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Central-Verein-Zeitung · 1933-09-20 · 36 (20.9.1933) · p. [Seite]

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
12 (1933)
Issue
36 (20.9.1933)
Date
1933-09-20
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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koch als Mittelpunkt nationalsozialistischen Denkens ansehen. Im Mittelpunkt der deutschen Politik steht der Kamps gegen die Arbeitslosigkeit. Wenn man liest, was Mussolini in der „Agence Economique et Financiöre" schreibt, besteht über die Belanglosig. keit der Judenfrage kein Zweifel: „In Deutschland sehe man heute ein großes Land, das sich einen einheitlichen, autoritären und totalen Staat geschaffen habe, d. h. einen faschistischen Staat mit verschiedenen Betonungen, die der italienische Faschismus vermieden habe, die aber dadurch notwendig geworden seien, daß man in Deutschland in einem ganz anderen historischen Milieu handeln müsse." Die Iudenfrage ist also eine „Betonung", die Klangfarbe eines gleichartigen Tons, mehr nicht. Der Nationalsozialismus hat, für sich, die Iudenfrage gelöst. Er überläßt cs uns, sie für uns zu lösen. Und nun Hilst uns nur rücksichtslose Ehrlichkeit: die Hilssstellung, welche die Welt uns mit bestem Millen leisten will, erleichtert uns die Losung nicht. Denn die Welt geht fast immer mit falschen Voraussetzungen an die Iudenfrage heran. Der Nationalsozialismus will: Ausschluß der Juden von der Volksgemeinschaft. Das wird, da es dein Willen des Führers entspricht, rücksichtslos durch geführt werden. Die Zeit hört nicht auf sanfte melancholische Gebärden. In den ersten Monaten, in den ersten Tagen des Monats Mai, als wir unter den wehenden Fahnen der Arbeit den heißen, brennenden Schmerz der Ausgeschlossenen spürten, glaubten wir deutschen Inden, die wir seit vielen Jahren mit Herz und Händen für die Nation gekämpft haben, cs müsse ein Wunder geschehen, es müsse ein Weg g» sundcn werden,, der uns deutsche Juden in das große deutsche Geschehen einbezicht. Damals dachten nur: Einzelschicksale sind schwer, aber das Schicksal der Gemeinschaft deckt sie zu. Ob meine Vorfahren seit Jahrhunderten deutsch waren, ob unter meinen Großeltern und Eltern Männer waren, die für deutsches Volkstum kämpften, als kaum einer etwas davon wußte, ob ich aus Klinik und Arbeit gerissen wurde, und als Arzt der Nachkriegsgenerativn deutsche Menschen nicht behandeln darf, das alles erschien uns nicht wesentlich, weil wir sagten: Jede Revolution ist voller Härten; nur pochen nicht auf Leistungen, die — selbstverständlich — für die Heimat ge- . leistet wurden; aber in dieser Revolution muß sich der Freie, Stolze, Aufrechte bewähren. Heilte wissen wir. wie weh es tut, nachts durch die Felder zu lausen, der Nachr und dem lebendigen Atem des geliebten Bodens verfallen, und um den Schlaf gebracht zu sein, weil mau an Deutschland denkt. Wenn wir versuchen, aus Trauer und Bestürzung zu nüchterner Betrachtung der Zukunft zu finden, scheint sie uns trübe und dunkel. Es ist in Deutschland ein Geschlecht indischer Menschen herangewachsen, das aus den Skihütten und in der Freiheit der Berge zu Hause ist, und dessen ewige Herumt: Deutschland heißt. Das Judentum, das mit dem Fall der Ghettomauern dem deutschen Lebensraum zugesührt wurde, steht in Haltung uitb Selbstbewusstsein unerschütterlich zum deutschen Schicksal. Wenn wir, die deutschen Juden, heute die Lösung anseheu, die der Nationalsozialismus für die Iudenfrage gesunden hat, so könnerr wir sie natürlich nicht gutheißen — aber das sind Entscheidrurgen, die heute von Deutschland gefällt