Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 12 (1933)
- Issue
- 43 (9.11.1933)
- Date
- 1933-11-09
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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n in* brtiic uub vierte Geschlecht unseren Wert iür Staat und Volk zerstört. Hieran endet iede politische Auseinandersetzulig, und hier beginnt die Welt, in der Gefühl und Glauben allein Macht haben. Wir fühlen: wir sind Menschen einer e n gere n Gemeinschaft, dem Judentum zugehörig. das uns zum Gemeinschaftsleben mit alten Eigenschaften ansrüstet, die an ein Gemeinschastsioesen gestellt werden können. Für uns sind Staat und Staatsordnung religiöse Tatsachen, mit denen wir. wie manchesmal mit unserem Menschengeiste unerklärlichen aöltlichen Fügungen hadern können, die wir aber nicht werden avl,ihnen dürfen. Unsere ->-ejchichte erweist diese Eigenschaften, sie sind unser A r t bestandteil und garantieren demnach auch in Berücksichtigung seht herrschender Nasselehren unsere positive Stellungnahme zu Staat und Staatsordnung. Wir fühlen: wir sind Menschen einer größeren Gemeinschaft, der Deutschen zugehörig. Ihr sind wir eingeboren und durch sie geformt und erzogen. Die Kräfte rhres Bodens und ihrer Sonne sind unser Leben, der Bau ihrer Dichter und Denker daS Haus, in dem uuu beheimatet sind. Wir wären keine lebendigen Menschen, wenn uns und Abwehr gegen unser jüngstes Schicksal erfüllte. Aber wir haben gelernt, in langen Zeiträumen zu denken, und mt3 schwebt das Prophetenwort vor: „Ich gedenke dir der Liebe meiner Jugend", wenn wir unser Gefühl nicht zu bändigen vermögen. Wir glauben au die Unzerstörbarkeit unseres Judentums, an die schicksalsbeladcne, aber gottgewollte Tatsache unseres jüdischen Daseins in der Welt, an die menschliche Verpflichtung, die uns unser Jrtdentum in unserer Verbindung mit dem Nahen und dem Fernen unseres Lcbcnsbcreiches auserlegt. Wir glauben an dieZukunst des deutschen Geistes, der auch uns Heimat sein kann, au eine neue Weltweite deutschen Kulturgefühls, das nicht mißt und wiegt, sondern wägt, wer sich zu ihm rechnen kann; an die Wiederkehr der Bewertung von Necht, Ehre, Menschentum, bereu Nachweis jedem Menschen offen stehen muß; an die Erfüllung der der deutschen Gegenwart ausgegebenen Formung der deutscheu Judenfrage, der deutschen Tradition gemäß. Wir glauben an den Tag, der das Auseinanderbrechen der deutschen Geschichte und der Geschichte der deutschen Juden wieder aufhebt und uns gemeinsame Geschichte erleben läßt. Ter kllovember vor 15 Jahren war der Ausgangspunkt der indischen Schicksalswende in Deutschland. Wir wühlen diesen Tag. weil in ihm sich wie in einem Brennpunkt unzählige Strahlen, die von weit her kamen und weiter hin wirkten, zusammenfanden und brachen. Wir nennen heute keinen bestimmten Tag, von dem wir meinen, das; cs von ihm abhäugt, ob eine Wendung zum Besseren oder zum Schlechteren käme. -Wir nehmen Geschichte als Lebens- und nicht als Teutprozeß. Und lebendig dem deutschen Werden verknüpft, entsteht Gegenwart, die wir Km mal, rückblickend, als deutsch-jüdische Schicksalswende zum Guten erschauen möchten. D©M©D©n©c' f* ©G uW EkUGu^Q©! He©; Bll J ü Zia o pro U Li U ^©oss Das f>ct*5 des deutschen Zudentums schlug Mittwoch mittag in Derlin- Weisiensee am Large dessen, dessen Herz so jäh zu schlagen ausgehört. Die Trauer um Ludwig Tieh einte alle Organisationen, Richtungen, Generationen. Was er erstrebt im Leben — sein Tod hak es wenigstens sinnbildhaft erreicht. .Rach Hunderten zählten die