Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 12 (1933)
- Issue
- 41 (26.10.1933)
- Date
- 1933-10-26
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Alfcincit, inan Ijoll: fic au? den Wirrnissen ciiier meist jammrrrwüet: Umgebung hccau?, damit sie ljtcr gesunden'nder gesund bleiben, daniit sie, die von ihren Eltern nicht lstnreichend gepflegt und ernährt iverden tonnen, nicht lintergehen, sondern bei verständni?- volien Äiensehen ihr Dasein beginnen dürfen; Licht, \!u|t nnd Sonne finden sie im Tagesheim, wohin sie am Morgen gebracht iverden. wenn ihre 'Mütter auf Arbeit gehen oder — inRrantheit n;id Siechtum verfallen — ihrer natürlichen Pflicht nicht nach kommen können oder wenn die ioirtschaftliche Not gar zu groß geworden ist. Da spielen die kleinen unter der Ovinlt junger Mädchen, die hier in der Hau?» wirlghaft und Cätiglingspslege unterrichtet wm-den. Unter diesen Pflegerinnen sind junge Mädechen. die ihr inedizinisehe?. ihr juristische? Studium unterbrechen mußten, die sich jetzt mit fröhlichem Eifer diesem großen HWwerk widmen und darin ihren Lebensinhalt finden. Sie lochen für die Binder, sie ränmen die vielen Zimmer und Säle auf. sie warten die Nwinen und spielen mifc den Größeren, sie 3U;H'ii ihnen die Uleider auö, in denen sie mmaen? tommen, nnd baden sie täglich, siegen ihnen die vorgeschriebenen Babhsachen. diu das Hau? liefert, an und lleiden sie lvieder UN-, U'enn sie nach Han? gehen. In dem Sj'ielsinuner stehen die Spielsachen in Reih und Glied, die Rinder iverden zur Ordnung anzellallen; linlcr den schattigen Bäumen, die e in dieser sonst so unfreundlichen Gegend noch gwt, unter diesen alten Bäumen de? Spielplatzes lernen die Unider all da? Gute, loa? sie in ihrer trüben, häuslichen Umgebung besliuunt nicht lernen lvürden, nnd selbst die schwer erziehbaren Lleimi:, die sonst wohl kaum Liebe und Güte empfangen dürften, werden hier mit nnedlicher Geduld behandelt. In den sauberen Bäumen fühlen diese armen Runder sich heimisch. Zn dieser jüdischen Uinderhilse gehört eine Uinderllinih die über die modernste:: Mittel verfügt. In fünf Abteilungen werden hier innere Uranlkeiteu, Augen-, Hals-, Basen-, 'Ohrenkranlheilen behandelt, eine ZaynkliniL und Orthopädie ist angeschlvssen, und die bekanntesten Spezialisten halte:: ehrenamtlich hier die Sprechstunden ab nnd übernehmen die Behandlung. In vielen Fällen iverden sogar die Medizinen und Verbandsstoffe unentgeltlich von der Anstalt geliefert; in sehr bedürftigen Fällen werden auch Lebensmittel mit nach Haus gegeben, um die Pflege zn stei;ern. Der jüdischen Uiuderhilse ungegliedert ist auch eine ErsiehuugSberatnngssteUe. in der Eltern und Rinder Verständnis und Hilfe in allen Erziehungssragen finden. In Mntterschnltnrstm unterrichten Mädchen und Frauen theoretisch nnd praktisch in Säuglings- und Kinderpflege nnd retten so sicherlich da? Leben manchen Binde?. Der jüdischen üinderhilse ist eine Fnrsorgeabteilung angegliedert, die die notwendigen