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Central-Verein-Zeitung · 1933-06-01 · 22 (1.6.1933) · p. Seite 201

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
12 (1933)
Issue
22 (1.6.1933)
Date
1933-06-01
Page
Seite 201 (sequence 5)
Language
German
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201 ' v V V C^) V U | J » KWZMgMeAr Die unsachlichen Angriffe gegen die jüdischen AerzLe Wir berichteten in der letzten Nummer der „E. V.-Zeitung" über die antisemitischen Veröffentlichungen in der ärztlichen Standespreste. Wenn wir in unserem Kommentar zu dem dorr erschienenen Artikel bedauerten, daß in der nichljüdischen Welt leine Reaktion der Empörung über diese Borgänge laut geworden ist, so können wir jetzt feststellen, daß wenigstens in einigen führenden Zeitungen von dem Aufruf des Herrn Ruppin und dem SLerilifierungsauffatz Notiz genommen worden ist. Neben dem erwähnten Kommentar der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" kann auf sehr deutliche Erklärungen der „Vofsjschen Zeitung" und der „Frankfurter Zeitung" sowie des „Berliner Tageblatts" hingewiesen werden. Unterdessen setzt nun das Grotz-Berliner Aerzteblatt feinen Angrinsfeldzug weiter fort. Ein angesehener Berliner Arzt, Saui-aisrat Dr. Freu nd, hat sich gegen den Ruppin'chen Artikel gewandt. Ihm antwortet Franz Dörbeck in Nr. 21 der „Berliner Aerzte-Korrespondenz" in eineni offenen Brief, besten Ton für sich selbst spricht: . Sie sind emoört über die Brutalität des Aufrufs des Tr. Ruppin. den ich hier wiedergegeben habe, Sie sind so erschüttert, daß Sie die Nacht ohne Schlafmittel nicht schlafen konnten' Sagen Sie doch mal au' . . Es werden dann die üblichen Vorwürfe erhoben, die wir zur Genüge kennen: von der „jüdischen" Räterepublik in München, über die „jüdischen" Ueberfälle auf S.-A.-Leute bis zu der „jüdischen" Greuelpropaganda. Es lohnt sich nicht, zu diesen Dingen, die unzählige Male klargestellt und widerlegt worden sind, noch einmal Stellung zu nehmen, wenn wir auch nicht beabsichtigen, den am Schluß des Briefes erteilten Rat zu befolgen, den bereits Kube den „Gesinnuugsgenosten" der Juden, den Sozialdemokraten, im Landtag erteilt hat: „sich zu schämen und zu schweigen". Wir können uns aber damit begnügen, den Kommentar der „Vosiischen Zeitung" vom 29. Mai (Nr. 254) wiederzugebeu, in dem es heißt: Solche Entgleisungen und Entstellungen sind ganz gewiß nicht geeignet, der Menschheit Würde zu heben. Vielmehr sind sie geeignet, woraus schon vordem hingewiesen werden mußte, die Abwehr gegenüber dem im Auslande gegen Deutschland gerichteten Kulturkampf zu erschweren. Es wäre an der Zeit, daß dern endgültig E i n h a l t g e t a n wird..." (Von uns gesperrt. Tie Schriftltg.) In dasselbe Kapitel gehört auch die m dem gleichen Heft gebrachte Wiedergabe eines R a t h e n a u -Z i t a t s, das, aus seinem Zusammenhang geeisten, in dem Leser die Meinung erwecken soll, als habe Rathenau Frankreich die völlige Vernichtung Deutschlands empfohlen. Wir haben auf diese Stelle aus Rathenaus nachgelassenen Schriften, die erst durch den folgenden, i n der Zitierung fortgelassenen Absatz, den richtigen Sinn enthält, nämlich den Appell an die Bereitwilligkeit Frankreichs zu einem Frieden wahren Rechtes und wahrer Menschlichkeit, schon wiederholt hrngewiesen*). Wie uns von Besuchern des Aerztehauses berichtet wird, soll auch dort an sichtbarer Stelle dieses herausgerissene Zitat ausgehängt sein. Wir glauben nicht, daß es sich mit der Forderung nach Sauberkeit des politischen Handelns, die gerade von führender Regierungsstelle immer wieder betont wird, vereinbaren laßt, wenn durch eine untergeordnete Stelle eine solche ausgesprochen unfaire Kampfesmethode gegen die jüdischen Aerzte angewandt wird. *) 3rt Nr. 43 der „(T. S3.--3-3-* vorn 23. November 1332 haben Dir den ganzen Ärrfsatz „An FrarUreich" aus Rathenaus nachgelassenen Schriften (6. Fischer Verlag, Dand 1, Eeirs 113 fl.) obgedrnckt. Berliner Gedenktafel für die gefallenen jüdischen Deutschen ans Hohensalzo F // k Phot. Hcdi Schiff (Bctlht) In der Berliner Synagoge Kaisersfrasse haben fi ei maf freue Hohensafzaer Juden diese Gedenktafel vor einigen Jahren erridifefAda Hohensalza zu Polen gesdilagen wurde. Sie beweisen damit für die kommenden Gesdiledifer ihre Dankbarkeit den Gefallenen und ihre Treue zur unvergessenen Posener Heimat«

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