TTenschen, die als erschütterte Trauergemeinde die Reue Halle füllten oder in dichten Scharen, in der Sonne des kalten Rovembertages auch innerlich fröstelnd, die halle umstanden. Alle hingeneigt den Trauerreden. alle hlngcneigk der eigene Erinnerungen heraufbeschwörenden Stimme. Denn niemand war da, den Konvention zu schmerzlicher Geste gezwungen hätte. Zedern fehlte ein ariderer Ludwig Tielz. And wer die Menschen in ihren Grrrppiernngen zu beurteilen weiß. die da in Weiszensee nebeneinander saßen und standen, der las über ein Zahrzehnt jüdischen Gemeinschaftslebens aus den Ramen derer ab, die da waren, und fand die oft schicksalhaften Augenblicke wieder, in denen Ludwig Tielz stark menschlich bestimmend gewesen. And Zugend. Zugend. Zugend. die nun führerlos dem toten Führer die letzte Ehre gab. Ludwig Tieh, der Lebende: nie ohne junge Menschen. Ludwig Tietz. dem Toten, versprach die unter ihren Wimpeln und Fähnchen schweigende Zugend Treue und Gefolgschaft über den Tod hinaus. Als Lehrer des Toten, als Rabbiner, als Führer des deutschen Zudentums in Reichsverlretung und Zenkrcrlausjchus; der deutschen Zuden für Hilfe und Aufbau, sprach zur Trauecgemeinde und zur Familie Rabbiner Dr. Leo Baeck Uns allen will seit Tagen das Wort nicht non der Seele weichen, das alte Wort aus der Bibel: Du w i r st uns fehlen, dein %\ l a tz bleibt t e c r. Uns allen wird Ludwig Ließ fehlen. Uns allen, die wir ihn iannteu. Unter uns war er gewachsen wie ' ein Stück unseres Lebens. So wie er immer gewesen und' so, wie er aus dein, was er gewescn. geworden war, Jahr um Jahr, auf. gewac.'pen, emporgewachwu, herautzgewachsen, ein Mensch, der über dem Kleinen und Gewöhnlichen stand, ein Mensch, der für un3 wie ein Sinnbild geworden war, ein Sinnbild gir msierc Gedanken und Hoffnungen, ein hcngnis für die Zeit, die kommen will. Au keinem Wesen schieden sich Menschen, die ihn gekannt, ihn verstanden zu haben, das konnte ein Urteil über Gesinnung und Charakter von Menschen werden. Ein Wort, das so leichthin gebraucht Vüirb, ans ihn darf es in seinen Tiefen und icuunu Ganzen angewandt werden: ein vornehnwr Mensch. bin Mensch, der über allem eckeinlichen und Gewöhnlichen stand, ausgewachsen, emporgewachsen. Seine hohe, ungezwmigene, aufrechte Gestalt war wie cm Sinnbild. ein Symbol seines ganzen, Wesens. Darum war in ihm diese heitere, gelassene, gütige Ueberlegenheit, dieser Hunwr der Ueberlegenheit. Ueberlegenheit ist ja etwas ganz anderes als die Überheblichkeit, diese Art der kleinen Menschen, die nicht emporgewachsen sind. In aller Ueberlegenheit ist immer die Güte, ja das Erbarmen mit dem Menschen. Und diese Güte, ja dieses Erbarmen war in ihm, in dein Heimgegangenen. Diese seine Güte und Liebe hat jeder erfahren, den das Leben zu ihm hinsührte. Erfahren haben es Kranke, die seinem Nat und seiner Kufe sich anvertrautcn, in denen das Vertrauen zu ihm vor; Tag zu Tag wuchs, die ihm glaubten, mit ihm verbunden blieben. Diese Güte und Liebe haben alle die Menschen erfahren, denen schon von den Zeiten seines Siudententums her sein Denken und Sorgen galt, das; er sie zusammenfasse und zusammenhakte im Großen, im Guten und Edlen. Für rhu gab cS keine Gruppen, sondern jeder a i n z e l n e w a r für ihn dieser e i ne, für den er immer Zeit hatte, immer auch Erinnerung hatte, für den er immer Zeit hatte, um zu sorgen und zu helfeit, für den er immer Erinnerung hatte, uw immer an das zu biTucn, wessen jener andere bedurfte, all das, was er ihm sein konnte und sein wollte. Ucber den Menschen