werden, rricht von uns. Die Entscheidung, die wir von uns fordern müssen, ist aber nicht rninder schwer und bedeutsam. Daß sie rem äußere Dinge betrifft. macht sie nicht weirigcr mühsam und quälend. Unter den beiden Richtungen, in die das Judentum überall zerfällt, wird die eine keinerlei Schrvicrigkeiten haben: daß wir für. materielle Verwicklungen, die sich ans der Uebersiedlung dieser weltanschaulich festgelegten Inder: nach Palästina ergeben, zwar Mitleid empfinden, aber daß wir keine Tragik darin sehen, wird uns bei dem Vorhandensein von drei Millionen deutschen Arbeitslosen niemand verübeln. Sie haben m ihr Land, in ihre innere Heimat gesunden. Wir wissen, das; unter der ersten tiefen Verbitterung, daß unter dem ersten Schmerz auch manche -von denen, die bisher glaubten, daß Deutschland ihre einzige Heimat sei, diesen -Weg gehen: wir zweifeln nicht, daß ihr Kampf voller Leid und voller Entsagung gewesen ist. Und wissen nur das eine um so sicherer: baß diese Entscheidung nie die unsere werden wird. Denn wo stehen wir? Wenn man versuchen will, die Zwiespältigkeit der Lage deutscher Juden und damit der Welt die Unmöglichkeit auszuzeigen, von draußen aus wirklicher Kenntnis zu den Entscheidungen Stellung zu nehmen, die wir fällen müssen. rt I I, I r| I i M H I I I 's/ 's/ s/ Von Stad Suite Nlsgnss Bei Nacht' und Regen bin ich über die Grenze gefahren, das Hotelzimmer war fremd und auch die ganze Welt war es, als a;n nächsten Morgen die Sonne schien. Hinter mir lag Deutschland, vor mir die Fremde,'in der ich mein unterbrochenes Studium fortführen wollte. Es galt, sich diese Fremde zu erobern, in ein klares und bestimmtes gefühlsmäßiges Verhältnis zu ihr zu kommen, da sie doch eben Fremde war und nicht die Heimat, der Nur zugehören. Ich stand ans schweizerischem Boden, in Basel wird deutsch gesprochen und ich meinte, man werde mich verstehen können. Deutschland lag hinter nur, mit schweren und ernsten Gedanken hatte ich es zurückgelassen. Cviu Umbruch hatte sich dort vollogen, dessen Rhythmus in aller Herzen chwang und den mitzusühlen mir versagt sein sollte. Born Hörensagen wusste ich ja, wie wenig das Ausland von dem Geschehenen begriffen hatte. Irgendwie schien es mir, als sei ich nicht nnr'hinansgegangen, um in Hörsälen unb Bibliotheken zu schon und eine Arbeit zu tun, sondern auch, mit mit meinen Worten zu erklären und verstehen zu machen. Das war eine Mission, ich wollte sie erfüllen. Ich ging zu den Kommilitonen, die ich ans der Universität kennenlernte, ich ging in die jüdischen Familien, und überall sprach ich von Deutschland. Ob ich Jude sei, fragte man mich, als ich meitte Erzählungen beendet hatte, und als ich bejahte, konnte man nur die Achseln ztrcken. Sie müssen Deutschland doch hassen, hieß es verständnislos, aber ich lächelte nur. Ich sah schon bald, cs war nicht so leicht, sich den anderen verständlich zu machen. In Deutschland wollte man nicht Nüssen, daß ich Deutscher war, und auch hier rvollte man mich nicht begreifen. Da war ich ans dem andern Lande gekommen, auf das man mit so fremden Augen sah. Man meinte zu wissen, aber es waren manchmal recht trübe Quellen, atts denen das Wissen floß. Alle legten sie die Jtldcnfrage in die Waagschale — auch die nichtjüdischen Kreise taten das — unb fällten danach ihre Entscheidung. Sie urteilten kalt und feindlich. Ich fühlte mich sehr allein, musste mein Leiden gegen Menschen verteidigen, die mir mit Warnte, Wohlwollen und aufrichtiger Hilfsbereitschaft entgegenkamen. Illusionen, sagten sie, ich wttsste nur zrt gut, ich war frei davon. Drei Jahre Werkstndententum daheim hatten mich fühlen