Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 12 (1933)
- Issue
- 33 (17.8.1933)
- Date
- 1933-08-17
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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H ctn gewisse?, btelleichk nach wirtschaftlichen GesichtZPunkteu gestasfelteZ Schulgeld zu erheben. Es ist selbstverständlich, daß jedes ftidische Kind unabhängig von der finanziellen Frage das Recht haben muß, die jüdische Schule zu besuchen. Es werden also eine große Anzahl Freistellen bzw. ermäßigte Stellen eingesetzt werden müssen. Auch hierbei spielen die Elternvereine eine bedeutende Nolle. Es ist ihre Aufgabe, den Gemeinden für diese speziellen Zwecke, die ja ihren Kindern zugute kommen, Gelder zuzuleiten. Darüber hinaus werden sie das Interesse der deutschen Juden für alle Fragen der jüdischen Jugend wachhalten müssen. Der Neubau der jüdischen Schule ist nur von einer zentralen Stelle ans in Angriff zu nehmen. Der Erzichinigsausschuß der Reichsvertretnng wird sich also nicht nur mit der Organisation der Schulen, der Ausstellung von Lehrplänen usw., sondern auch mit der Organisation der jüdischen Elternschaft zu befassen haben. Die schon bestehenden Schulen sind in engen Kontakt zu den Nengründungen zu bringen; ohne eine Neuorientierung aller beteiligten pädagogischen Kreise würde das Werk Stückwerk bleiben. Auch die jüdische Lehrerschaft muß in ihren Organisationen zu dieser Arbeit herangezogen werden. Gerade hier haben sich in den letzten Jahren viele Kräfte geregt, die zum Wöhle des jüdischen Kindes wirken und noch viel stärker wirken mcröcn, wenn man sie in stärkerem Maße heranzieht als bisher. Die neue jüdische Schule ist erst im Entstehen. Sie darf nicht eine Angelegenheit der Führer bleiben. Sie muß Herzenssache der ge< samten deutsch-jüdischen Gemeinschaft werden. Eltern und Lehrerschaft ohne Unterschied der Richtung müssen Zusammenwirken, um die Fragen der jüdischen Jugcndbildung zu einer glücklichen Lösung zu bringen. Es geht um die geistige und wirtschaftliche Zukunft der deutsch-jüdischen Jugend. Wer da znrücksteht ans falsch verstandenen Parteiauschauungen. schädigt sich selbst, d. h. seine Nachkommenschaft. Deshalb, wenn der Rist nach der Mitarbeit an der neuen jüdischen Schule ertönt, möge jeder um die Zukunft seines Kindes besorgte Vater, jede jüdische Mutter in die Reihe treten. Die deutsch-jüdische Schule ist ein Garant der-Zukunft! Heico. Mn ti ' /? y-! n.o Der Untcrauöschust dcS bei der Ncichövcrtretmig nclnldctcrr ErZicl-uttgeimrKchusicö, der die Aufgabe da!, die Nengriinduiig jüdiscder Schulen in die Wege ,U> leben, ist fünlitf) znsaninieugctreten. Ter Aiitzscbus; dal olle 'J.iüHiluWcitm der Neugründung tnm jüdischen Balleschulen eiugebeiib dlircbgespcochcn. In (Gemeinden, die genügend Kinder sür eigene jüdische Bvlleschulen haben, full auf die Errichtung jüdischer Bollöschulen, da aber, wo bereits solche bestehen, nötigenfalls auf die weitere Ausgestaltung dieser Volksschulen hingenürlt werden. Bei der Ausgestaltung dieser Volksschulen fall neben