und darum gerade im tiefsten mit ihnen Verbünde?! — das war die Vornehmheit deS Verewigten. Darum war er vornehm in seinem Denken, in seinem Hoffen auch. Er stand über all dem Gewöhnlichen, worin die Menschen im Kleinen sich trennen und sondern, über all dem. worin Gedanken zu Phrasen und Gesinnungen zu Sätzen erstarren und erkalten. Er ließ sich nie eiuordnen, weil er um seinen Platz, um seine Ausgabe wußte, seinen Platz, der ihn forderte, aus dem er ganz er selbst fein konnte. In. allem Wandel und Wechsel der Tage ist er,. dieser junge Mensch, immer er selbst gewesen, er selbst geblieben. Nichts Angenommenes und Erlerntes hat er zu seinem Wesen gemacht. Aus seinem Selbst, wuchs ihm alles hervor, wuchs auch seine Arbeit, seine Unermüdlichkeit hervor. Und darum war ja seine Arbeit ihm das Leben, in dem er lebte. Die Arbeit, in die er sein ganzes Leben, sein ganzes Wesen unermüdlich, fast über die Kraft hinaus, hiueinsügte und hineinlegte. Ein junger Mensch ist er gewesen. Und doch in diesen letzten Monaten, in denen jeder Monat wie zu einem Jahre an Erleben war, ist er wie einer im Rate der Alten geworden und gewesen. Ein Mensch. der herausschaute, den Blick auf das Ganze immer hatte. Ein Mensch, der voraussah. aus der Erfahrung hervor, was werden sollte und werden mußte. I u i hm lebte sein Judentum, ungezwungen als sein eigenes, als das, worin er sich selbst immer wieder fand, sich selbst immer wieder entdeckte. aus seinem Judentum hervor hat er gedacht, hat er gearbeitet, hat er gesprochen, lind darum hat er. der junge Mensch, im Wate der Führenden sein können. Als Tage des Ernstes über uns kamen, wo die Menschen gesucht wurden, denen Sorge und Gedanke anvertraut werden konnte, auf ihn hat alsbald der Blick sich gelenkt. Und wer ihn nun neu kennen lernte, war alsbald von ihm bezwungen, von seinem Wesen, von seiner Güte, seiner Klarheit, seiner Tatkraft, seinem Zukunstsnüssen bezwungen und überwältigt. Nahe Menschen und zu denen sein Weg zum ersten Male ihn führte, sie standen allgleich unter dem Eindruck, unverlierbar und nnvergeßbar, dem Eindruck dieses seines Wesens. Was Ludwig Tietz uns in der Arbeit für Aufbau und Hilfe grundlegend und aufbaucnd, in der Arbeit für die Gesamtheit der deutschen Juden ratend und helfend und leitend uns gegeben hat, es nürd unvergessen, unverloren bleiben, solange es ein deutsches Judentum gibt. Du wirst un* fehlen, dein Platz bleibt leer! Er wirduns fehlen, uns. Was ist es für ein ungeziemendes Wort in dieser Stunde, in dem Gedanken an das, was er den Seinen war. Ein Mensch im Kreise der Seinen, ein Mensch in seiner Familie. So ist Ludtviq Tietz gewesen: Wie jeder echte. Sfim 0""!°- Mensch? dcr für die C-smntlscit tMt'--bxU-t, die. Wurzel seiues W-s-ni. seines Leben* m seiner yyanultc, tn dem Hause, aus dem er emporwuchs. Sein Platz bleibt leer. Wer ihn gekannt, der weint um ihn, der trauert mit Her Mutter, der Großmutter, den Geschwistern, all den Seinen. Trauert um ihn und wird ihn nie verlieren. Dieser junge, aufrechte, emporgewachscne Mensch, der da war für uns alle, wie ein Sinnbild der Vornehmheit. Ein Vornehmer, der Vornehmes riet. Und wenn er ausstand, für das Vornehme auf» stand. Ein Mensch voller Güte, dem es ein Sinnbild seines Scheidens ist, daß Kinder um seine Bahre stehen, um ihn trauern mit der Mutter, mit den Seinen, mit uns allen. Den letzten Dank und Gruß des Lenlraluereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens und des engeren Mtarbeiterkreises von Ludwig Lieh sprach Jusllzrat