Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 12 (1933)
- Issue
- 35 (14.9.1933)
- Date
- 1933-09-14
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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1 / ' V'!^i I! i f r "Ül^u-i; Ems BeLrKllhkNug Vor ben gfelcttegen Von Prediger Dr. Karl Rofenkhal. Berlin In einer Zeit, in der die überwiegende Mehrheit des deutschen Volkes voll hossmingsfreudiger Sehn sucht den Wiederaufstieg unseres Vaterlandes erwartet, sehen wir, das; ein erheblicher Teil der jüdischen Deutschen sv nuitlos ist wie nie zuvor in den letzten hundert Jahren. Ist doch vieles uns genommen, was Nur für einen unveräußerlichen besitz zu halten uns gewohnt hatten. Nicht nur wirtschaftliche Geltung und berufliche Möglichkeiten, sondern auch vor allein das heilige Erbe unserer Väter: uns als Glieder des deutschen Volkes, als tätige Helfer und schöpferische Mitarbeiter am Werke der Kultur unseres Vaterlandes fühlen zu dürfen. Zu groß war die Enttäuschung, zu urierwartet wurden Existenzen vernichtet, Menschen aus ihrer Bahn geworfen. So wurden sie mutlos und^verloren jeden inneren Halt. Freilich, diejenigen, die ihr Gottvert rauen bewahrten, die in bösen wie in guten Tagen sich getragen wissen von der ewigen Vatergüte des Lenkers aller irdischen Geschicke sie erfuhren auch jetzt den Trost des Gotteswortes: „Ihr, die ihr dein Ewigen, eurem Gotte anhänget:, ihr alle seid heuteam Leben!" Sie haben eine Zuflucht und einen Halt auch in der Notzeit, die sie nun durchleben. in alle Winde verstreut-und Israel lebt doch, lebt als Träger einer g e i st i ° gen, religiösen, sittlichen Welt, während seine Ueberwinder längst vernichtet sind! Uns Heutigen bleibt in aller Not und Sorge ein heiliges Vertrauen. Wir wissen, daß auch nur unser Bleibendes haben, das uns nicht entrissen werden kann, ein Bleibendes, das uns täglich sichtbar wird. Der gestirnte Himmel über uns und' das moralische Gesetz in uns, die ewige Gott e 8 - n atur in ihrem Blühen und Vergehen, die uns wie alle Geschöpfe erfreut, der Gott der Geschichte, den wir erfahren haben als wirkende, waltende Macht, der Gott der Nt e n s ch l i d) f c 11, den wir in allem Guten erleben, das göttliche Neich des G e i st es, der K u n st, der Wiss e n s ch a s t, die ganze Wertfülle eines über das Materielle, über den Alltag hinansführenden geistigen Lebens, das Wissen um die große Sendung Israels als des Künders eines ewigen Reiches des Friedend, der Wahrheit und des Rechts, und nicht zuletzt das Gefühl einer heiligen, durch uichts je zu erschütternden tiefinneren Verbundenheit mit Heimat u n d Vaterland und mit dem Geiste wahrer deutscher Kultur-dies alles ist und bleibt uns unverlierbar als ein heiliger einiger Besitz. Viel hat man uns genommen, viel scheint für lange Zeit verloren. Aber hat der . liebenswerte Dichter nicht recht: „Du hast noch immer mehr, als man dir raubt, Behältst du nur, was du einst rein geglaubt." Sv dürfen wir stark bleiben im Wissen um unseren elvi gen Besitz. Ist die Gegenwart schwer und bitter — wir sind nur Uebergang, Brücke zu einem andern Ufer. Wir mögen leiden, aber andere werden nach nnS kommen, denen wir den Weg bereiten müssen durch unser Vertrauen und durch unser Starkbleiben. Um der kommenden Generation willen, deren Wegbereiter zu sein unsere eigentliche Ausgabe ist, dürfen wir nicht klein werden und unterliegen. Um