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Central-Verein-Zeitung · 1933-06-22 · 25 (22.6.1933) · p. Seite 240

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
12 (1933)
Issue
25 (22.6.1933)
Date
1933-06-22
Page
Seite 240 (sequence 8)
Language
German
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IFmur IHInllöcB mmä ünnflljssmn Die Juristisch-Wirtschafttiche Beratungsstelle deS bentralvereins (L-prechjtmtden Montag bis Freitag 2! bis 2 Uhr) umfaßt u. a. folgende Abteilungen: NngestcMenreserat. Hier werden die Tatsachen und rechtlichen Probleme behandelt, die durch Tendenzen auf Ausschaltung jüdischer Arbeitnehmer au? dem Arbeitsprozeß nur auf Grund ihrer Zu- ' gehörigleit zum Judentum entstanden sind. ' Diese Abteilung steht in erstem Zusammm- ' hcurg mit dem stlrisiillchen Dezernat des E. 9. ' und sammelt die wichtigsten Entscheidungen ' auf dem Gebiete des Arbeitsrechts. Auch die wirtschaflsrechtlichen Verordnungen und Be- * kannkmachnngen behördlicher Stellen und leitender ParteisLellen, die bereits in 12. Folge vorliegen, werden hier heransgegeben. Llnfpattsreferat. Die Durchführung des Anwaltsgesebes macht häufig unmittelbare Schritte betroffener Anwälte an zemrnler Ncgierungsstelle notwendig. Diese werden unterstützt und gegebenenfalls ersetzt durch di rolle Tätigkeit des Anwaltsreferates, dessen sachliche Arbeit allgemein anerkannt ist. Wevztereserat. Die Tätigkeit vollzieht sich ungefähr in gleicher Weise wie beiur Anwallsreserat. Tie durch die letzte Verordnung des Reichsarbeitsministers sowohl als auch durch die Vorgänge im Standesteben geschaffenen Notwendigkeiten finden sachliche, auf genauester Kenntnis der Zusammenhänge und Erfahrungen beruhende Bearbeitung. Beamten- und Gehorvenreferat. Die Gesetze, Verordnungen und Aussührungsbcstnnmungen über die Wiederherstellung des Derufsbeamtentitins lassen trotz ihrer Genauigkeit zahlreiche Unklarheiten bei ihrer Anwendung auf Einzelfalle übrig. Eine gründliche Kenntnis des gesamten Beamtenrechrs wie der bereits beobachteten Praxis bei seiner Durchführtrng seitens der Behörden, die übrigens auch in einem Expose znsammengesaßt ist, macht vielen Freunden den Besuch dieser Stelle wichtig. Hochschullehrer und freie künstlerische Berufe. Die Hilfe für die zahlreichen Hochschuklehrer, die ihre Lehrtätigkeit nicht mehr weiter ausüben dürfen, ist ein besonders schwieriges Problem, das individuelle Bearbeitung verlangt. Dagegen ist bei den künstlerischen Gerufen in stärkerem Maße gerade die Erups-enhilse möglich gewesen. Es ist unseren Lesern bereits bekannt. daß Synagogenkonzerte berufsloser Musiker erfolgreich stattfanden. Fournalisten und freie Schriftsteller. Hier spielen Nat und Hilfe eine größere Rolle als standes- und berussrechtliche Fragen, die bisher ihre gefetzlichr Regelung nicht gefunden haben. Oer Michsvsröanö des jüdischen Mittelstandes gegründet Am 15. Juni d. I. wurde in Berlin der „Rrichsverband des jüdischen Mittelstandes' gegründet. Ans der Entwicklung in den letzten scck's Monaten war bei vielen Taufenden von Cefchäftsleutm. GewerbNrcrbenden und Angehörigen der freien Berufe der _Wunsch nach einem engeren wirtllEa2:lla:en Zusammenschluß entstanden. Diesem Bllimck-e ist durch diese Gründung Rechnung getragen werden. Der Verband sieb: seine Vanotauft-abe darin, zur Eristenzerb.allnng ^jüdi'cher Menschen beizutragen und die Inllrmenvwwejung in wirtschaftlichen und lebenstüchtigen Fragen des gesamten jüdischen Mittelstandes zu werden. Der Verband soll eine Parattelorganisatwn des Zentral- Verbandes jüdischer Handwerker Deutschland s werden, besten Führer sich der neuen Organisation cuf Grund irrer lanchäörigen Erfaörungen in allen den jüdischen Mittelstand betretenden Fragen zur Versiegung gestellt baden. Das Präsidium setzt sich zu'anunen aus den Herren Wilyclm Marcus. Louis Solil Alsied Jaul u s, Martin K a 1 i n a n n, Aierander S k u r n i l. Dem Beirat gebären an: Robert G n i b c i m, Franz f: atzen st c i n, Frllz D o g e l, I. E i s n e r , H. G o r n i t': t i, L. Jordan, Lothar Messow, Salo Metz. Das Verbandsbüro befindet sich vorläufige Berum XO 18, Große Frankfurter Straße bu8l (Louis Wolfs). Oer Jüdische Turn- und Sportklub 49SS Die Einführung des Arierpar2grap7)en und die darauffolgende Gleichmhallung der paritällstchen Turn- und 2rparlvereine haben den Jüdischen Turn- und Spartllnb 1905 vor neue große Aufgaben gestellt. Es gilt heute, alle unsere sporttreibenden Glansidnsgeuossinnon und -genoffen aus den Lagern der Paritätischen Sporroereine zu übernehmen. um ihnen auch künftig die Möglichkeit