. A. Goldcchlag Arthur Silbergleit lasen im Rohmen des Kulturbundes deutscher Juden aus ihren lyrischen Welken. dao mam wissem ssbssssI Zur VesMeruNgsSemsMAF öec IuLsu ira DsuLschisud üfutn hört oft, Großteile der deutschen ^uDen seien erst seit 1870 oder gar erst seit 1911 bzw. 1918 in der deutschen Heimat an« sässig. Genaue Zahlen über die Zuwanderung der Juden seit 1870 fehlen. Für den Zeitraum seit 1870 stehen dagegen Zahlen zur Vcrjilgung. die die Bewegung der jüdischen BeitülfiTunn insgesamt, ihrchZu- und Abwanderung, Geburt und Tod enthalten. ohne daß sich aber die eigentliche Wanderungtzbewegung hercmtzschälen ließe. Immerhin geben Zahlen wertvolle Anhaltspunkte. 41 058 792 (2 727 360 4ü 855 704 40 428 470 DO .'107 178 00 780 200 04 025 993 1910 (hcutiqcs ©cbict) 57 798 427 1925 62 410 619 ttt % Juden \n% rungsantetl 512 158 1,25 3,90 520 158 1.64 1,22 7,70 5(11 012 7,88 1,24 3,45 563 172 0,21 1,20 5,21 567 884 0,83 1,15 12,»2 586 833 3,33 1,04 7,27 607 802 3,^8 1,00 6,81 615 021 1,17 0,95 538 oon 7,89 564 379 4,69 0,9 Ans dieser Zusammenstellung erhellt, daß das Wachstum der jüdischen Bevölkerung von einer Volkszählung zur nächsten mit dem Wachstum der Gesamtbevölkerung fast durchweg nicht Schritt gehalten hat, sondern weit hinter ihm zurückblieb. Gin besonders starkes Anwachsen der jüdischen Bevölkerung war allerdings in den Jahren zwischen 1875 und 1880 zu verzeichnen. In dieser Zeit erhöhte sich der jüdische Bevölkcrungsanteil, der seit 1871 in ständigem Sinken begriffen war, noch einmal um 0,02 Prozent auf 1,24 Prozent, siel jedoch bis zur folgenden Volkszählung im Jahre 1885 wieder um 0,04 Prozent aus 1,2 Prozent. Tie jüdische Bevölkerung wuchs von 1875 bis 1880 um 7,88 Prozent, während die Gesamtbevölkerung sich nur um 7,76 Prozent erhöhte. Hier erreichte und überstieg das Wachstum der jüdischen Bevölkerung also einmalig das der übrigen Bevölkerung. Von einem besonders starken Zustrom jüdischer Einwanderung kann jedoch weder in dieser Periode noch in irgendeinem anderen Zeitabschnitt seit 1870 gesprochen werden. Das Anwachsen der jüdischen wie der Gesamtbevölkerung in den Jahren 1875 bis 1880 ist vielmehr lediglich auf den größeren Kinderreichtum dieser wirtschaftlichen Glanzzeit Deutschlands zurückzusühren. %z\ ksrhastungsabenL der C. in GLorMtz Tie Arbeiisgemeinschast der G. V.-Jugend in Eleiwitz ücnimtültetc unter der Leitung von Udo Avsenthat am 29. Oktober einen abwechsiuigsreichen Unterbattuugsabcud, bei dem sich eine begabte Ju.zcnd in Nezitationen, Tanz und Gesang unter gwßcin Beifall repräsentierte. Den tieferen Sinn dieser geselligen Znsammentunst entwiekclte der Vorsitzende des Glettvitzer C. V., Sanitätsrat Tr. T eh l e s i n g e r , in einer selbstversaßten Dichtung, die dem Kampfe des E. V. in Vergangenheit und Mufunft um deutsche und jüdische Werte würdigen Aiiödrnck verlieh.' Aus die fortan betonte religiöse Vertiefung der C. V.