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Central-Verein-Zeitung · 1933-07-20 · 29 (20.7.1933) · p. Seite 286

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
12 (1933)
Issue
29 (20.7.1933)
Date
1933-07-20
Page
Seite 286 (sequence 6)
Language
German
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Möglichkeit einer seelischen Erbauung oder künstlerisch-geistigen Belehrung da ist und ablenkt vom Ich. Das Gefühl, daß wir Hunderten von Künstlern und Angestellten Arbeit und Verdienst schassen, das Gefühl, einer großen Zukunftsidee zu dienen, mutz ausschlaggebend dafür sein, das Opfer des Notgroschens zu bringen. Für den Betrag von 2,50 Mark im Monat hat jedes Mitglied des Bundes das Recht, je eine Theatervorstellung, ein Konzert und einen Vortrag monatlich zu besuchen und die Bundeszeitschrist zu beziehen. Jeder hat das gleiche Anrecht auf Losung der Plätze. Wir vernichten un-er dem Zeichen der Not jede soziale und gesellschaftliche Ungleichheit jüdischer Menschen mit einem Federstrich. Wir wollen i m Kulturbund keine Tren - ti u ii $ mehr von Zionist und N i ch t -Zionist, wir wollen u n s alle die Hand reichen. Das ist ein Wunder — glaubet nur! Oder dünkt euch dieses Unterfangen nicht des Schweißes her Edlen wert? Eure Pfennige sind nicht umsonst geopfert. Ihr macht euch mit verdient um das Schicksal unserer Glaubensgenossen, ihr seid unsere Mitarbeiter, unsere Mitstreiter in dem stillen Kampf um Anerkennung unserer Gleichberechtigung. Hier habt ihr alle wieder Gelegenheit, Recht und Pflicht, um zu sagen: W i r sind Juden, wir sind zusammengeschmiedet in Leid und Freud', Arbeit und Not. Und sind Begeisterte unter euch, die selbst den bescheidenen Monatsbeitrag nicht aufbringon können, so werden wir auch da versuchen zu helfen. Schon heute rufe ich alle, die das Glück haben, noch in leidlichem Wohlstand zu leben, auf und bitte sie, dem Bund eine größere A n z a h l v o n Mitgliedschaften zu garantieren. Diese Mitgliedschaften sollen an Jungakademiker, Studenten, Musiker, Heranwachsende Schüler, arme, aber kunstbegeisterte Menschen verteilt werden. So gibt, wer gibt, zehnfach, so wird Segen gestiftet, im Kulturbund die neue Gemeinschaft hoffnungsvoller, freudig bejahender, dem Leben zurückgewonnener Menschen gegründet. Dann wird die Welt, auch die uns feindliche, wissen, daß es Wahrheit ist um'das, was wir nennen: jüdisches Herz, jüdischer Geist, jüdischer Wille? Anmeldungen für MilglicDpatenschasten im Bunvesbürö: Berlnr- <5harlotteuburg, Mommscnstraste 50. * Dem Ehrenpräsidium des „Kulturbundes Deutscher Juden" gehören an: Rabbiner Tr. Leo Baeck, Arthur El o esf er, Professor Leonid Kreutzer. Professor Dr. h. c. Mar Sieber mann, Dr. Mar Osborn, Professor Dr. Franz Oppenheimer. Jacob Wassermann. Geschästssührendes Vorstandsmitglied ist Dr. Kurt Singer. Intendant; dem Vorstände gehören an: Julius Bab, Kritiker jmD Dramaturg, Kurt 33 a u m a n n, Regisseur; Landgerichtsrat Dr. Arthur L i t i e n t h a l lReichsvertretung der deutschen Juden), Tr. Friedrich O l l e n d o r f (Zentral-Wohlfahrtsstelle der deutschen Juden), Amtsgcrichtsrat Rau (Zionistische Bereinigung für Deutschland), Dr. Eva R e i ch m a n n - I u n g m a n n (Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens), Dr. Hermann Schildb e r g e r (Preußischer Landesverband jüdischer Gemeinden). dollen und fesselnden neuen Liedern von Leo L e w y zu starkem Erfolg. fluch mit einer Aeihr schon früher von ihr gesungener jüdischer Volks, lieber von Roskin. West!, Grosz (in gewandten Triobearbeitungen von Hermann Weil), Sara Wittenberg (in Pan! Tesiau's hervorragend gelungener Bearbeitung) ritz Frau Lind borg ihre Hörer hin. Dr. Hugo Lcichtcutritt. Ter erste Werbeabend des „Kulturbundes Deutscher Juden" fand am Montag, dem 17. Jnii, in der Synagoge Prinzregentenstraße statt. Erfreulicherweise war der Andrang der Einlaßbegehrenden so stark, daß viele Tausende leinen Einlatz mehr fanden, so daß die Veranstaltung am gleichen Abend um 10 Uhr vor eineni zum zweiten Male vollbesetzten Hause wiederholt werden mußte. Nach einem vom Kulturbundorchester unter Michael T au b e meisterlich zu Gehör gebrachten musikalischen Auftakt sprach Rabbiner Dr. Da eck in weihevollen Worten über Grundgedanken und Zweck der Gründung. Der Präsident des Bundes. Intendant Tr. Singer, ries zur tätigen Mitarbeit, die nur der Begeisterung für diese erste kulturell ausbauende Tat entspringen könnte, auf. Nach einer ergreifenden Rezitation von Edith Herrnstadt-Oettingen sprach Julius Bab über die tiefe Verbundenheit des deutschjüdischen Menschen mit der deutschen Kultur aller