Dr, Julius Brodnitz ' Wenn ich an der Bahre unseres Freundes Ludwig Tietz als Vorsitzender des Eentral- Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens das Wort ergreife, so bin ich mir bewußt, daß ein Mann wie Ludwig Tietz mcht einer einzelnen Organisation angehört. sondern daß seine Arbeit jederzeit im Dienste des gesamten deutschen Judentums stand. Und doch: wenn ich hier für unseren Centralvcrein das Wort ergreife, so zieht an mir trotz der Jugend unseres Freundes ein ganz reiches Leben in der Arbeit für den Eentralverein vorüber. Ich sehe den jungen Studenten, der nach dem Kriege,' der auch von ihm schwere Opfer gefordert hatte, als erster Repräsentant der Jugend in den Vorstand des Eentralvereins einzog, ich sehe den Jüngling, der mit jugendlichem Temperament und jugendlicher Begeisterung in unsere Reihen eintrat, und doch das deutliche Streben zeigte, von den Acltercn zu lernen, ohne dadurch die jugendliche Note zu verlieren. Wer ihn bei der Arbeit sah, gewann ihn lieb. Er hat sich in unserer Arbeit zum Manne entwickelt, der in seinen Anschauungen, in seinem Denken und Handeln niemals sich Ruhe gönnte, der stets beniüht war, mit den Problemen der Zeit zu ringen. Dieses Ringen, das einer nie erlahmenden Liebe zum deutschen Judentum entsprang, erweiterte mit 3iot- Wendigkeit bauernd sein Arbeitsgebiet, das allmählich so groß wurde, daß es kaum von einem Menschen bewältigt .werden konnte. Nachdem er sich in. unserer Arbeit vom verantwortungsbewußten- Lehrling zum -Meister entwickelt hatte, wurde er vor zwei'Jahren m das Präsidium des Ceutralvercius als stellvertretender Vorsitzender berufen. Dei seiner weitverzweigten Arbeit war die Tätigkeit in unserem Präsidium für ihn der ruhende Pol in der Erscheinungen Flucht. Er war insbesondere in das Präsidium berufen worden, um mich mit der Kraft der Jugend, die ihm erhalten blieb, in meiner schweren Arbeit zu unterstützen. Es ist mir ein Bedürfnis, hier zu bekennen, daß es geradezu rührend war, wie dieser Feuerkopf in unsere Arbeit sich bescheiden einfügte, wie seine Arbeit getragen war von dem Bemühen, die Empfindungen der Aclteren unter uns zu verstehen und seinem Handeln zugrunde zu legen, ohne dadurch das, was gerade er uns aus jugendlichem Empfinden geben konnte, zu verlieren. Diese Einsühluugsfähigkeit, der wir mit dem Streben nach gleicher Einfühlung begegneten, schuf eine Zusammenarbeit, wie sie in so schwer belasteten Gremien nicht oft Vorkommen wird. Ludwig Tietz war ein Mann, von dem ich, trotz der Belastung, welcher er sich bis zur Selbstvernichtung unterwarf, noch viel in fernem arbeitsbegabten Leben erwartet habe. Sein Lebensweg ist jäh abgebrochen worden. Die Arbeit hatte uns trotz unseres Altersunterschiedes zu Freunden gemacht, deren Beziehungen niemals, getrübt worden sind. Es fällt mir deshalb, schwer, mich als .Freund des Heimgegangenen an diejenigen zu wenden, die'ihm im Leben am nächstem gestanden haben, an seine schwergeprüfte Mutter und an seine Geschwister, mit denen er in echt jüdischer Anhänglichkeit und Liebe verbunden war. Wie soll Trost spenden, der selbst des" F©lWTS Trostes bedarf? Aber mit mir dürfen Sie sich an dem Gedanken erheben, daß Aken scheu von solcher Arbeitsleistung, daß Menscheu, die nicht nur mit dem Kopse, sondern so stark, wie wir es bei dem Heimgegangenen erlebten, mit dem Herzen arbeiten, innerlich schnell verbrennen. Die Vorstellung, daß Ludwig Tietz ein alter Manu werden konnte, erscheint fast undenkbar. Sein nicht bloß nach außen, sondern nach innen