Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 12 (1933)
- Issue
- 27 (6.7.1933)
- Date
- 1933-07-06
- Page
- Seite 264 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Herlmsr MrrMsrsslöfthUs Weitere erfsigrciche Veranstaltungen Innerhalb weniger Wochen konnie bereits ba3 dritte SynagogenkonzerL ant 20. Juni vor einer r ^reichen Hörcrfchifk stnLtfinden. In das Progranun teilten sich wiederum das Orchester non Michael Laube und der Chor unter Leitung von Tr. Kurt .Singer. Mit der scheuen „Trauersiufonie' für Streichorchester und Orgel von Pietro Locatelli begann der Abend. vr* folgte das Konzert für vier Violinen und Streichörcheskev von Antonio Vivaldi, das ganz vorzügli.h wicdergegeben wurde. Nichts minder-genußreich war der Vortrag der 5. Sinfonie von Schubert in B-dur. Eine Gruppe von L-ca^elta-Gchören unter Leitung von Dr. Singer brachte in die Reihe der Jnstrument-alnuerle eine angenehme Abwechslung; man hörte u. a. Gluck, ferner ein besonders eindringliches geistliches Chorlied von Johann Wolfgang Frawck und Schuberts wirkungsvolles Halleluja mit Erwin Jospe an der Orgel. Unter dem Protektorat des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde Berlin und der Zentralstelle für jüdische Wirtschaftshilfe sind vor einiger Zeit im Wege der Selbsthilfe zwei Mannerchöre gebildet worden, die unter Leitung der Dirigenten B. Spott und Gh. Winawer am 27. und 26. Juni in der -Alten Synagoge und der Synagoge Prinzregentenstraße zwei bestens gelungene Chorkonzerte veranstalteten, Wre zählen zu den besten Darbietungen, die es aus dein Gebiete des L-LLpollL-Männerchors gibt. Prachtvolle Stimmen, lebendiger Vortrag, Fülle der Klangfarben, äußerste Präzision der Rhythmik Zeichnen die Berliner jüdischen länger aus. Man darf die beiden Dirigenten zu der außerordentlichen Leistung aufrichtig beglückwünschen. Die beiden Chöre sollen demrrächst im Ausland Konzertreisen veranstalten; es ist ihnen bester Erfolg zu wünschen. Den erfolgreichen Orchester- und Chorkonzerten folgte am 22. Juni ein Kammerorchcsterkonzerk jüdischer Künstler zugunsten erwerbsloser Musiker. Eines der vornehmsten Hauser hatte hierfür seine schönen Räume zur Verfügung gestellt. Ein Streichorchester müer fieitimg Gerd Rothstein eröffnet das Programm mit dem klangvollen Ooncerto Grosso in G-nioll von Händel. Im Mittelpunkt stand das bekannte 5. Brandenburgische Konzert von I. S. Bach Mozarts graziöse .Kleine Nachtmusik' war erfreulichster Ausklang. Zwischen den klassischen Meisterwerken gab es auch eine Uraufführung: Edmund Portos brachte sein neues „Konzertstück' für Streichquartett zu Gehör. Or. rr. l. ■ Totskes FlBMtNm An Stelle eines geplanten theologischen Kommentars zum Alten Testament bietet uns Martin Buder, der wortstarke Schöpfer einer neuen deutscherr Bibelübersetzung, in diesem BuchI die Entsteh un a sge sch ich t e des Messiani-mus als eines Kernstückes der israelitischen Glaubenswelt. In dem vorliegenden ersten Band des aus drei Bücher berechneten Werkes, das den CesamttiLel „Das Kommende' führen soll, wird auf Grund subtilster philologischer Kleinarbeit und unter Zuhilsemchme eines reichen religionsvergleichenden Materials der Beweis erbracht, daß Israel in feüier Frühzeit, allen menschlichen Herrschafts- «msprüchen abhold, Gott allein als seinen Führer^ seinen Herzog, seinen König anerkennen &ttL Martin DuLer, g, Berlin mi), ^»r-Lum Lottes* (Schockenwollte. Das Hauptaugenmerk der Untermch.'