-Iugend wies der von einem Knabensprechchor in hebräischer Gebetssprache vorgetragene Psalm 115 hin., den Lehrer Frchsinger mit dramatischer Essektbctonung erstmalig einftubicrt hatte; da diese Idee großen Anllang fand, sind weitere Vorträge biblischer Stellen durch Sprechchöre geplant. Als eindrucksvolle Leistungen — ohne alle nennen zu können — seien noch hervorgehoben: das über einen dilettantischen Nahmen weit hinausgehende Klavierspiel des siebzehnjährigen Franz Cohn, die temperamentvollen Tanzvorsührnngen der Sportlehrerinnen Lotte Lange und Edith Böhm, die flotte, sich abwechselnde Gvnsörence von Udo Nosenihal und Heinz Reichmann, sowie — last not least — Joachim Badrians „tauberhafte" Mimik (zu wirklichen Tauber- Graminophonplatten). mit der er die Illusion eigenen Gesanges zu geben verstand. — Da viele Menschen keinen Platz mehr fanden, wird die Veranstaltung noch einmal wiederholt werden. wm mmimmiem Ich bin seit 13 Jahren Angestellter einer Ortskrankenkasse und bin 40 Jahre alt. Wegen meiner nichtarischen Abstammung ist mir auf Grund der Zweiten Durchführungsverordnung zum Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums mit einer Frist von einem Monat zum Monatsschluss gekündigt worden. Habe ich noch Anspruch auf Gewährung meiner bisherigen Bezüge für die im Kündigungsschutzgesetz bestimmte Kündigungsfrist von sechs Monaten zum Quartalsschluss? Nach Nr. 5 Abs. 6 der Zweiten Durchführungsverordnung finden ans Kündigungen gemäß Rr. 2 bis 4 die die Kündigung von langjährig beschäftigten Dienstverpflichteten, von Mi Gliedern von Betriebsvertretuugen und von Schwerbeschädigten erschwerenden gesetzlichen Vorschriften und vertraglichen Bestinnnuugen keine Anwendung. Tie unter Ausschaltung des Kündigtmgsschntzgesetzes mit einer Frist von einem Monat zum Monatsschlnß ausgesprochene Kündigung entspricht also dem Gesetz. Anders ist aber die Frage zu beurteilen, wie lauge ihnen noch die bisherigen Bezüge zu gewähren sind. Nach Nr. 9 Abs. 1 Latz 2 der Zweiten Durchführungsverordnung werden dem Dienstverpsliehteten ans die Tauer von drei Monaten seine bisherigen Bezüge belassen. Nach Satz 3 a. a. O. sind nach Ablauf dteier Frist drei Viertel der dem „Gekündigten znstehenden klagbaren Bezüge (mit gewissen Einschränkungen) zu zahlen. Nr. 3 Abs. 1 Satz I der Zweiten Durchführungsverordnung lautete in der ursprünglichen Fassung (Verordnung vom 4, Mai 1933, RGB. I, S. 233): „lieber den Zeitpunkt hinaus, bis zu dem die Bezüge zu zahlen gewesen ivärcn, wenn die Kündigung nach den bisher geltenden Vorschriften und unter Beachtung der Dir. 5 Abs. 6 erfolgt wäre, werden Zahlungen nach Latz 2 n n d 3 nicht geleistet." Die Ergänzungtzvcrvrdnung vom 7. Juli 1933 (RGB. I. S. 433) hat die Worte ,.u n d 3" in dem erwähnten Latz gestrichen. Ter Sinn dreier Streichung kann u. E. nur der seiu. daß das Küudtgungsschutzgesetz nach wie vor für die Kündigung selbst und für die Gewährung der vollen Bezüge (Satz 2) ausgeschaltet ist, das; dagegen drei Viertel der dem Gekündigten z n - stehenden klagbaren Bezüge (gemäß S a tz 3) s ü r d i c i m Kündigungs s chutz - Gesetz bestimmte Frist zu entrichten j'.i n d. Ich bin Besitzer eines landwirtschaftlichen Grundstückes und habe drei Kinder. Finden die Vorschriften des Reichserbhofgesetzes vom 29. September 1933 Anwendung, dass der Erbhof ungeteilt auf den ältesten Sohn als Anerben übergeht? Nein! Die Erbcnsolge nach dem Neichserbhofgesetz betrifft nur Bauern. Bauer kann aber nach 8 13 des Gesetzes nur sein, wer deutschen oder (C'i f] ij |(o /! r'(oXo ko)! o.'H j «;• <' 04 j'5 '■!' «) h o 'AA 3»t'.i? V’ ■ -Jfi -- 1 stammesglcichen Blutes ist. Sie sind deshalb nach wie vor in der Lage, durch Testament oder Erbvertrag Ihren Grundbesitz für den Fall Ihres Ablebens Ihren Kindern geteilt zu übereignen. Ist auch gegenüber einem irrt Privatdienst stehenden Angestellten die Frontkämpfereigenschaft zu berücksichtigen? Zn dieser Frage beinerlt das Landesarbeitsgericht Köln in einem Urteil vom 13. Seplember 1933, Aktenzeichen (2*. 3. 79.'33) 3. DJi. 553 33: „Wenn sclion der gegen Diichtarier scharf eingestellte Staat die Anwendung der gegen die in seinen Diensten stehenden Personen nichtarischer ' Abstammung gerichleien Vestiimnungen aus' Frontkümpser verbietet (8 3 Absatz 2 der Verordnung vom 4. Dllai 1933 — Reichsgesetzölatk Seite 233). so rechtfertigt es sich, auch bei Prüfung der Frage, ob aus der nichtarischeli Abstammung eines im Privatdieust stcheuden Angestellten ein lvichtiger Grund zur -üüudiguug hergeleitet lvcrdeu kann, die Fromlämpsereigenschuft des Angestellten nicht außer acl)t zu lassen und einen wichtigen Grund gegenüber dem Frontkämpfer nur im äußersten Notfall auzuertennen." Der Jüdische Turntn:d Sport-Glub 1KU5 nimmt für seine zahlreichen Handball- und .HoclcM mauuschasten, die für die lommende Saison zu den Berbandüspielcn gemeldet lvordeu sind, noch Damen und Herren aus. Anmeldungen von Jutcren'enten (Anfängern und Vorgeschrittencul können in der Geschäftsstelle des b'lubs. Berlin CD, Burgstr. Zimmer .3 (14 bis 21 Uhr) und beim Handball' training jeden Aiittivoch ab 29,39 Uhr in der Turnhalle, Große Hamburger Straße 2 7, vvrgcuvmmen werden. Ter Spiclausschusz der jüdischen.Handballnnd Holtkcyvcrcinr teilt mit, daß die jür Sonntag, dem 12. Diovembcr, angesetzten Verbandsspiele, wegen des allgemeinen Spielverbots ansfallen und auf Sonntag, dem 19. Diovembcr, verlegt werden. 0 n <zipß» £5 Tin bunter Abend im Tas«^ Leon. Schon nachmittaa» NM 4 Mir begann die cn'ic BercuistalUiug. Es gah viel Tanz iinb o>än.;cnd fjumotüollc Ponrütze von gosepb Plant, Annemarie Vase, tna Moif). S.as Abenbvronramill ertueitertc sich noch durch den Anjtritl der ausnezrieli.-cten jungen Pianistin Lili) Dmnont. Cs war ein änsierst gejchmactvoller und s'.iinmunqsrcichcr Abend, der bestimmt von dem ^lisriedencn Publikum in den rc^elmaszitien Sonntagsveranstaltungcn wärmsicns unterstiitzl wird. H. R. Wir weisen auf das in der sieutiqen Nummer er. schienene Inserat der Autosalirschulc von Dipl.