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Central-Verein-Zeitung · 1933-06-08 · 23 (8.6.1933) · p. Seite 213

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
12 (1933)
Issue
23 (8.6.1933)
Date
1933-06-08
Page
Seite 213 (sequence 5)
Language
German
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21Z Tichl'.mgsn und nach dem Wach- und der Haktu.-.g der Nom erschreckenden Germanen und o.-lren hvchgeivachsene GVzftalten mit langen Sckäd'ln, blonden Haaren und blauen Auge:: g'.rub:e sestlegen zu können, so sind jedenfalls die Nachkommen jener echten Arier richtige rnNüen, und es wird sch.oersallen, in einem Perser von heute einen Zarathustra zu erk.nnen. Wenn man also das Wort „Arier" und ^arisch" nicht als Bezeichnung der alten Inder und Perser und ihrer Sprachen, sondern einer Lngeblich heute noch lebenden Menschenrasse anwendet, so ist das ganz unberechtigt. 6s gibt weder in Deutschland noch sonstwo eine „arische Aaste". und somit müßten streng genommen clle Deutschen als „Nichtarier" behandelt wer- Durch die Arierparagraphen in der neuesten Gesetzgebung ist bekanntlich auch das Schulwesen erheblich betroffen. lieber die Größenordnungen, die hier eine Rolle soieten, herrschen in weiten Kreisen verworrene Begriffe. Es erscheint daher zweckmäßig, zahlenmäßig zur Darstettuug zu bringen, inwieweit jüdische Schüler Ln den einzelnen Kategorien der deutschen Schulen unterrichtet worden. Leider sind nicht für alle Schulkategorien neuere Zahlen vorhanden. Soweit die statistischen Unterlagen zeitlich überholt erscheinen, muß man sich trotzdem mit ihnen begnügen, bis besseres Material vorhanden sein wird. Das gilt insbesondere für die höheren Lehranstalten und für die Mittelschulen; für die Volksschulen und Privatschulen mit Volksschulziel sind aktuellere Zahlen vorhanden. Soweit Zahlen nur für das Jahr 1920/27 vorliegen, muß bei Beurteilung der absoluten Werte die Tatsache berücksichtigt werden, daß seit dieser Zeit die absoluten Zahlen der Schüler^ überhaupt und damit auch die der jüdischen Schüler sich gesenkt haben. Das darf nicht übersehen werden, wenn man aus den Ginzelwerten Schlüsse für die Gegenwartsgestaltung der Schul betrenn ng der Mischen deutschen Jugend ziehen will. Schließlich sei noch darauf hingewiesen, daß es sich bei den nachstehenden Zahlen der jüdischen Schüler nur um solche Jungen und Mädel handelt, die im Zeitpunkt der statistischen Erfassung der jüdischen Glaubensgemeinschaft angehört haben. Tie Zahlen der Dissidenten und derjenigen Schüler christlicher Religion, deren Eltern oder Voreltern noch dem Judentum angehört haben, sind also nicht enthalten. Dagegen ist festzustellen, das; d.c jüdischen Lehrinstitnte inbegrijsen sind. I. Die höheren Lehranstalten. Im Schuljahr 1926/27 waren bei sämtlichen höheren Schulen Deutschlands über 2 5 0 0 0 jüdische Schüler und Schülerinnen eingeschult. Von dieser Zahl waren 14 912 Jungen, was einem Die Verwirrung ist angerichtet worden, weil so viele Leiste, die von jenen Dingen wenig verftcl'en, ursprünglich wissewchastliche und genau bestimmte Namen zu Schlag w örtern gemäßst und damit herumgervorwn baden. Auch Prof. Hans Günther, der gerade innerhalb der nationalen Bewegung als eine Autorität auf dem Gebiete der Ranenforschung gilt, wesst die Benennung „Arier" und „arische Rasse" ab. Sie sei wissenschaistich unbrauchbar lind „dringend zu widerrate nch zumal sich in nicht wissenschaftlichen Kreisen das Wort in noch mehr Bedeutungen herumtreibt, meist in einer ganz verschwvuuuenen Anwendung aus die Völler, die nichuemitssche Sprachen sprechen. Den „Ariern" werden damit die „Semiten" entgegengesetst. Die Bezeichnung „Semiten" ist aber gleichfalls unzutreffend, da Menschen und Völker verschiedener Acrssenherkunst „semitische Sprachen" sprechen . . Anteil von 2.7 Prozent an der Gesamtzahl der männlichen Jugend au den höheren Schulen entspricht. Absolut niedriger liegt die Zahl der jüdischen Schülerinnen mit 10 574, was jedoch einen höheren Anteil als