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Central-Verein-Zeitung · 1933-06-22 · 25 (22.6.1933) · p. Seite 235

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
12 (1933)
Issue
25 (22.6.1933)
Date
1933-06-22
Page
Seite 235 (sequence 3)
Language
German
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235 fV.r,t nn p’m f-iii läSJU U iW lii! i iJ.iiJ .Zj &£iii 2Zll Hi: Es wrtft sn fester Ztz -n e:.-<er s-r-ÄX Gerne von fällen beot^Ctct. Ce2 Freien vcr s'eaUicfcen und kommeneftn beem-n tei;_*der. sc'i'fe in lüdiscr.en Enhe-tsp-els^Ccn ird —; trotz Ermahnung vcrjes-eirer Senäröe — kaufen. ' Keinesfalls lä^rer erduldet Ce3 Beamte, die vom fielen fc-tzzhJt verCar. ml C.asm GeJd S!s Fcisu« der Ea^a£ls5da3!isdt«a LrrrisLr» enterr-Etze», er.d so“s sin 523*3 Lr tiSsna?* J ßeslsrcag steten. ] Eanfi beim tfautsefeas KrKstefandH 1 U?.o2f2 Kosiicllsielisn bs&Ss&ieaSl J / WkrtschastsfriLöLn muZ erreichL Wsrösn Reichsminister, Reichswirtichaflskommissar, Wirtschastsminiüerieu der einzelnen deutschen Stcraten betonen immer wieder, wie unerläßlich die Beruhigung in der deutschen Wirtschaft sei. Nicht der deutschen Juden wegen, sondern wegen des gesamten deutschen Volkes müssen alle in Frage kommenden Regievungs- und Parteistellen ihre ganze Energie ausöieten, um noch immer bestehende Einzelakrionen zu unterbinden. Wie soll der jüdische Kaufmann seine Steuern zahlen, wie soll er seine Lieferanten befriedigen oder gar neue Aufträge erteilen, wie soll er seine Angestellten durchhalten, wenn den Wünschen maßgebender Regierungsstellen weiter an verschiedenen Orten entgegengehandelt wird? In einer Zahl von Städten ist die Beruhigung schon eingekehrt. Sollte sie nicht dank der vorbildlich straffen Organisation der NSTAP. und ihrer Bünde überall zu erreichen sein? Wir halten es für unsere Pflicht, die Regierungsstellen aus die obenstehende, allerdings anonyme Anzeige hinzuweisen, die sich in der Düsseldorfer „Do l ks p a r 0 l i* vom 3. Juni befindet. Wir wissen nicht, von wem sie ausgeht. Behörden und Partei können dies leicht feststellen. Es wird ihnen daran liegen, dann das Notige vor allem auch im Interesse des deutschen Angestellten undArbeiters zu veranlassen. |T k7 tVi YJ - >■ i?-l! ■ : * S7S Ü H § S4 S fe;’ <jr V'v r "Mty ^e.J(*Q S\ > y l>U & sS i3 4 Q £>i> ü y i> HekeNNtnM und IeststeUungLN / Fortsetzung -er Aussprache Stotz sein! Worte allein vermögen nicht viel, aber ab ilnd zu muß einer aus unseren Reihen konunen ilnd sprechen, llnb dann wird es sein, daß seine Sprache hier und da Nachklang findet, daß sie von diesem und jenem verstanden, daß sie weitergegeben wird, und daß dann plötzlich in einem -Kreise, in dem Worte bisher nur Klang waren, Erlebnis erwächst. Und deshalb sollen wir reden. Auch dann reden, wenn es sich um kleine, fast unscheinbare Dinge handelt, wenn wir glauben, daß das, was wir zu jagen haben, eine Bagatelle ist. Aber trotzdem geschieht es, daß Selbstverständliches nicht überall als selbstverständlich empfunden wird, und ans diesem Grunde m ü f f e n wir sprechen. Was in den letzten Monaten geschehen ist, geht jeden Juden in Deutschland an. Sehr viele hat es materiell getroffen, nubedingt jeden aber traf es innerlich. Run sah ich manches, was mich als Jude tief berührte, und zwar durch Angehörige der eigenen Stammesgemeinschaft. Es ist nur zu begreiflich, daß Menschen unter uns derart von der Wucht der Ereignisse getroffen wurden, daß sie zusammenbrachen und glaubten, dieses Leben nicht mehr ertragen zu tonnen. Es war die Pflicht des Stärkeren, helfend einzugreifen. Und wenn ich jetzt mich tadelnd äußere, so tue ich es ebenfalls, um zu helfen, das Wichtigste im Menschenleben aufzurichten, den Stolz! Ich sah manche Juden, die so haltlos geworden waren, daß sie ihren Stolz als Juden verloren, daß ihnen