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Central-Verein-Zeitung · 1933-11-02 · 42 (2.11.1933) · p. [Seite]

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
12 (1933)
Issue
42 (2.11.1933)
Date
1933-11-02
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Anben gewidmete Arbeit bc§ Gontralvereins. ',;,i ^tl' ^t'i'tcljrc frlilofi fiili eine Anssprache, in oee Misere freunde ans dem Lande ihre be- N'uderen ErsaIirnngen und wünsche vortrn- »>en. Der ciinbilito des Laude sverba n d e s stllmimenl des Eeutralvcreins Otto Michelr ndn (Stettin) gab einen Ucb erblick über die UH der Provinz geleistete Arbeit. Wie stark und unvermindert die Ueberzengnng unserer ckreuude von der^Wirlsamkeit des Eentralnererns als die Organisation zur Wahrung ner Rechte der deutschc'n Puden heute ist, bealles der Massenbesuch der Äbendveranstal°> ning. zu der die Stettiner Gemeinde ln den war. Schon eine halbe Stunde vor Bennru ivar der BersammHnngsranm überfüllt, das: eine Parallelversammlnng stattsinden -uußte. Auch hier konnten die Raume die Iaht nicht fassen, -vier sprachen gleichfalls Inuizrar Dr. Broduitz und Dr. Fritz Gvld- 'chnnd:.^ Drob, drangvoller Enge und großer Bitze ionzren die Versammelten ansmerksam den eingehenden Darleguugen der Redner aid na innen die Gewistheic mit sich, das; der!'- B. an seine Bräsm im Rahmen der GesetzstKmng zum llvohl der dentschen Inden einnnn. Nechtsanwalr Tr. Brock, der in beiden Versammlungen das Schlußwort sprach, gab der einmütigen Ueberzengung der Anwesenden Ausdruck, wenn er sagte, daß der E. V. heute gegründet werden müsse, wenn erpicht bestände. Er forderte alle noch Außenstehenden aus, sich dem (5. B. anznschließen. _ Der Tagung in Stettin folgten starkbesuchte Veranstaltungen in Stulp und k u I tpe r g , in denen Dr. G o l d s ch m i d L und Syndikus Otto M i ch e l s v h n sprachen. Unsere Stolper Freunde erklärten, daß nie zuvor eine jüdische Versammlung einen derartig zahlreichen Besuch ansznweisen hatte. » Des L audcäve rü a uD NicDerschlcsicn hat seine Winterarbeit frühzeitig begonnen. Am 19. Oktober sprach Spudilus Dr. Alfred V i r s ch borg vor einem größeren Kreise von Btttgliedern, die besonders nn Wirischaftssragen interessiert sind, über das Thema „Praktische Gegenwartsansgaben und praktische Znknnftspläne". Die 'Ausführungen des Referenten, denen eine sehr eingehende Fragenbeantwortung folgte, lvurden mit lebhaftem Interesse und starkem Beifall ansgenvnnnen. z / ’ Üip* <N ’ Üu U*! F'F , In den lebten Monaten besonders wurde >o oii der «äeist von Langemarck als leuchtendes Beispiel für die r i .e Jugend zitiert und die Erinnerung )rar!;gevnten an jene mutigen Wochen in Standern 1914. wo die Blüte der deuttIchen Jugend, die kriegsfreivilügen Regimcnler, mckitärisch kaum ansgebildet, gegen einen zähen Gegner die llnoilden der Natur t.:nan ge.ne bol'auiixltti> die gesinuren Schleusen in Isländern von der Seestule her oeöffnet> fidj jicoveidi durchsetzten. io i l i men am mrwehr, beseelt von de;n uuanstjattsamc-n Drange nach Vorworts. so stürmte die Jugend von 1914 gegen erneu übermächtigen Gegner. tränkte mit dem . u k i oerc Besten die flau-- driielie Erde. Ddort aber rnich ohne lleberheblichleit i-esagr