zu geben, bei uns in gewohnter Weise ihre Sportart zu betreiben. — Es werden bei uns folgende Sportarten betrieben: Leichtathletik. Turnen, Handball, Faustball. Schwimmen, Hockey, Tennis um?. Tie Leitung der einzelnen Abteilungen liegt jeweils in den Händen bewährter Sportler aus paritätischen Vereinen. Nähere Auskunft erteilt die Geschäftsstelle, Berlin 027, Aaupachst raste 3. E 9 5464. Selbsthilfe der Studentenschaft Ter Hanptteit der jüdAchm Studierenden Tentschlands will im Lande bleiben. Viele von ihnen sind nicht in der Lage, ihr Studium weiter fortznsetzen und wollen einen Praktischen Beruf ergreifen. Diesen hilft die Vernfsberatung der Berliner jüdischen Gemeinde. Andere aber wollen weiierstudieren und ihr Studium beenden. Ta es aber in den meisten Fällen an Mitteln fehlt, must die j ü d i s ch e Studentenhilfe eingreiien. Hier werden Freimnmer angewiesen, Freitische vermittelt, Lebensmisielpakete ausgegeben und abgeholt, da werden Nachhilfestunden verteilt u. a. m. Shne unsere Mnhilfe würde die Arbeit kaum geschasst werben. Wir sind der jüdischen Gemeinde dankbar, daß sie uns in dieser Notzeit Gelegenheit gibt, verantwortlich mitzuarbeiten. Nur so kann die Arbeit wirklich segensreich sein. Die der jüdischen Studentenhitfe zur Verfügung stehenden Mitte! sind leider nur gering. Trotz aller Bemühungen kann nicht allen restlos geholfen werden. Vielen lrnrd es möglich sein, einen Studenten mtteiiert zu lasten oder einmal in der .Woche oder im Monat ein Lebensmiltelpaket für Früh-. tück und Abendbrot zur Verfügung zu 'teilen. Sicher haben auch manche eine 'leine Kammer frei, die sie einem Sludenten als Schlafraum zur Verfügung stellen können. Es ist bestimmt Ijente für keinen leicht, aber wir bitten herzlich im Namen der notleidenden jüdischen Studenten. Versucht doch, ob es euch nicht möglich ist, noch ein wenig mehr für uns zu tun als bisher. J. 0. ResDik. Gtellrmsslsfe Befufsrnttfikee und Schauspieler von Rheinland und Westfalen ist,beabsichtigt, nach Berliner Müller jüdischen stellungslos gewordenen Mms-lern der Musik Gelegenheit zu geben, sich in einem. Oi> cheller zusammeuznschliesten, wenn die Viäglichkeit hierfür besteht. Wir bitten, Anmeldungen mit genauen Angaben über Fähigkeiten, Dernssausbildung. Spezialkenn-niste usw. au die Cepchäsisstelle des E. V. Essen, Dreilindenjrrabe 24 i, zu bewrdern, du sür Weiterllilung Sorge trägt. Vermiiiluugsstellr für Krankenpffegeperfonal Bo! der Derein'.gisn Zentrale für jüdische Arbensnachweise, Berlin - Gharlonenburg 2. /wntftraße 15S, ist eine fc:?nneere Ausgleichs- und SBermittlungriteUc für jüdisches Kranken Pflegepersonal eingerichtet wordm. Jüdische Krankenanftalken, Hospitäler, Altershüme, Heilställen, Erhrstingsbärue, Privaikllniken sewie Privatpersonen werden dringend geraten, o'Ane stellen unter Angabe der besonderen Wüm'che bei der Bereinigten .stentrale sür jürifttze Arbeitsnachweise, Abteitung Orankenpslegeperfonal- Bermittlung, anzumelden. Synagogenkorrzert Unter' dem Protelterat des Vorstandes der Zstldischen Gemeinde und der Zentrale sür jüdische Boirtschastsbllle veianstatzcn dft beiden n raju-lJas Etzöre Berliner jüdischer länger (Dirigenten: B. Spott und Eb. D) i n a w c r) vor ihrer Auslands tonrnce zwei 'A b s ch i e d s - Synagogenkonzerte m i t s y n a g o g 2 l c n Gesängen und jüdischen Volksliedern. Tie beiden Konperte finden am Dienstag, 27. Jim:, in der Allen Synagoge, Hridereutergasie 5, und am Biittlvoch. 28. Juni, in der Snuagexw Prinzregentcnstraße 6b 70, statt. Der illeinertrag dieser Lonzcrte fließt dem Wetzl'abip-anU der Jüdischen Gemeinde sür notleidende Dtünstler zu. Neue Kammermusik Innerhalb der Gcw.eln'chall jüdischer Mnsikcr Berlin hat sich cine_ ammen:iusitgruppe gebildet, die sich aus einem Streichg'aar.eN sowie aus einem Quarlcit (bestehend a::s einer Ge'.'ngs!i:!nmc und Drreich'.rio) zusannnenfttzt. Diese Gruppe, der die Dängerin Paula L i n d b erg sowie die Herren Frey (l. Violine), Prager (2. Vioiine), Meyer (Viola) und Weil (Getto) an gebären, wird sich der Pflege der Lied- und Kammcrmusik in öffentlichen sowie in privaten Hausloinerten widmen. Die Kammerrmsikgrappe, die in Deutschland und im Auslände konzertieren ^oirv, vercnstalwt zugunsten der Fäeiichen llüi.stlerhi'fe am 26. Juni im Hause Buchthal, Wellend. Lindcnatte 22, ihr nächstes klvnzerl. Das Programm bringt Streichcoartette von Beethoven und Brahms sowie Strern irio-Ludcr. Ausiuu.st und Sekretariat: Horm. Weil, Berlin-EharlotteuburL, Fasanenstraße 5 (Tel.: Steinplatz C I 9139).

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