Medikamente :md Stärkungsmittel beschafft nnd die Verse! nem bedeutenden Ln! Her-Buch sagt —, der ans dein erhabenen Urtext in Luthers riesiges Deutsch nmgeschrnolzeu ward, mehr oder minder hörbar, in solchen Dichtungen nach. Die Zahl der biblischen Dramen ist unabseh- .bar. Natürlich hatte inan sthon vor Luther Stücke an? dem Almkreis der Heiligen Schrift ansgesührl; aber nach dem Erscheinen der Bioe: wuchs ihre chahl mit einem Schlage. .An:her selbst'empfahl. Stoffe ioie Silsanna, Judith, Tobias, /Daniel. In den vier Jahr- Iiniwerteii, die seither' verflossen.sind, ioitrde ivohl der weitaus größte Teil der Bibel dramatisch bearbeitet. A::? der Fülle der alttesr-.nnenlarischen Werte raget: die Hebbelsehe ,,Judith" und die Liidioigschen „Makkabäer" einpor. über ihnen dnttlelt da? eisengrane Firmament, da? über vielen Teiler: de? Alten Testaments lastet. Der gervaltige Geist Gotte? bläst durch diese großen Szenen. Die? ist das Voll, in Bethulien, im Gebirge Indah,' welche? feinen: Gott folgt al? dem Herzog feiner Heerscharen, e? fällt von ihn: ab, aber inaner ilmjen einige Große ans, die e? zn ihm. zrteuchreißen. Riesig jene Szene bei Hebbel: Afsad fordert, daß die Stadt sich ergebe, da ring: sich an? den: sintnmen Daniel, seinem Bruder, Stimme: „Steinigt ihn, steinigt ihn!" Indah Matcaöän? zerstört den ausgezwnngenen shrisichen Altar iu:d erschlägt den abtrünnigen Priester Eimei, im Augenblick, al? er da? erste Opfer bringen will. In über lebensgroßen Blaßen ivachst Lea irr der Szene,'die Lnbioig dem 7. Gapitel de? zlvciten chluitabäer-Bnche? nacljgcschafseu hat; nur um den Brei? de? Abfall? vor: Gott kam: Lea io,re Binder von: Feuertode retten, aber sie tut es nicht. Eir: eherner Atem weitet diesen Alt. rtt:d wir oerstehen, wenn die syrischen Soldaten meutern: „Fort, eh da? Weib, dariesige, den Hinnnel rnederbetet, uu? zu erdrücken!" Ueber „Goethe nnd da? Alte Testament" haben Leo Leutsciständer nnd Eberhardt, über ..Faust und Moses" hat Bonrad Burdaest eine besondere Schrift versaßt. Eduard vor. der Heüeii, der Herausgeber .der sehickm:gen in die Heilstätten nnd Erholungsheime veranlaßt. Dreißig Säuglinge :uid Kleinkinder werden täglich im Tagesheim versorgt, und mehr als 20 000 Behandlungen und Beratungen übt die Jüdische Binderhilfe in einem Jahre ans. IS. B. (fCS O bce r? Lu v ■ U omit? mmkmmfiem Ich war Dauereingestellter der Stadt Berlin, Bei Eingliederung des Arbeitsnachwcisarntcs der Stadt in die Reichsansicli für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung wurde ich am 1. Oktober 19ZQ in deren Dienst übernommen. Im Jahre 2932 bin ich in den Ruhestand versetzt worden. Sind auf meine ruhegehaltsfähige Dienstzeit auch diejenigen Jahre anzurcchnen, in denen ich als Daucrcngcstelltsr der Stadt Berlin tätig war? Ja! Sie gehörten zu den Dauernugestellieu im Sinne des § AG Ab sab .7 de? Arbeitsvermittlung?