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Central-Verein-Zeitung · 1933-07-06 · 27 (6.7.1933) · p. Seite 263

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
12 (1933)
Issue
27 (6.7.1933)
Date
1933-07-06
Page
Seite 263 (sequence 7)
Language
German
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LöZ . / IFßnn° I mi 5© mmdl Ärnfilbsnin ' | LÜÜ.W.W..-—^ü-i, Arbeitnehmer-, Fristen beachten! Entlassenen jüdischen Arbeitnehmern ift dadurch ein Nechtsuachtcil entstanden, daß der nach § 84 des BCtrlebsrategeseues binnen fünf Tagen nach Zustellung der Kündigung cinzulegende Einspruch nicht, wie es das Gesetz vorlangt, bei dem Betriebsrat (Angestellten- oder Arbeiterrat) eingelegt worden ist, sondern bei dein Arbeitgeber. Es tritt ans diese Weist häutig eine Verzögerung ein. die zu einer Versäumung der Einspruchsfrist führt. Wir machen hierauf aufmerksam, damit nicht durch eine falsche Handhabung der Gesetze zustehende Rechte verloren gehen. In Zweckels fragen steht die Juristi'ckstWirtschastttche Vera Lungsstelle des E. V. allen jüdischen Arbeitnehmern zur Verfügung. 3. T. G. C. OS Tcr Jüdische Turn- und Sportklub 1k<5, Berlin, verans!a!'.et cm S o n n l a g, 9. I u l i d. I., ein interessant zräammenscstckttes offenes Sportfest. 9leben einem Fußballspiel zwischen der Berliner Svortgemcin'chasl 33 und dein V. E. §., einen'. Fcnstöaltturnier. Jiuji-su-Vr-rführungcn des R. j. F., Bettengymnasti! und Turnen finden für Tarnen. Herren und Jugend viele lcichnUb.'etrsche Einzel- und Ltcsst'üvcttbewcrb: statt, die auch von anderen Vereinen zahlreiche Meldungen gründen haben. Tie Eintrittspreise zu diesem Sportttst, das Pünktlich unr 75 Nhr (Dor'ämpsei ab 73'.: llör) auf dem Sportplatz der Jüdischen Gerneind-e cm L-Bahnbof Crunewald seinen Anfang nimm.:..-find. mit 30 Pfennig und 75 Pfennig für Schüler und Erwerbslose äußerst niedrig gehalten. Tennis Club Dlau-Golö-Weiß Ter Jüdische Lawn-Tennis-Club E v c s k a - B! a u - G o l d - W e i n hat sein bisheriges Terrain erweitert. Auf feinen Stadt- und Vorortanlaaen findet ein bewährt geleitetes Training in Tarnen-. Herren-, Studenten- und Iuniorenmannschast.cn statt. Anfragen sind zu richten an das Blau-Gold-Weiß-^elrclariat. Berlin TTSV., Lesirngüraße 25. Fernruf der Hanptsportlcitung Tiergarten 4-184, 8 bis 10 Uhr vormittags. Iugendwanöerer Vor 34 Jahren haben die m.ittelbadischen Jugendbündc, insbesondere der J.J.B. und J.P.D. O s s c n b u r g, ein jüdisches Jugendheim errichtet. Tiefes Heim ist cimach, schlicht nnd zweckentsprechend cingcrichtcn Es enthält einen Mädelschlafräum, einen Schlafraum für Jungen mit insgesamt 22 Botten, einen großen freundlichen Wwhnraum und eine vollständig eingerichtete Küche. Ter Zweck, den das Heim erfüllen sollte, war die Sammlung und die Znscmmenfapnng der Jugend in den zahlreichen kleinen Lcndgemeiuden Mütelbadens. Nachdem sich jedoch die jüdische Situation grundlegend geändert hat. und unserer wandernden Jugend die Zugehörigkeit zu dem Jugendpflege Versand entzogen worden ist, haben wir uns enr'ch-loncn. das Heim der gesamten hündischen und nichwündischen Jugend zur Verfügung zu stellen und jeder jüdischen Wandergruppe, so weit uns die Plätze zur Verfügung stehen, auszurwkuncn. Tic Gebühren sind denjenigen der Jugendherberge engepaßt. ' Anmeldungen und sonstige Anfragen sind unbedingt vorher zu richten an: Siegfried Schnur mann, Ossendurg (Laden), Hauptstraße 7 3. * Ter