lassen, was Kampf ist und was verpflichtet. Ich fuhr nicht in die Welt, um sie zrt erobern. Schritt für Schritt geht man seinen Weg. Deutschtnm und Judentum, es ist ein doppeltes und ein doppelt reiches Geschick. Biele Kommilitonen aus Deutschland traf ich dort drüben, unb viele junge Juden aus aller Herren Länder studierten m Basel, der Stadt, bei der drei Grenzen Zusammenstößen. Mit ihnen allen verbartd mich das Judentum. Des Mittags kam man in der Mensa zusammen, die die jüdische Gemeinde errichtet hatte. Abends waren oft gemeinsame Veranstaltungen, die von ziorttstischen Gruppen atrsgingen. Die Umgebung, Not und Beredsamkeit machten, daß mancher deutschjüdischer Sttrdent schwankend wurde. Heiß stritt man um deu Vorrang von jüdischem und deutschem Schicksal, aber mir schien das alles eilte Einheit. Wer die persönlichste Entscheidung gesunden hatte imb an ihr sesthielt, hatte keinen leichten Stand. Ost girtg ich mit nächsten Freunden rtach hartem Wortwechsel hinunter an den nächtlichen Rhein, der von drei Brücken überspannt und gebändigt wurde. Das Wasser rauschte mächtig und leise, schweigend standen wir an dem Strom, dem soviel Lieder gelten, und sahen, wie die Lichter der schlafenden Stadt sich im Wasser spieso gehört das immer wiederholte Bekennt-, nis zu Deutschland an die erste Stelle. Die, Stellung des deutschen Judentums ist — in ihren Problemen — der des AuslandSdeutschtums verwandt. Wenn seinerzeit in Polen deutsche Inden für Deutschland optiert haben und von Hatis und Hof herunter mußten, wenn überall in der Welt detttsche Minderheiten bdviuttcr leiden müssen: hier wie dort geht es darum, ob der mehr Heimatrecht in Deutschland hat, der durch Zufall hier hirteingeboren ist, oder ob der in tiefster Seele treu ist, „der die Heimat liebt rvie du". Denen, die wirklich deutsch sind, den deutschen Inden ebenso wie den deutschen Minderheiten in allen detrtschcrt Ländern, wird mart die Liebe znm deutschen Frühling, zum detttschen Himmel, zurrt dentschcrt Menschen, zu Deutschland rticht mit Entrechtung und Verboten anstreiben. Mit dieser Gewißheit ist die innere Stellung zum Deutschttrm für mich, aber mtr für mich allein, gelöst. Presse der Welt, wenn ihr erfahren wollt, wie Gervicht und Gesicht der DeuLschertsrage und der Iudenfrage sich in Wahrheit verhält, müßt ihr einen fragen, der das zitternde Gefühl im Herzen kennt, aus der Welt zu kommen und den Rhein wiederzusehen: nur er wird euch erklären können, wie es uns Jttden möglich ist, sich heute, trotz allem, zu Deutschland 511 bekennen. Es mag sein, daß man draußen, jenseits der Grenzen, über uns lacht. Daß man uns nicht versteht. Daß man nach Aeußerlichkeiten urteilt, die von Emigranten herausgetragert werden: wer, ohrte irtnerste Notwendigkeit, draußen ist, hat uns schon hier rticht verstanden. Aber auch manche, die gehen mußten, haben, soweit sie nicht in Palästina, sondern in anderen europäischen Ländern sind, die Entscheidung mit beengten: Blick, oft aus der Ueberwertuug der eigenen Person heraus gefällt. Denn wenn wir die Frage für uns beantworten wollen, lautet sie anders, geht über urts selber hirttveg in die Ferne. Ich will sie skizzieren: die deutsch-jüdische P 0 s i t i 0 u besteht für uns selbst, die Nachfahren Ai e n d e l s 0 h rt s , a l s innere Verpflichtung für unser ganzes Leben. Was uns aber in Wahrheit bedrängt, ist die Unermeßlichkett der komrrrenden Jahrzehnte. Unsere Kirtder werden gedemütigt aufwachsen. Wird jeder von uns die Kraft haben, die Not dieser noch ungeborenen Jugend mit der Flamme des unverlierbaren Bewußtseins unseres Deutschtums 'niederzubrennen: wird diese Flamme