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Central-Verein-Zeitung · 1933-10-11 · 39 (11.10.1933) · p. [Seite]

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
12 (1933)
Issue
39 (11.10.1933)
Date
1933-10-11
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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M mm SsMs 8D T i " AN > ll ' •vi^V In dm letzten Reden und Veröffentlichungen der preußischen Schulverwaltung sowie des preußischen Staatsministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung kündigt sich die große Reform des gesamten Bildungswescns an, die wir bisher nur in einzelnen Spezialerlassen andeutungsweise kennengelernt haben, lieber die neuen Richtlinien für den GeschichtS- und Bivlogieunterricht ist in diesen Blättern mehr als einmal berichtet worden. Die Schwieriglcitcn, die sich rein ans der stofflichen Neuordnung für jüdische Schüler ergeben dürsten, liegen ans der Hand. Ganz deutlich wird dies durch die Verfügung, nach der schon für die Abschlußprüfungen der höheren Schulen Preußens 311 Ostern 1034 Rassenkunde und Vererbungslehre zum obligatorischen und mit üwsschlaggebenden Prüfungsfach gemacht wird. Dieser Erlaß bewegt sich durchaus auf der in den Richtlinien zur Reform der höheren Schulen betonten Linie, „dem geistig und poli« - tisch geeinten deutschen Volke auch eine weltanschaulich einheitliche Schule zu geben". Die Ausbildung der künftigen Lehrergeneration lvird naturgemäß grundlegend von dem neuen Bildungsziel beftiinmt. Wie in allen anderen akademischen Bernsen, die zu staatlichen Anstellungen führen, soll auch die Zulassung zur zweiten (Pädagogischen) Lehrer- Prüfung von der Ableistung einer SA-Sportausbildung sowie der Teilnahme am Arbeitsdienst abhängig gemacht werden. Tie gesamte Ausbildung soll unter dem Gesichtspunkt der nationalpoliiischen Erziehung stehen. Ausdrücklich heißt es: „Wo bisher die Jugend zu sitzender Lebensweise gezwungen, in Gelehrienschnlen zu Akademikern, oft zu lcbeusschwachen Intellektualisten herangebildet wurdet sollen jetzt P 0 l i t i s eh e I n g e n d f tt h r e r ulld p 0 k i t i s ch e Soldaten die Jugend erziehen durch Zucht und Bewegung, durch gleichmäßige körperliche, charakterliche und geistige Ausbildung." Die neue Erziehung der jungen Lehrergencrativn wird ergänzt durch Maßnahmen auf dem Gebiet des Schnlbetrrebes: „Die Spielnachmittage in den Schulen sollen der Hitler-Jugend und für die Oberstufe der SA zur Verfügung gestellt werden. Die Wandertage und die geplanten mehrtägigen Wanderungen sollen ebenfalls mit der Hitler-Jugend bzw. der SA durch- 60führt werden. Die S ch u l l a n d h e i m d joKen nicht mehr bloße Wochenendhäuser, sondern Geländesportschulen für die Schülerschaft der zu ihr gehörigen Schule sein." Wir brauchen nicht mehr darauf hinzu- ^oisen, daß bic neuen Beamtengesetze die jüdische Jugend vom Lehrer» und Erzieherberuf^im staatlichen und städtischen Dienst ansschließen. Aber auch die jüdische Schuljugend, selbst soweit es ihr infolge der Ausnahmebestimmungen des Gesetzes gegen die Ueberfüllung der Schulen und Hochschulen (Halbarier, Frontkäinpfcrkiuder, Prozentnorm) formal gestattet ist, die höheren Schulen weiter zu besuchen, sieht sich angesichts der neuen Anforderungen im Schulplan in einer ausweglosen Lage. Dies trifft im selben Maße für diejenigen jüdischen Kinder zu, die bisher die öffentlichen Volksschulen besucht