Kommissar des Jugendsübrers des Deutschon Reiches läßt durch den Reichsvciband für Deutsche Jugendherbergen (Hilchenbach i. W.) aus Anfrage des Rcichsjugendausschunes des E. D. mitteilen. daß in den Jugendherbergen deutsche jüdische Bünde und douckchjüdische Einzelwanderer nicht mehr custeuommen werden. Tiefe Maßnahme betrifft allerdings nicht solche jüdischen Jugendlichen, die mit Schulverbänden wandern. Hamburger Künsi^rhüfe Zugunsten der notleidenden jüdischem. Künstler findet cm 17. Juli — also cm ürvinäc'tcn Alontag — cvends 81-2 Uhr, im Gabricl-Rießer- Sanl des Tempels in der Lberstrcße ir. Hamburg ein Zweiter Scbauspiclabcnd statt. Zur Tarstcllung gelangen Kleists Meisterlusrchcl ,Ter zerbrochene Krug" und die Rütli-Szene aus ...Wildelm TcllR Ter Eintrittspreis beträgt, wie sw:-. I.ltz llstark einschließlich Steuer. Tie Karten sind schon jetzt im Vorverkauf cm Tcrnpcldüro, bei Käst und Tietz erhältlich. Achtung! Zahnärzte! Alle jüdischen Zahnärzte werden gebeten, ihre Anschrist der Zentralstelle für jüdische W i r t s ch a f t cb i I f e . Berlin N 24. Oranienburger Straße 31, Beratungsstelle für Aerzte. '3t b t- Zahnärzte, mit* zuteileu. die des dekorativen und illustrierend-en Malens. Nur die Thorarolle blieb also unges-chmückt. In ihrer äußeren Erscheinung hat die religiöse Schrift der Juden entweder die Form einer Nolle, eines langen, schmalen Streckens, d-cr an einem wingearbeileten Holz- oder Elstn- Leinstabe befestigt ist und um diesen gewickelt wird, oder die eines Buches. Tie Nolle ist die ältere Form der Schrift überhaupt, die Form, die in der Antike gebräuchlich war. denn das Buch steht erst seit dem ersten nachchristlichen Jahrhundert in Verwendung. Tie jüdischen Atollen und Bücher hatten verschiedene Größen, und es bestand die Sitte, bestimmte Texte stets in der gleichen Form abzufassen. Eine Rollenschrift, in der malerischer Schmuck das weiteste .Betätiguug-'eld fand und die daher in diesem Zusammenhänge an erster Stelle genannt werden muß. war die M e g i l l a . die Schrift, die das Buch Estlwr enthält und für das Vurimscst bestimmt war. Tie Terte wurden in Kolumnen geteilt und architektonisch oder ornamental eingefaßt. F a m i I i e n w a P p e n bildeten einen wichtigen Teil des Schmuckes, uud figürliche Szenen aus dem Buch Esther wurden illustriert. Ebenso wie der Text ist auch ixt Fortgang der Bildcrwlge von rechts nach links. Rollen bildeten auch die Schriften der Kabbala. Ihrer Kostbarkeit entsprechend wrrrd-e die aufgewickelte Rolle durch feine Metallbüllcn geschützt. Wie die Megilla die am reichsten verzierte jüdisch^ Schrift in Rollensorm, war eine andere Festschrift, die für das Pessachsest bestimmte Haggnda, das jüdische Buch, das dem üppigsten Bildcrsthmuck Anlaß zur Entlastung gab. — Pestach ist eine frohe Feier, der Gedenktag der Ve'reiung aus ägyptischer Gcttmgeuschast. Ta wird ein seitliches Mahl bereitet und vor und während des Mahles am Vorabend des Feiertages verliest der Familienvater die Sagen und Wundergeschichten, denen Gebete und Festlieder folgen, singend oder stellenweise im Ehor vorgetragen. Das Festbuch der Haggada soll alljährlich die Ueberlieferung ins Gedächtnis rufen und ten Kindern, die zum erstenmal an der Feier teilnehmen, weitergegeben werden. Vielleicht hat sich der Kinder wegen, die des Lesens in hebräischer Sprache noch unkundig waren, die Illustration in besonderem Ausmaß im Buch der Agade