der Kommenden willen glauben wir an die ewigen Werte der Wahrheit und der Menschlichkeit! "die jüdischen Frmiem! Die andern jedoch vermögen all das Erleben dieser Tage nicht mit dem Wirken einer gütigen Gottheit zu vereinbaren; sia sind nun aller Sicherheit und aller Hoffnung bar. Und hatten doch einst auch ihr Gottvertrancn in den guten Tagen von ehedem! Sie denken zurück an harmlos-glückliche Zeiten. Wie fühlten sie da in allem,' oft nur - dunkel und unbewußt, die gütige Vaterhand. Da waren sonnige Ferientage voll unbeschwerter Heiterkeit, frohes Erlebnis der elvi gen Gottesnatur in Wald und Gebirge, in duftender Heide oder an wogender See. Da waren frohe Feste im Kreise der Familie, glückliche Gemeinschaft mit gleichgestimmten Freunden in heiterer Geselligkeit. Ta waren, erhebend oder mahnend, die religiösen Feiertage — Inseln der Seligkeit und der Weihe in der Wüste des Alltags. Und dankbar fühlten sie sich emporgetragen über unser Irdisches und sprachen: „Gepriesen seist du, Ewiger, unser Gott, der uns diese Zeit hat erleben lassen!" Sv war ein schlichtes, fröhlich-dankbares Gottvertrauen in ihrer Seele, das auch trübe Stunden geduldig überwinden ließ. Aber nun sind die Tage unserer großen Not, ans der noch kein Ausweg sichtbar ward. Nun erfahren wir, daß „der Ewige ein verzehrendes Feuer ist", und nun erleben wir alle Oual des Z Weisels: Kann ein gütiger Gott uns so leiden lassen? Schwer lastet materielle Rot auf uns. und die Sorge um die nackte Existenz drückt viele nieder. Aber schwerer noch trifft manche der seelische Zusammenbruch: vernichtet scheint alles, woran er einst geglaubt, und leise erst, doch dann immer lauter tönt in ihm die Zweifelsfrage: „Kann das Gottes Wille sein?" Die schleichende Sorge macht die Menschen mutlos! Und doch: wir haben so oft von unserer „Anserwählthcit" gesprochen. Das aber hat nie bedeutet, daß wir zu i r d i s ch e m Wohlergehen berufen seien. Wir waren Auserwälsite des „eifernden Gottes, der Schuld ahndet bis ins dritte und vierte Geschlecht". An Israel — so lehrten es all unsere Propheten — sollte sein Wirken offenbar werden. Und indem es seine Erwählung ans sich nahm, ward seine Geschichte die Geschichte v v in Leid: Prüfungen aller Art, Hunger und Krieg, Verfolgung und Austreibung, Haß. Bedrückung und Schmach. Israel erfuhr in zweitausendjähriger Geschichte, daß an Gott glauben und ihm dienen oft leiden heißt. Und nicht Israel allein. Von Hiob, dem Dulder, bis zum „Narren in Ehristo Emanuel Onint" haben alle Gottsucher tief, tief leiden müssen. Wie jede echte Liebe hat auch die Liebe zu Gott ihre Süße — und ihre Bitterkeit! So bedeutet Gvttgläubigkeit nicht Hoffnung aus ein materielles Glück. Aus Gott vertrauen auch in schweren Tagen — so erfahren wir es nun in der Bitterkeit dieser Not — heißt: Gewißheit in uns tragen vom endlichen Sieg des Guten, heißt Hofs - u n n g behalten ans die kommende Zeit, heißt innere Festigkeit bewahren, die auch das Schwerste überwinden läßt, heißt endlich: Glauben haben an ein Ewiges, Bleibendes. das unvergänglich ist in allem irdischen Wandel. Als 'der Tempel in Jerusalem in Asche gesunken war, tröstete der Prophet sein Volk mit dem. stolzen Wort: „Gras verdorrt, die Blume welkt, aber das Wort unseres Gottes besteht in Ewigkeit!" So erfahren auch wir nun in dem Zusammenbruch unseres staatsbürgerlichen Lebens die Gültigkeit