-Inq. $>. Stctlmachcr. Verlin 97 21, Fricdrichstrasjc II»,119 (Telephon: Wcidcndamm 1)2, 0214), hin, welche, wie viele Anertennuiiasschrciben beweisen, die Ausbildniia thcorcnsai und praktisch in vollkominciistcr gorm durchiülirt. Die ssahrschule verfügt über ein gutes Lehr-'-aterial und moderne Wagen. Lorgen Lic vor für die kalte Iahrcozeitl Tiefe Mahuung zu deherzigen, ist Zbr eigenster Vorteil. Hier ZN dienen Zhnen bestens die Angebote jür Herbst und Winter des belannten Warenhauses H. Joseph ». Co.. Neukölln, Berliner Straße .',1— .'in. In .sin Spegialnbtcilnngen dieses großen Hauses ündcn Sie in großer Auswahl sämtliche Artikel des täglichen Bedarfs und der Bekleidung. Cs wird Ihnen eine Freude fein, die guten Llliakitäten der Waren;n bewundern und festzustellen, tvie sich Tnalität und Billigkeit vereinigen. Abend zeigte uns. das; wahre Kunst geboten wird. Ter vollbesetzte Saal des Städtischen Kanshanses Hißte die Danlbarleit des Publikums für die Tctrbicwngen. den P i a l t e r i nr ° C h v r unter der bewährlen Leitung von B a r n e i Licht, Gesänge von Anna Üipin (ehcm. Staatsvper. Verlin) und Aiulinspiel von Asrem aK. i n k n l t i n (chem. Sinsoniclonzert. Leipzig). Der weiche und volle Alt bon Anna Li Pin zeigte das große Können der Sängerin, das besonders in der Arie aus Glucks .Srpheus" ..Ach. ich habe sie verloren" zur Geltung kam. Der dramatische Gesang liegt der Künstlerin bellepals der von Liedern. A f rent Kinkulki n (Aieüucello) brachte mit meisterhafter Technik ^.GiUlarre" von DNoszlowski, „Tarautelle" von Aü-ttt, eigene Kompositionen und von Couperin Suice für Violineello" u. a. m. zum Gehör. Am Klugel Alfred Simon war den beiden Künstlern ein feinsinniger Begleiter. Tie Wirkungskraft der Künstler würde noch erhöht werden, wenn man ^onderkonzerte von Solisten veranstalten würde; es koramr nicht auf die Vielseitigkeit eines Programms an. sondern lediglicn aus die Pflege einer bestimm« len Kunstart. _H. 8. £..ü u chi j 4 $ ll CE Die Jüdische Kiinstlerhilse in Dresden war die 's e welche ein Gastspiel der Kulturbuwdsiihrnng des „Aaihan" zustande brachte. Das '..nidienhans war zweimal, am Vormittag und ch-nii!ag des 5 Dioveiuber, dicht gefüllt und. der is.ül üverans herzlich. Ja, es war ein Aebnis: wie hier jüdische Künstler einem isih die DAst der Zeit zusammengeschweißteu jüdien Anbliltun das in seinen Tendenzen so fühli'ar tgemäße Meuschhe:tstverk des nicht jüdischen issilers der deutschen Ansllärung vermitteln, »geleitet wurde das Spiel mit Worten deö Jntcn- »ten Tr. Singer. Die Besetzung war die bcwie. nur das Szenische siel m Angleichung an - örtlichen Verhältnisse nicht ganz so wie in 'Am ans Man freut sieh des schon gut eingeielten Ensembles, begrüßt in ihm zwei liebe Be- >mte. die hier heimische Jennh Schaffer, der an auch <m ihrer eigentlichen Wirkungsstätte, der taatsbühne. noch zu begegnen hofft, und die den resdner Theatcrireunden in guter Erinnerung, chende Li ly Kann, und - bewunderte■ 'voll Rührung die schöne Leistung Kurt Kalschö als Nathan. __ Dr. H. E. KuUurbMrd- ViÜNS in BrSLlcsu Das kulturelle Loben in