werden. daß gerade imler buMOit Freinnlirgen sich jüdisrche Deutsche in einer Zahl befanden. die weil über dem Prozontfatz der Bevölkerung stand. Es war. lern Zufall, daß -in; in meiner -Kompagnie unter den ersten roten ein jüdi'üier Bamoraa befand und das; von den zwei .kriegsireinü.tllgen meiner Bonnoagnie. die iieh bei Lnngcrrarck das Eiserne vrenertvarbcu, das dauraB eine besondere .'r n-',eirinumg darneilte, auch enn Jude war. vor an man uns ind'gme wemsche honte in o-.no.ernnrtlverlnng berabseht und wir innner ueieder daraus hilnveisen müssen, was deutsche Juden ans alkn blebielen der Wissenschaft und der Bnnst für da-' dr ... I- Ansehen getan naben, so sei auch gestattet zll zeigen, in lvel- .,>em täeiüe deutsckigi>di,'g',o Zagend von 1914 mH dem Baterlande gir Verfügung stellte. Ul'.d das schein; um so mehr gereeljlsertigl in riueiv ttugenvlick. da von vel>ordlieher stelle aas die ziat;l der jüdischen üZesallenen angep.veifeck wird. Wenn ich hier nachfolgend ans Minium nrieg-Briefen zitiere, so tue ich es.!>>eil ieli öder",engt Via. dag sausende und?l vor! an lende von jüdisäten B'ameraden int gleichen sinne erlebt urm geselirieben haben. \11 it'uijiirln'v IesiUeil'.lug sei aber auch gesagt, das; men, vkegiinenisvereili. wo jeder lveiß, .ms: iäj ..dttrljltiuiec" bin, einen Beil meiner >n'ieg.-orieje in lausender Iolge in den Ial)ren Mdg tt'liv verössellttiitl!!>al. 7.! i; Im Salle der Bt'obilmachnng heile ieh mich am ersten Tage sreilvillig. Es rändelt nä, um eine Ehrenjhlicht. die Mil-- ,-gineu mit Diolz einlösen werden. Auch ich n-erde dem -Baterlallde meine lvinzigen Kräfte •Y)] weiljen ... 19. 9. i I j Eine 9tosenhaschonahgratu latiou, >rz vor dem Ansrncken): Ein eigenartiges miiahr.' In > > nagen dürfte ieh schon im r•,ioe suchen, und heute lall man über sein unenlel-en naeljdenkell. Die Zingel kennt kein mumme- Igel, doch wäre das Leben nicht oen-avert. lvenn iich nidit Mut genug hätte, ir das -Baterland, das heißt, sür die cheimat, io Angehörigen lind deren Ankunft mein wen elnmuchem Der Tod ist gelviß sür dw inlerblievemnl etwas schmerzliches, doch ums;;s Los des einzelnen zurücktreten, wenn cs iit, der Gesamtheit zu nüüen. Ans den E>rab° ngein der gefallenen Aameraden wird ein ene- Dem sei,es Reicl, von ungeahnter Irncht- >n'keit entstehen und alle die Tränen der Büner. Iranen. Ellern und cheschwistcr wcren nicht umsonst geflogen sein. So schwer nur wird, die nack,stehenden Beilen zu lapicr gl bringen, es muß sein — und Neuu',r gibt mir hierzu gllte Gelegenheit. Auch ch liebe Eltern, muß mich von Euch verabchieden Ieh lehnte dein liebelt Vater ab, nach rer -w kvimnen. inib ist es vielleicht gut so. n ieh Euch hierdurch Anfreglmg ergpare und p',r Euch rnit einer mlabänderlichen Tatsache wsiliden müßt. Ich >var auf meine fitem und die Erinnerung an Euch tragt mich nmig und furchtlos in die Schlacht. Für such in der Zukunft alles Gute, Bopf hoch und uh freudiges Wiedersehen, so Gott will! Lchon in den Propheten lernte rch: Fordert ms Wohl des Landes, in das ich Euch geführt ,abe, denn bei feinem Wohl ist auch Euch 7. 10. 