e w i g e r W e r t e, die niemals zerstört werden können. Aeußere Macht ist vergänglich — das hat Israel in leidvoller Geschichte an seinen Drängern erfahren — und mit ihr alles Böse, das von ihr ausgeht: „Siehe, Völker sind wie ein Tropfen am Eimer/ Auch Israels eigene Macht sank in Trümmer: sein Reich zerbrochen, das Heiligtum verwüstet, die .Städte zerstört, das Kolk ln dieser Schicksalszelt Ist die äussere und innere Haltung jeder jüdischen Frau bedeutsamer denn je. Sie verlangt erhöhtes Verantwortungsbewusstsein und Besinnung auf echtes jüdisches Wesen. Sie fordert Einfachheit der Formen, Abstimmung aller Töne auf die Stimmung der Zeit, ein Auftreten, das der Würde des Judentums entspricht. Alles, was hinamdrängi aus wahrer Schlichtheit, schädigt den einzelnen und die Allgemeinheit, macht verächtlich und unbeliebt, stösst ab und fördert feindliche Einstellung, gibt Anlass zu Ausschluss und Sonderstellung einzelner wie der Gemeinschaft! Darum wahre die Jüdin in dieser Zeit Schlichtheit und Zurückhaltung. Jüdischer Frauenbund ZisMesn, die mmm whsem mmss Krimmqtsfatistisches Im Deutschen Neich gibt es etwa seit dem Weltkrieg keine nach Konfessionen gegliederten Kriminalstatistiken mehr. Die frühere Kriminalstatistik wies für Vergehen wirtschaftlicher und gewerblicher Art verhältnismäßig viele jüdische Täter aus. So wurden 1016 wegen Betruges 247 Inden verurteilt gegenüber 13 066 Andersgläubigen, wegen Untreue 11 gegenüber 472 und wegen Konknrsdelikten hatten sich 23 jüdische Täter zu verantworten, während nnr 117 Andersgläubige sich gegen Konknrsbestimmungen vergangen hatten. Das hatte seine Ursachen einmal in dem starken Anteil der jüdischen Erwerbstätigen an manchen Zweigen des Wirtschaftslebens. Zum anderen zeigte sich die Ucberalterung, die mit zu dieser erhöhten Erwerbstätigkeit geführt hat, hier in der größeren Zahl der Strasmündigen. Weitere Momente, die nicht übersehen werden dürfen, wenn man den Anteil der Juden an solchen Vergehen wirtschaftlicher rurd gewerblicher Art betrachtet, waren das Ueberwiegen der Selbständigen über die Angestellten'und die starke Znsammeudrängung der Juden in den Großstädten. Dennoch war die Zahl der jüdischen Täter bei den schwersten imb häufigsten Delikten durchweg ''gering, zumeist auch verhältnismäßig niedriger als' bei der andersgläubigen Bevölkerung und blieb damit unter dem Anteil der Inden von 0,0 vom Hundert an der Gesamtbevölkerung zurück. Dies zeigen folgende Zahlen ans der letzten amtlichen konfessionellen Kriminalstatistik Deutschlands von 1916: Verbrechen und Vergehen Falsche Anschuldigung . . . Notzucht. Unzucht m. Kindern . Widernatürliche Unzucht . . . Perbreitg. unzitcht. Schriften . Verbr. u. Berg. geg. d. Leben Abtreibung . ...... Fahrlässige Tbtuug . . . . . Leichte Körperverletzung . . . Äefährl. u. fahrl. Körpervcrl. Vergiftung. Pcrbr. u. Berg, gegen d. per. sönliche Freiheit . » . . Diebstahl >...«»». Unterschlagung Begünstigung «»,,,»» Hehlerei ..■>*••••• Sachbeschädigung Brandstiftung auf 100 jüdische Nicht- Täter jüdische Jüdische kamen Täter Täter jüdische 1 0,39 18 0,74 0,03 704 7 0,81 345 1 204 6 0,49 014 7 102 51. 