Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 12 (1933)
- Issue
- 33 (17.8.1933)
- Date
- 1933-08-17
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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frhti fcTtifttocrftanblidf) in bet neuen jüdischen Schule jedeö geistige Gut, besonders auf dem jüdischen, auf dem deutsch-kulturellen. auf dem sprachlicher: und auf den: naturwissen, schastlichen Gebiete, zu seinem dollen Rechte kommen müssen. Wer die Arbeit der deutschen Volksschule auch nur ein wenig kennen gelernt Vjnt, weift, wie wertvolle Pädagogische Kräfte in ihr wirksam geworden sind. Auch die neue jüdische Schule muß in Lehrplan und Form von dieser Arbeit Profitieren. Natürlich muß auch der Sprachunterricht als Bestandteil der jüdischen Volksschule seinen Platz finden. Das Viel der gesamten: Schularbeit muft darin bestehen, die jüdische Jugend zu geistig gebildeten und geweckten, sprachlich geschulten Menschen zu erziehen. die in ihrem Beruf ihr Lebensziel sel-eu. ohne dabei in ödes Spezialistentum'zu verfallen. Sie sollen ihr Leben als gerncinschaslsbewußte tätige Juden und zugleich als Mitglieder des deutschen Volkes zn gestalteu lernen. Der Lehrplan der neuen jüdischen Schule rrird anher den allgemeinen Fächern wie Deutsch, Rechnen. Sprachunterricht usw. besonderen Wert auf die jüdische Durchbildung der jungen Menschen legen. Eine ausreichende Ruzobl von stunden wird die Jugend mtt den religiösen und geistigen Werten des Judentums, mit seinen: Schristtnn:, das ans den Quellen erarbeitet werden muß, und der jüdi-' sehen Geschichte vertrant machen. Ter ge. samte Unterricht, insbesondere auch die jüdische Geschichte und das hebräische muß nach nlodernei: arbeitsunterrichtlichen Grundsätzen vermittelt werden.. Ter Schüler muß dnrch die hebräische Sprache zum Verständnis des jüdischen Schrifttums von: Altertmn bis zur neuesten Zeit gebracht werden. Die jüdische Geschichte wird mit der allgemeinen Geschichte in chsammenhang gebracht und an ihr das Schicksal des Judentums und seine geschichtliche Entwicklung, insbesondere auch in Deutschland, anfgezeigt werden. Der junge Jude muß wmder dazu erzogen werden, sich "ls geschichtsbewußter jüdischer Mensch zu suhlen. Gerade h:cr bietet sich für den Pädm ifi rl Wir danke:: allen, die uns jetzt auch in finanzieller Beziehung nicht im Stich lassen. Eine Anzahl unserer Freunde ist jedoch mit der Beitragszahlung noch im Rückstand. Sie mögen daran denken, dass Mahnbriefe u n - produktive Ausgaben sind. Erspart den: C. Y. diese unnötigen Spesen, zahlt rückständige Beiträge 1 Der Beitrag für das III. Quartal 1933 ist fällig! Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens E. V. Landesverband Gross-Berlin Pofilaclieckkoiito: Bcrliii 115501. ugogen auch die beste Gelegenheit, zum Verständnis des Ncbenmenschen zu erziehen, und so ein gutes Verhältnis zu Um- und Mitwelt anznbahnen. Nicht nur der Deutschunterricht, sondern das gesamte Leben der deutsch-jüdischen Schule wird von deutscher Kultur durchflutet und befruchtet sein, hier wird versucht werden, zu einer wirklichen Synthese zwischen jüdischem Geist und Menschentum und deutscher Kultur ans dem Wege der Erziehung zu gelangen. Vergleiche und Querverbindungen werden die jüdische Jugend zn S e l b st a ch t u wg als Inden und dadurch z:m: Verständnis sür andere erziehen. Der Unterricht in den Sprachen, soweit möglich, wird aus ein tieferes Verständnis des fremden Volkstums, besonders aber auf eine weitgehende Beherrschung der Sprache gerichtet sein. Ganz besondere Sorgfalt wird der sportlichen Ertüchtigung der jüdischen Jugend gewidmet werden müssen, da ans diesem Gebiete noch eine ganze Menge uachzuholen ist. Der Grundsatz: „Ein gesunder Geist in einem gestählten Körper" wird die Arbeit bestimmen. Die individuelle Spitzenleistung und Rekordsticht