.mg wird dabei a::f die Feststellung gerichtet, dch das Gvttlönigtum in Israel nicht nur ein Wunschbild geblieben sondern in der dortt.w Glichen Kanaan-Zeit ren realprlleischer Bedeute m für das Volksleben geworden ist. Wenn ein Lichter, wie Eidern, nach dem Sieg über die Feinde die Königswürde, die ihm das Volk anträoe. nicht nur für sich, sondern auch für seine illach'enunen aussich läge, so ge schiebr das aus der ttellerzeugung heraus, daß Gott allein der uwnitrcl- L-ars und aus'ttließkiche König Israels sein dürie. Nur unter diesem Blickpunkt gewinn: die Einbeziehung aller Leöensbe.zirke unter das Gebot Gottes, wie es der Sinai-Band fordere, den ihm innewohnenden Unbedingtheitscharatter. So wird in der Frühgeschichte Israels eine Gemeinschaft gestiftet, die scheinbar ohne Obrigkeit ist, in Wirtlichkeit aber in freiwilliger UnuerorLnung sich -einem unsichtbarer! König zu eigen weiß. Wohl ist ein ähnlicher Uuadhäna'gkeitswille, der sich nur einem Eett-König beugen will, auch bei anderen semitischen Völkern festzustellen. Es ist aber das besondere Un liegen Bubers, uns in seiner Untersuchung zu diesem Thema das Besondere und Einmalige der biblischen Glaubensoorstellung, di? sich bewußt von allem Magiertum rmd aller Bergößang ttrnhält, au-znweisen. Die Bibel meint einen Füsrergott, der den ganzen Meu'chen in seinem politischen, seinem wirtschafttuhen und sozialen Dun beansprucht. Jüdische Beligion umfaßt deshalb das Ganze des Lebens fordert die Gettlg'chast des Menschen in allen Bezirken seines Wirkens. Erst wenn man die Bennspntchnng Israels durch seinen Gott so ernst nimmt, wie es in Wirklichkeit gemeint ist, ge:vinnt der bi bin che Bericht seinen Sinn und seine Bedeutung für -ie Eejamtgestaltung des jüdischen Lebens wieder. Wir machen uns keiner Uebertreibung schuldig. wenn wir der Meinung Ausdruck geben, daß durch dieses Buch ein neues Bibelourständnis unserer Zei: augebnhnt werden kann. Hier wird mit den Hilw-mitttln echter Wisiinschattlichkeit. aber cleichzeitra auch unter Zugrundeleaung eines dienenden, glanbensstarkm EinjübllmgsvernWgens der ursprüngliche Smn des Schriftwortes neu entdeckt und in einer r-chöpflrisichen Sprache den Menschen unserer Zeit dar» geboten. Es ist das Buch eines großen Gelehrten, eines seiwähkenllen Dichters wo) eines gläubigen Insten. Es schildert einen bestimmtem Ausschnitt ans der Frühgeschichte J'rae.s, trifft aber gleichzeitig den Menschen von heute in seiner Ratlosigkeit und btn Juden imferer Tage in seiner Verzweiflung. Dr. Hcgo Haha (Essen). Darrrch Krupnik. Hebräische Phrcstologie. Dreitausend Ncdewcndungen Tentsch-chrbrälsch. Hcbräifch-Dnwsch. Ansgewählt und übcrtragen. DuchhQRdluwA Drubin Berlin 1932* Im Vorwort dicker rurch 60 Seiten uwttsienben Schrift bemerkt Daruch Krupnik: „Mir dir sieb enden Acdensacken, die gtläusi^n Pbrcttn machen die Seele jeder Sprache eus, ^anz bcsorUers ab<c der hebräischen, die in ihrer fceuiiren Fnr:u des Neubebräischen ein einzigcttches Mosaik onsgespeicherter Worwersi indungen Zahlreicher Litcraturur.d Kulhirstrn-aticnen von Jahrtausenden darslcllt. Diese Veröinrung-n find bis aus Un heutigen Tag überhaupt nicht lerikagraphi'ch ca'arumrir, gesthroeiae denn in irgendeine sprach? fr üernattuch übertragen und den Studierenden Ii:qc~ llich gemacht.' In dieser F-frstellung ist vieles zntreffcnd. Dem Verfasser gebührt Dank, sich der mühevollen. zeitrau.bcndm Sammlunz ron SOOO stehenden Newnsarttu nnlcrzoeen zu halben. War sich mit dem 5ieub.-:öräi'chen ein wenig cchgegröen hat, erkennt alsbald, wie dünn c.efct die sind, die ein einigermaßen gutts Hebräoch strecken. ' Die inristen überstchen die sprachen ihrer Heio-otländrr. Die Jarbe, den inneren Sinn, den Eharalter des Hebräi'chen, oder Qaz die KlarrgsarbL — von dar hebräischen Clegaw eines David L?llin ganz zu schwrigen —;u treffen, wie viele in Perlömna und außerhalb kömren sich solcher Touergu-en wo'al rühmen? Krapnst kann d^in SprachdchlPuaen dazu rc-nc:23VSrbcnd u.Orfss"u -P 2! HAWNOVSl Dc;S',T.:'V.c‘sb0robe!:r.c5‘.;'ch je‘zf GEORGSTRASSE 15 1-1 Die neue Te;efor.numrner ist 31015. | helfen. Desbalb ist es gleichgüllig. oö in dttfsm ersten Versuch Felllei und Lücken nuchzuweistn sind. Er ist int Grundsäglichen durchaus bcarüßeittwert. So ist er also mehr als eins lerilali'che Sannulrnrg von Nedensarlen: Er führ: in den Geist der b.tträifchsn Sprache ein. A. W. CeuLralvercru im Lande Thürlngnr Die Meldung über Auflösung und Verbot des Eentruloer.'ins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens im Lande Thüringen, die Ende Juni durch die Presse ging, bedeutet.