-. geseße?. Aistf Ihr Dieustberhällni? sind die Bestimmungen de? § 220 de? ArveitsvermittluttgSgesette? sinngemäß an'zmveudeti. Sie si>:d in Ihren: Bestand an Rechten. die Sie beim Ueberkritt in dein Dienst der Reichsaustall gegen die Sladtgetneinde erivorben hatten, geschützt. Zu Ihren Rechte» gehört anrli Ihre Amvartschaft auf Ruhegeld. Diese Amoartschas! ist uaci) der Eutscheiduug de? Reich?-- arbeitsgerichis von: nt. Ata, 1900 — llh’lW •JiHi/ü'J— (..Juristische 20vcheuschcift" 1DM, S. 22:10) erhalten geblieben: nnd die daran? etUstehenden Berpflich- Magen hat die RNnchsanstalt zn erfüllen, nnd zwar nud) dann, ivenn die Amvartschaft sieh erst nüt den: Tage der Uebernahme oder mul) diesem Zeitpunkt nnd ans Grund de? Inhalt? de? Bertragsverhält- Nisse? in Verbindung mit der bisherigen'' Tätigkeit verwirklichen. Ich bin ah Rcichsbeamier wegen nichtarischcr Abstammung in den Ruhestand versetzt worden,txndzwar ohne Ruhegehalt, weil ick erst neun Jahre in Planstellen tätig gewesen bin. Kann ich auf Grund der Härteklausel des Gesetzes zur Wiederherstellung des Beruf sbeamtentüms eine laufende Unterstützung zagebilligl erhalten? Die?' ist möglich. Nach der 0. Verordnung znr Tnrchführnng des Geseße? znr Wiederherstellung de? Bernssoeamtcntnm? von: 20. September 1900 (RGBl. .1, S. 007) 1mm ein Härtean?gleich gemäß $ 10 ati?nahmstveise mid) dann ge:vä!,rt iverden, wenn ein Aeehtsansprnch ans Bezüge oder liebergang?gelder nid)t bestellt. Da? gilt anch für die vor Erlaß der 'Berordnimg dnrchgesührtet: 1>taß° Ich bin als Rcichshcamter am 1. Januar 2932 in den Ruhestand getreten. Kann mir gemäss § 4, Absatz 2 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeämtentums das Ruhegeld ganz oder zum Teil entzogen werden? Bein. Aach der 0. Dnrchsührnngsverordmmg ' vom 20. September 10?:i finden die Borschrisien des § 4 Absatz 2 mir auf sotche Beamte Anwendung, die nach dem 01. Mai 1902 iu den Anhestand getreten sind. ' Mir ist von der Betriebsleitung meines Konzerns fristgemäss wegen meiner jüdischen Abstammung gekündigt worden. Der von mir angerufene Angestelltenrat hat meinen Einspruch mit der Begründung zurückgewiesen, dass die Ausmerzung des jüdischen Elements im Betriebe geboten sei. Kann ich den Angestelltenrat wegen Amtspflichtverleizung auf Schadensersatz in Anspruch nehmen? Die Rechtsfrage ist Zweifelhaft. - Ta? Oleich?- arbeitsgericht hat sieh in der Entscheidung vvm 00. Januar 1002 (1902, S. 110) auf den Standpnntt gestellt, das; die nngereditsertigte Zurückweisung che? Einspruchs ohne Prüfung de? Sachverhalt?' die Schabensersahpslieht begründe. Da? Arbeitsgericht in Berlin hat aber in einer ENischeidnng Vvm 10. Juli 1900 — 8a A.C. 07-1B0 — an- ■ genommen, das; da? A'achpriisnngsrecht der Am!?' pstiichtverlehnng eine Beschränlnng erleide. Der Betriebsrat übe bei der Prüfung de? Einspruch? nach der rechtlichen Seite und der tatsädstictieu Beiveisführnng eine Art richterlicher Dätigteit ans. Die.Nachprüfung der fahrlässigen AmtSpslichtverleßung finde da ihre Grenzen, wo der AngesteUienrat du? sachlichen Motiven und unter angemessener