0,70 27 822 123 0,43 2 030 18 0,88 8 705 21 0,55 108 050 305 0,27 IG .107 117 0,72 757 :r 0,39 12 157 97 0,79 i) 337 13 0,13 090 2 0,28 Diese Tabelle enthält keinen Fall von Mord, Totschlag, Kindesaussetzung, Tötung auf Verlangen usw. bei den deutschen Juden. In der Zeit zuvor, I960 bis 1910, haben vier Juden Delikte dieser Art begangen gegenüber einer Gesamtzahl von 2174 derartigen Fällen. Ganz allgemein war die Kriminalität der Juden, gerade was die schwersten Delikte angeht, wesentlich schwächer als die der Nichtjuden. Die Nichtjudcn waren stärker beteiligt an folgenden Straftaten um Mal Widerstand gegen die Slaatogewalt » 3,03 Raub und räuberische Erpressung . . 5,05 Diebstahl ........... 2,84 .Hauosriedeusbruch ........ 2,00 Snchbesäiüdiguna .. 4,50 Töiungodelikte (auoschl. fahrl. Tötung) 4,53 Brandstiftung u. Eisenbahngcfährdung 2,07 Körpcrverl. (ch mit tödl. Ausgang) . . 2,55 Abtreibung .......... 1,1ö Feststellenswert wäre, wieviel reichsausländische Juden damals unter den jüdischen Verbrechern waren. Besonders interessant lväre hierbei auch, ob der Anteil der nicht verwurzelten und kriminell darum stärker gefährdeten Zuwanderer an den mitgeteilten Zahlen die Quote der Ausländer innerhalb der jüdischen Bevölkerung Deutschlands überstieg. Hierüber ist jedoch keinerlei Material bekannt. Fast 8t Jahre alt, ist Theodor Fritsch am 8. September gestorben. Seine letzten Lebeusluonate waren von dein Sieg seiner Arbeit besonnt. Denn ohne die Publizistische Tätigkeit, die Theodor Fritsch fast zwei Menschenalier hindurch entfaltet hat, ist die Ausnahmebereitschaft weiter deutscher Volkskreise für antisemitisch-völkische Gedankengänge nicht verständlich. Sein „Hammer" ist die an ununterbrochenem Erscheinen wohl älteste antisemitische Zeitschrift Deutschlands. Sein „Handbuch der Iudenfrage", in 120 000 Exemplaren verbreitet, als Quelle überaus oft ^verwendetes, wenn auch als solche nicht immer bezcichnetes Nachschlagebuch jedes Publizisten und eines jeden Redners, der die Grundtatsachen des Antisemitismus verwenden will. Nach Dutzenden zählen die Flugschriften, die aus „Hammers-Aufsätzen erwuchsen und die er unter den mannigfachsten Pseudonymen herausgebracht hat. Nach Dutzenden freilich zählen auch die Konflikte, in die er, der fanatische politische Kämpe, mit dem geltenden Strafrecht geriet. Auf den sachlichen Inhalt und die inhaltliche Richtigkeit alles dessen einzugehen, was er der Qeffentlichkeit übergeben hat, dürfte sich erübrigen. Die Zeit war mit dem Manne, dessen Bedeutung für die nationale Erhebung die N. S. D. A. P. durch offizielle Teilnahme an seiner Beisetzung anerkennt, <är V j| Wi* W V j Nach mehr als Jahresfrist trafen sia) in der zweiten Septemberwoche in Gens erneut Juden aus verschiedenen europäischen und außereuropäischen Ländern — ein Vorgang, der wirkungsvoll aber unzutreffend als jüdischer Weltkongreß vielfach bezeichnet worden ist; ein Weltkongreß ist das Ziel der Menschen, die einige Tage lang, über Resolutionen berieten und sie dann in irgend einer Fassung auch annahmen, Resolutionen, die die deutschen Inden und die Juden überall in der Welt betreffen und Mit dem Ansprnch verfaßt wurden, daß sie das jüdische Schicksal zu gestalten in der Lage wären. Wie wir zu internationalen jüdische^ Beschlüssen, die das Schicksal der deutschen Juden betreffen, stehen, haben mir mit aller Deutlichkeit in unseren Bemerkungen zu dem Prager Zionistenkougrcß ausgesührt. Unsere Stellungnahme den Genfer Entschließungen gegenüber muß noch schärfer fein; denn in Prag handelte es sich um Vertreter einer Organisation, die Erfahrung unb