Breslau wird augenblicklich. wenn man oon der „Freien Jüdischen Volkshochschule", deren sehr spezialisiertes Programm in diesen Blättern schon besprochen worden ist. fast nur durch Kouzertveraustaltungeu und Künstlerabcnde (lieS Kabarettabende) gelennzeichuek. In längeren Abständen finden in der Dtcneu Synagoge die auf besonders hoher Stufe stehenden Shnagogeukonzcrte statt, und als Veranstalter von sonstigen Konzerten und Künstlerabenden ist der frühere Spielleiter am Breslauer Opernhaus. Hans Baron, mit großem Geschick tätig. In der Dienen Synagoge finden ferner allwöchentlich an den Sonntagnachmittagen Lehrvorträge von Gemeinsterabbiner Tr. V o g e l st e i n und Nabbiner Tr. Sänger statt. Seit einiger Zeit sind nun Bestrebungen rrn Gange, die gesamte Kulturarbeit nach einheitlichen Gesichtspunkten zusammenznfassen. Etne Reihe von Persönlichkeiten hat zu diesem Ztvecke Verhandlungen zur Gründung eines Kulturbundes ausgenommen, der in ähnlicher Weise wie der „Kulturburrd Deutscher Juden" in Berlin und in enger Zusammenarbeit mit diesem, das kulturelle Leben in Breslati organisieren und gestalten soll. Es ist daran gedacht, die zu schaffende Organisation ans alle Gemeinden Ober- und Dtiedcrschlesienü auszndehnen. Ter Plan findet bei den interessierten Kreisen starke Beachtung, und e3 ist zu erwarten, das; die eingcleiteten Verhandlungen in Kurze zu einem endgültigen Ergebnis sichren. des Abends war der beste Beweis eines kiesen Wiederhalls innerhalb der Zuhörerschaft. — Ter Künstler wurde von Herrn John Mandelbrvd bHannvvcr) verständnisvoll begleitet, der mit Mozarts Fantasie C-moll auch als Solist einen guten Eindruck hinterließ. K. M. Jüdischer Auttuebrmd Rhein Ruhr ■ Die zweite Veranstaltung des Indischen Kulturbundes RhciwNnhr bringt Ludwig Hardt am 13. Dtovember in K r e s e l d, am 14. Diovember in Aachen, am 15. November in Essen, am 16. Dtovember in Duisburg, cun 18. Dtovember in B och u m, am 19. November in Wuppertal, ant 20 .Noveniber in K ö l n. Im Nahmen der dritten Veranstaltung wird Rabbiner Dr. Leo Baeck einen Dortrag „Der jüdische Weg" halten. GeMSirrschaft jüdischer Künftier Hamburg Im Gabriel-Nießer-Saal des Tempels in der Oberstraße finden am 'Montag. 13., Dienstag, 14., und Mittwoch. 15. DWvember, ftammerfon* zerte mit Werken von Beethoven, Brahms u. a., gespielt von Frau Herta Kahn (Violine) und von Frau Herta von Son (Klavier) statt. Beginn sämtlicher Veranstaltungen 20K- Uhr. Vorverkauf: Tempelbüro, Käse, Buchhandlung Glogau, Bücherstube Nothenbaumchaussee 127 und in der Geschäftsstelle, Hagedornstraße 31, II., an allen Wochentagen, außer Sonnabend, von 10 bis 15 Uhr. Erster Luttmavend ln tzüdeshsim Unter dem Protektorat der Hillel-Loge fand am 31 Oktober m der vollbesetzten Synagoge in Hildesheim ein Liederabend mit sünnmersänger Hermann Schcy (Berlin) statt, zu welchem alle Gemeindemitglieder eingeladen waren. — Ter Sänger brachte als erstes eine Arie aus MendelSsohnS .EliaS". ES folgten Lieder von Schubert, Schumann, eine