Beiveisbegrnndung den Einsprnd, für ungerechtfertigt halten durste. Ter Betriebsrat habe insbesondere die Pslicht, den Betrieb vor Erschütternngei: zn beivahren. Es könne ihm. insbesondere bei Großbetrieben in den Monaten April nnd Blai,. nicht zinil Verschulden angerechnet iverden. ivenn er fid) gegen das weitere Verbleiben jüdischer Angestellter geivandt habe. Damals jedenfalls sei e? bei der Natur de? Einspruchs nur ans einen Vergleich der sozialen Verhältnisse zivischen den einzelnen jüdischen Angestellten, nicht aber ans einen Bergleid) der sozialen Verhältnisse jüdischer Angestellter mit dentschstämmigen angetommen. Hit? erscheint die Entscheidung stark ans die Verhältnisse im April und Vtai 1000 abgeslellt zn sein. Wenn in einer Tageszeitung da? Urteil mit der Ueberschrist ..Zugehörigkeit zur jüdischen Nasse ein ved)tlid)ev .Nündignngsgrnnd" verössimllicht ivorden ist. so dürfte diese Bezeichnung zn weit gesüßt sein. Ich bin als Beamter einer preussischen Gemeinde wegen nichtarischer Abstammung in den Ruhe- . - stand versetzt worden. Nach meiner .beruflichen Vorbildung und Tätigkeit in der Verwaltung liegen bei mir die Voraussetzungen für die Eintragung in die Liste der Verwaltungsrechtsräte beim preussisehen Oberverwaltungsgericht vor. Kann ich damit rechnen, eingetragen zu werden? . Nach dem preußischen Geseß znr Aendernng des Geseße? über die Vertretung vor den Bertvallsingsgerichtet: vom 4. Oktober 1000 (Geseßessammlung, Eottaschen Itthilänmsnnsgabc', bemerlst im...... kritischen Apparat de? „Gösi": „Tie Spraclie de? jungen Goethe ist mit biblischen Reminiszenzen so gesättigt, daß es kaum möglich sein dürfte, die mtd) den „Göß" durchziehenden Anllänge erschöpfend nnfzmoeisen." Da? Wichtigste aus Goethe? Uinlrei?, obgleich es jedermann iveiß, sei liier angeführt: die Wette zwisclien dem Einigen und den: Satan nrn Faust? Seele, ist dem Buch Hiob nnchgebildet. Weniger bekannt ist, daß Goethe in der Schrift „Zwo biblische Fragen", .1778, den Bericht über die''Geseßgebnug am Sinai unter neuen Gesichtspunkten betrachtet. An? dem Jahre 1770 stammt die lleberseß.nng de? „Hohen Liede?": „die herrlichste Sammlung Liebeslieder, die Gott erschaffen hat". Ungefähr zu gleicher Zeit bemüht er sieh in Parabeln mit' den Ton biblischer Gleichnisrede. Aber, auch in dem genialen Anffaß „Uebcr den Granit", einer r:atnrforfcherlichen Dichtung von.1.781, tönt — ton? ivohl bisher iveniger beachtet ivard — biblisch Hhmnischer Vlang. stlls Eclermann mit Goethe? Sohn August an: 21. April isoo nach Italien abreist, schenkt Goethe ihm eit: Stammbuch, darin er '„den Reifenden" die? Wort aus dem „Hiob" eiuschrieb: „Es geht vorüber, eh' ich'? gewahr werde. Und'verivandelt fiel), eh' ich'? inerte." Jener Tonsall, iveil gespannt, hoch gewölbt, ist' an vielen Orten'in die deutsche Prosa gedrungen, vor allen: dort, wo sie sich zn Würde und Wucht steigert: bei Herder, zumal :vo er enthusiastisch „Bot: den: Geist.der ebraischeu Poesie" zeugt: in Arndts stnachlig ausgreifenden, schwer schreitenden Saßen; bei Nießsche, vor allen: im „Zarathustra", doch auch sonst: „Tie Sprache Luther? nnd die poetische Form der Bibel nl? Grundlage einer neuen deutschen Poesie — da? ist meine Ersindnng!" Ausden tiefsimügeu Lobnnd Tank- Worten, mit denen Blopstock, 'Goethe, Arndt, Heine. C. F. Nt eh er, Jakob Grimm. Beruah?, Scherer. Häusser. Lamprecht und so fort Luther? Bibeüverk geivürdigt haben, ließe sich ein Buch'bilden. Al? Anfang lägst die erste deutsche Gesamtbibel erschien, war die Freude gewaltig: "Johannes Bugenhagen, einer der nächsten Freunde Luthers — der die Bibel iit? Niederdeutsche übertrug —, feierte in feinem Hanse an jedem Jahrestage ein fröhliche? „Fest der Bibelübersetzung". Die „ «Vmc Indische Volkshochschule Breslau" eröfsnete am 10. Oktober das Astnlerfcmiester Ihr 20. nnd 00. Halbsetnester) in der Lesfc'nglvge. Nach einem Harmvniumvorspiel von Organist Erich S d) ii f s e v sprach Tozent D.r. A l - b e r t L e w k v w i tz über ..D i e A n s g a ü e n der I it d i s d) e n B vlk 8 ho ch s ch u l e". Nac!) einem kurzen Vergleich de? griechischen nnd jüdischen Geistesleben? stizzierte der Nedner die einzelnen Phasen der jüdischen Geschichte. Immer hätten sic!) die Atitglieder der jüdischer: Gemeinschaft vollbewußt.al? Inden gesuhlt. Erst die Blende von: 10. zmn 19. Iahrhntwert habe mit den: Streben nach gleicher 'Wertung jede? Atenschen viele Juden .ihrer Gemeinschaft eittsremdet nnd sie gewissermaßen ztc anotwmcm Individuen gemacht, hinter denen ihre geschichtliche Individualität znrndtrat. An? dem Traum der Glc'ichberc'chtigmcg errvacht, sei' e? jetzt erste Pslicht jede? Inden, zn seinem Judentum znrüdznfiuden. Diesem Ziel ist auch der vorliegende Arbeclsplan der Volkshochschule völlig untergeordnet. Eine N'eihe von L e r n q c m eins ch a s t e n schließt sich an.In denen u. a. Einführungen in die hobräische spräche, it: Schristtnm, Gezsthlchte r.md Philosophie der Gegenwartgegeben werden. Al? Dozenten wirken die Gemeinderablnner Dr. B o g e l st e i n lind Tr. H o f s n: a n n, die Dozenten von: Theologischen Sennnar Universitütsprvfessor Dr. H eine n: nun, Tr. Lelvlo - >v itz. Tr. Nabi i:, Dr. Z im mc lö und eine Anzahl anderer betnmüer Perstmlichteiten. t-.» Das Breslauer Jüdisch-Theologische Sernirrar (Hochschule für jüdische Theologiel eröffnet da? Wintersemester 1900/0-1 am 1, November. Die Aufnahmeprüfungen finden an: 31. Oktober im Eemtnargebände. Wallstrnße 14, [tritt. Hcvräikon-Onarlett. InBerlin wurde dasHebräikon- Omrrtett gegründet, dem die Herren Boris Ii r v v t (1. Violine), max Micha ilvw (2. Violine), Mar Al v der n (Viola) nnd Leo l)i a sta l (Biolvncelln) angehüren. Tie Tcntschland-Tvnricee de? Quartett? begnmt Anfang November. Tie GeschästAeitnng liegt I» - Hände» - von Herrn S. Lpectior, Äcrlii: \V 00, Münchener, Ltraße -iü, . . .