die Erhaltung ihres Portemonnaies, ihrer materiellen Eristenz so über allen Dingen stand, daß sie bereit gewesen wären, ihre Würde hinznwerien, um ihre materiellen Güter zu sichern. Ganz selbstverständlich: wir kämpfen um unsere wirtschaftliche Existenz, und nur haben als Menschen das Recht, uns zu erhalten, was in unseren Kräften steht. Aber wir haben eine mindestens ebenso große Pflicht, der einzelne gegen sich selbst, sonore der ganzen jüdischen Gemeinschaft gegenüber. Diese Pflicht heißt, stolz zu sein! Als Jude stolz zu sein und die Zugehörigkeit zum Judentum mit der selbstverständlichen Größe zu bekennen, die auch unsere Gegner vor uns aufhorchen lassen wird. Wenn wir nur unseren Stolz erhalten, wenn wir für Judentum, das uns Schicksal ist, und in welches Schicksal uns hineingestellt hat, nur freier Stirn kämpfen, dann werden wir gerviunen! Dann wird auch der Tag kommen, an dem unsere Gegner uns Gerechtigkeit widerfahren lagen und vieles von dem korrigieren werden, was sie uns heute verachtend vor die Füße schleudern.' Stolz sein! Das muß durch die jüdischen Reihen gehen, und in unserer Gemeinschaft muß es zu einem Bekenntnis werden! Jude sein in Deutschland, auf dem Boden, aus dem wir geboren sind uno den wir lieben. Dieses Deutschland, das uns mit unserem Judentum als unsere Heimat Erlebnis wurde, denn das müssen wir alle bekennen, welcher jüdischpolitischen Richtung wir angehören. Das muß auch der Zionist bekennen, der seine eigentliche Heimat in Palästina stehn Aber in Deutschland sind wir groß geworden und haben deutsche Kultur uni der Muttermilch getrunken. Das Land der Erzväter aber müßte innerlich erst erlebt werden, und nicht jeder wird die Bindung zur historischen Heimat finden. Noch einmal sei es gesagt: Stolz zu sein als Jude, das ist unsere Pflicht! Dann wird nach langer Nacht wieder ein Tag anbrechen, an dem wir die Früchte unserer Arbeit ernten können, an dem unser Stolz uns herausgehoben haben wird aus tiefster Seelennot. Hans Baer. Warum...? Warum? — das ist die Frage, die uns junge jüdische Menschen seit Wochen quält. Warum zweifelt man daran, daß wir wahrhaft echte'gute Deutsche sind? Wir. deren Urahnen schon überzeugte Deutsche waren, deren Väter der Stolz auf das deutsche Vaterland völlig beherrscht har, die aus innerster Ueberzeugung für ihr heißgeliebtes Vaterland kämpften, die sich der hohen Pflichten aufrecht bewußt waren, die kein Opfer gescheut haben, als Selbstverständlichkeit für ihr Vaterland. Das waren unsere Vorbilder, das waren unsere Erzieher! Warum? Ungetrübt, in treuer Kameradschaft mit unseren Mitschülern haben wir noch die Schulzeit verbrachtem gemeinsamen Stolz auf unser gemeinsames Vaterland. Fröhlich sind wir in unserer freien Zeit hinausgezogen in unsere deutsche Heimat, haben uns an der unsagbaren Schönheit deutscher Landschaft erquickt. Wir jungen Menschen, die wir all unsere Ferientage damit Angebracht haben, immer wieder ein Stückchen unserer Heimat kennenzulernen. Wie schön war diese Zeit des Wanderns, des Jugendherberglebens, der treuen Kameradschaft! Und nun soll das alles vorbei sein — vorbei für die deutsche jüdische Jugend? Warum? Bei all diesen schönen Erinnernngsaklorden taucht ein Erlebnis in mir auf, ein Erlebnis, das ich schildern will als Ausdruck dessen, was dem jungen deutschen jüdischen Menschen wirkliches Erleben bedeutet! Vor ein paar Jahren hatte ich das große Glück, ganz überraschend nach Hamburg eingeladen zu werden — für mich als Süddeutsche noch eine völlig fremde Welt. Am ersten Vormittag galt mein Besuch dem Hamburger Hasen. Mit eigenartig bangen Gefühlen großer Erwartung ging ich zum Bismarck-Denkmal LJu-ü&y U Lai! ö A rÜ3 vf E-4 I Das renommierte Haus hefr J4I 8 %s& i I» la faagL ruhige Unterkunft

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