haben. Gerade die Volksschule soll ja nach den Veröffentlichungen von maßgeblicher Seite eine besondere Stellung aus dem Gebiet der allgemeinen Nationalerziehung erhalten. Daß also ans die Dauer die jüdische Schule (Volks- und Höhere) ein unabweisbares Gebot wird, ergibt sich aus dem Schulziel der neuen Reform. Dabei darf nicht verkannt werden, daß gerade im Zuge der Neuordnung des höheren Schulwesens in Preußen, wenn mau den Veröffentlichungen in den einschlägigen Fachzeitschriften folgt, Ilnüvandlungen getroffen werden sollen, die auch wir imJnteresse der einheitlichen Bildungsvermittlung und Schulerziehung nur begrüßen können. Endlich einmal soll mit dem Unwesen der vielen Schultypen, die sich geschichtlich ans den: Berechtigungskampf entwickelt hatten, aufgeräumt werden. Auf die vier Grundschulklassen soll ein gemeinsamer Unterbau der g e s a m t c n höheren Schulen bis zur Quarta gesetzt werden, mit einer Fremdsprache, dem Englischen. Auf diese Weise wird cs ermöglicht, einen großen Teil der Jugend ficken Jahre hindurch gemeinsam 311 erziehen. Daß in diesen Jahren der stärksten Aufnahmefähigkeit der Sinn der Jugend aus die „Rasse- und VolkstumSbediugtheit der Völker und im besonderen des deutschen Volkes in der Geschichte" festgelegt werden soll, ergibt sich aus der Zielsetzung der Reform. Ausdrücklich soll aber „bei aller weltanschaulichen Einheitlichkeit den Bedürfnissen besonderer Veranlagung und besonderer Berufsarbeit Rechnung getragen werden". „In der Untertertia zweigt sich einzig das Gymnasium als selbständiger Schultyp ab, während der Normaltyp der höheren Schulen sich von der Untertertia ab durch freiere Gestaltung in einen dcutschkundlichen, in einen fremdsprachlichen und einen mathematisch - naturwissenschaftlichen Kern spaltet." Mit dieser Vorverlegung der sogenannten „elastischen Oberstufe" in die Mittelstufe, und zwar als allgemein gültige Regelung ist zweifellos viel für die Vereinheitlichung des preußischen Schulivesens, aber auch für die geistige Konzentration des Erziehungswesens gewonnen. Die weitere Feststellung, daß „besondere Vildttngsanstaltcn zur Vorbereitung aus den wissenschaftlichen Forscherberuf in sehr beschränktem Umfange beabsichtigt sind", zeigt eindringlich, daß die neue deutsche höhere Schule der Regelsorm nicht eine Schule der Universal- und Gelehrtenbildung, sondern der Nationalerziehung werden soll. Die organisatorische Neugestaltung des preußischen Schulwesens, das ja meist der Schrittmacher für die anderen Länder ist, kann sich auch zum Vorteil des jüdischen Schulwerkes in seinem Neubau auswirken. Tie Anzahl der jetzt vorhandenen 00 bis 70 größeren jüdischen Volksschulen wird sich sicherlich irr den nächsten Monaten vergrößern, da dazu ja die gesetzlichen Möglichkeiten bestehen. Zu gleicher Zeit stehen dem deutschen Judentum aber nur etwa 12 bis 15 höhere jüdische Schulen zur Verfügung, von denen wieder nur 7 bis 8 die Berechtigung zur Abiturientenprüstmg besitzen. Trotz der Beschränkung des akademischen Studiums lvird cs doch immer wieder geboten erscheinen, einzelneu begabten Schülern der Oberstufe einer jüdischen Volksschule (10 bitz 14 Jahre) den Zugang zur höheren jüdischen Schule ermöglichen, daß heißt sie in einer der bestehenden höheren Schulen gegebenenfalls in Internaten uulerzubriugeu. Ties ist aber nur durchführbar, wenn der uachzutzvleude Stoff nicht allzu umfangreich