stark genug sein, oder sollen wir, für unsere Kinder, in andere ferne Länder gehen, wo sie als heitere, krajtvolle Menschen erzogert werden, bis wir sie einmal beiseite- 'nehmen und ihnen vom Rauschen der Bäume imb vom Morgenlicht der Gipfel und von dem Singen des Meeres erzählen, bis die Sehnsucht sie packt: Du bist Orplid, mein, Land ... Wer wird uns heute in der Welt der-, stehen, wenn wir in diesen schrveren Tagen darüber grübeln, rvie wir den Sinn unseres Deutschtums am besten erfüllen? Wir dürfen nach niemandem fragert: vielleicht rvird man uns, wenn wir hetrte aus Deutschland sortgehen, das Recht absprechen, jemals wiedcrzukonnnen. Vielleicht werden die Deutscheu selbst uns für fahnenflüchtig halten. Vielleicht rvird keilt Land der Welt uns hilfreich die Arme entgcgcnstrecken, wenn wir sagen: wir sind deutsche, keine jüdischen Ernigranten. Vielleicht werden 'unsere eigenen Glaubensgenossen draußen mit Fingern atts uns zeigen, wenn wir heute noch jenseits der Grenze erklären, daß wir Detttsche sind. Aber roir werden Detttsche bleiben und wir, verachten jeden, der heute vorn sicheren Hafen aus auf Deutschland schimpft: es ist so be° - schämend leicht, auf diese Weise seinem Herzen Lust zu machen. Wir haben keine Gemeinsamkeit mit Leuten, die plötzlich verkünden, die Deutschen seien Barbaren, nachdem sie sich viele Jahre hindurch hier wohlgesühlt haben. Wir glauben — und dieser Glaube wird ja heute von einem großen Teil der Deutschen nicht geteilt —, daß jahrhundertelange Bemühung, daß Dienen und Kämpfen den jüdischen Menschen so fest in der Heintat verwurzeln läßt wie den nichtjüdischen: was sich heute draußen so wild gebürdet, ist kein Abbild dieses deutschen Juden, tute wir ihn meinen. Auch wir sind erfüllt von Trauer und Schmerz: aber hassen könnten wir Deutschland nicht. Wir wissen mich heute nicht, in welches Land wir gehört sollet:. Ich habe in diesen Tagen mit meinen Freunden zusammeugesessen und wir haben darüber nachgedacht, ob nicht eine deutsche Kolonie sich bereitsände, uns auszunehmen. Wenn irgend jemand käme und sagte: „Dort ist eine Siedlung, in der es hart zu arbeiten gibt, in der Menschen sind, mit denen ihr von Deutschland reden könnt, geht hin und zeigt, ob ihr euch wahrhaft als Deutsche bewährt," ich glaube, es gäbe viele, die nicht zögern würden. Was immer wir auch in den kommenden Jahren tun,. wie immer wir handeln, die Rechtfertigung unseres Handelns liegt immer nur in uns selbst. Das ist eine primitive Weisheit. In ihr aber, und in n i ch t s anderem, Presse der Welt, ist das Schicksal des deutschen Judentums begründet. Von Dr. Max Samter« gelten. Oder wir stiegen auf eine der letchten Erhebungen im Süden, und das Auge suchte das sauste Profil von Kaiserstuhl und Schwarzwald an der: nördlichen Hügelketten jenseits der Grenze. Schrver und voll erwägender Bedeutung ging die Rede hm und her. jeder srtchte zu überzettgett und wuPe doch, daß der andere die Freiheit ferner Wahl längst schicksalhaft verloren hatte. Man konrtte arrch spüren, was es heißt, jenseits des eigenen Landes zt: fein. Atts der Universität war man nur Gast mtb Fremder. Man mußte zrtr Polizei, hatte um eine Aufenthaltserlaubnis nachzusuchen, der: Paß abzuliesern urtd ein hochnotpeinliches Verhör — bis zu deu etwaiger: Vorstrafen herab — zu Protokoll zu geben. Im Portemannaie lagen fremde Geldstücke, viel zu wenige, die Preise waren hoch, rrtancher: Abend ging mart hungrig schlafen. In der Mensa versah eine RechtsanwaltSgattin aus Berlin das Amt der Kellnerin, um eine Mahlzeit und Gottes-. lohn. Das erinnerte an alles, was uns drüben geschehen war. Es gab keinen