- S. 067) ist die Eintragung zu versagen, wenn der Minister de? Innern Ensiprnch erhebt. Ter Ein. sprach ist zulässig, rvctm der Antragsteller s) al? Beamter de? Neiches, eine? Landes, criccr Gemeinde, eines Genieindeverbande? oder einer sonstigen Börperschast' des öfsentlichen!)!ech!? loegen mangelnder Tienstsälngteit (also z. B. nichtarischer Abstamnmng) vor Erreichung der Altersgrenze in den Anhestand versetzt ist; d) ans Grand de? § 2a oder 4 (Politische Un. Zuverlässigkeit) bc? Oteidisgesetze? von: 7. April 1900 an? dein Dienst entlassen ist. Können Sachverständige lediglich wegen ihrer „Zugehörigkeit zur jüdischen Rasse“ abgelchnt werden? Nein. In einer preußischen Gemeinde hat ein Angetlagter in einem Versah reu wegen VeI «zehen? gegen das Lebensnüttelgesetz einen jüdischen Sachverständigen mit der Begründung abgc-lchut. daß ein Jude einem Natiönalsozialisten gegenüber n!d)t unparteiisch sein könne. Das Gericht hat öoiä Ablehmmgsgesicch al? unbegründet, znrüclgcwiescn. E? hat ansgefährt. daß ein Ziveisel an der Fähig, feit des Sachverständigen nnd seinem Böillen 7,,I Unparteilichkeit nicht hervorgetretcm sei. Es bestehe deshalb bei vtsietüver Beirachlnng lein begründeter Ztveifel an der Unparteilichleit de? Sachversiän. - diaen. Da der Angeklagte ferner wisse, dag der Sachverständige von der Negierung der naiivmilen Erhebung trotz seiner Zugehörigkeit zmn Indentnnc im Amte belassen sei. könne er bei verm",m'ti«tee Würdigung alter Urnstände anch siibjettiv leinen begründeten Ziveisel gegen die Unparleilichteit haben. Seine Behauptung, daß ein Jude über- Haupt nicht in der Lage sei, eine Frage rein s.w,. lid) zu beantworten, könne al? eine vernnn's-ige Würdigung der Uiiistände vom Standpimtt de? Angeklagten nicht angesehen iverden; nur ans eine solche vernünftige Würdigung tönne e? aber bei der Frage nach dem Bestehen eines subjektiven Ziveisel? dos Angellagtc'n an der Unparteilichleit de? Sachverständigen ankommen. Mein Neffe befindet sich in Paris. Zur Ermöglichung des Aufenthalts hat ihm die Devise n b ewirtschaftun gsstelle die Mitnahme von 3000 RM. genehmigt. Bin ich berechtigt, ihm auf meinen Pass monatlich 200 RM. aus seinem hier zurückgebliebenen Vermögen zu schicken? Tie? ist nicht zulässig. Es iväre eine Umgehung des Gesetze?, die vom $ 21 der Devisenverordmmg vom 20. Mai 1902 nicht gedeckt ivied. tztach der Betanntmachnng vom 01. Oltärg 1!'02 darf niemand uns seinen Paß hin attsländisclie N'oten eriverben nnd an einen Neisenden in da? Ausland senden. Tie Berschidimg von Neichsmartnoteu oder die Zahlung durch Poftanweisinig ist (nach Licm-Hartenstcon. Devisenvorschristen. 400) unter den gleichen Voraussetzungen Zivar nicht ausdriiekticch 'verboten: sie stellt aber eine Umgehung der bestehenden BorschrisienWar, fall? sie den: im Anstand befindlichen Inländer die genehmiguugssreio Verwendung von Geldbeirägen ermöglichen soll, welche die Freigren;e übersteigen. ' A n d c x? läge oer Fall, ivenn Sie die Beträge Ihrem Neffen scchenlweije schicken ivoitten. (Bgl. Neichsgericht, 1. Str.sisem, 7. 7. 