14 (zwei Tage vor dem Ansrücken): ttns Drei Willi gen kann man es tatsächlich iliiht anlnerkcn. lvie bald lvir im Ferier stehen werdrni. Wir sind eben vori der Unbesiegbarkeit Delitschlarids nnb seiner neuen Größe so durchdrungen, daß uns das Opfer des eigenen Börpers, verglichen am Schicksal DelitschlalidT ohne Bedeutung erscheint. Sitze iä, ain -Lpätnachmittag bei untergehender Sonne alls der Wiese unserer Onartierslellte, so tvitl es lliir gar liieht fel,einen, als lvelili fern mm uns bliiliger Bailipf wbt. Die Sonne läßt ruhig allch den leigten strahl zur Erde gleiten nndpuacht sehließlich dem Abendrot Platz. Das Wasser im Feldrain fließt lilld rieselt ungestört. ch)nw Herbst färbt Baume lilld Sträucher. Die Singvögel geben Absihiedskonzerte. In der Ferne fährt mit gteielilnüßigelli Geräusch eiil Güterzng. A'oeh sind unsere Fluren verschont vom Briege und werden es hoffentlich bleiben. Ein wahres Glück, daß der lUteufri), das undankbarste Geschöpf der Schöpfung, nicht auch noch Einfluß ans die Aüuur hat. .Bald lverden wir in anderer Gegend sein. Die Natur wird auch hier ihr Recht bealisprnchell. die Sonne lvird scheinen ruhig lind friedlich wie bei unm aber die Schönheiten der Aatlir lverden kainn ans uns voirteil iönilen. Anr keilie Gefühlsdllfelei - . . 99. 10. 14; Aengftigt Euch nicht llieilieilvegen. Ich habe liatürlich stündlich beit Tod vor Augen, doch darf man nicht daran deilllm- Huf raut verdirbt nicht. Das eine weist ich lvohl sicher, daß dieser .itrieg der letzte unserer OZeneratioic sein lvird. Wir aber, die wir drallsten stehen, fnmiuelu nickst zll nntersehätz eil de Tugenden, wie Enthattsalllteit, Ausdauer nlcd nnctige Elltsehtosfeilheit. Es ist llnbeschreiblrch schön, nlitkälnpsen zu dürferc ilnd zu ivijsell . . . 90.!J. 19! I: Das Eiserne Bren, Milch! mich stolzer lllld selvstvenulßter. Die Gesihichte lvird de,l Freiwitligeilregilmmiern gereiht iverdell, wenn später Mannt wird, lvie übel wir gegen die Aatlir, Sümpfe, Ba'aal an Banal, Zll lämpsen hatteli. Wir lagen teillveise achtnndvierzig Stlnlden, ohne die Atöglichkeit Nahrung herallznbelviilinen. bis all die äkllöihel. auch bis all die Bilie inc Wasser, sind nur alle hatten den einen Wllllsck,. recht schnell vorwärts zll kmlllnell. Alles Persönliche ums; ausfdn'ibcn. Wir si'.cd es beit toten und verwundeten Bameraden schuldig, lveiterznkämpfen. Ich liebe mein Dentschland zu sehr, als daß ich, um mein eigenes Leben zu erhalten. den Frieden herbeisehnte. Die Strapazen sind gewiß an manchen Tagen übermenschlich, doch wisien wir Soldaten, daß die Heimat es uns dankt. 9. 6. 1915: lieber die mir als Inden genwrdcne Zurücksetzllng möchte ich nicht mehr reden. An meiner Siilnmnngs- und Hosst iinngssreudigleit prallen solche persönlicheli Dinge ab. Es ist ja schließlich gleich, in lvetiher Rallgsinfe man ein Rädchen am sihrwerk sein darsä Mir erscheint cs besser, durch ruhige Zurückgezogenheit alles zu übersehen. Ick, glaube" an'Denischland und unsere Braft und das hält mich aufrecht. Wir Juden sind eben unter den eigenen Mitbürgern die gleichen Prügelknaben wie Deutschland unter den Völkern. 17. 8. 