Augenblick, in dem man vergesset: konnte. Hier war Ausland, Fremde, Unverständnis. mau haue eine Haltung zt: bewahren, die der Heimat stillschweigend zngerechnet wurde, wenn sie versagte. Man hatte den Anprall des Hasses gegen die ntrückznweisen, die unsere Art rticht lieber:. Auch dort drüben, in Deutschland, sollte nmn ja nun mit einem Male Fremder sein. Man befeindete in mir der: Inden, und das Ausland wollte dem Deutschen nicht, wohl. So war man zwischen Dort und Hier zerrissen. Und doch trnger: wir das alles stolz und gern, da unr ja Unverlierbares in unserem Besitze wußten. Irgendwie rrtußie doch auch dieses Leid eine Bestimmung haben, der sich keiner entziehen durste. Wir mußten geistig damit fertig werden, das Herz in der Hand' haltert unb neue Wege finden. Einmal sprach. mir ein kluger Marti:, ein angesehener Bürger der Gemeinde, von seinem Bekenntnis znm Zionismtts und dorrt Wahnwitz, das Indische mit Dentschbewnßtscin arrch heute noch vereinen zt: wollen. Als ich ein „Gerade heute!" aus den Lippen hatte, verglich er das mit dem nutzlosen Enthusiasmus jenes amerikanischen Matrosen — Heine erzählt von ihm — der für den General Jackson so überschwenglich begeistert war, daß er von der' Spitze eines Mastbaurnes ins Meer hinab-' sprang, indem er ausries: „Ich sterbe für den General Jackson!" Er schüttelte den Kopf, aber ich wußte doch, das; es nicht vergebens ist, zu handeln, rvie man muß, und sei es.noch so schmerzlich. Die Entfernung erklärt, lute sie bedrückt, und quält. Ich trug von Lasel mehr-heim als etwas Wissenschaft. Studententnm und Jugend, auch Judentum, das bedeutet: Weltosfenheit. Als ich nach Semesterschluß über die Grenze znrückfnhr, fand ich. das weite, drängende Lebensgcsnhl deutschen Inden- . ttnns in mir aufs neue bestätigt. In Frankfurt verließ ich den Zug, blieb dort zrvei Tage, und ging nach dem Judenviertel und — ins Goethe-Haus. Am Abend spielten sie auf dem Rörnerberg den „Götz", über den historischen' Boden ging die Geschichte eines Mannes, der Kämpfer war, um einer Treue willen, mib ich fand nicht Ursache, in dem brausenden Widerhall deS Schauspiels . die Stirn zu senken. p, *1 Don De. Reumeyse (München). Präsident des Landesverbandes bayeris cher Gemeinden. Wir leben in einer harten Zeit. Wir. müssen die Dinge sehen und nehmen wie ftc sind, nicht wie wir sie wünschen. Die Zeit ist von schicksalhafter, eleinentarer Gewalt. Sie wird nur äußerlich bervegt von den Menschen, die sich uns entgegcnstellen. Sie rollt nach innerer: Gesetzen ab, die rvir nicht kertiten und denen wir ehrfürchtig gegenüberstehen. Wie sollen rvir uns in dieser Zeit verhalten? Wir dürfen keineswegs untätig sein im Bewußtsein unserer Unzulänglichkeit. Wir müssen die innere Bereitschaft suchen, wirmüssen kämpfen mit unserem Gotte, das; wir in diesem Ringen von den Schlacken frei werden, die eine scheinbare äußere Blüte in den Jahrzehnte;: des Behagens unserem innersten Wesen zngefügt hat. Wir müssen die geistige und religiöse Stärke urtd Sicherheit erreichen, die uns befähigt, dein Schicksal 'standzuhalten.' Wir müssen die Fäden bereit halten, daß sie die Hand Gottes z::r rechten Zeit ergreifen kann. Und wir müssen deutcntsprechend handeln, in Einigkeit handeln. Wir müssen unter Verzicht aus alle nicht mtbcdingt notwendigen Einrichtungen unseren Gottesdienst aufrechterhalten und unsere Jugend bilden im Wissen, im. Können und im Wollen. Wir müssen ein hartes, ein heldenhaftes Geschlecht hcranziehen.. Denn nur eine stahlharte Jugend vermag in dieser Zeit zu leben und unser Geschlecht zu erhalten. ’

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