1900; 1 D 502 00; „Inr. Wochenschr." J'JOO, 2140.) Wer ist „im A.usland ansässig“ im Sinne der Devisenverordnung? Al? im Ausland ansässig gellen alle Personen, die im Ausland ihre» Wohnsitz oder gewöhutichetc tziutenlhalt haben sowie juristische Personen, die in: Ausland den Sitz oder Ort der Leitung ihres Ge- Iverbebetriebes haben. (Bgl. $ K> Abs. 1 der Neichsabgaöenorduung.) Zur Begrc'wdccug eine? Wohnsitze? im Ausland ist nur erforderlich, daß man dort eine Wohnung unter Umständen inuehatj die ans die Absid)t ihrer Beibehaltung schließen lasten. Für die Ausgabe' der in: Inland innegehablen Wohnung genügt e? dabei, daß der Wille, die Wohnung nicht mehr dauernd zu behalten, irgendwie äußerlich erkennbar tzitagetritt. (Bgl. Oteiclisgericht, 1. Stra:- fenat, 0. 7. 100:5, OD 070 00; „Inr. Wochen schr." 1900, 2. 2140.) Nabknncr-Bcrrrsirrlrgcn. Die Jüdische Gemeinde Göttingen l)at Nabbiner Bl. tliaina berg ans Berlin zmn Geweinderabbiner geioätiN. Nabbiner Nosenbcrg ist Absolvent der Hochtchulv -für die Wistcnschajt de? Indeuinm? und ivar m'- Berliner Schuldienst, insbesondere an der hebräischen Sprachlehranfialt der Berliner Jüdischen Gemeinde, tätig. — Tie Indische 'Nesormgemrinde Berlin hat Nabbiner Tr. G o 11 f ci) a {t nite -Mätii on ihre Gemeinde berufen. Die Amtseinsnhrnng von Tr. Gottschalk ersvlgt am ^onntav, 5. November. vormittag? 101? Uhr. im Gotleshaiise der Nesormgemeinde. Berlin. Iohannisstraße 16. LehranstcUt, rücht mehr Ho-Hschnlc. Die Lehranstalt (bisher Hochschule) für die Wissenschai: de? Judentum? erössnete am 20. Oktober ihrWiv.lersemesicr. N'ach eiixon wisseuschastlichen Bortcag teilte der Vorsitzende, Oüwbiner Dr. Baeek. min daß die Anstalt nach eincm Erlaß des prenßstiheu Untlnsminisrers nicht mehr den tztamen „Hvch'chnle" tragen dürfe, sondern sich, ioie in srnheren Zeilen, lvieder ..Lehranstalt" zu neunen habe. Diese Nameusäudernng. so führte Dr. Baeck an?. >v:rd die Nichlung und Art unserer Ar Gut nicht ändern. WA bisher werden wir mir der freien und reinen Wisseniciiaft dienen und al? Lehranstalt jüdische Lehre vermiiGln. Nettor a. D. Joseph Feiner 70 Jahre alt Am 14. -Oktober vollendet Nektor a. T. Joseph Feiner in Hamburg sein 70. Lebensjahr. Als Leiter der bekannten Hamburger Dr. Antott-Nöe-Nealschule hat Rektor Feiner Generationen jüdischer Nlenschel^ erzogen. Daneben entfaltete er eine rege pnbüzistische Tätigkeit. Besonder? hervorznheben sind seine Biographien über Gabriel stciesser, Ludwig Philippsohn'nnd Tr. Anton Olüe. Innerhalb der indischen Lehrerschaft Deutschlands hat er stet? eine führende Steile eingenvinmen, Seit 1922 ist er Ehrenvorsitzender im Verband der jüdischen Lehrervereine Tentschlands. Dem Eentralverein ist > Feiner seit Jahrzehnten eng vcrbtmdetn Btelo Jahre gehörte er dem Hanptborstaitde de? . b.B. nnd dem Borstande der Ortsgruppe Hamblrrg an, pc) mi ,5 28 rJt vt" bc rcc f.a un Ec W bei J d?> Ire bei nn' tzh rci liü n n i)ic pol im f;e: B-e Be im V”! vc Bc Cz K V r v. 2 r*i i; ::3