so feurig erlebtes Dasein gibt uns. wenn wir gerecht sind, das tröstende Bewußtsein, aus ein Leben zu blicken, das nicht nach der Zahl der Jahre gemessen werden darf und das mit dem irdischen Heimgang nicht abgeschlossen ist. Nach Goethe sind es die Lieblinge der Gottheit, die alle die Freuden, die unendlichen, und alle die Leiden, die unendlichen, empfinden. Es ist schwer die Lücke auszufüllen, die der Heimgang von Ludwig Tietz uns zeigt. Aber an dev Bahre eines solchen Mannes ziemt es sich, seine eigene Lebensaufgabe nicht eng zu umgrenzen. Wenn die Alten und die Jungen hier an der Bahre rufen: „Wir schließen die Reihe", so geschieht dies in dem Bewußtsein, daß das Andenken an Ludwig Tietz uns die Kraft geben wird, dieses Gelöbnis zu erfüllen, indem ein jeder von uns nach den Worten des Psalmisten an die Arbeit geht, bis es Abend wird. Wenn ich hier gerade aus der Einstellung heraus, die ich im Verkehr mit Ludwig Tietz und seinem Kreise habe gewinnen dürfen, für die Alten und die Jungen in unserem Kreise sprach, so rufe ich dem Heimgegangenen Worte der Freundschaft auch im Namen zweier seiner nächsten Freunde nach, die im Dienste des Eentralvereins fern von hier aus dem Meere sich befinden und noch nicht ahnen, daß sie am Ende ihrer Seereise die erschütternde Nachricht vom Heimgang des lieben Freundes erhalten werden. Wir Alten und wir Jungen schließen die Reihe um diese Bahre. Möge ein gütiges Schicksal uns die Kraft geben, das Gelübde zu erfüllen, welches in diesem Augenblicke durch unsere Reihen geht. Dem Schöpfer und Führer des Reichsausschusses der Züdischen Zugendverbünd-r Deukschlands danlle Dr. Hermann. Gerson . Wie sollen wir es verstehen, daß Ludwig nicht mehr unter uns ist. Haben wir nicht am Freitag noch, wie stets, mit ihm gesprochen? Der junge Mensch, der sein Leben aufwärts streben fühlt, mnpfindet mit besonderer Gewalt das wehchSchicksal, das hier eingrisf. Ter Reichsauss ch u s; der j ü d i s ch e n I u ge n d v e r b ä n d e, in dessen Auftrag ich hrer lpreche, war ganz sein Werk. Tie Vielheit der in ihm vorhandenen Strömungen konnte von keinem Standpuntt und von keiner Anchcht her zusammengefügt werden. Er ist zu>ammengesügt nur durch einen besonderen Menschen, und Ludwig Tietz war d res er besondere Mensch. Wir alle fpurwn es, die ihm nahe waren, wie er es in den letzten Jahren immer wieder wurde, wie rn rhm immer stärker wurde diese Getrieben» hert von rnnen her und immer reifer in ihm ' ^urde das was wir vor allem an ihm liebten: die bulle des Rates, die Fülle des Talerns die er jedem ^zu schenken wußte, der zu rhm kam. Es war ja für jeden, der irgendwie tn Jcot oder tn einer Frage war, ein fester Begriff ^geworden, diese Heilbronner Straße und dreier Mensch, der mitten aus der Arbeit heraus doch immer wieder das Ohr zu neigen wußte, hin zu aller Frage, die zu ihm trat. Gr war immer wieder in der Oesfentlichkeit ' Sprecher der Jugend mit innerstem Recht, 'r-r sioradc zur Jugend, vor der er sich ües verantwortlich fand,' und von der er uch immer wieder in schweren Situationen ^.uen Maßitab holte, den er als den allein (Fortsetzung Hauptblatt 3. Seite) \ ■ echter fand. mcni* IW0- £)C* -I;vicdc uiöch' da* t lehre! jüdi'sl. kictM tisltze nur! von fand Mist Jude im ( Er k er a h'ma Hoch eng in dl ging gage Lim seine aller so I) gehe muB au* vcr,t End mög har im ' der zurr von mar als den! wor wiss ge b: mir schb Zur fon Verl der; ier dawii an. net Äck Hit da: me sch s» Er bade: Ae Ni sch rm sch sck be cr di u) li 9 l 1 f i 3 i i i ( r