1915: Ihr wißt, ich bin mit voller Begeisterung Soldat und kann es mir gar nicht zmn Bewußtsein kommen lassen, daß ich meiner Neligion wegen zurückgesetzt bin. Ich sage es mir täglich mehrere Male; Lohn für erfüllte Pflichten findet man nur in sich selbst. Deine Lehren, guter Vater, mau soll sich m Kreise nicht hineindrängen, in denen mau höchstens geduldet, nicht anerkannt wird, scheint mir sehr beherzigenswert -- Wenn ich heute diese Briese durchblättere und mir unsere jetzige Lage vor Augen halte, kann ich nicht verstehen, warum wir als Gesamtheit in unserem angestauimten Vaterlande so aügewertet werden! Niemand wird behaupten, daß aus diesen Briefen „händlcrtfe jüdMex .Geist" spricht oder, wie es lii lijr 9k-Ü> Vif I 'OPI <T,T)sch<7•:> mv, v <ir' <*> o w 9-E W) Tb 1». Am schwarzen Brett der Berliner lind versität befindet sich folgender Anschlag: Fricdrichvlgill^lms-- Berlin, siniversctiit ' den 21. Ottvber 1950. A n s ch l a g. Der Eerr Preußische 'Minister für Wissenschaft, Aunst und Bolksbildung hat mitgeteilt. daß nichtarische Biedizinslndierenoe nut der Erteilung der Approbation nicht rechnen tonnen. Da das medizinische und zahmnedizini-- sche Doktordiptom nach den bestehenden Vorschriften nur Neichsansländern, ohne Nück° sicht darauf, ob und ivann sie die dentßhe Approbation als Arzt lZahnarzt) erhalten, ansgelstindigt wird, bleibt reichsdeutsch! n nilytarisclien .Kandidaten, die das Doktordiplom vor Erlangung der deutschen Approbation als Arzt lZahnarzt) haben wollen, mir übrig, auf die dentsche Neichsangehorigteil zu verzichten, und ihre Entla'sung auS der Staatsangehöriglell gemäß $$ LS—21 des 9>eichs- und StaatSangehörigl'eilsgeseßes vom 92. Juli 1910 zu beantragen. Stempel. Ter Aettor (gez.) Fischer. Die juristischen Zusammenhänge, insbesondere die Nückivirkungen ans die nach dem Gesetz gegen die Uebersüllnng der Hochschulen zngelassenen Frontkämpfer und Frontkämpfersöhne sind Von vornherein nicht zu überblicken. Ebenso unklar ist, wie der Verzicht: ans die dentsche Aeichsängehörigleit gennint ist. Nach dem Wvrilaiit des Gesetzes erlischt der Verzicht auf die Staatsangehörigkeik wenn' der Entlassene nach Ablauf eines Iahpes seinen Wohnsitz oder dauernden Ansenthalt in Dentsci)land hat. Es kann si>h also nur um eine 'Maßnahme handeln, die für auswandcrnde dentsche Inden gedacht in: für im Inland Verbleibende tvürdc der Verzicht nach Jahresfrist wieder unwirksam sein. Viüsste das den Verlust der Promotion M deuten? Aber von allem Fvrmaljnristischem abgesehen, erscheint es uns bemerkenswert, daß diejenigen Aeckste, die bisher im cvesentlichen tzMensehen zngescanden waren, Tuen entweder, selbst bereit waren, ihr Leben sür das Vaterland hinzngeben, oder deren Vater zu diesem Entschluß standen, nun denjenigen zuteil werden, die aus ihr Vaterland verzichten wollen. ... Es ist Don sehr vielen als schmerzlich empfunden worden, daß sie sozusagen, als E)egengabe für Kriegsdienste Bevorrechtigungen erhalten. Es lvird von den andern als eine innere Unmöglichlcit empfunden werden, den Erwerb von Bernsmöglichteilen mit dem Verlust der Staatsangehörigkeit zu erkam'enkürstich behauptet wurde, die „Inden hätten für ihre Wahlheimat nur Kriegsdienste geleistet". Wahrlich! so wie ich stolz bin, einstmals (und gleich mir Tanseride von jüdischen Kameraden) geschrieben zil haben, schreibt und kann kein Söldner sclireiben. So tonnte nur wahre Llaterlandsliebe und jugendliche Begeisterung für