Verantwortung zu zeigen und von ihren Mitgliedern auch zu verlangen in der Lage ist, Tie Zusammensetzung der Genfer Konserenzteiinehmer aber uiar auch diesmal eine zufällige und einseitige. Soweit Einzelheiten über sie bekanntgeworden sind, ist es zwischen den Konferenzteilnehmern schon vor Annahme der Entschließungen zu Meinungsverschiedenheiten schwerwiegender Art gekommen. Wir dürfen zitieren, was wir vor Jahresfrist in diesen Blättern schrieben, als es galt, zur ersten internationalen Zusammenkunft mit dem Ziele eines jüdischen Weltkongresses Stellung zu nehmen: „Die Juden in den einzelnen Ländern, insbesondere vor allein die deutschen Juden in ihrer überwältigenden Mehrzahl, sind in ihrer Grundeinstellung zum Problem ihrer Zugehörigkeit zum deutschen Volke in keiner Weise durch Tatsachen der Genfer Zusammenkunft beeindruckt oder beeinflußt worden." Die ercignisschwcre Zeit seitdem hat die innere Wahrhaftigkeit dieser Stellungnahme erweisen können. Seelische wirtschaftliche Judennot, gleichwo in der Welt, kann und soll Gegenstand der Hilfe von Juden überall in der Welt sein. Gleiches vollzieht sich bei allen Religionen unter den gleichen Voraussetzungen. Die Wiedererlangung von Judenrechten in einem Lande dagegen kann von außen her nicht ansgezwnngen werden, weil ein erzwungenes Recht letzten Endes immer als minderes Recht gewertet werden muß. Wir aber fühlen, daß mir einen inneren Anspruch auf Gleichberechtigung haben, der sich aus dcnr Sichtbaren und dem Unsichtbaren unseres Daseins innerhalb der deutschen Grenzen erweist. Der Neichsansschnß der jüdischen Jugendverbände E. B. teilt mit: Die jüdischen Jngendverbände und Jugendgruppen haben entsprechend der bekannten Anordnung der Jugendführung des Deutschen Reichs zum 15. Juki 1033 ordnungsgemäß ihre Anmeldungen vollzogen. Im Organ des Reichs- . jugendführers („Das junge Deutschland" vom August 1033) wird hierüber innerhalb eines Aufsatzes über die Anmeldungen der gesamten deutschen Jugendverbände folgendes mirgeteilt: „Ten jüdischen Jugendverbänden muß nachgesagt werden, daß sie sich einer besonders genauen und sauberen Meldung befleißigt haben. Alan geht wohl nicht fehl in der Annahme, wenn man dieses Bemühen darauf zurückführt, aus jeden Fall eine Unterlassungssünde auszuschalten, die vielleicht einen Ausfall hätte zur Folge haben können. Noch weisen die jüdischen Jngendverbände mit ihren verschiedenen 'Richtungen eine äußerste Zersplitterung aus, aber in allernächster Zeit schon soll auch hier eine alle Verbände umfassende Dachorganisation geschaffen werden." Aus dieser Mitteilung geht hervor, daß die angemeldeten Bünde ihre Arbeit ungestört weiterführen können. Aon interessierter Seite ist in einzelnen Bezirken verbreitet worden, daß nur Jugendgruppen einer bestimmten Organisation bzw. dieser Organisation angeschlossene Gruppen, ihre Arbeit fortführen dürfen. Diese Darstellung ist unrichtig und entbehrt jeder tatsächlichen Begründung. Vereinigung Zur Vorbereitung eines Volksentscheids über die Lösung der Zudensrage aufgelöst Die Parteilose Vereinigung zur Vorbereitung eines verfassungsmäßigen völkischen Volksentscheids über die Lösung der Judensrage hat sich aufgelöst. Der Entschluß wird damit begründet, daß der gedachte Volksentscheid nunmehr unnötig sei, da die Regierung das, was möglich ist, ihrerseits selbständig zu veranlassen in der Lage sei.