Arie anS Handels- ..Messias", und den Abschluß bildeten drei bibltsck)e Gesänge von Dvorak — Der Künstler gestaltete mit seinem vollen 'warmen Bariton und seinem einzigartigen Ausdrucksvermögen jedes einzelve^Lted Zu Aünetn , lvahien Erlebnis, und die atemsose stille am Schluß . GeselLschcrft für MdLschs -VoltsdLLdung e. V . Arünkfurr a. M. Die Gesellschaft für jüdische Volksbildung gestattet sich, Cie zu folgenden Veranstaltungen im Monat November 1038 ergebenst cinzuladcn: Montag. 13. Slovcmber, 20V- Ubr, Dr. V. . I. Cchoeps. „Der Dichter der . tragischen Position -(Franz Kafka).* - Eintritt frei! - - Samstag, 18. November, A Uhr, Sonaten-Abend: - Annic Steiger-Bctzak (Liolineh Hans Wilhelm Sleinborg (Klavier) Werke von Händel, Mozart, Beethoven und Prokvsiess Montag, 20. November. 2BH Uhr, Dr. Dora . Edm'gcr: - „Der neue. Joseph-Romanvon -Thomas Mann/ ' Eintritt freit- Samstag. 25. Noveiilber. 2g Uhr. .ihni;evi: 3iutn Kisch-Arndt (Gesang), Heida Hermann? (KlavierZ. Programm: Gesänge von Bee.'buven, Schubert, Atunorgni) und Klavierwerle von Händel, Bach, Lclmberi. Ghavin, Liszt. Drei Lyriker lass» im Berliner Kulturbund Eirtc zahlreiche Zuhörerschaft war dem Rute des Kulturbundes d e u r j d) er Jude n gesolgt. um mit drei deutsch-jüdischen Lyritern unserer Zeit näher bekannt zu werden (LogenhanS Berlin. Kleiststraße). Es tvar ein schöner und innerlich bereichernder Abend. Julius Bab gab mit geivvhntcr Ueberlegenheik eine Emführung in das Wesen der drei Lyriker Arthur Lilbergleik, George A. Gold schlag, A. A. St e n z e l. Teils lasen die Dichter selber vor. teils vermittelte Johanna Meyer ihre Schöpfungen. Trotz des gemeinsamen jüdischen Grnndzuges macht eine ick-arf ausgeprägte Eigenart jeden der Lyriker zu einer selbständigen Erscheinung. Arthur Titbergteit ist ein idealistischer hivmantiler. ein ' meisterlicher Beherrscher der überlieferten Formensprache deutscher Lyrik, em Weltbürger, der die Gesichte und Eingebungen seiner dichterischen Schau in gültigen Bildern festhält. Während Silbergleit deit; jüdischen Vnblilmn und insbesondere den Lesern der „E. B.-Zeitung" wohlbekannt ist, lernte man Goldschlag und Srenzel zum erstenmal genauer kennen. Im Gegensatz zu dem in der Ueberlieferimg wurzelnden Silbecgleitchvirkt Goldschlag wie ein kühner Bahnbrecher. Er ist ein Blann der europäischen Gesellschaft und Zivilisation, ein großstädtisch-moderner Atensch, ein Stilist der rauhen Lebenstvirklichkeit und Sachlichkeit, ein Sänger der Technik und Maschinerizeit. Stenzel bedient sich der jiddischen Sprache. Seine Gedichte wurden deshalb zumeist in neuhochdeutscher Uebertraguug dargeboleu. Im Vergleich mit Goldschlag, dem mondänen Europäer, -wirkt Stenzel wie eine üänerlich-erdhafte Natur. Thomas Mann hat von ihm gesagt, daß seine Poesie die übliche Vorstellung vom jüdischen Intellektualismus über den Haufen werfe. In der Tat ist die starke Ausdruckslunst dieses ostjüdischen .Dichters durchaus bodenverwurzelt,-erdnah, blnthast und lebensbejahend..Dr. F. F.