wird verniinftiger Breitenarbeit Platz machen. Es ist durchaus wünschenswert, daß auch in der neuen jüdischen Schule die „tägliche Turnstunde" sich ihren Platz erobert. Daß, wie schon angedeutet, in den oberen Klassen die berufliche Vorbereitung in den Vordergrund treten imift, wird sich in einer vertieften berusskundlichen Arbeit auswirken. Neben die theoretische Unterweisung muß eine ausreichende Anzahl Stnnden für die allgemeine praktische Ausbildung, . insbesondere die Aertrautmachnng der Jugend mit den verschiedensten Werkzeugen, Bcarbeitungsmethodeu und Nohstofscn treten; bei Schülerinnen hanswirtschastliche Ausbildung, auch darf eine Beschäftigung mit den Erfordernissen anderer Berusszwcigc geiverblicher und kaufmännischer Art nicht fehlen, überall müssen natürliche Neigungen zum einen oder anderen Zweig gefördert werden. Ties wird am besten in einzelnen Gruppen etwa im Nahmen einer elastischen Oberstufe zu organisieren sein. Dies zum formalen Lehrplan. Das ganze Leben einer solchen Schule, die ja in ihrer Art etwas Neues darstellt, soll von tiefem Derantwortnngsbewnßtscin gegenüber der jüdischen Gemeinschaft getragen werden. Ein in: besten Sinne jüdischer Geist wird die Schule beleben und zusammen mit dem Erlebnis der deutschen Kultur dem jungen jüdischen Menschen den inneren halt geben, den er später in: Berns und im Verkehr mit Juden und Nichtjuden braucht. Die Lehrer, die in einer solchen Schule Erziehungsarbeit leisten, müssen vor: diesem Geiste getragen sein. Ein respektvolles und zugleich freundschaftliches Verhältnis von Schüler und Lehrer wird dazu bcitrager:, daß diese Gcistcshaltnng zrr jeder Zeit im Unterricht und in der Pause, beim Sport und auf der Wanderung aus der: Schüler übertragen wird. Deshalb wird die sachliche und pädagogische Ausbildung eines modernen jüdischen Lehrerstandes eine der vornehmsten Aufgaben des Erziehnr:gsansschrrsses sein müssen. Die jüdische Elternschaft soll das Gefühl haben, daß ihre Kinder in der neuen jüdischen Schule gut aufgehoben sind. Zn diesem Zwecke wird ein enger Kontakt zwischen Elternschaft und Lehrerschaft gesucht und gesunden werden müssen. Die Neugründnng jüdischer Schulen wird in erster Linie Aufgabe der jüdischen Gemeinden scim Hierbei darf nicht vergessen werden, daß die große:: finanziellen Lasten, die unsere Gemeinden zn tragen haben, und die durch die wirtschaftlichen Nöte der deutschen Indem noch gestiegen sind, es den Gerneinden nicht ermöglichen werden, den gesamter: Ansbar: selbst zn tragen. Hier muß die jüdische Elternschaft helfend eingreisen. Ucberall da, wo größere Mengen jüdischer Kinder in den Gemeinden vorhanden sind, müssen Elternvereine ir:s Leber: gerufen werden. die den Genwinden helfend zur Seite stehen rnrd sie materiell und organisatorisch entlasten. Auch wird man nicht umhin können. Lin künstliches Gcbih ist zwar eil, fl u t c t aber kein vollkommener Ersatz für die felilcnben Zähne. Cs sollte sich also niemand mit dem «Nedanlen trösten, dass ein Verlust seiner Zähne durch die Möfllichleit deo Ersatzes nicht mehr so schwer zu nehmen märe. Eine stete Fürsorge für die stark in Anspruch flcnommenen Zähne ist jedenfalls besser. Jeder, der seine Zähne mit der vorzüglichen Lhlorodont- Zahnpaste pflegt, erfreut sich bis ins hohe Alter seiner l'rDöitcn meiste» und gesunden Zähne. Der Sicherheit Haider läßt er einbic» zweimal jährlich nachschanen, was an den Zähnen nicht in Ordnung ist. Die eigenen gähn« sind das schon wert. st. J Ul Chofar/t: Dr. med. H. LINDER. Modernes Hau« ersten Rangoa für m yyio m©□■trAKia -w ß r c--ma LUCT- und 2SWMIWRM. E3UKSE UN-, RGttOCWALESSEMZ W Im Tannenwald, grosso AI pc n rund sicht. Verlangen Sie bitte Bildorpronpekt. Direktion: E. HALLER | Konradshöhc b. Bcrlln-Teßel Kurhaus stonradsllöhc. 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