die deutsche Heimat schreiben, sind heute? Heute soll vergessen sein, daß, wenn man vom Geist von Langemarck spricht und ihn der Jugend als Vorbild hinstellt, auch jüdische Dentsche als „unbekannte Tiensttner aller Art" nnansfällig und selbstverständlich ihre Pflicht getan haben. Heute soll vergessen sein, daß Tausende und aber Tanieude ans unseren Weihen unbekannte Soldaten des Weltkrieges waren, daß wir genau so tapfer, pflichtbewußt und ausopserimgsfrcudig wie unsere christlichen Kameraden unseren Mann gestanden haben? Ich rufe unsere toten Helden von Langemarck als stumme tziengen auf, daß wir jüdische Kameraden genau wie jeder andere, stelämpst haden, und es nur Znsätligkeit des Schicksals ist. wenn gerade sie und nicht jeden von uns Ueberlebcnden der lltäsen Flanderns deckt. Ich rufe, als Zeugen ans die lebenden Kämpfer der damaligen Zeit als Mann zum Buinu sich ins Gedächtnis zu rufen, ob er gerade seine jüdischen Kameraden der Drückebergerei zu beztchtigen wagt? Tapferkeit und Feigheit. Pflichtbewußtscin und Drsiclebergerci sind leine Siammeseigenschaften, sondern Eharaltereigenschasten des einzelnen. Alan nehme sich das Gesallenendentvuch der silbischen Mitkämpfer zur Hand und zähle dir Namen der in den Negimentern 901P G'- fallenen, die K'ast nur aus Freiwilligen bestanden. Jedem einzelnen von ihnen drück.!: ich im Gedantcn.die kalte Hand und danke ihnen sür das Opfer, das ne für Deutschland freudig und selbswcrsrändlich gebracht haben. Ich schrieb schon damalsnLohn für ersüllla Pflichten findet man nur in sich Fassungslos stehen wir, die wir uns bewuini sind, jederzeit dem deutschen Vaterlande gegen--« über nufere Pflicht erfüllt zu haben, den Geschchninen gegenüber. Auch wir Kämpfer vpa Langemarck oder gerade wir glauben manchmal seelisch diese Zeit nicht überstehen zjr können. Unsere Kinder schauen uns rathG an und verlangen unsere Stellnugnahnn. sind wir können nur und wissen nur zu antworten: ■ Lohn für erfüllte Pflicht findet man nur in sich selbst! Walter Wachsmaon. 3i!§ ÜCÜili, MÄWÄU WrrMM Der Beschluß der Genfer Völlerbundsverfauunliing über die Eiufetzimg eines impoliti^ sclfen, nicht dem Völkerbund unterstellten, sondern lediglich bei ihm erriclfteteih Konunissa• riats für die Flilchtilngsfrage ischerfreulich rasich dnrchgcsührt worden. Am 25. Ott ober hat der Präsident des Bötterbnndsrats den Vorsitzenden der New-Porker Vereilugung für ansioärtige Politil. Air. James Mae D o n a l d , zum Oberlommissar ernannt, wobei er im' Einvernehmen mit den Vertretern Portugals. Spaniens, Frankreiel)s. Englands. Itaiiens und der Tschechoslowakei handelte. Die amerikanische Negierung hat dem Völkerbundsrat ossizietl mitgeteilt, daß sie bereit sei, in den Beirat einzntreten, der ans Ncgierungsvcrtretern der einzelnen Länder beim Flnchtlingskvmmissar vorgesehen ist, und dem Kommissar zur Seite treten werde. Bon englischer Seite wird wahrscheinlicl) Lord tziecil delegiert werden. Der Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamts hat ans seiner «14. Tagung beschlossen, dem Flüchtlingskommissar bei seiner Arbeit jegliche' Unterstützung zu leihen. In dem Schreiben, in dem die amerikanische Regierung ihre Bereitwilligkeit, einen Regicrungsvertreter zu entsenden, anküudig!. heißt cs n. a.: „Im Hinblick ans die Tatsache, daß da-< Volk der Bcreinigien Staanu in Mr HOrgangenhttt ßcls allen Bemühungen, die vape ungtücklichcr Alcnschrn zu erleia>N'rn. die bucai von i!