schöpserischen Jahrhunderte, die auch durch die neue Plmse nicht unterbrochen, sondern in neuem Linne gepflegt werden solle. Eine weitere musikalische Darbietung des Orchesters schloß die eindrucksvolle Werbeveranstaltung, deren Erfolg hoffentlich dem starken Aufschwung, der von ihr ausging, entsprechen wird. Am Dienstag, dem 18. Juli, fand eine gleiche Werbeversammlung, bei der die Rabbiner Dr. Max Wiener und Tr. Joachim Prinz Ansprachen hielten, in der Synagoge Oranienburger Straße statt. Eauskonzert in Dcchlem Zum Besten der Jüdischen Künstler- Hilfe fand am 17. Juli in Dahlem ir* H ause Zuckermann ein Kammermusi'abenv statt vor einer di? gastlichen Räume überfüllenden und sehr beifallsfreudigen Hörerschaft. Ter gute Zweck wurde nicht nur von seiten des zahlenden Publikums gefördert, sondern auch von den mitwirlcnden Künstlern. Das erst kürzlich ge» gründete „N eue.Streichquartett Berlin" (die Herren Willy Frey. Hans Prager. Rudolf Meyer. Hermann Weil) bewies bei dieser Gelegenheit erneut seinen hohen künstlerischen Rang. Tie beiden vorgeiragenen Quartette von Schubert (CmoU) und Hugo Leichtentritt (op. 1) waren in sorgsamster Weist vorbereitet und kamen in vollendeter Klarheit und Stimmführung, m tadelloser Reinheit und Schönheit des Klanges, in lebendiger, empsindungsvoller. Leun pera men wollet Weist zu Gehör. Ter Verfasser dieser Zeilen nnrß sich bei den Künstern besonders bedanken für die in seder Hinsicht ersreuliche Wiedergabe seines mehr als ein Vierteljahrhunderl alten Erstlingswerkes, das hier zu neuen Ehren gelangte. Zwischen den Quartetten sang die bewahrte, vorzüglich Künstlerin Frau Paula L i n d b e r g eine Reihe Lieder mit Streichtriobegleitung. Ihre überlegene Gesangskunst und Gestaltungssühigkeit verhals vier wert¬ KünMrhilfe m Hamburg Die nächste Veranstaltung zugunsten der notleidenden jüdischen Künstler wird im Gabriet-Rietz er-Saal des Tempels in der Ober st ratze am M i t t w o ch, d e m 3. August, stattfinden. Es wird zum erstenmal ein abendfüllendes Werk, das Schauspiel „Tie eine weint, die andere lei;!' von Dumanoir und Keranion in der Bearbeitung von Heinrich Laube in Szene gehen. Dieses Stück war zur Zeit seiner Entstehung eines der meis-gegebenen Werke der dramatischen Literatur und ist seitdem nicht von den Bühnen der deutschen Theater verschwunden. §ür öle Kltershilst Am 27. Juli d. I. r:ranst.gtc! die Künstler« Hilfdrr Jüdischen (5 e r.t c i u b e Berlin in © e in c i n s ri) oft mit der Jüdischen Alte: shilse Groß-Berlin E. B., Los-n. haus Kleisnstraße 1b (ncl;e RnllU'ndarfrlatz). istren erft:n tünsllerischcn BmUagsadurd. in dem neben einigen bekannten Naw.en a. Annemarie Hast) auch mrbrcre junge Talente an'trctcn sollen. Tie Vwaust-altang soll unter dem iUcttv „Kleinkunst^ ein buntes Programm (Rezitation, musikalische Tarbietungen und Solotanz, bringen. Nach den erstlgreichcn Lynagogenchcr- und Orch-:ücrkon.;crtcn fall dieser Übend eine Reibe van chnlici-en Beiansta'.tnngen eröffnen, die von dei Künsner-Hüst ß-.pbn: sind. Turch diese Deransiellun.gen soll jüdischen Künstlern die langentbehrte Möglichkeit lünstlerncher B.tätiqung wicdrrgegcbcn werden. Rabbiner Tr. Joachim Prinz stricht einführende Worte. Ter Ertrag des Abends fließt restlos den Unterstüt-nngssonds der beiden veranstaltenden Stellen zu. Nähere Auskunft und Karten bei der Künsllei--stilst. Lranienburger Straße 31 (Tel.: D 2 Weidendamm 5131) und bei der Jüdischen Altershllst. Augsburger Straße 23 (Tel.: J 1 Bismarck 1521). EmZLlgssuche aus öem Reich nicht nach 6er!m richten! Es besteht Anlaß, auch an dieser Stelle daraus hinzuweisen, daß Gesuche von Einzelpersonen aus dem Reiche lz. D. um Wirtschastsfürsorge. Kreditbeschaffung, Darlehnsgewährung. Arbeitsbeschaffung, Verwertung von Betrieben, Beleiliguugsaufnahmen) nicht ohne weiteres an die zentralen Hilfs- und Beratungsstellen nach Berlin gerichtet werden. Aus Gründen schnellerer Bearbeitung, der Vereinfachung des Geschäftsganges und der Zeitersparnis wird dringend empfohlen, solche Einzelgesuche zunächst den Hilfs- und Beratungsstellen, wie sie bereits in einer Reihe deutscher Städte bestehen, oder deu Landes- bzw. Provinzialverbänden für jüdische Wohlfahrtspflege vorzulegen. Die Juristisch-Wirtschaftliche Beratungsstelle des E. V.. deren Aufgaben bekanntlich nicht auf wirtschaslsfürsorgerischem Gebier liegen, verweist Anträge der Art, wie sie oben genannt sind, stets an jene Stellen und ist jederzeit bereit, die in Frage kommenden genauen Adressen anzugeben. Pj*j renommierte Haas. Esi^A s s s L»L» t^gJL ruhige UntcikucJ?*

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