entwickelt. In den ältesten erhaltenen Agaden ist die Schöpfungsgeschichte vis zum Einzug in Kanaan illustriert und daneben das Pessachsest. Später, im fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert. fallen die geschichtlichen Szenen meist fort. Es werden bloß die Gebrauchs des Pessachfestcs mir allen Einzelheiten illustriert. Tie künstlerische Tätigkeit der Juden verdient der widrigen äußeren Verhältnisse rvegen, unter denen im allgemeinen ihre Künstler gleich allen anderen Glaubensgenossen lebten, besondere Wertung. Selbst in ruhigen Zeiten waren sie in ihr Ghetto verbannt und durch eine chinesische Mauer von Vorurteilen von der Umwelt getrennt. Tie in der Miniaturmalerei geäußerte rege Anteilnahme der jüdischen Künstler an den Tendenzen der jeweiligen Zeitkunst vom frühen Mittelalter an ist daher eine über das künstlerische Judenproblcm hinausgreifende, kulturgeschichtlich allgeniein interessierende Tatsache. Ter Vergleich der H a g g a d a m i n i a - turen verschiedener Länder hat ergeben, daß die spani'-ck^e Miniaturmalerei der der nordischen deutschen Länder künstlerisch überlegen war. - Die Miniaturen zeigen -jüdische Gebräuche, rituelle Vorgänge und Feste, die heute noch lebendig gefeiert werden, wie sie vor Hunderten von Jahren ebenso bestanden. nur daß die Juden damals ihrer Zeit entsprechend andere Kleider trugen und in anderen Räumen wohnten. Damit gewinnen wir an der Hand der Jllustra» tionen einen Einblick in die allgemeine jüdische Kultur und Lebensart vergangener Zetten und in das Verhältnis der Juden in verschiedenen Epochen der Vergangenheit zu seinen andersgläubigen Zeitgenossen« Die Illustrationen der hebräischen Bücher und Rollen fügen sich zu einer jüdischen Sittengeschichte zusammen, deren mcw.nigmstige Szenen keine trockenen Unterweisungen sind, sondern künstlerisch ganz außerordentlich reizvolle, oft von köstlichem Humor erfüllte Zeitdokumente. Wir ersehen, daß die Juden im Mittelalter, abgesehen von aufgezwungenrn Jtdenzeicheu, die gleichen Gewänder trugen wie ihre christlichen Zeitgenosten, die Frauen ihr Haar modisch srisierten und der Künstler bei der Wahl seiner Typen daraus bedacht war. dem geltenden Geschmack Rechnung zu tragen. Wie in jeder Zeit gab cs auch in der Gotik ein besonderes Schönheitsideal. Es waren schlanke, biegsame Erscheinungen mit seinen Köpfen und zarten Händen. So gleickien die Men'chen der mittelalterlichen Miniaturen mit wenigen Ausnahmen, in denen der jüdische Typus zur Darstellung gelangt. d<n gotischen Zeitg-:nonen. Tie Juden, die Moses durch das Rote Meer fürrt, tragen die ' Rüstungen uud Wappen nö'isrer Ritter. Selbst ihre Pferde sind in mc-disch-e Tecken gehüllt. Die Juden, die die Vor der ei tun gm zum Pessackstest machen, da? Lamm schlachten und mit ' seinem Blut das ttebergehungszcichcn an die Tür machen und das Festmahl abhalten. unterscheiden sich äußerlich nicht von Andorsgläubiaen. — Wie in den figürlichen Darstellungen folgen auch die ornam.entalen Teile der jüdischen Bilderhandschritten dem allgemeinen Zttustil der Gotik, der Renaissance, des Bttrrock und des Rokoko. ' Tr. Karl Schwarz, der Kustos des Jüdischen Musecnus in Berlin, ist zum Leiter des Dtuseu'.ns in Tel-Aviv l^rusen worden. Gerade ein heißen Taqen .... CSS£3SSS5g3Bgggre5SS^55E2^ das perckich w rhlnrodont - «rfri:$€!!fce ■vmoroaonT “gc{i:-.b u. weiß Zahnpaste » Mundwasser

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