der allgemeinen und der jüdischen Bildung möglichst weitgehend auch Berufslundc im Sinne der Vorbereitung einer bcrnslichcn Umschichtung getrieben werden. Es ist beschlossen worden, schnellstens an alle Gemeinden, in denen die Neuerrichtnng oder dre Erweiterung ihrer jüdischen Vvlksschnlcn nach der Zabl der Kinder in Betracht lammt, mit konkreten Vorschlägen hcranzutrctcn. Gegenstand eingehender Beratungen war auch die Frage zentraler Schulen, etwa in Jnternatsfvrm, für die Kinder der kleineren Gemeinden in den einzelnen Ländern und Provinzen, .sbicr soll zunächst einmal eine genaue Ausarbeitung über ein derartiges Projekt, besonders auch hinsichtlich der finanziellen Gestaltung, vorgclegt werden. Mustksr'ernrdc: r „ r, _ . Die schon feit' mehreren Jahren bestehende Jüdische Orchestervcreinigung e. B. hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle ausübenden jüdischen. Musikliebhaber unbeschadet ihrer Zugchörigtcit ,zu anderen musikalischen Bereinigungen in ihren Reihen zu sammeln. Die Vereinigung, die in den Jahren ihres Bestehens bereits Wertvolles leisten konnte, tritt heute von neuem an alle jüdischen Musizierfreudigen, die das Bedürfnis haben, in einem Orchester mitzuwirken, heran und ruft sie auf, sich ihr anzuschließen. Gute Streicher und Bläser, die an der Pflege seriöser, klassischer, moderner und insbesondere jüdischer Musik Interesse haben, mögen ihre Meldüngen richten an die Geschäftsstelle: Büro des Rechtsanwalts Philipsborn, Berlin W 62, Courbierestraße 17. Gleichzeitig rufen wir zur Gründung einer großen jüdischen E h o r v c r e i n i g u n g auf. Unter Leitung des Ehordirigenten der Berliner Jüdischen Gemeinde, Leo Kopf, soll ein Chor gegründet werden, der alle an der Pflege der Chormnsik interessierten sangeskundigen jüdischen Menschen zusammenfassen soll. Der Chor wird seine Ausführungen zusammen mit der Jüdischen Orchcstervercinigung veranstalten. Er wird auch von dem soeben gegründeten Kulturbund deutscher Juden gefördert werden. Es ist geplant, den Chor dem Kulturbund für die Aufführung großer Chorwerke zur Verfügung zu stellen. Meldungen stimmbegaüter musikalischer Damen und Herren werden an Herrn Leo Kopf, Berlin ZV 15, Bkeibtrenstraße 33, erbeten. Die Proben werden voraussichtlich im September d. I. beginnen. <b» i ck/ OK ‘w/ Ü Gehörlose organisiert euch! Nachdem ans Anordnung der Neichssachschastsleitcr für die deutschen Gehörlosen alle gehörlosen jüdischen Mitglieder aus den Vereinen ausgeschlossen sind, fordert der seit 37 Jahren iu Berlin bestehende Verein zur Förderung der Interessen der israelitischen Taubstummen in Deutschland e. V., der Mit. glieder aus allen Teilen Deutschlands aufnimmt, die Gehörlosen und hochgradig Schwerhörigen jüdischen Glaubensbekenntnisses auf, sich ihm anzuschliesteu. Nähere Auskünfte und Anmeldungen beim Borsitzenden Erwin Kaiser, Berlin X0 55, Trunselweg 1. Büro- und Sprechstunde jeden Dienstag abend 348 Uhr im Israelitischen Gemeindehaus, Noseustraße 2—4. __ öijßue 1. Tüchtiges Allcnunädcheu sür nichtrituellen Haushalt gesucht. 