^soweit wir feststellen konnten, lediglich einen formellen Akt bezüglich des bekanntlich bereits nur 5. März durch Rundfunk verkündeten Verbots. Nuth 5bvayn, eine treue und fleißige Angestellte des Eeottralvereins, ist am 30. Juni verstorben. Geschäftsleitung und stellegen'chaft betrauern einen liebenswürdigen. Blen.'chen und wertvollen sllitarbeiter, dessen Andenken alle in Ehren halten werden. kleine Cbrcr.:?. Land^richwdirclwr c. D. 6-:h?ini« rat Werth « i in beging seinen 75. <uebartstag. Der Jubilar gehörte dis vor kurzer Zei: dem Lorstand der Wagdeburgcr Orta-gruppe des C. V. an. und nimmt auch heute auch regen Anteil an feinen Bestrebungen. — Am 12. Juli feiert A-'red S ch n t 11 botrehllen i. Schl.) seinen 10. E-eburistaz. — Zahnarzt Dr. AUfrcd Abraham, einer unserer cickiouc:: Berliner Freunde, Hai seinen 70. Geburtsiag gefeiert. — Wir granulieren u me ren Freunden her-lichr und cüu« scheu ihn.en einen g:segneten Lebensabm.d. — Am 17. Juni starb im Alrer von 53 Jahren dos treue und eifrige Vlitalied des Centralvereins Julius Gm« ui er ich (öle in he im, Wests). Geschäftliche UoLiZen DcDährti AebrrsicdlunLsmsglichlciteA each Rrderfee (Palästina). Die b-tannte interuatirnelr Modeltrans?ortfirrna Friedrich Bahne, Drerneu, öffentlich bedeutend durch den Riesenuur-ug de- 57arstadt-Ronzerars herrargetreten, hat eine außerordentlich? Ecieichterunz rür die Ueberführung ganzer DQuest-ande nach Üebersee geschaffen, indem sie für die durch ihre Hände gehenden Tvansxorte zerlegbare liefen« Stahlroffer, sogenannte Stahl- Li-'toans, leihroeife zur Derw:-aung stell:, für die die Bremer Firma das alleinige Benutzungsrecht bebau Dir o-tLhIlifrs biercu ein bisher nicht gekam-.Les Mast absoluter Sicherheit, sie sind infolge ihrer mechanischen Festigkeit auch den ablerschrnersten Lran.spartbeanfvruch.unge» gewachsen und schließen infolge ihrer hermerifcheu Berschliestbar'eir jeden Witterungs. oder gar Nütreclnsluß während des ^eetransvJrtes restlos aus. Die Zerlegbarkeit ermöglicht Frachtersparnisse bedeutenden dlmsaugs. DieiociL'Drrsicherung.. In den Dsneraloersammlungen der Dietoria - Versicherungs - Ge'ell'chalrcn am 28. Juni wurden die Borschläge des Anststchtsrates und des Vorstandes genehmigt und der VrrraalluuZ Entlastung erteilt. Neu wurden in den Au^sichtsrat gewählt Herr Werner von Wlo-nsleben und Herr Dr. Otto Christian. Fischer, Vorstandsmirg'.ird der Reichsrredii-Geseufchaft, und bei der Victoria am Rhein-Feuer Herr Otto Äeudaucr, Direktor der Neia^krcdir.-Sescllschaft. Der Borsttzende des Aufsichtsrares, Herr Dr. Scharf, teilte ergänzend zürn Vorftand^bericht ruit. daß der Schadenoerlauf in allen von den Victoria-Geiell' schalten deiricbenrn VersiLcrungi-rmeigen auch in der ersten Hälfte des Jahres 1233 günstig geratssn sei. Die Pension E-rüncbaum!n Eerrfeld (Nbon) bietet die beste Drrvähr für einen ruhigen, angenehmen Ferienaufenthalt. Die Pension steh: unter Aussicht Sein.cr Löhrraürden Herrn Praoinzialr.chbirrec Dr. Cahn und ist in weiten Kreisen als gut geführte.r Haus zu billigen Preisen bekannt. Verlag: Centralverein deutscher Staatsbürger küdischen Glaubens e. V., Berlin V,' 15, Emfer Straße 42, Del.» Ackr.: „Lenrra.'glauben Berlin". Postscheck: Lrrlin 3A172. Derantmortlicher Hauptschristleiter, i V.: Dr. Alfred Hirschberg, Berlin \V 15. — Unverlangte Manuskripte werden nur zurückgesandt, wenn Freiumschlag beiliegt. — Derantro-ortlich für den Anzeige'., teil: Friedrich Datharr, Lerürt-Halerckee. — Druck der Nu.dolf Msffe Stiftung, G.m.h.H., Berlin SW-Ufl.