>rein Willen unal-hnngige Umstände in jihiwrjtp Aio! gpratcu lind. Inunesse und Lvmpaihie ciNgcgengebrlUht hat. 1 eilt der Smatt-- ßckretär dem Generalsekretär mit Geuu-.- tunng mit, daß die ameritanisihe tliegierimg glücklich sein lvird, in alleruääpter Zeit einen v«ertretcr zu ernennen, der firi) an den Arbeiten des Verivaltnngsrats bekeiüaen lvird.' 'Man wird sich erinnern, daß es sich bei diesem Kommissariat um keilte ansschließticg sür jirdische Auswanderer errichtete Stelle lfandelt, sondern daß sie ganz allgemein solchen Menschen zur Verfügung stellen sot,, die in Deutschland durch die Entwicklung der Berhältniüe keine Eristenzmöglichteit mehr haben. Die sogenannte j ü d i s ch e W e l t h i l f skonsercnz ist am 99. Oktober in London eröffnet worden. Ihr Programm ist, sich mit der Frage der kvnstrnttiven Hilfsleistung für die deutschen Juden zu beschäftigen. Dentsche Delegierte nahmen an ihr nicl-t'teil. Es ist ivichtig, festznstellen, daß bereits vor Er ösfnmlg ausdrücklich von allen Seiten erllän worden ist. irgendwelche Bohlottabsichlen seien mit der Konferenz nicht verbunden. m m igieisiiii m Wie das BTZ-Büro meldet, steht eine Nenregelnng des evangelischen Religionsuuterrichts in den Schulen bevor. In jüngster Zeit haben nämlich Verhandlungen .zwischen der neuen evangclifchen Landesregierung und den zuständigen Ministerien über eine solche Reform statlgefundeii, Lte vorläufig zu dem Ergebnis geführt haben, daß bis zu der endgültigen Neuregelung der evangelische Neligiousuuterricht in der Schule in der bisherigen Form erteilt werden soll. Eine große Nolle dürste bei der bevorstehenden Neuregelung die Behandlung des aus dem Alteir Testament stammenden Unterrichtsstosses bilden. Schon jetzt läßt sich sagen, daß der Inhalt des Alten Testa ment 8 nicht mehr in dem bis.herrgen Umsauge i m S ch u l u n t e r x i ch t v v r - g e i r a^g e n w e r den wird. >vo er bisher ganze cchnljahro in Anspruch genommen Hai. dadurch, das; man übereingekommen ist, bis zur Durchführung dieser lliesorm. die für das ganze Reich einheitlich vorgenonnnen werden soll, ietne Aendernng im üPligrvnsplan vorzuneßmen, hat auch jene Verfügung des Reglerungspräsidcnteu von Schleswig ihre Erledigung gesunden, wonach die Geschichte von ^aat* iücflcn einer in ihr zum Ausdruck kommenden nndentschen Gottesanschauung aus dem Lehrplan der Schnien zu. ftreichen fei. Auch diese Einzelsrage wird crl-•• } bevorstehenden Reform endgültig gettart werden. Das Urteil in Dem Prozeß Dr. Marr- MührpcL ist rechtskräftig geworden, nachdem weder von der Staatsanwaltschaft noch von den Angeklagten Revision eingelegt worden u X bu: cP Fumc spann ßchc llrcht Zmcr Woro aus pttno' i i: i‘t V t i „bin und 2iaa m.if f Win« nun': %vdc äria ..gilt Bctzc sc.w ßnst von kenn Lhr liche leiui ini)! jicri „fei 'ccm iä'oc ivre ‘tnu fUll;i:|! All) ücij nur Ick Ir< b!' rai: '■»ie: E.i lief lie Ml vo 'Ä' tz,> st! nc H h ic u b % n l. t t ü! ( i A 9

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