2. Eugrosfirma in Köln stellt fortbildungsschnlfreien Lehrling ein. 3. Schuhmachergeselle nach Honnef (Rhein) gesucht. 4. Metzgergeselle (Rinder und Schweine) nach Duisburg gesucht. Alle Angebote sind an den Jüdischen Arbeitsn-ich. weis Köln, Nnbensstraße 33, zu richten. Verlag: Lentralvcrciii deutscher Staotolnlrgcr jäiMfifjcn Glaubens c. B-, Berlin W15, Einser Ltrage 42, Tel.-Adr.: .„Cenlralglanbcn Berlin." Fernsprecher: .1 2 Oliva 0r>51—57. Postscheck: Berlin 20472. HauptschrstNeiler: I. V. Dr. Alfred H i r s ch b e r g. VerantwoNlich: Dr. M a r g a - rcte C d e l h e i m. Beide Berlin V.' 15 — Anvcrlanate Atanustriptc werden nur zurückgcsandt, wenn Breiumschlag beiliegt. — Berautmortlich fiir bon Anzeigenteil: Fried» r i ch N a t I) a n , Berlin-Halemec. — Druck der Rudolf Masse Stiftung ©. nt. b. £>., Berlin SW 100. Anzeigenannahme: Berlin W 15, Einser Str. 42« Eise Jacob Ferdinand Rubel Verlobte L Rockenhauson Pfalz 20. August 1933 5teinbach . Donnorsberg r Statt Karten ( Liesl Thormann Gica Rosenthai-Rodin ( Verlobte 1 EViUnchen fi Kobellstr. 10/0 -, Bukarest Str. Carol 49 J\ Statt besonderer Anzeige! Moin goliobfer Mann, moin treuer Lobonskamorad, mein gütiger, liebevoller Vater, der Rechtsanwait und f^otar ©r. Martin Jaraezewer verschied heute nach kurzem, schweren Leiden. Erna Jaraczewer geb. Stein Hilde Jaraczewer. Dortmund, den 12. August 1933. Vou der Reise zurück! Dr*. L OsfwaSd Facharzt für Haut-, Haruieiden «. Kosmetik Berlin W. 50, Fnssauor Strasse 1 ß. 4, Bavaria 7888 in r^K'rv'? sucht Stellrrrra beibcsctieidcnen Ansprüchen. Offert, unt. 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Universität,s - Klinik Berlin, Ziegclstrassc (Direktoren: früher U'ph. Rat | Bier, jetzt Geh. Rat. Sanerbruch) habe mich als Facharzt für Chirurgie | niedergelassen. Dr. Hans Mannheim Sprechstunde- W. 17, Kurfürstendamm 215 j (U.-Baiinhof Uhlandstrasse), 81/-- 10. 4‘/?- n Sonnabend nachmittag keine Sprechstunde. 4 Fcrnsjir.: Bism. J 1. 3093. ueiener w. tollnclimcn an gut gef. gepflegt, Hcushölt Sn Wiesbaden e. ült., geb., isr., fre'denk. Herr zw. Kosten, teiluntr. Offorten unter tt. IGl befördert die „C. v.-ztg".“. Berlin W.I5, Emser Sir. 42. DO ■'p ra Li o Hy di 1 Tretet ein in den nr mu ^3 p (behördlich genehmigte Organisation zur Pflege des geistigen Lebens innerhalb des Judentums) 13 j! j V;’ I .■...'äSI L] Was v/Sr woBlen! Hundorfen vom enflassenen, zur Resignation neigenden Menschen Arbeit, Existenz, Lebensmut, SammSung geben! Die religiöse und s?armnesmäBige Verbundenheit der Juden manifestieren 1 Aus dem öekennfnis zum Judentum in der Not ein stolzes Bewußtsein für bessere Zeiten zimmern I Kunstwerke sehen und erleben! Musik hören und begreifen! Den Geist am Geist Größerer stählen! Minstreben zu dem Ziel, ein erkennender, bescheidener Teil des groBen Ganzen zu sein, als Einzelner der Gemeinschaft mit Fühlen und Mandeln verpflichtet! So fassen wir den Sinn des Kulturbundes. Hier wollen, hier müssen wir alle Zusammengehen r ESii Bund — .eine Gerne- ©Sei Wollen - ©in© Religion Ehrenpräsidium: Leo Baeck — Martin Buber — Ismar Elbogen —Arthur Eloesser — Georg Hermann — Leonid Kreutzer — Max Liiebermann — Max Osborn — Franz Oppenheimer —- Jacob Wassermann B u n d e svo rs i tze n d e r: Dr. Kurt Singer, Intendant (Hier bitte ausschnoiden und einsondonl) An den iZtaHSntafaemd dSeeaffadher Jssdfess Berfän-Cfiar.offcnfeKrg 4, Mommsensfaaße 56 Hierdurch erklärt ich meinen Eintritt in den KizUuvfozmd Bezztsdue? Juden für das Sundesjahr 1933134 zum monatlichen Mitgliedsbcitrag von RM 2,50 (einmalige Einschreihcgcbühr RM 0,50). Hierfür hat das Mitglied das Recht, 3 Bundes- Veranstaltungen monatlich, und zwar je eine Theatervorstellung (Schauspiel bzw. Oper), ein Konzert und einen Vortrag ohn+ weitere Zuzahlung zu besuchen. Der Zutritt zu den Veranstaltungen ist nur Mitgliedern möglich Adresse: Telephon: (Bitte deutliche Schrift) DAS THEATER WIRD SCHAUSPIEL UND OPER PFLEGEN Künstlerische Gesamtleitung: Dr. KURT SINGER vormals Intendant der Städtischen Oper Berlin Im Programm sind bisher u. a. vorgesehen: SCHAUSPIEL Dramaturgische Leitung: lessing: Nathan der Weise JULIUS bab (stellvertr. Schauspieidirektor) Shakespeare: Wie es euch gefällt Reglet Oberreg. Dr. KaRL LOEweNBERG Emil Bernhard: Die Jagd Gottes (vorm. Schauspielhaus Frankfurt a. M.) (Erstaufführung) KURT BAUMANN M o li b r e : Der Mysanthrop GastinszonierungemVictorbarnowskyu.a. Beer-Hof mann: Jaäcobs Traum OPER Musikalische Oberleitung» Mozart: Figaros Hochzeit Generalmusikdirektor JOSEF ROSENSTOCK Beethoven: Fideiio (Mannheim) Oonizetti: DonPasquale (Stellvertr. Operndirektor) Mehul: Josef ln Ägypten Regie» Dr. KURT SINGER VorcSit Rigoietto Gastinszonierungen Tschaikowsky: Goldene Schuhe prominenter Regisseure sind vorgesehen (Erstaufführung) Bühnenbild und Kostümwesen j HEINZ CONDELL (vorm. Ausstattungschef in Hannover) Als Gäste» Prof. E. STERN und WALTER AUERBACH KONZERTE Abteilungsleiter: Symphonische Werke und Konzerte von: Prof. LEONID KREUTZER Händel, Haydn, Beethoven, Mozart, Dr. HERMANN SCHILDBERGER Schuber^MendeSssohr^BrahiT^Mahier Dr. KURT SINGER Kammermusik und Kammerchorkonzerte. Dirigenten» Kompositionsabende lebender jüdischerMusiker. MICHAEL TAUBE Unter Mitwirkung namhafter Instrumental- Generalmusikdirektor JOSEF ROSENSTOCK u.a. und Gesangssolisten VORTRKGE Abteilung für Geisteswissenschaft: Leitung Dr. Leo Baeck Vortragende: Rabb. Dr. Leo Baeck — Prof. Dr. David Baumgart — Rabb. Dr. Joachim Prinz — Prof. Dr. Erwin Strauss — Priv.-Dozent A. Herzberg AbfeiSurag für Literatur und Theater: Leitung Julius Bab Vorirascndfc; Julius B a b — Arthur Eloesser —Kurt Walter Go Idsc hm i dt — Lutz Weltmann Rozifafionsabendo: Ludwig Hardt — Edith Herrnstadt-Oettingen Abteilung für Musikwissenschaft: Dr. Anneliese Landau — Dr. Alfred Einstein Abteilung für Kunstgoschkhto: Dr.Max Osborn — Hedwig Fechheimer — Prof. E. Spiro Inforessengomeinschaft mit der Freien Jüdischen Veikshochschufo Auskünfte und Informationsmaterial gibt das Bundesbüro, Forisn-Charloftenburg 4, Mommsenstraße 56, J 1 Bismarck 471