ist, das heißt wenn ein gelvisser Zusammenhang zwischen dem Lehrplan der Oberstufe der jüdischen Volksschule und dem der Unterstufe der höheren Schule besteht. Das soll beileibe nicht heißen, daß das Lehrziel der Volksschule verfälscht wird. Jedoch werden bei dem einsctzenden Neubau des jüdischen Schulwesens (der ja immer im Zusammenhang mit der allgemeinen Reform erfolgen muß und lvird), alle Nvtlvendigkeiten und Möglichkeiten berücksichtigt werden müssen. Hierbei wird die zu schaffende Erziehung^. Organisation der deutschen Juden allergrößten Wert darauf legen müssen, daß die jüdische Jugend eine möglichst weite Strecke ihres „Schulweges" gemeinsam gehen kann, das heißt daß die gemeinsame Erziehung aller jüdischen Kinder nicht mit der Grundschule aushört, sondern noch etwa drei weitere Jahre andauert. Diese Forderung deckt sich durchaus mit dem entsprechenden Wandlungen im öffentlichen Schulwesen. Man lvird also auch im Bereicij der jüdischen Schule daran gehen müssen, die Lehrpläne aller Schularten zu vereinheitlichen sowie den neuen Bedürfnissen der Berufsausbildung der Jugend entsprechend zu erneuern. Es lvird die Aufgabe der maßgebenden Instanzen im deutschen Judentum sein, auch auf diesem Gebiet nicht vor neuen Wegen und LösungHversuchen zurückznschrecken, sondern dem jüdischen Erziehungswesen die Entwicklungsrichtung zu geben, die für die Aus- und Fortbildung der jüdischen Jugend die gesündeste ist. Heinz Cohn. Warnung vor dein sogcnannlcu „Notbund jüdischer Alünftlct". Tie ävMviuiioitc-liilic der Jüdischen CSaneinbe (l'iMciliina .stünsileihilsc», Berlin X 21. Traniruburflct Stroftc 31 (Fernsprecher: D 2 Weidendom in öl31). ist von niedreren Slellen onf eine „A e r e i n i fl n n fl d e r B ii b nen - u n b 7v U m et n fl c h ö t i fl e » (v. B., Charlotten b u r fl , (ü ervinu c< st x a f? c 1 1, aiär»erksain flemocht worben. Tiese ..Bereiniflnnfl'. mich „N o t b u n d s ü d i s ch c r N ü n st { e t" genannt, tuende 1 sich cm vssigelle jüdische Stellen sowie an jübiinic Pcrsöniichleiten mit der Bille. Bclröflc zu spenden, die 3ii HilTmasinabmcn für die erwerbslosen jüdischen .Nnnsr- Icr verwondt werden sollen. Tn trotz der Nochsorselmnflcn dieser „Not blind* nicht onfziifinden ist (Briefe kommen cil§ imbcftclllmr 311rück), lvird vor diesem Schwindeluulernehiiien n a ch d r ü ck l r ch st gewarnt Ofärn» Mm Die Arbeitsgemeinschaft der jüdischen r00i 10,1 aii>mctfc teilt mit: ssür Berlin werden flesiichl: Schneidern,eisu-rin. neu, perseiic Häklerinnen und vStvirtrrinnen fite Pullover, midie Hainpensch>r»iorbei!eiin»en, prrfrftr Begensdürm. mchernn'en, nürschnernmmseüs, ,n-rsekle gusch leidcrin für Herrendeinden noch Mas;. Jtorfeti. und Bilstendnlternöderi». neu, perfekte giflzadnäherinven für tunfifeibene Do ine n- UHifclK', urowollen.zuichnciderin. felbftiinbiflc Mamscllo für Dniuemnnulel. <b r s 1, ch t werden l,o„dwcrkUche gehrslel. len jeder Art, insbesondere im Bau- und Melallflewerdc. Bei besonders flnicu Vedrslellen können eventuell kleine .Zuschüssc gezahlt werden, /ferner suchen wir für dic Ausbildunfl uiisercr Jugendlichen i» handmerkUchen Berufen lichten, dic diesen jimgen Mensche» die handwerkliche Ausbilbnng durch Zahlung von tlehrdcihilsc» criiiüfllichen. Meldungen: Noseiisirahe 2—4. „Hotel König von % Welche (fllflc uou Erinnerungen iiou knnpsr sich an dieses Haus. liegi das Hotel zuin „steinig von Porluflal* auf