bei den Jungen — nämlich 3,92 Prozent im Reichsdurchschnitt — ergibt. Diese durchschnittlichen Auteilszahlen bei den jüdischen Jungen und Madeln werden in einzelnen Gebieten natürlich stark überschritten. So liegt der Anteil der Lander Hessen und Baden bei den Mädchen über 5 Prozent bzw. über 6 Prozent, bei den Jungen in Hessen, Preußen, Braun schweig und Baden über 4 Prozent bzw. über 3 Prozent, also über der reichsdurchschuittlicheu Zahl der betreffenden Geschlechter. Nähere Einzelheiten über die Länderanteite der jüdischen Schüler und Schülerinnen an sämtlichen höheren Schuten Deutschlands sind der nachstehenden Uebersicht I zu entnehmen. Daß die Anteile der Großstädte zum Teil um ein Mehrfaches höher liegen als die Länderanteile, ergibt sich bei einer Uebern^t I. Die jüdischen Schüler und Schülerinnen an sämillchen höheren Schulen Deutschlands im Schuljahr -1926/ 21 Länder W B _§J fc'e o c £eü § « B Prcussrn . . . 10 309 3.28 4.48 Bavcrrr ... 1372 2,29 933 3,67 Sachsen . . . 82 2 1,85 341 3.14 WurNcaröerg . 384 1.30 2 36 3,09 Baden...» 820 3.20 437 5,02 Thüringen . » 164 0.96 43 0.89 dessen.... 696 4,77 400 6,37 L'arrrbrrrg . . — — — — Mcckl.-Schwerin 39 0,67 30 1,06 Oldenburg . » U 0,65 24 0,77 Draunschwcig . 163 3,53 24 1,44 Anhalt . . . 61 1,75 22 1,45 Bremen ... 25 0,53 37 0.99 ^ippL » » * . 15 1,03 10 1,59 Lübeck.... 27 1,33 15 1.60 Mcckl.-Strclitz . 2 0,17 6 0,87 LgcUdcck ... 12 2.01 — — Schaumb.-Lippe 7 1,15 3 1,43 TcutschesReich * 14942 2,71 10 574 3.92 näheren Betrachtung der einzelnen preußischen Gebietsteile, iunerljalb deren Berlin besonders a-lsgewiesen wird. Damit wird die wichtigste deutsche Großstadt erfaßt, deren Auteilszahleu allerdings in keiner anderen Großstadt auch nur annähernd erreicht werden dürsten; leider fehlt jeder Vergleich hierfür, denn der Freistaat Hamburg, mit dessen Zahlen ein Vergleich rn.it Berlin hätte angestellt werden können, hat keine loufcssionelle Schulstatistik aufgezogen. Tie Gesamtzahl der rund 16 000 jüdischen Jungen an höherer! Lehranstalten verteilt sich auf die einzelnen Schularten in einer Abstufung, die der nachfolgenden Ueberncht II zu entnehmen ist. In der Nebersscht III sind die entsprechenden Zahlen für die jüdischen Mädchen enthalten. Betrachtet man die Landosteite im einzelnen, so ist im Rahmen der einzelnen Schulty^u für/ die Jungen das Folgende hervorhebenswert: In den G h m n a s i en sind in Berlin fast 9,5 Prozent der Jungen jüdischen Glaubens, in Hessen und der Provinz Niederschlesien sind es je über 5 Prozent, in den übrigen Ländern weit weniger. Besonders groß ist der Anteil der jüdischen Schüler in Berlin in den Reformgymnasien, in denen fast 30 Prozent jüdischen Glaubens sind. In der Provinz Hessen-Nassau ist der Anteil der jüdischen Jungen an der Gesamtzahl der Schüler in Refornighmnasien über 22 Prozent. Diese hohen Auteilsziffern von Berlin und Hessen-Nassau haben zur Folge, daß im ganzen Reich der Anteil der jüdischen Schüler in den Reformgymnasien mit 10.23 Prozent um ein Mehrfaches höher liegt als in den Gymnasien mit 2,65 Prozent. Ihrer Bedeutung nach an zweiter Stelle stehen von den gymnasialen Anstalten bei den Jungen die Realgymnasien. Hier ist der Anteil mit 10 Prozent in Berlin weit über' dem Ueberslckt H Die jüdischen Schüler in den einzelnen Arten der höheren Schulen Deutschlands im Schuljahr 1926/21 Schulart 2-rl tir jüdischen Scbüler im Schrrlj'shr 192627 Don 100 Schülern waren Iuven Gymnasien ...... 3570 2,68 Ncsormgnmnafien ... 926 10.23 Progym nassen. 6-4 1,71 Realgymnasien .... 2 370 4.33 Ncsormrcalgvrnnassctt » 1543 2.46 Srcalprogyrnnassen ... 47 1.12 Srcsormrcalproghmnassen « 273 6.46 Oberrcalschulerr .... 2 609 2.28 Nralschulcn ...... 2431 3.63 Grundständige deutsche Oberschulen ..... 50 0,69 Ausbau schule» ..... Sonstige höhere Schulen « 46 0.46 1*5 1.71 14594 Dazu höhere Schulen in LZürtLcmberg und Thüringen (keine Unlcr- Slicderurrg). 613 Zusammen ««<*»• 14912 2/U

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