der anderen Seite der Spree, gerade angesichts des üllesie» Teiles des Schlosses, und doch nur einen stagensprrtng weit von beu Museen, (beschästsvicrlcl lind der Bcrkehrvbrandung Unter den Linden. Im I«hre IfiUti ist cs eröffnet worden. Cs hat heule noch seine 30 chasistminer mir -1', Detlev, nur das; cs jeist überall Zentral!,ei3!ing, (fahrfiuhl, i'Uejjendcs Warmwajscr, in einigen auch Reichstelephon gibt. bester jüdischer Trabi- In der Burgsiraße U! Margot Rosenthal Erich Hans Levy Verlobte. Berlin W, Marienwerder Wpr. Rauchttrasse 9. Zu Hausei Sonntag, 15. Oktober. FE Lina-la Cussei .mn liitiU diKif Verlobte Dortmund, "Westen hellweg 11 liasougo Cougro beige zur Zeit Dortmund — 14. Oktober 1933 Susi Katz Erich Horwitz Verlobte Köln Bremen Mcrlostrawc 8 EUhornstrasse 22. Else Richter Eugen Neumann Verlobte Wurttembergischo Sir. 31-32 lietronburgor Str. 24-25 Artur Kleeblatt Fritzi Kleeblatt geb. Rindskopf Vermählte Köln, Blsmarckstr. 51 Dortmund - linclenhorst Trauung 15. Oktober Rhoinlandloga Köln Fürth i. Bayern Mitten nuy rastlosem behairen entriss uns ein trapischcs Geschick aus einem Lebe», erfüllt von Liebs und Sorge für die Seinijren, meinen inniRst- Küliobton, unvergossiiehen Mann, unseren guten, treusorgenden Vater, unseren Bruder, dclnvugci: und Onkel, den Schlächtermeister UM il® imm ÜLlliL im 65. LebenEJahre. In tiefem Schmerz kr.su Paula de Jonge geb. Sloyor nobst Töchtern. Weener (Oatfrsl.). 20. September 1933. Am SO. September (Jomkipur) früh 0 Uhr verschied mein Heber Mann, unser lieber treusorgendor Vater, Solnviegervator, Grossvater und Onkel im 89. Lebensjahre. Sophie Frank geh. Kosenbergor aus Schonungon a. Kl. Ittchnrd Frank und Fannlie 1 „ Ike. IHnnübacli u. Frau Fnnny geb.Frank u. Familie > Leopold Frank und Familie J TorK Adolf Frank und Familie. Münchon Max Frank und Familie, ilnalfold (Thür.) Saatfeld (Thür.). Oktober 1033. Peine, den 30. September 1933 BrttuuHChwoigcrstrasso 2 Heute erlöste ein sanfter Tod meinen lieben Mann, unseren guten Schwager und Onkel, den Kaufmann im 77. Lebensjahre von seinem mit grosser Geduld ertragenen Leiden. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Minna Mosheim, geb. I Statt Jeder besonderen Anzeige. Freute früh entschlief sanft und ruhig, je ~ unser innigstgoliebtor, treusorpender Yator, Grossv&lcr, Bruder und Schwager, Herr tesiaein duraii im 66. Lebensjahre. Im Namen der trauernden 1 llctnrlcli <«»rnu und Fra« >Voruor 4iurau und Frau Paul und Lotto Jouas geb.' und 4 EnUolkimlcr. Wuppertal.Elberfeld, den 8. Oktober 19S Sadowastrasse 32. Beileidsbesuche dankend verbeten. J.ÜQferea kö rusnlcinorStr. Iff:: IfneUoseher Markt I KondStoroS u. BostcSSangssGSChS'/t für 'Porten, Bis, Baumkuchen. Wasser", liuiter- und y.iide.Jlareücs, Karlsbader Uebäcke für Diabetiker usw. Sänul, ficb.'ieke sind m und mit garant. reiner Naturbiitter gebacken. Fernspr. Ad .Merkur 7980,87 KoSeraer Oäalhefitiisgebraucht, v. prakf. Arzt zu kaufen gi> sucht. Angebote mit Preisangabe unter 'Ii. 187 an die «!. T. . ’/cItiuiff, Kapital dazu sucht Wiesbaden. t Je bil de. tel’crsiin lieh keil llndet nngoicehmes II o I m bei einzelner Dame in Villa, Kurviert. Zentralliz., (liess. Wasser. Daselbst abgeschloss, möbl. 3-Zimmor- Anfrag unt./. 174 bcf. die C.V.-Zoita., Berlin W 15. Oingnost. Laboratorium, Berlin tV8,Williolmstr.49 (Loiprlnor Sir.) 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